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D10 E - Datenbasierte Schlussfolgerungen kritisch prüfen

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D10 E - Datenbasierte Schlussfolgerungen kritisch prüfen




D10 E - Datenbasierte Schlussfolgerungen kritisch prüfen

Daten zeigen etwas – aber nicht automatisch das, was eine Überschrift, ein Post oder ein Kommentar daraus macht. In diesem aiMOOC prüfst Du, ob Schlussfolgerungen wirklich durch Material gedeckt sind. Du unterscheidest Korrelation, Behauptung, Wertung und belegbare Aussage und lernst, auch Mehrdeutigkeit, Kontext und konkurrierende Informationen einzubeziehen.

Zielgruppe: Deutsch, Klasse 10, Baden-Württemberg, E-Niveau.


Einstieg: Stimmt die Schlagzeile?

Stell Dir vor, ein Diagramm zeigt: In warmen Monaten steigen sowohl Eisverkäufe als auch die Zahl bestimmter Freizeitunfälle. Eine Überschrift behauptet: „Eisessen verursacht mehr Unfälle.“

Prüffrage: Was zeigen die Daten wirklich?

  1. Beobachtung: Zwei Größen verändern sich ähnlich.
  2. Korrelation: Es gibt einen statistischen Zusammenhang.
  3. Kausalität: Aus dem Diagramm allein folgt noch keine Ursache-Wirkung-Beziehung.
  4. Kontext: Eine dritte Größe – etwa die Temperatur oder mehr Freizeitaktivität – kann beide Entwicklungen beeinflussen.

Merksatz: Eine Korrelation kann ein Hinweis sein. Sie ist noch kein Kausalbeleg.

Medienauftrag: Notiere nach dem Video je einen Satz zu Korrelation, Kausalität und einer möglichen Drittvariable. Prüfe anschließend am Video, ob Deine Formulierungen wirklich gedeckt sind.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du

  1. Daten lesen: relevante Werte, Achsen, Einheiten, Zeiträume und Bezugsgruppen präzise erfassen.
  2. Aussagearten unterscheiden: Korrelation, Behauptung, Wertung und materialgestützte Aussage auseinanderhalten.
  3. Schlussfolgerungen prüfen: Reichweite, Unsicherheit, Gegenbeispiele und alternative Erklärungen berücksichtigen.
  4. Material verknüpfen: Text, Tabelle, Grafik, Audio und Video vergleichend auswerten.
  5. Belege einsetzen: Aussagen knapp am Material absichern und Quellen nennen.
  6. KI kritisch nutzen: KI-Vorschläge auf Texttreue, Fakten, Logik und Quellen unabhängig prüfen.


Vorwissen-Check

Beantworte ohne Hilfsmittel:

  1. Was ist der Unterschied zwischen „Die Werte steigen gemeinsam“ und „A verursacht B“?
  2. Welche drei Angaben prüfst Du zuerst bei einem Diagramm?
  3. Woran erkennst Du eine Wertung?
  4. Was macht aus einer Behauptung eine belegbare Aussage?

Selbstkontrolle: Wenn Du bei mindestens drei Fragen eine klare Antwort hast, kannst Du direkt weiterarbeiten. Sonst nutze zuerst die Begriffskarte im nächsten Abschnitt.


Begriffskarte: vier Aussagearten

Aussageart Kurz erklärt Beispiel Prüfhinweis
Korrelation Zwei Größen hängen in den Daten zusammen. „Mit steigender Temperatur steigen die Eisverkäufe.“ Noch keine Ursache behaupten.
Behauptung Eine Aussage wird aufgestellt, aber noch nicht ausreichend belegt. „Mehr Bildschirmzeit macht immer unkonzentriert.“ Nach Daten, Quelle und Einschränkungen fragen.
Wertung Eine Aussage bewertet nach einem Maßstab. „Diese Entwicklung ist problematisch.“ Maßstab und Begründung benennen.
Materialgestützte Aussage Die Aussage lässt sich direkt oder nachvollziehbar aus dem Material ableiten. „Im dargestellten Zeitraum steigt Wert A von 20 auf 28.“ Zeitraum, Einheit und Bezugsgruppe korrekt nennen.

E-Niveau: Prüfe nicht nur, ob eine Aussage gestützt wird, sondern auch wie weit sie reicht und welche andere Deutung ebenfalls möglich ist.


Daten lesen, bevor Du deutest

Nutze die Reihenfolge Quelle → Zeitraum → Bezugsgruppe → Achsen/Einheiten → Werte → Muster → Schlussfolgerung.

Bildauftrag: Vergleiche die beiden Balkendarstellungen. Formuliere erst eine reine Beobachtung und danach eine Aussage über die mögliche Wirkung der Skalierung. Trenne beides sprachlich.

Kurzcheck: Eine gekürzte y-Achse kann Unterschiede optisch größer erscheinen lassen. Die Datenwerte ändern sich dadurch nicht – ihre visuelle Wirkung aber schon.

Videoauftrag: Sammle drei Möglichkeiten, wie Diagramme irreführen können. Ordne jede Möglichkeit einer Stelle im Video zu. Übernimm keine Formulierung ungeprüft.


Korrelation ist nicht Kausalität

Eine Korrelation beschreibt einen statistischen Zusammenhang. Eine kausale Schlussfolgerung behauptet, dass eine Größe eine andere verursacht. Für Kausalität brauchst Du zusätzliche Begründung: zum Beispiel ein geeignetes Untersuchungsdesign, zeitliche Reihenfolge, plausible Mechanismen und das Prüfen anderer Erklärungen.

Analyseauftrag: Die Linien verlaufen ähnlich. Reicht das für eine Ursache-Wirkung-Aussage? Begründe mit mindestens zwei Kriterien.

Transferfrage: Welche Aussage aus dem Video würdest Du als Warnregel unter ein Diagramm schreiben? Formuliere sie in eigenen Worten.


Mehrdeutigkeit und Kontext

Daten können denselben Kennwert besitzen und trotzdem sehr unterschiedlich aussehen. Deshalb reicht eine einzelne Zahl oft nicht.

E-Niveau-Auftrag: Vergleiche die vier Punktwolken. Sie besitzen sehr ähnliche statistische Kennwerte, aber deutlich unterschiedliche Strukturen. Erkläre, warum eine reine Kennzahl ohne Visualisierung zu einer zu groben Schlussfolgerung führen kann.

Auch Gruppierungen verändern Deutungen. Beim Simpson-Paradoxon kann sich ein Trend beim Zusammenfassen von Teilgruppen umkehren.

Prüffrage: Welche zusätzliche Information über Gruppen oder Auswahl der Daten wäre nötig, bevor Du eine allgemeine Schlussfolgerung ziehst?


Behauptung, Wertung und Beleg

Eine gute Analyse trennt drei Ebenen:

  1. Was zeigt das Material? Beschreibe präzise.
  2. Was wird daraus gefolgert? Prüfe, ob die Folgerung logisch gedeckt ist.
  3. Wie wird das bewertet? Benenne den Maßstab der Wertung.

Beispiel:

Satz Einordnung Warum?
„2024 liegt der Wert in der Grafik bei 62 %.“ Materialgestützte Aussage Direkter Datenbezug, sofern Achse und Bezugsgruppe stimmen.
„Der Wert steigt, weil Maßnahme X wirkt.“ Kausale Behauptung Ursache wird behauptet; die Grafik allein reicht nicht.
„62 % sind viel zu wenig.“ Wertung „zu wenig“ setzt einen Maßstab voraus.
„Zwischen 2020 und 2024 steigt der dargestellte Anteil.“ Materialgestützte Schlussfolgerung Gedeckt, wenn Werte und Zeitraum dies zeigen.


Audiofokus: genau hinhören

Das freie Audio spricht den Begriff „Kausalzusammenhang“ aus. Nutze es als Startsignal für einen Hörvergleich: Spiele anschließend ein Erklärvideo nur mit Ton ab und notiere jede Formulierung, die Kausalität behauptet oder einschränkt. Prüfe danach mit Bild und Untertiteln, ob Du etwas überhört oder zu stark interpretiert hast.

Hörseh-Auftrag: Unterscheide beim TED-Ed-Beispiel zwischen beobachtetem Zusammenhang, vermuteter Ursache und tatsächlich geprüfter Ursache. Formuliere jeweils einen Satz.


Prüfraster: Ist die Schlussfolgerung gedeckt?

Prüfschritt Leitfrage
1. Datenbasis Welche Daten, Quelle, Stichprobe oder Bezugsgruppe liegen vor?
2. Darstellung Sind Achsen, Einheiten, Skalen, Ausschnitte und Zeiträume vollständig?
3. Aussageart Beobachtung, Korrelation, Behauptung, Wertung oder Kausalaussage?
4. Reichweite Gilt die Aussage nur für diese Daten oder wird unzulässig verallgemeinert?
5. Alternativen Gibt es Drittvariablen, Gegenbeispiele oder konkurrierende Erklärungen?
6. Beleg Welche konkrete Materialstelle stützt die Aussage?
7. Unsicherheit Was bleibt offen?

Formulierungsstarter: „Das Material belegt …“, „Die Daten legen nahe …“, „Nicht belegt ist …“, „Eine alternative Erklärung wäre …“, „Die Schlussfolgerung gilt nur für …“.


KI-Spirale: erst selbst, dann gezielt KI

  1. Aufgabe verstehen: Markiere Operator, Material und verlangte Aussage.
  2. Material selbst erschließen: Notiere Daten, Auffälligkeiten, Grenzen und offene Fragen ohne KI.
  3. Eigenen Ansatz entwickeln: Formuliere eine vorläufige Schlussfolgerung mit Beleg.
  4. KI gezielt befragen: Frage nach einer Gegenhypothese, einer möglichen Drittvariable oder einem Logikfehler.
  5. Unabhängig prüfen: Kontrolliere Texttreue, Fakten, Logik und Quellen selbst am Originalmaterial.
  6. Eigene Lösung verbessern: Überarbeite nur, was Du nachvollziehen und belegen kannst.
  7. KI-Hilfe transparent machen: Notiere knapp, wofür KI eingesetzt wurde.

Wichtig: KI ersetzt keine eigene Text- und Materialarbeit. Gib keine unnötigen personenbezogenen Daten ein und lade keine geschützten Ganzschriften vollständig hoch. Nutze bei urheberrechtlich geschützten Werken nur die für die Aufgabe erlaubten Ausschnitte und kurze funktionale Zitate mit Quellenangabe.


Interaktive Fallwerkstatt

Fall A – Daten: Eine Schulumfrage zeigt: Jugendliche, die an mindestens drei Tagen pro Woche lesen, geben im Mittel höhere Deutschnoten an. Jemand folgert: „Lesen verbessert automatisch die Deutschnote.“

Deine Aufgabe: Prüfe die Schlussfolgerung in vier Sätzen.


Hilfestufen

  1. Hilfe 1: Markiere zuerst, was die Umfrage tatsächlich zeigt.
  2. Hilfe 2: Frage, ob andere Merkmale sowohl Lesehäufigkeit als auch Note beeinflussen könnten.
  3. Hilfe 3: Ersetze „verbessert automatisch“ durch eine Formulierung, die nur die Datenreichweite behauptet.

Lösung / Feedback: Die Umfrage zeigt einen Zusammenhang zwischen berichteter Lesehäufigkeit und berichteten Deutschnoten. Sie beweist nicht, dass Lesen allein die Note verursacht. Denkbar sind etwa Vorwissen, Motivation, Unterricht, Sprachpraxis oder Unterschiede in der Stichprobe. Gedeckt wäre: „In dieser Umfrage berichten häufiger Lesende im Mittel höhere Deutschnoten.“


Fall B – Darstellung

Material: Zwei Balkendiagramme zeigen dieselben Werte 48 und 52. Diagramm 1 beginnt bei 0, Diagramm 2 bei 47.

Aufgabe: Erkläre, warum beide Diagramme zahlenmäßig korrekt und trotzdem unterschiedlich wirksam sein können.

Lösung / Feedback: Die Werte sind identisch. Durch den stark verkürzten Achsenausschnitt wirkt der Unterschied im zweiten Diagramm größer. Eine sachgerechte Schlussfolgerung muss deshalb Datenwerte und Darstellungsweise getrennt beurteilen.


Fall C – Wertung

Aussage: „Nur 41 % stimmen zu – das Ergebnis ist enttäuschend.“

Aufgabe: Trenne Datenangabe und Wertung. Nenne, welche Zusatzinformation für die Wertung nötig wäre.

Lösung / Feedback: „41 % stimmen zu“ kann eine Datenangabe sein. „enttäuschend“ ist eine Wertung. Für eine begründete Bewertung braucht man einen Maßstab, zum Beispiel ein vorher festgelegtes Ziel, Vergleichswerte oder Erwartungen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist durch eine positive Korrelation allein sicher belegt? (Zwei Größen zeigen in den Daten einen statistischen Zusammenhang) (!Die erste Größe verursacht die zweite) (!Die zweite Größe verursacht die erste) (!Eine dritte Variable ist ausgeschlossen)




Welche Formulierung ist am ehesten eine Wertung? (Diese Entwicklung ist problematisch) (!Der Anteil steigt von 34 auf 39 Prozent) (!Im Material werden drei Jahre verglichen) (!Die Werte schwanken im dargestellten Zeitraum)




Welche Aussage ist bei einem Diagramm zuerst zu prüfen? (Was Achsen Einheiten Zeitraum und Bezugsgruppe angeben) (!Welche Meinung man zum Thema hat) (!Welche Überschrift am überzeugendsten klingt) (!Welche Ursache am wahrscheinlichsten erscheint)




Was kann eine verkürzte y-Achse bewirken? (Unterschiede können optisch größer erscheinen) (!Die ursprünglichen Datenwerte werden automatisch falsch) (!Jede Korrelation wird zu einer Kausalität) (!Die Quelle wird dadurch zuverlässig)




Was ist eine Drittvariable? (Eine weitere Größe die zwei beobachtete Größen beeinflussen kann) (!Eine zweite Überschrift unter dem Diagramm) (!Ein Synonym für Wertung) (!Eine sichere Ursache)




Welche Aussage ist materialnah formuliert? (Im dargestellten Zeitraum steigt der Anteil von 20 auf 28 Prozent) (!Die Maßnahme ist eindeutig der Grund für den Anstieg) (!Der Anstieg ist hervorragend) (!Alle Menschen verhalten sich künftig genauso)




Was prüfst Du bei einer Verallgemeinerung besonders? (Ob Stichprobe Zeitraum und Bezugsgruppe die Reichweite tragen) (!Ob die Aussage besonders kurz ist) (!Ob viele Farben verwendet werden) (!Ob die Überschrift emotional wirkt)




Welche KI-Nutzung passt zur KI-Spirale? (Zuerst selbst analysieren dann KI gezielt fragen und alles unabhängig prüfen) (!Die KI vor dem Lesen eine fertige Lösung schreiben lassen) (!Die KI-Antwort ohne Quellenkontrolle übernehmen) (!Das Originalmaterial durch eine KI-Zusammenfassung ersetzen)




Wann ist eine Kausalaussage besser abgesichert? (Wenn zusätzliche Evidenz alternative Erklärungen gezielt prüft) (!Wenn zwei Linien ähnlich aussehen) (!Wenn eine Aussage oft wiederholt wird) (!Wenn ein Diagramm viele Datenpunkte enthält)




Was zeigt Anscombes Quartett besonders gut? (Ähnliche Kennwerte können sehr unterschiedliche Datenstrukturen verdecken) (!Jede Punktwolke hat dieselbe Ursache) (!Grafiken sind grundsätzlich unzuverlässig) (!Kennwerte machen Visualisierungen überflüssig)





Memory

Korrelation statistischer Zusammenhang
Kausalität Ursache-Wirkung-Beziehung
Behauptung noch zu belegende Aussage
Wertung Einordnung nach Maßstab
Beleg stützende Materialstelle
Kontext Bedingungen der Datendeutung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Korrelation Zwei Größen verändern sich gemeinsam
Kausalaussage Eine Größe wird als Ursache einer anderen dargestellt
Wertung Eine Entwicklung wird als gut schlecht oder problematisch bezeichnet
Beleg Eine konkrete Materialstelle stützt die Aussage
Einschränkung Die Reichweite einer Schlussfolgerung wird begrenzt






Kreuzworträtsel

Korrelation Wie heißt ein statistischer Zusammenhang zwischen zwei Größen?
Kausalität Wie heißt eine Ursache-Wirkung-Beziehung?
Wertung Wie heißt eine Aussage, die etwas nach einem Maßstab beurteilt?
Beleg Wie heißt eine Materialstelle, die eine Aussage stützt?
Kontext Wie heißt der Zusammenhang von Bedingungen, in dem Daten gedeutet werden?
Quelle Wie heißt die Herkunft eines verwendeten Materials?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine statistische Beziehung zwischen zwei Größen heißt

. Eine Ursache-Wirkung-Beziehung heißt

. Eine bloß aufgestellte und noch nicht ausreichend gestützte Aussage ist eine

. Eine Einordnung nach einem Maßstab ist eine

. Vor jeder Deutung prüfst Du bei einer Grafik unter anderem Achsen und

. Eine mögliche weitere Einflussgröße nennt man

. Eine Schlussfolgerung sollte durch eine konkrete Materialstelle

werden. KI-Ergebnisse müssen auf Texttreue, Fakten, Logik und

unabhängig geprüft werden.




Selbstkontrolle: 5-Minuten-Check

Nimm irgendeine aktuelle Infografik aus einem seriösen Medium und beantworte ohne KI:

  1. Was ist die stärkste direkt belegbare Aussage?
  2. Welche Aussage wäre nur eine Korrelation?
  3. Welche mögliche Kausalaussage wäre noch nicht abgesichert?
  4. Wo steckt eine Wertung?
  5. Welche Information fehlt für eine weitergehende Schlussfolgerung?

Auswertung: Kannst Du alle fünf Antworten mit einer konkreten Materialstelle oder einer klar benannten Lücke begründen, arbeitest Du auf dem geforderten E-Niveau. Bei Unsicherheit gehe zum Prüfraster zurück.


Transfer: Von Daten zu einer belastbaren Aussage

Ausgangsmaterial: Wähle eine offene Statistik, eine Infografik oder eine Tabelle mit klarer Quelle.

  1. Formuliere eine belegbare Beobachtung.
  2. Formuliere eine plausible, aber noch ungesicherte Erklärung.
  3. Formuliere eine Wertung und nenne den Maßstab.
  4. Formuliere eine alternative Erklärung.
  5. Schreibe zum Schluss eine vorsichtige Schlussfolgerung mit Reichweitenbegrenzung.

E-Niveau-Zusatz: Suche ein zweites Material zum selben Thema. Prüfe, ob beide Materialien unterschiedliche Zeiträume, Gruppen oder Definitionen verwenden. Erkläre, wie das die Schlussfolgerung verändert.


Kompetenzcheck

Ich kann … sicher teilweise noch üben
Datenwerte und Darstellungsweise getrennt analysieren.
Korrelation und Kausalität unterscheiden.
Behauptung, Wertung und materialgestützte Aussage unterscheiden.
Reichweite, Drittvariablen und konkurrierende Erklärungen prüfen.
mehrere Materialien vergleichend verknüpfen.
KI-Hilfe transparent und kontrolliert einsetzen.


Reflexion

Beantworte kurz:

  1. Welche Art von Fehlschluss erkennst Du jetzt schneller?
  2. Bei welchem Diagrammmerkmal wirst Du künftig besonders aufmerksam?
  3. Welche Formulierung hilft Dir, Unsicherheit fair auszudrücken?
  4. Wann hat KI Deine Analyse verbessert – und wann musstest Du die KI korrigieren?
  5. Wie machst Du Deine eigene Denkleistung trotz KI-Nutzung sichtbar?


Offene Aufgaben


Leicht

  1. Diagramm-Detektiv: Suche eine frei nutzbare Grafik und markiere Quelle, Achsen, Einheit, Zeitraum und Bezugsgruppe.
  2. Aussagen sortieren: Erfinde acht Sätze zu einer Grafik und ordne sie Korrelation, Behauptung, Wertung oder belegbarer Aussage zu.
  3. Skalenvergleich: Zeichne dieselben fünf Werte in zwei Diagrammen mit unterschiedlichem Achsenausschnitt und beschreibe die Wirkungsunterschiede.
  4. Audio-Check: Nimm eine 60-sekündige eigene Audioerklärung zu „Korrelation ist nicht Kausalität“ auf und kennzeichne jede Einschränkung sprachlich.


Standard

  1. Infografik prüfen: Analysiere eine aktuelle offene Infografik mit dem Sieben-Schritte-Prüfraster und formuliere eine belastbare Schlussfolgerung.
  2. Video-Gegencheck: Vergleiche zwei Erklärvideos zum selben Datenbeispiel. Prüfe, welches Material beide verwenden und wo ihre Schlussfolgerungen auseinandergehen.
  3. Mini-Umfrage: Entwickle eine anonyme schulische Umfrage ohne unnötige personenbezogene Daten, visualisiere die Ergebnisse und formuliere drei zulässige sowie drei unzulässige Schlussfolgerungen.
  4. KI-Gegenhypothese: Analysiere ein Material zunächst selbst. Bitte dann KI nur um alternative Erklärungen. Prüfe jede Alternative am Material und dokumentiere die verwendete KI-Hilfe.


Schwer

  1. Daten-Dossier: Verbinde Tabelle, Grafik und Sachtext aus offenen Quellen. Arbeite Übereinstimmungen, Widersprüche und Reichweitengrenzen heraus.
  2. Anscombe erklären: Erstelle ein Lernvideo von höchstens drei Minuten, das mit Anscombes Quartett zeigt, warum Kennwerte und Visualisierung gemeinsam geprüft werden müssen.
  3. Simpson-Fall: Recherchiere ein verständliches Beispiel für das Simpson-Paradoxon und erkläre, warum Gruppierung die Schlussfolgerung verändert.
  4. Redaktionscheck: Entwickle eine kurze Checkliste für eine Schülerzeitung, mit der datenbasierte Überschriften vor Veröffentlichung auf Belegbarkeit, Wertung und Kausalbehauptung geprüft werden.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Materialkritik: Du erhältst eine Grafik mit stark gekürzter y-Achse und die Überschrift „Wert explodiert“. Erkläre, welche Teile durch Daten gedeckt sind und welche sprachlich oder visuell überzeichnen.
  2. Kausalitätsprüfung: Zwei Größen korrelieren deutlich. Entwickle mindestens drei alternative Erklärungen und beschreibe, welche zusätzliche Evidenz zwischen ihnen unterscheiden könnte.
  3. Materialvergleich: Zwei Quellen kommen zu unterschiedlichen Aussagen über dasselbe Thema. Prüfe Definitionen, Zeiträume, Stichproben und Darstellungen und formuliere eine begrenzte Gesamtaussage.
  4. Wertungsanalyse: Ein Kommentar verbindet eine Statistik mit „alarmierend“. Rekonstruiere den zugrunde liegenden Bewertungsmaßstab und prüfe, ob er im Material enthalten ist.
  5. KI-Revision: Eine KI liefert eine scheinbar überzeugende Auswertung. Finde mindestens zwei Stellen, die Du am Originalmaterial unabhängig prüfen musst, und überarbeite die Antwort transparent.
  6. Transferargumentation: Formuliere aus mehreren Materialien einen kurzen argumentativen Absatz, der Datenbeleg, Gegeninformation, Unsicherheit und Schlussfolgerung sichtbar trennt.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig:

  1. Eine unbekannte Grafik oder Tabelle korrekt beschreiben.
  2. Mindestens vier Aussagearten sicher unterscheiden.
  3. Eine Schlussfolgerung mit konkretem Materialbeleg absichern.
  4. Eine Überdehnung oder unzulässige Kausalisierung erklären.
  5. Mindestens eine alternative Erklärung oder Gegeninformation einbeziehen.
  6. Zwei Materialien sinnvoll verknüpfen.
  7. Eine eigene begrenzte Schlussfolgerung präzise formulieren.
  8. KI-Nutzung, falls verwendet, knapp transparent machen und unabhängig prüfen.

Der Lernnachweis selbst soll ohne externe Medien-Embeds auskommen; entscheidend ist Deine nachvollziehbare Materialanalyse.


Bildungsplanbezug Baden-Württemberg

Der Kurs orientiert sich am Deutsch-Bildungsplan Sekundarstufe I für Klasse 10 auf E-Niveau. Dort werden unter anderem das Unterscheiden von Information und Wertung, begründete Schlussfolgerungen unter Einbezug konkurrierender Informationen sowie die Auswertung nichtlinearer Texte und komplexe Analysen verlangt.

Offizielle Grundlage: Bildungsplan Baden-Württemberg – Deutsch Klasse 10: Sach- und Gebrauchstexte und Bildungsplan Baden-Württemberg – Deutsch Klasse 10: Medien.

Prüfungshinweis, Stand 23.09.2026: E-Niveau und ein konkretes Abschlussprüfungsformat sind nicht dasselbe. Prüfe Prüfungsjahr und angestrebten Schulabschluss getrennt. Für verbindliche Termine, Prüfungsformate, Ganzschriften und schulinterne Festlegungen gelten die aktuellen Informationen Deiner Schule und des Kultusministeriums. Offizielle Übersichten: Haupt- und Realschulabschlussprüfung sowie Prüfungstermine Realschule.


Folgekurs-Empfehlung

Wenn Du diesen Kurs sicher beherrschst, arbeite als Nächstes an materialgestützter Argumentation. Dort nutzt Du geprüfte Daten nicht nur zum Kontrollieren fremder Schlussfolgerungen, sondern baust daraus eine eigene, abgewogene Argumentation.

Sinnvolle Vertiefungen sind außerdem Diagrammanalyse, Argumentationsanalyse, Quellenkritik, Statistik, Korrelation und Kausalität und Medienkompetenz.


OERs zum Thema

Weitere offene Grundlagen: Kausalität, Scheinkorrelation, Simpson-Paradoxon und Anscombes Quartett.


Medien- und Quellenhinweise

Die eingebundenen Wikimedia-Commons-Dateien sind frei bzw. offen lizenziert; Lizenz und Urheberangaben stehen jeweils auf der Dateibeschreibungsseite. YouTube-Videos werden nur über den vorgesehenen Player eingebettet. Für eigene Produkte bevorzugst Du gemeinfreie, offen lizenzierte oder selbst erstellte Materialien.

Verwendete freie Medien:

  1. – Streudiagramme zu unterschiedlichen Korrelationswerten.
  2. – Illustration zu Korrelation, Drittvariable und Kausalität.
  3. – Beispiel zur Wirkung einer verkürzten y-Achse.
  4. – Beispiel einer zufälligen beziehungsweise irreführenden Korrelation.
  5. – vier sehr unterschiedliche Datensätze mit ähnlichen Kennwerten.
  6. – Visualisierung des Simpson-Paradoxons.
  7. – freie deutsche Ausspracheaufnahme.


Verknüpfte Lernbereiche


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