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Apfelsorten der Streuobstwiese

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Apfelsorten der Streuobstwiese




Einleitung

Auf einer Streuobstwiese wachsen meist hochstämmige, großkronige Obstbäume unterschiedlichen Alters. Gerade bei Äpfeln ist die Sortenvielfalt besonders groß: Neben bekannten Sorten können auf einer einzigen Wiese seltene Regional- und Lokalsorten stehen, die an bestimmte Landschaften, Böden, Klimabedingungen oder Nutzungen angepasst wurden. Deshalb bedeutet „Apfelsorten der Streuobstwiese“ nicht eine feste Sortenliste. Welche Sorten vorkommen, hängt stark von der Region und von der Geschichte der jeweiligen Wiese ab.

Dieser aiMOOC zeigt Dir, wie Du typische Apfelsorten einer Streuobstwiese kennenlernst, Früchte beobachtest und beschreibst, Ernte- und Genussreife unterscheidest und die Bedeutung der Sortenvielfalt für Biodiversität, Kulturlandschaft und Sortenerhaltung verstehst. Als Beispiele dienen unter anderem Boskoop, Brettacher, Bohnapfel, Jakob Fischer, Goldparmäne, Gewürzluiken und Bittenfelder.


Was ist eine Streuobstwiese?

Eine Streuobstwiese ist eine traditionelle Form des Obstbaus. Typisch sind verstreut stehende Obstbäume mit großen Kronen, häufig als Hochstämme. Unter den Bäumen liegt Grünland, das gemäht oder beweidet werden kann. Auf einer Streuobstwiese können Äpfel, Birnen, Kirschen, Zwetschgen und weitere Obstarten wachsen.

Im Unterschied zu einer intensiv bewirtschafteten Obstplantage stehen die Bäume meist weiter auseinander. Viele Streuobstbestände besitzen eine große Vielfalt an Arten, Sorten, Baumaltern und Strukturen. Alte Baumhöhlen, Blüten, Früchte, Totholz und die Wiese unter den Bäumen können Lebensräume und Nahrungsquellen für zahlreiche Tiere bieten. Gleichzeitig sind Streuobstwiesen vom Menschen geprägte Kulturlandschaften: Ohne Pflege, Nachpflanzung und Nutzung verändern sie sich langfristig.

Das folgende Video vertieft das Thema traditioneller Sorten im Streuobstbau:


Warum gibt es so viele Apfelsorten?

Der Kulturapfel wurde über viele Jahrhunderte durch Auswahl, Zufallssämlinge und gezielte Züchtung vielfältiger. Menschen vermehrten Bäume, deren Früchte ihnen besonders geeignet erschienen – zum Beispiel zum Frischessen, Lagern, Backen, Dörren, Kochen, Mosten oder Brennen. Weil Klima, Boden und Nutzungsgewohnheiten regional verschieden waren, entstanden zahlreiche Regional- und Lokalsorten.

Viele alte Sorten sind Zufallssämlinge. Das bedeutet: Ein Apfelkern keimte, der neue Baum zeigte interessante Eigenschaften und wurde anschließend durch Veredelung vegetativ weitervermehrt. Nur durch Veredelung bleibt eine Sorte genetisch im Wesentlichen erhalten. Ein aus dem Kern eines Boskoop gezogener Baum ist daher nicht einfach wieder ein Boskoop.

Sortenvielfalt ist zugleich ein Teil der genetischen Vielfalt. Sie kann für Züchtung, Forschung und zukünftige Anpassung an veränderte Umweltbedingungen wichtig sein. Trotzdem gilt: „alt“ bedeutet nicht automatisch „pflegeleicht“ oder „krankheitsfest“. Manche traditionelle Sorten sind robust, andere stellen hohe Ansprüche. Die Eignung muss immer zur Region, zum Standort und zur vorgesehenen Nutzung passen.


Pomologie: Apfelsorten bestimmen

Die Lehre von den Obstsorten wird Pomologie genannt. Eine sichere Sortenbestimmung ist anspruchsvoll, weil Früchte derselben Sorte je nach Standort, Wetter, Behang und Reife unterschiedlich aussehen können. Deshalb sollte man mehrere Merkmale gemeinsam betrachten.

Wichtige Bestimmungsmerkmale sind die Größe und Form der Frucht, Grund- und Deckfarbe der Schale, Streifen oder Berostung, Form und Tiefe der Stielgrube, Länge und Stärke des Stiels, Kelchform, Kerngehäuse, Fruchtfleisch, Geschmack, Duft und Reifezeit. Auch der Baum selbst kann Hinweise liefern: Wuchsform, Blütezeit, Blattmerkmale und typische Krankheiten gehören zum Gesamtbild.

Für eine praktische Bestimmung sammelst Du am besten mehrere typische, reife und unbeschädigte Früchte von einem eindeutig zugeordneten Baum. Fotografiere Frucht, Stielseite, Kelchseite und einen Längsschnitt. Notiere Fundort, Erntedatum und Baummerkmale. Bei seltenen oder unklaren Sorten ist die Bestimmung durch erfahrene Pomologinnen und Pomologen besonders wertvoll.

Das folgende Video zeigt eine praktische Apfelbestimmung auf einer Streuobstwiese:


Typische Apfelsorten auf Streuobstwiesen

Die folgenden Sorten sind Beispiele aus dem traditionellen Streuobstbau. Sie kommen nicht auf jeder Streuobstwiese vor. Besonders in Süddeutschland und Baden-Württemberg spielen mehrere der hier vorgestellten Sorten eine wichtige Rolle.


Boskoop

Der Schöne aus Boskoop, meist kurz Boskoop oder Boskop genannt, wurde im 19. Jahrhundert in den Niederlanden bekannt. Die Früchte sind häufig groß und deutlich säurebetont. Boskoop eignet sich zum Frischverzehr für Menschen, die kräftig-säuerliche Äpfel mögen, besonders aber auch zum Backen, Kochen, für Apfelmus, Saft und Most. Er zählt zu den lagerfähigen Winteräpfeln.


Brettacher

Der Brettacher wurde als Zufallssämling in Brettach, heute Teil von Langenbrettach in Baden-Württemberg, entdeckt. Die Früchte sind groß, eher säuerlich und sehr gut lagerfähig. Sie eignen sich besonders zum Kochen, Backen und Mosten. Die Sorte ist im süddeutschen Streuobstbau verbreitet und wird wegen ihres kräftigen Wuchses und ihrer Lagerfähigkeit geschätzt.


Rheinischer Bohnapfel

Der Bohnapfel, auch Großer Rheinischer Bohnapfel genannt, ist eine alte Wintersorte aus dem Mittelrheingebiet. Die Früchte werden spät geerntet und entwickeln ihren milderen Geschmack erst während der Lagerung. Der Bohnapfel wird vor allem als Wirtschafts- und Saftapfel genutzt und kann unter geeigneten Bedingungen sehr lange lagerfähig sein.


Jakob Fischer

Die Sorte Jakob Fischer stammt aus Rottum in Oberschwaben. Jakob Fischer entdeckte dort 1903 einen Zufallssämling; der Baum trug später auffallend große Früchte. Die Sorte reift vergleichsweise früh, ist nur begrenzt lagerfähig und kann als Tafel- und Haushaltsapfel sowie zum Backen, Einmachen und Entsaften verwendet werden. Für Streuobstwiesen ist außerdem der starke, frostharte Wuchs des Baumes interessant.


Goldparmäne

Die Goldparmäne gehört zu den sehr alten Apfelsorten. Sie ist für ihr aromatisches, oft als leicht nussig beschriebenes Aroma bekannt und wurde lange als wertvoller Tafelapfel geschätzt. Im Gegensatz zu manchen robusten Streuobstsorten verlangt die Goldparmäne jedoch eine gute Pflege und kann anfällig für Krankheiten und Schädlinge sein. Sie zeigt deshalb besonders gut, warum alte Sorte nicht automatisch robuste Sorte bedeutet.


Gewürzluiken

Der Gewürzluiken ist eine traditionelle Herbstapfelsorte aus Württemberg. Die Früchte sind saftig, säuerlich und leicht würzig. Sie eignen sich als Tafelobst und zur Mostbereitung. Da die Sorte wärmere Lagen bevorzugt und empfindlich gegenüber starken Holzfrösten sein kann, ist die Standortwahl besonders wichtig.


Bittenfelder

Der Bittenfelder, auch Bittenfelder Sämling genannt, stammt aus Bittenfeld bei Waiblingen. Die kleinen bis mittelgroßen Früchte besitzen viel Säure und Zucker und sind besonders für Saft und Most geeignet. Die Bäume gelten als starkwüchsig, langlebig und frosthart. Die Sorte reift spät und ist deshalb ein gutes Beispiel für einen typischen Wirtschaftsapfel des Streuobstbaus.


Vergleich der vorgestellten Sorten

Sorte Herkunft oder Schwerpunkt Typische Nutzung Reife und Lagerung Auffällige Eigenschaft
Boskoop Niederlande, später weit verbreitet Backen, Kochen, Mus, Saft, Most, Tafel Herbsternte, als Winterapfel lagerfähig kräftig säurebetont
Brettacher Nordwürttemberg / Süddeutschland Backen, Kochen, Most späte Ernte, sehr gut lagerfähig große Früchte
Bohnapfel Mittelrhein Saft, Wirtschaftsapfel, Brand spät geerntet, Genussreife nach Lagerung sehr lange lagerfähig
Jakob Fischer Oberschwaben Tafel, Haushalt, Backen, Saft früh reifend, nur kurz lagerfähig große Früchte und starker Wuchs
Goldparmäne wahrscheinlich Frankreich vor allem Tafelapfel Herbsternte, begrenzt lagerfähig würzig-nussiges Aroma
Gewürzluiken Württemberg Tafel, Most Herbsternte, bis in den Winter genießbar würzig-säuerlicher Geschmack
Bittenfelder Bittenfeld bei Waiblingen Saft und Most sehr späte Ernte, lagerfähig hoher Säureanteil


Ernte-, Pflück- und Genussreife

Bei Apfelsorten ist „reif“ nicht immer eindeutig. Die Pflückreife beschreibt den Zeitpunkt, an dem Früchte geerntet werden sollten. Die Genussreife bezeichnet den Zeitraum, in dem Geschmack und Konsistenz besonders gut zum Verzehr passen.

Sommer- und frühe Herbstäpfel können oft direkt nach der Ernte gegessen werden. Viele Winteräpfel werden dagegen zunächst eingelagert und entwickeln ihr volles Aroma erst später. Bohnapfel und Brettacher zeigen diesen Unterschied besonders deutlich. Für die Sortenbestimmung ist die Reifezeit deshalb ein wichtiges Merkmal.


Tafelapfel, Wirtschaftsapfel und Mostapfel

Nicht jede Sorte wurde für denselben Zweck ausgewählt. Ein Tafelapfel soll vor allem beim direkten Verzehr überzeugen. Ein Wirtschaftsapfel eignet sich besonders zum Kochen, Backen, Dörren oder Verarbeiten. Ein Mostapfel liefert Saft mit einer für die Verarbeitung interessanten Mischung aus Zucker, Säure, Aroma und Gerbstoffen.

Diese Kategorien überschneiden sich. Boskoop kann zum Beispiel gegessen, gebacken, gekocht und versaftet werden. Bittenfelder ist dagegen vor allem wegen seiner Eigenschaften für Saft und Most interessant. Auf traditionellen Streuobstwiesen ergänzten sich verschiedene Sorten, sodass über einen längeren Zeitraum geerntet und für unterschiedliche Zwecke verarbeitet werden konnte.


Blüte und Bestäubung

Damit ein Apfelbaum Früchte bildet, muss die Blüte erfolgreich bestäubt werden. Viele Apfelsorten benötigen Pollen einer genetisch passenden anderen Sorte. Deshalb ist Sortenvielfalt auch für die Befruchtung im Bestand wichtig.

Mehrere bekannte Streuobstsorten, darunter Boskoop, Brettacher, Bohnapfel und Jakob Fischer, sind triploid. Solche Sorten eignen sich nicht als verlässliche Pollenspender für andere Apfelsorten. Bei einer Neupflanzung reicht es daher nicht, nur Fruchtgeschmack und Erntezeit zu betrachten; auch Blütezeit und Befruchtungsverhältnisse müssen berücksichtigt werden.

Blütenbesuchende Insekten transportieren Pollen zwischen den Blüten. Eine strukturreiche Wiese mit vielfältigem Blütenangebot kann deshalb die Bestäubung unterstützen. Sortenwahl und Lebensraumpflege gehören auf der Streuobstwiese zusammen.


Sortenvielfalt und Biodiversität

Die Sortenvielfalt der Obstbäume ist ein Teil der biologischen Vielfalt. Sie betrifft die genetische Ebene innerhalb einer Kulturpflanzenart. Gleichzeitig kann die Streuobstwiese als Lebensraum eine hohe Vielfalt an Pflanzen und Tieren beherbergen.

Alte und regionale Sorten sind außerdem Kulturgut. In ihren Namen, Nutzungen und Verbreitungsgebieten steckt lokale Geschichte. Wenn eine seltene Sorte nur noch auf wenigen alten Bäumen wächst und nicht weiterveredelt wird, kann sie verloren gehen. Sortenerhaltung geschieht deshalb durch Kartieren, Bestimmen, Veredeln, Nachpflanzen, Pflegen und Nutzen.

Das folgende Video stellt mehrere alte Apfelsorten für Streuobstwiesen vor:


Einen Apfel auf der Streuobstwiese untersuchen

Wenn Du eine unbekannte Sorte dokumentieren möchtest, kannst Du systematisch vorgehen.

  1. Fundort dokumentieren: Notiere Ort, Datum, Standortbedingungen und wenn möglich die Geschichte des Baumes.
  2. Frucht fotografieren: Fotografiere mehrere typische Früchte von der Seite, von der Stielseite und von der Kelchseite.
  3. Frucht aufschneiden: Fertige einen Längs- und Querschnitt an und dokumentiere Kerngehäuse und Fruchtfleisch.
  4. Merkmale beschreiben: Notiere Größe, Form, Schalenfarbe, Streifen, Berostung, Stiel, Kelch, Geruch, Geschmack und Festigkeit.
  5. Reife beobachten: Prüfe, wann die Früchte gepflückt werden und wie sie sich während der Lagerung verändern.
  6. Bestimmung absichern: Vergleiche mehrere Quellen und hole bei Unsicherheit fachkundige pomologische Hilfe ein.

Eine Sortenbestimmung allein anhand eines einzelnen Fotos ist oft unsicher. Wissenschaftliches Arbeiten bedeutet hier, verschiedene Merkmale und Beobachtungen zusammenzuführen und Unsicherheiten offen zu benennen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Warum gibt es auf Streuobstwiesen besonders viele unterschiedliche Apfelsorten? (Weil Sorten über lange Zeit für verschiedene Regionen und Nutzungen ausgewählt wurden) (!Weil jeder Apfelbaum jedes Jahr automatisch eine neue Sorte bildet) (!Weil nur moderne Plantagensorten auf Streuobstwiesen wachsen) (!Weil alle Apfelsorten genetisch identisch sind)




Wie nennt man die Lehre von den Obstsorten? (Pomologie) (!Geologie) (!Meteorologie) (!Zoologie)




Warum ist ein aus einem Boskoop-Kern gezogener Baum nicht automatisch wieder ein Boskoop? (Weil sich bei der sexuellen Fortpflanzung Erbanlagen neu kombinieren) (!Weil Apfelkerne keine Erbanlagen besitzen) (!Weil Boskoop nur aus Stecklingen von Birnbäumen entsteht) (!Weil Apfelsorten ausschließlich durch Samen unverändert bleiben)




Welche Nutzung ist für den Bittenfelder besonders typisch? (Saft und Most) (!Nur Zierobst) (!Ausschließlich Tiefkühlkost) (!Nur Tierfutter)




Welche Aussage beschreibt den Bohnapfel richtig? (Er ist ein spät reifender Winterapfel und wird häufig verarbeitet) (!Er ist eine tropische Obstart) (!Er wird ausschließlich im Frühsommer geerntet) (!Er besitzt grundsätzlich keine Kerne)




Welche Besonderheit hat Jakob Fischer im Vergleich zu vielen Winteräpfeln? (Die Sorte reift relativ früh und ist nur begrenzt lagerfähig) (!Die Früchte werden erst nach mehreren Jahren Lagerung essbar) (!Die Sorte wächst nur in Gewächshäusern) (!Die Früchte sind immer kernlos)




Warum reicht ein einzelnes Foto für eine sichere Apfelsortenbestimmung oft nicht aus? (Weil mehrere Frucht- und Baummerkmale sowie die Reifezeit berücksichtigt werden sollten) (!Weil alle Apfelsorten auf Fotos unsichtbar sind) (!Weil nur die Blattfarbe im Winter entscheidend ist) (!Weil der Sortenname immer auf der Frucht steht)




Was ist der Unterschied zwischen Pflückreife und Genussreife? (Pflückreife bezeichnet den Erntezeitpunkt und Genussreife den geeigneten Verzehrzeitraum) (!Pflückreife gilt nur für Birnen und Genussreife nur für Äpfel) (!Pflückreife bedeutet Blütezeit und Genussreife bedeutet Aussaat) (!Es gibt keinen Unterschied)




Welche Aussage über alte Apfelsorten ist fachlich richtig? (Alte Sorten können robust sein, ihre Eigenschaften müssen aber jeweils einzeln beurteilt werden) (!Alle alten Sorten sind gegen jede Krankheit resistent) (!Alle alten Sorten sind automatisch besser lagerfähig) (!Alle alten Sorten stammen aus derselben Region)




Warum ist Sortenvielfalt auf einer Streuobstwiese bedeutsam? (Sie verbindet genetische Vielfalt, unterschiedliche Nutzungen und regionales Kulturgut) (!Sie verhindert grundsätzlich jede Form von Schädlingsbefall) (!Sie macht Pflege und Bestäubung vollständig überflüssig) (!Sie sorgt dafür, dass alle Früchte gleichzeitig reifen)





Memory

Boskoop säurebetonter Küchen- und Mostapfel
Brettacher großfrüchtiger und gut lagerfähiger Winterapfel
Bohnapfel spät reifender Wirtschafts- und Saftapfel
Jakob Fischer früh reifende oberschwäbische Sorte
Goldparmäne aromatischer traditioneller Tafelapfel
Gewürzluiken württembergische würzig-säuerliche Herbstsorte
Bittenfelder säurereicher Most- und Saftapfel
Pomologie Lehre von den Obstsorten





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Boskoop Backen und Mosten
Jakob Fischer frühe Reife
Bohnapfel lange Lagerung
Gewürzluiken württembergische Herkunft
Bittenfelder Saftgewinnung






Kreuzworträtsel

Boskoop Welche säurebetonte Sorte eignet sich besonders gut zum Backen und Mosten?
Brettacher Welche süddeutsche Sorte ist für große Früchte und gute Lagerfähigkeit bekannt?
Pomologie Wie heißt die Lehre von den Obstsorten?
Bohnapfel Welche Wintersorte vom Mittelrhein wird häufig als Wirtschafts- und Saftapfel genutzt?
Hochstamm Wie nennt man eine traditionelle Baumform mit hohem Stamm und großer Krone?
Goldparmäne Welche alte Sorte ist für ein würzig-nussiges Aroma bekannt?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die Lehre von den Obstsorten heißt

. Eine Streuobstwiese besitzt häufig großkronige Obstbäume auf

. Eine Sorte wird in der Regel durch

sortenecht weitervermehrt. Der Boskoop ist für seinen kräftig

Geschmack bekannt. Der Bohnapfel entwickelt seine Genussqualität oft erst während der

. Jakob Fischer stammt aus

. Der Gewürzluiken ist eng mit der Obstbaugeschichte von

verbunden. Der Bittenfelder wird besonders für Saft und

verwendet. Bei einer Bestimmung sollten immer mehrere

gemeinsam betrachtet werden. Sortenerhaltung bewahrt auch einen Teil der genetischen

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Apfelporträt: Wähle eine Sorte aus diesem aiMOOC und gestalte einen Steckbrief mit Fruchtform, Farbe, Reifezeit und Nutzung.
  2. Geschmacksprotokoll: Vergleiche zwei unterschiedliche Äpfel und beschreibe Süße, Säure, Aroma, Saftigkeit und Festigkeit mit eigenen Worten.
  3. Fotodokumentation: Fotografiere einen Apfel von Stielseite, Kelchseite und im Anschnitt und beschrifte die erkennbaren Merkmale.
  4. Sortennamen: Recherchiere die Bedeutung oder Herkunft von drei traditionellen Sortennamen und stelle Deine Ergebnisse kurz vor.


Standard

  1. Streuobstwiesen-Kartierung: Untersuche eine Streuobstwiese oder einen Obstgarten und dokumentiere Baumarten, ungefähres Baumalter, Nutzung und erkennbare Pflegespuren.
  2. Apfelvergleich: Erstelle eine Vergleichstabelle zu vier Apfelsorten und begründe, welche sich eher zum Frischessen, Backen, Lagern oder Mosten eignen.
  3. Interview zum Streuobst: Befrage eine Person aus Obstbau, Mosterei, Naturschutz oder Gartenbau nach regionalen Sorten und dokumentiere die wichtigsten Aussagen.
  4. Erntekalender: Entwickle einen Kalender, der für mehrere Sorten Pflückreife, mögliche Lagerzeit und typische Nutzung gegenüberstellt.


Schwer

  1. Pomologische Untersuchung: Bestimme eine unbekannte Frucht mithilfe mehrerer Merkmale und Quellen und dokumentiere auch verbleibende Unsicherheiten.
  2. Sortenerhaltungskonzept: Entwirf für eine fiktive Streuobstwiese einen Plan zur Erhaltung regionaler Sorten mit Nachpflanzung, Pflege, Veredelung und Nutzung.
  3. Bestäubungsplanung: Plane eine kleine Neupflanzung mit mehreren Apfelsorten und berücksichtige Blütezeit, Pollenspender und die Tatsache, dass einige Sorten triploid sind.
  4. Dokumentarvideo: Produziere ein kurzes Lernvideo über eine regionale Apfelsorte und verbinde darin Biologie, Kulturgeschichte, Nutzung und Naturschutz.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Sortenwahl und Standort: Eine Gemeinde möchte eine neue Streuobstwiese anlegen. Erkläre, welche Informationen sie vor der Sortenwahl sammeln sollte und warum eine reine Liste „alter Sorten“ nicht ausreicht.
  2. Nutzungskonzept: Vergleiche Boskoop, Jakob Fischer und Bittenfelder hinsichtlich Reifezeit, Lagerung und Verwendung. Entwickle daraus einen Vorschlag, wie die Ernte über mehrere Monate sinnvoll genutzt werden kann.
  3. Bestimmungsproblem: Zwei Äpfel sehen auf Fotos fast gleich aus. Beschreibe ein Untersuchungsprogramm, mit dem Du klären würdest, ob es sich um dieselbe Sorte handelt.
  4. Genetische Vielfalt: Erkläre, warum die Erhaltung vieler Apfelsorten mehr bedeutet als nur eine große Auswahl an Geschmacksrichtungen.
  5. Pflegeentscheidung: Auf einer Wiese steht ein alter Baum einer seltenen Sorte mit wenig Ertrag. Diskutiere fachlich begründet, welche Gründe trotzdem für seinen Erhalt sprechen können und welche Pflegeschritte geprüft werden sollten.
  6. Transfer auf andere Kulturpflanzen: Übertrage das Prinzip der Sortenvielfalt auf eine andere Kulturpflanze und zeige Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur Situation beim Apfel.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen können, dass Du:

  1. den Aufbau und die Nutzung einer Streuobstwiese erklären kannst,
  2. den Begriff Pomologie korrekt verwendest und wichtige Bestimmungsmerkmale kennst,
  3. mehrere typische Streuobst-Apfelsorten anhand von Herkunft, Nutzung, Reife und Eigenschaften vergleichen kannst,
  4. zwischen Pflückreife und Genussreife unterscheidest,
  5. die Bedeutung von Veredelung für die Sortenerhaltung erklärst,
  6. Zusammenhänge zwischen Sortenvielfalt, Bestäubung, Nutzung und genetischer Vielfalt darstellst,
  7. Beobachtungen an realen Früchten fachgerecht dokumentierst und Unsicherheiten bei der Sortenbestimmung benennst,
  8. Maßnahmen zur Erhaltung traditioneller und regionaler Obstsorten begründet vorschlägst.




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