Zwischenmolekulare Kräfte - Chemie


Zwischenmolekulare Kräfte - Chemie
Zwischenmolekulare Kräfte - Chemie
Einleitung
Warum siedet Wasser erst bei einer vergleichsweise hohen Temperatur? Warum bilden sich Wassertropfen? Weshalb ist Pentan leichter flüchtig als Wasser, obwohl seine Moleküle größer sind? Die Antworten liegen in den zwischenmolekularen Kräften.
Zwischenmolekulare Kräfte wirken zwischen benachbarten Molekülen. Sie sind von den chemischen Bindungen innerhalb eines Moleküls zu unterscheiden. Beim Verdampfen von Wasser werden beispielsweise vor allem die Anziehungen zwischen den Wassermolekülen überwunden. Die O–H-Bindungen innerhalb der einzelnen Wassermoleküle bleiben dabei erhalten.

In diesem aiMOOC lernst Du die wichtigsten Arten zwischenmolekularer Kräfte kennen:
- London-Kräfte beziehungsweise Van-der-Waals-Kräfte im engeren schulischen Sinn
- Dipol-Dipol-Kräfte
- Wasserstoffbrücken
- als Erweiterung: Ion-Dipol-Wechselwirkungen
Du untersuchst außerdem, wie diese Kräfte Siedepunkt, Schmelzpunkt, Viskosität, Löslichkeit und Oberflächenspannung beeinflussen.
Lernziele
Nach der Bearbeitung kannst Du:
- zwischen Bindungen innerhalb eines Moleküls und Kräften zwischen Molekülen unterscheiden
- unpolare Moleküle, permanente Dipole und Moleküle mit möglichen Wasserstoffbrücken erkennen
- London-Kräfte, Dipol-Dipol-Kräfte und Wasserstoffbrücken erklären
- Stoffeigenschaften mithilfe der Molekülstruktur begründen
- Siede- und Schmelztemperaturen vergleichend abschätzen
- einfache Versuche zu Oberflächenspannung und Löslichkeit auswerten
Bindungen im Molekül und Kräfte zwischen Molekülen
Eine Atombindung hält Atome innerhalb eines Moleküls zusammen. Zwischenmolekulare Kräfte wirken dagegen zwischen bereits gebildeten Teilchen.
| Betrachtung | Beispiel | Wirkung |
|---|---|---|
| innerhalb eines Moleküls | O–H-Bindung im Wassermolekül | hält Sauerstoff und Wasserstoff zusammen |
| zwischen Molekülen | Anziehung zwischen zwei Wassermolekülen | beeinflusst Siedepunkt, Oberflächenspannung und Viskosität |
Merksatz: Beim Schmelzen oder Verdampfen molekularer Stoffe werden normalerweise keine Atombindungen in den Molekülen gespalten. Es werden vor allem zwischenmolekulare Anziehungen gelockert oder überwunden.
Polarität als Voraussetzung
Polare Atombindung
Zwei Atome ziehen gemeinsame Bindungselektronen unterschiedlich stark an. Diese Fähigkeit wird durch die Elektronegativität beschrieben. Die Differenz kann mit
angegeben werden. Bei einer polaren Bindung entstehen Partialladungen:
- Das elektronegativere Atom trägt eine negative Partialladung .
- Das weniger elektronegative Atom trägt eine positive Partialladung .
Partialladungen sind kleiner als vollständige Ionenladungen.
Wann ist ein Molekül ein Dipol?
Ein Molekül ist ein permanenter Dipol, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind:
- Im Molekül gibt es polare Bindungen.
- Die räumliche Anordnung sorgt dafür, dass sich die Bindungsdipole nicht gegenseitig aufheben.
Wasser ist gewinkelt aufgebaut. Deshalb fallen positiver und negativer Ladungsschwerpunkt nicht zusammen. Kohlenstoffdioxid besitzt zwar polare C=O-Bindungen, ist aber linear und symmetrisch. Die beiden Bindungsdipole heben sich auf.

London-Kräfte
Entstehung temporärer Dipole
Elektronen bewegen sich ständig. Dadurch kann die Elektronenverteilung eines Atoms oder Moleküls für einen sehr kurzen Moment unsymmetrisch sein. Es entsteht ein temporärer Dipol. Dieser kann im Nachbarteilchen eine Ladungsverschiebung hervorrufen. Das Nachbarteilchen wird zu einem induzierten Dipol.
Zwischen den entgegengesetzten Partialladungen entsteht eine schwache Anziehung. Diese Wechselwirkung heißt London-Kraft oder Londonsche Dispersionskraft.

Wichtig: London-Kräfte wirken zwischen allen Atomen und Molekülen. Bei unpolaren Stoffen sind sie häufig die einzigen anziehenden zwischenmolekularen Kräfte.
In vielen Schulbüchern wird der Ausdruck Van-der-Waals-Kräfte für London-Kräfte verwendet. In der Fachwissenschaft kann der Begriff weiter gefasst sein und mehrere schwache Wechselwirkungen einschließen.
Stärke der London-Kräfte
London-Kräfte werden im Allgemeinen stärker, wenn:
- die Elektronenhülle leichter verformbar ist
- ein Teilchen mehr Elektronen besitzt
- die Berührungsfläche zwischen länglichen Molekülen groß ist
Diese Verformbarkeit der Elektronenhülle heißt Polarisierbarkeit.

Bei unverzweigten Alkanen steigt die Siedetemperatur meistens mit wachsender Kettenlänge. Größere Moleküle besitzen mehr Elektronen und sind stärker polarisierbar.
Auch die Molekülform ist wichtig. Zwei langgestreckte Moleküle können eine größere Kontaktfläche bilden als zwei kompakte, stark verzweigte Moleküle.

Dipol-Dipol-Kräfte
Dipol-Dipol-Kräfte wirken zwischen Molekülen mit einem permanenten Dipolmoment. Die positiv polarisierte Seite eines Moleküls zieht die negativ polarisierte Seite eines benachbarten Moleküls an.

Beispiele für polare Moleküle sind Chlorwasserstoff, Schwefeldioxid und Propanon. Ob ein Molekül ein Dipol ist, hängt nicht allein von polaren Bindungen ab. Auch die räumliche Struktur muss berücksichtigt werden.
Bei vergleichbaren Molekülen führen Dipol-Dipol-Kräfte häufig zu höheren Siedetemperaturen als bei ähnlich großen unpolaren Molekülen. Eine starre Rangfolge gilt jedoch nicht für jeden Stoffvergleich, da Größe, Form und Polarisierbarkeit ebenfalls eine Rolle spielen.
Wasserstoffbrücken
Voraussetzungen
Eine Wasserstoffbrücke kann im schulischen Modell entstehen, wenn:
- ein Wasserstoffatom direkt an ein stark elektronegatives Atom gebunden ist, meist an Stickstoff, Sauerstoff oder Fluor
- ein benachbartes Teilchen ein geeignetes freies Elektronenpaar an Stickstoff, Sauerstoff oder Fluor besitzt
Das positiv polarisierte Wasserstoffatom wirkt als Donatorstelle. Das freie Elektronenpaar des Nachbarteilchens wirkt als Akzeptorstelle. Die Wasserstoffbrücke wird häufig durch eine gepunktete oder gestrichelte Linie dargestellt.

Bei Wasser befindet sich die Wasserstoffbrücke zwischen einem -Wasserstoffatom des einen Moleküls und einem -Sauerstoffatom des anderen Moleküls.

Auswirkungen bei Wasser und anderen Stoffen
Wasserstoffbrücken sind bei vergleichbaren kleinen Molekülen meist stärker als gewöhnliche Dipol-Dipol-Wechselwirkungen. Sie erklären viele besondere Eigenschaften:
- Wasser besitzt eine für seine Molekülgröße hohe Siedetemperatur.
- Wasser zeigt eine ausgeprägte Oberflächenspannung.
- Alkohole mit kurzen Kohlenstoffketten sind gut in Wasser löslich.
- In Proteinen und der DNA tragen Wasserstoffbrücken zur räumlichen Struktur bei.
Die Darstellung der Siedetemperaturen verwandter Wasserstoffverbindungen zeigt, dass Wasser, Fluorwasserstoff und Ammoniak von einfachen Größentrends abweichen können. Ursache sind besonders wirksame Wasserstoffbrücken.

Ion-Dipol-Wechselwirkungen
Ion-Dipol-Wechselwirkungen treten zwischen einem Ion und einem polaren Molekül auf. Beim Lösen von Kochsalz in Wasser richten sich Wassermoleküle an den Ionen aus:
- Die Sauerstoffseite der Wassermoleküle zeigt zu positiv geladenen Natriumionen.
- Die Wasserstoffseiten zeigen zu negativ geladenen Chloridionen.
Es entstehen Hydrathüllen. Diese Wechselwirkungen helfen dabei, Ionen aus dem Ionengitter zu lösen und in der Lösung zu stabilisieren.
Erweiterung: Ion-Dipol-Wechselwirkungen werden nicht immer zu den klassischen zwischenmolekularen Kräften zwischen neutralen Molekülen gezählt. Für das Verständnis von Salzlösungen sind sie dennoch sehr wichtig.
Vergleich der Kräfte
| Wechselwirkung | Voraussetzung | Typisches Beispiel | Schulische Einordnung |
|---|---|---|---|
| London-Kraft | temporäre und induzierte Dipole | Methan, Edelgase, Alkane | wirkt bei allen Teilchen |
| Dipol-Dipol-Kraft | permanente Dipole | Chlorwasserstoff, Propanon | zusätzlich zu London-Kräften |
| Wasserstoffbrücke | H an N, O oder F und freies Elektronenpaar | Wasser, Ammoniak, Ethanol | besonders starke gerichtete Wechselwirkung |
| Ion-Dipol-Wechselwirkung | Ion und permanenter Dipol | hydratisierte Natrium- und Chloridionen | wichtig bei Salzlösungen |
Achtung: Die Gesamtwirkung hängt nicht nur von der Art der Kraft ab. Auch Anzahl der Kontaktstellen, Molekülgröße, Form, Abstand und Temperatur sind entscheidend.
Zusammenhang mit Stoffeigenschaften
Siede- und Schmelztemperatur
Beim Sieden verlassen Teilchen die Flüssigkeit und gehen in die Gasphase über. Je stärker die Anziehung zwischen den Teilchen ist, desto mehr Energie wird dafür benötigt. Deshalb besitzen Stoffe mit stärkeren zwischenmolekularen Kräften häufig höhere Siedetemperaturen.
Der Schmelzpunkt hängt zusätzlich stark davon ab, wie gut sich Moleküle in einem Kristall anordnen können. Symmetrie und Packung können deshalb einen Stoffvergleich beeinflussen.
Viskosität
Die Viskosität beschreibt den Widerstand einer Flüssigkeit gegen das Fließen. Starke und zahlreiche Wechselwirkungen können das Vorbeigleiten der Moleküle erschweren. Glycerin ist deshalb deutlich zähflüssiger als viele kleine unpolare Flüssigkeiten.
Oberflächenspannung und Kohäsion
Moleküle im Inneren einer Flüssigkeit werden aus allen Richtungen angezogen. Moleküle an der Oberfläche besitzen weniger Nachbarn. Daraus entsteht eine resultierende Kraft nach innen. Die Flüssigkeit versucht, ihre Oberfläche zu verkleinern.

Diese Kohäsion trägt zur Oberflächenspannung bei. Deshalb können sich annähernd kugelförmige Tropfen bilden.


Löslichkeit
Als erste Orientierung gilt: Ähnliches löst sich in Ähnlichem.
- Polare Stoffe lösen sich häufig gut in polaren Lösungsmitteln.
- Unpolare Stoffe lösen sich häufig gut in unpolaren Lösungsmitteln.
- Wasserstoffbrücken können die Wasserlöslichkeit erhöhen.
- Sehr große unpolare Molekülteile können die Wasserlöslichkeit trotz einer polaren Gruppe verringern.
Ethanol besitzt eine polare Hydroxygruppe und einen kleinen unpolaren Alkylrest. Deshalb ist Ethanol mit Wasser mischbar. Bei längerkettigen Alkoholen wird der unpolare Molekülteil wichtiger und die Wasserlöslichkeit nimmt ab.
Vorgehensweise zur Stoffanalyse
Um die wichtigsten Wechselwirkungen eines Molekülstoffs zu bestimmen, kannst Du so vorgehen:
- Zeichne die Lewis-Formel oder ein geeignetes Molekülmodell.
- Markiere polare Bindungen.
- Prüfe die Molekülgeometrie und entscheide, ob ein permanenter Dipol vorliegt.
- Suche nach H–N-, H–O- oder H–F-Gruppen und freien Elektronenpaaren.
- Berücksichtige immer London-Kräfte.
- Vergleiche anschließend Molekülgröße, Oberfläche und mögliche Anzahl der Wechselwirkungen.
Beispielvergleich: Methan, Chlorwasserstoff und Wasser
| Stoff | Polarität | Wichtigste zusätzliche Wechselwirkung | Erwartung |
|---|---|---|---|
| Methan | unpolar | nur London-Kräfte | sehr niedrige Siedetemperatur |
| Chlorwasserstoff | polar | Dipol-Dipol-Kräfte | höhere Siedetemperatur als bei ähnlich kleinen unpolaren Teilchen |
| Wasser | polar | Wasserstoffbrücken | ungewöhnlich hohe Siedetemperatur für ein so kleines Molekül |
Einfache Experimente
Büroklammer auf Wasser
Lege eine trockene Büroklammer vorsichtig mit einer Gabel auf eine ruhige Wasseroberfläche. Gelingt der Versuch, wird die Büroklammer durch die Oberflächenspannung getragen. Ein Tropfen Spülmittel schwächt die Oberflächenspannung, weil Tensidmoleküle die Wechselwirkungen an der Grenzfläche verändern.
Sicherheit: Verwende saubere Geräte und trinke die Versuchsflüssigkeit nicht.
Wassertropfen auf einer Münze
Gib mit einer Pipette einzelne Wassertropfen auf eine Münze und zähle sie. Wiederhole den Versuch mit Wasser, dem etwas Spülmittel zugesetzt wurde. Vergleiche die Tropfenzahl und die Form des Wasserbergs.
Mischbarkeit untersuchen
Prüfe in kleinen Reagenzgläsern die Mischbarkeit von Wasser mit Speiseöl und Ethanol. Beschreibe die Beobachtungen mithilfe polarer und unpolarer Molekülbereiche.
Typische Fehlvorstellungen
- „Unpolare Moleküle besitzen keine Anziehung.“ Falsch: Zwischen allen Teilchen wirken London-Kräfte.
- „Jedes Molekül mit polaren Bindungen ist ein Dipol.“ Falsch: Symmetrisch angeordnete Bindungsdipole können sich aufheben.
- „Beim Sieden werden die Moleküle zerlegt.“ Falsch: Beim normalen Sieden werden vor allem zwischenmolekulare Kräfte überwunden.
- „Wasserstoffbrücken sind kovalente O–H-Bindungen.“ Falsch: Die O–H-Bindung liegt im Molekül, die Wasserstoffbrücke meist zwischen Molekülen.
- „Die stärkste benannte Kraft bestimmt allein den Siedepunkt.“ Falsch: Auch Teilchengröße, Form, Anzahl der Wechselwirkungen und Kristallstruktur sind wichtig.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wo wirken zwischenmolekulare Kräfte? (Zwischen benachbarten Teilchen) (!Nur innerhalb eines Atomkerns) (!Nur zwischen Protonen eines Atoms) (!Ausschließlich innerhalb kovalenter Bindungen)
Welche Kraft wirkt grundsätzlich zwischen allen Atomen und Molekülen? (London-Kraft) (!Nur Wasserstoffbrücke) (!Nur Ion-Dipol-Kraft) (!Nur Dipol-Dipol-Kraft)
Wie entsteht im Schulmodell ein temporärer Dipol? (Durch eine kurzzeitig unsymmetrische Elektronenverteilung) (!Durch die Abgabe aller Elektronen) (!Durch die Spaltung des Atomkerns) (!Durch eine dauerhafte Ionenbindung)
Welche Eigenschaft muss ein Molekül für Dipol-Dipol-Kräfte besitzen? (Ein permanentes Dipolmoment) (!Eine vollständig symmetrische Ladungsverteilung) (!Ausschließlich unpolare Bindungen) (!Eine Metallbindung)
Warum ist Wasser ein Dipolmolekül? (Es besitzt polare Bindungen und eine gewinkelte Struktur) (!Es besitzt keine Elektronen) (!Es ist linear und vollständig symmetrisch) (!Es besteht aus Ionen)
Welche Gruppe ermöglicht typischerweise Wasserstoffbrücken zwischen Alkoholmolekülen? (Die Hydroxygruppe) (!Eine reine Kohlenstoffkette) (!Eine Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindung) (!Ein Edelgasatom)
Was geschieht beim normalen Sieden einer molekularen Flüssigkeit hauptsächlich? (Zwischenmolekulare Anziehungen werden überwunden) (!Alle Atomkerne zerfallen) (!Sämtliche kovalenten Bindungen werden gespalten) (!Die Moleküle werden zu Metallen)
Warum nehmen London-Kräfte bei vielen homologen Reihen mit der Molekülgröße zu? (Die Polarisierbarkeit der Elektronenhülle nimmt zu) (!Die Zahl der Elektronen wird immer null) (!Die Moleküle verlieren ihre gesamte Masse) (!Die Temperatur wird automatisch kleiner)
Welche Wechselwirkung stabilisiert Ionen in einer wässrigen Lösung? (Ion-Dipol-Wechselwirkung) (!Metallbindung) (!Kernkraft) (!Elektronenpaarbindung zwischen allen Wassermolekülen)
Welche Aussage zur Löslichkeit ist als erste Orientierung geeignet? (Ähnliches löst sich häufig in Ähnlichem) (!Jeder Stoff löst sich gleich gut in Wasser) (!Nur unpolare Stoffe sind löslich) (!Die Molekülstruktur hat keinen Einfluss)
Memory
| London-Kraft | temporärer und induzierter Dipol |
| Dipol-Dipol-Kraft | Anziehung permanenter Dipole |
| Wasserstoffbrücke | H-Atom an N O oder F |
| Polarisierbarkeit | Verformbarkeit der Elektronenhülle |
| Kohäsion | Zusammenhalt gleichartiger Teilchen |
| Ion-Dipol-Kraft | Wechselwirkung von Ion und polarem Molekül |
| Oberflächenspannung | Verkleinerung der Flüssigkeitsoberfläche |
| Viskosität | Widerstand gegen das Fließen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Beschreibung |
|---|---|
| London-Kraft | wirkt auch zwischen unpolaren Molekülen |
| Dipol-Dipol-Kraft | benötigt permanente Moleküldipole |
| Wasserstoffbrücke | entsteht häufig bei H an Stickstoff Sauerstoff oder Fluor |
| Ion-Dipol-Kraft | stabilisiert gelöste Ionen in Wasser |
| Kohäsion | beschreibt die Anziehung innerhalb eines Stoffes |
| Polarisierbarkeit | nimmt bei großen Elektronenhüllen häufig zu |
Kreuzworträtsel
| Dipol | Wie heißt ein Molekül mit getrennten Ladungsschwerpunkten? |
| Londonkraft | Welche Wechselwirkung entsteht durch temporäre und induzierte Dipole? |
| Kohäsion | Wie heißt der Zusammenhalt gleichartiger Teilchen? |
| Wasserstoffbrücke | Welche Wechselwirkung ist zwischen Wassermolekülen besonders wichtig? |
| Polarisierbarkeit | Wie heißt die Verformbarkeit einer Elektronenhülle? |
| Siedepunkt | Welche Stoffeigenschaft steigt häufig bei stärkeren Teilchenanziehungen? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Begriffsnetz: Erstelle ein Begriffsnetz mit den Wörtern Molekül, Dipol, London-Kraft, Wasserstoffbrücke und Siedepunkt.
- Molekülmodell: Baue Modelle von Wasser, Kohlenstoffdioxid und Methan und markiere mögliche Ladungsschwerpunkte.
- Alltagsbeobachtung: Fotografiere drei Beispiele für Tropfenbildung oder Oberflächenspannung und beschreibe sie chemisch.
- Erklärkarte: Gestalte eine Lernkarte, die Bindungen im Molekül und Kräfte zwischen Molekülen gegenüberstellt.
Standard
- Versuchsprotokoll: Untersuche, wie viele Wassertropfen auf eine Münze passen, und vergleiche reines Wasser mit Spülmittellösung.
- Stoffvergleich: Ordne Methan, Chlorwasserstoff und Wasser nach erwarteter Siedetemperatur und begründe Deine Reihenfolge.
- Löslichkeitsversuch: Vergleiche die Mischbarkeit von Wasser mit Öl und Ethanol und deute die Ergebnisse auf Teilchenebene.
- Erklärvideo: Produziere ein zweiminütiges Video zur Entstehung eines temporären und eines induzierten Dipols.
Schwer
- Molekülstruktur: Vergleiche die Siedetemperaturen von Strukturisomeren eines Alkans und erkläre den Einfluss der Moleküloberfläche.
- Datenanalyse: Recherchiere Siedetemperaturen einer homologen Reihe und stelle den Zusammenhang mit Molekülgröße und Polarisierbarkeit grafisch dar.
- Modellkritik: Prüfe die Aussage Wasserstoffbrücken seien immer stärker als London-Kräfte und formuliere eine differenzierte Antwort.
- Forschungsprojekt: Entwickle eine Untersuchung zur Viskosität verschiedener Flüssigkeiten und diskutiere mehrere Einflussgrößen.


Lernkontrolle
- Struktur-Eigenschafts-Beziehung: Erkläre, warum Wasser eine deutlich höhere Siedetemperatur als Methan besitzt, obwohl beide kleine Moleküle sind.
- Transfer auf Isomere: Zwei Alkane besitzen dieselbe Summenformel, aber unterschiedliche Verzweigung. Leite eine begründete Vermutung über ihre Siedetemperaturen ab.
- Fehleranalyse: Bewerte die Aussage Kohlenstoffdioxid müsse wegen seiner polaren C=O-Bindungen ein Dipol sein.
- Versuchsauswertung: Nach Zugabe von Spülmittel sinkt die Zahl der Tropfen, die auf eine Münze passen. Erkläre die Beobachtung auf Teilchenebene.
- Löslichkeitsprognose: Vergleiche die erwartete Wasserlöslichkeit von Methanol, Pentanol und Hexan anhand ihrer Molekülbereiche.
- Mehrfaktorenvergleich: Begründe, weshalb eine einfache Rangfolge der Kraftarten nicht für jeden Siedepunktvergleich ausreicht.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:
- intramolekulare Bindungen und intermolekulare Kräfte sicher unterscheidest
- die Polarität eines Moleküls aus Bindungspolarität und Molekülgeometrie ableitest
- London-Kräfte, Dipol-Dipol-Kräfte und Wasserstoffbrücken im Teilchenmodell erklärst
- bei jedem Molekül London-Kräfte berücksichtigst
- Stoffeigenschaften mit Molekülgröße, Form und Wechselwirkungen verknüpfst
- Beobachtungen aus Experimenten fachsprachlich deutest
- begründete Prognosen formulierst und Grenzen einfacher Modelle nennst
OERs zum Thema
- Wikimedia Commons: Intermolecular forces
- Wikipedia: London-Kraft
- Wikipedia: Dipol-Dipol-Kräfte
- Wikipedia: Wasserstoffbrückenbindung
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