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Fähigkeitenansatz

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Fähigkeitenansatz




Einleitung

Der Fähigkeitenansatz – in der deutschsprachigen Fachliteratur meist Befähigungsansatz und international Capability Approach genannt – fragt nicht zuerst danach, wie viel Einkommen, Besitz oder formale Rechte ein Mensch hat. Entscheidend ist vielmehr: Welche realen Möglichkeiten hat eine Person, ein Leben zu führen, das sie begründet wertschätzen kann?

Der Ansatz wurde besonders durch den Ökonomen und Philosophen Amartya Sen geprägt und von der Philosophin Martha Nussbaum weiterentwickelt. Er verbindet Fragen aus Ethik, politischer Philosophie, Ökonomie, Entwicklungszusammenarbeit, Bildung, Gesundheit und Sozialer Arbeit.

Dieser aiMOOC richtet sich vor allem an Lernende der Sekundarstufe II, an Auszubildende in sozialen und pädagogischen Berufen sowie an Studierende in Einführungsveranstaltungen. Du lernst die zentralen Begriffe kennen, vergleichst die Positionen von Sen und Nussbaum und überträgst den Ansatz auf Schule, Armut, Gesundheit, Barrierefreiheit und gesellschaftliche Teilhabe.


Grundidee des Fähigkeitenansatzes

Der Fähigkeitenansatz verschiebt den Blick von Mitteln zu tatsächlichen Lebensmöglichkeiten. Zwei Personen können über die gleichen Ressourcen verfügen und trotzdem sehr unterschiedliche Chancen haben. Geld, Rechte oder öffentliche Angebote sind deshalb wichtig, reichen aber als Maßstab für ein gutes Leben nicht aus.

Ein einfaches Beispiel: Zwei Personen besitzen jeweils ein Ticket für denselben Bus. Für die eine Person ist die Fahrt problemlos möglich. Die andere Person nutzt einen Rollstuhl und kann den Bus nur dann tatsächlich benutzen, wenn Fahrzeug, Haltestelle und Zugang barrierefrei sind. Das gleiche Mittel – das Ticket – führt also nicht automatisch zur gleichen realen Möglichkeit.

Der Fähigkeitenansatz fragt deshalb:

  1. Ressourcen: Welche Mittel stehen einer Person zur Verfügung?
  2. Verwirklichungschance: Was kann die Person mit diesen Mitteln tatsächlich tun oder sein?
  3. Entscheidungsfreiheit: Kann sie zwischen verschiedenen wertvollen Lebensweisen wählen?
  4. Teilhabe: Erlauben gesellschaftliche Bedingungen die tatsächliche Nutzung dieser Möglichkeiten?


Capabilities und Functionings

Zwei Begriffe sind besonders wichtig.

Capabilities sind reale oder substanzielle Möglichkeiten. Eine Person hat zum Beispiel die reale Chance, eine Schule zu besuchen, sich politisch zu beteiligen, gesund zu leben oder sich frei zu bewegen.

Functionings sind verwirklichte Zustände und Tätigkeiten. Wer tatsächlich lernt, arbeitet, wählt, sich erholt oder soziale Beziehungen pflegt, verwirklicht bestimmte Functionings.

Der Unterschied ist wichtig: Der Fähigkeitenansatz interessiert sich nicht nur dafür, was jemand tatsächlich tut, sondern auch dafür, welche echten Wahlmöglichkeiten vorhanden sind.

Ein Beispiel ist freiwilliges Fasten. Eine Person, die genug Nahrung besitzt und sich bewusst für das Fasten entscheidet, befindet sich in einer anderen Situation als eine Person, die hungert, weil sie keine Nahrung bekommen kann. Das sichtbare Ergebnis kann ähnlich sein, aber die Freiheit hinter dem Ergebnis ist verschieden.


Der Capability Set

Als Capability Set bezeichnet man die Menge an realen Möglichkeiten, zwischen denen eine Person wählen kann. Je größer und qualitativ wertvoller dieser Möglichkeitsraum ist, desto mehr unterschiedliche Lebensentwürfe stehen grundsätzlich offen.

Der Fähigkeitenansatz behauptet jedoch nicht, dass jede denkbare Möglichkeit automatisch gut oder moralisch wertvoll ist. In konkreten Anwendungen muss begründet werden, welche Fähigkeiten gesellschaftlich relevant sind und wie sie gewichtet werden sollen.


Umwandlungsfaktoren

Ob Ressourcen in reale Handlungsmöglichkeiten umgewandelt werden können, hängt von sogenannten Umwandlungsfaktoren oder Conversion Factors ab. Häufig werden drei Gruppen unterschieden:

Art Beispiele Bedeutung
Persönliche Faktoren Gesundheit, Alter, körperliche Eigenschaften, Kenntnisse Sie beeinflussen, wie eine Person Ressourcen nutzen kann.
Soziale Faktoren Gesetze, Normen, Diskriminierung, Bildungszugang, Familienstrukturen Sie können Handlungsmöglichkeiten eröffnen oder einschränken.
Umweltbezogene Faktoren Infrastruktur, Klima, Verkehr, technische Barrieren Sie bestimmen mit, ob ein Angebot praktisch erreichbar und nutzbar ist.

So wird verständlich, warum Gleichverteilung von Ressourcen nicht immer zu gleichen Verwirklichungschancen führt.


Amartya Sen

Amartya Sen entwickelte den Fähigkeitenansatz als Kritik an Bewertungsmodellen, die Wohlstand allein über Einkommen, Nutzen oder Besitz bestimmen. Für Sen steht die reale Freiheit im Mittelpunkt, wertvolle Formen des Lebens erreichen zu können.

Er legt keine endgültige, überall verbindliche Liste von Fähigkeiten fest. Welche Capabilities besonders wichtig sind, soll nach seiner Auffassung durch öffentliche Begründung, demokratische Diskussion und den jeweiligen Zweck einer Untersuchung bestimmt werden.

Diese Offenheit macht den Ansatz flexibel. Sie führt aber auch zu einer Schwierigkeit: Für konkrete politische oder wissenschaftliche Entscheidungen muss trotzdem geklärt werden, welche Verwirklichungschancen gemessen und verglichen werden sollen.


Freiheit und Agency

Ein weiterer Schlüsselbegriff ist Agency. Gemeint ist die Fähigkeit eines Menschen, selbst Ziele zu verfolgen, Entscheidungen zu treffen und als handelnde Person wirksam zu werden.

Agency geht über persönliches Wohlbefinden hinaus. Menschen können sich beispielsweise politisch engagieren, Angehörige unterstützen oder für ein gesellschaftliches Ziel einsetzen, obwohl dies nicht unmittelbar ihr eigenes Wohlbefinden steigert.

Damit verbindet der Fähigkeitenansatz Wohlergehen mit Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Handlungsmacht.


Martha Nussbaum

Martha Nussbaum entwickelte eine stärker gerechtigkeitstheoretische Variante des Fähigkeitenansatzes. Sie fragt danach, welche grundlegenden Möglichkeiten jeder Mensch besitzen sollte, damit ein Leben in Würde möglich ist.

Nussbaum schlägt eine Liste von zehn zentralen menschlichen Befähigungen vor. Sie versteht diese nicht als Beschreibung einer einzigen richtigen Lebensweise. Vielmehr sollen Menschen über einen Mindestspielraum verfügen, innerhalb dessen sie selbst entscheiden können.

Zentrale Befähigung Kurzbeschreibung
Leben Ein menschliches Leben nicht vorzeitig verlieren zu müssen.
Körperliche Gesundheit Gesundheit, Ernährung und angemessene Unterkunft erreichen zu können.
Körperliche Unversehrtheit Sich bewegen und vor Gewalt geschützt leben zu können.
Sinne, Vorstellungskraft und Denken Lernen, denken, wahrnehmen und sich kulturell ausdrücken zu können.
Gefühle Bindungen und emotionale Beziehungen entwickeln zu können.
Praktische Vernunft Eine eigene Vorstellung vom guten Leben bilden zu können.
Zugehörigkeit Mit anderen leben und als gleichwertige Person anerkannt werden zu können.
Andere Spezies In Beziehung zu Tieren, Pflanzen und Natur leben zu können.
Spiel Lachen, spielen und Freizeit erleben zu können.
Kontrolle über die eigene Umwelt Politisch mitwirken und materielle Lebensbedingungen mitgestalten zu können.

Nussbaum unterscheidet außerdem zwischen grundlegenden, internen und kombinierten Befähigungen. Besonders wichtig sind die kombinierten Befähigungen: Eine Person braucht nicht nur persönliche Fähigkeiten, sondern auch passende äußere Bedingungen, um diese wirklich einsetzen zu können.


Sen und Nussbaum im Vergleich

Sen und Nussbaum teilen den Grundgedanken, dass Lebensqualität nicht allein an Ressourcen oder Einkommen gemessen werden sollte. Beide betonen reale Möglichkeiten und menschliche Freiheit.

Sie unterscheiden sich jedoch in der Konkretisierung:

Aspekt Amartya Sen Martha Nussbaum
Grundidee Reale Freiheit und Verwirklichungschancen Reale Freiheit und menschenwürdige Mindestbedingungen
Auswahl wichtiger Fähigkeiten Offen und vom jeweiligen Zweck sowie öffentlicher Begründung abhängig Vorschlag einer Liste von zehn zentralen Befähigungen
Schwerpunkt Vergleich von Lebensqualität, Freiheit und Entwicklung Gerechtigkeit, Menschenwürde und politische Mindestansprüche
Rolle gesellschaftlicher Diskussion Sehr stark betont Wichtig, aber innerhalb eines stärker normativ bestimmten Rahmens

Die beiden Varianten sollten deshalb nicht einfach gleichgesetzt werden. Der Capability Approach ist ein breiter Rahmen, in dem unterschiedliche theoretische Ausarbeitungen möglich sind.


Anwendungen


Bildung

Im Bildungsbereich genügt es aus Sicht des Fähigkeitenansatzes nicht, nur Schulplätze, Unterrichtsstunden oder Lehrbücher zu zählen. Entscheidend ist, ob Lernende tatsächlich die Chance erhalten, Wissen zu erwerben, selbstständig zu denken, soziale Beziehungen aufzubauen und ihre Zukunft mitzugestalten.

Eine Schule kann formal allen offenstehen und dennoch ungleiche Verwirklichungschancen erzeugen. Sprachbarrieren, Armut, Behinderung, Diskriminierung oder fehlende digitale Ausstattung können dazu führen, dass gleiche Angebote unterschiedlich nutzbar sind.

Der Fähigkeitenansatz lenkt den Blick deshalb auf die Frage: Welche Bildungswege sind für einzelne Lernende tatsächlich erreichbar?


Armut und menschliche Entwicklung

Armut wird im Fähigkeitenansatz nicht nur als Mangel an Einkommen verstanden. Eine Person kann auch dann stark benachteiligt sein, wenn sie keinen Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, Mobilität, Sicherheit oder gesellschaftlicher Teilhabe hat.

Diese Perspektive beeinflusste den Ansatz der menschlichen Entwicklung der Vereinten Nationen. Der Human Development Index berücksichtigt nicht nur Einkommen, sondern auch Lebenserwartung und Bildung. Er bildet den Fähigkeitenansatz allerdings nur vereinfacht ab, denn reale Wahlmöglichkeiten sind wesentlich umfassender und schwerer messbar.


Gesundheit

Im Gesundheitsbereich reicht das Vorhandensein eines Krankenhauses allein nicht aus. Wichtig ist zum Beispiel, ob Menschen es erreichen können, die Behandlung bezahlen können, Informationen verstehen und ohne Diskriminierung versorgt werden.

Gesundheit erscheint damit nicht nur als persönlicher Zustand, sondern als Ergebnis eines Zusammenspiels von individuellen, sozialen und institutionellen Bedingungen.


Soziale Arbeit

In der Sozialen Arbeit kann der Fähigkeitenansatz dazu dienen, Unterstützung danach zu beurteilen, ob sie den Handlungsspielraum von Menschen erweitert. Ziel wäre dann nicht nur die Beseitigung eines akuten Problems, sondern die Vergrößerung von Möglichkeiten für selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe.

Das kann bedeuten, Zugänge zu Bildung zu schaffen, Mobilität zu verbessern, soziale Netzwerke zu stärken, Beratung anzubieten oder institutionelle Barrieren abzubauen.


Ein Beispiel: Gleiches Fahrrad, ungleiche Chance

Stell Dir zwei Jugendliche vor. Beide erhalten ein Fahrrad.

Person A lebt in einer Gegend mit sicheren Radwegen und kann das Fahrrad für den Schulweg nutzen. Person B lebt an einer stark befahrenen Straße ohne sicheren Radweg und darf den Schulweg aus Sicherheitsgründen nicht mit dem Fahrrad zurücklegen.

Die Ressource ist gleich. Die reale Verwirklichungschance ist verschieden.

Der Fähigkeitenansatz würde deshalb nicht nur fragen: Wer besitzt ein Fahrrad? Er würde zusätzlich fragen: Wer kann Mobilität damit tatsächlich verwirklichen?

Dieses Beispiel lässt sich auf viele Bereiche übertragen: Computer und digitales Lernen, Wahlrecht und politische Beteiligung, Einkommen und Gesundheit, Ausbildung und Arbeitsmarkt oder Wohnraum und gesellschaftliche Integration.


Stärken und offene Fragen

Eine Stärke des Fähigkeitenansatzes liegt darin, dass er menschliche Vielfalt ernst nimmt. Menschen brauchen nicht immer die gleichen Mittel, um vergleichbare Chancen zu erhalten. Der Ansatz verbindet zudem materielle Lebensbedingungen mit Freiheit, Würde und Teilhabe.

Gleichzeitig bleiben wichtige Fragen offen.

  1. Messbarkeit: Reale Möglichkeiten sind schwieriger zu beobachten als Einkommen oder vorhandene Güter.
  2. Auswahl von Fähigkeiten: Es ist umstritten, welche Capabilities besonders wichtig sind und wer darüber entscheidet.
  3. Gewichtung: Verschiedene Fähigkeiten können miteinander in Konflikt geraten oder unterschiedlich bewertet werden.
  4. Universalismus: Nussbaums Liste wird als Orientierung verteidigt, aber auch hinsichtlich kultureller Vielfalt und möglicher Bevormundung diskutiert.
  5. Soziale Beziehungen: Kritikerinnen und Kritiker fragen, ob ein zu starker Fokus auf einzelne Personen kollektive Strukturen und Abhängigkeiten ausreichend erfasst.

Der Fähigkeitenansatz liefert daher weniger eine fertige Rechenformel als einen normativen Denkrahmen. Er fordert dazu auf, bei Fragen von Gerechtigkeit und Entwicklung genauer hinzusehen: Nicht nur Mittel zählen, sondern das, was Menschen damit tatsächlich tun und sein können.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Worauf richtet der Fähigkeitenansatz seinen zentralen Blick? (Auf reale Möglichkeiten eines Menschen) (!Nur auf das Einkommen eines Menschen) (!Nur auf den Besitz materieller Güter) (!Nur auf subjektive Zufriedenheit)




Was bezeichnet eine Capability? (Eine reale Verwirklichungschance) (!Eine bereits ausgeführte Handlung) (!Ein festes Einkommen) (!Eine gesetzliche Strafe)




Was bezeichnet ein Functioning? (Einen verwirklichten Zustand oder eine Tätigkeit) (!Eine rein theoretische Ressource) (!Eine staatliche Institution) (!Eine mathematische Kennzahl)




Warum reichen gleiche Ressourcen nach dem Fähigkeitenansatz nicht für gleiche Chancen aus? (Weil Menschen Ressourcen unter unterschiedlichen Bedingungen nutzen) (!Weil Ressourcen grundsätzlich unwichtig sind) (!Weil nur persönliche Wünsche zählen) (!Weil jede Person dieselben Bedürfnisse hat)




Welche Rolle spielt Amartya Sen im Fähigkeitenansatz? (Er prägte den Ansatz der Verwirklichungschancen maßgeblich) (!Er entwickelte ausschließlich den Human Development Index) (!Er lehnte den Begriff Freiheit grundsätzlich ab) (!Er formulierte die zehn zentralen Befähigungen Nussbaums)




Was kennzeichnet Martha Nussbaums Variante besonders? (Sie schlägt zehn zentrale menschliche Befähigungen vor) (!Sie beschränkt Gerechtigkeit auf Einkommen) (!Sie lehnt menschliche Würde als Maßstab ab) (!Sie fordert eine einzige vorgeschriebene Lebensweise)




Was ist ein Umwandlungsfaktor? (Eine Bedingung dafür, wie Ressourcen in reale Möglichkeiten umgesetzt werden) (!Ein Preisindex für Konsumgüter) (!Ein ausschließlich biologisches Merkmal) (!Eine feste Rangliste von Staaten)




Was bedeutet Agency im Fähigkeitenansatz? (Als handelnde Person eigene Ziele verfolgen zu können) (!Möglichst viele Güter zu besitzen) (!Alle Entscheidungen an Institutionen abzugeben) (!Nur das eigene Einkommen zu steigern)




Welche Aussage zum Human Development Index trifft zu? (Er berücksichtigt Einkommen Bildung und Lebenserwartung) (!Er misst sämtliche Capabilities vollständig) (!Er besteht nur aus dem Bruttoinlandsprodukt) (!Er erfasst ausschließlich politische Freiheit)




Welche Frage passt besonders gut zum Fähigkeitenansatz? (Welche realen Wahlmöglichkeiten hat eine Person) (!Wie viele Gegenstände besitzt eine Person) (!Welche einzige Lebensweise ist für alle richtig) (!Wie hoch ist nur das formale Einkommen)





Memory

Capability Verwirklichungschance
Functioning verwirklichte Lebensweise
Conversion Factor Umwandlungsbedingung
Agency Handlungsmacht
Amartya Sen offene Auswahl relevanter Fähigkeiten
Martha Nussbaum zehn zentrale Befähigungen
Capability Set Möglichkeitsraum
Human Development Index Maß menschlicher Entwicklung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Fähigkeitenansatz
Capability reale Wahlmöglichkeit
Functioning verwirklichter Zustand
Ressource verfügbares Mittel
Agency selbstbestimmtes Handeln
Conversion Factor Umwandlungsbedingung
Capability Set erreichbarer Möglichkeitsraum




...


Kreuzworträtsel

Capability Wie heißt eine reale Verwirklichungschance im englischen Fachbegriff?
Functioning Wie heißt ein verwirklichter Zustand oder eine Tätigkeit im englischen Fachbegriff?
Nussbaum Welche Philosophin formulierte zehn zentrale menschliche Befähigungen?
Freiheit Welcher zentrale Wert bezeichnet echte Wahlmöglichkeiten zwischen Lebensweisen?
Agency Welcher englische Fachbegriff bezeichnet Handlungsmacht und selbstbestimmtes Wirken?
Teilhabe Welcher Begriff bezeichnet die Möglichkeit gesellschaftlich mitzuwirken?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Der Fähigkeitenansatz fragt nach realen

eines Menschen.
Eine tatsächlich verwirklichte Tätigkeit oder Lebensweise heißt

.
Die Menge realer Wahlmöglichkeiten wird als

bezeichnet.
Bedingungen für die Nutzung von Ressourcen heißen

.
Amartya Sen betont besonders die Bedeutung realer

.
Martha Nussbaum schlägt eine Liste von zehn zentralen

vor.
Die Fähigkeit selbstbestimmt Ziele zu verfolgen wird mit dem Fachbegriff

beschrieben.
Der Human Development Index verbindet Einkommen mit Bildung und

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Alltagsbeispiel: Finde ein Beispiel aus Deinem Alltag, bei dem zwei Menschen über dasselbe Mittel verfügen, es aber unterschiedlich gut nutzen können.
  2. Begriffsplakat: Gestalte ein Plakat oder eine digitale Grafik zu den Begriffen Capability, Functioning, Ressource und Umwandlungsfaktor.
  3. Bildanalyse: Fotografiere eine Barriere oder eine Unterstützungsmöglichkeit in Deiner Umgebung und erkläre sie mit dem Fähigkeitenansatz. Achte auf Datenschutz und Persönlichkeitsrechte.
  4. Kurzinterview: Frage eine Person, welche Bedingungen für sie wichtig sind, um an Bildung, Freizeit oder Arbeit teilnehmen zu können.


Standard

  1. Schule und Verwirklichungschancen: Untersuche Deine Schule oder Ausbildungseinrichtung danach, welche Bedingungen Lernchancen fördern oder behindern.
  2. Sen und Nussbaum: Erstelle eine Vergleichsgrafik mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden der beiden Ansätze.
  3. Barrierefreiheit: Führe einen Rundgang durch ein öffentliches Gebäude durch und dokumentiere, welche realen Nutzungsmöglichkeiten verschiedene Personen haben.
  4. Medienprojekt: Produziere ein zweiminütiges Erklärvideo zum Unterschied zwischen Ressourcen und Capabilities.


Schwer

  1. Gerechtigkeitsanalyse: Analysiere eine sozialpolitische Maßnahme danach, welche Verwirklichungschancen sie erweitert und welche Gruppen möglicherweise nicht erreicht werden.
  2. Fähigkeitenindex: Entwickle für Deine Schule, Gemeinde oder Hochschule einen eigenen kleinen Index mit fünf begründeten Dimensionen menschlicher Verwirklichungschancen.
  3. Fallstudie: Vergleiche zwei fiktive Personen mit gleichem Einkommen, aber unterschiedlichen Lebensbedingungen, und leite konkrete politische oder soziale Maßnahmen ab.
  4. Forschungsprojekt: Entwickle eine kleine qualitative Untersuchung mit Interviews zur Frage, welche Faktoren Menschen bei Bildung, Mobilität oder gesellschaftlicher Teilhabe als besonders wichtig erleben.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Ressourcen und Chancen: Zwei Lernende erhalten denselben Laptop. Eine Person besitzt schnelles Internet und einen ruhigen Arbeitsplatz, die andere nicht. Analysiere die Situation mit den Begriffen Ressource, Capability und Umwandlungsfaktor.
  2. Freiheit und Ergebnis: Erkläre anhand eines selbst gewählten Beispiels, warum zwei identische Ergebnisse unterschiedliche Freiheitsgrade ausdrücken können.
  3. Sen und Nussbaum im Transfer: Entscheide für eine kommunale Bildungsplanung, wie Sen und wie Nussbaum die Auswahl wichtiger Ziele begründen könnten. Stelle die unterschiedlichen Vorgehensweisen dar.
  4. Politische Maßnahme: Prüfe eine fiktive kostenlose Buskarte für Jugendliche darauf, ob sie tatsächlich Mobilitätschancen für alle Jugendlichen erhöht.
  5. Messproblem: Entwickle zwei Indikatoren für die Capability Bildung und erkläre, was beide Indikatoren erfassen und was sie nicht erfassen können.
  6. Gerechtigkeit und Vielfalt: Zeige an einem Beispiel, warum unterschiedliche Menschen möglicherweise unterschiedliche Ressourcen benötigen, um eine vergleichbare Verwirklichungschance zu besitzen.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen können, dass Du Zusammenhänge nicht nur auswendig kennst, sondern anwenden und begründen kannst.

  1. Grundbegriffe des Fähigkeitenansatzes: Capability, Functioning, Capability Set, Ressourcen und Umwandlungsfaktoren sicher unterscheiden.
  2. Amartya Sen: Seine Betonung realer Freiheit und die offene Auswahl relevanter Fähigkeiten erklären.
  3. Martha Nussbaum: Ihre gerechtigkeitstheoretische Ausarbeitung und die Idee zentraler Befähigungen erläutern.
  4. Transfer: Den Fähigkeitenansatz auf Bildung, Armut, Gesundheit, Barrierefreiheit oder Soziale Arbeit anwenden.
  5. Kritische Reflexion: Schwierigkeiten der Messung, Auswahl und Gewichtung von Fähigkeiten diskutieren.
  6. Vergleich: Erklären, warum Einkommen, Ressourcen oder formale Rechte allein keine vollständige Aussage über reale Lebensmöglichkeiten erlauben.




OERs zum Thema

Der deutschsprachige Wikipedia-Artikel verwendet überwiegend die Bezeichnung Befähigungsansatz:

Zur fachlichen Vertiefung eignen sich außerdem die offen zugänglichen Informationsseiten der Stanford Encyclopedia of Philosophy zum Capability Approach und des United Nations Development Programme zur menschlichen Entwicklung.

The Capability Approach – Stanford Encyclopedia of Philosophy

Human Development – United Nations Development Programme


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