Pflegeentscheidung

Pflegeentscheidung
Einleitung
Eine Pflegeentscheidung ist in diesem aiMOOC eine fachlich begründete Entscheidung darüber, welche pflegerischen Ziele und Maßnahmen in einer konkreten Situation sinnvoll, sicher und mit den Wünschen der pflegebedürftigen Person vereinbar sind. Dabei geht es nicht nur darum, was getan wird, sondern auch darum, warum eine Maßnahme gewählt, angepasst oder beendet wird.
Der aiMOOC richtet sich vor allem an Auszubildende zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann im zweiten und dritten Ausbildungsdrittel. Er verbindet Pflegeprozess, Patientenautonomie, Pflegeethik, Evidenzbasierte Pflege, Kommunikation und rechtliche Grundlagen.
Wichtig ist die Unterscheidung: Die Pflegefachperson trifft professionelle Entscheidungen innerhalb ihres pflegerischen Verantwortungsbereichs. Gleichzeitig hat die betroffene Person ein Recht auf Selbstbestimmung. Eine fachlich mögliche Maßnahme darf deshalb nicht einfach gegen den Willen einer einwilligungsfähigen Person durchgeführt werden.

Woraus besteht eine gute Pflegeentscheidung?
Eine gute Pflegeentscheidung entsteht nicht aus Gewohnheit, sondern aus mehreren Informationsquellen. Dazu gehören der aktuelle Zustand der Person, ihre Fähigkeiten und Risiken, ihre Wünsche und Ziele, pflegefachliches Wissen, wissenschaftliche Erkenntnisse sowie die konkreten Bedingungen der Pflegesituation.
Du kannst Dir eine Pflegeentscheidung als begründete Antwort auf fünf Fragen vorstellen:
- Was liegt vor?: Welche Informationen, Beobachtungen, Ressourcen und Probleme sind relevant?
- Was soll erreicht werden?: Welches Ziel ist für die betroffene Person sinnvoll und realistisch?
- Welche Möglichkeiten gibt es?: Welche pflegerischen Maßnahmen kommen infrage?
- Was möchte die Person?: Welche Wünsche, Werte und Prioritäten müssen berücksichtigt werden?
- Wirkt die Entscheidung?: Muss die Maßnahme fortgeführt, verändert oder beendet werden?

Pflegeprozess als Entscheidungsrahmen
Der Pflegeprozess ist eine systematische Arbeitsmethode professioneller Pflege. Je nach Modell werden vier, fünf oder sechs Phasen unterschieden. Gemeinsam ist den Modellen, dass Informationen erhoben, Pflegebedarf und Ziele bestimmt, Maßnahmen geplant und durchgeführt sowie die Ergebnisse überprüft werden.
In Deutschland gehören zentrale Teile dieser Pflegeprozessverantwortung nach § 4 des Pflegeberufegesetzes zu den vorbehaltenen Aufgaben von Pflegefachpersonen. Dazu zählen insbesondere die Erhebung und Feststellung des individuellen Pflegebedarfs, die Planung der Pflege, die Organisation und Steuerung des Pflegeprozesses sowie die Evaluation und Qualitätssicherung.

Beobachten und beurteilen
Vor einer Pflegeentscheidung steht eine möglichst genaue Einschätzung der Situation. Beobachtungen können zum Beispiel Mobilität, Schmerz, Orientierung, Atmung, Hautzustand, Flüssigkeitsaufnahme, Ausscheidung, Schlaf oder soziale Bedürfnisse betreffen.
Messwerte sind dabei nur ein Teil des Assessments. Ein Blutdruckwert kann wichtig sein, erklärt aber nicht allein, wie sich eine Person fühlt oder welche Unterstützung sie benötigt. Pflegefachpersonen verbinden deshalb messbare Daten mit Beobachtungen, Gesprächen und dem individuellen Verlauf.

Ein strukturiertes Assessment unterstützt die Entscheidung, ersetzt aber nicht das pflegefachliche Denken. Ein Instrument kann ein Risiko anzeigen. Welche Konsequenzen daraus folgen, muss im Zusammenhang mit der individuellen Situation beurteilt werden.

Fachwissen, Evidenz und Erfahrung
Pflegeentscheidungen sollten nachvollziehbar begründet sein. Professionelle Entscheidungsfindung verbindet dabei mehrere Ebenen:
- Wissenschaftliche Erkenntnisse: Welche Erkenntnisse aus Forschung, Leitlinien oder Standards sind verfügbar?
- Professionelle Erfahrung: Welche Erfahrungen helfen beim Einschätzen der konkreten Situation?
- Wünsche und Werte: Was ist der betroffenen Person wichtig?
- Rahmenbedingungen: Welche personellen, zeitlichen, räumlichen und organisatorischen Bedingungen bestehen?
Eine Entscheidung ist deshalb nicht automatisch gut, nur weil sie „immer so gemacht wurde“. Ebenso wenig reicht eine allgemeine Empfehlung aus, wenn sie nicht zur konkreten Person passt.
Risiken abwägen
Pflegeentscheidungen können Zielkonflikte enthalten. Ein typisches Beispiel ist der Wunsch nach möglichst viel Selbstständigkeit bei gleichzeitig erhöhtem Sturzrisiko.
Eine Pflegefachperson muss dann nicht einfach zwischen „Freiheit“ und „Sicherheit“ wählen. Sie kann nach einer Lösung suchen, die beides möglichst gut verbindet: geeignete Hilfsmittel, angepasste Umgebung, Training, Begleitung, erreichbare Klingel, rutschfeste Schuhe oder eine andere zeitliche Organisation.
Entscheidend ist, dass Risiken weder ignoriert noch automatisch zum Anlass für unnötige Einschränkungen werden.
Selbstbestimmung und gemeinsame Entscheidungsfindung
Pflege findet an und mit Menschen statt. Deshalb gehört die Perspektive der betroffenen Person in die Entscheidungsfindung.
Gemeinsame Entscheidungsfindung bedeutet, dass Fachpersonen verständlich über Möglichkeiten informieren und die betroffene Person ihre Ziele, Wünsche und Prioritäten einbringt. Im medizinischen Bereich wird dafür häufig der Begriff Shared Decision Making verwendet. In pflegerischen Situationen ist die Beteiligung der pflegebedürftigen Person ebenfalls ein wichtiges Prinzip.
Eine Person kann zum Beispiel sagen: „Mir ist wichtiger, selbst zur Toilette zu gehen, als jedes Sturzrisiko vollständig zu vermeiden.“ Diese Aussage ist für die Pflegeplanung relevant. Aufgabe der Pflegefachperson ist es dann, über Risiken zu informieren, Ressourcen zu fördern und gemeinsam möglichst sichere Handlungswege zu entwickeln.
Verständliche Kommunikation
Eine Entscheidung kann nur dann wirklich gemeinsam getroffen werden, wenn Informationen verständlich sind. Fachsprache muss deshalb erklärt werden. Rückfragen helfen zu prüfen, ob die Information angekommen ist.
Hilfreich sind Fragen wie:
- „Was ist Ihnen im Alltag besonders wichtig?“
- „Welche Unterstützung möchten Sie selbst übernehmen?“
- „Welche Sorge haben Sie bei dieser Maßnahme?“
- „Welche Möglichkeit wäre für Sie akzeptabel?“
- „Können Sie mit eigenen Worten sagen, wie wir vorgehen wollen?“
Kommunikation ist damit kein Zusatz zur Pflegeentscheidung, sondern ein Teil der professionellen Entscheidungsfindung.
Einwilligung und rechtliche Grenzen
Bei medizinischen Maßnahmen ist in Deutschland grundsätzlich die Einwilligung der Patientin oder des Patienten erforderlich. § 630d BGB regelt die Einwilligung; § 630e BGB enthält Anforderungen an die Aufklärung. Eine Einwilligung kann widerrufen werden.
Für die Pflege ist daraus ein wichtiger Grundsatz ableitbar: Eine fachlich geplante Maßnahme rechtfertigt nicht automatisch ihre Durchführung gegen den erklärten Willen einer einwilligungsfähigen Person.

Wenn eine Person nicht selbst entscheiden kann
Kann eine Person eine konkrete medizinische Entscheidung nicht selbst treffen, müssen die gesetzlichen Regeln zur Vertretung und zum Patientenwillen beachtet werden. Eine vorhandene Patientenverfügung kann für bestimmte Behandlungssituationen verbindliche Festlegungen enthalten.
Nach § 1827 BGB ist zu prüfen, ob die Festlegungen einer Patientenverfügung auf die aktuelle Lebens- und Behandlungssituation zutreffen. Liegt keine passende Festlegung vor, werden Behandlungswünsche oder der mutmaßliche Wille anhand konkreter Anhaltspunkte ermittelt.
Pflegefachpersonen haben dabei eine wichtige Beobachtungs- und Kommunikationsfunktion. Sie erleben die betroffene Person häufig über längere Zeit, erkennen Veränderungen und können relevante Äußerungen, Gewohnheiten und Reaktionen in den interprofessionellen Austausch einbringen. Die rechtliche Entscheidungskompetenz darf dabei nicht mit der pflegefachlichen Entscheidungskompetenz verwechselt werden.
Fallbeispiel: Frau A. möchte selbstständig bleiben
Frau A. ist 82 Jahre alt und lebt in einer stationären Pflegeeinrichtung. Nach einem Infekt ist sie deutlich schwächer als zuvor. Sie kann mit ihrem Rollator kurze Strecken gehen, ist aber unsicher beim Aufstehen. In der Nacht möchte sie weiterhin selbst zur Toilette gehen.
Eine rein sicherheitsorientierte Entscheidung könnte lauten: Frau A. soll nachts nicht allein aufstehen. Eine rein autonom orientierte Reaktion könnte lauten: Frau A. darf ohne weitere Maßnahmen jederzeit allein gehen.
Professionelle Pflege sucht nach einer begründeten Zwischenlösung.
- Assessment: Wie sicher steht Frau A. auf? Wann tritt Schwindel auf? Welche Medikamente, Sehprobleme oder Umweltfaktoren spielen eine Rolle?
- Ressource: Frau A. kann den Rollator benutzen und versteht Absprachen.
- Pflegeziel: Frau A. soll möglichst selbstständig und gleichzeitig mit reduziertem Sturzrisiko zur Toilette gelangen.
- Pflegemaßnahme: Nachtlicht, freie Laufwege, Rollator griffbereit, passende Schuhe, erreichbare Klingel und abgestimmte Begleitung werden vereinbart.
- Evaluation: Nach einigen Nächten wird überprüft, ob die Lösung funktioniert und ob sie angepasst werden muss.

Die Pflegeentscheidung ist hier kein einmaliger Beschluss. Sie bleibt überprüfbar und kann sich verändern, wenn sich der Zustand oder die Wünsche von Frau A. verändern.
Ethische Konflikte
Nicht jede Pflegeentscheidung hat eine eindeutige Lösung. Ethische Konflikte entstehen zum Beispiel, wenn Selbstbestimmung und Schutz, Fürsorge und Nichtschaden oder individuelle Wünsche und organisatorische Möglichkeiten miteinander in Spannung geraten.
Für eine strukturierte Reflexion helfen Fragen wie:
- Welche Werte stehen im Konflikt?
- Welche Folgen haben die möglichen Handlungen?
- Was ist der erklärte oder mutmaßliche Wille der Person?
- Welche fachlichen Erkenntnisse sprechen für oder gegen eine Maßnahme?
- Wer muss in die Entscheidung einbezogen werden?
- Ist eine Ethikberatung sinnvoll?
Bei schwierigen Entscheidungen sollten Unsicherheiten nicht verdeckt werden. Professionelles Handeln bedeutet auch, Grenzen des eigenen Wissens zu erkennen und fachlichen Rat einzuholen.
Dokumentation
Eine Pflegeentscheidung sollte so dokumentiert werden, dass andere Fachpersonen den Gedankengang nachvollziehen können. Dazu gehören je nach Situation:
- relevante Beobachtungen und Assessmentergebnisse
- geäußerte Wünsche und Ziele der betroffenen Person
- vereinbarte Pflegeziele
- geplante und durchgeführte Maßnahmen
- besondere Risiken oder Abweichungen
- Wirkung der Maßnahmen und notwendige Anpassungen
Dokumentation ist nicht nur ein Nachweis. Sie unterstützt Kontinuität, Teamkommunikation und Evaluation.
Merksatz
Eine professionelle Pflegeentscheidung verbindet Pflegebedarf, Fachwissen, Evidenz, Sicherheit, Selbstbestimmung, Kommunikation und Evaluation.
Quellen und fachliche Vertiefung
- § 4 Pflegeberufegesetz – Pflegeprozessverantwortung
- § 630d BGB – Einwilligung
- § 630e BGB – Aufklärungspflichten
- § 1827 BGB – Patientenverfügung und Patientenwille
- Bundesministerium für Gesundheit – Patientenverfügung
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist der wichtigste Ausgangspunkt einer begründeten Pflegeentscheidung? (Die individuelle Pflegesituation systematisch erfassen) (!Eine gewohnte Maßnahme unverändert übernehmen) (!Nur die Meinung einer einzelnen Fachperson beachten) (!Zuerst die Dokumentation abschließen)
Welche Aufgabe gehört nach § 4 Pflegeberufegesetz zur Pflegeprozessverantwortung? (Den individuellen Pflegebedarf erheben und die Pflege planen) (!Jede medizinische Diagnose eigenständig stellen) (!Alle ärztlichen Aufgaben übernehmen) (!Nur ausgeführte Tätigkeiten dokumentieren)
Welche Aussage beschreibt Patientenautonomie am besten? (Die betroffene Person wird an Entscheidungen über ihr Leben und ihre Versorgung beteiligt) (!Die Pflegefachperson entscheidet grundsätzlich allein) (!Angehörige entscheiden immer anstelle der betroffenen Person) (!Sicherheit ist immer wichtiger als der Wille der Person)
Was gehört zu einer evidenzorientierten Pflegeentscheidung? (Wissenschaftliche Erkenntnisse mit Erfahrung und individuellen Bedürfnissen verbinden) (!Nur persönliche Berufserfahrung verwenden) (!Ausschließlich nach einer Checkliste handeln) (!Neue Erkenntnisse grundsätzlich vermeiden)
Wozu dient die Evaluation im Pflegeprozess? (Die Wirkung einer Maßnahme prüfen und bei Bedarf anpassen) (!Eine Maßnahme dauerhaft unverändert festlegen) (!Nur Fehler anderer Berufsgruppen finden) (!Eine Einwilligung ersetzen)
Was ist bei einem Zielkonflikt zwischen Selbstständigkeit und Sturzrisiko sinnvoll? (Gemeinsam eine möglichst sichere und selbstbestimmte Lösung entwickeln) (!Selbstständigkeit grundsätzlich verbieten) (!Das Risiko vollständig ignorieren) (!Ohne Gespräch eine Standardmaßnahme anordnen)
Was gilt für eine Einwilligung in eine medizinische Maßnahme? (Sie kann grundsätzlich widerrufen werden) (!Sie gilt automatisch für jede zukünftige Maßnahme) (!Sie ist nur wirksam, wenn Angehörige zustimmen) (!Sie macht eine verständliche Aufklärung überflüssig)
Welche Information ist für eine Pflegeentscheidung besonders wichtig? (Die Ziele und Wünsche der pflegebedürftigen Person) (!Nur das Alter der Person) (!Nur der Dienstplan) (!Nur die Zimmernummer)
Warum wird eine Pflegeentscheidung dokumentiert? (Damit Planung, Begründung und Verlauf nachvollziehbar bleiben) (!Damit keine Evaluation mehr nötig ist) (!Damit Gespräche mit der betroffenen Person entfallen) (!Damit jede Maßnahme unverändert wiederholt wird)
Was sollte eine Pflegefachperson bei einer komplexen ethischen Unsicherheit tun? (Die Situation strukturiert reflektieren und bei Bedarf fachliche Beratung hinzuziehen) (!Die Unsicherheit verschweigen) (!Immer die schnellste Lösung wählen) (!Grundsätzlich allein entscheiden)
Memory
| Assessment | Pflegebedarf erfassen |
| Autonomie | Selbstbestimmung achten |
| Evaluation | Wirkung überprüfen |
| Evidenz | wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigen |
| Dokumentation | Entscheidung nachvollziehbar machen |
| Einwilligung | Zustimmung zu einer Maßnahme |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Bedeutung |
|---|---|
| Assessment | Informationen systematisch erfassen |
| Pflegeziel | angestrebten Zustand beschreiben |
| Pflegemaßnahme | konkretes pflegerisches Vorgehen festlegen |
| Partizipation | betroffene Person an der Entscheidung beteiligen |
| Evaluation | Ergebnis und Wirkung überprüfen |
Kreuzworträtsel
| Assessment | Wie heißt die strukturierte Erfassung pflegerelevanter Informationen? |
| Autonomie | Welcher Begriff bezeichnet die Selbstbestimmung einer Person? |
| Evaluation | Wie heißt die Überprüfung der Wirkung einer Pflegemaßnahme? |
| Einwilligung | Wie heißt die Zustimmung zu einer medizinischen Maßnahme? |
| Ressourcen | Wie heißen vorhandene Fähigkeiten und Möglichkeiten einer Person? |
| Pflegeprozess | Wie heißt die systematische Arbeitsmethode der professionellen Pflege? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Pflegebeobachtung: Beobachte in einem Fallbeispiel, welche Informationen vor einer Pflegeentscheidung noch fehlen, und begründe Deine Auswahl.
- Pflegeziel: Formuliere zu einer einfachen Pflegesituation ein realistisches und überprüfbares Pflegeziel.
- Patientenautonomie: Schreibe fünf Fragen, mit denen Du die Wünsche einer pflegebedürftigen Person zu einer geplanten Maßnahme erfragen kannst.
- Dokumentation: Formuliere eine kurze, sachliche Dokumentation zu einer gemeinsam vereinbarten Pflegemaßnahme.
Standard
- Fallanalyse: Analysiere einen Fall mit erhöhtem Sturzrisiko und entwickle zwei mögliche Pflegeentscheidungen mit Vor- und Nachteilen.
- Shared Decision Making: Gestalte ein Rollenspiel zwischen Pflegefachperson und Patientin oder Patient, in dem mehrere Handlungsoptionen besprochen werden.
- Evidenzbasierte Pflege: Suche zu einem pflegerischen Problem eine seriöse Leitlinie oder einen Expertenstandard und erkläre, welche Bedeutung er für die Entscheidung hat.
- Pflegeprozess: Erstelle für eine selbst gewählte Pflegesituation einen vollständigen Entscheidungsweg von der Informationssammlung bis zur Evaluation.
Schwer
- Ethikfall: Entwickle ein Fallbeispiel, in dem Autonomie und Sicherheit miteinander in Konflikt geraten, und moderiere eine strukturierte Fallbesprechung.
- Interprofessionelle Zusammenarbeit: Untersuche, welche Entscheidungskompetenzen Pflegefachpersonen, Ärztinnen und Ärzte sowie andere Beteiligte in einem komplexen Fall haben.
- Patientenverfügung: Erstelle eine Übersicht, wie Pflegefachpersonen vorgehen können, wenn eine nicht einwilligungsfähige Person eine relevante Patientenverfügung besitzt.
- Qualitätsentwicklung: Untersuche eine wiederkehrende pflegerische Entscheidung in einer Einrichtung und entwirf Kriterien, mit denen ihre Qualität überprüft werden könnte.


Lernkontrolle
- Fallentscheidung: Eine Bewohnerin mit erhöhtem Sturzrisiko möchte nachts allein zur Toilette gehen. Entwickle eine begründete Vorgehensweise, die Autonomie und Sicherheit berücksichtigt.
- Entscheidungsbegründung: Vergleiche zwei mögliche Pflegemaßnahmen für dieselbe Situation und begründe, welche Informationen Du für eine Entscheidung noch benötigen würdest.
- Kommunikationsanalyse: Untersuche ein Pflegegespräch darauf, ob die betroffene Person ausreichend an der Entscheidung beteiligt wurde, und formuliere Verbesserungen.
- Recht und Pflege: Erkläre anhand eines Beispiels, warum pflegefachliche Entscheidungskompetenz und das Recht der Patientin oder des Patienten auf Einwilligung voneinander unterschieden werden müssen.
- Evaluation: Entwickle Kriterien, mit denen überprüft werden kann, ob eine gemeinsam vereinbarte Pflegemaßnahme erfolgreich war.
- Ethiktransfer: Übertrage die Prinzipien Autonomie, Fürsorge, Nichtschaden und Gerechtigkeit auf eine selbst gewählte Pflegesituation und beschreibe mögliche Spannungen.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen können, dass Du:
- eine Pflegesituation strukturiert analysieren kannst
- Pflegeziele und Maßnahmen fachlich begründen kannst
- Wünsche, Ressourcen und Risiken einer Person in Entscheidungen einbeziehst
- die Bedeutung von Selbstbestimmung und Einwilligung erklären kannst
- den Pflegeprozess als Entscheidungs- und Evaluationsrahmen anwenden kannst
- zwischen pflegefachlicher Verantwortung und medizinisch-rechtlicher Entscheidung unterscheiden kannst
- Entscheidungen sachlich dokumentieren und später überprüfen kannst
- ethische Konflikte erkennen und begründet reflektieren kannst
OERs zum Thema
Zusätzliche offene Lernzugänge findest Du über die Artikel Pflegeplanung, Partizipative Entscheidungsfindung, Patientenverfügung, Patientenrechte und Pflegeethik.
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