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D10 G - Sprachwandel an Beispielen erkennen

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D10 G - Sprachwandel an Beispielen erkennen



D10 G - Sprachwandel an Beispielen erkennen


Einleitung

Sprache bleibt nicht stehen. Wörter entstehen, verschwinden, werden entlehnt oder verändern ihre Bedeutung. In diesem aiMOOC vergleichst Du ältere und heutige Wörter, Bedeutungen und Ausdrucksweisen. Du arbeitest mit Zeitleisten, Wörterbüchern, Bildern, Audios und Videos und erkennst Sprache als veränderliches System.

Mini-Beschreibung: Vergleiche ältere und heutige Wörter, Bedeutungen und Ausdrucksweisen und erkenne Sprache als veränderliches System.

Zielgruppe: Deutsch, Klasse 10, Baden-Württemberg, G-Niveau.

Bildungsplan-Bezug: Der Bildungsplan Deutsch Sekundarstufe I, Klasse 10, nennt auf G-Niveau ausdrücklich das Untersuchen von Sprachwandel, zum Beispiel Bedeutungswandel, Entlehnungen und Veränderungen durch digitale Kommunikation. Quelle: Bildungsplan Baden-Württemberg – Deutsch Klasse 10, Funktion von Äußerungen.

Prüfungscheck: Prüfungsjahr und angestrebter Schulabschluss sind nicht dasselbe. Verbindliche Vorgaben, Termine und Aufgabenformate können sich ändern. Prüfe sie aktuell bei Deiner Schule und beim Kultusministerium beziehungsweise Landesbildungsserver: Prüfungsvorbereitung Baden-Württemberg.


Einstieg: Zwei Zeiten, zwei Sprachwelten

Sieh zuerst nur genau hin. Noch nicht nachschlagen.

Beobachtungsauftrag: Notiere drei Dinge, die an Schrift, Wortformen oder Lesbarkeit anders wirken als bei heutigen Texten.

Vergleiche damit dieses eigens erstellte Mini-Beispiel heutiger digitaler Kommunikation:

Nachricht A Nachricht B
Kommst du später? Safe 👍 Bin 18:30 da.

Denkfrage: Welche Wörter, Zeichen oder Verkürzungen wären in einem sehr alten deutschen Text unwahrscheinlich?

Feedback: Wenn Du mindestens einen Unterschied bei Wortwahl, Schrift oder Kommunikationsform erkennst, hast Du den Kern des Themas bereits erfasst: Sprache verändert sich mit Zeit, Medien und Gesellschaft.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du:

  1. Sprachwandel an einfachen Beispielen erkennen und benennen.
  2. Bedeutungswandel von Wörtern mit einem Wörterbuch belegen.
  3. Entlehnungen und neue Wörter aus digitaler Kommunikation erkennen.
  4. ältere und heutige Ausdrucksweisen vergleichen.
  5. eine einfache Zeitleiste zur deutschen Sprachgeschichte nutzen.
  6. Quellen für Wortbedeutungen angeben und Aussagen prüfen.
  7. KI gezielt als Hilfsmittel nutzen, ohne die eigene Textarbeit zu ersetzen.


Vorwissen

Du brauchst:

  1. Grundwissen zu Wortarten und Wortbedeutung.
  2. die Fähigkeit, kurze Sachtexte und Wörterbucheinträge zu lesen.
  3. Grundwissen zu Standardsprache, Umgangssprache und Dialekt.
  4. die Bereitschaft, Vermutungen mit Quellen zu überprüfen.

Schnelltest: Erkläre in einem Satz den Unterschied zwischen „ein Wort klingt alt“ und „die Bedeutung eines Wortes hat sich verändert“.


Was bedeutet Sprachwandel?

Sprachwandel bedeutet: Eine Sprache verändert sich im Lauf der Zeit. Wandel kann Wörter, Bedeutungen, Aussprache, Grammatik, Schreibweisen und typische Ausdrucksweisen betreffen.

Für diesen G-Niveau-Kurs reichen vier gut sichtbare Formen:

Form Kurz erklärt Beispiel
Bedeutungswandel Ein bekanntes Wort erhält eine neue oder zusätzliche Bedeutung. „Maus“ bezeichnet neben dem Tier auch ein Computergerät.
Entlehnung Ein Wort wird aus einer anderen Sprache übernommen. „streamen“, „liken“, „cool“
Neubildung Für Neues entstehen neue Wörter oder Wortkombinationen. „Videocall“, „Mausklick“
Wandel im Sprachgebrauch Ausdrucksweisen werden je nach Zeit, Gruppe und Medium anders verwendet. Chatnachricht statt förmlichem Brief

Merksatz: Sprachwandel ist nicht automatisch „Sprachverfall“. Zuerst wird beschrieben und belegt, was sich verändert hat.


Beispiel: Bedeutungswandel bei „geil“

Das Wort „geil“ ist seit Jahrhunderten belegt. Ältere Bedeutungen beziehen sich unter anderem auf starkes Wachstum beziehungsweise Begierde. In heutiger Umgangssprache kann „geil“ zusätzlich „sehr gut“ oder „großartig“ bedeuten. Die Bedeutung hängt stark vom Kontext ab.

Quellen zum Prüfen: Wiktionary: geil und historische Wörterbücher im Trierer Wörterbuchnetz.

Aufgabe: Schreibe zwei kurze Sätze mit unterschiedlichen Bedeutungen des Wortes. Markiere danach, woran der Kontext die Bedeutung erkennen lässt.


Beispiel: Bedeutungserweiterung bei „Maus“

„Maus“ bezeichnet ursprünglich das Tier. Im Computerbereich kam eine weitere Bedeutung hinzu: das Eingabegerät. Die ältere Bedeutung verschwand dadurch nicht.

Quellen zum Prüfen: Wiktionary: Maus und Wikipedia: Computermaus.


Wörterbücher zeigen Sprachgeschichte

Wörterbücher sind Belege. Sie zeigen Bedeutungen, Verwendungsmarkierungen, Herkunft und manchmal historische Beispiele.

Medienhinweis: Titelblatt des ersten Bandes des „Deutschen Wörterbuchs“ der Brüder Grimm, 1854; Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Medienhinweis: Historische Duden-Seite aus dem „Vollständigen Orthographischen Wörterbuch der deutschen Sprache“, 1880; Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Wörterbuch-Werkstatt:

  1. Wähle ein Wort, zum Beispiel „geil“, „Maus“, „cool“ oder „streamen“.
  2. Suche es in mindestens zwei Wörterbuchquellen.
  3. Notiere heutige Bedeutung, ältere Bedeutung oder Herkunft und eine Quellenangabe.
  4. Formuliere anschließend: „An diesem Wort erkenne ich Sprachwandel, weil …“

Offene Wörterbuchquellen: Wiktionary und Wörterbuchnetz.


Zeitleiste: Deutsch verändert sich

Die Zeitgrenzen sind Näherungswerte. Sprachwandel geschieht nicht überall gleichzeitig.

Zeitraum Sprachstufe Beobachtungsauftrag
ca. 750–1050 Althochdeutsch Suche eine Wortform, die heute anders aussieht.
ca. 1050–1350 Mittelhochdeutsch Vergleiche Schreibweise und Wortschatz.
ca. 1350–1650 Frühneuhochdeutsch Achte auf noch nicht einheitliche Schreibungen.
seit ca. 1650 Neuhochdeutsch Vergleiche ältere Drucke mit heutiger Standardsprache.
Gegenwart heutiges Deutsch Untersuche digitale Kommunikation, Entlehnungen und neue Bedeutungen.

Medienauftrag: Betrachte den Ausschnitt aus dem Titelblatt der Lutherbibel von 1534. Finde mindestens zwei Schreibweisen oder Buchstabenformen, die heute ungewohnt wirken. Schreibe sie nicht automatisch „falsch“: Sie gehören in einen historischen Sprachzustand.

Quellen zur Zeitleiste: Wikipedia: Sprachstufe, Wikipedia: Mittelhochdeutsche Sprache.


Sprache hat regionale Varianten

Sprachwandel wirkt nicht überall gleich. Dialekte bewahren ältere Formen, verändern sich selbst und stehen neben Standard- und Umgangssprache.

Bildauftrag: Suche Baden-Württemberg auf der Karte. Welche Dialekträume sind dort zu erkennen? Die Karte zeigt Sprachräume, keine Grenzen dafür, wie einzelne Menschen tatsächlich sprechen.

Lizenzhinweis: Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0; Autor der Karte: Vlaemink.


Audio: Hören statt nur lesen

Höre auf Aussprache, Wortformen und Rhythmus.

Datei:Gsw-badisch-Der Nordwind und di Sunne.ogg

Hörauftrag 1: Höre das badische Beispiel „Der Nordwind und die Sonne“. Notiere zwei auffällige Laut- oder Wortformen. Formuliere beschreibend, nicht wertend.

Hörauftrag 2: Dieses kurze alemannische Radiobeispiel steht auf Wikimedia Commons unter CC0. Notiere zwei Stellen, die anders klingen als Deine gewohnte Standardsprache.

Feedback: Dialekt ist keine „falsche“ Standardsprache, sondern eine Sprachvarietät mit eigenen Regeln und Traditionen.


Digitale Kommunikation als Motor sichtbarer Veränderungen

Chats, soziale Netzwerke, Games und Streaming bringen neue Wörter, Abkürzungen, Emojis und Mischformen aus Schrift und Gespräch hervor.

Typische Beobachtungen:

  1. Wörter aus dem Englischen werden übernommen und ins Deutsche eingebaut, zum Beispiel „streamen – gestreamt“ oder „posten – gepostet“.
  2. Emojis können Tonfall oder Haltung ergänzen.
  3. Sätze werden in Chats oft kürzer und informeller.
  4. Neue Wörter können sehr schnell verbreitet werden, aber auch schnell wieder verschwinden.

Untersuchungsregel: Ein einzelner Chat beweist noch keinen allgemeinen Sprachwandel. Vergleiche mehrere Belege und nutze Wörterbücher oder seriöse Sprachquellen.

Videoauftrag: Notiere beim Video je ein Beispiel für Bedeutungswandel, Entlehnung und digitale Kommunikation. Prüfe anschließend mindestens ein Beispiel unabhängig in einem Wörterbuch.

Videoauftrag: Stoppe vor jeder Lösung und entscheide selbst. Begründe danach eine Antwort mit einem eigenen Beispiel.

Medienrecht: YouTube-Videos werden nur eingebettet, nicht kopiert. Prüfe vor dem Einsatz, ob das Video noch verfügbar und für Deine Lerngruppe geeignet ist. Für eigene Produkte bevorzugst Du gemeinfreie, offen lizenzierte oder selbst erstellte Materialien.


Sprachwandel untersuchen: Eine einfache Methode

Nutze die Formel Beleg → Vergleich → Erklärung → Quelle.

Schritt Leitfrage
Beleg Welche ältere und welche heutige Form finde ich?
Vergleich Was ist anders: Form, Bedeutung oder Gebrauch?
Erklärung Welche Art von Sprachwandel passt?
Quelle Wo kann ich meine Aussage überprüfen?

Mini-Beispiel: Tier „Maus“ → Computergerät „Maus“ → zusätzliche Bedeutung → Wörterbuchbeleg.


KI-Spirale für Sprachuntersuchungen

KI ersetzt keine eigene Textarbeit. Nutze sie erst, nachdem Du selbst Material erschlossen hast.

Phase Dein Handeln
Aufgabe verstehen Markiere Operatoren wie „vergleichen“, „belegen“ oder „erklären“.
Material selbst erschließen Lies, höre oder betrachte Quellen und notiere eigene Beobachtungen.
Eigenen Ansatz entwickeln Formuliere zuerst Deine Vermutung.
KI gezielt befragen Frage nach einer Erklärung oder nach möglichen Suchbegriffen, nicht nach einer fertigen Abgabe.
Unabhängig prüfen Kontrolliere Texttreue, Fakten, Logik und Quellen in Wörterbüchern und Originalquellen.
Eigene Lösung verbessern Überarbeite Deine Formulierungen selbst.
KI-Hilfe transparent machen Notiere kurz, wobei KI geholfen hat.

Beispiel für eine gute KI-Frage: „Ich vermute, dass ‚Maus‘ eine Bedeutungserweiterung zeigt. Welche Wörterbuchangaben sollte ich prüfen, um das selbst zu belegen?“

Datenschutz: Gib keine unnötigen personenbezogenen Daten, privaten Chats oder Namen anderer Personen in KI-Systeme ein.


Hilfestufen

Wenn Du nicht weiterkommst, nutze erst die nächste passende Hilfe.

Hilfe Tipp
Start Markiere im älteren und heutigen Beleg auffällige Wörter.
Spur Frage: Hat sich die Wortform, die Bedeutung oder der Gebrauch verändert?
Quelle Suche das Wort in Wiktionary oder einem historischen Wörterbuch.
Satzstarter „Früher bedeutete/zeigte …, heute …“
Kontrolle Prüfe, ob Deine Aussage durch mindestens eine konkrete Quelle gestützt wird.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was bedeutet Sprachwandel? (Sprache verändert sich im Lauf der Zeit) (!Sprache darf sich niemals verändern) (!Nur Rechtschreibfehler verändern Sprache) (!Sprachwandel betrifft nur Fremdwörter)




Was ist ein Bedeutungswandel? (Ein Wort verändert oder erweitert seine Bedeutung) (!Ein Wort wird nur größer geschrieben) (!Ein Satz bekommt ein Komma) (!Ein Dialekt verschwindet immer vollständig)




Welches Beispiel zeigt eine Bedeutungserweiterung? (Maus bezeichnet Tier und Computergerät) (!Haus wird Häuser) (!gehen wird ging) (!Buch wird Bücher)




Was ist eine Entlehnung? (Ein Wort wird aus einer anderen Sprache übernommen) (!Ein Wort wird absichtlich falsch geschrieben) (!Ein Satz wird gekürzt) (!Ein Wort erhält einen Reim)




Welche Quelle eignet sich besonders, um Wortbedeutungen zu prüfen? (Ein Wörterbuch) (!Eine zufällige Werbeanzeige) (!Ein einzelner privater Chat) (!Ein unbeschriftetes Bild)




Warum reicht ein einzelner Chat nicht als sicherer Beleg für allgemeinen Sprachwandel? (Er zeigt nur einen kleinen Ausschnitt des Sprachgebrauchs) (!Chats enthalten nie Sprache) (!Digitale Sprache verändert sich nicht) (!Wörterbücher sind grundsätzlich unnötig)




Welche Reihenfolge passt zur Untersuchung? (Beleg vergleichen erklären Quelle prüfen) (!Raten abschreiben abgeben vergessen) (!Quelle ignorieren Meinung wiederholen) (!Bild ansehen Ergebnis erfinden)




Was ist beim Dialekt wichtig? (Dialekt ist eine Sprachvarietät) (!Dialekt ist immer ein Rechtschreibfehler) (!Dialekt hat keine Regeln) (!Dialekt ist in ganz Deutschland gleich)




Wie sollte KI in diesem Kurs genutzt werden? (Erst selbst arbeiten dann gezielt fragen und unabhängig prüfen) (!Die gesamte Aufgabe ungeprüft von KI übernehmen) (!Quellen nie kontrollieren) (!Private Chats vollständig hochladen)




Was gehört zu einer guten Begründung für Sprachwandel? (Ein konkreter Vergleich mit Quelle) (!Nur die Aussage Das klingt komisch) (!Eine Vermutung ohne Beispiel) (!Ein erfundener Wörterbucheintrag)




Feedback zum Quiz: Prüfe bei jeder falschen Antwort drei Dinge: Fachbegriff, konkretes Beispiel, passende Quelle. Danach versuchst Du die Frage erneut.


Memory

Sprachwandel Veränderung von Sprache über längere Zeit
Bedeutungswandel Veränderung einer Wortbedeutung
Entlehnung Übernahme aus einer anderen Sprache
Dialekt regionale Sprachvarietät
Wörterbuch Quelle für Bedeutung und Gebrauch
Sprachstufe größerer Abschnitt der Sprachgeschichte





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Bedeutungserweiterung Maus als Tier und Computergerät
Entlehnung cool aus dem Englischen
Digitale Kommunikation Emoji im Chat
Historische Sprachstufe Mittelhochdeutsch
Quellenprüfung Wörterbucheintrag vergleichen





Kreuzworträtsel

Wandel Wie nennt man Veränderung allgemein?
Dialekt Wie heißt eine regionale Sprachvarietät?
Quelle Womit muss eine sprachliche Behauptung belegt werden?
Lexikon Wie kann ein Nachschlagewerk heißen?
Entlehnung Wie heißt die Übernahme eines Wortes aus einer anderen Sprache?
Bedeutung Was kann sich bei einem Wort verändern, obwohl die Form gleich bleibt?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Wenn Sprache sich im Lauf der Zeit verändert, nennt man das

.
Wenn ein Wort eine neue oder zusätzliche Bedeutung erhält, spricht man von

.
Ein aus einer anderen Sprache übernommenes Wort ist eine

.
Ältere und heutige Wortbedeutungen lassen sich besonders gut mit einem

vergleichen.
Eine regionale Sprachvarietät nennt man

.
Bei digitalen Nachrichten können auch

Bedeutung und Tonfall ergänzen.
Eine gute Untersuchung beginnt mit einem konkreten

.
Aussagen über Wortgeschichte müssen mit einer

überprüft werden.
KI soll die eigene Textarbeit nicht

.
Nach KI-Hilfe prüfst Du Fakten und Quellen noch einmal

.




Interaktive Mini-Fallanalyse

Fall: In einem älteren Wörterbuch findest Du für ein Wort eine Bedeutung, die heute selten ist. In einem aktuellen Wörterbuch steht zusätzlich eine neue Bedeutung.

Auftrag: Entscheide: Formwandel, Bedeutungswandel oder Entlehnung? Begründe mit dem Muster: „Ich erkenne …, weil …“

Feedback: Wenn die Wortform weitgehend gleich bleibt, aber eine neue Bedeutung hinzukommt, spricht viel für Bedeutungswandel beziehungsweise Bedeutungserweiterung.


Selbstkontrolle

Setze für Dich ein Zeichen bei „sicher“, „fast sicher“ oder „noch üben“.

Ich kann … sicher fast sicher noch üben
zwei Formen von Sprachwandel erklären
ältere und heutige Wortbedeutungen vergleichen
einen Wörterbuchbeleg richtig nennen
Sprachwandel in digitaler Kommunikation erkennen
KI-Aussagen unabhängig prüfen

Auswertung: Bei „noch üben“ gehst Du zur passenden Hilfestufe zurück und löst danach eine neue Beispielaufgabe.


Lösungen zu Kernaufgaben

Einstieg: Mögliche Beobachtungen sind andere Schriftformen, ungewohnte Schreibweisen, unbekannte Wörter oder ein anderer Satzbau. Mehrere Antworten sind möglich.

Mini-Fallanalyse: Wenn die Wortform gleich bleibt und eine neue Bedeutung hinzukommt, ist „Bedeutungswandel“ beziehungsweise „Bedeutungserweiterung“ passend.

Wörterbuch-Werkstatt: Eine gute Lösung enthält Wort, ältere oder ursprüngliche Bedeutung, heutige Bedeutung, kurze Erklärung und mindestens eine überprüfbare Quelle.

Audioaufgabe: Individuelle Beobachtungen sind richtig, wenn sie konkret am Gehörten festgemacht und nicht als Abwertung formuliert werden.

Videoaufgabe: Beispiele müssen nach dem Video zusätzlich in einer unabhängigen Quelle geprüft werden.


Transfer

Untersuche nun einen Ausdruck aus Deinem Alltag, der vermutlich vor 30 oder 50 Jahren anders, seltener oder gar nicht verwendet wurde.

  1. Wähle ein Wort oder eine kurze Wendung.
  2. Finde mindestens zwei unabhängige Belege.
  3. Ordne die Veränderung einer Form von Sprachwandel zu.
  4. Erstelle eine Mini-Zeitleiste.
  5. Formuliere ein Fazit in drei Sätzen.
  6. Kennzeichne, falls KI bei Suchbegriffen, Erklärung oder Überarbeitung geholfen hat.

Wichtig: Verwende keine privaten Chatverläufe anderer Personen ohne Einwilligung. Anonymisiere eigene Beispiele.


Offene Aufgaben


Leicht

  1. Wortschatz-Schnappschuss: Sammle fünf heutige Wörter aus Schule, Freizeit oder digitalen Medien und markiere mögliche Entlehnungen.
  2. Wörterbuchvergleich: Vergleiche „Maus“ in zwei Wörterbüchern und notiere die Bedeutungen.
  3. Medienbeobachtung: Untersuche ein frei zugängliches Bild oder Plakat auf Wörter, die heute altmodisch wirken.
  4. Mini-Zeitleiste: Ordne Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch, Frühneuhochdeutsch und Neuhochdeutsch auf einer eigenen Zeitleiste an.


Standard

  1. Audiovergleich: Nimm mit Einwilligung zwei selbst gesprochene Varianten desselben Satzes auf, zum Beispiel Standardsprache und Dialekt, und beschreibe Unterschiede ohne Wertung.
  2. Chat-Übersetzung: Schreibe einen selbst erfundenen kurzen Chat in eine formelle Nachricht um und erkläre drei Veränderungen.
  3. Wortbiografie: Erstelle zu einem Wort eine Seite mit älterer Bedeutung, heutiger Bedeutung, Beispiel und Quellen.
  4. Medienvergleich: Vergleiche eine historische Commons-Abbildung mit einem heutigen digitalen Text und notiere fünf Unterschiede im Sprachgebrauch.


Schwer

  1. Mini-Korpus: Sammle zehn öffentlich zugängliche Belege für ein aktuelles Wort und ordne sie nach Kontext.
  2. Sprachwandel-Podcast: Produziere einen zwei- bis dreiminütigen Audiobeitrag mit mindestens zwei Quellen und eigener Erklärung.
  3. KI-Quellencheck: Lass Dir von KI drei Aussagen zur Geschichte eines Wortes nennen und überprüfe jede Aussage unabhängig. Dokumentiere Fehler oder Unsicherheiten.
  4. Ausstellung Sprachwandel: Gestalte eine kleine digitale oder analoge Ausstellung mit Zeitleiste, Wörterbuchbelegen, frei lizenzierten Medien und eigenem Fazit.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Beleganalyse: Du erhältst einen älteren und einen heutigen Wörterbucheintrag zu demselben Wort. Erkläre, welche Veränderung vorliegt, und belege Deine Aussage mit zwei Textstellen.
  2. Kontextvergleich: Erkläre, warum dasselbe Wort in einem Chat passend, in einer Bewerbung aber unpassend sein kann. Beziehe Sprachwandel und Sprachgebrauch ein.
  3. Quellenkritik: Vergleiche eine KI-Antwort mit zwei Wörterbuchquellen. Entscheide nicht nach Stil, sondern nach überprüfbaren Belegen.
  4. Transfer auf Medien: Untersuche, wie ein Emoji, eine Abkürzung oder ein englisches Lehnwort die Bedeutung einer digitalen Nachricht verändert.
  5. Zeitleisten-Transfer: Ordne drei unbekannte Sprachbelege grob nach „älter – neuer – heute“ und begründe Deine Reihenfolge mit sprachlichen Merkmalen.
  6. Sprachvarietäten: Erkläre an einem Audio- oder Textbeispiel, warum Unterschiedlichkeit nicht automatisch Fehler bedeutet.


Kompetenzcheck

Bearbeite ohne Hilfen:

Material: „Maus“ kann Tier und Computergerät bedeuten. „streamen“ ist aus dem Englischen übernommen und wird deutsch flektiert.

  1. Benenne bei „Maus“ die Form des Wandels.
  2. Benenne bei „streamen“ die Form des Wandels.
  3. Formuliere je eine Begründung.
  4. Nenne eine geeignete Quelle zur Überprüfung.
  5. Erkläre, warum beide Beispiele zeigen, dass Sprache ein veränderliches System ist.

Prüfungssicherheit G-Niveau: Eine starke Antwort nennt den Fachbegriff, verweist auf das konkrete Beispiel und begründet in einem klaren Satz.


Reflexion

Beantworte kurz:

  1. Welches Beispiel hat Dir Sprachwandel am deutlichsten gezeigt?
  2. Was kannst Du mit einem Wörterbuch jetzt besser als vorher?
  3. Wo war eine Quelle wichtiger als Deine erste Vermutung?
  4. Hat KI geholfen? Wenn ja: wobei genau?
  5. Welche Aussage hast Du selbstständig überprüft oder verbessert?


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig:

  1. Du erkennst mindestens zwei Formen von Sprachwandel an Beispielen.
  2. Du vergleichst ältere und heutige Bedeutungen verständlich.
  3. Du nutzt mindestens zwei überprüfbare Quellen, darunter ein Wörterbuch.
  4. Du erklärst Veränderungen mit passenden Fachbegriffen.
  5. Du kannst Ergebnisse in einer kleinen Zeitleiste darstellen.
  6. Du unterscheidest Beobachtung, Vermutung und belegte Aussage.
  7. Du dokumentierst KI-Hilfe transparent und prüfst KI-Aussagen unabhängig.
  8. Du arbeitest datensparsam und nutzt nur notwendige personenbezogene Informationen.


Folgekurs-Empfehlung

Wenn Du hier sicher bist, passt als nächster Lernschritt:

  1. D10 G - Sprachvarietäten und Sprachgebrauch untersuchen
  2. D10 G - Digitale Kommunikation analysieren
  3. D10 G - Sachtexte vergleichen und Quellen prüfen


OERs zum Thema

Weitere offene oder frei zugängliche Quellen:

  1. Wiktionary – freies Wörterbuch
  2. Trierer Wörterbuchnetz
  3. Wikimedia Commons
  4. Wikipedia – Deutsche Sprachgeschichte

Rechte-Check für eigene Produkte: Nutze bevorzugt gemeinfreie, CC-lizenzierte oder selbst erstellte Materialien. Notiere Urheber, Quelle und Lizenz. Geschützte Ganzschriften werden nur begleitet und analysiert, nicht vollständig wiedergegeben. Kurze Zitate müssen funktional sein und eine Quelle haben.


Quellen und Mediennachweise

  1. Bildungsplan Baden-Württemberg, Deutsch Sekundarstufe I, Klasse 10, Fassung 2024
  2. Landesbildungsserver Baden-Württemberg – Prüfungsvorbereitung
  3. Nibelungenlied manuscript-c f1r.jpg – Wikimedia Commons
  4. Deutsches Wörterbuch Grimm – Titel Band 1 – Wikimedia Commons
  5. Duden woerterbuch 19.jpg – Wikimedia Commons
  6. Biblia.png – Wikimedia Commons
  7. Karte deutscher Dialekte – Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
  8. Gsw-badisch-Der Nordwind und di Sunne.ogg – Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
  9. 04052007 RadioRi.ogg – Wikimedia Commons, CC0


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