Literatur verstehen - Das verlorne Lachen - Gottfried Keller
Einleitung
Literatur verstehen: Das verlorne Lachen ist ein vollständiger aiMOOC für die Klassen 9–10; Vertiefungen eignen sich auch für die Klassen 11–13. Du liest eine Novelle von Gottfried Keller, prüfst Textbelege und untersuchst Liebe, Geld, Glauben, Macht und Verantwortung. Die Erklärungen sind bewusst kurz und leicht verständlich. Die Lektüre selbst ist anspruchsvoller.

Gottfried Keller, porträtiert von Karl Stauffer-Bern. Historisches Porträt, nicht eine Abbildung der erfundenen Figuren.
Kurzbeschreibung: Jukundus Meyenthal und Justine Glor lernen sich bei einem Sängerfest kennen. Sie verlieben sich und heiraten. Später geraten sie wegen ihrer Arbeit, unterschiedlicher Erwartungen und eines religiösen Streits aneinander. Ihr gemeinsames Lachen verschwindet. Auf Umwegen finden sie einander wieder. Die Novelle erzählt zugleich von der Schweizer Gesellschaft des 19. Jahrhunderts.
Leitfrage: Was braucht eine Beziehung, wenn die Menschen um sie herum Reichtum, Ansehen und Gehorsam erwarten?
Originalausgabe und vollständige Lektüre
MOOCwiki-Buchseite: Buch – Das verlorne Lachen – Keller, Gottfried. Dieser Kurs verlinkt die bestehende Buchseite; er legt keine zweite Buchseite an.
Volltext zum Lesen: Das verlorene Lachen – korrekturgelesener Volltext, Wikisource. Die geprüfte Textgrundlage dort stammt aus der zweiten vermehrten Ausgabe von Die Leute von Seldwyla, Band 4, Stuttgart: Göschen, 1874, S. 103–258. Digitalisat des Bandes 3–4 von 1874 auf Wikimedia Commons. Das ist ein ganzer Band, nicht eine neue MOOCwiki-Buchseite.
Wichtig zur Ausgabe: In historischen Druckfassungen steht Das verlorene Lachen; die Kurzform Das verlorne Lachen ist ebenfalls überliefert. Unser Kurstitel bleibt unverändert. Der deutschsprachige Originaltext braucht keine deutsche Übersetzung. Er verwendet historische Schreibungen wie „anmuthige“ und „gieng“; verbessere sie nicht heimlich, wenn du zitierst. Jüngere Lernende können schwierige Wörter in eigenen Worten erklären, müssen aber Originaltext und eigene Erklärung klar trennen.
Leseplan zum vollständigen Werk:
- Erstes Kapitel, S. 105–135: Lese vom Sängerfest bis zur Hochzeit. Markiere die erste Begegnung von Jukundus und Justine. Frage: Welche Rolle spielt das Lachen?
- Zweites Kapitel, S. 136–186: Lese die Ehe- und Berufskrisen. Untersuche den alten Baum, die Seidenwirtschaft und den Streit über Religion. Frage: Warum verstummen die beiden?
- Drittes Kapitel, S. 187–224: Lese die Trennungszeit, die Geschäfte und die politischen Kämpfe. Frage: Wem glaubt Jukundus und mit welchen Folgen?
- Viertes Kapitel, S. 225–258: Lese Justines Besuch bei Ursula und Agathchen sowie das Wiedersehen. Frage: Wie wird die Versöhnung vorbereitet?
Hilfen zur Textarbeit: Schreibe zu jedem Kapitel drei Stichworte, einen schwierigen Begriff und eine eigene Frage auf. Notiere Kapitel und Seitenzahl deiner Ausgabe. Wenn die Seitenzahlen anders sind, nenne stattdessen Kapitel und einen eindeutig auffindbaren Satzanfang.
Werk und Handlung
Begegnung: Freude und soziale Unterschiede
Jukundus ist ein beliebter Sänger und Offizier aus Seldwyla. Beim Sängerfest trifft er Justine Glor. Sie stammt aus einer wohlhabenden Familie, deren Reichtum aus der Seidenherstellung kommt. Beide wirken einander nah, aber die Familien und ihre Erwartungen sind verschieden.
Textstelle: Lies im ersten Kapitel die Stelle, an der der Fahnenträger durch sein Lachen auffällt (Ausgabe 1874, S. 107–112). Der Erzähler spricht von „ein eigenthümlich angenehmes Lachen“. Leseauftrag: Unterstreiche zwei Wörter, die Jukundus freundlich erscheinen lassen. Erkläre, wie das Lachen die erste Begegnung der beiden vorbereitet.

Porträt des jungen Gottfried Keller, Ludmilla Assing, 1854. Das Bild zeigt den Autor, nicht Jukundus.
Ehe: Arbeit, Wald und Gewissen
Nach der Hochzeit handelt Jukundus mit Holz. Die Abholzung schadet den Wäldern. Er will die Natur schützen, hat aber im Geschäftsleben wenig Erfolg. Justine wünscht sich wirtschaftliche Sicherheit. Bei den Glors bestimmt das Geschäft viel vom Familienleben.
Textstelle: Lies im zweiten Kapitel die Rettung der alten Eiche und die Folgen (Ausgabe 1874, S. 140–144). Leseauftrag: Erkläre in zwei Sätzen, warum Jukundus den Baum retten will. Belege mit einem Satz aus dem Original. Frage dann: Ist ein guter Mensch automatisch ein guter Unternehmer?

Eichen, Landschaftsgemälde von Gottfried Keller (1843). Es illustriert das Naturmotiv, nicht eine konkrete Szene der Novelle.

Historische Ansicht einer Zürcher Seidenweberei: Anschauungsmaterial zum wirtschaftlichen Hintergrund der Familie Glor.
Streit: Religion und Macht
Justine beteiligt sich an den Vorhaben eines Pfarrers. Jukundus kritisiert die religiösen Ansichten und das öffentliche Auftreten des Geistlichen. Ihr Streit wird persönlich. Der Erzähler schildert, wie das gemeinsame Lachen verschwindet.
Textstelle: Lies das Ende des zweiten Kapitels (Ausgabe 1874, S. 182–186). Die entscheidende Wendung beginnt mit „Von diesem Augenblicke an“. Leseauftrag: Finde die Wörter, mit denen Keller Gesichter, Schweigen und Kälte beschreibt. Unterscheide die beobachtete Handlung von deiner Vermutung über die Gefühle.
Trennung: Öffentlichkeit und Gerüchte
Jukundus geht in die Hauptstadt. Er findet eine Arbeit, die besser zu seiner Zuverlässigkeit passt. Zugleich gerät er in einen politischen Streit und schenkt Gerüchten zu viel Glauben. Justines reiche Familie erlebt eine Wirtschaftskrise. Sie sucht nach einem selbstständigen Weg.
Leseauftrag: Lies im dritten Kapitel die Darstellung der politischen Auseinandersetzungen (ab S. 189). Sammle zwei Beispiele für Vermutungen oder Anschuldigungen. Markiere, ob der Text sie belegt oder ob eine Figur ihnen nur glaubt. Vergleiche das mit heutigen Gerüchten in sozialen Medien.
Wiedersehen: Lachen als Zeichen der Versöhnung
Im vierten Kapitel begegnen sich Jukundus und Justine wieder. Eine erneute Begegnung allein löst die Krise noch nicht. Erst als beide aufeinander zugehen, kehrt ihre Freude zurück. Sie setzen sich mit früheren Verletzungen auseinander. Ob das Ende alle Widersprüche wirklich löst, ist eine Frage für die Interpretation.
Textstelle: Lies das Ende des vierten Kapitels (Ausgabe 1874, S. 251–258). Der Text sagt, es „kehrte das verloren gewesene Lachen in ihre Gesichter zurück“. Leseauftrag: Vergleiche diese Szene mit dem Sängerfest am Anfang: Welche Motive kehren wieder und was hat sich verändert?
Figuren, Sprache und Aufbau
Figuren: Wer will was?
Jukundus Meyenthal ist freundlich, ehrlich und naturverbunden. Seine Vertrauensbereitschaft hat aber Nachteile: Er erkennt Täuschungen nicht immer. Justine Glor ist selbstbewusst und geschäftlich erfahren. Sie kann zugleich stark vom Urteil ihrer Familie und ihrem religiösen Umfeld beeinflusst werden. Familie Glor steht für wirtschaftlichen Aufstieg, aber auch für Statusdruck. Der Pfarrer zeigt, wie religiöse Autorität gesellschaftliche Wirkung gewinnt. Ursula und Agathchen bieten einen Gegenblick auf Reichtum, Glauben und Not.
Arbeitsweise: Eine Figurenbeschreibung braucht Handlung und Textbeleg. Trenne deshalb: Was tut die Figur? – Wie deutest du dieses Verhalten? – Welche Formulierung im Original stützt deine Deutung?
Das Lachen als Leitmotiv
Ein Leitmotiv ist ein Wort, Bild oder Gedanke, der wiederkehrt und Bedeutung gewinnt. Hier zeigt das Lachen erst die Nähe, dann die Krise und am Ende eine neue Verbindung. Das Lachen ist mehr als gute Laune: Es erzählt von Vertrauen und Beziehung.
Stil und Erzählen: Der Erzähler berichtet in der dritten Person, kommentiert gesellschaftliche Zustände und verwendet manchmal Ironie. Ironie bedeutet hier: Zwischen einer dargestellten Behauptung und der möglichen Kritik des Erzählers besteht Abstand. Beobachte, wann er Jukundus bewundert und wann er ihn kritisch zeigt. Der Handlungsaufbau folgt vier Kapiteln: Begegnung, Ehekrise, Trennung, Wiederannäherung.
Historische Rechtschreibung und Originalsprache
Keller schrieb auf Deutsch. Der Originaltext ist keine Übersetzung. Beim Vergleich mit einer heutigen Nacherzählung dürfen Wörter zur Erklärung modernisiert werden; die Nacherzählung ist aber kein wörtliches Zitat. Originaltext ist die historische sprachliche Fassung. Interpretation ist deine begründete Aussage über ihre Bedeutung.
Beispiel zum Üben: Suche im zweiten Kapitel eine heute ungewohnte Schreibung. Schreibe sie links unverändert ab; formuliere rechts eine einfache Erklärung in eigenen Worten. Notiere, welcher Teil ein Zitat und welcher deine Erklärung ist. Falls du eine englische Übertragung findest, kontrolliere zuerst Übersetzer, Erscheinungsjahr und Textbasis; erfinde keine angeblich gleichlautenden Übersetzungssätze.
Realismus und Literatur des 19. Jahrhunderts
Literarischer Realismus interessiert sich für Menschen in ihrer Gesellschaft: Arbeit, Geld, soziale Herkunft, Moral und Konflikte. Im poetischen Realismus werden solche Erfahrungen künstlerisch erzählt, nicht wie ein neutraler Tatsachenbericht abgeschrieben. Kellers erfundenes Seldwyla erlaubt eine kritische Sicht auf wirkliche Schweizer Verhältnisse seiner Zeit.
Die Schweiz erlebte Industrialisierung, wirtschaftliche Unsicherheit sowie politische und religiöse Auseinandersetzungen. Die Seidenindustrie, der Holzhandel und politische Gerüchte sind deshalb nicht bloß Kulisse. Natur und wirtschaftliche Interessen geraten im Streit um die Eiche aneinander.
Weltweite Lesewege des 19. Jahrhunderts: Charles Dickens in Großbritannien schildert soziale Not und Stadtleben. Gustave Flaubert in Frankreich erforscht Erwartungen und bürgerliche Rollen. Lew Tolstoi in Russland verbindet private Konflikte mit großer Gesellschaft. Mark Twain in den USA nutzt oft Satire und regionale Sprache. Jules Verne in Frankreich steht mit Abenteuer- und Reisegeschichten für eine andere literarische Tradition. Das sind Vergleichsperspektiven, keine Behauptung, dass Keller einen Abenteuerroman geschrieben hat. Vergleiche nationale Entwicklungen selbst: Wie prägen Industrialisierung, Schule, Presse, Religion oder Kolonialgeschichte jeweils die Texte? Verwechsle historische Bedingungen nicht mit einer festen Rangliste der Literaturen.

Historische Fotografie eines Transports auf dem Zürichsee: Quelle zur Verkehrs- und Wirtschaftsregion, nicht ein Nachweis für einen bestimmten Ort in der erfundenen Handlung.
Methoden: Vom Textbeleg zur Deutung
In drei Schritten: Erstens beschreibst du genau, was im Text steht. Zweitens zitierst du einen kurzen Beleg mit Kapitel und Seite. Drittens deutest du, was diese Stelle über Figuren, Sprache oder Gesellschaft zeigen könnte. Eine gute Deutung bleibt offen für Gegenargumente.
Gestufte Hilfen:
- Hilfe A – leicht: Wer handelt? Was passiert? Wo steht es? Schreibe je einen kurzen Satz.
- Hilfe B – mittel: Warum handelt die Figur so? Achte auf ein Schlüsselwort und erkläre seine Wirkung.
- Hilfe C – schwer: Welche zweite Lesart ist möglich? Vergleiche zwei Stellen und begründe, welche Deutung überzeugender ist.
Medien zur Methode (Wikimedia Commons): Datei:Formulieren einer Deutungshypothese für literarische Texte - kolleg24 Deutsch.webm ARD kolleg24 erklärt die Deutungshypothese am anderen Keller-Text „Kleider machen Leute“. Übertrage die Methode auf „Das verlorne Lachen“.
Datei:Formulieren eines literarischen Arguments - kolleg24 Deutsch.webm ARD kolleg24 erläutert, wie du eine Aussage mit Textbelegen begründest. Auch dieses Video benutzt „Kleider machen Leute“ als Beispiel.
Hören: – kurze Ausspracheaufnahme des Autorennamens auf Wikimedia Commons. Sie ist keine Hörbuchaufnahme der Novelle.
Video zum Autor und zum Realismus:
„Gottfried Keller – Deutschsprachige Autoren“, MOOCit The Monkey Dance (2026). Das Video erläutert Kellers Werk allgemein; es ersetzt nicht die Lektüre dieser Novelle.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Prüfe dein Wissen
Zu welcher Erzählform gehört „Das verlorne Lachen“? (Novelle) (!Drama) (!Tagebuch des Autors) (!Reiseführer)
Wo begegnen sich Jukundus und Justine am Anfang? (Bei einem Sängerfest) (!Bei einer Gerichtsverhandlung) (!In einer Schule) (!Auf einer Weltreise)
Welche wirtschaftliche Tätigkeit prägt die Familie Glor? (Seidenherstellung) (!Fischfang auf hoher See) (!Bergbau in Amerika) (!Buchdruck in Japan)
Was löst bei Jukundus Zweifel an seinem Holzhandel aus? (Die Zerstörung der Wälder) (!Ein Musikverbot) (!Ein verlorener Ring) (!Ein Schiffsunglück)
Welcher Konflikt verschärft den Streit zwischen den Eheleuten? (Ein Streit über Glauben und den Pfarrer) (!Ein Streit über die Farbe einer Fahne) (!Ein Streit über die Länge einer Reise) (!Ein Streit über die Wahl eines Liedes)
Was bedeutet das Verschwinden des gemeinsamen Lachens? (Die Beziehung ist tief verletzt) (!Beide haben Singen verlernt) (!Die Stadt wird aufgegeben) (!Die Figuren wechseln die Sprache)
Welche Schwäche erschwert Jukundus den Umgang mit anderen? (Seine Leichtgläubigkeit) (!Seine perfekte Menschenkenntnis) (!Seine übertriebene Pünktlichkeit) (!Seine Ablehnung jeder Freundschaft)
Was ist ein Leitmotiv in der Literatur? (Ein wiederkehrendes bedeutungsvolles Bild) (!Eine zufällige Seitenzahl) (!Der Name des Verlags) (!Eine Liste der Druckfehler)
Welche Aussage passt zum literarischen Realismus? (Soziale Verhältnisse werden künstlerisch dargestellt) (!Jede Erzählung spielt in einer Fantasiewelt) (!Geschichte darf nur aus Gedichten bestehen) (!Alle Figuren müssen historisch belegt sein)
Was ist ein zuverlässiger Textbeleg? (Eine überprüfbare Stelle aus der angegebenen Ausgabe) (!Eine erfundene Aussage einer Figur) (!Eine Vermutung ohne Textstelle) (!Ein Zitat mit unbemerkten Änderungen)
Memory-Spiel
Ordne jeweils einen Begriff seiner Erklärung zu.
| Jukundus | Ehemann, Sänger und zeitweilig Holzhändler |
| Justine | Ehefrau aus einer reichen Seidenfamilie |
| Seldwyla | Erfundenes Schweizer Städtchen |
| Leitmotiv | Wiederkehrendes Bild mit Bedeutung |
| Ironie | Abstand zwischen Aussage und gemeintem Urteil |
| Eiche | Baum als Prüfstein für Verantwortung |
Drag-and-Drop
Ordne je einen Begriff der passenden Deutung zu.
| Ordne den Begriff zu | Passender Aspekt |
|---|---|
| Sängerfest | Beginn von Liebe und gemeinsamer Freude |
| Holzhandel | Konflikt zwischen Verdienst und Natur |
| Pfarrer | Öffentliche religiöse Autorität |
| Trennung | Verlust von Vertrauen und Nähe |
| Wiedersehen | Möglichkeit einer neuen Verständigung |
Kreuzworträtsel
Trage zu jedem Hinweis genau ein Wort ein.
| Keller | Nachname des Autors |
| Justine | Vorname der Ehefrau |
| Jukundus | Vorname des Ehemannes |
| Lachen | Zentrales wiederkehrendes Motiv |
| Novelle | Bezeichnung der Erzählform |
| Realismus | Literaturepoche mit Blick auf das Gesellschaftsleben |
LearningApps
Suche nach ergänzenden Übungen zum Thema; Suchergebnisse sind externe Beiträge und müssen fachlich geprüft werden.
Lückentext
Offene Aufgaben
Du kannst Texte schreiben, Audio oder Bilder untersuchen und ein eigenes Lernprodukt planen. Nutze ausschließlich Medien, deren Nutzung erlaubt ist; du musst für diese Aufgaben keine neuen Medien erzeugen.
Leicht
- Handlung ordnen: Schreibe zu jedem der vier Kapitel einen Satz. Hilfe: Wer, wo, was?
- Autor kennenlernen: Erstelle einen Steckbrief mit Lebensdaten, Werk und zwei geprüften Quellen. Hilfe: Nutze die verlinkten Autorenseiten.
- Figuren verbinden: Zeichne die Beziehungen von Jukundus, Justine, Familie Glor und Pfarrer. Hilfe: Beschrifte jede Linie mit einem passenden Wort.
- Zitat finden: Suche im ersten und letzten Kapitel je eine Stelle zum Lachen; schreibe sie exakt mit Seitenzahl ab. Hilfe: Verändere die historische Rechtschreibung nicht.
Standard
- Figuren vergleichen: Beschreibe Jukundus und Justine anhand je zweier eigener Textbelege. Hilfe: Trenne Eigenschaft, Beispiel und Deutung.
- Realismus überprüfen: Erkläre an der Holz- und Seidenwirtschaft, welche gesellschaftlichen Probleme Keller darstellt. Hilfe: Wähle konkrete Szenen.
- Erzählstimme untersuchen: Suche eine ironisch wirkende Passage und begründe ihren Ton. Hilfe: Welche Formulierung lässt Abstand erkennen?
- Andere Novelle vergleichen: Vergleiche eine Szene mit „Kleider machen Leute“ oder einer anderen Novelle des 19. Jahrhunderts. Hilfe: Nutze die Leitfragen Geld, Ansehen und Selbstdarstellung.
Schwer
- Gerüchte und Politik: Untersuche Jukundus' Beteiligung an politischen Anschuldigungen im dritten Kapitel. Formuliere eine These und prüfe eine Gegenlesart.
- Natur und Wirtschaft: Interpretiere die alte Eiche und die Baumschule als mögliche Gegenbilder. Stütze dich auf Stellen aus dem zweiten und vierten Kapitel.
- Weltliterarische Perspektive: Vergleiche Kellers Gesellschaftskritik mit Dickens, Flaubert, Tolstoi oder Twain. Unterscheide Werk, Nation und historisches Umfeld; prüfe die Originalsprachen.
- Ist das Ende überzeugend?: Erörtere, ob die Versöhnung alte Machtverhältnisse verändert. Nutze zwei unterschiedliche Textstellen und eine Gegenposition.


Lernkontrolle
- Ein Wendepunkt: Erkläre mit einem genauen Beleg, warum eine bestimmte Szene den Konflikt verändert.
- Zwei Perspektiven: Beurteile Justines und Jukundus' Gründe für ihren Streit, ohne eine Figur pauschal zu verurteilen.
- Gesellschaft und Erzählung: Zeige, wie Geld und Religionsstreit private Entscheidungen beeinflussen.
- Fassung und Deutung: Vergleiche eine Originalpassage mit einer eigenen modernen Erklärung und markiere, was Zitat und was Interpretation ist.
- Gegenwart und Verantwortung: Verbinde den Streit um die Eiche mit einer heutigen Umweltfrage und benenne eine Grenze des Vergleichs.
- Begründetes Urteil: Entscheide, ob das wiederkehrende Lachen eine gelungene Struktur des Textes bildet; begründe mit Anfang und Ende.
Lernnachweis
Nach dem Kurs kannst du Wissen nachweisen: Autor, Veröffentlichungszeit, vier Kapitel, wichtige Figuren und Realismus. Du kannst Methoden zeigen: originale Textstellen auffinden, wortgetreu zitieren, Deutungen begründen und Quellen vergleichen. Du kannst Produkte erstellen: Lesetagebuch, Figurenkarte, Analyse eines Leitmotivs oder schriftliche Erörterung. Du kannst übertragen: den Zusammenhang zwischen wirtschaftlichen Interessen, Natur, Religion, Gerüchten und privater Freiheit auf andere Texte oder heutige Fragen prüfen.
Selbstkontrolle: Enthält dein Lernprodukt eine klare These, mindestens zwei überprüfbare Textbelege, eine Erklärung der Belege und eine begründete Schlussfolgerung? Unterscheide immer zwischen dem Originaltext, einer vereinfachten Inhaltsangabe und deiner eigenen Wertung.
OER und Wikipedia
Originaltext und Nachschlagewerke:
- Wikisource: vollständiger, korrekturgelesener Text von 1874.
- Wikimedia Commons: historisches Buchdigitalisat, Band 3–4, 1874.
- Wikipedia: Das verlorene Lachen – Überblick und weiterführende Literatur; nicht an die Stelle der Primärquelle setzen.
- Wikipedia: Gottfried Keller – Autor und Zeit.
- Wikipedia: Die Leute von Seldwyla – Werkzyklus.
- Wissenschaftlicher Aufsatz zum Werk, Universität Bamberg – anspruchsvolle Zusatzlektüre für die Oberstufe.
- MOOCwiki-Buchseite der angegebenen Ausgabe – bestehende Lektüreseite, keine Dublette.
Mediennachweise: Quelle, Urheber, Lizenz
Die folgenden verlinkten Dateien wurden anhand ihrer Commons-Dateiseiten geprüft. Wenn ein Medium aus einem anderen Werk stammt, ist es als Kontext- oder Methodendarstellung gekennzeichnet. Gemeinfreie Vorlagen sind als Public Domain markiert; urheberrechtlich geschützte Videos tragen eigene Bedingungen. Lizenzhinweise beziehen sich auf die Mediendatei, nicht pauschal auf alle Inhalte einer Zielseite.
| Medium | Nachweis auf Wikimedia Commons | Urheber / Herkunft | Lizenz / Nutzung |
|---|---|---|---|
| File:Stauffer-Bern GottfriedKeller.jpg | Porträt | Karl Stauffer-Bern | Gemeinfrei, siehe Dateiseite |
| File:Gottfried Keller by Ludmilla Assing 1854.jpeg | Zeichnung | Ludmilla Assing | Gemeinfrei, siehe Dateiseite |
| File:Gottfried Keller Eichen 1843.jpg | Landschaftsgemälde | Gottfried Keller | Gemeinfrei, siehe Dateiseite |
| File:Seidenweberei Baumann älter 1874 Höngger.jpg | Seidenweberei | Fotograf unbekannt, Quelle Höngger.ch | Gemeinfrei laut Dateiseite |
| File:Zürichsee Trajekt.jpg | Historisches Foto | Historische Fotografie, ETH-Bibliothek | Gemeinfrei, siehe Dateiseite |
| File:De-Gottfried Keller.ogg | Ausspracheaufnahme | Jeuwre, 2026 | CC BY-SA 4.0, Namensnennung Jeuwre |
| File:Formulieren einer Deutungshypothese für literarische Texte - kolleg24 Deutsch.webm | Lernvideo | ARD kolleg24 | CC BY-SA 4.0, Namensnennung ARD kolleg24 |
| File:Formulieren eines literarischen Arguments - kolleg24 Deutsch.webm | Lernvideo | ARD kolleg24 | CC BY-SA 4.0, Namensnennung ARD kolleg24 |
| https://www.youtube.com/watch?v=KMnNFzRVuzA | Video zum Autor | MOOCit The Monkey Dance | YouTube-Nutzungsbedingungen; nur verlinkt/eingebettet, keine zusätzliche freie Lizenz behauptet |
Hinweis: Originalwerk von Gottfried Keller ist gemeinfrei. Die Lizenz einer Aufnahme oder eines neuen Lernvideos kann davon abweichen. Bei Wiederverwendung von CC-BY-SA-Medien Urheber, Datei und Lizenz nennen und Änderungen kenntlich machen. YouTube-Videos sind keine automatisch frei nachnutzbaren OER.
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