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Widerstand Hilfe und Verweigerung unterscheiden - Geschichte Klasse 9 bis 10

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Widerstand Hilfe und Verweigerung unterscheiden - Geschichte Klasse 9 bis 10

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Widerstand Hilfe und Verweigerung unterscheiden - Geschichte Klasse 9 bis 10


Einleitung

Nicht alle Menschen unterstützten die nationalsozialistische Diktatur. Manche waren unzufrieden. Andere verweigerten bestimmte Vorgaben, halfen Verfolgten oder kämpften bewusst gegen die Herrschaft der Nationalsozialisten.

Aber: Nicht jede Unzufriedenheit war Widerstand. Und nicht jede Hilfe hatte ausdrücklich das Ziel, die ganze Diktatur zu beseitigen.

In diesem aiMOOC lernst Du, konkrete Handlungen, Motive und Risiken zu vergleichen. Du arbeitest mit historischen Quellen, heutigen Erinnerungsbildern und Erklärvideos.

Lernziel: Du kannst begründet unterscheiden, was Menschen taten, warum sie handelten und welche Gefahren sie eingingen.

Zeitraum: Nationalsozialismus in Deutschland, 1933–1945.


Dein Lernweg

  1. Entdecken: Sieh Dir ein historisches Foto an.
  2. Verstehen: Lerne fünf wichtige Begriffe kennen.
  3. Untersuchen: Vergleiche historische Fälle mit Quellen.
  4. Anwenden: Löse Aufgaben und begründe Deine Einordnung.
  5. Überprüfen: Verbessere Dein Urteil anhand von Rückmeldungen.


Vier Lernniveaus – ein gemeinsames Thema

Niveau Dein Zugang
Fö Kurze Sätze in einfacher Sprache, Bildhilfen, kleine Schritte und direkte Kontrollfragen.
G Klare Begriffe, angeleitete Beispiele und Belege aus einer Quelle.
M Mehrere Handlungen, Motive und Risiken vergleichen und Zusammenhänge erklären.
E Quellen selbstständig prüfen, unterschiedliche Deutungen untersuchen und ein begründetes Urteil entwickeln.

Für alle: Du arbeitest mit denselben historischen Fällen. Die Hilfen und die Tiefe Deiner Begründung unterscheiden sich.


Historischer Einstieg


Jugendliche im Nationalsozialismus

Historische Schwarzweißfotografie von Jugendlichen in einem Zeltlager der Hitlerjugend im Jahr 1933

Bildquelle A – Originalquelle: Hitlerjugend im Zeltlager, 1933. Fotograf unbekannt. Bundesarchiv, Bild 133-043. Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 DE.

Bildhilfe: Du siehst Jugendliche bei einer organisierten Freizeitaktivität. Das Foto zeigt nicht, was alle Jugendlichen dachten oder fühlten.

Beobachte: Welche Merkmale der Gemeinschaft erkennst Du?

Deute: Warum war die Organisation von Jugendlichen für die NS-Diktatur wichtig?

Urteile: Kann ein solches Foto beweisen, dass alle Jugendlichen freiwillig und überzeugt mitmachten?

Quellenhinweis: Archivfotos können eine bestimmte Perspektive zeigen. Auch ältere Bildbeschriftungen können einseitig sein. Frage deshalb immer nach Herkunft, Entstehungszeit und Bildausschnitt.


Fünf wichtige Begriffe

Begriff Einfach erklärt Beispiel
Unzufriedenheit Jemand ist mit etwas nicht einverstanden. Eine Person ärgert sich über eine Entscheidung.
Verweigerung Jemand macht bei einer erwarteten Handlung bewusst nicht mit. Eine Person vermeidet den vorgeschriebenen Gruß.
Hilfe Jemand unterstützt einen anderen Menschen konkret. Eine Person organisiert ein Versteck für Verfolgte.
Protest Menschen zeigen offen ihre Ablehnung einer Handlung oder Entscheidung. Angehörige fordern öffentlich eine Freilassung.
Widerstand Menschen handeln bewusst gegen die NS-Herrschaft, ihre Ziele oder ihre Verbrechen. Eine Gruppe verbreitet Flugblätter gegen die Diktatur.

Wichtig: Diese Begriffe schließen sich nicht immer aus. Wer Verfolgte rettet, kann damit zugleich Widerstand gegen die nationalsozialistische Verfolgungspolitik leisten.

Fachwörter: Gestapo bedeutet Geheime Staatspolizei, ein wichtiges Verfolgungsorgan der NS-Diktatur. Deportation bedeutet hier die gewaltsame Verschleppung von Menschen. Historische Quelle ist ein überliefertes Zeugnis aus der untersuchten Zeit.


Prüfmodell: Wie ordnest Du eine Handlung ein?

Beantworte vier Fragen:

  1. Handlung: Was tat die Person nachweislich?
  2. Motiv: Was wollte sie erreichen? Woher wissen wir das?
  3. Risiko: Welche Folgen musste sie befürchten?
  4. Zielrichtung: Richtete sich die Handlung gegen eine einzelne Vorgabe, die Verfolgung von Menschen oder die gesamte NS-Herrschaft?

Merksatz: Eine Einordnung braucht Belege. Das Risiko allein macht eine Handlung noch nicht zu Widerstand.

Kennzeichnung: Dieses Prüfraster ist ein heutiges Lernmodell, keine historische Originalquelle.


Konkrete Fälle aus der Geschichte


Fall 1: Die Weiße Rose – politischer Widerstand

Die Weiße Rose war eine Widerstandsgruppe um Studierende wie Hans Scholl, Sophie Scholl und Alexander Schmorell. Die Gruppe verteilte 1942 und 1943 Flugblätter gegen die NS-Diktatur und den Krieg.

Digitalisierte erste Seite des fünften Flugblatts der Weißen Rose vom Januar 1943 mit dicht gedrucktem Text

Bildquelle B – Originalquelle als Digitalisat: Fünftes Flugblatt, Januar 1943. Urheber: Mitglieder der Weißen Rose. Digitalisierte Vorlage über Der Spiegel und Gedenkstätte Deutscher Widerstand; Commons-Datei. Nach Commons-Angabe gemeinfreier historischer Text nach deutschem Urheberrecht; mögliche abweichende Schutzfristen in anderen Ländern beachten.

Digitalisierte Seite des sechsten Flugblatts der Weißen Rose vom Februar 1943, gerichtet an Studierende

Bildquelle C – Originalquelle als Digitalisat: Sechstes Flugblatt, Februar 1943. Verfasser: überwiegend Kurt Huber, unter Mitwirkung von Hans Scholl. Digitalisierte Vorlage über Der Spiegel und Gedenkstätte Deutscher Widerstand; Commons-Datei. Historischer Text nach Commons-Angabe in Deutschland gemeinfrei.

Originaltext: Sechstes Flugblatt bei der Weiße Rose Stiftung.

Ein kurzer Auszug lautet: „Es geht uns um die wahre Wissenschaft und echte Geistesfreiheit!“

Beobachte: An wen richten sich die beiden Flugblätter? Vergleiche ihre Überschriften.

Deute: Warum verbreitete die Gruppe politische Texte heimlich?

Urteile: Weshalb war dies mehr als bloße Unzufriedenheit?

Textalternative: Das fünfte Flugblatt richtet sich an die deutsche Bevölkerung und fordert Widerstand. Das sechste richtet sich besonders an Studierende und fordert persönliche und geistige Freiheit.

Am 18. Februar 1943 wurden Hans und Sophie Scholl an der Münchner Universität festgenommen. Am 22. Februar wurden beide und Christoph Probst von der NS-Justiz zum Tode verurteilt und noch am selben Tag hingerichtet.

Heutiges Denkmal für die Geschwister Scholl und Christoph Probst vor der Universität München

Bildquelle D – heutiges Erinnerungsbild: Mahnmal in München. Foto: Amrei-Marie, 2016. Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Denkauftrag: Worin unterscheidet sich das heutige Denkmal von einem Flugblatt aus dem Jahr 1943 als historische Quelle?

Video – moderne Geschichtsdarstellung: MrWissen2go Geschichte / Terra X, „Sophie Scholl & die Weiße Rose: die 5 letzten Tage“, 2021. Sieh Dir beispielsweise den Abschnitt 01:43 bis 04:09 an.

Beobachtungsauftrag: Welche Handlung führte zur Festnahme? Nenne einen Beleg aus dem Video.

Textalternative: Die Geschwister Scholl verteilten Flugblätter in der Universität München. Sie wurden entdeckt, an die Gestapo übergeben und wenige Tage später hingerichtet. Das Video erklärt die Ereignisse nachträglich und ist selbst keine Quelle aus dem Jahr 1943.


Fall 2: Edelweißpiraten – Verweigerung und unterschiedliche Formen des Widerstands

Einige Jugendgruppen wollten sich nicht der Hitlerjugend unterordnen. Dazu gehörten Gruppen der Edelweißpiraten.

Viele Jugendliche trafen sich unabhängig, wanderten oder sangen eigene Lieder. Manche leisteten darüber hinaus konkrete Hilfe oder beteiligten sich an Aktionen gegen das Regime.

Achtung: Nicht alle Edelweißpiraten handelten gleich. Freizeitverhalten und gezielter politischer Widerstand müssen unterschieden werden.

Heutiges Wandgemälde unter einem Bahnbogen in Köln zur Erinnerung an die Ehrenfelder Gruppe

Bildquelle E – moderne Darstellung: Wandgemälde zur Ehrenfelder Gruppe in Köln. Foto: Raimond Spekking, 2015. Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Das Wandbild ist keine zeitgenössische Fotografie der Gruppe.

Beobachte: Welche Personen, Gegenstände und Zeichen erkennst Du?

Deute: Wie erinnert das Wandbild an unangepasste Jugendliche?

Urteile: Warum darf man von diesem Kunstwerk nicht direkt auf jede tatsächliche Handlung der Gruppe schließen?

Video – moderne Darstellung: MrWissen2go Geschichte / Terra X, „Jugend im Nationalsozialismus“, 2018.

Videoauftrag: Suche im Video je ein Beispiel für staatliche Kontrolle und für jugendliche Verweigerung. Schau bei Bedarf in kurzen Abschnitten.

Textalternative: Die NS-Führung wollte Jugendliche durch HJ und BDM beeinflussen. Einige Jugendliche suchten eigene Freiräume. Andere bekämpften das Regime aktiv. Diese Handlungen waren nicht gleich.

Quelle zur Vertiefung: Bundeszentrale für politische Bildung: Jugend- und Studentenopposition.


Fall 3: Otto Weidt – Hilfe für Verfolgte

Otto Weidt beschäftigte in seiner Berliner Blindenwerkstatt zahlreiche jüdische Menschen mit Behinderungen. Er versuchte, sie vor Deportationen zu schützen, und organisierte unter anderem Verstecke.

Weidt war ein Gegner des Nationalsozialismus. Seine Hilfe widersetzte sich konkret der Verfolgungspolitik.

Fotografie eines ausgestellten Arbeitsplatzes im heutigen Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt in Berlin

Bildquelle F – heutige Museumsansicht: Arbeitsplatz in der Ausstellung des Museums Blindenwerkstatt Otto Weidt. Foto: Rudolf H. Boettcher, 2025. Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Dies ist keine Fotografie aus den 1940er-Jahren.

Beobachte: Welche Art von Arbeitsraum wird gezeigt?

Deute: Warum konnte ein Arbeitsplatz für Verfolgte Schutz bieten?

Urteile: Weshalb kann Hilfe gegen eine Verfolgungspolitik zugleich Widerstand sein?

Textalternative: In der Werkstatt wurden unter anderem Bürsten hergestellt. Weidt nutzte seine Handlungsmöglichkeiten, um jüdische Beschäftigte zu schützen und Menschen beim Untertauchen zu helfen. Nicht alle Rettungsversuche waren erfolgreich.

Quellen: Gedenkstätte Stille Helden: Otto Weidt und Museum Blindenwerkstatt: Dokumentarfilme.


Fall 4: Rosenstraße – öffentlicher Protest

Im Februar und März 1943 protestierten in Berlin vor allem nichtjüdische Frauen und weitere Angehörige gegen die Inhaftierung jüdischer Familienmitglieder.

Sie forderten deren Freilassung. Die Beteiligten mussten mit staatlicher Repression rechnen.

Steinskulptur Block der Frauen in Berlin zur Erinnerung an den Rosenstraßenprotest von 1943

Bildquelle G – heutiges Denkmal: „Block der Frauen“ von Ingeborg Hunzinger. Foto: Manfred Brückels, 2010. Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.

Beobachte: Welche Wirkung haben die dargestellten Figuren?

Deute: Weshalb steht der Schutz der Angehörigen im Mittelpunkt?

Urteile: Ist der Protest als Widerstand gegen die Verfolgungspolitik zu verstehen? Begründe.

Textalternative: Das Denkmal erinnert an Menschen, die 1943 öffentlich die Freilassung ihrer jüdischen Angehörigen verlangten.

Forschungsfrage: Viele Inhaftierte wurden freigelassen. Umstritten ist, welchen Einfluss der Protest darauf hatte. Nach Forschungen des United States Holocaust Memorial Museum war die Freilassung bestimmter Gruppen bereits vorgesehen. Andere Darstellungen betonen den Einfluss des öffentlichen Drucks.

Quellen zum Vergleichen: bpb: Denkmal Rosenstraße, US Holocaust Memorial Museum und Zeitgenössische Tagebuchaufzeichnungen in GHDI.

E-Auftrag: Eine Tagebuchdarstellung nennt eine deutlich höhere Zahl von Demonstrierenden als die Forschung des USHMM. Warum müssen unterschiedliche Angaben quellenkritisch untersucht werden?


Fall 5: Georg Elser – gezielter Widerstand

Der Schreiner Georg Elser wollte Hitler und die NS-Führung durch ein Attentat stoppen. Am 8. November 1939 explodierte seine Bombe im Münchner Bürgerbräukeller. Hitler hatte den Saal zuvor verlassen. Bei der Explosion starben andere Menschen.

Elser wurde festgenommen und 1945 im Konzentrationslager Dachau ermordet.

Heutiges Georg-Elser-Denkmal in Königsbronn

Bildquelle H – heutiges Erinnerungsbild: Georg-Elser-Denkmal in Königsbronn. Foto: Thilo Parg, 2012. Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.

Beobachte: Wie erinnert das Denkmal an Elser?

Deute: Warum kann Elsers Handlung als gezielter Widerstand bezeichnet werden?

Urteile: Welche ethischen Fragen wirft die Wahl eines gewaltsamen Mittels auf?

Quellen: Gedenkstätte Deutscher Widerstand: Das Attentat vom 8. November 1939.


Vergleich und Orientierung


Handlungen, Motive und Risiken vergleichen

Historischer Fall Handlung Nachweisbares Ziel Risiko
Weiße Rose Flugblätter verbreiten NS-Diktatur bekämpfen, Freiheit fordern Verhaftung und Todesstrafe
Teile der Edelweißpiraten NS-Jugendorganisationen ablehnen; teils weitere Aktionen Eigene Freiräume, teilweise aktive Gegnerschaft Verfolgung, Haft; in einzelnen Fällen Hinrichtung
Otto Weidt Verfolgte beschäftigen, schützen und verstecken Menschen vor NS-Verfolgung retten Entdeckung, Verfolgung und Gefährdung der Helfenden
Rosenstraßenprotest Öffentlich Freilassung fordern Angehörige schützen Polizeiliche Repression
Georg Elser Attentat vorbereiten und ausführen Hitler und die NS-Führung stoppen Festnahme und Todesstrafe

Vergleichsfrage: Welche zwei Fälle haben ähnliche Motive, aber sehr unterschiedliche Mittel?


Zeitleiste: Wichtige Orientierungspunkte

Zeitpunkt Ereignis
1933 Beginn der nationalsozialistischen Diktatur; zunehmende Kontrolle von Jugend und Gesellschaft
November 1939 Attentat Georg Elsers
1942 Erste Flugblätter der Weißen Rose
Februar 1943 Verhaftung und Hinrichtung von Hans und Sophie Scholl sowie Christoph Probst
Februar/März 1943 Protest in der Berliner Rosenstraße
1944 Verfolgung und Ermordung von Angehörigen der Ehrenfelder Gruppe
1945 Ende der NS-Diktatur; Ermordung Georg Elsers kurz vor Kriegsende

Quellenauftrag: Wähle zwei Ereignisse. Suche die Orte und Jahreszahlen in den angegebenen Museums- oder Archivquellen. Warum entstanden Denkmäler oft erst viel später?


Ein gemeinsames Erklärvideo

Video – moderne Darstellung: MrWissen2go Geschichte / Terra X, „Widerstand im Nationalsozialismus“, 2018.

Beobachtungsauftrag: Notiere zwei unterschiedliche Formen von Widerstand aus dem Film. Prüfe die genannten Personen und Ereignisse mit den Quellen dieses Kurses.

Textalternative: Menschen bekämpften die NS-Diktatur mit unterschiedlichen Mitteln: Flugblättern, politischer Organisation, Rettung von Verfolgten und Attentaten. Ihre Motive waren nicht immer gleich. Auch die Angehörigen des militärischen Widerstands vertraten unterschiedliche politische Vorstellungen.

Medienhinweis: Die drei Videos sind moderne Erklärfilme auf YouTube, keine historischen Originalaufnahmen als Ganzes. Sie werden nur eingebettet, nicht als eigene Filme weiterveröffentlicht. Nutze vorhandene Untertitel über die CC-Funktion des Players. Falls keine Untertitel verfügbar sind, helfen die Textalternativen auf dieser Seite.


Beobachtung, Deutung und Urteil

Beobachtung: Du beschreibst nur, was Du tatsächlich siehst oder liest.

Deutung: Du erklärst mit historischen Informationen, was das bedeuten könnte.

Urteil: Du beantwortest eine historische Frage mit nachvollziehbaren Argumenten.

Beispiel am Flugblatt:

  1. Beobachtung: Das Flugblatt fordert politische Freiheit.
  2. Deutung: Die Verfasser lehnten die Herrschaft der NS-Diktatur ab.
  3. Urteil: Die heimliche Verbreitung ist eine belegte Form politischen Widerstands.

Wichtig: Erfinde keine Gedanken, Gefühle oder Aussagen historischer Personen. Unterscheide, was belegt ist, und was Du nur vermutest.


Gestufte Hilfen und Rückmeldung

Fö – Schritt für Schritt: Sieh das Bild an. Benenne eine Handlung. Wähle einen passenden Begriff. Sprich den Satz: „Die Person hat ... getan.“

G – mit Beleg: Ergänze: „Das ist ..., weil in der Quelle ... zu erkennen ist.“

M – im Vergleich: Ergänze: „Beide Fälle ähneln sich in ..., unterscheiden sich aber bei ...“

E – quellenkritisch: Ergänze: „Die Quelle zeigt ..., erlaubt aber keine sichere Aussage über ... Eine andere Quelle ...“

Rückmeldung: Fehlt die konkrete Handlung, beschreibe sie zuerst. Fehlt das Motiv, suche einen Quellenbeleg. Ist Deine Einordnung zu pauschal, unterscheide die einzelnen Beteiligten. Überarbeite danach Deinen Satz und versuche die Aufgabe erneut.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was unterscheidet bloße Unzufriedenheit von einer Widerstandshandlung? (Eine konkrete Handlung gegen die NS-Herrschaft oder ihre Ziele) (!Jeder innere Ärger über eine Entscheidung) (!Jede Teilnahme an einem Treffen) (!Jede private Freude über ein Ereignis)




Welche Handlung ist für die Weiße Rose historisch belegt? (Verbreitung von Flugblättern gegen die NS-Diktatur) (!Organisation staatlicher Jugendzeltlager) (!Leitung der Gestapo) (!Gründung der Bundesrepublik)




Wie unterstützte Otto Weidt Verfolgte? (Er organisierte unter anderem Verstecke) (!Er führte die Deportationen durch) (!Er schrieb die Gesetze der NS-Diktatur) (!Er leitete die Hitlerjugend)




Warum kann Verweigerung nicht immer mit politischem Widerstand gleichgesetzt werden? (Weil Motiv und Zielrichtung unterschiedlich sein können) (!Weil jede Verweigerung ein Attentat ist) (!Weil Verweigerung immer staatlich erwünscht war) (!Weil es im Nationalsozialismus keine Jugendgruppen gab)




Wogegen richtete sich der Rosenstraßenprotest? (Gegen die Inhaftierung jüdischer Angehöriger) (!Gegen die Einrichtung eines Fußballplatzes) (!Gegen die Einführung des Fernsehens) (!Gegen den Bau der Berliner Mauer)




Was ist an der Einordnung der Edelweißpiraten besonders wichtig? (Die verschiedenen Gruppen und Handlungen getrennt zu betrachten) (!Alle Gruppenmitglieder planten dieselbe Tat) (!Alle Jugendlichen gehörten der Gestapo an) (!Alle Gruppen entstanden erst nach Kriegsende)




Welche Quelle entstand während der NS-Zeit? (Ein Flugblatt der Weißen Rose von 1943) (!Ein Denkmalfoto von 2016) (!Ein heutiges Schulbuchkapitel) (!Ein Erklärvideo von 2021)




Was kannst Du aus einem Denkmalfoto allein nicht sicher erkennen? (Die tatsächlichen Gedanken aller damaligen Beteiligten) (!Dass das Denkmal fotografiert wurde) (!Dass ein Erinnerungsort gezeigt wird) (!Dass ein sichtbares Kunstwerk existiert)




Was ist bei der Rosenstraße historisch umstritten? (Wie stark der Protest die Freilassungen beeinflusste) (!Ob es 1943 überhaupt eine NS-Diktatur gab) (!Ob Berlin in Deutschland liegt) (!Ob Menschen Familienangehörige haben)




Was gehört zu einem begründeten historischen Urteil? (Eine klare Aussage mit Quellenbelegen und Beachtung von Unsicherheiten) (!Nur die eigene Vermutung ohne Begründung) (!Eine frei erfundene Aussage einer historischen Person) (!Die Gleichsetzung aller Formen von Unzufriedenheit)




Quiz-Rückmeldung: Prüfe nach Deinem ersten Versuch, bei welchen Fragen Du Handlung, Motiv oder Quellentyp verwechselt hast. Lies den passenden Abschnitt erneut und starte einen zweiten Versuch. Erkläre bei mindestens zwei Antworten zusätzlich Dein Warum.


Memory

Ordne jeweils den Begriff der passenden Erklärung zu.

Unzufriedenheit Inneres Nicht-Einverstanden-Sein
Verweigerung Bewusstes Nichtmitmachen
Hilfe Konkrete Unterstützung Verfolgter
Protest Öffentlich sichtbarer Widerspruch
Widerstand Gezieltes Handeln gegen die Diktatur
Originalquelle Überliefertes Zeugnis der untersuchten Zeit
Denkmal Später geschaffenes Erinnerungszeichen




Hilfe bei Fehlern: Frage Dich bei jedem Paar: Geht es um ein Gefühl, eine Handlung, eine Quelle oder eine Erinnerung? Ordne die falsch gesetzten Paare erneut zu.


Drag and Drop

Die folgenden Handlungen sind erfundene Übungsfälle. Sie dienen nur zum Einordnen der Begriffe und sind keine historischen Quellen.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Einordnung
Nur innerlich ärgern Unzufriedenheit
Erwarteten Gruß vermeiden Verweigerung
Verfolgte verstecken Hilfe
Öffentlich demonstrieren Protest
Regimekritische Flugblätter verbreiten Politischer Widerstand




Denkhilfe: Beginne mit der beobachtbaren Handlung. Denke danach an das mögliche Motiv und das Risiko. Manche Handlungen können auch mehreren Kategorien angehören.


Kreuzworträtsel

Flugblatt Was verbreiteten Mitglieder der Weißen Rose, um ihre Kritik öffentlich zu machen?
Weidt Wie lautet der Nachname des Berliner Helfers aus der Blindenwerkstatt?
Elser Wie lautet der Nachname des Attentäters vom November 1939?
Protest Wie nennt man eine öffentlich erkennbare Form des Widerspruchs?
Quelle Wie heißt ein überliefertes Zeugnis, das Historiker untersuchen?
Verweigerung Wie nennt man das bewusste Nichtmitmachen bei einer erwarteten Handlung?





LearningApps

Über die Suche findest Du weitere Übungen zum Thema. Prüfe bei fremden Lernangeboten die historischen Aussagen und Quellen.


Lückentext

Vervollständige den Text.
Ein bloßes Gefühl des Ärgers wird als

bezeichnet.
Wer bei einer erwarteten Handlung bewusst nicht mitmacht, zeigt eine Form der

.
Menschen konkret vor Verfolgung zu schützen, ist eine Form der

.
Ein öffentlicher Widerspruch gegen eine Maßnahme kann als

bezeichnet werden.
Die Weiße Rose verbreitete politische

.
Der Berliner Fabrikant Otto

unterstützte jüdische Verfolgte.
Im Jahr 1939 verübte Georg

ein Attentat auf Hitler.
In der Berliner

forderten Angehörige die Freilassung inhaftierter Familienmitglieder.
Eine historische

stammt aus der untersuchten Vergangenheit.
Bei einem historischen Urteil musst Du auch vorhandene

beachten.



Rückmeldung: Vergleiche falsch ausgefüllte Begriffe mit der Begriffstabelle. Erkläre sie zunächst in eigenen Worten und fülle die Lücke anschließend erneut aus.


Offene Aufgaben

Alle Aufgaben beziehen sich auf denselben Lernweg. Nutze die gestuften Hilfen für Dein Niveau. Die Aufgaben sind nach zunehmender Schwierigkeit geordnet.


Leicht

  1. Bildbeschreibung: Beschreibe das historische Foto des HJ-Zeltlagers in drei kurzen Sätzen. Fö: Nutze die Satzanfänge „Ich sehe ...“, „Die Jugendlichen ...“ und „Nicht zu erkennen ist ...“.
  2. Begriffskarte: Gestalte fünf kleine Begriffskarten zu Unzufriedenheit, Verweigerung, Hilfe, Protest und Widerstand. Nutze passende Wörter oder Symbole. Keine historischen Bilder selbst erfinden.
  3. Zeitleiste: Ordne Weiße Rose, Georg Elser und Rosenstraßenprotest nach ihren Daten. Verwende die Quellenangaben dieses Kurses.
  4. Sprechaufnahme: Erkläre mit Deinen eigenen Worten, warum Hilfe nicht mit bloßer Unzufriedenheit gleichzusetzen ist. Du kannst die Erklärung sprechen oder schreiben. Eine eigene Aufnahme ist nur Dein persönlicher Lernnachweis und wird hier nicht als historisches Medium veröffentlicht.


Standard

  1. Quellenvergleich: Vergleiche das Flugblatt der Weißen Rose mit dem heutigen Scholl-Denkmal. Welche Quelle berichtet direkt aus der Vergangenheit und welche erinnert später daran?
  2. Personenvergleich: Vergleiche Otto Weidt und Georg Elser nach Handlung, Ziel und Risiko. Nutze zwei überprüfbare Belege.
  3. Interview: Befrage eine Person über die heutige Erinnerung an Widerstand. Trenne im Ergebnis persönliche Meinung, Erinnerungswissen und überprüfbare historische Aussagen.
  4. Erklärplakat: Gestalte ein Plakat mit drei belegten Beispielen aus diesem Kurs. Verwende ausschließlich rechtmäßig nutzbare Commons-Bilder mit Urheber und Lizenz.


Schwer

  1. Historische Kontroverse: Vergleiche zwei Forschungsdarstellungen über den Rosenstraßenprotest. Erkläre, welche Aussagen gesichert und welche umstritten sind.
  2. Quellenkritik: Untersuche einen Auszug aus dem sechsten Flugblatt der Weißen Rose. Bestimme Verfasser, Entstehungszeit, Adressaten, Absicht und Grenzen der Quelle.
  3. Historischer Vergleich: Erörtere an zwei Fällen, warum das persönliche Motiv, die gesellschaftliche Wirkung und das Risiko einer Handlung auseinanderfallen können.
  4. Lernvideo: Entwickle ein kurzes Drehbuch für ein sachliches Erklärvideo über Verweigerung und Widerstand. Verwende für historische Bildsequenzen nur nachweislich auf Wikimedia Commons vorhandene Medien und nenne ihre Lizenzen. Erfundene Dialoge sind nicht als Originalaussagen zulässig.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Bearbeite mindestens fünf der folgenden Transferaufgaben. Begründe Deine Antworten mit historischen Beispielen und Quellen.

  1. Begriffe unterscheiden: Eine Person kritisiert heimlich das Regime. Eine andere versteckt einen verfolgten Menschen. Erkläre, weshalb die Fälle unterschiedlich einzuordnen sind und welche Informationen noch fehlen.
  2. Handlung und Motiv: Kann eine Rettungshandlung zugleich Hilfe und Widerstand sein? Prüfe die Frage am Fall Otto Weidt.
  3. Quellenbewertung: Zwei Quellen nennen unterschiedliche Zahlen für den Rosenstraßenprotest. Erkläre, wie Du ihre Zuverlässigkeit und Perspektiven untersuchen würdest.
  4. Historisches Urteil: War das Verhalten aller Edelweißpiraten gleichermaßen politischer Widerstand? Formuliere ein begründetes, differenziertes Urteil.
  5. Quellentypen: Vergleiche ein Flugblatt von 1943 und ein späteres Denkmal. Erkläre, für welche historischen Fragen sich die beiden Quellen eignen.
  6. Ethische Reflexion: Vergleiche die gewaltfreien Handlungen der Weißen Rose mit Georg Elsers Attentat. Trenne dabei historisches Ziel, gewähltes Mittel, tatsächliche Folgen und Deine heutige Bewertung.

Bewertungsmaßstab: Eine gute Antwort benennt die Handlung genau, erklärt Motive nur soweit belegt, berücksichtigt Risiken, ordnet den Fall nachvollziehbar ein und kennzeichnet Unsicherheiten.

Zweiter Versuch: Markiere fehlende Teile Deiner Antwort. Ergänze einen Quellenbeleg und schreibe ein verbessertes Urteil.


Lernnachweis

Ein gelungener Lernnachweis enthält:

  1. Die verständliche Erklärung der fünf Grundbegriffe.
  2. Einen Vergleich von mindestens drei historisch belegten Handlungen.
  3. Eine begründete Einordnung nach Handlung, Motiv, Risiko und Zielrichtung.
  4. Die Auswertung mindestens einer historischen Originalquelle.
  5. Die Unterscheidung zwischen Originalquelle, heutiger Darstellung und Lernmodell.
  6. Eine erkennbare Trennung von Beobachtung, Deutung und Urteil.
  7. Den Umgang mit einer offenen oder umstrittenen historischen Frage.
  8. Vollständige Quellenangaben bei verwendeten Medien und historischen Aussagen.
  9. Eine überarbeitete Antwort, die zeigt, was Du aus einer Rückmeldung gelernt hast.

Wichtig: Es zählt nicht nur, ob Du Begriffe kennst, sondern ob Du selbstständig erklären kannst, warum eine konkrete historische Handlung so eingeordnet wird.




OERs zum Thema

Wikipedia zur Orientierung:

Überprüfbare Quellen und Bildungsangebote:

  1. Bundeszentrale für politische Bildung: Verweigerung im Alltag und Widerstand im Krieg – fachliche Einordnung.
  2. Weiße Rose Stiftung: Flugblätter – Originaltexte und historische Hintergründe.
  3. Gedenkstätte Stille Helden: Otto Weidt – dokumentierte Biografie.
  4. Gedenkstätte Deutscher Widerstand: Georg Elser – historischer Forschungsstand.
  5. German History in Documents and Images: Rosenstraße – veröffentlichte zeitgenössische Tagebuchtexte.
  6. US Holocaust Memorial Museum: Rosenstraße – forschungsbasierte Darstellung.
  7. Wikimedia Commons: German resistance to Nazism – frei zugängliche Bildbestände mit individuellen Lizenzangaben.

Medienrechte und Barrierefreiheit: Alle auf dieser Seite als Bild eingebundenen Dateien stammen aus Wikimedia Commons. Für jede Datei sind Urheber beziehungsweise Herkunft, Quelle und Lizenz oder Gemeinfreiheitsangabe genannt. Lizenzbedingungen gelten je Datei; Gemeinfreiheit kann vom Staat abhängen. Alternativtexte und kurze Textbeschreibungen ermöglichen die Bearbeitung auch ohne Bildanzeige. Die Videos sind fremde Erklärangebote; ihre Untertitelverfügbarkeit und Einbettbarkeit hängen vom Anbieter ab. Aufgaben lassen sich mithilfe der Textalternativen ohne Videowiedergabe lösen.

Quellenkritischer Hinweis: Historische Originaldokumente sind nicht automatisch in allen Aussagen richtig. Tagebücher enthalten Perspektiven, Propagandaaufnahmen können inszeniert sein, Denkmäler sind spätere Deutungen und moderne Videos vereinfachen manchmal. Vergleiche deshalb möglichst unterschiedliche Quellen.



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