Zum Inhalt springen

Automatisches Ersatzteillager Ehingen – Prüfungsprojekt eines vollständigen Ersatzteilauftrags

Aus MOOCsWiki Staging
Die Druckversion wird nicht mehr unterstützt und kann Darstellungsfehler aufweisen. Bitte aktualisiere deine Browser-Lesezeichen und verwende stattdessen die Standard-Druckfunktion des Browsers.
aiMOOC-Siegel aiMOOC

Automatisches Ersatzteillager Ehingen – Prüfungsprojekt eines vollständigen Ersatzteilauftrags

QR-Code

Zielgruppe: Auszubildende im 3. Ausbildungsjahr in Fachkraft für Lagerlogistik, Fachinformatik, Mechatronik sowie Kaufmann/Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung. Du planst, dokumentierst und beurteilst einen vollständigen, gemischten Ersatzteilauftrag mit einer Eilposition, fehlender Bestandsrückmeldung und blockierter Förderübergabe. Das Unterrichtsprojekt verbindet Warenfluss, Informationsfluss, Arbeitssicherheit und Versandentscheidung. Alle Artikel-, Zeit-, Gewichts-, Bestands-, Kapazitäts- und Statusdaten des Prüfungsfalls sind ausdrücklich synthetische Lehrmodelldaten. Es handelt sich weder um originale Liebherr-Betriebsdaten noch um einen offiziellen Liebherr-Lehrgang. Maschinenarbeit, Störungsbeseitigung und Freigaben erfolgen ausschließlich nach betrieblicher Unterweisung, verbindlichen Betriebsanweisungen und unter qualifizierter Anleitung.


Einleitung

Wie wird aus fünf Ersatzteilpositionen eine prüfbare Sendungsentscheidung? Du verfolgst für jede Position die Kette von der Auftragsanforderung über Reservierung, Entnahme, Ladungsträger, Transportquittung, Prüfung und Versandfreigabe. Du lernst, einen fehlenden Quittungsdatensatz nicht mit einem fehlenden physischen Artikel zu verwechseln und bei einer blockierten Übergabe nicht auf Verdacht weiterzufördern. Das Ziel ist kein möglichst schneller, sondern ein sicherer, konsistenter und belegbarer Auftragsabschluss. Quellenstand für den realen Betreiber-/Herstellerkontext: 13.08.2026; die zu Beginn 2026 angekündigte Erweiterung gilt in diesem Kurs nicht als nachgewiesen fertiggestellt.


Anlagenkontext, Materialfluss und Rollen


Nachgewiesener Referenzrahmen Ehingen

Liebherr und Jungheinrich beschreiben für Ehingen eine automatisierte Ersatzteillogistik mit einem sechsgassigen Paletten-Hochregallager (HRL) mit rund 18.000 Stellplätzen, einem Kleinteile-Shuttle-Lager (SKL) mit rund 40.000 Behälterstellplätzen, Fördertechnik und Warehouse Management System (WMS). Das WMS organisiert Bestände und Aufträge; Materialflussfunktionen koordinieren Transporte und Rückmeldungen. Die Größen und die grundsätzliche Architektur sind veröffentlichte Referenzangaben, keine Leistungs- oder Sicherheitsfreigaben für deine Übung. Eine Pressemitteilung vom 08.01.2026 kündigte weitere Goods-to-Person-Arbeitsplätze an; allein aus dieser Ankündigung folgt keine bestätigte Fertigstellung.

Jungheinrich: Anlagenkonzept · Liebherr: Smart Factory · Jungheinrich: angekündigte Erweiterung

Allgemeines Symbolbild eines automatisierten Palettenlagers, nicht Ehingen. QmcBeQ3G7DZCmY84uPgT, Wikimedia Commons, CC BY 4.0.

Allgemeines Beispiel von Shuttle-Technik, nicht das konkrete Liebherr-System. TGWmechanics, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.

Offizielles Jungheinrich-Video zur Ersatzteilversorgung bei Liebherr, veröffentlicht 28.07.2025; Drittmedium, Rechte bei den jeweiligen Berechtigten.

Offizielles Jungheinrich-Video zum Shuttle-Kleinteilelager, veröffentlicht 31.07.2025; Drittmedium, Rechte bei den jeweiligen Berechtigten.


Vom Kundenauftrag bis zur Versandposition

Ein Auftragskopf verbindet Empfänger, Lieferbedingung, Priorität und dokumentierte Teilversandregel. Eine Auftragsposition nennt Artikel-ID, Sollmenge und Anforderungen. Im WMS entstehen Reservierungen und Entnahmeaufträge; ein Materialflussrechner beziehungsweise eine Materialflusssteuerung koordiniert freigegebene Transportstrecken. Ladungsträger-IDs verbinden physische Behälter oder Paletten mit Auftragspositionen. Scans und Quittungen belegen Zustandsübergänge. Erst geprüfte Verpackungs- und Versanddaten erlauben die betriebliche Freigabe.

Eigenes Lehrschema: Waren- und Informationsfluss (keine reale Netz- oder Anlagenzeichnung)
Ebene Reihenfolge Erforderlicher Nachweis
Daten Auftrag → Reservierung → Entnahmeauftrag → Transportauftrag → Packauftrag → Versandentscheidung Position, Menge, Ereignis-ID, Zeitstempel, Status
Ware HRL/SKL → freigegebene Entnahmestelle → Ladungsträger → freigegebene Förderübergabe → Packplatz → Versandzone Identität, Menge, physischer Standort, Scan
Ausnahme Störung erkennen → Material sicher zurückhalten → zuständige Stelle informieren → Diagnose/Freigabe nach Betriebsverfahren Sperrgrund, Verantwortliche, dokumentierte Entsperrbestätigung


Berufliche Zusammenarbeit und sichere Grenzen

Die Lagerlogistik prüft Identität, Entnahmen, Ladungsträger und Verpackung. Fachinformatik beurteilt Ereignis-IDs, Zustandsmodelle, Schnittstellen und Idempotenz. Mechatronik interpretiert dokumentierte Sensor- und Übergabestatus, ohne in die Anlage einzugreifen. Spedition und Logistikdienstleistung bewerten Liefertermine, Teilversand, Kundenabsprachen und Versandpapiere. Keine Ausbildungsrolle ersetzt die betrieblich benannte Freigabeberechtigung.

Sicherheitsgrundsatz: Bei einer blockierten Übergabe keine Schutzeinrichtung umgehen, keine sensorische Rückmeldung simulieren, keine manuelle Entnahme aus dem Gefahrenbereich und keinen ungeprüften Neustart auslösen. Sperrung und ggf. Energieisolierung dürfen nur nach der realen Gefährdungsbeurteilung und durch befugte, unterwiesene Personen erfolgen. Im Kurs werden ausschließlich Statusdatensätze und Papier-/Bildschirmmodelle bearbeitet.


Bestandslogik und rückverfolgbare Buchungen


Reservieren, entnehmen, quittieren, buchen

Reservierung macht verfügbare Menge für andere Aufträge unzugänglich, ist aber nicht automatisch eine physische Entnahme. Entnahme ist der tatsächliche Warenbewegungsvorgang. Quittung belegt das beobachtete Ereignis. Bestandsbuchung ist die nachvollziehbare Änderung des zuständigen Bestandskontos. In einem guten Datenschema sind Bewegungs-ID, Position, Artikel, Menge, Quellort, Ziel/Ladungsträger, Zeit und Status miteinander verknüpft. Der Buchungszeitpunkt hängt vom festgelegten betrieblichen Buchungsmodell ab; dieses Lernmodell verwendet Bestandsabgang bei bestätigter Entnahme.

Ein fehlendes UI-Signal ist kein Beweis, dass der Bestand unverändert oder bereits gebucht wurde. Prüfe deshalb zunächst Bewegungsjournal, Event-ID, Scannerbeleg und physischen Nachweis. Idempotenz bedeutet: Derselbe eindeutig identifizierte Vorgang wird bei erneut eintreffender Nachricht nicht ein zweites Mal gebucht.

Lehrmodell: Soll-/Ist-Abgleich je Artikel
Größe Formel bzw. Regel Typischer Fehler
Verfügbar Buchbestand minus aktive Reservierungen, soweit im System getrennt geführt Reservierte Ware erneut zusagen
Endbestand Anfangsbestand minus eindeutig bestätigte Entnahmemenge plus bestätigte Zugänge Entnahme doppelt abbuchen
Differenz Physische Menge minus erfasster Buchbestand, bezogen auf denselben Stichtag/Ort Verschiedene Zeitpunkte vergleichen
Identität Bewegungs-ID in einem journalisierten Vorgang nur einmal anwenden Fehlendes Bildschirm-Acknowledgement als neue Entnahme behandeln

Rechenbeispiel: 15 Stück Anfangsbestand, nachgewiesene Entnahme 6 Stück, keine Zugänge: 15 − 6 = 9 Stück Endbestand. Ist der Abgang noch nicht journalisiert, bleibt bis zur belegten Klärung die Position gesperrt; danach wird er kontrolliert einmal gebucht. Zeigt das Journal schon den Abgang, unterbleibt jede Wiederholungsbuchung. Beide Varianten ergeben nicht zwei Entnahmen.

Beispiel eines Barcodelabels zur eindeutigen Identifikation. Aikzhobi, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0; kein Liebherr-Etikett.


Fehlerrückmeldungen als Zustandsautomat

Nützliche, hier ausschließlich modellierte Zustände sind OFFEN → RESERVIERT → ENTNAHME_BESTÄTIGT → TRANSPORT_FREIGEGEBEN → VERPACKT → VERSANDFREI. Dazwischen können QUITTUNG_OFFEN, PRÜFSPERRE oder ÜBERGABE_GESPERRT stehen. Nicht jeder Statusübergang ist erlaubt: Aus QUITTUNG_OFFEN führt erst ein geprüfter Journal- und Mengennachweis zur Entnahmebestätigung; aus ÜBERGABE_GESPERRT niemals ein unbelegter Sensor-Reset zur Transportfreigabe.

Eigenes Ereignisprotokoll: logische Abfolge
Ereignis Pflichtfelder Prüfung
PICK_SCAN Auftragsposition, Artikel, Ladungsträger, Soll-/Istmenge, Ereignis-ID Identität und Menge passen
STOCK_COMMIT Eindeutige Ereignis-ID, Menge, Quellkonto, Zielstatus Keine zweite Buchung für dieselbe ID
ROUTE_HOLD Streckenkennung, Ladungsträger, Sperrursache, Zeit Kein Transport in die blockierte Zone
PACK_CHECK Ladungsträger-ID, enthaltene Positionen, Kontrolle Nichts fehlt, nichts doppelt zugeordnet
SHIP_RELEASE Sendungsumfang, Zustimmung, Prüfvermerk, freigebende Rolle Nur belegte, zulässige Positionen versenden


Förderstrecke, Kapazität und Warteschlange


Durchsatz ist nicht die Zahl der Lagerplätze

Lagerplätze bestimmen die Lagerkapazität; Durchsatz bezeichnet bearbeitete Einheiten pro Zeiteinheit. Eine Förderübergabe kann einen Engpass bilden, obwohl HRL oder Shuttle noch freie Plätze haben. Im Lehrmodell erhält die Hauptübergabe U1 eine Sollleistung von 40 Ladungsträgern pro Stunde; das ist ausdrücklich kein Herstellerparameter. Die Auslastung bei 32 eintreffenden Ladungsträgern pro Stunde beträgt 32 / 40 = 0,80 = 80 % im störungsfreien Zustand.

Beispiel für ein Shuttle-System, nicht die Ehingen-Anlage. moffett automated storage, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Fördertechnik als allgemeines Anschauungsbild. falco, Wikimedia Commons, CC0 1.0; nicht die Übergabe in Ehingen.


Warteschlangenmodell und Rückstau

Für ein Zeitfenster gilt näherungsweise: Rückstauzuwachs = Ankunftsrate × Zeit − tatsächlich abgearbeitete Ladungsträger, unter Berücksichtigung ganzer Vorgänge und der Puffergrenze. Bei 15 Minuten Stillstand, 32 Anforderungen pro Stunde und null Abgängen entstehen 32 × 15 / 60 = 8 Transportanforderungen. Im Lehrmodell hat der gesicherte Vorpuffer Platz für nur 6 Ladungsträger. Daher werden höchstens sechs freigegeben in den Puffer gestellt; zwei weitere Anforderungen bleiben vor der Einsteuerung zurückgehalten. Sie dürfen nicht in die gesperrte Übergabe gedrückt werden. Wenn nach einer fachlich bestätigten Entsperrung dauerhaft 32 pro Stunde neu ankommen und U1 40 pro Stunde abarbeitet, beträgt die Nettoabbauleistung 8 pro Stunde; die acht aufgelaufenen Anforderungen benötigen idealisiert eine Stunde zum zusätzlichen Abbau. Anfahr-, Prioritäts-, Verpackungs- und Sicherheitszeiten fehlen bewusst in diesem vereinfachten Rechenmodell.

Eigenes Diagramm: Anforderungen während 15 Minuten Störung (Lehrmodell)
Ort/Status Anzahl Balken
Gesicherter Vorpuffer 6 ██████
Vor Einsteuerung gesperrt 2 ██
In blockierte Übergabe gefahren 0 –

Typische Fehlannahmen: 40 pro Stunde trotz Sperre fortschreiben; 8 Anforderungen mit 8 gleichzeitig vorhandenen Pufferplätzen verwechseln; den blockierten Förderer als Ausweichweg behandeln; nach einer Entsperrung sämtliche Aufträge sofort als transportiert verbuchen. Förderauftrag, tatsächliche Bewegung und Rückmeldung bleiben getrennte Ereignisse.


Ausnahmen ohne Manipulation

Das Lehrmodell kennt U2 als bereits separat dokumentierten und freigegebenen kleinen Transportweg für bestimmte Behälter. Ein Umrouten ist nur zulässig, wenn diese Unabhängigkeit, Streckenfreigabe, Ladungsträgereignung und betriebliche Autorisierung positiv nachgewiesen sind. U2 ist eine erfundene Modellannahme, keine Behauptung über das Werk Ehingen. Fehlt irgendein Nachweis, bleibt auch die Eilposition gesperrt. Ein blockierter Übergabesensor ist niemals durch improvisierte Brücken, Handbetrieb im Gefahrenbereich oder rein digitale Scheinquittungen zu „lösen“.


Konsolidierung, Prüfung und Versandentscheidung


Jede Position hat genau einen Ziel-Ladungsträger

Eine Positions-Ladungsträger-Matrix ist eine vollständige Funktion: Jede Auftragsposition verweist auf genau eine Behälter- oder Paletten-ID. Mehrere kompatible Positionen dürfen sich einen Ladungsträger teilen, wenn Menge, Gewicht, Schutzbedarf und Kommissionierungsregel das zulassen. Keine Position darf unzugeordnet oder auf zwei Ladungsträger doppelt verteilt sein, wenn die Aufgabenstellung keine Teilung vorsieht.

Allgemeine Seitenansicht eines automatisierten Lagers; keine Aufnahme aus Ehingen. Pancho507, Wikimedia Commons, CC BY 4.0.


Welche Freigabe gilt für welche Ware?

Die Versandprüfung vergleicht Auftragspositionsliste, Istmenge, Ladungsträgerbelegung, bestätigte Buchung, unversehrte Verpackung, Etikett/Adresse, Transportstatus und dokumentierte Kundenvereinbarung. Eine Teilfreigabe ist kein „Auftrag vollständig“: sie benennt ausdrücklich die freigegebenen Positionen und hält den Rest offen. Bei offenen Sperren gibt es keine Gesamtversandfreigabe. Die Entscheidung muss auch in WMS-Status und Versandbelegen dieselbe Teilmenge zeigen.

Eigenes Entscheidungsraster (Lehrmodell)
Bedingung Entscheidung Beleg
Identität, Buchung und Packprüfung vollständig, Transport freigegeben Position darf nach autorisierter Freigabe in den Versand Scanliste und Freigabeprotokoll
Bestandsquittung ungeklärt Position in Prüfsperre Ereignis- und Zählnachweise
Förderübergabe blockiert Betroffene Ladungsträger halten, keinen manuellen Bypass Streckensperre und Standortnachweis
Eilposition mit belegtem unabhängigen Weg und Zustimmung zum Teilversand Nur diese Teilposition freigeben U2-Freigabe, Kundenvereinbarung, Teil-Lieferschein
Ein belegter Teil fehlt Gesamtauftrag bleibt offen Rückstandsliste mit nächsten Schritten


Prüfungsprojekt: vollständiger Ersatzteilauftrag


Prüfungsauftrag und synthetische Ausgangslage

Prüfungsfall A-2601 (vollständig erfundener Übungsdatensatz). Für ein weltweites Ersatzteilgeschäft sollst du den vollständigen Auftragsprozess nachvollziehen. Fünf Positionen liegen in HRL und SKL. P2 ist eilig, bei P3 fehlt die Rückmeldung an die Buchungsoberfläche, und während der Konsolidierung blockiert die Hauptförderübergabe U1. Zu erarbeiten sind eine fehlerfreie Zuordnung, ein konsistentes Journal, ein sicherer Sperr- und Eskalationsablauf, eine Kapazitätsrechnung, ein Prüfnachweis und eine verantwortbare Versandentscheidung.

Synthetische Auftragsdaten; Mengen in Stück, Gewichte ebenfalls nur Modellwerte
Position Artikel-ID und Beschreibung Herkunft Soll Anfangsbestand Masse/Stück Besonderheit
P1 DS-100 Dichtungsset SKL 12 30 0,4 kg Normal
P2 SN-220 Sensor SKL 4 10 1,2 kg Eilig; Teilversand vertraglich nach nachweisbarer Zustimmung möglich
P3 FT-330 Filter SKL 6 15 0,6 kg Physischer Scan belegt, Bildschirmquittung fehlt
P4 VB-440 Ventilblock HRL 1 3 40 kg Palette
P5 HS-550 Schlauchpaket HRL 2 7 18 kg Palette

Modellannahmen zur Verpackung: Behälter B-101 und B-102 fassen jeweils höchstens 20 Volumeneinheiten und 25 kg; jede einzelne Einheit der Positionen P1–P3 beansprucht hier genau eine Volumeneinheit. Paletten P-201/P-202 sind im Modell jeweils bis 200 kg Nutzlast geeignet; weitere Verpackungs-, Stapel- und Gefahrgutregeln sind als geprüft und kompatibel vorgegeben. U1 ist gesperrt und würde B-101, P-201 und P-202 transportieren. U2 ist ein bereits autorisierter, räumlich unabhängiger Weg nur für B-102 und wurde für den Modellfall gesondert funktionsgeprüft. Kapazitätsannahmen: U1 40 Ladungsträger pro Stunde, Zuflussanforderungen 32 pro Stunde, Vorpuffer 6, Sperrdauer 15 Minuten. Keine dieser Zahlen beschreibt eine reale Liebherr-Anlage.


Projektdokumente und Ereignisfolge

Du erstellst eine Auftragskarte, eine Positions-/Ladungsträgermatrix, einen Bestandsspiegel, ein Journal mit eindeutigen Bewegungs-IDs, eine Störungs- und Kapazitätsrechnung, einen Prüfbericht, eine Versandentscheidung und eine kurze Reflexion.

Synthetischer Tagesablauf
Zeit Beobachtung Status zum Prüfzeitpunkt
09:00 A-2601 eingegangen; Positionen reserviert Auftrag offen
09:04 P1 mit Ereignis MOV-01 entnommen und journalisiert 12 Stück gebucht
09:06 P2 mit MOV-02 entnommen und journalisiert 4 Stück gebucht
09:08 P3 mit MOV-03 physisch gescannt, Bestandsoberfläche quittiert nicht Prüfsperre, Journalabgleich erforderlich
09:10 P4 mit MOV-04 entnommen und journalisiert 1 Stück gebucht
09:12 P5 mit MOV-05 entnommen und journalisiert 2 Stück gebucht
09:14 Übergabe U1 meldet Blockade; B-101, P-201, P-202 werden vor U1 gehalten Streckensperre, kein Weiterfördern
09:20 Autorisierte Lehrfallprüfung: physischer P3-Scan, Zählbeleg und Journal zeigen, dass MOV-03 noch NICHT journalisiert ist Kontrollierte einmalige Buchung möglich
09:24 MOV-03 unter Vier-Augen-Prüfung exakt einmal mit −6 gebucht; neuer Journalbeleg bestätigt P3 buchhalterisch geklärt, U1 weiterhin gesperrt
09:28 B-102 über unabhängig freigegebenes U2 geprüft transportiert P2 am Packplatz
09:35 B-102 gepackt, Identität und Dokumente geprüft; Zustimmung zum P2-Teilversand liegt im Lehrfall vor Nur P2 wird teilversandfrei; Gesamtsendung bleibt offen

Dokumentationsregel: Tatsächliche Sperr-, Wartungs-, Rücksetz- und Freigabemaßnahmen an Maschinen gehören nicht zum Übungsauftrag. Im Lehrmodell erfolgt die Diagnose nur anhand bereitgestellter synthetischer Daten. Wenn U2 nicht nachweisbar getrennt und freigegeben wäre, entfiele auch der Teilversand.


Musterlösung I: eineindeutige Zuordnung und Mengen

Lösung: jede Position genau einem Ladungsträger zugeordnet
Position Ziel-Ladungsträger Mengenprüfung Gewicht Volumen im Behälter
P1 B-101 12 von 12 4,8 kg 12 Einheiten
P2 B-102 4 von 4 4,8 kg 4 Einheiten
P3 B-101 6 von 6 3,6 kg 6 Einheiten
P4 P-201 1 von 1 40 kg nicht zutreffend
P5 P-202 2 von 2 36 kg nicht zutreffend

Nachrechnung: B-101 enthält 12 + 6 = 18 von 20 Volumeneinheiten und 4,8 + 3,6 = 8,4 von 25 kg. B-102 enthält 4 von 20 Einheiten und 4,8 von 25 kg. Die Palettenlasten 40 beziehungsweise 36 kg unterschreiten die Lehrgrenze von 200 kg. Die Funktion Position → Ladungsträger lautet P1→B-101, P2→B-102, P3→B-101, P4→P-201, P5→P-202. Es gibt genau fünf Zuordnungen für fünf Positionen, keine Leerstelle und keine Doppelzuordnung.


Musterlösung II: Bestandsjournal und Ausnahme

Nach Abstimmung korrekter Buchbestand; keine weitere Umbuchung durch Transportbestätigung
Artikel Start Einmalige Entnahmebuchung Endbestand Beleg/Status
DS-100 30 −12 18 MOV-01 bestätigt
SN-220 10 −4 6 MOV-02 bestätigt
FT-330 15 −6 9 MOV-03 nach Nachweis EINMAL gebucht
VB-440 3 −1 2 MOV-04 bestätigt
HS-550 7 −2 5 MOV-05 bestätigt

Wichtige Gegenprobe: Vor der Klärung wird P3 nicht freigegeben. Die Belege zeigen hier ausdrücklich: MOV-03 fehlt im Buchungsjournal, obwohl der physische Scan existiert. Nach Mengen-/Identitätsprüfung und Vier-Augen-Bestätigung wird MOV-03 exakt einmal angewandt; ein verspätetes identisches Ereignis ist als Duplikat zu erkennen und nicht erneut zu buchen. Hätte das Journal MOV-03 bereits enthalten, dürfte keine zweite Buchung erfolgen. Ein Förderquittungsfehler rechtfertigt niemals einen zusätzlichen Bestandsabgang.

Eindeutige U1-Ausnahmeregel: Solange die Hauptübergabe blockiert ist, bleiben B-101, P-201 und P-202 im dokumentierten sicheren Vorbereich bzw. vor Einsteuerung auf HOLD_U1; kein Transportauftrag erhält eine erfundene Erfolgsquittung. Nur qualifiziertes Betriebspersonal darf nach realer betrieblicher Freigabe die Sperre aufheben. Erst danach werden Identität, Reihenfolge, Kapazität und tatsächliche Förderquittungen neu überprüft. Im hier beschriebenen Prüfungszeitpunkt ist U1 nicht freigegeben. U2 befördert ausschließlich den belegtermaßen dafür zugelassenen B-102; die Ausweichstrecke wird nicht improvisiert.


Musterlösung III: Rechnung, Prüfnachweis und Versand

Kapazität: 32 / 40 = 80 % normale modellierte U1-Auslastung. Während 15 Minuten Blockade entstehen 32 × 15/60 = 8 Anforderungen, von denen 6 im gesicherten Modellpuffer und 2 vor Einsteuerung zurückgehalten werden. Null Transporte werden durch U1 bestätigt. Nach einer hypothetischen berechtigten Entsperrung beträgt bei konstanten 32 neuen Anforderungen pro Stunde die Nettoabbaurate 40 − 32 = 8 pro Stunde; für den gesamten Rückstand von 8 ergibt sich idealisiert 1 Stunde. Das ist eine Rechenprognose, keine Freigabezeit.

Prüfnachweis 09:35: Alle fünf Positionsmengen und -IDs stimmen nach Abgleich; jede Position hat genau einen Ladungsträger; MOV-01 bis MOV-05 sind je genau einmal journalisiert; alle Endbestände stimmen mit der Formel überein; B-101/B-102 und beide Paletten liegen unter den modellierten Grenzen. U1-HOLD bleibt für B-101, P-201 und P-202 bestehen; für B-102 liegen U2-Transportquittung, Packscan, Identitätsprüfung und die dokumentierte Zustimmung zum Teilversand vor.

Eindeutige Versandentscheidung des Lehrfalls
Umfang Entscheidung Begründung
P2 / B-102 Teilversandfreigabe nach autorisiertem Prüf- und Kundennachweis Eilig, vollständige Buchung, U2 freigegeben, geprüft und gepackt
P1 und P3 / B-101 Keine Versandfreigabe zum Prüfzeitpunkt U1 trotz geklärter Mengen weiter blockiert
P4 / P-201 Keine Versandfreigabe zum Prüfzeitpunkt U1 blockiert
P5 / P-202 Keine Versandfreigabe zum Prüfzeitpunkt U1 blockiert
Gesamtauftrag A-2601 OFFEN / TEILVERSAND, NICHT VOLLSTÄNDIG Restpositionen bleiben dokumentiert zurück

Erwarteter Prüfbericht: Auftragskennung und Datenstand; Tabellen für Position, Ladungsträger und Buchung; Ereignisnachweise mit jeweils einer Bewegungs-ID; sichere Sperrregel; Kapazitätsrechnung mit Einheit und Puffergrenze; Pack- und Scanprotokoll; Umfang der Freigabe, zuständige Rolle, Kundenfreigabe und verbleibender Rückstand. Fehlende Unterschriften, nicht verfügbare Betriebsfreigabe oder ungesicherte Identität bedeuten: keine Freigabe.


Bewertungsraster der Projektprüfung

Kriterium Punkte Nachweis für volle Punktzahl
Datenverständnis und Prozessskizze 15 Waren- und Informationsfluss vollständig und sauber getrennt
Exakte Positions-/Ladungsträger-Zuordnung 15 Fünf Positionen genau einmal, Mengen/Gewichte/Kapazität korrekt
Buchungsjournal und Rückmeldeklärung 20 Richtige Endbestände, MOV-03 nach Beleg exakt einmal, Duplikate ausgeschlossen
Sichere Sperrung und Ausnahmebehandlung 20 U1-HOLD, keine unbefugte Umgehung, U2 nur bei positiver Freigabe
Durchsatz- und Pufferrechnung 10 80 %, 8 Anforderungen, 6/2-Aufteilung, Nettoabbaurate fachlich richtig
Prüfnachweis und Versandentscheidung 15 Nur P2 teilfreigegeben, Zustimmung und Prüfbelege; Rest offen
Verständliche Dokumentation und Reflexion 5 Vollständige, prüfbare, adressatengerechte Begründung
Gesamt 100 Keine Punktzahl ersetzt eine sicherheits- und betriebsrechtlich erforderliche Freigabe

Didaktische Schwelle: Eine rechnerisch gute Lösung mit unsicherem Maschinenumgang oder erfundener Versandfreigabe gilt ungeachtet der Punkte als praktisch nicht freigabefähig. Das Raster ist ein redaktioneller Unterrichtsvorschlag, keine amtliche Prüfungsordnung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Fachwissen überprüfen

Was verhindert im Buchungsjournal eine doppelte Bestandsminderung nach erneut eintreffendem Scan? (Eindeutige Bewegungs-ID mit idempotenter Verarbeitung) (!Zweimaliges Buchen als Sicherheitsreserve) (!Ignorieren aller Scannerbelege) (!Automatisches Löschen der Auftragsposition)



Wie reagierst du im Lehrmodell auf die fehlende Bestandsrückmeldung für P3? (Journal und physischen Scan prüfen und bis zur Klärung sperren) (!Sofort eine zweite Entnahme auslösen) (!Ohne Beleg sechs weitere Stück abbuchen) (!Die Position als versandt markieren)



Welche Aufgabe beschreibt den Materialflussrechner am treffendsten? (Er koordiniert freigegebene Transportaufträge und Rückmeldungen) (!Er ersetzt jede Arbeitsschutzunterweisung) (!Er bestimmt ohne Bestandsdaten die Kundenrechnung) (!Er erlaubt die Umgehung blockierter Übergaben)



Was gilt bei blockierter Hauptübergabe U1? (Betroffene Ladungsträger halten und eine betriebliche Freigabe abwarten) (!Sensoren manuell überbrücken) (!Transportabschluss ohne Warenbewegung buchen) (!Ladungsträger ohne Freigabe in den Gefahrenbereich tragen)



Wie viele Transportanforderungen entstehen bei 32 pro Stunde in 15 Minuten Vollsperre ohne Abgang? (Acht) (!Zwei) (!Sechs) (!Vierzig)



Welche Entscheidung ist für P2 im Modell mit geprüfter U2-Strecke und dokumentierter Kundenzustimmung zulässig? (Nur P2 als geprüften Teilversand freigeben) (!Den gesamten Auftrag als vollständig kennzeichnen) (!Sämtliche Ladungsträger auf U1 transportieren) (!Die anderen Positionen ohne Packscan freigeben)



Welche Zuordnung erfüllt die geforderte Eindeutigkeit? (Jede Position hat genau eine Ladungsträger-ID) (!Jede Position wird auf zwei Ladungsträgern doppelt erfasst) (!Keine Position benötigt eine physische Zuordnung) (!Eine Ladungsträger-ID ersetzt sämtliche Artikelmengen)



Welcher Endbestand entsteht bei Startbestand 30 und bestätigter Entnahme 12 ohne Zugang? (Achtzehn) (!Zweiundvierzig) (!Dreißig) (!Zwölf)



Wie viele modellierte Volumeneinheiten belegen P1 und P3 gemeinsam in B-101? (Achtzehn) (!Zwanzig) (!Sechs) (!Fünfundzwanzig)



Welche Dokumente sind vor einer P2-Teilversandfreigabe zusammen nötig? (Identitätsprüfung Packscan Transportnachweis und Kundenzustimmung) (!Nur eine mündliche Eilmeldung) (!Nur die Auftragsnummer) (!Nur die noch ungeklärte U1-Störung)




Memory: Ereignisse und Begriffe

Reservierung Zusage einer bestimmten verfügbaren Menge ohne zwingenden physischen Abgang
Bewegungsjournal Prüffähige chronologische Erfassung jeder Bestandsänderung
Idempotenz Dieselbe eindeutig identifizierte Nachricht bewirkt keinen zweiten Abgang
Ladungsträger-ID Kennung eines konkreten Behälters oder einer konkreten Palette
Prüfsperre Zustand ohne Weitergabe bis zum geklärten Nachweis
Teilversand Ausdrücklich abgegrenzter Versand nur eines genehmigten Auftragsanteils





Drag-and-drop: Nachweis und Prozess

Ordne den Fachbegriff zu. Zugehörige Funktion
Auftragskopf Liefervorgaben und Empfänger für alle Positionen
Entnahmequittung Nachweis einer tatsächlich bearbeiteten Pickmenge
Streckensperre Verhindert die Einsteuerung in eine blockierte Übergabe
Packkontrolle Vergleicht physische Inhalte mit Positionsliste
Versandfreigabe Autorisierte Entscheidung über konkret versendete Positionen





Kreuzworträtsel: Logistische Fachsprache

Bestand Wie heißt die mengenmäßig geführte vorhandene Artikelmenge?
Shuttle Wie heißt das automatische Fahrsystem für Behälter im Kleinteilelager?
Sperrung Wie heißt ein Zustand, in dem eine Übergabe nicht benutzt werden darf?
Puffer Wo können Ladungsträger vorübergehend geordnet warten?
Idempotenz Welche Eigenschaft verhindert eine zweite Wirkung derselben Nachricht?
Versand Welcher Prozess übergibt geprüfte Waren an die Auslieferung?





LearningApps: thematische Übungssuche

Nutze die thematische Suche und bewerte gefundene Übungen kritisch; dieser Link behauptet nicht, dass bereits eine bestimmte Übung angelegt worden ist.


Lückentext: Auftragskette

Ergänze die Fachbegriffe.
Der Kundenauftrag besteht aus mehreren

. Jede Position wird im Modell genau einem

zugewiesen. Für kleine Behälter ist ein automatisches

geeignet. Das

führt Auftrags- und Bestandsinformationen. Eine Bestandsbewegung benötigt eine eindeutige

. Eine fehlende Rückmeldung verlangt zunächst einen

. Bei blockierter Übergabe gilt eine dokumentierte

. Die Eilposition darf nur nach positiver Prüfung und Zustimmung als

verschickt werden. Die Differenz zwischen 40 und 32 Transporten pro Stunde beträgt

Transporte pro Stunde. Die abschließende Entscheidung wird durch einen

begründet.



Offene Aufgaben

Bearbeite die zwölf Aufträge mit den synthetischen Unterlagen. Bewertet werden nicht nur Ergebnisse, sondern belegte Annahmen und die Sicherheit deiner Entscheidungen.


Leicht

  1. Auftragsposition: Zeichne eine Karte mit Auftrag A-2601, fünf Positionen, Sollmengen, Priorität und den zwei offenen Ausnahmen.
  2. Hochregallager: Erstelle eine beschriftete Skizze von HRL, SKL, Entnahmestelle, U1, U2, Packplatz und Versand; kennzeichne Modellannahmen.
  3. Ladungsträger: Fülle die Positions-/Ladungsträgermatrix für alle fünf Positionen aus und prüfe die Eindeutigkeit.
  4. Bestand: Berechne für jede Artikel-ID den Endbestand nach genau einer belegten Entnahme und erläutere Reservierung gegen Buchung.


Standard

  1. Warehouse Management System: Erstelle ein Ereignisjournal für MOV-01 bis MOV-05 mit einer Regel zur Erkennung doppelter Nachrichten.
  2. Fördertechnik: Berechne Ankünfte, Pufferauslastung und gesperrte Vorsteuerung für 15 Minuten U1-Ausfall.
  3. Kommissionierung: Formuliere einen Prüfbogen für B-101 und B-102 mit Menge, Gewicht, Scan und Verpackungsprüfung.
  4. Versand: Verfasse einen kurzen, kundenverständlichen Teilversandhinweis für P2 mit klar offengelegtem Rückstand.


Schwer

  1. Fehleranalyse: Vergleiche drei Ursachen fehlender Rückmeldung und gib für jede eine belegorientierte Diagnoseentscheidung ohne Eingriff in die Anlage an.
  2. Materialfluss: Zeichne einen sicheren Zustandsautomaten für gesperrte U1-Aufträge einschließlich Rückkehr nach autorisierter Freigabe.
  3. Logistikcontrolling: Entwickle eine Sensitivitätsrechnung für Zufluss 24, 32 und 38 Ladungsträger pro Stunde bei 40 pro Stunde Nennleistung.
  4. Prüfungsprojekt: Erstelle einen vollständigen, auditierbaren Projektbericht und verteidige, warum nur P2 versendet werden darf.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lösungserwartungen zu den zwölf offenen Aufgaben

Aufgabe Erwartetes Kernergebnis
Leicht A A-2601, fünf Mengen 12/4/6/1/2, P2 eilig, P3 Quittung offen, U1 blockiert
Leicht B HRL und SKL getrennt, U1 gesperrt, U2 ausdrücklich rein fiktiver freigegebener Modellweg
Leicht C P1/P3→B-101, P2→B-102, P4→P-201, P5→P-202; keine Position doppelt
Leicht D Endbestände 18, 6, 9, 2, 5; P3 erst nach einmaliger Klärungsbuchung
Standard A Fünf eindeutige MOV-Einträge, MOV-03 erst nach Nachweis, spätere Dublette ohne zweiten Abgang
Standard B 8 Anforderungen, 6 Pufferplätze, 2 vor Einsteuerung gesperrt, 0 U1-Abgänge
Standard C B-101 18 Volumeneinheiten und 8,4 kg; B-102 4 Einheiten und 4,8 kg, korrekte Scans
Standard D Nur P2 mit Zustimmung, Lieferbeleg und Reststatus; Gesamtauftrag nicht vollständig
Schwer A Mindestens UI-Ausfall, Event-Transportverlust, tatsächliche Nichtentnahme unterscheiden; Journal, Scan und Zählung gegenprüfen
Schwer B HOLD_U1 → befugte Klärung/Freigabe → erneute Prüfung → tatsächlicher Transport/Quittung; kein Bypass
Schwer C Auslastungen 60 %, 80 %, 95 %; Ratenabstand 16, 8, 2 pro Stunde im störungsfreien Zustand
Schwer D Vollständige Matrix, Journal, 80-%-Rechnung, Ausnahmebeleg, Teilversand P2 und offene P1/P3/P4/P5


Lernkontrolle

  1. Fehlbuchung: Erkläre anhand MOV-03, warum ein verlorenes Rückmeldesignal nicht automatisch eine zweite Entnahme rechtfertigt, und nenne zwei unabhängige Nachweise.
  2. Engpass: Übertrage die U1-Rechnung auf 30 Minuten Blockade bei gleichem Anforderungszufluss; begründe die notwendige Einsteuerungsbegrenzung.
  3. Arbeitssicherheit: Beurteile die Behauptung, dass eine Eilposition eine Sensorüberbrückung rechtfertige; erläutere das korrekte Melde- und Freigabeprinzip.
  4. Traceability: Weise nach, dass eine gemeinsame B-101-Verpackung von P1 und P3 kein doppeltes Positionsmapping erzeugt.
  5. Lieferentscheidung: Prüfe einen fiktiven Versanddatensatz mit Status VOLLSTÄNDIG bei gleichzeitigem HOLD_U1 und korrigiere alle betroffenen Belege.
  6. Übertragbarkeit: Beschreibe, wie die vier Ausbildungsberufe zusammenarbeiten, ohne Kompetenzen für reale Maschinenfreigaben zu überschreiten.
Lernkontrolle Musterantwort und Kontrollwert
Fehlbuchung Journal und ursprünglicher Scanner-/Zählbeleg vergleichen; identische MOV-ID höchstens einmal verarbeiten
Engpass 32 × 30/60 = 16 Anforderungen; höchstens 6 im Puffer, 10 vor Einsteuerung halten
Arbeitssicherheit Keine Sensorüberbrückung; betrieblich befugtes Personal prüft, sichert und dokumentiert nach Betriebsverfahren
Traceability P1→B-101 und P3→B-101 sind zwei eindeutige Positionseinträge mit einer gemeinsamen Behälter-ID
Lieferentscheidung Nur P2 TEILVERSAND; Rest HOLD/offen; kein Gesamtabschluss, Lieferschein und WMS-Status konsistent
Übertragbarkeit Logistik: Mengen; IT: Datenkonsistenz; Mechatronik: dokumentierte Statusanalyse; Spedition: Kundenabstimmung




Lernnachweis

Als Lernnachweis reichst du eine anonymisierte, vollständig synthetische Projektmappe ein: Auftrags- und Rollenkarte; beschriftetes Anlagen-Lehrschema; geprüfte Positions-/Ladungsträgermatrix; Bestandsspiegel mit fünf eindeutigen Bewegungs-IDs; Quittungs- und Duplikatprüfung; Berechnung von Auslastung, Rückstau und Puffer; sichere HOLD_U1-Ausnahmeregel; dokumentierte U2-Voraussetzungen; Packprüfung, Teilversand- und Rückstandsbeleg; persönliche Reflexion über Risiken, Fehler und alternative Kundenentscheidungen. Die bewertende Lehrkraft prüft mit dem 100-Punkte-Raster sowie dem nicht verhandelbaren Sicherheitsvorbehalt. Keine echten personenbezogenen Kunden-, Schüler- oder Betriebsdaten verwenden.


OER und Wikipedia

Primärquellen für den realen Referenzrahmen (Quellenstand 13.08.2026):

Bildrechte und Quellennachweise: Die nachfolgend identifizierten Wikimedia-Commons-Dateien sind allgemeine Beispielabbildungen und zeigen nicht die konkreten Ehingen-Systeme. Die Bildlizenz gilt jeweils nach der verlinkten Dateiseite; für Bearbeitungen die individuellen Lizenzauflagen einhalten.

Eingebettete Datei Verifizierte Quelldatei Autor/Urheberangabe Lizenznachweis
File:Automated Storage and Retrieval System.jpg Commons-Dateiseite QmcBeQ3G7DZCmY84uPgT CC BY 4.0
File:TGW-Stingray-Shuttle.jpg Commons-Dateiseite TGWmechanics CC BY-SA 3.0
File:Barcode label.jpg Commons-Dateiseite Aikzhobi CC BY-SA 4.0
File:Automated Storage Shuttle.jpg Commons-Dateiseite moffett automated storage CC BY-SA 4.0
File:Conveyor system in a factory.jpg Commons-Dateiseite falco CC0 1.0
File:Automated warehouse side view.jpg Commons-Dateiseite Pancho507 CC BY 4.0

Geprüfte Bewegtbildquellen (keine freie OER-Lizenz behauptet):

Einbettung Quelle Veröffentlichende Stelle Rechte-/Nutzungshinweis
https://www.youtube.com/watch?v=KReQIAqa_Wk Jungheinrich automatisiert Ersatzteilversorgung von Liebherr Jungheinrich AG, 28.07.2025 Urheberrechte beim Rechteinhaber; ausschließlich verlinktes offizielles Video, keine Lizenz zur Weiterverarbeitung behauptet
https://www.youtube.com/watch?v=3y6cLAfh_fI Jungheinrich implementiert Shuttle-Kleinteilelager bei Liebherr Jungheinrich AG, 31.07.2025 Urheberrechte beim Rechteinhaber; ausschließlich verlinktes offizielles Video, keine Lizenz zur Weiterverarbeitung behauptet

Eigene OER-Beiträge dieses Lernkurses: Die textbasierten Fluss- und Statusschemata, Tabellen, Modellzahlen, Beispielrechnungen, Prüfaufgaben und Musterlösungen wurden eigens als didaktische Lehrmodelle formuliert; sie sind keine Nachzeichnung vertraulicher Herstellerunterlagen. Sofern die Plattform eine eigene OER-Lizenz für den Seitentext ausweist, gilt deren jeweiliger Hinweis; für eingebettete Drittmedien gelten unabhängig davon die oben verlinkten Rechte.


Verknüpfte Lernbereiche

Bildungsnetz: Liebherr-Maschinen und Ausbildung – Fachkraft für Lagerlogistik, Ausbildung – Fachinformatiker, Ausbildung – Mechatroniker sowie Ausbildung – Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung. Diese fachliche Berufs- und Jahreszuordnung ist eine redaktionelle Lernempfehlung; Lernziele mit Ausbildungsbetrieb und Berufsschule abstimmen. Weiterführende Grundlagen: Lagerlogistik, Bestandsführung, Kommissionierung, Fördertechnik, Arbeitssicherheit, Datenbank, Qualitätsmanagement, Versand.


aiMOOC Projekte



Schulfach+




aiMOOCs



aiMOOC Projekte