Zum Inhalt springen

Martha Nussbaum

Aus MOOCsWiki Staging

Martha Nussbaum




Martha Nussbaum

Fach Niveau Schwerpunkt
Philosophie Klasse 11–13 und Studium Ethik, Politische Philosophie, Gerechtigkeitstheorie


Einleitung

Martha C. Nussbaum ist eine US-amerikanische Philosophin, Altertumswissenschaftlerin und Rechtsphilosophin. Ihr Werk verbindet Aristoteles, Ethik, Menschenwürde, Menschenrechte, Feministische Philosophie, Politische Emotionen, Bildungsphilosophie und Tierethik.

Im Mittelpunkt steht eine praktische Frage: Welche realen Möglichkeiten muss ein Mensch besitzen, um ein selbstbestimmtes und menschenwürdiges Leben führen zu können? Nussbaums Befähigungsansatz bewertet deshalb nicht nur Einkommen, Ressourcen oder subjektive Zufriedenheit, sondern tatsächliche Handlungsspielräume.


Leben und Werk

Nussbaum wurde 1947 in New York geboren. Sie studierte an der New York University und promovierte an der Harvard University. Nach Lehrtätigkeiten unter anderem in Harvard, Brown und Oxford wurde sie Professorin für Recht und Ethik an der University of Chicago. Ihre Forschung überschreitet die Grenzen zwischen Philosophie, Recht, Literatur, Politik und Ökonomie.

Station Bedeutung
Studium der Klassischen Philologie Grundlage ihrer Arbeiten zu Aristoteles, Tragödie und antiker Ethik
Zusammenarbeit mit Amartya Sen Entwicklung des Befähigungsansatzes
University of Chicago Verbindung von Philosophie, Rechtswissenschaft und öffentlicher Debatte
Internationale Auszeichnungen Unter anderem Kyoto-Preis, Berggruen-Preis, Holberg-Preis und Balzan-Preis


Philosophisches Profil

Nussbaum fragt, wie ein gutes Leben trotz Verletzlichkeit möglich ist und welche Aufgaben daraus für gerechte Institutionen entstehen.

Themenfeld Leitfrage
Antike Philosophie Was lehrt uns die Tragödie über Glück, Zufall und Verletzlichkeit?
Gerechtigkeit Welche Mindestbedingungen schuldet ein Staat jeder Person?
Emotion Welche Urteile und Wertbindungen stecken in Gefühlen?
Demokratie Welche Bildung und welche Emotionen stabilisieren freie Gesellschaften?
Tierethik Welche Entfaltungsmöglichkeiten stehen empfindungsfähigen Tieren zu?


Aristoteles, Tragödie und Verletzlichkeit

In The Fragility of Goodness untersucht Nussbaum die antike Einsicht, dass ein gutes Leben nicht vollständig kontrollierbar ist. Liebe, Freundschaft, politische Teilhabe und körperliche Gesundheit machen ein Leben reich, aber auch verletzlich. Gegen eine rein selbstgenügsame Moral betont sie: Abhängigkeit und Verwundbarkeit gehören zur menschlichen Existenz.

Diese Sicht beeinflusst ihre Gerechtigkeitstheorie. Weil Menschen auf Körper, Beziehungen und soziale Institutionen angewiesen sind, muss Gerechtigkeit reale Lebensbedingungen berücksichtigen.


Der Befähigungsansatz

Der Befähigungsansatz unterscheidet zwischen Ressourcen, Befähigungen und Verwirklichungen.

  1. Ressource: Ein Mittel wie Geld, Bildung oder ein gesetzliches Recht.
  2. Befähigung: Die reale Freiheit, etwas Wertvolles tun oder sein zu können.
  3. Verwirklichung: Eine tatsächlich ausgeübte Tätigkeit oder erreichte Lebensform.

Ein Recht auf Bildung genügt beispielsweise nicht, wenn Armut, Diskriminierung oder fehlende Barrierefreiheit den Schulbesuch verhindern. Entscheidend ist, ob die Person die Bildung tatsächlich nutzen kann.


Zehn zentrale Befähigungen

Nussbaum schlägt zehn Bereiche vor, die politische Ordnungen mindestens bis zu einem menschenwürdigen Schwellenwert sichern sollen.

Befähigung Kurzbeschreibung
Leben Ein Leben normaler Länge führen können
Körperliche Gesundheit Ernährung, Unterkunft und Gesundheit sichern können
Körperliche Unversehrtheit Sich frei und geschützt bewegen können
Sinne, Vorstellungskraft und Denken Lernen, urteilen und sich kulturell ausdrücken können
Gefühl Bindungen entwickeln und Gefühle ohne zerstörerische Angst erleben können
Praktische Vernunft Eine Vorstellung des guten Lebens bilden und prüfen können
Zugehörigkeit Mit anderen leben und als gleichwertig anerkannt werden können
Andere Spezies In verantwortlicher Beziehung zu Tieren und Natur leben können
Spiel Lachen, spielen und Freizeit erleben können
Kontrolle über die eigene Umwelt Politisch mitbestimmen sowie materielle Lebensbedingungen beeinflussen können


Freiheit, Schwelle und Würde

Nussbaum verteidigt keine Pflicht zu einer bestimmten Lebensweise. Der Staat soll Befähigungen sichern, nicht alle Menschen zu denselben Verwirklichungen zwingen. Wer fastet, entscheidet anders als jemand, der hungert: Der sichtbare Zustand kann gleich sein, die Freiheit dahinter ist verschieden.

Die Menschenwürde verlangt nach Nussbaum ein Mindestniveau in jedem zentralen Bereich. Einzelne Befähigungen dürfen nicht beliebig gegeneinander verrechnet werden. Mehr Einkommen kann fehlende körperliche Sicherheit oder politische Entrechtung nicht einfach ausgleichen.


Nussbaum, Sen, Rawls und Utilitarismus

Ansatz Bewertungsmaßstab Typische Frage
Utilitarismus Gesamtnutzen oder Wohlergehen Welche Regel maximiert den Nutzen?
John Rawls Grundfreiheiten und faire Verteilung gesellschaftlicher Güter Welche Prinzipien würden Freie und Gleiche wählen?
Amartya Sen Vergleich realer Freiheiten ohne verbindliche universale Liste Welche vermeidbaren Unfreiheiten bestehen?
Martha Nussbaum Zentrale Befähigungen und menschenwürdige Schwellen Was muss jede Person tatsächlich tun und sein können?


Gerechtigkeit über Grenzen hinweg

In Frontiers of Justice erweitert Nussbaum die Gerechtigkeitsdebatte auf drei häufig vernachlässigte Felder: Menschen mit Behinderungen, globale Ungleichheit und nichtmenschliche Tiere. Verträge zwischen ungefähr gleich starken Personen reichen dafür nicht aus. Ausgangspunkt ist die gleiche Würde verletzlicher Lebewesen.


Behinderung und Abhängigkeit

Menschen mit Behinderungen dürfen nicht nur nach wirtschaftlicher Produktivität bewertet werden. Gerechte Institutionen müssen Assistenz, Pflege, Barrierefreiheit und politische Teilhabe als Bedingungen gleicher Würde sichern. Auch Sorgearbeit wird dadurch zu einem Thema der Gerechtigkeit.


Globale Gerechtigkeit

Nussbaum betrachtet Staaten, Unternehmen und internationale Institutionen als Mitverantwortliche für Lebensbedingungen. Nationale Grenzen heben moralische Pflichten nicht auf. Der Befähigungsansatz fragt daher, ob Menschen weltweit Zugang zu Gesundheit, Bildung, Sicherheit und politischer Mitwirkung besitzen.


Gerechtigkeit für Tiere

Nussbaum überträgt den Befähigungsansatz auf empfindungsfähige Tiere. Maßstab ist nicht allein die Verringerung von Schmerz, sondern die Möglichkeit einer artspezifischen Entfaltung: Bewegung, soziale Bindung, Spiel, körperliche Integrität und eine passende Umwelt.


Emotionen und Politik

Nussbaum versteht Emotionen nicht als bloße Gegenspieler der Vernunft. Gefühle enthalten Bewertungen: Wir fürchten, was wir für bedroht halten; wir trauern um das, was uns wichtig ist; wir empfinden Mitgefühl, wenn wir fremdes Leiden als bedeutsam wahrnehmen.


Politische Emotionen

Eine gerechte Verfassung allein garantiert noch keine stabile Demokratie. Bürgerinnen und Bürger benötigen Bindungen an gemeinsame Prinzipien. Nussbaum untersucht deshalb, wie Mitgefühl, Hoffnung und eine nicht-ausgrenzende Form politischer Liebe demokratische Solidarität fördern können.

Gefühle können jedoch auch Herrschaft stützen. Angst, Ekel und narzisstischer Stolz können Minderheiten abwerten. Demokratische Politik muss solche Dynamiken erkennen, ohne Emotionen autoritär zu steuern.


Zorn und Vergebung

Nussbaum kritisiert am Zorn besonders den Wunsch nach Vergeltung. Strafe kann Schutz, Abschreckung oder Wiedergutmachung dienen; bloßes Zurückzahlen macht den ursprünglichen Schaden aber nicht ungeschehen. Sie empfiehlt einen Übergang von der Empörung zu zukunftsgerichtetem Handeln.


Bildung und Demokratie

In Cultivating Humanity und Not for Profit verteidigt Nussbaum die Geisteswissenschaften. Demokratische Bildung soll nicht nur Arbeitskräfte qualifizieren, sondern Urteilskraft bilden.

  1. Sokratische Methode: Argumente prüfen und Autoritäten kritisch befragen.
  2. Weltbürgertum: Die eigene Perspektive in globale Zusammenhänge einordnen.
  3. Narrative Imagination: Durch Literatur und Kunst fremde Lebenslagen nachvollziehen.
  4. Demokratische Bildung: Widerspruch, Selbstkritik und gleiche Achtung einüben.


Feministische Philosophie und Menschenrechte

Nussbaum verbindet Liberalismus mit feministischer Kritik. Formale Gleichheit genügt nicht, wenn Gewalt, unbezahlte Sorgearbeit, fehlende Bildung oder wirtschaftliche Abhängigkeit reale Freiheit verhindern. Zugleich verteidigt sie universale Ansprüche: Kultur darf respektiert, aber nicht als Rechtfertigung für die Verletzung grundlegender Befähigungen benutzt werden.


Kritik und philosophische Debatte

Nussbaums Ansatz ist einflussreich, aber umstritten.

  1. Universalismus: Kritiker fragen, ob eine universale Liste kulturelle Vielfalt ausreichend berücksichtigt.
  2. Paternalismus: Umstritten ist, wer Befähigungen auswählt und Schwellen festlegt.
  3. Messbarkeit: Reale Freiheiten sind komplexer zu messen als Einkommen.
  4. Priorisierung: Politische Entscheidungen müssen Konflikte zwischen Befähigungen und knappen Ressourcen bearbeiten.
  5. Demokratische Legitimation: Eine philosophische Liste benötigt öffentliche Beratung und institutionelle Zustimmung.
  6. Tierethik: Die Bestimmung artspezifischer Entfaltung wirft Wissens- und Abwägungsprobleme auf.

Die Kritik widerlegt den Ansatz nicht automatisch. Sie zeigt, dass seine Anwendung demokratische Prüfung, empirische Forschung und transparente Begründungen verlangt.


Schlüsselwerke

Jahr Werk Schwerpunkt
1986 The Fragility of Goodness Antike Ethik, Tragödie und Verletzlichkeit
1997 Cultivating Humanity Bildung und Weltbürgertum
2000 Women and Human Development Geschlechtergerechtigkeit und Befähigungen
2001 Upheavals of Thought Philosophie der Emotionen
2006 Frontiers of Justice Behinderung, globale Gerechtigkeit und Tiere
2010 Not for Profit Geisteswissenschaften und Demokratie
2011 Creating Capabilities Einführung in den Befähigungsansatz
2013 Political Emotions Gefühle in liberalen Demokratien
2016 Anger and Forgiveness Zorn, Vergeltung und Zukunftsorientierung
2023 Justice for Animals Befähigungen und Tiergerechtigkeit


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du den Befähigungsansatz erklären, ihn von Ressourcen- und Nutzenmodellen unterscheiden, Nussbaums Theorie auf gesellschaftliche Fälle anwenden und begründet kritisieren. Du kannst außerdem ihre Positionen zu Emotionen, Bildung, Geschlecht, Behinderung und Tierethik miteinander verbinden.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Frage steht im Zentrum von Nussbaums Befähigungsansatz? (Welche realen Möglichkeiten Menschen tatsächlich besitzen) (!Wie hoch das gesamte Nationaleinkommen eines Staates ist) (!Welche Tradition unverändert bewahrt werden soll) (!Wie viele Wünsche eine Person äußert)




Was ist eine Befähigung? (Eine reale Freiheit etwas tun oder sein zu können) (!Eine bereits ausgeführte Handlung) (!Ein ausschließlich materieller Besitz) (!Eine gesetzliche Strafe)




Was bezeichnet eine Verwirklichung im Befähigungsansatz? (Eine tatsächlich erreichte Tätigkeit oder Lebensform) (!Eine angeborene Eigenschaft ohne Umweltbezug) (!Eine bloße statistische Wahrscheinlichkeit) (!Eine staatliche Absichtserklärung)




Mit welchem Ökonomen entwickelte Nussbaum den Befähigungsansatz im Dialog? (Amartya Sen) (!Milton Friedman) (!Thomas Hobbes) (!David Ricardo)




Welche Befähigung betrifft die reflektierte Planung des eigenen Lebens? (Praktische Vernunft) (!Körperliche Gesundheit) (!Spiel) (!Andere Spezies)




Warum reicht formale Gleichheit nach Nussbaum nicht aus? (Weil Menschen Rechte unter ungleichen Bedingungen verschieden nutzen können) (!Weil Gleichheit grundsätzlich unfrei macht) (!Weil nur Einkommen politisch relevant ist) (!Weil Institutionen keine Wirkung auf Freiheit haben)




Welche Rolle können Emotionen in Nussbaums politischer Philosophie spielen? (Sie können Werturteile enthalten und demokratische Bindungen fördern) (!Sie sind stets irrational und politisch bedeutungslos) (!Sie ersetzen jede öffentliche Begründung) (!Sie entstehen ausschließlich durch Gesetze)




Was kritisiert Nussbaum besonders am Zorn? (Den rückwärtsgerichteten Wunsch nach Vergeltung) (!Jede Form moralischer Wahrnehmung) (!Das Benennen von Unrecht) (!Die Suche nach zukünftiger Verbesserung)




Warum verteidigt Nussbaum die Geisteswissenschaften? (Sie fördern Urteilskraft Perspektivwechsel und demokratische Selbstprüfung) (!Sie garantieren automatisch wirtschaftliches Wachstum) (!Sie machen politische Institutionen überflüssig) (!Sie verhindern jede emotionale Reaktion)




Was verlangt Nussbaums Tierethik? (Artspezifische Entfaltungsmöglichkeiten empfindungsfähiger Tiere) (!Ausschließlich gleiche Nahrung für alle Tierarten) (!Die Bewertung von Tieren nur nach ihrem Nutzen für Menschen) (!Den vollständigen Verzicht auf jede menschliche Verantwortung)





Memory

Befähigung Reale Möglichkeit
Verwirklichung Tatsächlich ausgeübte Lebensform
Praktische Vernunft Reflektierte Lebensplanung
Zugehörigkeit Soziale Anerkennung
Schwellenwert Politisches Mindestniveau
Narrative Imagination Perspektivwechsel durch Geschichten
Politische Emotionen Gefühle im Gemeinwesen
Tiergerechtigkeit Artspezifische Entfaltung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Befähigung Reale Freiheit
Verwirklichung Ausgeübte Tätigkeit
Würde Normativer Ausgangspunkt
Schwelle Politisches Mindestziel
Mitgefühl Emotionale Perspektivübernahme
Zorn Gefahr des Vergeltungswunsches
Bildung Demokratische Urteilskraft






Kreuzworträtsel

Nussbaum Wie lautet der Nachname der Philosophin dieses Kurses?
Aristoteles Welcher antike Philosoph prägte ihre frühe Forschung?
Befähigung Welcher Begriff bezeichnet eine reale Möglichkeit?
Menschenwürde Welcher normative Wert begründet das Mindestniveau?
Mitgefühl Welche Emotion kann Perspektivübernahme unterstützen?
Demokratie Welche Staatsform benötigt kritische Urteilskraft?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Nussbaums Gerechtigkeitstheorie heißt

. Eine Befähigung ist eine

. Eine tatsächlich ausgeübte Lebensform nennt man

. Normativer Ausgangspunkt ist die gleiche

. Die reflektierte Planung des eigenen Lebens gehört zur

. Gefühle enthalten nach Nussbaum häufig

. Bildung soll in Demokratien die kritische

stärken. Auch Tiere benötigen Möglichkeiten zu artspezifischer

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Begriffsnetz: Gestalte ein Schaubild zu Ressourcen, Befähigungen, Verwirklichungen, Würde und Schwellenwert.
  2. Bildanalyse: Wähle ein Porträt aus dem Kurs und beschreibe, welche Erwartungen Bilder öffentlicher Intellektueller erzeugen.
  3. Befähigungstagebuch: Dokumentiere einen Tag lang drei Möglichkeiten, die Du besitzt, und drei Hindernisse, die ihre Nutzung erschweren.
  4. Erklärvideo: Produziere ein einminütiges Video, das den Unterschied zwischen einem Recht und seiner realen Nutzbarkeit erklärt.


Standard

  1. Fallanalyse Schule: Prüfe Barrierefreiheit, Mitbestimmung und Lernchancen Deiner Schule mit fünf zentralen Befähigungen.
  2. Podcast: Nimm ein Gespräch auf, in dem zwei Personen Nussbaums Kritik am vergeltenden Zorn diskutieren.
  3. Philosophische Debatte: Führe eine strukturierte Debatte darüber, ob ein Staat universale Mindestbefähigungen garantieren soll.
  4. Medienanalyse: Untersuche eine politische Rede auf Angst, Mitgefühl, Ekel, Hoffnung und Zugehörigkeit.


Schwer

  1. Policy Brief: Entwickle auf zwei Seiten eine politische Maßnahme, die eine gefährdete Befähigung verbessert, und benenne Zielkonflikte.
  2. Theorienvergleich: Vergleiche Nussbaum mit Sen, Rawls oder dem Utilitarismus anhand eines selbst gewählten Gerechtigkeitsfalls.
  3. Forschungsinterview: Befrage eine Person aus Pflege, Sozialarbeit oder Behindertenvertretung zur Bedeutung realer Teilhabe und werte das Interview aus.
  4. Tierethik-Projekt: Analysiere Zoo, Landwirtschaft oder Haustierhaltung mit dem Gedanken artspezifischer Entfaltung und entwirf Reformkriterien.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Verteilung und Freiheit: Eine Kommune verteilt kostenlose Tablets, doch einige Lernende haben kein ruhiges Zuhause und keine barrierefreie Software. Erkläre, warum gleiche Ressourcen noch keine gleichen Befähigungen erzeugen, und entwickle zwei Ergänzungen.
  2. Schwellenkonflikt: Ein Staat kann entweder Gesundheitsversorgung oder politische Beteiligung stark ausbauen. Zeige, warum Nussbaums Ansatz eine einfache Verrechnung problematisch findet, und begründe eine faire Entscheidung.
  3. Zorn und Protest: Analysiere einen fiktiven Protest, der zwischen berechtigter Empörung und Vergeltungswunsch schwankt. Entwickle eine zukunftsgerichtete Strategie.
  4. Demokratische Bildung: Begründe an einem Schulbeispiel, wie sokratische Prüfung und narrative Imagination Polarisierung verringern können, ohne Unterschiede zu unterdrücken.
  5. Globale Verantwortung: Prüfe die Verantwortung eines international tätigen Unternehmens für Gesundheit, Arbeitsschutz und politische Freiheit in seiner Lieferkette.
  6. Tierliche Entfaltung: Vergleiche eine leidensminimierende und eine befähigungsorientierte Bewertung derselben Form von Tierhaltung.




Lernnachweis

Für einen erfolgreichen Lernnachweis sind wichtig:

  1. Begriffsverständnis: Ressourcen, Befähigungen, Verwirklichungen, Schwellenwert und Würde korrekt unterscheiden.
  2. Argumentationskompetenz: Eine These Nussbaums rekonstruieren und mit Gründen prüfen.
  3. Theorienvergleich: Mindestens einen anderen Gerechtigkeitsansatz sachgerecht einbeziehen.
  4. Transfer: Den Befähigungsansatz auf einen neuen gesellschaftlichen Fall anwenden.
  5. Kritikfähigkeit: Einwände zu Universalismus, Paternalismus oder Umsetzung abwägen.
  6. Urteil: Ein eigenständiges, nachvollziehbar begründetes Ergebnis formulieren.
  7. Quellenarbeit: Verlässliche Quellen kenntlich machen und Medien reflektiert verwenden.




OERs zum Thema

  1. University of Chicago: Fakultätsprofil
  2. Stanford Encyclopedia of Philosophy: Capability Approach
  3. Wikimedia Commons: freie Medien
  4. Holberg Prize: Martha C. Nussbaum



Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte





Schulfach+

Prüfungsliteratur 2026
Bundesland Bücher Kurzbeschreibung
Baden-Württemberg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Lustspiel über Machtmissbrauch und Recht; Roman als Zeitschnitt deutscher Geschichte an einem Haus/Grundstück.

Berlin/Brandenburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Der Biberpelz - Gerhart Hauptmann
  4. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Gerichtskomödie; soziales Drama um Ausbeutung/Armut; Komödie/Satire um Diebstahl und Obrigkeit; Roman über Erinnerungsräume und Umbrüche.

Bremen

Abitur

  1. Nach Mitternacht - Irmgard Keun
  2. Mario und der Zauberer - Thomas Mann
  3. Emilia Galotti - Gotthold Ephraim Lessing oder Miss Sara Sampson - Gotthold Ephraim Lessing

Abitur Roman in der NS-Zeit (Alltag, Anpassung, Angst); Novelle über Verführung/Massenpsychologie; bürgerliche Trauerspiele (Moral, Macht, Stand).

Hamburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun

Abitur Justiz-/Machtkritik als Komödie; Großstadtroman der Weimarer Zeit (Rollenbilder, Aufstiegsträume, soziale Realität).

Hessen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  4. Der Prozess - Franz Kafka

Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

Abitur

  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

Abitur

  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  2. Furor - Lutz Hübner und Sarah Nemitz
  3. Bahnwärter Thiel - Gerhart Hauptmann

Abitur Erinnerungsroman an einem Ort; zeitgenössisches Drama über Eskalation/Populismus; naturalistische Novelle (Pflicht/Überforderung/Abgrund).

Sachsen (berufliches Gymnasium)

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  6. Der Trafikant - Robert Seethaler

Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

Sachsen-Anhalt

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Recht/Gerechtigkeit und historische Tiefenschichten eines Ortes – umgesetzt über Drama und Gegenwartsroman.

Thüringen

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

Abitur

  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

Abitur Land beteiligt sich am länderübergreifenden Aufgabenpool; konkrete, veröffentlichte Einzeltitel konnten hier nicht ausgelesen werden.

Rheinland-Pfalz

Abitur

  1. (keine landesweit einheitliche Pflichtlektüre; schulische Auswahl)

Abitur Keine landesweite Einheitsliste; Auswahl kann schul-/kursbezogen erfolgen.




aiMOOCs



aiMOOC Projekte












THE MONKEY DANCE




The Monkey DanceaiMOOCs

  1. Trust Me It's True: #Verschwörungstheorie #FakeNews
  2. Gregor Samsa Is You: #Kafka #Verwandlung
  3. Who Owns Who: #Musk #Geld
  4. Lump: #Trump #Manipulation
  5. Filth Like You: #Konsum #Heuchelei
  6. Your Poverty Pisses Me Off: #SozialeUngerechtigkeit #Musk
  7. Hello I'm Pump: #Trump #Kapitalismus
  8. Monkey Dance Party: #Lebensfreude
  9. God Hates You Too: #Religionsfanatiker
  10. You You You: #Klimawandel #Klimaleugner
  11. Monkey Free: #Konformität #Macht #Kontrolle
  12. Pure Blood: #Rassismus
  13. Monkey World: #Chaos #Illusion #Manipulation
  14. Uh Uh Uh Poor You: #Kafka #BerichtAkademie #Doppelmoral
  15. The Monkey Dance Song: #Gesellschaftskritik
  16. Will You Be Mine: #Love
  17. Arbeitsheft
  18. And Thanks for Your Meat: #AntiFactoryFarming #AnimalRights #MeatIndustry


© The Monkey Dance on Spotify, YouTube, Amazon, MOOCit, Deezer, ...



Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen