Praktische Prüfungsaufträge planen und auswerten - Fachinformatiker
Einleitung
Für wen? Dieser vollständige aiMOOC richtet sich an Auszubildende zum Fachinformatiker in den Fachrichtungen Anwendungsentwicklung, Systemintegration, Daten- und Prozessanalyse sowie Digitale Vernetzung. Du lernst, aus einem berufstypischen Bedarf einen begründeten Auftrag mit prüfbaren Zielen, Ressourcen, Kosten, Qualitätssicherung und nachvollziehbarer Auswertung zu entwickeln.
Lernziele: Du kannst die auf deinen Ausbildungsvertrag anwendbare Prüfungsordnung bestimmen, eine fachlich geeignete Projektbeschreibung skizzieren, Varianten vergleichen, einen Modellauftrag sicher bearbeiten, den Soll-Ist-Vergleich dokumentieren und Entscheidungen im Fachgespräch verteidigen. Ein vollständig gerechneter Fall, Checklisten und Übungsaufgaben begleiten dich.
Wichtige Abgrenzung: Alle Datensätze, Firmen, Preise und Ergebnisse dieses Kurses sind frei erfunden. Die hier bearbeiteten Simulationen sind keine genehmigten betrieblichen Prüfungsprojekte. In der tatsächlichen Abschlussprüfung ist nach den zuständigen Vorgaben eine echte betriebliche Projektarbeit erforderlich; Genehmigung und örtliche IHK-Hinweise haben Vorrang. Nutze keine echten Kunden-, Personen-, Zugangs- oder Unternehmensgeheimnisse für Übungen. Keine Änderungen an produktiven Systemen und keine Maschinen-, Elektro-, Gefahrstoff- oder Gesundheitsarbeiten ohne erforderliche Fachqualifikation, Freigaben und Aufsicht.
Rechtsstand und Einstiegsprüfung: Die Fachinformatikerausbildungsverordnung vom 28. Februar 2020 gilt seit 1. August 2020. Prüfe zuerst Ausbildungsbeginn, Fachrichtung, etwaige Übergangsregel nach § 42, die zuständige IHK und ihre jeweils aktuellen Antrags- und Dokumentationsvorgaben. BIBB-Berufsprofil und IHK-Prüfungshinweise dienen als überprüfte Ausgangsquellen. Das Berufsportal Ausbildung – Fachinformatiker führt zu weiteren Lernbereichen.
Prüfungsordnung, Varianten und geeignete Aufträge
Vier Fachrichtungen und zwei Prüfungsteile
Die Ausbildung dauert regulär drei Jahre. Die Verordnung von 2020 sieht eine gestreckte Abschlussprüfung mit Teil 1 und Teil 2 vor. Teil 1 behandelt das Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes in einer schriftlichen Prüfung. In Teil 2 ist ein fachrichtungsspezifischer betrieblicher Projektbereich mit Dokumentation, Präsentation und Fachgespräch vorgesehen; weitere Prüfungsbereiche werden schriftlich bearbeitet. Die Anwendbarkeit der Verordnung hängt insbesondere vom Beginn des Ausbildungsverhältnisses und möglichen Übergangsvereinbarungen ab. Das BIBB nennt die vier Fachrichtungen ausdrücklich; maßgeblich sind § 4 sowie §§ 7–43 FIAusbV.
| Fachrichtung | Projektprüfungsbereich nach FIAusbV | Berufstypisches Übungsbeispiel mit synthetischen Daten |
|---|---|---|
| Anwendungsentwicklung | § 12: Planen und Umsetzen eines Softwareprojektes | Webanwendung für ein fiktives internes Ticketsystem entwickeln, testen und Einführung planen |
| Systemintegration | § 20: Planen und Umsetzen eines Projektes der Systemintegration | Abgeschottete virtuelle Schulungsumgebung mit Rollen- und Sicherungskonzept entwerfen |
| Daten- und Prozessanalyse | § 28: Planen und Durchführen eines Projektes der Datenanalyse | Synthetische Supportvorgänge bereinigen, auswerten und einen Prozess verbessern |
| Digitale Vernetzung | § 36: Planen und Umsetzen eines Projektes der digitalen Vernetzung | Vernetzungsarchitektur rein virtuell modellieren und Schnittstellendaten auswerten |
Prüfungsform genau unterscheiden: Die obigen vier Projektbereiche verwenden eine betriebliche Projektarbeit mit praxisbezogenen Unterlagen sowie einen zweiten Teil mit Präsentation und Fachgespräch. Eine im Unterricht entwickelte Planskizze, ein Papierkonzept oder ein Simulationsbericht ersetzt diese reale Prüfungshandlung nicht. Auch schriftliche praxisbezogene Aufgaben dürfen nicht mit dem betrieblichen Projekt gleichgesetzt werden. Für Ausbildungsverhältnisse vor dem 1. August 2020 müssen die Übergangsregeln geprüft werden; ältere Prüfungsmodelle keinesfalls stillschweigend mit der Neuordnung vermischen.
Die IHK Rhein-Neckar weist für die seit dem 1. August 2020 begonnenen Ausbildungen einschließlich Dokumentation auf höchstens 80 Stunden bei Anwendungsentwicklung und höchstens 40 Stunden bei den anderen drei Fachrichtungen hin. Die Verordnung regelt den Prüfungsbereich; örtliche Termine, Einreichungsportale und zusätzliche formale Anforderungen sind bei der eigenen IHK zu prüfen. Diese Höchstwerte sind keine Zeitvorgabe für die folgenden Übungen. Verwende keine ungeprüften Gewichtungen, Tabellen aus einer anderen Prüfungsordnung oder behaupteten Originalprüfungsaufgaben.
Woran erkennst du einen geeigneten Auftrag?
Ein geeignetes Projekt zeigt eine nachvollziehbare Ausgangslage, Auftraggeberbedarf, eigene Entscheidungen, Lösungsalternativen, fachliche Umsetzung, wirtschaftliche Abwägung, Qualitätssicherung und kontrollierte Übergabe. Die Tätigkeit darf nicht bloß eine vorgegebene Klickfolge oder eine reine Produktbeschreibung sein. Dokumentiere Eigen- und Fremdleistung getrennt; behandle Änderungen transparent. Formuliere Prüfbarkeit statt bloßer Schlagworte: Statt „System soll schneller sein“ etwa „Bei 20 synthetischen Testabfragen beträgt die Antwortzeit im lokalen Test mindestens in 19 Fällen höchstens zwei Sekunden“.
| Schwach | Besser und prüfbar |
|---|---|
| „Ein Netzwerk verbessern“ | „Zwei virtuelle Netzvarianten anhand von Segmentierung, Administrationsaufwand und dokumentierter Wiederherstellung vergleichen“ |
| „Eine App programmieren“ | „Einen Eingabedialog mit Rollenprüfung erstellen, fünf definierte Fälle testen und die Fehlermeldungen dokumentieren“ |
| „Daten auswerten“ | „Bearbeitungsdauer aus sechs anonymen Beispieltickets berechnen, Grenzwert prüfen und eine Verbesserungsmaßnahme begründen“ |
Fehlerquellen: Ein Projekt ohne eigene Entscheidung, unklare Abnahmekriterien, veraltete IHK-Vordrucke, ungeprüfte Prüfungszeiten und reale Daten im öffentlichen Lernmaterial können die Prüfungsleistung oder den Datenschutz gefährden. Vor dem realen Projektstart ist die erforderliche Genehmigung des Prüfungsausschusses einzuholen.
Anforderungen analysieren und den Auftrag planen
Von der Ausgangslage zum Lasten- und Pflichtenheft
Ist-Analyse beschreibt den beobachteten Anfangszustand und seine belegten Probleme. Im Soll-Zustand legst du die angestrebte Funktion und messbare Ergebnisse fest. Ein Lastenheft fasst aus Auftraggebersicht das „Was“ und „Wozu“ zusammen; ein Pflichtenheft beschreibt aus Umsetzungssicht das „Wie“. Bei kleineren IT-Aufträgen können pragmatische Anforderungslisten sinnvoller sein; wichtig bleiben Nachvollziehbarkeit und Abstimmung.
Erfasse Stakeholder und ihre Interessen, Schnittstellen, Muss- und Kann-Anforderungen, Datenschutz, Informationssicherheit und nichtfunktionale Anforderungen wie Verfügbarkeit, Bedienbarkeit und Wartbarkeit. Ergänze ein Abnahmekriterium zu jeder wichtigen Anforderung: eine Testhandlung mit erwartetem Ergebnis. Unklare Wünsche werden nicht stillschweigend angenommen, sondern rückgefragt und versioniert.
Arbeitspakete, Abhängigkeiten und Meilensteine
Ein Arbeitspaket ist ein begrenzter, kontrollierbarer Schritt mit Ergebnis, Verantwortlichkeit und Aufwand. Ein Meilenstein kennzeichnet einen wichtigen nachprüfbaren Zustand ohne eigene Dauer. Ein Gantt-Diagramm stellt Aufgaben entlang der Zeit dar. Ein Kanban-Board veranschaulicht den Bearbeitungsstand; es ersetzt keine begründete Zeit- und Ressourcenplanung.

Geprüftes Commons-Beispiel eines Gantt-Plans: parallele und voneinander abhängige Tätigkeiten, Vheilman, CC BY-SA 3.0; Quelle und Lizenz im Medienverzeichnis.

Geprüftes Commons-Beispiel für eine Kanban-Ansicht, BradBradleySecond, CC BY-SA 3.0; keine verbindliche IHK-Darstellung.
Vorgehen: Zerlege den Auftrag in Analyse, Variantenvergleich, Entwurf, Umsetzung, Test, Dokumentation und Übergabe. Schätze zuerst den Aufwand jedes Pakets, unterscheide Arbeitsstunden und Kalendertage, berücksichtige Abhängigkeiten und notwendige Abstimmungen. Ein Puffer ist sinnvoll, darf jedoch keine vorgeschriebenen Grenzen verschleiern. Eine Änderung in der Umsetzung wird mit Grund, Wirkung und Entscheidung erfasst.
| Arbeitspaket | Vorbedingung | Lernergebnis | Beispielstunden |
|---|---|---|---|
| Bedarf klären | Auftrag liegt vor | bestätigte Anforderungen | 2 |
| Varianten vergleichen | Anforderungen bekannt | begründete Entscheidung | 3 |
| Datenmodell entwerfen | Variante ausgewählt | Datenfelder und Prüfregeln | 3 |
| Prototyp in isolierter Testumgebung | Modell freigegeben | nachvollziehbare Modellfunktion | 4 |
| Tests und Fehlerkorrektur | Prototyp vorhanden | Prüfprotokoll | 3 |
| Dokumentation | Nachweise gesammelt | reproduzierbarer Bericht | 3 |
| Übergabe und Reflexion | Ergebnisse getestet | Soll-Ist-Bericht | 2 |
| Gesamt der reinen Übungssimulation | 20 | ||
Die 20 Stunden sind eine didaktische Modellrechnung, keine Auskunft zu realen Prüfungszeiten. Prüfe die Summe: 2 + 3 + 3 + 4 + 3 + 3 + 2 = 20.
Wirtschaftlichkeit und Nutzwertrechnung
Kosten umfassen etwa Arbeitszeit, Lizenzen, Testinfrastruktur und Wartung. Für einen selbst festgelegten Verrechnungssatz gilt: Personalkosten = Arbeitsstunden × Stundensatz. Nutze bei fremden Daten keine vertraulichen Gehälter; arbeite mit gerundeten fiktiven Größen. Berücksichtige Einmalaufwand und laufende Betriebskosten getrennt.
Eine gewichtete Nutzwertanalyse macht transparente, aber subjektive Bewertungsannahmen sichtbar. Jedes Kriterium erhält ein Gewicht; seine Bewertung auf einer vorab festgelegten Skala wird mit dem Gewicht multipliziert. Die gewichteten Teilwerte werden addiert. Die Gewichtung muss insgesamt 100 Prozent ergeben und nicht nachträglich auf das gewünschte Ergebnis zugeschnitten werden.
| Kriterium | Gewicht | Datenbankbasierter Prototyp | Tabellenbasierte Lösung |
|---|---|---|---|
| Datenqualität | 40 % | 5 | 3 |
| Bedienbarkeit | 30 % | 4 | 5 |
| Nachvollziehbarkeit | 20 % | 4 | 3 |
| Kostenbewertung | 10 % | 3 | 4 |
| Gesamt | 100 % | 4,3 von 5 | 3,7 von 5 |
Rechenweg: Prototyp = 0,40 × 5 + 0,30 × 4 + 0,20 × 4 + 0,10 × 3 = 4,3. Tabelle = 0,40 × 3 + 0,30 × 5 + 0,20 × 3 + 0,10 × 4 = 3,7. Nur wenn beide Alternativen die Muss-Anforderungen erfüllen, ist die Nutzwertzahl als Vergleich sinnvoll. Typische Fehler sind ungleiche Skalen, fehlende Begründungen, Gewichte über 100 Prozent und eine Entscheidung allein aufgrund des Anschaffungspreises.
Umsetzung, Informationssicherheit und Qualitätskontrolle
Fachliche Umsetzung je nach Schwerpunkt
Die Fachrichtung Anwendungsentwicklung kann in einer lokalen Testumgebung ein fiktives Ticketformular mit Validierung, Berechtigungskonzept, automatisierten Tests und Versionierung implementieren. Systemintegration kann eine isolierte virtuelle Server-/Client-Lösung mit Adressplan, Rollen und Wiederherstellungskonzept modellieren. Daten- und Prozessanalyse untersucht Datengüte, Datenflüsse, Kennzahlen und Prozessänderungen anhand künstlicher Datensätze. Digitale Vernetzung modelliert Schnittstellen und Netztopologien ohne physischen Zugriff auf Maschinensteuerungen oder reale Produktionssysteme.

Software-Lebenszyklus als Übersicht, Tazlavi, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons. Iterationen können die Schritte wiederholen.

Vergleich von Netztopologien, deutschsprachige Commons-Grafik; Public-Domain-/CC0-Nachweis auf der Dateiseite. Hier ausschließlich als Modellabbildung.

Beziehungsarten in Datenmodellen, Chad250, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons; eine ER-Darstellung dient der Begründung von Datenstrukturen.
Ein Versionskontrollsystem wie Git dokumentiert Änderungen, ersetzt aber weder Sicherheitskontrollen noch die schriftliche Begründung. Führe in der Übung nur lokal kontrollierte Testdaten und harmlose Konfigurationen zusammen; Änderungen an produktiven Diensten, Elektro- oder Maschinenanlagen bleiben ausgeschlossen.
Datenschutz, Risikoanalyse und sichere Testumgebung
Datenschutz betrifft die rechtmäßige Verarbeitung personenbezogener Daten; Informationssicherheit betrachtet unter anderem Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit. Übe ausschließlich mit vollständig erfundenen Datensätzen, fiktiven Netzbereichen und Testkonten ohne echte Zugangsdaten. Eine Rolle „Lesen“ sollte beispielsweise nicht schreiben dürfen. Ein Backup ist erst belastbar, wenn seine Wiederherstellbarkeit getestet wurde. Prüfe auch Löschung, Protokollierung, eingeschränkte Berechtigung und den Schutz von Exportdateien.
| Modellrisiko | Wahrscheinlichkeit | Auswirkung | Vermeidungs- oder Reaktionsmaßnahme |
|---|---|---|---|
| Fehlerhafte Datenübernahme | mittel | falsch berechnete Kennzahl | Eingabevalidierung und Vergleich mit Prüfsummen |
| Zugriff durch falsche Rolle | niedrig im isolierten Modell | unerlaubte Änderung | Negativtest einer reinen Leserolle |
| Verlust einer Arbeitskopie | mittel | Verzögerung | lokaler Versionsstand und dokumentierter Wiederherstellungstest |
| Unbegründete Anforderungsänderung | mittel | Zielabweichung | Änderungseintrag mit fachlicher Freigabe |
Die Bewertung „niedrig/mittel“ ist nur eine illustrative Risikoeinschätzung, keine gemessene Eintrittswahrscheinlichkeit. Bei realer IT gelten betriebliche Sicherheitsrichtlinien sowie Zuständigkeiten und Genehmigungen.
Testfälle, Messwerte und Soll-Ist-Abgleich
Ein Testfall braucht Ausgangslage, Eingabe, erwartetes Resultat, tatsächliches Resultat und Bewertung. Ein Positivtest überprüft erlaubtes Verhalten; ein Negativtest gezielt die Ablehnung unzulässiger Eingaben. Regressionstests prüfen, ob eine Änderung vorher funktionierende Merkmale beeinträchtigt. Trenne Funktionsprüfung, Sicherheit, Datenqualität, Gebrauchstauglichkeit und Abnahme.

Geprüftes Flussdiagramm zur strukturierten Problemlösung, KEBman, gemeinfrei, Wikimedia Commons.
| Testfall | Eingabe oder Aktion | Erwartetes Ergebnis | Beispiel-Ist | Befund |
|---|---|---|---|---|
| T1 | Vollständiger synthetischer Datensatz | Annahme ohne Feldverlust | 6 von 6 übernommen | bestanden |
| T2 | Fehlende Ticketkennung | Plausible Fehlermeldung, kein Import | Import abgelehnt | bestanden |
| T3 | Lesezugriff versucht Änderung | Änderungswunsch wird gesperrt | Sperre protokolliert | bestanden |
| T4 | Auswertung mit sechs Zeitwerten | Mittelwert etwa 96,7 Minuten | 96,7 Minuten | bestanden |
Typischer Fehler: „Das Programm läuft“ ist kein Testnachweis. Halte beobachtbare Ergebnisse, Testumgebung, Version und verbleibende Einschränkungen fest. Wenn Soll und Ist abweichen, dokumentiere Ursache, Gegenmaßnahme, erneuten Test und verbleibendes Risiko, statt die Abweichung zu verschweigen.
Dokumentation, Präsentation und Auswertung
Projektantrag, Durchführung und Ergebnisprotokoll
Ein prüfbarer Projektantrag beschreibt Ausgangszustand, Ziel, Rahmen, fachliche Eigenleistung, Lösungsalternativen und Zeitplanung. In der echten Abschlussprüfung muss der Antrag entsprechend der zuständigen IHK genehmigt sein, bevor mit dem Prüfungsprojekt begonnen wird. Die Projektdokumentation ist keine Tagebuchabschrift: Sie rekonstruiert wesentliche fachliche Entscheidungen anhand von Anforderungen, Alternativen, Kalkulation, technischen Belegen, Tests, Abweichungen, Schlussfolgerungen und Übergabe. Prüfe Form, Umfang, Vertraulichkeit und Einreichung nach den jeweils aktuellen lokalen IHK-Vorgaben.
Eine sinnvolle Dokumentationsgliederung ist: Ausgangslage → Ziel und Abgrenzung → Planung und Entscheidung → Umsetzung → Tests und Abnahme → Wirtschaftlichkeit → Soll-Ist-Vergleich und Reflexion → Anlagen mit geeigneten Belegen. Eigene Leistungen müssen erkennbar bleiben; KI-generierte Texte nicht als eigene Prüfungsleistung ausgeben. In Übungen kannst du KI-Vorschläge kritisch prüfen und ihre Verwendung offen kennzeichnen; für reale Prüfungen gelten die Vorschriften der zuständigen Stelle.
Präsentation und Fachgespräch
Im Fachgespräch wird nachvollziehbar, warum du genau diese Lösung, Sicherheitsmaßnahmen und Tests gewählt hast. Erkläre den Nutzen aus Sicht des Auftraggebers, belege die Zielerreichung und nenne begründete Grenzen. Übe Rückfragen wie: „Welche Alternative hätten Sie bei geringerem Budget gewählt?“, „Wie wurde die Datenqualität nachgewiesen?“ oder „Wodurch erkennen Sie eine fehlerhafte Berechtigungsvergabe?“ Unterscheide Schlussfolgerung und Messwert klar.
Geprüfte Informationsvideos der IHK Rhein-Neckar (Aufzeichnungen 2023, weiterhin als fachliche Orientierung, aber veraltete Portaloberflächen: Seit Winter 2025/26 gilt dort ein geänderter Einreichungsweg über das Azubi-Infocenter). Termine und Masken immer bei deiner zuständigen IHK kontrollieren.
IHK Rhein-Neckar: Allgemeine Informationen zur betrieblichen IT-Projektprüfung (Videoaufzeichnung 1).
IHK Rhein-Neckar: Abgabe des Projektantrags (Videoaufzeichnung 2; Oberfläche historisch).
IHK Rhein-Neckar: Projektdokumentation und Fachgespräch (Videoaufzeichnung 3; Oberfläche historisch).
Ergebnis beurteilen und Verbesserungen ableiten
Eine Abnahme vergleicht vorab vereinbarte Kriterien mit Belegen; sie ist nicht automatisch identisch mit persönlicher Zufriedenheit. Nutze eine Soll-Ist-Tabelle und unterscheide „erfüllt“, „teilweise erfüllt“ und „nicht erfüllt“. Aus jedem Fehler folgt eine fachlich begründete Maßnahme mit Verantwortlichkeit und überprüfbarem Nachtest. Schätze abschließend Nutzen, Aufwand, Betriebsrisiko und Wartungsbedarf ein. Eine Reflexion beschreibt, was du beim nächsten Projekt konkret anders planen würdest.
Vollständiger Modellfall: Synthetische Supporttickets auswerten
Auftrag und Anforderungen
Szenario: Die fiktive Organisation „Lernwerk IT“ möchte im Fachbereich Daten- und Prozessanalyse feststellen, ob der selbst gesetzte Grenzwert „mindestens 80 Prozent der Tickets innerhalb von höchstens 120 Minuten bearbeitet“ in einem Übungsdatensatz erreicht wird. Es gibt keine echten Kundendaten, Zugänge oder betrieblichen Prüfungsaufträge. Das ist eine reine Lernsimulation und darf nicht als reale betriebliche Projektarbeit eingereicht werden. Fiktiver Auftraggeber ist die Rollenfigur „Qualitätskoordination“.
Muss-Ziele: Einlesen von sechs künstlichen Ticketzeiten; nur positive ganzzahlige Minuten erlauben; Dublettenkennungen zurückweisen; arithmetisches Mittel und Zielquote korrekt berechnen; nachvollziehbarer Export; Testfall für eine fehlende Kennung. Kann-Ziele: grafische Trendansicht und künftige Automatisierung. Abnahme: sechs gültige Zeilen werden übernommen, ein fehlerhafter Eintrag wird abgewiesen, Mittelwert und Quote stimmen mit der Musterrechnung überein.
| Ticketkennung | Bearbeitungsdauer in Minuten | Innerhalb der Modellgrenze von 120 Minuten? |
|---|---|---|
| T-A | 120 | Ja |
| T-B | 60 | Ja |
| T-C | 180 | Nein |
| T-D | 80 | Ja |
| T-E | 100 | Ja |
| T-F | 40 | Ja |
Begründete Entscheidung, Planung und Kosten
Im Modell werden zwei Lösungen bewertet: ein kleiner datenbankbasierter Prototyp und eine Tabellenlösung. Beide müssen zunächst alle Muss-Anforderungen erfüllen. Die oben offengelegte Nutzwertrechnung ergibt 4,3 gegenüber 3,7 Punkten. Deshalb wird für diese Annahmen der Prototyp gewählt; eine andere Gewichtung oder zusätzliche Wartungskosten könnten das Ergebnis verändern. Das Modell-Datenfeld „Ticketkennung“ ist eindeutig; die Zeit ist eine positive Ganzzahl; weder Namen noch reale IP-Adressen werden verarbeitet.
Der Ablauf aus sieben Paketen benötigt in der didaktischen Simulation 20 Stunden. Bei fiktivem internem Satz von 35 Euro je Arbeitsstunde sind die Personalkosten 20 × 35 Euro = 700 Euro. Eine simulierte Testumgebung kostet zusätzlich 40 Euro; fiktive Schulungsunterlagen 20 Euro. Die Modell-Gesamtkosten ergeben 760 Euro. Die Vergleichsannahme für bisherige manuelle Auswertungen lautet 1,5 Stunden pro Woche zu 35 Euro pro Stunde = 52,50 Euro pro Woche. Rein rechnerisch und ohne laufende Kosten ergibt 760 ÷ 52,50 ≈ 14,5 Wochen bis zum Ausgleich. Dies ist keine geprüfte betriebswirtschaftliche Prognose, denn Betrieb, Wartung, Verzinsung, Unsicherheit und tatsächliche Einsparungen sind hier bewusst vereinfacht.
Sichere Modellbearbeitung und überprüfbares Ergebnis
Ablauf in der isolierten Übung: Datenfelddefinition festlegen; fiktive Tabelle anlegen; Regeln für Kennungen und Minutenwerte im Modell prüfen; die sechs Werte übernehmen; Kennzahl und Quote berechnen; die Ergebnisse in einem Testprotokoll festhalten; eine Lese- und eine Änderungsrolle gedanklich vergleichen; anschließend einen Soll-Ist-Bericht erstellen. Es erfolgen keine Zugriffe auf reale Dienste.
Rechnung: Summe = 120 + 60 + 180 + 80 + 100 + 40 = 580 Minuten. Arithmetisches Mittel = 580 ÷ 6 = 96,67 Minuten. Sortiert: 40, 60, 80, 100, 120, 180; Median = (80 + 100) ÷ 2 = 90 Minuten. Erfolgreich innerhalb der Modellgrenze: fünf von sechs Tickets; Quote = (5 ÷ 6) × 100 = 83,33 Prozent. Der Grenzwert von mindestens 80 Prozent ist in diesem künstlichen Datensatz erreicht. Die Überschreitung bei T-C bleibt jedoch als Einzelfall sichtbar und sollte nicht hinter dem Mittelwert verschwinden.
| Qualitätskriterium | Soll | Nachweis-Ist | Urteil |
|---|---|---|---|
| Gültige Einträge | 6 von 6 werden korrekt verarbeitet | 6 von 6 | erfüllt |
| Datenvalidierung | Fehlende Kennung wird zurückgewiesen | Test T2 abgelehnt | erfüllt |
| Mittelwert | 96,67 Minuten bei Rundung auf zwei Nachkommastellen | 96,67 Minuten | erfüllt |
| Zielquote | mindestens 80 Prozent innerhalb von 120 Minuten | 83,33 Prozent | erfüllt |
| Begründung eines Ausreißers | mögliche Ursache prüfen, nichts hinzudichten | Ursache von T-C unbekannt | offen |
Auswertung: Die gesetzte Quote wurde rechnerisch erreicht; die Datenmenge von sechs Vorgängen erlaubt keine belastbare Aussage über eine reale Servicequalität. Das Risiko eines fehlerhaften Imports wurde durch Eingabeprüfung reduziert. Die Ursache des Ausreißers ist nicht bekannt und wird nicht erfunden. Als nächste Lernmaßnahme wäre ein zusätzlicher synthetischer Datensatz mit fehlenden, negativen und doppelten Werten sinnvoll. Das Ergebnis wird in einer Modell-Abnahmenotiz mit Datum der Simulation, anonymem Kürzel, Testfallübersicht und offenen Punkten festgehalten.
Bewertungsraster für deine Übung
Die folgende Tabelle ist ein selbst entwickeltes didaktisches Raster und ausdrücklich kein amtliches IHK-Bewertungsschema. Vergib pro Kriterium Punkte für belegte Qualität; nicht vorhandene Belege ergeben dort keine Punkte. Die Maximalpunkte summieren sich auf 100.
| Bereich | Anforderungen für volle Punktzahl | Maximalpunkte |
|---|---|---|
| Auftrag und messbare Ziele | präziser Ist-Zustand, passende Fachrichtung, prüfbare Muss-Kriterien | 15 |
| Planung und Alternativen | realistische Arbeitspakete, Abhängigkeiten, transparente Entscheidung und Kosten | 20 |
| Fachliche Modellumsetzung | begründetes Datenmodell, korrekte Kennzahl, sichtbare Eigenleistung | 20 |
| Qualität, Sicherheit und Tests | Positiv- und Negativfälle, Datenminimierung, Soll-Ist-Beleg | 20 |
| Dokumentation und Übergabe | klare Belege, verständliche Struktur, Ergebnisprotokoll | 15 |
| Reflexion und Fachgespräch | Grenzen, Alternativen und Verbesserungsmaßnahmen begründen | 10 |
| Gesamt | Didaktische Bewertung, nicht IHK-Gewichtung | 100 |
Beispielbewertung für eine abgegebene Modelllösung: Auftrag 14/15, Planung 17/20, Umsetzung 18/20, Qualität 16/20, Dokumentation 13/15, Reflexion 7/10. Summe: 85 von 100 Übungspunkten. Für die echte Prüfung gelten allein die genehmigte Aufgabe, die Verordnung und die zuständige IHK. Lass dir von einer fachkundigen Lehrkraft oder Ausbilderin konstruktives Feedback auf Basis deiner eigenen Belege geben.
Interaktive Aufgaben
Multiple-Choice-Quiz: Prüfe dein Wissen
Beantworte zehn Fragen. Pro Frage ist genau eine Antwort richtig. Die Rückmeldungen erläutern die fachliche Begründung; die richtige Auswahl steht in diesem Kursformat technisch an erster Stelle.
Was gehört nach der Ausbildungsordnung 2020 zur betrieblichen Projektprüfung der Fachinformatiker? (Eine fachrichtungsspezifische betriebliche Projektarbeit mit Dokumentation sowie Präsentation und Fachgespräch) (!Nur eine schriftliche Klausur ohne praktische Anteile) (!Ein beliebiges fiktives Schulprojekt als Ersatz) (!Die Abgabe einer fremden Musterlösung ohne eigene Arbeit)
Rückmeldung: Die Projektleistung ist fachrichtungsbezogen und verlangt eine reale betriebliche Durchführung mit prüfbaren Unterlagen. Unsere Modellfälle dienen ausschließlich dem Üben.
Welche Fachrichtung prüft nach § 28 FIAusbV ein Projekt der Datenanalyse? (Daten- und Prozessanalyse) (!Anwendungsentwicklung) (!Systemintegration) (!Digitale Vernetzung)
Rückmeldung: § 28 ist dem Bereich Daten- und Prozessanalyse zugeordnet; bei anderen Fachrichtungen gelten eigene Projektbereiche.
Was ist vor Beginn der realen betrieblichen Projektarbeit erforderlich? (Die Genehmigung der Projektbeschreibung durch den Prüfungsausschuss) (!Die Veröffentlichung aller Kundendaten im Internet) (!Die Übernahme eines beliebigen Prüfungsvideos) (!Die verbindliche Freigabe durch ein KI-System)
Rückmeldung: Ein Antrag mit Ausgangslage, Ziel und Zeitplanung wird vor der Durchführung beim zuständigen Prüfungsausschuss eingereicht.
Welche Formulierung ist ein überprüfbares Qualitätsziel? (Mindestens acht von zehn künstlichen Beispieltickets erfüllen die festgelegte Zeitgrenze) (!Die Anwendung ist modern und gut) (!Das Projekt wirkt professionell) (!Das System soll irgendwie schneller werden)
Rückmeldung: Ein messbarer Schwellenwert erlaubt eine nachvollziehbare Prüfung; die drei anderen Formulierungen bleiben unbestimmt.
Wozu dient eine Nutzwertanalyse? (Zum begründeten Vergleich von Alternativen mithilfe offengelegter Kriterien und Gewichte) (!Zur nachträglichen Verschleierung einer Entscheidung) (!Zum Ersatz jedes Sicherheitstests) (!Zur garantierten Ermittlung einer objektiv einzig richtigen Lösung)
Rückmeldung: Gewichte, Kriterien und Bewertungsskalen werden vorab festgelegt und ihre subjektiven Annahmen kenntlich gemacht.
Welches Ergebnis erhältst du bei den sechs Modellzeiten für das arithmetische Mittel? (Rund 96,67 Minuten) (!Genau 90 Minuten) (!Rund 83,33 Minuten) (!Genau 120 Minuten)
Rückmeldung: 580 Minuten Gesamtdauer geteilt durch sechs Vorgänge ergeben etwa 96,67 Minuten; 90 ist der Median.
Wie viele der sechs Modellvorgänge liegen innerhalb von höchstens 120 Minuten? (Fünf von sechs) (!Alle sechs) (!Vier von sechs) (!Drei von sechs)
Rückmeldung: Nur der Vorgang mit 180 Minuten überschreitet die Grenze. 5 geteilt durch 6 entspricht etwa 83,33 Prozent.
Was kennzeichnet einen brauchbaren Testnachweis? (Eingabe, erwartetes Ergebnis, beobachtetes Ergebnis und dokumentierte Bewertung) (!Nur das Wort funktioniert im Abschlussbericht) (!Ein beliebiger Screenshot ohne Testkontext) (!Eine Behauptung ohne Versionsstand und Prüfkriterium)
Rückmeldung: Erst die Gegenüberstellung von Soll und beobachtetem Ist macht eine Prüfung reproduzierbar.
Was ist der sichere Umgang mit Lerndaten in diesem Kurs? (Ausschließlich fiktive Datensätze in einer isolierten Übungsumgebung einsetzen) (!Passwörter echter Kunden in Screenshots zeigen) (!Eine laufende Produktionsanlage ohne Freigabe ändern) (!Originalprotokolle mit personenbezogenen Daten veröffentlichen)
Rückmeldung: Synthetische Daten und getrennte Testumgebungen vermeiden den Transfer sensibler Informationen sowie unbeabsichtigte Auswirkungen.
Was ist eine aussagekräftige Reflexion des Modellfalls? (Erreichte Ziele mit Belegen nennen und die geringe Datenbasis sowie offene Ausreißerursachen einordnen) (!Jedes Problem im Projektbericht verheimlichen) (!Alle Ziele ohne Nachweis als erfüllt bezeichnen) (!Die IHK-Bewertung aus dem eigenen Übungsraster ableiten)
Rückmeldung: Reflexion ist keine Erfolgsbehauptung; sie verbindet belegte Ergebnisse mit Unsicherheit und konkreten Verbesserungen.
Memory: Begriff und Bedeutung
Ordne sechs Fachbegriffe jeweils ihrer eindeutigen Bedeutung zu.
| Projektziel | Beschreibung eines überprüfbaren gewünschten Endzustands |
| Meilenstein | Kontrollpunkt ohne eigene Arbeitsdauer |
| Nutzwertanalyse | Gewichteter Vergleich mehrerer Lösungsmöglichkeiten |
| Abnahmekriterium | Vorab vereinbarte Bedingung für die Ergebnisprüfung |
| Regressionstest | Prüfung bestehender Funktionen nach einer Änderung |
| Risikomaßnahme | Geplante Handlung zur Vermeidung oder Begrenzung eines Problems |
Drag-and-drop: Nachweise richtig zuordnen
Ordne die fünf Nachweise den passenden Projektphasen zu.
| Projektphase | Passender Nachweis |
|---|---|
| Bedarfsanalyse | Dokumentierte Muss-Anforderungen und Ist-Situation |
| Lösungswahl | Bewertungsmatrix mit Gewichten und Begründung |
| Umsetzung | Versionsstand und kontrollierte Änderungsliste |
| Qualitätssicherung | Testprotokoll mit Soll und beobachtetem Ist |
| Übergabe | Abnahmenotiz und benannte Restpunkte |
Kreuzworträtsel: Projekte verstehen
Löse die sechs Fachbegriffe. Die Antworten bestehen jeweils aus genau einem Wort.
| Lastenheft | Wie heißt das Dokument, in dem der Auftraggeber Anforderungen aus seiner Sicht beschreibt? |
| Meilenstein | Wie heißt ein kontrollierbarer Zeitpunkt mit einem wichtigen Zwischenstand? |
| Testfall | Wie heißt eine beschriebene Prüfung mit Eingabe und erwartetem Resultat? |
| Datenmodell | Wie nennt man die geordnete Darstellung der Datenstrukturen und ihrer Beziehungen? |
| Nutzwert | Wie heißt der gewichtet berechnete Vergleichswert einer Lösungsalternative? |
| Abnahme | Wie heißt die vereinbarte Überprüfung des fertigen Ergebnisses? |
LearningApps
Suche ergänzende frei zugängliche Zuordnungsübungen. Prüfe die fachliche Richtigkeit, den Veröffentlichungsstand und die Nutzungsbedingungen der jeweils gefundenen Lernapp, bevor du sie übernimmst.
Lückentext: Vom Auftrag zur Auswertung
Ergänze pro Satz genau einen Begriff. Die folgenden Aussagen beziehen sich auf die dargestellte Neuordnung und den synthetischen Modellfall.
Offene Aufgaben
Arbeite ausschließlich mit konstruierten Fällen und Daten. Die zwölf Aufgaben fördern selbstständige Planung, begründete Entscheidungen und belegte Auswertung. Lege deine Ergebnisse für Peer-Feedback, nicht als reale IHK-Projektprüfung, vor.
Leicht
- Prüfungsordnung: Erstelle eine kompakte Übersicht der vier Fachrichtungen mit ihren Projektprüfungsbereichen und kennzeichne, woran du die für dich zuständige Ordnung erkennst.
- Anforderungsanalyse: Formuliere zu einem fiktiven Ticketformular drei Muss-Anforderungen und je ein überprüfbares Abnahmekriterium.
- Projektstrukturplan: Zeichne ein Schaubild mit mindestens sechs Arbeitspaketen für eine isolierte Lernsimulation und markiere zwei Abhängigkeiten.
- Datenschutz: Entwirf eine Bild-Checkliste mit fünf Regeln für synthetische Daten, sichere Screenshots und die Trennung von Test- und Echtbetrieb.
Standard
- Projektmanagement: Erstelle einen Gantt-Plan für den Modellfall mit begründeten Zeitannahmen und einem Meilenstein für den Testabschluss.
- Wirtschaftlichkeitsrechnung: Kalkuliere die 20 Modellstunden mit einem anderen fiktiven Verrechnungssatz und untersuche die Wirkung auf die rechnerische Amortisation.
- Softwaretest: Produziere ein kurzes Erklärvideo oder eine kommentierte Bildschirmpräsentation zu Positivtest, Negativtest und Soll-Ist-Nachweis mit ausschließlich selbst erzeugtem Material.
- Datenanalyse: Erweitere den künstlichen Datensatz um vier Vorgänge, berechne Quote, Median und Mittelwert erneut und schreibe einen Bericht über geänderte Aussagen.
Schwer
- Anwendungsentwicklung: Entwirf für einen isolierten lokalen Prototyp einen technischen Lösungsplan mit Datenvalidierung, Rollen und mindestens sechs unterschiedlichen Tests.
- Systemintegration: Vergleiche zwei virtuelle Infrastrukturentwürfe anhand einer gewichteten Matrix, einer Risikotabelle und eines dokumentierten Wiederherstellungsplans ohne Zugriff auf reale Netze.
- Daten- und Prozessanalyse: Entwickle einen synthetischen Datenqualitätsprozess für Dubletten, fehlende Felder und Ausreißer und belege die Wirksamkeit durch reproduzierbare Testfälle.
- Digitale Vernetzung: Gestalte eine rein modellbasierte Schnittstellen- und Netztopologie mit Bedrohungsanalyse, fiktiven Prüfdaten, Ausfallvarianten und begründeter Reflexion; keinerlei Eingriff an realen Maschinen oder Elektroanlagen.


Lernkontrolle
Weitere Transferaufgaben – begründe stets anhand eigener überprüfbarer Unterlagen:
- Prüfungsordnung: Zwei fiktive Azubis begannen in unterschiedlichen Jahren und haben verschiedene Fachrichtungen. Beschreibe, welche Quellen du zur Bestimmung ihrer Prüfungsanforderungen zuerst prüfst und warum ein pauschales Zeitlimit unzulässig ist.
- Projektmanagement: Eine zusätzliche Anforderung verlängert im Modell den Test um zwei Stunden. Erkläre Auswirkungen auf Ablauf, Ressourcen, Gesamtkosten und Änderungsprotokoll.
- Informationssicherheit: Die fiktive Leserolle kann Datensätze verändern. Leite einen sicheren Negativtest, eine mögliche Korrektur und einen Nachweis für die Abnahme ab.
- Statistik: Begründe, weshalb ein Mittelwert von 96,67 Minuten und eine Quote von 83,33 Prozent nicht ausreichen, um die Qualität des realen Supports vorherzusagen.
- Nutzwertanalyse: Vertausche im Modell die Gewichtungen für Datenqualität und Bedienbarkeit, berechne beide Gesamtwerte neu und erläutere, wie sich Entscheidungen durch Prioritäten ändern können.
- Fachgespräch: Simuliere drei kritische Prüfungsfragen zu Auswahl, Risiken und Ergebnis und beantworte sie mit messbaren Belegen statt allgemeinen Behauptungen.
- Qualitätsmanagement: Entwirf eine Abnahmenotiz für den Modellfall, in der das offene Problem des Ausreißers explizit erhalten bleibt, obwohl der Zielwert erreicht ist.
Lernnachweis
Als Lernnachweis stellst du ein eigenständig erstelltes Modellprojekt-Portfolio zusammen: eine überprüfte Zuordnung von Ausbildungsbeginn und Fachrichtung zur einschlägigen Ordnung; eine synthetische Ausgangslage mit Zielen und Abnahmekriterien; einen Ablaufplan; einen dokumentierten Alternativenvergleich; eine Kosten- und Kennzahlenrechnung mit Rechenwegen; eine fachlich sichere Modellbeschreibung; mindestens vier aussagekräftige Testprotokolle; einen Soll-Ist-Vergleich; eine nachvollziehbare Risiko- und Datenschutzbetrachtung; eine Abnahmenotiz; sowie eine begründete Reflexion und eine kurze Präsentation. Nachweise enthalten Quellen, Bildlizenzen und Versionen, jedoch keinerlei reale Schüler- oder Kundendaten.
Selbstkontrolle mit dem Übungsraster: Prüfe, ob jedes Ziel durch einen Test belegbar ist, ob die Summe der Kosten und Punkte stimmt, ob die vier Fachrichtungen korrekt unterschieden sind und ob das Raster ausdrücklich nicht als amtliche IHK-Bewertung erscheint. Tausche das Portfolio mit einer Lernpartnerin oder einem Ausbilder aus und überarbeite die Nachweise nach begründetem Feedback. Die Unterlagen sind Lernprodukte, keine automatische Berechtigung zur Einreichung als Abschlussprojekt.
OER und Wikipedia
Amtliche und fachliche Referenzen, geprüft am 27. Oktober 2026:
- Fachinformatikerausbildungsverordnung (FIAusbV), §§ 4, 7–43 – amtlich bereitgestellter geltender Verordnungstext, insbesondere Projektbereiche §§ 12, 20, 28 und 36 sowie Übergangsrecht.
- BIBB: Fachinformatiker/-in, Berufesuche – Beruf, Ausbildungsdauer, vier Fachrichtungen und weiterführende Rechtsgrundlagen.
- BIBB: Ausbildung gestalten – Fachinformatiker – Umsetzungshilfe zur Verordnung 2020, dort CC BY-NC-ND 4.0; verlinkt, nicht kopiert oder bearbeitet.
- IHK Rhein-Neckar: Projektantrag, betriebliche Arbeit, Dokumentation, Präsentation – Prüfungsorientierung und drei offizielle Informationsvideos; Portaldarstellungen der älteren Videos können veraltet sein.
- IHK Ulm: Fachinformatiker/-in – zweite überprüfte IHK-Übersicht zur 2020er Prüfungsstruktur.
- Wikipedia: Projektmanagement – ergänzender Überblick, kein Ersatz für Verordnung oder zuständige IHK.
- Wikipedia: Fachinformatiker – Überblick über das Berufsbild; prüfungsrechtliche Einzelheiten aus amtlichen Quellen verifizieren.
Bildnachweise: Alle folgenden Dateinamen wurden auf der jeweiligen Wikimedia-Commons-Dateiseite samt Urheber-/Lizenzinformation geprüft. Medien bleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern; bei Weiterverwendung die verlinkten Bedingungen beachten. Die Abbildungen sind Fachillustrationen, keine amtlichen Musterprüfungen.
| Eingebundenes Medium | Nachprüfbarer Dateinachweis | Urheberangabe laut Dateiseite | Lizenz / Rechteinformation |
|---|---|---|---|
| File:Gantt chart example.png | Commons-Dateiseite | Vheilman | CC BY-SA 3.0 |
| File:Kanban-board.png | Commons-Dateiseite | BradBradleySecond | CC BY-SA 3.0 |
| File:Software Development Life cycle.png | Commons-Dateiseite | Tazlavi | CC BY-SA 4.0 |
| File:NetworkTopologies (de).svg | Commons-Dateiseite | Maksim / Malyszkz / Reise Reise | Gemeinfrei und CC0 laut Commons |
| File:Entity Relationship Diagram Examples.png | Commons-Dateiseite | Chad250 | CC BY-SA 4.0 |
| File:Problem-Solving.svg | Commons-Dateiseite | KEBman | Gemeinfrei laut Commons |
Videonachweise: Die folgenden Videos sind verlinkte beziehungsweise über den YouTube-Player eingebettete originale IHK-Informationsaufzeichnungen. Es erfolgt keine Kopie, Lizenzübertragung oder Behauptung, es handele sich um CC-lizenzierte OER. Quelle, Urheberangabe und zulässige Plattform-Wiedergabe sind separat kenntlich gemacht.
| Video | Quelle | Anbieter / Urheberangabe | Wiedergabe / Rechte |
|---|---|---|---|
| https://www.youtube.com/watch?v=XwvvliKFG3I | IHK-Videoübersicht, Aufzeichnung 1 | IHK Rhein-Neckar | YouTube-Originalplayer, Rechte verbleiben beim Anbieter |
| https://www.youtube.com/watch?v=Kgfiw4hPbDg | IHK-Videoübersicht, Aufzeichnung 2 | IHK Rhein-Neckar | YouTube-Originalplayer, Rechte verbleiben beim Anbieter |
| https://www.youtube.com/watch?v=PH0F1iw4dyU | IHK-Videoübersicht, Aufzeichnung 3 | IHK Rhein-Neckar | YouTube-Originalplayer, Rechte verbleiben beim Anbieter |
Freie Enzyklopädie als Ergänzung: Der deutschsprachige Wikipedia-Artikel zu Projektmanagement wurde vor Auswahl des Links geprüft. Er vermittelt allgemeine Methoden und keine individuellen IHK-Prüfungsvorschriften.
Verknüpfte Lernbereiche
Die Verbindung von Fachwissen, Dokumentation, Wirtschaftlichkeit und verantwortlicher IT-Praxis ist das zentrale Lernziel. Das Berufsportal Fachinformatiker sowie der nachweislich erreichbare Informatik- und Medienbildungs-Glossar dienen als Einstiege. Weitere prüfungsnahe Lernpfade, soweit die jeweiligen Seiten bereits verfügbar sind, sind Prüfungsplan und Kompetenzdiagnose - Fachinformatiker, Schriftliche Prüfungsaufgaben und Lösungsstrategien - Fachinformatiker, Dokumentation und berufliches Fachgespräch - Fachinformatiker und Wirtschafts- und Sozialkunde im Prüfungsfall - Fachinformatiker. Ob ein weiterführender interner Link veröffentlicht ist, ist unabhängig vom hier gelehrten Fachinhalt zu prüfen.
aiMOOC Projekte
Schulfach+


aiMOOCs


aiMOOC Projekte


MOOCwiki · Deutsch
Nach dem Lernen ist vor dem Lernen
Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.
Zur MOOCwiki-HauptseiteMediathek
Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...
Keine passenden Inhalte gefunden. Bitte ändere Suche oder Filter.
NEWSLernweltNOAH fragenInhalt melden · Hinweise zu Fehlern, Quellen, Medienrechten oder Dubletten
