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Literatur verstehen - Das alte Siegel - Adalbert Stifter

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Literatur verstehen - Das alte Siegel - Adalbert Stifter

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Einleitung

Das alte Siegel ist eine Erzählung von Adalbert Stifter (1805–1868). Sie erschien zuerst 1844. Im Mittelpunkt steht Hugo: Ein strenger Ehrbegriff bestimmt sein Leben. Als er Cöleste liebt und ihre Vergangenheit erfährt, wird aus einer scheinbar klaren Lebensregel ein schwerer Konflikt. Die Erzählung fragt: Kann eine Tugend unmenschlich werden, wenn man sie ohne Mitgefühl anwendet?

Deine Lektüre: Lies den vollständigen Text in der bereits vorhandenen MOOCwiki-Ausgabe Buch – Das alte Siegel – Stifter, Adalbert. Diese Seite wird hier nur verlinkt, nicht neu angelegt. Eine weitere überprüfbare Volltextfassung findest du bei TextGrid Repository – Das alte Siegel. Benutze für Belege immer die tatsächlich vorliegende Fassung; Abschnittsnamen sind oft verlässlicher als Seitenzahlen verschiedener Drucke.

Zielgruppe: Klassen 9–10 und 11–13. Du brauchst keine Vorkenntnisse. Du lernst, Handlung und Figuren zu erklären, Textstellen zu untersuchen, Quelle und Interpretation auseinanderzuhalten sowie Biedermeier, Vormärz und Übergänge zum Realismus zu vergleichen.

Adalbert Stifter: historisches Porträt (Wikimedia Commons; Quelle und Rechte unten).


Ausgabe, Originalsprache und Textbelege

Stifter schrieb die Erzählung auf Deutsch. Die erste Veröffentlichung erfolgte 1844; die Erzählung wurde auch in den Studien überliefert. Texte aus verschiedenen Ausgaben können sich in Orthografie und Zeichensetzung unterscheiden. Bei der TextGrid-Fassung handelt es sich um eine digital bereitgestellte Textfassung auf Grundlage einer späteren Edition. Das Wort „Original“ meint hier die deutsche Sprache des Werks, nicht automatisch ein unverändert erhaltenes Manuskript.

Eine auffällige Ausnahme bildet die lateinische Inschrift auf dem Familiensiegel: „Servandus tantummodo honos“. Sinngemäß bedeutet dies: Nur die Ehre muss bewahrt werden. Der lateinische Satz ist ein Teil des deutschen Erzähltextes, keine andere Originalsprache des gesamten Werks. Vergleiche Original und Übersetzung: Was könnte „Ehre“ für Hugo bedeuten? Welche Folgen hat eine wörtlich verstandene Regel?

Quellenarbeit in drei Schritten:

  1. Textbeleg: Suche eine Stelle in deiner verlinkten Buchausgabe und notiere Abschnitt sowie einige genau abgeschriebene Wörter.
  2. Beobachtung: Beschreibe, was an Wortwahl, Handlung oder Erzähler auffällt, ohne schon zu urteilen.
  3. Interpretation: Erkläre deine Vermutung und begründe sie am Beleg. Eine Vermutung ist nicht automatisch eine Tatsache.

Merke: Zitate bleiben buchstabengetreu. Schreibweisen einer historischen Ausgabe nicht stillschweigend modernisieren. Wenn du in eigenen Worten erklärst, kennzeichne es als Paraphrase. Die Deutung muss am Text überprüfbar sein.


Lesen in vier Stationen


Erste Station: Die Berghalde

Hugo wächst mit einem bestimmten Bild von Pflicht und Ehre auf. Sein Vater und das alte Siegel stehen für eine überlieferte Regel. Gleichzeitig erscheint Natur als wichtiges Erlebnis. Der historische Schauplatz der Handlung reicht in die Zeit der Kriege gegen Napoleon zurück; das ist nicht dasselbe wie das Veröffentlichungsjahr 1844.

Leseauftrag: Lies den gesamten Abschnitt „Die Berghalde“. Markiere zwei Aussagen über Hugos Erziehung und eine genaue Naturbeschreibung. Frage: Beschreibt der Erzähler die Regel nur, oder wertet er sie bereits?

Gestufte Hilfe: Hilfe 1: Suche den Umgang mit dem väterlichen Erbe. Hilfe 2: Betrachte die lateinische Inschrift. Hilfe 3: Formuliere: „Hugo soll …; problematisch könnte daran sein, dass …“.

Landschaftsgemälde von Stifter. Betrachte die Details; es zeigt keine gesicherte Szene der Erzählung.


Zweite Station: Die Kirche von Sankt Peter

Eine Begegnung in der Kirche verändert Hugos Leben. Dionys führt ihn an eine zunächst geheimnisvoll bleibende Frau heran. Später erfahren wir ihren Namen: Cöleste. Welche Informationen erhält Hugo sofort? Was bleibt ihm verborgen?

Leseauftrag: Suche im Abschnitt „Die Kirche von Sankt Peter“ die erste Annäherung. Trenne sichtbares Verhalten von Vermutungen über Absichten. Beurteile, wie die Kirche als Ort von Andacht, Geheimnis und sozialer Ordnung wirkt.

Gestufte Hilfe: Hilfe 1: Unterstreiche die Personen und ihren Weg. Hilfe 2: Markiere Hinweise auf Verschweigen oder Unwissen. Hilfe 3: Erstelle zwei Spalten: „Hugo weiß“ und „Lesende können vermuten“.

Hörimpuls: heutige Glockenaufnahme aus Leverkusen, keine Originalaufnahme der historischen Handlung. Höre und erkläre, welche Atmosphäre Glocken in einer Kirchenszene schaffen können.


Dritte Station: Das Lindenhäuschen

Hugo und Cöleste treffen sich heimlich. Die Liebe wächst, doch Cölestes Lage ist nicht frei von Zwängen. Sie verschwindet plötzlich. Aus dem Geheimnis wird ein Konflikt zwischen Nähe, Wahrheit und gesellschaftlichen Regeln.

Leseauftrag: Lies „Das Lindenhäuschen“. Unterscheide, was der Text über die Treffen ausdrücklich sagt, von späteren Erklärungen. Untersuche die Rolle von Dionys und des Hauses. Warum erzeugt das Verschweigen Spannung?

Gestufte Hilfe: Hilfe 1: Suche die wechselnden Orte. Hilfe 2: Frage, wer welche Informationen besitzt. Hilfe 3: Erkläre die Wirkung einer erst später aufgedeckten Ursache.

Modernes Foto von Siegelwachs als Symbol für Bindung und Versprechen; kein im Werk beschriebenes historisches Siegel.


Vierte Station: Das Eichenschloß

Nach den Kriegsereignissen trifft Hugo Cöleste viele Jahre später wieder. Jetzt erfahren Lesende wichtige Hintergründe: Cöleste wurde sehr jung mit einem wesentlich älteren Mann verheiratet und war während der früheren Begegnungen noch gebunden. Hugo wusste das damals nicht. Ihr Ehemann ist inzwischen verstorben; sie hat eine Tochter. Hugo entscheidet sich dennoch gegen ein gemeinsames Leben. Die Tochter und das spätere Schicksal Hugos verleihen dieser Entscheidung zusätzliches Gewicht. Der Text deutet eine familiäre Verbindung an, die sorgfältig am Erzählwortlaut geprüft werden muss.

Textstelle zur Diskussion: Cöleste sagt zu Hugo: „Meine Sünde ist menschlicher als deine Tugend“. Das ist eine Figurenrede, keine einfache Aussage des Autors. Überlege, warum sie das Wort „menschlicher“ betont.

Leseauftrag: Lies den gesamten Schlussabschnitt „Das Eichenschloß“. Lege eine Liste mit den Informationen an, die Hugo erst jetzt erfährt. Untersuche sein Urteil, die Lebensfolgen seiner Entscheidung und die spätere Rolle des Siegels.

Gestufte Hilfe: Hilfe 1: Suche die Rückschau auf Cölestes Ehe. Hilfe 2: Vergleiche Hugos früheren und späteren Wissensstand. Hilfe 3: Schreibe ein Gegenargument gegen eine rein starre Auslegung von Ehre und belege es.


Figuren, Motive und Erzählweise

Hugo folgt einem übernommenen Ideal der Ehre. Er handelt aus Überzeugung, aber sein Ideal kann in Widerspruch zu Liebe und Verantwortung geraten. Cöleste hat eine schwierige Vorgeschichte, eigene Wünsche und Verantwortung für ein Kind. Sie ist mehr als ein Anlass für Hugos Entscheidung. Dionys lenkt Begegnungen und trägt zur Geheimhaltung bei. Hugos Vater wirkt durch Erziehung und Siegel über seinen Tod hinaus. Untersuche, ob die Figuren einander gerecht beurteilen.

Das Siegel ist zugleich Gegenstand, Familienzeichen und Symbol. Es erinnert an Herkunft, Verpflichtung und Festlegung. Sein späteres Schicksal kann als Zeichen einer geänderten Haltung gelesen werden. Kirche, Haus, Schloss und Landschaft sind nicht bloß Kulisse: Sie ordnen private Nähe, gesellschaftliche Erwartung und Erinnerungen.

Der Erzähler erzählt nicht alles sofort. Geheimnisse und spätere Rückblicke steuern, was Lesende zu welchem Zeitpunkt wissen. Beschreibe zuerst die Erzähltechnik; interpretiere danach ihre Wirkung. Die vier benannten Teile strukturieren den Weg von Erziehung über Begegnung und Trennung zur späten Aufklärung.

Mini-Analyse: Suche in jedem Teil einen genauen Textbeleg zu Ort, Wahrnehmung oder Handlung. Erstelle eine Tabelle: „Beobachtung im Wortlaut“, „Deutung“, „andere mögliche Deutung“. Verweise auf die Abschnittsüberschrift statt eine Seitenzahl zu erfinden.

Stifters Ansicht von Wiener Vorstadthäusern (1839): genaue Beobachtung des Alltags als Vergleichsbild.


Geschichte und Literaturepochen

Handlungszeit und Entstehungszeit unterscheiden: Die Handlung greift die napoleonische Zeit und die späteren Lebenswege der Figuren auf. Geschrieben und veröffentlicht wurde der Text dagegen im Umfeld von Biedermeier und Vormärz.

Biedermeier bezeichnet häufig die Zeit von etwa 1815 bis 1848. Familie, Ordnung, Natur, Innenräume und das private Leben rücken in den Blick. Dieses Bild ist hilfreich, aber nicht vollständig: Auch scheinbar stille Texte können Konflikte oder Kritik zeigen. Stifters sorgfältige Natur- und Alltagsbeobachtungen lassen sich hier untersuchen.

Vormärz bezeichnet die Jahre vor der Revolution im März 1848 und eine Literatur, die gesellschaftliche Ungleichheit, Zensur und Herrschaft deutlich kritisieren konnte. Junges Deutschland ist eine besonders politisch und gesellschaftlich engagierte Autorenströmung der 1830er-Jahre. Als Beispiele für stärker öffentliche Kritik können Texte von Heinrich Heine oder Georg Büchner dienen. Sie sind nicht mit Stifters Erzählweise gleichzusetzen.

Übergänge zum poetischen Realismus: Genau beobachtete Dinge, glaubwürdige Motive und soziale Ursachen gewinnen an Gewicht. Eine solche Vorform der realistischen Darstellungsweise lässt sich diskutieren, ohne die Erzählung von 1844 rückwirkend schlicht einer späteren Epoche zuzuordnen.

Vergleichsfrage: Zeigt die Darstellung von Hugos Privatleben eher Rückzug oder Kritik an starren Regeln? Antworte nicht mit einem Etikett. Stelle eine Szene aus dem Lindenhäuschen einer Szene aus dem Eichenschloß gegenüber und begründe, warum beide Deutungen möglich sein können.

Historische Darstellung des Wiener Kongresses 1814/15: Rahmen der Restauration nach Napoleon.

Carl Spitzweg: Der arme Poet (1839). Prüfe, ob das Bild nur Gemütlichkeit zeigt oder auch Not und Ironie.

Wikimedia-Commons-Animation eines heutigen österreichischen Wasserfalls als Beobachtungsübung, keine Illustration eines konkreten Schauplatzes bei Stifter.


Medienwerkstatt: genau hinsehen und zuhören

Film über das Biedermeier: Das Video von „Erklärung und mehr“ beschreibt Alltag und Literatur um 1815–1848. Prüfe nach dem Ansehen, ob Stifters Erzählung das Bild des ruhigen Privatlebens bestätigt oder verkompliziert.

Film über den Vormärz: Mirko Drotschmann erklärt die politischen Spannungen vor 1848. Unterscheide äußere Gesellschaftskritik von der indirekten Kritik in Stifters Erzählung. Der Hessische Bildungsserver empfiehlt dieses Video für die Klassen 9–13.

Medienvergleich: Bild, Audio, Animation und Video sind ergänzende Quellen. Keines davon beweist, wie Cöleste oder Hugo aussahen oder wie ein Ort im Werk tatsächlich klang. Halte in einer Tabelle fest, was das Medium zeigt, wer es geschaffen hat, und was du aus dem literarischen Text belegen kannst.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Prüfe dein Wissen

Wer verfasste die Erzählung Das alte Siegel? (Adalbert Stifter) (!Heinrich Heine) (!Georg Büchner) (!Theodor Fontane)



Welche Sprache hat der Erzähltext ursprünglich? (Deutsch) (!Latein) (!Französisch) (!Italienisch)



Wofür steht das alte Siegel vor allem? (Für ererbte Ehre und Pflicht) (!Für einen geheimen Schatz) (!Für eine politische Partei) (!Für einen königlichen Orden)



Welche Figur beeinflusst die Begegnungen zwischen Hugo und Cöleste? (Dionys) (!Metternich) (!Goethe) (!Spitzweg)



In welchem Abschnitt treten die heimlichen Treffen besonders hervor? (Im Lindenhäuschen) (!In der Berghalde) (!In einer Fabrik) (!Auf dem Wiener Kongress)



Welcher Umstand erklärt einen wesentlichen Teil von Cölestes Geheimnis? (Ihre damalige Ehe) (!Ihre Tätigkeit als Königin) (!Ein verschwundenes Manuskript) (!Ein Streit über eine Erbschaft)



Was geschieht im Schlussabschnitt mit Hugos Lebensregel? (Sie gerät in einen schweren Konflikt mit Mitgefühl) (!Sie wird vom Erzähler ausdrücklich zum Gesetz erklärt) (!Sie verliert ohne Folgen jede Bedeutung) (!Sie beendet sofort den Krieg)



Was ist eine Interpretation? (Eine begründete Deutung von Textbelegen) (!Ein erfundenes Originalzitat) (!Eine unveränderte Quellenabschrift) (!Eine zufällige Behauptung ohne Beleg)



Welche Themen passen besonders zur Literatur des Biedermeier? (Natur und privates Leben) (!Nur moderne Raumfahrt) (!Ausschließlich digitale Netzwerke) (!Nur antike Olympische Spiele)



Welche Aussage zur historischen Einordnung ist richtig? (Die erzählte Zeit und die Veröffentlichungszeit sind zu unterscheiden) (!Die Handlung spielt nur im Jahr 1848) (!Die Erzählung wurde vor der Antike geschrieben) (!Der lateinische Wahlspruch macht das Werk zu einem lateinischen Roman)




Memory: Begriffe und Bedeutungen

Siegel Zeichen einer überlieferten Verpflichtung
Hugo Hauptfigur mit strengem Ehrbegriff
Cöleste Frau mit einer verschwiegenen Vorgeschichte
Dionys Vermittler der geheimnisvollen Begegnungen
Lindenhäuschen Ort der heimlichen Treffen
Biedermeier Literatur mit Interesse an Natur und Privatem




Zuordnen: Text und Analyse

Ordne den Begriff zu. Erklärung
Berghalde Hugos Erziehung und sein Wertebild
Peterskirche Beginn der geheimnisvollen Begegnung
Lindenhäuschen Liebe und Verschweigen
Eichenschloß Späte Enthüllung und Entscheidung
Siegel Symbol für Herkunft und Ehre




Kreuzworträtsel

Stifter Wie heißt der Nachname des Autors?
Siegel Welcher Gegenstand symbolisiert die überlieferte Pflicht?
Dionys Wer vermittelt Hugos frühe Begegnungen?
Hugo Wie heißt die männliche Hauptfigur?
Liebe Welches Gefühl führt zum Konflikt mit der Ehre?
Kirche An welchem religiösen Ort kommt es zu einer wichtigen Begegnung?




LearningApps: weitere Übungen suchen

Prüfe bei Treffern, ob die Übung tatsächlich Stifters Erzählung behandelt. Suchergebnisse sind nicht automatisch redaktionell geprüft.


Lückentext: zentrale Zusammenhänge

Ergänze die passenden Begriffe.
Der Autor der Erzählung heißt Adalbert

.
Die männliche Hauptfigur heißt

.
Sein Familienzeichen ist ein altes

.
Seine große Liebe heißt

.
Eine wichtige Nebenfigur ist

.
Die geheime Liebe entwickelt sich im

.
Der letzte Teil trägt den Namen Das

.
Die literarische Strömung mit Natur und Privatleben heißt

.
Politisch engagierte Literatur vor 1848 wird oft dem

zugeordnet.
Eine Aussage über den Sinn einer Textstelle ist eine

.
Eine überprüfbare Stelle im Originaltext nennt man

.



Offene Aufgaben


Leicht

  1. Lesetagebuch: Schreibe nach jedem der vier Teile drei kurze Sätze zu Handlung, Gefühlen und einer offenen Frage. Hilfe: Nutze die Abschnittsüberschriften.
  2. Figurenkarte: Lege Karten für Hugo, Cöleste und Dionys an. Notiere zu jeder Figur eine Handlung und eine belegbare Eigenschaft. Hilfe: Suche erst Verben im Text.
  3. Symbolanalyse: Zeichne ein leeres Siegel als Skizze und schreibe drei Bedeutungen daneben. Hilfe: Herkunft, Verpflichtung, Entscheidung.
  4. Quellenvergleich: Finde in der MOOCwiki-Buchausgabe und in TextGrid dieselbe kurze Stelle. Schreibe Unterschiede in der Schreibweise wörtlich ab; erfinde keine. Hilfe: Beginne mit der Inschrift.


Standard

  1. Textanalyse: Vergleiche je einen belegten Satz aus „Die Berghalde“ und „Das Eichenschloß“ im Blick auf Hugos Ehrbegriff. Hilfe: Aussage, sprachliche Form, Wandel.
  2. Perspektivwechsel: Schreibe einen Brief aus Cölestes Sicht. Markiere drei Aussagen als textlich gestützt und zwei als erfundene Gedanken. Hilfe: Achte auf ihren damaligen Wissensstand.
  3. Literaturepochen: Stelle Biedermeier und Vormärz in einer Tabelle gegenüber und ordne zwei Szenen jeweils begründet ein. Hilfe: Rückzug ist nicht dasselbe wie fehlende Kritik.
  4. Medienkritik: Untersuche ein Commons-Bild und ein Lehrvideo: Wer ist Urheber, was wird gezeigt, welche Aussage ist für das Werk nur eine Analogie? Hilfe: Nutze die Quellenangaben.


Schwer

  1. Erörterung: Diskutiere auf der Grundlage zweier wörtlich belegter Stellen die These, dass starre Tugend zu Unrecht werden kann. Stelle eine Gegenposition fair dar. Hilfe: Trenne Figurenrede und Erzählwertung.
  2. Erzähltextanalyse: Erkläre, wie die späte Enthüllung von Cölestes Vergangenheit das frühere Lesen verändert. Beziehe Erzählerwissen und Figurenwissen ein. Hilfe: Erstelle eine Wissens-Zeitleiste.
  3. Historische Kontextualisierung: Vergleiche Stifters Konfliktgestaltung mit einer belegbaren politischen Kritik aus dem Vormärz. Diskutiere Unterschiede in Sprache, Adressaten und Thema. Hilfe: Vermeide eine Gleichsetzung.
  4. Forschungsprojekt: Prüfe mit zwei Ausgaben drei Textstellen auf Wortlaut und Interpunktion. Dokumentiere bibliografische Daten, Befund und Auswirkung auf eine Interpretation. Hilfe: Keine Abweichung ohne Sichtprüfung behaupten.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transferfrage: Erkläre an einer selbst gewählten Textstelle, wie Ehre gleichzeitig Halt geben und zum Problem werden kann.
  2. Quellenkompetenz: Unterscheide an einem Beispiel Originalzitat, sinngemäße Zusammenfassung und Interpretation.
  3. Figurenkonflikt: Begründe, warum Hugo und Cöleste am Ende unterschiedliche Bewertungen ihrer Vergangenheit haben können.
  4. Epochenurteil: Bewerte mithilfe einer Szene, inwiefern „Das alte Siegel“ ein typischer oder ein kritischer Text des Biedermeier ist.
  5. Medienreflexion: Erkläre, warum eine moderne Bild-, Ton- oder Videoquelle beim Lesen helfen kann, ohne als Textbeweis zu gelten.
  6. Urteilsbildung: Formuliere ein begründetes Schlussurteil über Hugos Entscheidung und nenne eine offene Frage des Erzähltextes.


Lernnachweis

Daran erkennst du deinen Lernfortschritt: Du kannst die vier Teile in eigenen Worten zusammenfassen; Hugo, Cöleste und Dionys mit Belegen charakterisieren; das Siegel als Symbol erklären; direkte Rede und Erzählerperspektive unterscheiden; ein Zitat aus deiner Ausgabe korrekt angeben; eine Vermutung als Deutung markieren; die Publikationszeit von der erzählten Zeit trennen; Biedermeier, Vormärz und Junges Deutschland differenzieren; die Aussagekraft von historischen und modernen Medien kritisch beurteilen.

Dein Produkt: Erstelle eine einseitige literarische Analyse mit zwei überprüfbaren Textbelegen, einer begründeten Gegenposition und einem kurzen Quellen- und Mediennachweis. Bewertung: sachliche Richtigkeit, Textnähe, differenziertes Urteil, klare Sprache, korrekte Quellen.


OER und Wikipedia

Primärtext und Kontext:

Wikimedia-Commons-Medien: Herkunft, Urheberschaft und Rechte. Historische Werke sind gemeinfrei, soweit auf der verlinkten Dateiseite angegeben. Bei Creative-Commons-Medien sind Namensnennung, Lizenzlink und gegebenenfalls Hinweis auf Bearbeitungen zu beachten. Die Bild- und Tonbeispiele sind didaktische Vergleiche, keine zeitgenössischen Belege zur Handlung.

Datei / Medium Original und Nachweis Urheber Lizenz / Nutzungsbedingungen
File:Portrait of Adalbert Stifter.jpg Wikimedia Commons Bertalan Székely Gemeinfrei laut Dateiseite
File:Adalbert Stifter - Im Gosautal.jpg Wikimedia Commons Adalbert Stifter Gemeinfrei laut Dateiseite
File:Churchbells.ogg Wikimedia Commons Natalie Gemeinfrei laut Dateiseite
File:Sealing wax on letters.jpg Wikimedia Commons LivingShadow CC BY-SA 3.0
File:Adalbert Stifter - Blick auf Wiener Vorstadthäuser (1839).jpg Wikimedia Commons Adalbert Stifter Gemeinfrei laut Dateiseite
File:Congresso di Vienna.png Wikimedia Commons Unbekannter Kupferstecher nach Jean-Baptiste Isabey Gemeinfrei laut Dateiseite
File:Carl Spitzweg - Der arme Poet (Neue Pinakothek).jpg Wikimedia Commons Carl Spitzweg Gemeinfrei laut Dateiseite
File:AUT — Bundesland Salzburg — Bezirk Zell am See — Gemeinde Krimml (unterer Wasserfall) animiert Mattes 2021.gif Wikimedia Commons Mateus2019, bearbeitetes Animationsbild CC BY 3.0 DE; Bearbeitung siehe Dateiversionen

YouTube-Quellen und Rechte: Die Biedermeierzeit einfach und kurz erklärt von „erklaerung-und-mehr“ (2024), sowie Deutschland im Vormärz von Mirko Drotschmann, dokumentiert im Hessischen Bildungsserver. Beide Videos werden nur von der Plattform eingebunden, nicht als frei lizenzierte OER oder als eigene Produktionen ausgegeben. Für etwaige Weiterverwendung gelten die Bedingungen der Rechteinhaber und von YouTube.


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