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D9 G - Fehler in Texten erkennen und verbessern

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D9 G - Fehler in Texten erkennen und verbessern




D9 G - Fehler in Texten erkennen und verbessern


Einleitung

In diesem aiMOOC lernst Du, Fehler in Texten systematisch zu erkennen, zu verbessern und Deine Verbesserungen mit einfachen Regeln zu begründen. Das ist besonders wichtig, wenn Du Klassenarbeiten, Berichte, E-Mails, Praktikumsberichte, Bewerbungen oder andere Texte schreibst.

Der Kurs richtet sich an die Klasse 9 auf G-Niveau. Du arbeitest deshalb mit klaren Regeln, überschaubaren Beispielen und vielen kurzen Übungstexten. Im Mittelpunkt stehen vier Bereiche:

  1. Orthografie: Wörter richtig schreiben.
  2. Zeichensetzung: Satzzeichen passend setzen.
  3. Satzbau: Sätze verständlich und grammatisch sinnvoll bauen.
  4. Wortwahl: passende, genaue und verständliche Wörter verwenden.

Wichtig ist nicht nur, dass Du einen Fehler verbesserst. Du sollst auch kurz erklären können, warum Deine Verbesserung richtig oder sinnvoll ist.

Ein guter Merksatz lautet:

Erkennen – Verbessern – Begründen – Noch einmal lesen.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du

  1. typische Rechtschreibfehler finden und verbessern,
  2. wichtige Kommaregeln anwenden,
  3. unklare oder fehlerhafte Satzstellungen erkennen,
  4. unpassende oder umgangssprachliche Wörter durch passendere Wörter ersetzen,
  5. mehrere Fehlerarten gleichzeitig in einem Text bearbeiten,
  6. einfache Regeln zu Deinen Verbesserungen nennen,
  7. einen eigenen Text mithilfe einer Prüfreihenfolge überarbeiten.


Warum Textüberarbeitung wichtig ist

Beim ersten Schreiben konzentrierst Du Dich oft vor allem auf den Inhalt. Dabei können Fehler entstehen. Deshalb gehört das Überarbeiten zum Schreiben dazu. Ein Text wird verständlicher, wenn Schreibweise, Satzzeichen, Satzbau und Wortwahl stimmen.

Fehler sind dabei nicht alle gleich. Ein fehlendes Komma ist etwas anderes als ein unpassendes Wort. Wenn Du lernst, Fehler zu sortieren, findest Du sie leichter.


Die vier Prüffelder


Orthografie: Wörter richtig schreiben

Zur Orthografie gehören unter anderem Groß- und Kleinschreibung, die Schreibung mit s, ss oder ß, Doppelkonsonanten sowie häufig verwechselte Wörter.

Einige wichtige Grundregeln:

  1. Nomen großschreiben: Namen für Personen, Dinge, Tiere und Begriffe werden großgeschrieben, zum Beispiel „Schule“, „Freundschaft“ oder „Praktikum“.
  2. das und dass unterscheiden: „das“ kann Artikel oder Pronomen sein. „dass“ leitet einen Nebensatz ein.
  3. seit und seid unterscheiden: „seit“ bezeichnet meist eine Zeitspanne. „seid“ gehört zum Verb „sein“.
  4. ss und ß unterscheiden: Nach kurzem betontem Vokal steht häufig „ss“, nach langem Vokal oder Doppellaut häufig „ß“, zum Beispiel „müssen“ und „groß“.
  5. Wörter verlängern: Bei Wörtern wie „Hund“ kann die Verlängerung „Hunde“ helfen, den Endlaut sicher zu erkennen.

Das Bild zeigt ein reales Beispiel für einen Schreibfehler. Statt „ferboten“ muss es „verboten“ heißen.

Einfache Regelbegründung: Das Wort gehört zur Wortfamilie von „verbieten“. Deshalb schreibt man es mit v.


Zeichensetzung: Satzzeichen geben Struktur

Satzzeichen helfen beim Lesen. Besonders wichtig ist das Komma.

Für diesen Kurs reichen zunächst diese Regeln:

  1. Nebensatzregel: Ein Nebensatz wird vom Hauptsatz durch ein Komma getrennt. Typische Einleitungswörter sind „weil“, „dass“, „wenn“, „obwohl“ und „damit“.
  2. Aufzählungsregel: Gleichrangige Wörter oder Wortgruppen werden durch Kommas getrennt, wenn sie nicht schon durch „und“ oder „oder“ verbunden sind.
  3. Anrede: Eine Anrede wird durch Komma abgetrennt, zum Beispiel „Lina, komm bitte her.“
  4. Direkte Rede: Bei direkter Rede werden Anführungszeichen und passende Satzzeichen verwendet.
  5. Satzende: Ein Aussagesatz endet normalerweise mit Punkt, eine Frage mit Fragezeichen und ein Ausruf kann mit Ausrufezeichen enden.

Beispiel:

Fehlerhaft: Ich bleibe heute zu Hause weil ich krank bin.

Verbessert: Ich bleibe heute zu Hause, weil ich krank bin.

Einfache Regelbegründung: Vor dem Nebensatz mit „weil“ steht ein Komma.


Satzbau: Sätze verständlich ordnen

Ein Satz kann richtig geschrieben sein und trotzdem schwer verständlich wirken. Dann lohnt sich ein Blick auf den Satzbau.

Wichtige Hilfen:

  1. Im normalen Hauptsatz steht das gebeugte Verb meist an zweiter Stelle: „Heute gehe ich zur Schule.“
  2. Im Nebensatz steht das gebeugte Verb häufig am Ende: „..., weil ich heute länger bleibe.“
  3. Sehr lange Sätze kannst Du oft in zwei oder drei kürzere Sätze teilen.
  4. Satzteile sollten so stehen, dass klar ist, wer etwas tut und worauf sich ein Wort bezieht.
  5. Wiederhole nicht ständig denselben Satzanfang.

Beispiel:

Fehlerhaft: Weil ich hatte meinen Bus verpasst kam ich zu spät.

Verbessert: Weil ich meinen Bus verpasst hatte, kam ich zu spät.

Einfache Regelbegründung: Im Nebensatz mit „weil“ steht das Verb am Ende. Außerdem wird der Nebensatz durch ein Komma abgetrennt.


Wortwahl: passend und genau formulieren

Bei der Wortwahl geht es darum, ob ein Wort zur Situation passt und den Inhalt genau ausdrückt.

Vergleiche:

Ungenau: Das Praktikum war voll gut.

Passender: Das Praktikum war sehr interessant.

Die erste Formulierung kann in einem privaten Gespräch passend sein. In einem schulischen Bericht ist „sehr interessant“ genauer und sachlicher.

Weitere Beispiele:

  1. „machen“ kann oft genauer ersetzt werden, zum Beispiel durch „erstellen“, „durchführen“, „bauen“, „planen“ oder „erklären“.
  2. Häufige Wiederholungen können durch passende andere Formulierungen vermieden werden.
  3. Umgangssprache ist nicht grundsätzlich falsch, aber sie passt nicht zu jeder Textsorte.
  4. Bezüge müssen klar sein. Bei „Leon sprach mit Amir, weil er sauer war“ ist unklar, wer sauer war.


Eine einfache Prüfreihenfolge

Wenn Du einen Text mit vielen Fehlern vor Dir hast, versuche nicht, alles gleichzeitig zu sehen. Arbeite in mehreren Durchgängen.

  1. Erster Durchgang – Orthografie: Prüfe Großschreibung, häufige Verwechslungen und auffällige Wörter.
  2. Zweiter Durchgang – Satzzeichen: Suche Satzenden, Nebensätze, Aufzählungen und direkte Rede.
  3. Dritter Durchgang – Satzbau: Prüfe die Verbposition und sehr lange oder unklare Sätze.
  4. Vierter Durchgang – Wortwahl: Ersetze unpassende, ungenaue oder ständig wiederholte Wörter.
  5. Fünfter Durchgang – Begründung: Schreibe zu wichtigen Verbesserungen jeweils eine kurze Regel.

Diese Reihenfolge ist eine Lernhilfe. Mit mehr Übung kannst Du später mehrere Bereiche gleichzeitig prüfen.


Fehler erkennen und begründen

Eine gute Korrektur besteht aus drei Teilen:

  1. Fehlerstelle: Was ist falsch oder unpassend?
  2. Verbesserung: Wie lautet die bessere Form?
  3. Begründung: Welche einfache Regel erklärt die Verbesserung?

Beispiel:

Fehlerstelle: „ich gehe morgen ins praktikum“

Verbesserung: „Ich gehe morgen ins Praktikum.“

Begründung: Satzanfänge und Nomen werden großgeschrieben. Ein Aussagesatz endet mit Punkt.


Bearbeitete Beispieltexte


Beispieltext 1: Nachricht an die Klasse

Fehlerhaft:

morgen schreiben wir deutsch ich glaub das die arbeit in der dritten stunde ist weil frau berger hat das gestern gesagt.

Verbessert:

Morgen schreiben wir Deutsch. Ich glaube, dass die Arbeit in der dritten Stunde ist, weil Frau Berger das gestern gesagt hat.

Einfache Begründungen:

  1. „Morgen“ steht am Satzanfang und wird großgeschrieben.
  2. „Deutsch“ ist hier die Bezeichnung für das Schulfach und wird großgeschrieben.
  3. Nach „Ich glaube“ folgt ein Nebensatz mit „dass“. Deshalb steht ein Komma.
  4. „dass“ ist eine Konjunktion und wird mit Doppel-s geschrieben.
  5. Vor dem Nebensatz mit „weil“ steht ein Komma.
  6. Im Nebensatz mit „weil“ steht das Verb „hat“ am Ende.
  7. Der erste Gedanke war zu lang. Zwei Sätze sind leichter zu lesen.


Beispieltext 2: E-Mail an eine Lehrkraft

Fehlerhaft:

hallo herr Maier ich wollte fragen ob sie mir sagen können wann wir die präsentation machen müssen weil ich hab den termin vergessen.

Verbessert:

Hallo Herr Maier, ich wollte fragen, ob Sie mir sagen können, wann wir die Präsentation halten müssen, weil ich den Termin vergessen habe.

Einfache Begründungen:

  1. Die Anrede beginnt groß.
  2. Nach der Anrede steht ein Komma.
  3. Die höfliche Anrede „Sie“ wird großgeschrieben.
  4. Vor dem Nebensatz mit „ob“ steht ein Komma.
  5. Vor dem Nebensatz mit „wann“ steht ein Komma.
  6. „Präsentation machen“ ist ungenau. „Präsentation halten“ passt besser.
  7. Im Nebensatz mit „weil“ steht „habe“ am Ende.


Beispieltext 3: Praktikumsbericht

Fehlerhaft:

Am ersten Tag hab ich viele Sachen gemacht. Dann hab ich so Zeug sortiert und dann hab ich mit einem Mitarbeiter gesprochen und das war voll interessant.

Verbessert:

Am ersten Tag habe ich verschiedene Aufgaben erledigt. Zuerst sortierte ich Unterlagen. Danach sprach ich mit einem Mitarbeiter. Das Gespräch war sehr interessant.

Einfache Begründungen:

  1. „hab“ ist umgangssprachlich. In einem Bericht passt „habe“ besser.
  2. „Sachen“ und „Zeug“ sind ungenau. „Aufgaben“ und „Unterlagen“ sind genauer.
  3. Mehrere kurze Sätze verbessern die Übersicht.
  4. Unterschiedliche Satzanfänge vermeiden Wiederholungen.
  5. „voll interessant“ ist umgangssprachlich. „sehr interessant“ passt besser zu einem Bericht.


Beispieltext 4: Bericht über einen Ausflug

Fehlerhaft:

Wir fuhren mit dem Bus nach Stuttgart der Bus war ziemlich voll trotzdem war die fahrt okay weil wir haben musik gehört.

Verbessert:

Wir fuhren mit dem Bus nach Stuttgart. Der Bus war ziemlich voll. Trotzdem war die Fahrt angenehm, weil wir Musik gehört haben.

Einfache Begründungen:

  1. Zwischen vollständigen Aussagen können Punkte gesetzt werden.
  2. „Fahrt“ und „Musik“ sind Nomen und werden großgeschrieben.
  3. „okay“ ist möglich, aber „angenehm“ ist hier genauer.
  4. Vor dem Nebensatz mit „weil“ steht ein Komma.
  5. Im Nebensatz mit „weil“ steht das Verb am Ende.


Beispieltext 5: Meinung zu Handys in der Schule

Fehlerhaft:

Ich finde Handys sollten in der pause erlaubt sein den man kann damit seine eltern erreichen außerdem ist es auch gut wenn man was nach schauen will.

Verbessert:

Ich finde, Handys sollten in der Pause erlaubt sein, denn man kann damit seine Eltern erreichen. Außerdem ist es hilfreich, wenn man etwas nachschauen möchte.

Einfache Begründungen:

  1. Nach „Ich finde“ folgt hier ein abhängiger Satz. Das Komma macht die Struktur klar.
  2. „Pause“ und „Eltern“ sind Nomen und werden großgeschrieben.
  3. „den“ muss hier „denn“ heißen. „denn“ verbindet Begründungen.
  4. Ein Punkt trennt die zwei Hauptgedanken übersichtlich.
  5. Vor dem Nebensatz mit „wenn“ steht ein Komma.
  6. „was“ und „will“ wirken hier umgangssprachlich. „etwas“ und „möchte“ passen besser.
  7. „nachschauen“ wird in dieser Bedeutung zusammengeschrieben.


Beispieltext 6: Direkte Rede

Fehlerhaft:

Mia sagte ich komme morgen später weil mein bus fährt erst um acht.

Verbessert:

Mia sagte: „Ich komme morgen später, weil mein Bus erst um acht fährt.“

Einfache Begründungen:

  1. Vor der direkten Rede kann ein Doppelpunkt stehen.
  2. Die direkte Rede steht in Anführungszeichen.
  3. „Ich“ steht am Anfang der direkten Rede und wird großgeschrieben.
  4. „Bus“ ist ein Nomen und wird großgeschrieben.
  5. Vor „weil“ steht ein Komma.
  6. Im Nebensatz steht das Verb „fährt“ am Ende.


Beispieltext 7: Beschreibung einer Gruppenarbeit

Fehlerhaft:

Unsere gruppe sollte ein Plakat machen wir haben aber zuerst lange geredet weil keiner wusste was er machen soll und deswegen sind wir nicht fertig geworden.

Verbessert:

Unsere Gruppe sollte ein Plakat gestalten. Zuerst haben wir lange gesprochen, weil niemand wusste, welche Aufgabe er übernehmen sollte. Deshalb sind wir nicht fertig geworden.

Einfache Begründungen:

  1. „Gruppe“ ist ein Nomen und wird großgeschrieben.
  2. „Plakat gestalten“ ist genauer als „Plakat machen“.
  3. Ein Punkt trennt zwei selbstständige Gedanken.
  4. Vor „weil“ steht ein Komma.
  5. „keiner“ kann in einem sachlichen Text durch „niemand“ ersetzt werden.
  6. Die Formulierung „welche Aufgabe er übernehmen sollte“ ist genauer als „was er machen soll“.
  7. „Deshalb“ ist ein klarer Satzanfang für eine Folge.


Beispieltext 8: Bewerbung um ein Praktikum

Fehlerhaft:

ich will bei ihnen ein praktikum machen weil ihre firma cool ist und ich will mal gucken wie das da so ist.

Verbessert:

Ich möchte bei Ihnen ein Praktikum machen, weil mich die Arbeit in Ihrem Betrieb interessiert und ich den Berufsalltag kennenlernen möchte.

Einfache Begründungen:

  1. Satzanfänge und Nomen werden großgeschrieben.
  2. Die höfliche Anrede „Ihnen“ wird großgeschrieben.
  3. Vor „weil“ steht ein Komma.
  4. „cool“ ist in einer Bewerbung zu umgangssprachlich.
  5. „mal gucken, wie das da so ist“ ist ungenau.
  6. „den Berufsalltag kennenlernen“ beschreibt das Ziel genauer.


Beispieltext 9: Unfallbericht

Fehlerhaft:

Der Fahrradfahrer kam schnell um die ecke dann ist er gegen das auto gefahren das dort stand aber zum glück wurde niemand schlim verletzt.

Verbessert:

Der Fahrradfahrer kam schnell um die Ecke. Dann fuhr er gegen das Auto, das dort stand. Zum Glück wurde niemand schwer verletzt.

Einfache Begründungen:

  1. „Ecke“ und „Auto“ sind Nomen und werden großgeschrieben.
  2. Punkte teilen den langen Satz in übersichtliche Aussagen.
  3. Vor dem Relativsatz „das dort stand“ steht ein Komma.
  4. „ist ... gefahren“ ist nicht falsch, aber „fuhr“ ist in einem schriftlichen Bericht knapp und passend.
  5. „schlimm verletzt“ ist möglich, aber „schwer verletzt“ ist in Berichten üblicher und genauer.


Beispieltext 10: Kommentar zu einem Schulfest

Fehlerhaft:

Das schulfest war eigentlich gut aber die musik war viel zu laut die stände waren cool und das essen war auch gut gut fand ich auch das viele schüler geholfen haben.

Verbessert:

Das Schulfest war insgesamt gelungen, aber die Musik war viel zu laut. Die Stände waren abwechslungsreich, und das Essen schmeckte gut. Besonders positiv fand ich, dass viele Schüler geholfen haben.

Einfache Begründungen:

  1. „Schulfest“, „Musik“, „Stände“, „Essen“ und „Schüler“ sind Nomen und werden großgeschrieben.
  2. Ein Komma vor „aber“ trennt die gegensätzlichen Satzteile.
  3. Punkte gliedern den langen Text.
  4. „cool“ wurde durch das genauere Wort „abwechslungsreich“ ersetzt.
  5. Die Wiederholung von „gut“ wurde vermieden.
  6. Vor dem Nebensatz mit „dass“ steht ein Komma.
  7. „dass“ wird als Konjunktion mit Doppel-s geschrieben.


Beispieltext 11: Nachricht mit das und dass

Fehlerhaft:

Das Heft das du mir gegeben hast ist das Heft dass ich gesucht habe und ich hoffe das du es morgen nicht brauchst.

Verbessert:

Das Heft, das du mir gegeben hast, ist das Heft, das ich gesucht habe, und ich hoffe, dass du es morgen nicht brauchst.

Einfache Begründungen:

  1. Relativsätze werden durch Kommas abgetrennt.
  2. In „das du mir gegeben hast“ kann „das“ durch „welches“ ersetzt werden. Deshalb steht nur ein s.
  3. Auch „das ich gesucht habe“ ist ein Relativsatz.
  4. In „dass du es morgen nicht brauchst“ leitet „dass“ einen Nebensatz ein. Deshalb schreibt man Doppel-s.
  5. Vor dem dass-Satz steht ein Komma.


Beispieltext 12: Mehrere Fehlerarten gleichzeitig

Fehlerhaft:

Seit ihr gestern im jugendhaus wart habt ihr warscheinlich gesehen das der neue raum fertig ist er sieht mega aus aber die möbel stehen irgendwie komisch weil man kann kaum durch laufen.

Verbessert:

Seit ihr gestern im Jugendhaus wart, habt ihr wahrscheinlich gesehen, dass der neue Raum fertig ist. Er sieht sehr modern aus, aber die Möbel stehen ungünstig, weil man kaum durchlaufen kann.

Einfache Begründungen:

  1. „Seit“ bezeichnet hier Zeit und ist richtig; „seid“ wäre eine Form von „sein“.
  2. „Jugendhaus“, „Raum“ und „Möbel“ sind Nomen und werden großgeschrieben.
  3. „wahrscheinlich“ schreibt man mit „h“ nach „wa“ und ohne zusätzliches „r“ nach „wa“.
  4. Vor „dass“ steht ein Komma.
  5. „dass“ leitet einen Nebensatz ein.
  6. Ein Punkt trennt zwei Hauptgedanken.
  7. „mega“ ist umgangssprachlich. „sehr modern“ ist genauer.
  8. „irgendwie komisch“ ist ungenau. „ungünstig“ passt besser.
  9. Vor „weil“ steht ein Komma.
  10. Im weil-Satz steht das Verb am Ende.
  11. „durchlaufen“ wird hier zusammengeschrieben.

Auch im Alltag findest Du echte Schreibfehler. Solche Beispiele eignen sich gut zum Üben: Fehler entdecken, richtige Form notieren und eine Regel nennen.


Fehlerwerkstatt: Jetzt verbesserst Du selbst

Bearbeite jeden Text in drei Schritten:

  1. Schreibe den Text richtig ab.
  2. Markiere mindestens drei Verbesserungen.
  3. Begründe mindestens zwei Verbesserungen mit einer einfachen Regel.


Übungstext A: Schulweg

Fehlertext:

jeden morgen fahr ich mit dem Bus zur schule aber gestern bin ich gelaufen weil der bus ist nicht gekommen.

Hilfen: Prüfe Großschreibung, Komma, Satzbau und Wortwahl.


Übungstext B: Sporttag

Fehlertext:

Beim sporttag haben wir fußball gespielt danach gab es ein lauf und ich war voll kaputt weil ich bin zu schnell gestartet.

Hilfen: Prüfe Nomen, Satzgrenzen, Wortwahl und die Stellung des Verbs im Nebensatz.


Übungstext C: Praktikum

Fehlertext:

In meinem praktikum musste ich viele sachen machen ich hab kunden geholfen und regale gemacht das war meistens okay.

Hilfen: Suche ungenaue Wörter und umgangssprachliche Formen.


Übungstext D: Klassenfahrt

Fehlertext:

Als wir im hostel ankamen waren alle müde trotzdem wollten wir noch raus gehen aber unser Lehrer sagte ihr bleibt heute hier.

Hilfen: Prüfe Kommas, Großschreibung, Zusammenschreibung und direkte Rede.


Übungstext E: Konflikt

Fehlertext:

Lea war sauer auf Nora weil sie ihr Heft genommen hatte und sie sagte das ist echt mies von dir.

Hilfen: Prüfe Zeichensetzung und überlege, ob alle Pronomen eindeutig sind.


Übungstext F: Schulhof

Fehlertext:

Auf dem schulhof liegen oft Verpackungen Dosen und papier obwohl überall mülleimer stehen finde ich das nicht gut.

Hilfen: Prüfe Aufzählung, Nebensatz, Satzgrenze und Großschreibung.


Übungstext G: Online-Unterricht

Fehlertext:

Wenn der unterricht online ist finde ich es manchmal schwer mich zu konzentrieren weil zuhause sind viele sachen die mich ablenken.

Hilfen: Prüfe Kommas, Satzbau und Wortwahl.


Übungstext H: Bewerbung

Fehlertext:

Sehr geehrte frau Klein ich will mich bei ihnen bewerben weil der beruf bei euch voll interessant klingt.

Hilfen: Prüfe Anrede, Höflichkeitsform, Wortwahl und Zeichensetzung.


Übungstext I: Veranstaltung

Fehlertext:

Das konzert begann um acht wir waren aber schon um sieben da damit wir gute plätze kriegen und das war echt schlau.

Hilfen: Prüfe Satzgrenzen, Großschreibung, Wortwahl und Nebensatz.


Übungstext J: Diskussion

Fehlertext:

Ich glaube das schuluniformen keine gute idee sind weil jeder soll selber entscheiden was er anzieht.

Hilfen: Prüfe „das/dass“, Großschreibung, Kommas und Verbposition.


Strategien zum Korrekturlesen


Langsam und gezielt lesen

Lies einen Text nicht nur auf Inhalt. Suche in jedem Durchgang gezielt nach einer Fehlerart. Das entlastet Dich.

Eine mögliche Reihenfolge:

  1. Nomen und Satzanfänge suchen.
  2. Nebensätze und Kommas prüfen.
  3. Verben markieren und ihre Stellung kontrollieren.
  4. Unklare Wörter unterstreichen.
  5. Den Text laut oder halblaut lesen.
  6. Zum Schluss prüfen, ob jede Verbesserung verständlich begründet werden kann.


Mit Farben arbeiten

Du kannst beim Üben verschiedene Farben verwenden:

  1. Orthografie: eine Farbe.
  2. Zeichensetzung: eine zweite Farbe.
  3. Satzbau: eine dritte Farbe.
  4. Wortwahl: eine vierte Farbe.

So erkennst Du, welche Fehlerart Dir noch häufig Probleme macht.


Nicht nur korrigieren, sondern erklären

Eine Regelbegründung muss nicht kompliziert sein. Oft reicht ein kurzer Satz.

Beispiele:

  1. „Schule“ wird großgeschrieben, weil es ein Nomen ist.
  2. Vor „weil“ steht ein Komma, weil ein Nebensatz beginnt.
  3. Im Nebensatz steht das Verb am Ende.
  4. „cool“ ersetze ich durch „interessant“, weil der Text sachlich sein soll.
  5. Ich setze einen Punkt, weil zwei vollständige Aussagen vorliegen.
  6. „dass“ schreibt man mit Doppel-s, weil es hier einen Nebensatz einleitet.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Warum wird „Praktikum“ großgeschrieben? (Weil es ein Nomen ist) (!Weil es ein Verb ist) (!Weil es immer am Satzende steht) (!Weil davor ein Komma steht)




Welcher Satz ist richtig? (Ich bleibe zu Hause, weil ich krank bin.) (!Ich bleibe zu Hause weil ich krank bin.) (!Ich bleibe zu Hause weil, ich krank bin.) (!Ich bleibe, zu Hause weil ich krank bin.)




Welche Form passt in den Satz „Ich glaube, ... wir morgen frei haben“? (dass) (!das) (!seit) (!seid)




Welche Formulierung passt besser in einen Praktikumsbericht? (Ich erledigte verschiedene Aufgaben.) (!Ich machte voll viele Sachen.) (!Ich machte so Zeug.) (!Ich war da halt beschäftigt.)




Wo steht das gebeugte Verb in einem einfachen weil-Nebensatz meistens? (Am Ende) (!Immer am Anfang) (!Immer an zweiter Stelle) (!Direkt vor weil)




Welches Satzzeichen trennt gleichrangige Teile einer Aufzählung? (Komma) (!Fragezeichen) (!Doppelpunkt) (!Ausrufezeichen)




Welcher Satz ist für eine Bewerbung am passendsten? (Ich möchte den Berufsalltag kennenlernen.) (!Ich will mal gucken wie das da ist.) (!Der Job klingt voll cool.) (!Ich will da halt mitmachen.)




Welche Aussage zu „seit“ und „seid“ stimmt? (Seit bezeichnet oft eine Zeit und seid gehört zum Verb sein) (!Seit gehört zum Verb sein und seid bezeichnet Zeit) (!Beide Wörter bedeuten immer dasselbe) (!Beide Wörter werden nur am Satzanfang verwendet)




Was ist beim Überarbeiten eines langen unübersichtlichen Satzes oft hilfreich? (Den Satz sinnvoll in mehrere Sätze zu teilen) (!Alle Satzzeichen zu entfernen) (!Noch mehr Nebensätze anzuhängen) (!Alle Wörter kleinzuschreiben)




Was gehört zu einer guten Fehlerkorrektur? (Verbesserung und einfache Regelbegründung) (!Nur das Abschreiben des Fehlers) (!Nur ein Ausrufezeichen am Rand) (!Nur eine Bewertung des Inhalts)





Memory

Orthografie richtige Schreibung
Komma Gliederung von Satzteilen
Nebensatz Verb häufig am Ende
Wortwahl passender Ausdruck
Satzbau sinnvolle Satzordnung
Korrekturlesen gezieltes Überarbeiten





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Orthografie schule wird zu Schule
Zeichensetzung Vor weil fehlt ein Komma
Satzbau Im weil-Satz steht das Verb falsch
Wortwahl voll cool wird durch sehr interessant ersetzt
Textgliederung Ein langer Satz wird in zwei Sätze geteilt






Kreuzworträtsel

Komma Welches Satzzeichen trennt Hauptsatz und Nebensatz?
Nomen Welche Wortart wird im Deutschen großgeschrieben?
Nebensatz Wie heißt ein Satzteil, der oft mit weil oder dass beginnt?
Wortwahl Wie nennt man die Entscheidung für einen passenden Ausdruck?
Satzbau Wie nennt man die Anordnung von Satzteilen?
Korrektur Wie heißt eine Verbesserung eines Fehlers?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Namen für Dinge, Personen oder Begriffe heißen oft

und werden großgeschrieben.
Ein Nebensatz mit „weil“ wird vom Hauptsatz durch ein

getrennt.
In einem einfachen weil-Nebensatz steht das gebeugte Verb häufig am

.
Das Wort „dass“ leitet häufig einen

ein.
Das Wort „seit“ wird meist verwendet, wenn es um eine

geht.
Das Wort „seid“ gehört zum Verb

.
In einem sachlichen Bericht sollte die Wortwahl möglichst

sein.
Sehr lange Sätze kann man für bessere Verständlichkeit manchmal

.
Nach dem Verbessern solltest Du zu wichtigen Änderungen eine kurze

geben.
Beim Korrekturlesen hilft es, den Text in mehreren

zu prüfen.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Fehlerjagd im Alltag: Suche auf selbst aufgenommenen Schildern, Flyern oder Aushängen nach Schreibfehlern. Notiere drei Beispiele und verbessere sie. Begründe jede Verbesserung mit einem einfachen Satz.
  2. Mini-Korrektur: Schreibe fünf absichtlich fehlerhafte Sätze mit je einem Fehler aus Orthografie, Zeichensetzung oder Satzbau. Tausche sie mit einer Partnerin oder einem Partner und korrigiert sie gegenseitig.
  3. Wortwahl verbessern: Sammle zehn umgangssprachliche Ausdrücke wie „voll cool“, „Zeug“ oder „machen“ und finde jeweils eine sachlichere Alternative.
  4. Komma-Detektiv: Erfinde fünf Sätze mit „weil“, „dass“, „wenn“ oder „obwohl“. Lass jeweils das Komma weg und gib die Sätze einer anderen Person zur Korrektur.


Standard

  1. Fehlertext erstellen: Verfasse einen kurzen Text mit mindestens acht absichtlichen Fehlern aus allen vier Prüffeldern. Erstelle danach eine Musterlösung mit einfachen Begründungen.
  2. Praktikumsbericht überarbeiten: Schreibe einen kurzen Praktikumsabschnitt zunächst bewusst umgangssprachlich. Überarbeite ihn danach zu einem sachlichen Bericht und erkläre mindestens fünf Änderungen.
  3. Partnerkorrektur: Tausche einen selbst geschriebenen Text mit einer anderen Person. Markiert Orthografie, Zeichensetzung, Satzbau und Wortwahl in verschiedenen Farben und besprecht die wichtigsten Änderungen.
  4. Vorher-Nachher-Poster: Gestalte ein Plakat mit einem fehlerhaften Text auf der linken und einer verbesserten Fassung auf der rechten Seite. Ergänze zu mindestens sechs Änderungen kurze Regeln.


Schwer

  1. Korrekturvideo: Produziere ein kurzes Erklärvideo, in dem Du einen fehlerhaften Absatz Schritt für Schritt verbesserst und jede Änderung verständlich begründest.
  2. Schultext untersuchen: Wähle einen älteren eigenen Text. Überarbeite ihn systematisch in vier Durchgängen und dokumentiere, welche Fehlerarten besonders häufig vorkamen.
  3. Redaktionsteam: Arbeitet in einer Gruppe wie eine Redaktion. Eine Person schreibt einen Rohtext, andere übernehmen Orthografie, Zeichensetzung, Satzbau und Wortwahl. Erstellt gemeinsam eine Endfassung.
  4. Regelheft entwickeln: Erstelle ein persönliches Korrekturheft mit mindestens zwölf typischen Fehlern, eigenen Beispielen, Verbesserungen und einfachen Regelbegründungen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Gemischten Fehlertext überarbeiten: Verbessere einen unbekannten Text mit Fehlern aus Orthografie, Zeichensetzung, Satzbau und Wortwahl. Ordne jede Verbesserung einer Fehlerart zu und begründe mindestens fünf Änderungen.
  2. Zwei Fassungen vergleichen: Vergleiche eine fehlerhafte und eine überarbeitete Textfassung. Erkläre, warum die zweite Fassung leichter verständlich ist. Beziehe Dich dabei auf mindestens drei der vier Prüffelder.
  3. Regeln anwenden: Formuliere zu vier vorgegebenen Regeln jeweils einen eigenen fehlerhaften und einen eigenen richtigen Beispielsatz. Erkläre anschließend die Verbesserung.
  4. Textsorten unterscheiden: Überarbeite dieselbe kurze Mitteilung einmal für einen privaten Chat und einmal für eine Bewerbung oder schulische E-Mail. Erkläre, wie sich besonders die Wortwahl verändert.
  5. Korrekturstrategie begründen: Beschreibe eine sinnvolle Reihenfolge zum Korrekturlesen. Begründe, warum mehrere Prüfdurchgänge hilfreicher sein können als ein einziges schnelles Lesen.
  6. Mehrdeutigkeit vermeiden: Überarbeite drei Sätze mit unklaren Bezügen so, dass eindeutig ist, wer gemeint ist. Erkläre jeweils, wodurch die neue Fassung verständlicher wird.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du zeigen kannst, dass Du

  1. typische Rechtschreibfehler erkennst und richtig verbesserst,
  2. Nomen und Satzanfänge korrekt großschreibst,
  3. „das/dass“ und „seit/seid“ in einfachen Fällen unterscheiden kannst,
  4. Kommas bei Nebensätzen und Aufzählungen setzen kannst,
  5. die Verbposition in Haupt- und Nebensätzen prüfen kannst,
  6. sehr lange oder unklare Sätze sinnvoll überarbeiten kannst,
  7. ungenaue oder unpassende Wörter durch bessere Formulierungen ersetzen kannst,
  8. verschiedene Fehlerarten unterscheiden kannst,
  9. einfache Regeln zu Deinen Änderungen nennen kannst,
  10. einen kurzen Text selbstständig in mehreren Schritten überarbeiten kannst.




OERs zum Thema

Zum Nachschlagen eignen sich unter anderem frei zugängliche Wikipedia-Artikel zur deutschen Rechtschreibung und zur Kommasetzung.



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