Peer-Coaching im Fußballtraining - Fußballtraining
Einleitung
Beim Peer-Coaching im Fußballtraining helfen sich Spielerinnen und Spieler gegenseitig dabei, eine konkrete Spielhandlung zu verbessern. Sie beobachten nicht einfach, wer „gut“ oder „schlecht“ spielt, sondern achten auf ein vorher vereinbartes, sichtbares Kriterium, geben eine respektvolle Rückmeldung und prüfen im nächsten Versuch, was sich verändert. Peer bedeutet hier: Personen lernen auf Augenhöhe miteinander. Die verantwortliche Trainingsleitung bleibt für Aufsicht, Übungswahl und Sicherheit zuständig.
Du lernst, Beobachtung und Bewertung zu unterscheiden, gute Coachingfragen zu stellen, verschiedene Leistungsniveaus einzubeziehen und eigene Fußball-Spielformen im Trainingslabor zu untersuchen. Zielgruppe sind Lernende ab etwa zehn Jahren, Spielende aller Geschlechter und Coaches. Hinweise für die Altersgruppen 6–9, 10–13, 14–17 und Erwachsene ermöglichen eine verantwortete Anpassung.

Mediennachweis und Textalternative: Aufnahme von Fußballtraining mit Kindern beziehungsweise Jugendlichen in Lusaka, Sambia; das Foto zeigt eine Trainingssituation, keinen nachgewiesenen Peer-Coaching-Dialog. Urheber: Mepereshka; Aufnahmedatum: 27.02.2019; Lizenz: CC BY-SA 4.0. Quelle: Wikimedia Commons, genaue Dateiseite. Alternative: „Eine Gruppe übt Fußball im Freien; ein unterstützender Dialog könnte anschließend an eine konkrete Spielsituation anknüpfen.“ Keine Zustimmung oder Empfehlung der Abgebildeten für diesen Kurs wird behauptet.
Leitfrage: Was lässt sich durch eine kurze, konkrete Rückmeldung zwischen zwei Durchgängen tatsächlich verändern – und was lässt sich aus einer einzelnen Beobachtung noch nicht schließen?
Peer-Coaching verstehen und vertrauensvoll gestalten
Rollen, Ziele und Grenzen
Peer-Coaching ist ein kurzer Lernkreislauf: Ziel vereinbaren → beobachten → beschreiben → nachfragen → nächsten Versuch vereinbaren → erneut beobachten. Die Rollen werden regelmäßig getauscht: Eine Person spielt, eine Person beobachtet, später umgekehrt. Bei drei Personen kann eine dritte die Anzahl der Beobachtungsgelegenheiten protokollieren. Der Coach auf Augenhöhe ersetzt weder fachliche Anleitung noch eine medizinische oder psychologische Fachkraft. Er oder sie erteilt keine gefährlichen Technikvorgaben, diagnostiziert niemanden und entscheidet nicht eigenmächtig über einen Trainingsabbruch.
Anders als allgemeines Lob („Super!“) macht hilfreiches Feedback sichtbar, was genau gelungen ist. Anders als ein Vorwurf („Du passt immer falsch!“) bezieht es sich auf eine beobachtbare Handlung in einer abgegrenzten Situation. Weil ein einzelner Pass sowohl durch Technik als auch durch den Laufweg, Gegenspieler und Zeitdruck beeinflusst wird, darf ein Beobachter nie vorschnell den Charakter oder die Fähigkeit einer Person beurteilen. Siehe auch Feedback beim Lernen, Kommunikation und Fair Play.
Vier Regeln für ein gutes Gespräch
Erstens: Ein Merkmal pro Runde. Vereinbart beispielsweise „Vor der Ballannahme kurz zur freien Seite schauen“ statt gleichzeitig fünf Technikfehler zu suchen. Zweitens: Beschreiben, nicht abwerten. Sage „Bei drei von fünf Annahmen ging dein Blick vorher zur freien Seite“ statt „Du bist unaufmerksam“. Drittens: Selbstreflexion zuerst. Frage „Was hast du selbst bemerkt?“ und höre zu. Viertens: Ein nächster Schritt. Vereinbart eine überprüfbare Handlung: „Im nächsten Spiel versuche ich vor der Annahme einmal bewusst nach links und rechts zu sehen.“
Als Gesprächsform hilft Wahrnehmung – Wirkung – Wunsch: „Ich habe gesehen, dass du vor dem Pass zweimal die freie Mitspielerin angesehen hast. Dadurch konnte der Passweg früh erkannt werden. Möchtest du beim nächsten Durchgang darauf achten, ob das auch unter Druck klappt?“ Das ist ein Beispiel, keine Gewissheit über die Ursachen eines Erfolgs.
Grenzen: Niemand muss Rückmeldungen zur Persönlichkeit, zum Körper oder zu vermeintlichen Defiziten annehmen. Namen, Videoaufnahmen und Leistungsdaten werden nicht ohne geeignete Einwilligung veröffentlicht. Wer nicht gefilmt werden möchte, arbeitet mit anonymisierten Strichlisten oder einer skizzierten Spielsituation. Bei Streit oder unangenehmen Bemerkungen greift die Trainingsleitung ein.
Vorbild aus der Fußballpraxis
Videonachweis und Textalternative: „Trainingsphilosophie Deutschland: Das steckt dahinter!“, Kanal/Veröffentlicher: Bayerischer Fußball-Verband e. V.; veröffentlicht am 22.02.2024. Quelle: YouTube-Originalseite. Nutzungsgrund: Einbettung des offiziell veröffentlichten Videos über den vorgesehenen YouTube-Player, keine Behauptung einer freien Download- oder Bearbeitungslizenz. Alternative: Im Seminar erläutern Fachleute des DFB die Idee altersgerechter Spielformen. Für diesen Kurs wichtig ist die Frage, wie eine kurze Rückmeldung möglich ist, ohne viel eigentliche Spielzeit zu verlieren. Inhalte und DFB-Positionen sind keine persönliche Empfehlung dieses Kurses durch die Beteiligten. Bei gesperrter oder nicht gewählter YouTube-Einbettung genügt der vorstehende Lehrtext.
Beobachtungskriterien und Rückmeldungen fachlich präzisieren
Drei Beobachtungsebenen
Technik: Wohin zeigt der erste Ballkontakt? Ist das Zuspiel so dosiert, dass es erreichbar ist? Taktische Entscheidung: Sieht die ballführende Person freie Mitspielende oder erkennt sie eine Lücke? Zusammenarbeit: Gibt jemand vor einem Pass ein verständliches Signal und bietet sich im sichtbaren Passfenster an? Die Ebenen gehören zusammen; ein Pass kann trotz sinnvoller Entscheidung misslingen. Beschreibe daher besser „Die Entscheidung war nachvollziehbar; der Ball kam zu kurz“ als pauschal „schlechter Pass“.
Eine kleine Kriterienkarte kann aus drei Feldern bestehen: (A) Lernziel, (B) sichtbares Ereignis, (C) nächster Versuch. Beispiel: A = „Anspielbar werden“; B = „Nach dem Pass aus dem Deckungsschatten laufen“; C = „In der nächsten Runde bei jedem Angriff zuerst einen freien Winkel suchen“. Ein Treffer oder Sieg allein ist kein zuverlässiger Beleg, ob diese Handlung gelernt wurde.
Zählen, Qualität beurteilen und Unsicherheit benennen
Beobachte zuerst nur fünf passende Gelegenheiten, etwa fünf eigene Ballannahmen, und markiere „Kriterium sichtbar“, „nicht sichtbar“ oder „nicht beurteilbar“. Wenn der Ball gar nicht zur Person kommt, ist das keine misslungene Ballannahme. Die Quote „drei von fünf beobachtbaren Gelegenheiten“ beschreibt diese kurze Stichprobe; sie zeigt weder einen festen Leistungsstand noch den Einfluss des Peer-Coachings. Ein Vorher-nachher-Vergleich kann außerdem durch Gegnerdruck, Zufall und veränderte Spielfeldgröße beeinflusst sein.
Beispiel eines hilfreichen Dialogs: Spielerin: „Ich wollte nach vorne aufdrehen.“ Peer-Coach: „In zwei der vier beurteilbaren Annahmen war dein erster Kontakt in die freie Richtung. Was hat dir beim zweiten Mal geholfen?“ Spielerin: „Ich habe vorher über die Schulter geschaut.“ Peer-Coach: „Dann testen wir dieses Vororientieren in der nächsten Runde noch einmal.“ Das Gespräch nennt Zahlen nur, wenn sie tatsächlich gezählt wurden; ein ermutigender Satz bleibt konkret.
Animation: Gemeinsam Passwege öffnen

Mediennachweis und Textalternative: Animierte schematische Darstellung des Passspiels in Dreiecken. Urheberangabe der Commons-Dateiseite: Rijesh; hochgeladen von Ringurs; Datum: 19.11.2020; Lizenzangabe: CC BY-SA 4.0. Quelle: Wikimedia Commons, genaue GIF-Dateiseite. Alternative zum bewegten Bild: „Spielende bilden wechselnde Dreiecke und schaffen mehrere Passmöglichkeiten; der Ball kann zwischen anspielbaren Stationen weitergegeben werden.“ Die Animation ist eine Veranschaulichung, kein empirischer Beleg für die Überlegenheit einer bestimmten Taktik. Beobachtungsauftrag: Halte gedanklich bei jeder Passstation an und frage, wer sich außerhalb des Deckungsschattens anbietet.
Eine bekannte Spielerin als Analyseanlass – nicht als Autorität

Mediennachweis und Textalternative: Alexia Putellas bei einem Spiel gegen Deutschland im November 2018; Urheber: EL Loko Foto; Aufnahmedatum: November 2018; Lizenz: CC BY 4.0, alternativ GFDL laut Dateiseite. Quelle: Wikimedia Commons, genaue Dateiseite. Alternative: „Alexia Putellas ist während eines Länderspiels auf dem Fußballfeld zu sehen.“ Historische Aufnahme; kein Hinweis auf einen gegenwärtigen Vereins- oder Nationalkader. Analyse: Ein Standbild kann Körperhaltung oder eine räumliche Situation zeigen, aber weder die vorausgegangenen Blickbewegungen noch die Qualität eines Peer-Feedbacks beweisen. Notiere für eine faire Beobachtung, welche zusätzlichen bewegten Spielszenen und Kriterien nötig wären. Weder die Spielerin noch der Fotograf werden als Mitwirkende oder Empfehlende dargestellt.
Trainingslabor: Partnerübungen und Spielformen mit Rollenwechsel
Im Trainingslabor erfolgt die fachliche Anleitung durch die verantwortliche Trainingsleitung. Prüfe vor Beginn Tore auf Sicherung gegen Umkippen, die Spielfläche auf Hindernisse und rutschige Stellen, passende Schuhe sowie freie Sicherheitsräume. Nutze altersgerechte Bälle, trenne benachbarte Felder, plane Trink- und Erholungspausen und stoppe bei Beschwerden sofort. Keine verpflichtenden Kopfbälle, Sprungduelle, riskanten Kontakte, Maximalbelastungstests oder eigenständige Verletzungsbehandlung.
Labor A: Partnerpass mit Blick vor der Annahme
Ziel: Vororientierung und kontrollierbare Ballannahme anhand eines einzelnen Kriteriums verbessern. Material: Ein Ball pro Paar, vier flache Markierungen, Kriterienkarte und Stift. Aufbau: Freie ebene Fläche; je Paar ein Rechteck von ungefähr 6 × 10 Metern, Abstände an Leistungsstand und Platz anpassen. Durchführung: Zwei Personen passen sich zu. Vor jeder Annahme schaut die empfangende Person möglichst kurz in den freien Raum. Nach fünf beurteilbaren Annahmen nennt die beobachtende Person zunächst eine gelungene Situation und stellt eine Frage; danach werden die Rollen getauscht. Die Trainingsleitung achtet darauf, dass die Beobachtung die Bewegung nicht unsicher macht. Typische Fehler: Coach zählt nicht beurteilbare Situationen als Fehler; Rückmeldung umfasst mehrere Ziele; Pass wird zu hart gespielt. Beobachtung: Nur die Frage „War vor der Annahme eine erkennbare Orientierung in den freien Raum sichtbar?“ wird mit Ja/Nein/Nicht beurteilbar erfasst. Leichter: Langsamer Bodenpass ohne Gegnerdruck, größerer Abstand zwischen den Paaren. Schwerer: Eine passive Verteidigungsperson begrenzt den Raum; Entscheidung über offene Seite wird nötig. Transfer: Im späteren 3-gegen-3 vor jeder eigenen Ballannahme nach einer freien Fortsetzung suchen.
Labor B: Drei gegen drei – Freilaufen sehen und benennen
Ziel: Anspielbare Positionen schaffen und positive, kriteriumsbezogene Rückmeldung geben. Material: Leibchen, Hütchen, mehrere Bälle und zwei standsichere Minitore oder Hütchentore. Aufbau: Kleines Feld mit Sicherheitsabständen, Teams zu dritt, weitere Kleinfelder parallel bei größerer Gruppe. Durchführung: Drei Minuten freies 3-gegen-3; ein außen stehender Peer-Coach beobachtet nur die eigene vereinbarte Person. Gesucht wird das sichtbare Heraustreten aus dem Deckungsschatten nach einem Pass. In der Spielpause werden Selbstbeobachtung, ein konkretes Beispiel und ein nächster Versuch besprochen, dann folgen weitere drei Minuten mit Rollenwechsel. Typische Fehler: Langer Coachingvortrag unterbricht das Spielen; Lob wird nur an Torschützen gerichtet; eine Person erhält kaum Ballaktionen. Beobachtung: Strichliste für passende Freilaufgelegenheiten, davon „klar anspielbar“, „noch gedeckt“, „nicht beurteilbar“. Leichter: Passives Verteidigen, größeres Feld, Überzahl im Ballbesitz. Schwerer: Gleichzahl bei engerem Feld oder rasche Umschaltmomente, ohne gefährliche Kontakte zu provozieren. Transfer: Im regulären Teamtraining nach Ballabgabe sofort eine neue Passlinie anbieten.
Schema A: selbst entwickeltes Kleinfeld-Taktikbild
Taktikbild – nicht maßstäblich; Blickrichtung von links nach rechts:
| Linke Zone | Mittlere Zone | Rechte Zone |
|---|---|---|
| A1 mit Ball (●) | A2 löst sich seitlich (→) | A3 bietet Tiefenlauf an (↗) |
| B1 deckt Passlinie | Freies Passfenster zwischen B1 und B2 | B3 sichert das Tor |
| Start mit Ballkontrolle | A1 → A2: Bodenpass | A2 → A3: mögliche Fortsetzung |
Textalternative: In einem 3-gegen-3 besitzt A1 links den Ball. A2 löst sich in der mittleren Zone aus dem Deckungsschatten; A3 bietet rechts Tiefe an. A1 kann einen kontrollierten Pass auf A2 spielen, wenn die Passlinie frei ist. Die Gegenspielenden B1 bis B3 schließen mögliche Wege. Beobachtungskriterium: „A2 wird vor dem Pass sichtbar anspielbar.“ Eigene textbasierte Lehrgrafik für diesen Kurs, erstellt am 03.11.2026; Quelle: Kurskonzeption, keine Fremdgrafik; als frei weiterverwendbarer OER-Kursbestandteil gedacht. Das Schema dient der Diskussion; die tatsächliche Entscheidung hängt von Gegnerpositionen ab.
Labor C: Drei gegen zwei – Frage statt Kommando
Ziel: Entscheidungen im Überzahlspiel sprachlich reflektieren und handlungsnah korrigieren. Material: Fünf Leibchen, zwei kleine Tore, Bälle, Hütchen, Beobachtungskarte. Aufbau: Kurzes ungefährliches 3-gegen-2 auf einem gesicherten Feld; Positionen wechseln regelmäßig, keine erzwungenen Zweikämpfe. Durchführung: Spielende greifen an; nach mehreren Versuchen leitet ein Peer-Coach in der sicheren Pause den Austausch mit „Welche zwei Lösungen hattest du?“, „Woran hast du die freie Seite erkannt?“ und „Welche Lösung probierst du als Nächstes?“ an. Maximal eine vereinbarte Anpassung wird getestet. Typische Fehler: Coach ruft fortlaufend im Spiel, statt eigenes Entscheiden zu ermöglichen; nur Torerfolg wird als richtig anerkannt; die Verteidigung bleibt stets passiv. Beobachtung: Sichtbare Passoption vor Ballabgabe, nachvollziehbare Wahl, anschließende Bewegung. Leichter: Vier gegen zwei auf größerer Fläche mit mehr Bedenkzeit. Schwerer: Drei gegen drei oder rasch wechselnde Angriffsrichtungen bei fachlich angepasster Belastung. Transfer: Entscheidungen in Gleichzahlspielen begründen, ohne andere im Spiel zu bevormunden.
Offizielles Praxisvideo für Coaches
Videonachweis und Textalternative: „Trainingsphilosophie Deutschland – Live-Training mit Hannes Wolf & André Pawlak“; veröffentlicht vom Kanal Sportclub Verl am 14.04.2025. Quelle: YouTube-Originalseite. Einbettungsgrund: öffentlich erreichbares Vereinsvideo über den nativen YouTube-Player, nicht als OER oder zum Herunterladen freigegeben. Alternative: „Ein Live-Training mit einer U12 auf mehreren Kleinfeldern; Fachleute erläutern Trainingsphilosophie und Spielformen.“ Arbeitsauftrag: Beobachte, wann Erläuterungen in Pausen stattfinden und wie die Spielzeit erhalten bleibt. Die Veröffentlichung ist keine Zustimmung der Beteiligten zum vorliegenden Kurs. Wer den externen Player nicht nutzen darf oder möchte, arbeitet mit Labor A bis C als vollständigem textbasiertem Ersatz.
Eigene Spielformen entwickeln und Coachingwirkung prüfen
Labor D: Eine Regel verändern – zwei Durchgänge vergleichen
Ziel: Eine beobachtbare Wirkung einer fairen Regeländerung prüfen, ohne vorschnell Kausalität zu behaupten. Material: Gesicherte Minitore, Ball, Leibchen, Spielfeldmarkierungen, Strichlisten. Aufbau: Zwei vergleichbare 3-gegen-3-Felder oder dieselbe Gruppe in zwei zeitlich getrennten Durchgängen. Durchführung: Runde A spielt mit normalen Regeln. Runde B erlaubt nach Ballgewinn einen zusätzlichen gesicherten Neustart durch Eindribbeln statt langem Einwurf; alternativ bekommt das angreifende Team kurzzeitig eine freie Anspielstation außerhalb des Feldes. Wähle nur eine Veränderung und halte Feldgröße, Spielzeit und Beobachtungskriterium möglichst gleich. Peer-Coaches zählen „erkennbares Freilaufen nach Ballabgabe“ pro geeigneter Gelegenheit. Nach jeder Runde nennen Spielende ein eigenes Beispiel und hören eine konkrete Rückmeldung. Typische Fehler: Mehrere Regeln gleichzeitig ändern; nur Tore zählen; Stichproben als gesicherte Beweise ausgeben. Beobachtung: Verhältnis von klaren Freilaufaktionen zu beurteilbaren Gelegenheiten und subjektive Einschätzung getrennt notieren. Leichter: Passive Verteidigung, kurze Zeitabschnitte, Bildkarten mit Symbolen. Schwerer: Vorher Kriterien gemeinsam operationalisieren, Beobachter üben ihre Übereinstimmung und prüfen Gegenbeispiele. Transfer: Eigenes Spiel für andere Alters- oder Leistungsstufen anpassen und die Kriterien verständlich erklären.
Schema B: Rückmeldeschleife als Prozessdiagramm
| Phase | Leitfrage | Sichtbarer Nachweis |
|---|---|---|
| Ziel klären → | Was genau wollen wir heute verbessern? | Ein kurzes Kriterium auf der Karte |
| Beobachten → | Wann war eine passende Situation vorhanden? | Strichliste mit beurteilbaren Gelegenheiten |
| Rückmelden → | Was hast du konkret gesehen? | Ein sachlicher Beobachtungssatz |
| Vereinbaren → | Welche Handlung probierst du jetzt? | Ein selbst gewählter nächster Schritt |
| Überprüfen ↺ | Was zeigt der nächste Durchgang? | Neue Beobachtung plus Unsicherheitsnotiz |
Textalternative: Fünf Schritte sind als Kreislauf verbunden; nach der Überprüfung beginnt bei Bedarf ein neues Zielgespräch. Eigene textbasierte didaktische Prozessgrafik, erstellt am 03.11.2026; Quelle und Urheberkonzeption: vorliegender Kurs; für den OER-Unterricht ohne Fremdmaterial neu formuliert. Es handelt sich um eine Prozessdarstellung, nicht um den Nachweis einer bestimmten Effektstärke.
Vollständiger Modellfall: Eine U12 trainiert das Freilaufen
Ausgangslage: In einer fiktiven U12-Gruppe nehmen zwölf Kinder mit unterschiedlichen Vorerfahrungen teil. Zwei sind erst seit kurzem dabei. Die Trainingsleitung möchte erreichen, dass Spielende sich nach der Ballabgabe häufiger aus dem Deckungsschatten lösen. Die Einheit dauert als Beispiel 60 Minuten mit angepassten Pausen. Niemand wird gefilmt. Drei 3-gegen-3-Felder werden bei ausreichendem Platz parallel betrieben; gerade pausierende Kinder übernehmen kurz die Peer-Beobachtung. Die Leitung sorgt für Aufsicht, sichere Tore und Rollenwechsel.
Auftrag an die Lernenden: Entwirf ein messbares Kriterium, einen genauen Gesprächsablauf, eine passende Spielform und eine vorsichtige Auswertung. Die Daten sind erfundenes Unterrichtsmaterial:
| Runde | Beurteilbare Freilaufgelegenheiten | Sichtbar anspielbar geworden | Nicht beurteilbar, getrennt erfasst |
|---|---|---|---|
| A vor Rückmeldung | 12 | 4 | 3 |
| B nach Rückmeldung | 12 | 8 | 2 |
Musterlösung – Kriterium: „Nach eigener Ballabgabe bewegt sich die beobachtete Person innerhalb der nächsten Aktion so aus dem Deckungsschatten, dass eine mögliche Passlinie sichtbar wird.“ Nicht vorhandene Gelegenheiten werden nicht als Fehler gewertet. Musterlösung – Dialog: Selbstfrage „Wo warst du nach dem Pass anspielbar?“; Beobachtung „In Runde A vier von zwölf beurteilbaren Gelegenheiten“; Frage „Wann war der Raum frei?“; Vereinbarung „Nach dem Pass sofort einen neuen Winkel anbieten“; zweite Beobachtung in Runde B. Musterlösung – Auswertung: In dieser Stichprobe steigen die beobachteten Freilaufaktionen von 4/12 auf 8/12; die Quote verändert sich von einem Drittel zu zwei Dritteln. Die absolute Differenz beträgt vier Aktionen bei gleich vielen beurteilbaren Gelegenheiten. Einschränkung: Daraus folgt nicht, dass Peer-Coaching allein die Ursache war. Kleine Fallzahlen, Verteidigungsverhalten, Tagesform oder veränderte Zusammenarbeit können mitwirken. Musterlösung – Anpassung: Anfänger*innen bekommen größere Passfenster und eine einfache Bildkarte; Erfahrene spielen unter moderatem Zeitdruck und begründen Alternativen. Niemand erhält öffentliche Fehlerlisten.
Bewertungsraster für diesen Modellfall:
| Kriterium | 0 Punkte | 1 Punkt | 2 Punkte | 3 Punkte |
|---|---|---|---|---|
| Fachliche Beobachtung | Kein beobachtbares Merkmal | Merkmal unklar | Merkmal erkennbar | Merkmal präzise mit geeigneten Gelegenheiten |
| Feedbackqualität | Abwertung oder keine Rückmeldung | Sehr allgemein | Respektvoll und mit Beispiel | Konkret, dialogisch und mit einem nächsten Schritt |
| Spielgestaltung und Sicherheit | Unsicher oder ohne Anleitung | Mehrere wesentliche Lücken | Überwiegend passend und sicher | Altersgerecht, inklusiv, sicher und mit Rollenwechseln |
| Auswertung und Transfer | Keine Auswertung | Zahlen ohne Einordnung | Ergebnisse mit Einschränkung | Vergleich, Grenzen und begründeter Transfer |
Auswertung des Rasters: Jede Zeile erhält 0–3 Punkte, zusammen maximal 12. 10–12 bedeutet sehr gut begründete Lösung, 7–9 tragfähige Lösung mit Verbesserungsmöglichkeiten, 4–6 teilweise erfüllte Anforderungen, 0–3 grundlegende Überarbeitung nötig. Sicherheit ist zusätzlich eine verbindliche Voraussetzung: Ein unsicherer Aufbau wird vor der Durchführung korrigiert, auch wenn andere Kriterien gut gelöst sind. Dieses Raster ist ein Lerninstrument, keine medizinische oder amtliche Leistungsnorm.
Altersgerechtes Coaching, Teilhabe und Sicherheit
Alters- und Erfahrungsspektrum
6–9 Jahre sind im Kurs nur als Anpassung für angeleitete Kindergruppen beschrieben: spielerische Mini-Spiele, sehr kurze Sätze und einfache Symbole wie Auge, freie Fläche und Pass. Erwachsene geben die zentralen Hinweise; keine verpflichtende Videoanalyse, keine Kopfballpflicht. 10–13 Jahre: Veränderte Grundformen wie 2-gegen-2 und 3-gegen-3, Rollenwechsel und ein einziges Kriterium pro Runde. Mehr oder weniger Vorerfahrung verändert die Passentfernung, das Tempo und den Gegnerdruck, nicht den Respekt. 14–17 Jahre: Spielnahe Kontexte, taktische Entscheidungen unter moderatem Druck, Vergleich von zwei Kriterien und gemeinsame Interpretation der Daten. Erwachsene: Erfahrung, Fitness, Zugänglichkeit und individuelle Belastbarkeit berücksichtigen; Peer-Coaching kann technisch oder taktisch anspruchsvoller, aber niemals über selbst verordnete Maximalbelastung gestaltet werden.
Inklusive Anpassungen sind beispielsweise leicht verständliche Bildkarten, kurze schriftliche Beobachtungen statt lautem Sprechen, variable Rollen, genügend Bewegungsräume, visuelle Signale und individuell passende Ballgrößen. Wer gerade nicht aktiv teilnehmen kann, darf mit Zustimmung die Beobachtungsrolle übernehmen; das ersetzt keine erforderliche pädagogische oder gesundheitliche Abklärung.
DFB-Bezug und praktische Sicherheitsentscheidung
Die DFB-Trainingsphilosophie nennt Freude, Intensität und Wiederholung als Merkmale und setzt im Kinder- und Jugendbereich auf kleine Spielformen und häufige Spielaktionen. Die Coachingmomente sollen dosiert stattfinden, möglichst in geeigneten Spielpausen. Das deckt sich mit dem Ziel, dass Peer-Feedback die Lernzeit verbessert und nicht durch lange Reden aufbraucht. Quellen: DFB-Trainingsphilosophie, DFB-Ausbildungsprinzipien und DFB-Akademie.
Die DFB-Informationen zum Kopfball raten besonders im Kinderbereich, Kopfballbelastungen gering zu halten und intensive Wiederholungen zu vermeiden. Für diesen Peer-Coaching-Kurs sind keine Kopfbälle vorgesehen oder nötig. Bei Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Verwirrtheit, akuten Schmerzen oder auffälliger Unsicherheit wird das Training sofort beendet beziehungsweise die Person aus der Belastung genommen und die verantwortliche Aufsicht informiert; bei Verdacht auf Gehirnerschütterung ist medizinische Abklärung notwendig, keine eigenständige Weiterbehandlung oder Rückkehrentscheidung durch Peers. Quelle: DFB: Kopfballspiel und Sicherheit, DFB: Kinderfußball. Aktueller Recherche- und Kursstand: 03.11.2026.
Ein Bild zur Organisation kritisch lesen

Mediennachweis und Textalternative: Schematische Darstellung eines verkleinerten Großfelds für U13 mit neun gegen neun; Autor: Scoute-dich; Datum: 15.03.2013; Lizenz: CC BY-SA 3.0. Quelle: Wikimedia Commons, genaue Dateiseite. Alternative: „Ein großes Jugendspielfeld zeigt Mannschaftsaufstellung und räumliche Zonen für neun gegen neun.“ Die historische 2013er Darstellung beschreibt nicht automatisch das geeignete Format für heutige Peer-Coaching-Mini-Spiele: Für unsere Lernaufgabe werden bewusst kleinere Felder und weniger Spielende verwendet. Eine Übernahme dieser Grafik in eigene Materialien erfordert die Einhaltung ihrer Lizenz.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Zehn Fragen zum Peer-Coaching
Was ist das zentrale Ziel von Peer-Coaching im Fußballtraining? (Eine beobachtbare Handlung durch gemeinsames Feedback verbessern) (!Die Persönlichkeit anderer beurteilen) (!Die Trainingsleitung vollständig ersetzen) (!Immer nur die besten Spielenden bewerten)
Welcher Satz ist ein hilfreiches Feedback? (Du hast vor zwei Ballannahmen sichtbar in den freien Raum geschaut) (!Du bist grundsätzlich schlecht am Ball) (!Du musst endlich alles richtig machen) (!Ich habe gar nicht hingesehen aber du warst super)
Welche Beobachtung passt zum Kriterium Freilaufen? (Nach dem Pass verlässt die Person den Deckungsschatten) (!Die Person trägt ein bestimmtes Leibchen) (!Das Team gewinnt das Spiel) (!Die Trainingsleitung zählt alle Tore)
Wann sollte eine längere Rückmeldung möglichst erfolgen? (In einer geeigneten Spielpause) (!Mitten im gefährlichen Zweikampf) (!Während einer schnellen Abschlussaktion) (!Nur am Ende der ganzen Saison)
Wie geht man mit nicht beurteilbaren Situationen um? (Man erfasst sie getrennt von gelungenen und nicht gelungenen Aktionen) (!Man zählt sie immer als Fehler) (!Man zählt sie immer als Erfolg) (!Man löscht die ganze Beobachtung kommentarlos)
Welche Regel hilft beim Coaching für zehn bis dreizehn Jahre? (Nur ein klares Beobachtungskriterium pro Runde vereinbaren) (!Möglichst viele Fehler gleichzeitig ansprechen) (!Für alle zwingend dasselbe hohe Spieltempo verlangen) (!Alle Übungen nur mit Kopfbällen gestalten)
Was ist beim Vergleich zweier Spielformen besonders sinnvoll? (Nur eine Regel verändern und die Messbedingungen dokumentieren) (!Feld Spielerzahl Zeit und Regeln gleichzeitig verändern) (!Nur die Tore zählen und alles andere ignorieren) (!Eine höhere Quote immer als sicheren Wirkungsbeweis deuten)
Wer trägt die Verantwortung für Sicherheit und Aufsicht? (Die fachlich verantwortliche Trainingsleitung) (!Ein beliebiger Peer ohne Anleitung) (!Nur die Person mit den meisten Toren) (!Niemand wenn das Spiel klein ist)
Was lässt sich aus einem historischen Standbild von einer Profispielerin allein schließen? (Nur begrenzte sichtbare Merkmale dieser einen Situation) (!Alle vorherigen Blickbewegungen) (!Die gesamte Saisonleistung) (!Eine persönliche Empfehlung für diesen Kurs)
Wie ist mit Beschwerden während des Trainings umzugehen? (Belastung sofort stoppen und verantwortliche Aufsicht informieren) (!Trotz Schwindel weiterspielen) (!Peers sollen eigenständig Verletzungen behandeln) (!Erst nach einer zusätzlichen Maximalbelastung reagieren)
Memory: Begriff und Bedeutung verbinden
| Beobachtung | Wahrnehmbare Handlung ohne Persönlichkeitsurteil erfassen |
| Kriterium | Vorher festgelegtes sichtbares Merkmal |
| Selbstreflexion | Eigene Handlung und eigene Wahrnehmung beschreiben |
| Feedforward | Konkreten nächsten Versuch vereinbaren |
| Rollenwechsel | Spielende und beobachtende Person tauschen Aufgaben |
| Transfer | Gelerntes auf eine neue Spielsituation übertragen |
Drag and Drop: Coaching-Schritte zuordnen
| Coaching-Schritt | Passende Handlung |
|---|---|
| Ziel klären | Ein einziges beobachtbares Merkmal auswählen |
| Beobachten | Passende Gelegenheiten ohne vorschnelles Urteil notieren |
| Beschreiben | Eine konkrete gesehene Situation nennen |
| Nachfragen | Die eigene Wahrnehmung der spielenden Person erfragen |
| Überprüfen | Im nächsten Durchgang dasselbe Merkmal erneut beobachten |
Kreuzworträtsel: Zentrale Fachwörter
| Beobachtung | Wie heißt das sachliche Erfassen einer sichtbaren Handlung? |
| Kriterium | Wie nennt man das vorab vereinbarte Merkmal? |
| Rückmeldung | Welches deutsche Wort bedeutet Feedback? |
| Freilaufen | Wie heißt das Lösen aus dem Deckungsschatten? |
| Wiederholung | Wie nennt man das mehrfache Üben einer Spielhandlung? |
| Transfer | Wie heißt das Anwenden des Gelernten in einer neuen Situation? |
LearningApps: Weitere Übungen finden
Die folgende Einbindung ist eine Suche nach thematisch passenden LearningApps, keine Behauptung, dass bereits eine geprüfte App zu genau diesem Kurs besteht. Prüfe gefundene Aufgaben vor der Verwendung auf Qualität, Sprache und Datenschutz.
Lückentext: Das Gelernte erklären
Offene Aufgaben
Die zwölf Aufgaben steigen vom Beobachten über das Gestalten bis zum begründeten Prüfen eigener Spielformen an. Führe Feldaktivitäten nur fachlich begleitet, mit gesicherten Toren, sicheren Flächen, Pausen und ohne riskante Kontakte durch. Persönliche Daten oder Aufnahmen sind nicht erforderlich; Lösungen sind exemplarische, begründbare Vorschläge.
Leicht
- Beobachtungssatz formulieren: Schreibe zu einem erfundenen Pass zwei sachliche Sätze ohne Persönlichkeitsurteil. Musterlösung: „Vor dem Pass sah die Person nach rechts. Der Pass erreichte die freie Mitspielerin.“
- Rückmeldung überarbeiten: Verwandle „Du kannst gar nicht passen“ in ein konstruktives Peer-Feedback. Musterlösung: „Der Ball kam bei zwei Versuchen zu kurz; probiere einen etwas kräftigeren Bodenpass und beobachte die Wirkung.“
- Drei Rollen erkennen: Zeichne eine kleine Rollenkarte für Spielende, Beobachtende und Trainingsleitung. Musterlösung: Spielende probieren aus; Beobachtende nennen ein Kriterium; Leitung schützt, erklärt und entscheidet bei Risiken.
- Satzstarter sammeln: Erfinde drei kurze Fragen für das Rückmeldegespräch. Musterlösung: „Was fiel dir auf?“, „Wann war die Passlinie frei?“, „Was möchtest du als Nächstes testen?“
Standard
- Passspiel beobachten: Protokolliere unter Anleitung fünf beurteilbare Ballannahmen ohne Namen und mit nur einem Kriterium. Musterlösung: Tabelle mit Ja, Nein und Nicht beurteilbar sowie einem Satz zur begrenzten Aussagekraft.
- Kleines Trainingslabor planen: Plane ein sicheres 3-gegen-3 mit Beobachtungskarte und einem Rollenwechsel. Musterlösung: Gesicherte Minitore, kurze Spielphase, Freilaufen als Kriterium, Feedback in der Pause und erneute Runde.
- Unfaire Rückmeldung erkennen: Begründe, warum „Du bist immer langsam“ ungeeignet ist, und formuliere eine Alternative. Musterlösung: Die Aussage verallgemeinert und wertet ab; besser „In dieser Situation war die freie Passlinie erst spät sichtbar.“
- Vorher und nachher unterscheiden: Erläutere anhand von 3/6 und 4/6 geeigneten Situationen, was sich sagen lässt. Musterlösung: Eine beobachtete Zunahme um eine Aktion, aber kein Kausalnachweis und keine langfristige Leistungsdiagnose.
Schwer
- Zwei Spielformen vergleichen: Entwirf einen fairen A-B-Vergleich mit einer veränderten Regel und möglichen Störfaktoren. Musterlösung: Gleiche Dauer und Gruppen, nur Neustartregel geändert, gleiche Kriterien; Gegnerdruck und Tagesform als mögliche Störfaktoren.
- Videobeobachtung ohne Datenschutzrisiko: Entwickle ein Drehbuch für eine nachgestellte Szene mit freiwilligen erwachsenen Mitwirkenden oder eine reine Taktikskizze. Musterlösung: Skizze mit Passfolge und anonymen Rollen, ohne Veröffentlichung von Kinderaufnahmen; Quellen und Zustimmungen vor jeder Nutzung prüfen.
- Differenzierung begründen: Passe dieselbe Coachingaufgabe für einen Neuling, eine erfahrene Person und eine Person mit Kommunikationsbarriere an. Musterlösung: Größeres Feld und Bildkarte, engerer Entscheidungskontext und schriftliche beziehungsweise visuelle Rückmeldung bei identischem respektvollem Ziel.
- Sechzigminütige Lerneinheit entwickeln: Plane Einführung, zwei sichere Kleinfeldrunden, Peer-Gespräch, Trinkpausen, Rollenwechsel, erneute Beobachtung und Transfer. Musterlösung: 8 Minuten Einstieg, 10 Minuten Technikspiel, 15 Minuten Spielform A, 5 Minuten Pause und Feedback, 15 Minuten Spielform B, 7 Minuten Reflexion; individuelle Pausen zusätzlich nach Bedarf.


Lernkontrolle
- Qualität begründen: Vergleiche zwei Rückmeldungen zu derselben Ballannahme und erkläre an drei Kriterien, warum die sachliche Rückmeldung eher zum Lernen beiträgt.
- Taktik und Technik trennen: Erkläre an einem misslungenen Pass, warum eine richtige Entscheidung und eine ungenaue Ausführung zugleich auftreten können.
- Modellfall auswerten: Berechne für den U12-Fall beide beobachteten Quoten, benenne die Differenz und erläutere mindestens zwei Grenzen des Vergleichs.
- Altersgerechten Transfer planen: Gestalte Labor B für ein angeleitetes Spiel mit 6–9-Jährigen und für erfahrene 15-Jährige unterschiedlich und begründe jede Anpassung.
- Datensparsame Beobachtung entscheiden: Beurteile, ob für eine Coachingrunde ein öffentliches Spielvideo benötigt wird, und nenne eine gleichwertige anonyme Alternative.
- Konflikt lösen: Entwirf eine Reaktion der Trainingsleitung, wenn ein Peer-Coach persönliche Kritik äußert, und formuliere eine respektvolle neue Coachingfrage.
Lösungskern für die Lernkontrollen: Gute Rückmeldung ist konkret, zielbezogen und respektvoll; Taktikentscheidung und Passqualität sind getrennt beschreibbar; der Modellfall zeigt 4/12 und 8/12, also etwa 33 und 67 Prozent mit eingeschränkter Aussagekraft; Jüngere benötigen kurze spielerische Hinweise, Erfahrene spielnähere Entscheidungen; Strichliste ersetzt oft Video; bei abwertender Kritik wird die Situation gestoppt und eine sichere Gesprächsregel neu vereinbart. Die Begründung zählt mehr als das bloße Nennen von Fachwörtern.
Lernnachweis
Am Ende stellst du ein kleines Peer-Coaching-Portfolio zusammen: eine Ziel- und Kriterienkarte; ein selbst erstelltes Taktikbild oder eine Textskizze; eine anonymisierte Beobachtungstabelle mit mindestens zwei Runden; je einen Satz zu gelungener Handlung, Coachingfrage und nächstem Schritt; eine Sicherheits- und Differenzierungsprüfung; eine begründete Auswertung mit mindestens einem Unsicherheitsfaktor; einen Transfer auf eine neue Spielform. Das Portfolio kann vollständig ohne Fotos und Videos erstellt werden.
Selbstcheck: Ich kann Beobachtung von Bewertung unterscheiden; ich kann zuerst zuhören und dann genau eine hilfreiche Frage stellen; ich kann beurteilbare Gelegenheiten korrekt zählen; ich kann mich an einem Rollenwechsel beteiligen; ich kann eine Trainingseinheit sicher anpassen; ich kann aus einer kleinen Stichprobe keine sicheren Kausalbehauptungen ableiten. Die Trainingsleitung überprüft nicht nur die Zahlen, sondern auch Verständlichkeit, Fairness, Teilhabe und sicheren Aufbau. Grundlegendes Lernen auf MOOCwiki bleibt kostenlos.
OER und Wikipedia
Fachliche Quellen und weiterführende offene Materialien: DFB: Trainingsphilosophie Deutschland (fachliche Orientierung; keine pauschale OER-Lizenz); DFB: Ausbildungsprinzipien; DFB: Sicherheit und Kopfballspiel; DFB: Spielformen im Kinderfußball; Wikipedia: Feedback im Lehren und Lernen (CC BY-SA entsprechend Versions- und Lizenzhinweisen).
Verifizierte eingebettete Commons-Dateien:
- Football training exercises.jpg – Mepereshka, 27.02.2019, CC BY-SA 4.0; Alt: Training in Lusaka, ohne belegten Coachingdialog.
- Tikitaka.gif – Rijesh, 19.11.2020, CC BY-SA 4.0; Alt: wechselnde Dreiecke und Passlinien.
- Alexia Putellas 20181311.jpg – EL Loko Foto, November 2018, CC BY 4.0; Alt: Spielerin in einer historischen Länderspielszene.
- Übung - Fußballfeld.png – Scoute-dich, 15.03.2013, CC BY-SA 3.0; Alt: U13-Neun-gegen-neun-Schema aus 2013.
Verifizierte Videoeinbettungen: Bayerischer Fußball-Verband, 22.02.2024 und Sportclub Verl, 14.04.2025. Einbettung erfolgt im YouTube-Player; die Videos werden hier nicht als frei nachnutzbare OER-Downloads ausgegeben. Eigene Taktikbild- und Prozessdiagramm-Tabellen entstanden für diesen Kurs am 03.11.2026 und benötigen keine fremden Bilddateien. Verwende Commons-Material bei Weiterbearbeitung unter der jeweils angegebenen Lizenz mit angemessener Namensnennung und Lizenzlink. YouTube-/VIDIS-/Schul-Datenschutzentscheidungen und vorhandene Schutzmechanismen sind zu respektieren; bei deaktivierter externer Wiedergabe bleiben alle Aufgaben in Textform bearbeitbar.
Wikipedia-Artikel zum didaktischen Konzept des Peer-Feedbacks:
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