Existentialismus

Existentialismus
Existentialismus
Der Existentialismus ist eine philosophische Strömung, die das konkrete menschliche Leben in den Mittelpunkt stellt: Du existierst, musst Entscheidungen treffen und übernimmst Verantwortung dafür, wie Du Dich zu Deiner Situation verhältst. Besonders einflussreich wurde der französische Existentialismus im 20. Jahrhundert durch Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir. Wichtige Voraussetzungen finden sich bei Søren Kierkegaard, Friedrich Nietzsche, in der Phänomenologie und bei Martin Heidegger.
Zielgruppe: gymnasiale Oberstufe, berufliche Oberstufe und Studienanfang in Philosophie oder Ethik.
Leitfrage: Wenn es keinen vollständig vorgegebenen Lebensplan gibt, wie entstehen dann Identität, Sinn und Verantwortung?
Einleitung
Existentialistische Philosophie beginnt nicht mit einer abstrakten Theorie über den Menschen, sondern mit Erfahrungen wie Freiheit, Angst, Entscheidung, Verantwortung, Fremdheit, Endlichkeit und dem Verhältnis zu anderen Menschen. Ihre Vertreterinnen und Vertreter sind sich dabei keineswegs in allen Fragen einig. Es gibt religiöse und atheistische Ansätze, philosophische Abhandlungen und literarische Formen.
Im engeren Sinn bezeichnet Existentialismus besonders die französische Strömung um Sartre und Beauvoir. Der allgemeinere Ausdruck Existenzphilosophie umfasst auch Denker wie Kierkegaard, Karl Jaspers und Heidegger. Albert Camus wird häufig im Umfeld des Existentialismus behandelt, verstand sich selbst aber nicht als Existentialist.
Für den Unterricht ist deshalb wichtig: Existentialismus ist keine einfache Formel wie „Alles ist sinnlos“. Im Zentrum steht vielmehr die Frage, wie Menschen unter Bedingungen ohne vollständig festgelegte Vorgaben leben, wählen und Verantwortung übernehmen.
Was bedeutet Existenz?
Im alltäglichen Sprachgebrauch bedeutet „Existenz“ meist Dasein oder Vorhandensein. In existentialistischen Zusammenhängen meint der Begriff stärker das gelebte menschliche Dasein: Du bist nicht nur ein Objekt mit Eigenschaften, sondern ein Wesen, das sich zu sich selbst, zu anderen und zur Welt verhält.
Bei Sartre wird dieser Gedanke radikal zugespitzt: Die Existenz geht der Essenz voraus. „Essenz“ meint hier ein vorher festgelegtes Wesen oder eine feste Bestimmung. Ein hergestellter Gegenstand hat normalerweise schon vor seiner Herstellung einen Zweck. Für den Menschen, so Sartres atheistische Position, gibt es dagegen keinen göttlich oder naturhaft festgelegten persönlichen Lebensplan, der jede Entscheidung schon bestimmt. Menschen werden zu dem, was sie durch ihre Handlungen aus sich machen.
Das bedeutet nicht, dass Menschen grenzenlos alles können. Körper, Herkunft, Vergangenheit, gesellschaftliche Verhältnisse und konkrete Möglichkeiten setzen Bedingungen. Existentialistische Freiheit ist daher keine Zauberkraft, sondern die Aufgabe, sich innerhalb einer Situation zu entscheiden und sich zu dieser Situation zu verhalten.
Historische Wurzeln
Søren Kierkegaard: Entscheidung und subjektive Existenz

Der dänische Philosoph Søren Kierkegaard gilt als wichtiger Vorläufer der Existenzphilosophie. Er kritisierte Philosophien, die das individuelle Leben in ein abgeschlossenes System einordnen wollten. Für ihn wird Wahrheit in Fragen der Lebensführung nicht allein durch distanziertes Wissen erfasst. Entscheidend ist, wie ein einzelner Mensch sich zu seinem Leben verhält.
Kierkegaard untersucht unter anderem Angst, Verzweiflung, Wahl und Glauben. Seine Philosophie ist religiös geprägt. Gerade darin unterscheidet er sich deutlich von Sartres späterem atheistischem Existentialismus.
Phänomenologie und Heidegger

Die Phänomenologie von Edmund Husserl beeinflusste viele existentialistische und existenzphilosophische Ansätze. Sie richtet die Aufmerksamkeit darauf, wie Dinge im Erleben erscheinen.
Martin Heidegger stellte in Sein und Zeit die Frage nach dem Sinn von Sein neu und analysierte menschliches Dasein unter anderem über Begriffe wie Geworfenheit, Sorge, Endlichkeit und Eigentlichkeit. Seine Philosophie prägte Sartre stark. Heidegger selbst wandte sich jedoch gegen eine Gleichsetzung seines Denkens mit Sartres Existentialismus.
Jean-Paul Sartre

Jean-Paul Sartre gab dem französischen Existentialismus seine bekannteste philosophische Form. In Das Sein und das Nichts unterscheidet er vereinfacht zwischen dem Sein der Dinge und dem menschlichen Bewusstsein. Menschen können sich von Gegebenem distanzieren, Möglichkeiten entwerfen und ihr eigenes Verhalten beurteilen. Darin zeigt sich für Sartre Freiheit.
Freiheit und Verantwortung
Freiheit bedeutet bei Sartre nicht, dass jede äußere Grenze verschwindet. Gemeint ist, dass Du Dich zu Deinen Bedingungen verhalten und zwischen Möglichkeiten wählen musst. Auch Nichtentscheiden kann eine Form der Entscheidung sein. Deshalb verbindet Sartre Freiheit eng mit Verantwortung.
Diese Freiheit kann belastend sein. Sie nimmt Dir die Möglichkeit, jede Handlung vollständig auf eine feste Natur, Rolle oder Vorschrift abzuschieben. Existentialistische Freiheit ist deshalb zugleich Chance und Zumutung.
Selbsttäuschung und mauvaise foi
Sartre beschreibt mit dem französischen Ausdruck mauvaise foi eine Form der Unaufrichtigkeit oder Selbsttäuschung. Dabei behandelt ein Mensch sich selbst so, als sei er vollständig auf eine Rolle oder Eigenschaft festgelegt.
Beispiel: Eine Person sagt „Ich bin eben so, ich kann gar nicht anders“, obwohl sie tatsächlich Handlungsspielräume besitzt. Die existentialistische Analyse fragt dann: Welche Möglichkeiten werden ausgeblendet? Welche Verantwortung wird vermieden? Dabei darf nicht vergessen werden, dass reale soziale und materielle Grenzen ebenfalls Handlungsmöglichkeiten beschränken.
Simone de Beauvoir

Simone de Beauvoir entwickelte existentialistische Gedanken eigenständig weiter. In Für eine Moral der Doppelsinnigkeit betont sie, dass menschliche Freiheit immer in konkrete Situationen eingebettet ist. Wir sind frei, aber nicht unter selbst gewählten Ausgangsbedingungen.
In Das andere Geschlecht untersucht Beauvoir, wie gesellschaftliche Vorstellungen und Institutionen Menschen auf Rollen festlegen können. Ihr berühmter Gedanke, dass man nicht als Frau geboren werde, sondern dazu werde, richtet den Blick auf die soziale Herstellung von Geschlechterrollen. Für Beauvoir ist Freiheit deshalb nicht bloß privat: Die eigene Freiheit steht in Beziehung zur Freiheit anderer.
Damit wird eine wichtige Erweiterung des Existentialismus sichtbar. Verantwortung betrifft nicht nur die persönliche Lebenswahl, sondern auch Bedingungen, unter denen andere Menschen ihre Möglichkeiten entfalten oder verlieren.
Albert Camus und das Absurde

Albert Camus wird häufig zusammen mit Existentialisten gelesen, obwohl er diese Bezeichnung für sich ablehnte. Sein Schlüsselbegriff ist das Absurde. Es entsteht für Camus aus der Spannung zwischen dem menschlichen Wunsch nach Sinn, Ordnung und Antwort einerseits und einer Welt andererseits, die darauf keine eindeutige Antwort gibt.
In Der Mythos des Sisyphos fragt Camus, wie ein Mensch mit dieser Situation leben kann. Seine Antwort ist nicht Resignation, sondern Revolte: das bewusste Weiterleben ohne Flucht in eine endgültige Scheinsicherheit. Der Mythos des Sisyphos wird dabei zum Bild eines Menschen, der seine Lage erkennt und dennoch handelt.
Zentrale Begriffe
| Begriff | Präzise Kurzdefinition |
|---|---|
| Existenz | Das konkrete, gelebte Dasein eines Menschen. |
| Essenz | Ein als fest oder vorgegeben verstandenes Wesen beziehungsweise eine Bestimmung. |
| Freiheit | Die Fähigkeit und Notwendigkeit, sich innerhalb einer Situation zu Möglichkeiten zu verhalten und zu wählen. |
| Verantwortung | Die Bindung von Entscheidungen an ihre Folgen und an die eigene Urheberschaft des Handelns. |
| Angst | Eine Erfahrung, in der die Offenheit eigener Möglichkeiten und die Unsicherheit von Entscheidungen hervortreten können. |
| mauvaise foi | Sartres Begriff für Selbsttäuschung, durch die eigene Freiheit oder eigene Bedingungen verzerrt dargestellt werden. |
| Situation | Die konkreten Bedingungen, in denen ein Mensch handelt, etwa Körper, Vergangenheit, soziale Beziehungen und materielle Umstände. |
| Absurdes | Bei Camus die Spannung zwischen dem menschlichen Sinnverlangen und dem Ausbleiben einer endgültigen Antwort der Welt. |
Existentialismus ist nicht Nihilismus
Nihilismus und Existentialismus werden häufig verwechselt. Nihilistische Positionen können die Geltung von Werten oder Sinn grundsätzlich bestreiten. Existentialistische Ansätze fragen dagegen oft, wie Menschen ohne vollständig vorgegebene Werte Verantwortung übernehmen und Bedeutung schaffen können.
Sartre und Beauvoir entwickeln ausdrücklich Überlegungen zu Verantwortung und Ethik. Camus lehnt ebenfalls eine bloße Kapitulation vor Sinnlosigkeit ab und setzt dem Absurden die Revolte entgegen. Deshalb ist die Aussage „Existentialismus bedeutet, dass nichts zählt“ ungenau.
Freiheit ist nicht Grenzenlosigkeit
Ein häufiges Missverständnis lautet: Wenn der Mensch frei ist, könne er alles tun. Existentialistische Freiheit meint jedoch keine unbegrenzte Macht. Eine Person kann ihre Vergangenheit nicht ungeschehen machen, gesellschaftliche Machtverhältnisse nicht einfach ignorieren und körperliche Grenzen nicht wegentscheiden.
Die philosophische Frage lautet vielmehr: Welche Möglichkeiten bestehen in einer konkreten Situation, und wie übernehme ich Verantwortung für meinen Umgang mit ihnen? Gerade Beauvoir macht deutlich, dass Freiheit sozial ungleich verteilt und durch Unterdrückung eingeschränkt werden kann.
Beispiel aus dem Alltag
Stell Dir vor, Du sollst einen Ausbildungs- oder Studienweg wählen. Familie, Noten, finanzielle Möglichkeiten und Erwartungen beeinflussen Deine Situation. Trotzdem musst Du Dich zu diesen Bedingungen verhalten. Du kannst zustimmen, widersprechen, Alternativen suchen, eine Entscheidung aufschieben oder eine frühere Wahl ändern.
Eine existentialistische Analyse würde nicht nur fragen: „Was ist objektiv die beste Option?“ Sie würde auch fragen: Welche Werte machst Du durch Deine Entscheidung sichtbar? Welche Verantwortung übernimmst Du? Täuschst Du Dich über eigene Spielräume oder über reale Grenzen? Welche Auswirkungen hat Deine Entscheidung auf andere?
So wird Existentialismus zu einer Philosophie der konkreten Entscheidungssituation.
Beziehungen zu anderen Menschen
Existentialismus ist nicht nur eine Philosophie des isolierten Individuums. Bei Sartre spielt der Blick des Anderen eine wichtige Rolle: Andere Menschen können mich als Objekt wahrnehmen, während ich mich selbst als handelndes Subjekt erlebe. Daraus können Konflikte entstehen.
Bei Beauvoir erhält dieser Zusammenhang eine deutlich ethische und gesellschaftliche Dimension. Freiheit verwirklicht sich nicht sinnvoll durch die bloße Beherrschung anderer. Die Freiheit anderer Menschen wird zu einer Bedingung, an der sich verantwortliches Handeln messen muss.
Literatur und Kultur
Existentialistische Ideen wurden nicht nur in Fachbüchern vermittelt. Sartre und Beauvoir schrieben Romane, Theaterstücke, Essays und autobiografische Texte. Camus verband philosophische Fragen mit literarischen Formen. Dadurch konnten Erfahrungen wie Fremdheit, Entscheidung, Schuld oder Absurdität in konkreten Figuren und Situationen dargestellt werden.
Wichtige Werke für eine vertiefte Beschäftigung sind Sartres Der Ekel, Geschlossene Gesellschaft und Das Sein und das Nichts, Beauvoirs Das andere Geschlecht und Für eine Moral der Doppelsinnigkeit sowie Camus' Der Fremde, Die Pest und Der Mythos des Sisyphos.

Das gemeinsame Grab von Sartre und Beauvoir auf dem Cimetière du Montparnasse in Paris erinnert an zwei eng verbundene, aber eigenständige philosophische Lebenswerke.
Fragen an den Existentialismus
Existentialistische Positionen laden selbst zur Kritik ein. Du kannst zum Beispiel fragen, ob sie individuelle Entscheidungsmöglichkeiten überschätzen, ob gesellschaftliche Strukturen ausreichend berücksichtigt werden oder wie aus Freiheit verbindliche moralische Maßstäbe entstehen können.
Gerade Beauvoirs Denken zeigt, dass solche Einwände innerhalb der existentialistischen Tradition aufgenommen werden können. Ihre Analysen verbinden persönliche Freiheit mit sozialer Situation, Abhängigkeit und Verantwortung.
Zusammenfassung
Der Existentialismus untersucht den Menschen als ein Wesen, das nicht einfach nur „ist“, sondern sich zu seinem Leben verhält. Sartre betont Freiheit, Entwurf und Verantwortung. Beauvoir verbindet Freiheit mit Situation, sozialer Abhängigkeit und Ethik. Kierkegaard ist ein wichtiger religiöser Vorläufer. Heidegger beeinflusst die existentialistische Begriffswelt, ohne sich mit Sartres Richtung gleichzusetzen. Camus steht dem Existentialismus nahe, entwickelt mit dem Absurden und der Revolte aber eine eigene Position.
Für Dein eigenes Nachdenken bleibt die Kernfrage offen: Wie willst Du handeln, wenn es keine vollständig vorgefertigte Antwort gibt?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Aussage fasst Sartres Grundgedanken zur Existenz am besten zusammen? (Der Mensch existiert zuerst und entwirft sich durch sein Handeln) (!Der Mensch besitzt von Geburt an einen vollständig festgelegten Lebensplan) (!Der Mensch ist nur durch biologische Eigenschaften bestimmt) (!Der Mensch kann keine Verantwortung für Entscheidungen tragen)
Was bedeutet Freiheit im Existentialismus am ehesten? (Sich innerhalb konkreter Bedingungen zu Möglichkeiten verhalten und wählen) (!Alle äußeren Grenzen jederzeit aufheben können) (!Ohne Folgen handeln zu dürfen) (!Jede gesellschaftliche Regel automatisch abzulehnen)
Wofür steht Sartres Begriff mauvaise foi? (Für eine Form der Selbsttäuschung über eigene Freiheit oder Festlegung) (!Für eine mathematische Methode) (!Für eine religiöse Zeremonie) (!Für die Ablehnung jeder Entscheidung)
Welche Rolle spielt die Situation bei Simone de Beauvoir? (Freiheit findet immer unter konkreten Bedingungen statt) (!Freiheit ist völlig unabhängig von sozialen Bedingungen) (!Nur Naturgesetze bestimmen menschliches Handeln) (!Die Situation ist für Verantwortung bedeutungslos)
Wie steht Albert Camus zur Bezeichnung Existentialist? (Er wurde oft so eingeordnet, lehnte die Bezeichnung für sich aber ab) (!Er erfand den Begriff Existentialismus) (!Er war Schüler von Kierkegaard) (!Er vertrat ausschließlich scholastische Philosophie)
Was bezeichnet das Absurde bei Camus? (Die Spannung zwischen menschlichem Sinnverlangen und einer Welt ohne endgültige Antwort) (!Eine naturwissenschaftliche Theorie des Weltalls) (!Die vollständige Abwesenheit menschlicher Wünsche) (!Eine festgelegte religiöse Heilsordnung)
Warum ist Existentialismus nicht einfach mit Nihilismus gleichzusetzen? (Existentialisten untersuchen Verantwortung und die Entstehung von Sinn und Werten) (!Existentialisten lehnen jede Form von Freiheit ab) (!Existentialisten behaupten, dass alle Werte naturgegeben sind) (!Existentialisten beschäftigen sich nur mit Logik)
Wer gilt als wichtiger Vorläufer der Existenzphilosophie? (Søren Kierkegaard) (!René Descartes) (!Isaac Newton) (!Euklid)
Welche Aussage trifft auf Martin Heidegger zu? (Sein Denken beeinflusste Sartre, ohne mit Sartres Existentialismus identisch zu sein) (!Er war Mitautor von Das andere Geschlecht) (!Er entwickelte Camus Theorie des Absurden) (!Er schrieb Der Mythos des Sisyphos)
Welche Frage ist typisch für eine existentialistische Analyse? (Wie übernehme ich Verantwortung für meine Wahl in einer konkreten Situation) (!Welche chemische Formel beschreibt Freiheit) (!Welche Entscheidung ist durch mein Wesen vollständig vorgegeben) (!Wie vermeide ich grundsätzlich jede Entscheidung)
Memory
| Existenz | gelebtes menschliches Dasein |
| Essenz | vorgegebenes Wesen |
| Freiheit | Wahl zwischen Möglichkeiten |
| Verantwortung | Einstehen für eigenes Handeln |
| mauvaise foi | Selbsttäuschung über die eigene Lage |
| Absurdes | Spannung zwischen Sinnverlangen und Welt |
| Kierkegaard | religiöser Vorläufer |
| Beauvoir | situierte Freiheit |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Existenz vor Essenz | Sartre |
| Situierte Freiheit | Beauvoir |
| Absurdes | Camus |
| Entscheidung und Glauben | Kierkegaard |
| Daseinsanalyse | Heidegger |
| Selbsttäuschung | mauvaise foi |
Kreuzworträtsel
| Freiheit | Welcher Begriff bezeichnet bei Sartre die notwendige Wahl zwischen Möglichkeiten? |
| Essenz | Wie heißt das vorgegebene Wesen, dem bei Sartre die Existenz vorausgeht? |
| Beauvoir | Welche Philosophin verband existentialistische Freiheit mit sozialer Situation und Geschlechterrollen? |
| Absurdes | Wie nennt Camus die Spannung zwischen Sinnverlangen und einer Welt ohne endgültige Antwort? |
| Kierkegaard | Welcher dänische Philosoph gilt als wichtiger religiöser Vorläufer? |
| Verantwortung | Welcher Begriff bezeichnet das Einstehen für das eigene Handeln? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Begriffskarte: Gestalte eine übersichtliche Karte mit den Begriffen Existenz, Essenz, Freiheit, Verantwortung und Situation. Erkläre jeden Begriff in einem eigenen Satz.
- Alltagsentscheidung: Beschreibe eine alltägliche Entscheidung und trenne dabei zwischen Bedingungen, Handlungsmöglichkeiten und Verantwortung.
- Philosophenporträt: Wähle Sartre, Beauvoir, Kierkegaard oder Camus und erstelle ein kurzes Porträt mit drei zentralen Gedanken.
- Begriffsvergleich: Formuliere in eigenen Worten, warum Existentialismus und Nihilismus nicht dasselbe sind.
Standard
- Rollenanalyse: Erfinde eine Szene, in der eine Person ihre eigene Verantwortung mit einer festen Rolle entschuldigt. Analysiere die Szene mit Sartres Begriff mauvaise foi.
- Situierte Freiheit: Untersuche an einem selbst gewählten Beispiel, wie soziale Bedingungen Handlungsmöglichkeiten erweitern oder einschränken.
- Absurdes im Alltag: Entwickle ein Bild, einen Comic oder ein kurzes Video, das Camus Begriff des Absurden erklärt, ohne ihn mit bloßer Sinnlosigkeit gleichzusetzen.
- Literaturvergleich: Lies einen kurzen Ausschnitt aus einem Werk von Sartre, Beauvoir oder Camus und untersuche, wie eine philosophische Frage literarisch dargestellt wird.
Schwer
- Philosophische Debatte: Führe eine strukturierte Debatte darüber, ob existentialistische Freiheit mit biologischen, sozialen und psychologischen Erklärungen menschlichen Handelns vereinbar ist.
- Ethikvergleich: Vergleiche Beauvoirs Verständnis von Freiheit und Verantwortung mit einer anderen ethischen Theorie, etwa Kants Ethik oder Utilitarismus.
- Strukturanalyse: Untersuche ein gesellschaftliches Beispiel daraufhin, wo individuelle Verantwortung endet und strukturelle Einschränkungen beginnen.
- Podcastprojekt: Produziere einen fünf- bis achtminütigen Podcast, in dem Du eine heutige Frage zu Identität, Beruf, sozialen Medien oder Lebensplanung mit mindestens zwei existentialistischen Positionen analysierst.


Lernkontrolle
- Fallanalyse: Eine Person sagt: „Meine Familie erwartet diesen Beruf von mir, also habe ich keine Wahl.“ Analysiere die Aussage mit Sartres Freiheitsbegriff und berücksichtige zugleich reale soziale Grenzen.
- Vergleich: Zeige an einem selbst gewählten Beispiel, wie Sartres Betonung der Freiheit durch Beauvoirs Begriff der Situation ergänzt werden kann.
- Transfer: Erkläre, warum Camus Antwort auf das Absurde weder einfache Resignation noch eine fertige Sinnlehre ist. Übertrage den Gedanken auf eine moderne Alltagssituation.
- Kritik: Entwickle einen begründeten Einwand gegen eine existentialistische Position und formuliere anschließend eine mögliche Antwort aus der Perspektive eines Existentialisten.
- Urteilsbildung: Prüfe die Aussage „Wenn Werte nicht vollständig vorgegeben sind, ist jede Entscheidung gleich gut.“ Nutze mindestens zwei Begriffe aus dem Kurs.
- Identitätsanalyse: Untersuche, wie eine Person zugleich durch Vergangenheit und Gesellschaft geprägt sein und dennoch Verantwortung für zukünftige Entscheidungen übernehmen kann.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du Begriffe nicht nur wiedergeben, sondern auf neue Situationen anwenden kannst.
- Du kannst Existentialismus und Existenzphilosophie sinnvoll unterscheiden.
- Du kannst Sartres Formel vom Vorrang der Existenz vor der Essenz erklären.
- Du kannst Freiheit und Verantwortung mit konkreten Bedingungen einer Situation zusammendenken.
- Du kannst mauvaise foi an einem Beispiel analysieren.
- Du kannst Beauvoirs Konzept situierter Freiheit erläutern und auf gesellschaftliche Fragen übertragen.
- Du kannst Camus Begriff des Absurden erklären und vom einfachen Nihilismus abgrenzen.
- Du kannst Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Sartre, Beauvoir, Kierkegaard, Heidegger und Camus begründet darstellen.
- Du kannst eine eigene philosophische Position formulieren, begründen und gegen Einwände verteidigen.
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