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Werkstücke herstellen - Glaser - LF 2

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Werkstücke herstellen - Glaser - LF 2

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Einleitung

Du lernst im 1. Ausbildungsjahr des Glaserhandwerks, einen Werkstattauftrag zu verstehen, zu planen, rechnerisch und zeichnerisch vorzubereiten, sicher auszuführen und zu prüfen. Das KMK-Lernfeld 2 „Werkstücke herstellen“ (100 Unterrichtsstunden) behandelt besonders Holz, Kunststoffe, Metalle, Verbindungen, Materiallisten, Bearbeitung, Maße, Arbeitsschutz und Qualität. Arbeite mit dem Ausbildungsplan deines Betriebes, dem Landeslehrplan und den Vorgaben der zuständigen Handwerkskammer. Der Kurs ersetzt weder eine betriebliche Unterweisung noch eine amtliche Prüfung.

Ziel: An einem frei erfundenen Modellauftrag begründest du Werkstoff, Konstruktion und Arbeitsablauf, dokumentierst Rechnung und technische Zeichnung, bewertest Risiken und weist die erreichte Qualität nach. Gefährliche Verfahren sind nur nach Unterweisung, mit befugter Aufsicht und Freigabe zulässig. Karton-, CAD- oder vorgefertigte Modelle sind sichere Lernalternativen.


Auftrag verstehen und Anforderungen klären


Auftrag analysieren

Ein Werkstück ist ein einzelnes hergestelltes oder bearbeitetes Teil; mehrere verbundene Teile bilden eine Baugruppe. Kläre Verwendungszweck, Maße, Stückzahl, Einsatzort, Toleranzen, gewünschte Verbindung, verfügbare Arbeitsmittel, Termine und Prüfkriterien. Trenne zugesagte Anforderungen von Annahmen: „schöner Rahmen“ lässt sich nicht eindeutig abnehmen, „Außenmaß 400 × 300 mm mit festgelegter Toleranz“ schon. Frage nach, ob das Werkstück nur ein ungefährliches Lehrmodell ist oder tatsächlich Lasten aufnehmen und Glas halten soll. Letzteres verlangt eine fachlich gesonderte Prüfung und gegebenenfalls objektspezifische Regeln.


Technische Unterlagen und Kommunikation

Die Technische Zeichnung definiert Form und Maße, die Stückliste enthält Teile und Mengen, der Arbeitsplan ordnet Tätigkeiten, das Prüfprotokoll hält Soll- und Istwerte fest. Nutze geeignete Tabellenbücher, Materialangaben, Betriebsanweisungen und Herstellerdatenblätter. Unklare Bezugsmaße gehören vor dem Zuschnitt geklärt. Speichere nur fiktive Auftragsnummern und versionsgekennzeichnete Unterlagen; echte Kunden-, Betriebs- oder Schülerdaten sind für den Lernfall nicht nötig. Eine digitale Zeichnung spart Übertragungsfehler, ersetzt aber weder die Plausibilitätskontrolle noch die Rückfrage an die Fachkraft.

Typischer Fehler: Innen- und Außenmaß werden verwechselt. Abhilfe: Bezugskanten benennen, Maße schriftlich freigeben lassen und die Ergebnisse durch eine zweite Person prüfen.


Werkstoffe, Handelsformen und Verbindungen


Holz, Holzfehler und Holzschutz

Für Rahmen, Leisten und Hilfsteile sind Holz und Holzwerkstoffe typisch. Beurteile Holzart, Faserrichtung, Feuchte, Risse, lose Äste, Verzug und Oberflächenfehler bezogen auf den Einsatzzweck; ein gesunder Ast ist nicht automatisch ein Ausschluss. Feuchteänderungen können Quellen und Schwinden auslösen. Holzschutzmaßnahmen nur bei Bedarf und mit geeigneten freigegebenen Produkten vorsehen. Handelsformen sind unter anderem Leisten, Bretter und Platten. Wähle Material nach Funktion, Reparierbarkeit, geeigneter Lagerung und Herkunft statt nach pauschalen Werbeaussagen.


Kunststoffe, Metalle, Korrosionsschutz

Acrylglas (PMMA) ist als transparente, bereits zugeschnittene und entgratete Modellplatte verwendbar, aber kein Ersatz für geprüftes Sicherheitsglas. Unterscheide Thermoplaste, Duroplaste und Elastomere. Berücksichtige bei Kunststoffen Temperatur, Kratzer und Wärmeausdehnung. Metallteile können als Winkel, Schrauben oder Profile vorkommen. Unbeschichteter Stahl kann bei Feuchte korrodieren; Aluminium und Edelstahl besitzen andere Eigenschaften, benötigen aber ebenfalls eine an den Einsatz angepasste Bewertung. Geeignete Materialwahl, Oberflächenschutz und feuchtearme Gestaltung tragen zum Korrosionsschutz bei. Für Lagerung und Transport sind gesicherte Profile, geschützte Kanten und geeignete Hilfsmittel wichtig.


Fügen und Kleben

Bei einer Stoßverbindung treffen Bauteile ohne ausgearbeitete Verzahnung aufeinander; sie kann verstärkt werden. Bei einer Gehrung erzeugen passende Schrägschnitte eine Ecke. Bei Schlitz und Zapfen greift ein geformtes Holzelement in das andere. Verschraubungen sind häufig lösbar, können aber Holz bei zu geringen Randabständen aufspalten. Klebeverbindungen benötigen passende, saubere und trockene Flächen sowie die vorgegebene Press- und Aushärtezeit. Ein D2-Holzleim ist laut produktspezifischem Herstellerdatenblatt für bestimmte Innenanwendungen geeignet, nicht pauschal für tragende Glasbefestigungen. Prüfe die genaue Verwendung am konkreten Produkt.

Schlitz und Zapfen: Zeichnung von Luigi Zanasi, Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.5.

Gehrungsverbindung: Datei von Ludraman, Wikimedia Commons, gemeinfrei. Das Fallbeispiel benutzt bewusst die rechnerisch einfachere Stoßanordnung.

Typische Fehler: Ein ungeeigneter Leim, falsche Werkstoffkombination, fehlendes Vorbohren oder ein ungeprüfter Untergrund kann eine Verbindung schwächen. Vergleiche Belastungsart, Demontierbarkeit, Kosten und Ökobilanz.


Technisch zeichnen und berechnen


Ansichten, Querschnitte, Bögen

Eine Fertigungszeichnung nutzt je nach Werkstück Vorderansicht, Draufsicht, Seitenansicht und einen Schnitt beziehungsweise Profilquerschnitt. Die Isometrie zeigt eine räumliche Konstruktion mit gleichartiger Achsenskalierung, die Dimetrie mit unterschiedlichen Verkürzungen. Ein Kreisbogen benötigt Mittelpunkt, Radius und Anfangs- bzw. Endpunkte; bei Übergängen sind Tangenten wichtig. Stelle Maße so dar, dass kein widersprüchliches Doppelmaß entsteht. Für Linien und Bemaßung werden in Deutschland unter anderem DIN EN ISO 128-2:2023-06 und DIN EN ISO 129-1:2022-02 als aktuelle DIN-Media-Ausgaben ausgewiesen. Für konkrete Glasbauprodukte sind zusätzliche spezifische Regeln zu prüfen. Hier genannte Toleranzen sind Übungsvorgaben, keine aus Normen übernommene Grenzwerte.

Orthogonale Projektion: Ldo, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.

Deutschsprachiges Erklärvideo: Konstruktionslehre – Thorsten Sauer, „Technisches Zeichnen – Projektionsmethoden (Dreitafelprojektion)“ (2021). Beobachte, weshalb eine einzige Ansicht für ein Profil oft nicht ausreicht.


Maße, Flächen, Kräfte und Werkzeuggeometrie

Für ein Rechteck gilt Fläche = Länge × Breite. Eine transparente Modellplatte von 360 × 260 mm hat 93.600 mm² = 0,0936 m²; der Umrechnungsfaktor beträgt 1.000.000 mm² pro m². Bei einem Rahmen mit 400 mm Außenbreite und beidseits 25 mm Profil ist die Innenbreite 400 − 2 × 25 = 350 mm. Die Innenhöhe beträgt bei 300 mm Außenhöhe entsprechend 250 mm. Der freie Ausschnitt hat damit 350 × 250 = 87.500 mm² = 0,0875 m². Eine Schnittfuge von 3 mm bei vier angenommenen Schnitten verbraucht 4 × 3 = 12 mm. Tatsächliche Schnittfugen und Endbeschnitt hängen vom Verfahren ab.

Der Hebel folgt im einfachen Modell M = F × l: 2 Nm bei 0,20 m senkrechtem Hebelarm entsprechen rechnerisch 10 N. Das ist keine Bedienungsanweisung für Maschinen. Zahn- und Schneidengeometrie, Materialhärte, Spanabfuhr und sichere Werkzeugführung bestimmen die Bearbeitungsqualität. Wähle nie höhere Kräfte als Ersatz für ein ungeeignetes oder defektes Werkzeug.

Messschieber: Jeremyida002, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Übe das Messen zuerst an einem gefahrlosen Werkstück.


Arbeitsplanung, Werkzeuge und sicheres Handeln


Bearbeitungstechnologie und Wartung

Eine begründete Reihenfolge lautet Auftrag – Materialkontrolle – Anreißen – Spannen – Bearbeiten – Nacharbeiten – Fügen – Prüfen – Dokumentieren. Lege Werkzeug, Handmaschine oder stationäre Maschine entsprechend Material und Auftragslage fest. Zum Beispiel dienen Anschlagwinkel und Messschieber der Prüfung, Spannhilfen der sicheren Fixierung; Säge und Feile sind für unterschiedliche Trenn- und Nacharbeiten geeignet. Vor Verwendung sind Sichtprüfung, Zustand und vorgesehene Schutzvorrichtungen zu kontrollieren. Wartung oder Reparatur an elektrischen Geräten ist keine Aufgabe ohne ausdrückliche Beauftragung.

Metall-Bügelsäge: Evan-Amos, Wikimedia Commons, gemeinfrei. Das Bild ist keine Freigabe für unbeaufsichtigte Tätigkeiten.


Gefährdungen, Betriebsanweisung, Unterweisung

Bei Glas und Metall drohen Schnittverletzungen, bei Holz Splitter und gesundheitsschädlicher Staub, an Maschinen Einzug und Quetschen. Weitere Gefahren sind Lärm, elektrischer Strom, herabfallende Profile und ungeeignete chemische Produkte. Die Gefährdungsbeurteilung nach ArbSchG § 5 und BetrSichV § 3 liegt in Arbeitgeberverantwortung. Vor Werkzeugbenutzung sind Beschäftigte nach BetrSichV § 12 tätigkeitsbezogen zu unterweisen; bei besonderer Gefährdung braucht es eine Beauftragung. Arbeite nie ohne erforderliche Zustimmung und Aufsicht. Die geeignete PSA ergibt sich aus der konkreten Tätigkeit: bei Splittern kann Augenschutz notwendig sein; griffige schnitthemmende Handschuhe helfen beim Handhaben scharfkantiger Teile, sind aber in der Nähe rotierender, einziehender Maschinen nicht pauschal geeignet. Werkstücke sicher spannen und Schutzvorrichtungen niemals umgehen.

Die DGUV Information 209-001 (Ausgabe September 2024) behandelt Handwerkzeuge. Die TRGS 553 Holzstaub (Ausgabe Juli 2022, geändert 2025) erfordert geeignete Maßnahmen gegen Holzstaub, insbesondere technische Staubvermeidung bzw. Absaugung. BG BAU C 372 beschreibt bei der Glasbearbeitung Schutz gegen Schnitte und Splitter und besondere Schutzmaßnahmen. Echtes Glas niemals im unbetreuten Versuch schneiden, schleifen, transportieren oder bohren. Sichere Alternative: Fertigteile, Kartonstreifen mit Klebeband oder eine CAD-Simulation. Auch Holz- und Metallbearbeitung nur nach betrieblicher Freigabe und unter der erforderlichen befugten Aufsicht.


Umweltschutz, Lagerung und Digitalisierung

Lagere Profile gesichert gegen Kippen, verwende Transporthilfen und halte Wege frei. Trenne wiederverwendbare Reststücke sowie Holz, Metall, Kunststoff und Glas nach betrieblichem Entsorgungskonzept; Glasscherben gehören in durchstich- und schnittfeste Behälter. Kleb- und Beschichtungsreste können abweichende Entsorgungswege erfordern: Sicherheitsdatenblatt und lokale Vorgaben beachten. Planbare Schnitte reduzieren Abfall; lösbare Verbindungen erleichtern Reparatur und Recycling. Nutze datensparsame digitale Stücklisten mit Versionsstand. Ohne Berechtigung keine Fotos realer Kundenaufträge oder Gesichter hochladen.


Praxisfall: Modellrahmen vom Auftrag zum Prüfprotokoll


Konkreter Auftrag, Konstruktion und Material

Fiktiver Auftrag: Für einen internen Lehrstand ist ein nicht tragender Modellrahmen mit transparentem Sichtfeld herzustellen. Außenabmessungen 400 × 300 mm, Rahmenleisten aus Holz mit sichtbarer Breite 25 mm und Tiefe 18 mm. Die oberen und unteren Leisten gehen über die ganze Breite; zwei senkrechte Leisten werden dazwischen gestoßen. Eine bereits zugeschnittene, entgratete PMMA-Modellplatte 360 × 260 mm deckt rückseitig die Öffnung ab und wird durch vier geeignete abnehmbare Clips befestigt. Die Ecken sind mit vier passenden flachen Metallwinkeln auf der Rückseite verstärkt. Dieses Unterrichtsmodell ist kein funktionstaugliches Fenster, keine absturzsichernde oder tragende Verglasung und wird nicht sicherheitsrelevant eingebaut.


Durchgerechnete Planung und Zeichnung

Öffnung: 400 − 2 × 25 = 350 mm Breite; 300 − 2 × 25 = 250 mm Höhe. Zuschnitt: Zwei Querleisten à 400 mm und zwei dazwischenliegende Stiele à 250 mm. Nettolänge = 2 × 400 + 2 × 250 = 1.300 mm. Bei modellhaft vier Schnitten à 3 mm Schnittfuge = 1.312 mm Bedarf. Mit 10 % Materialreserve: 1.312 × 1,10 = 1.443,2 mm. Eine 1.500-mm-Leiste reicht nach diesen vereinfachten Annahmen; in der Werkstatt müssen Werkzeug, Beschnitt, Materialfehler und Zuschnittschema zusätzlich geprüft werden. Platte: 360 × 260 = 93.600 mm² = 0,0936 m². Überstand gegenüber der Öffnung beträgt bei mittiger Lage beidseitig jeweils 5 mm. Die Halter müssen ohne schädlichen Punktdruck wirken.

Zeichnungsauftrag: Vorderansicht mit Außenmaß 400 × 300 und lichtem Maß 350 × 250; Rückansicht mit Eckwinkeln und Halteclips; Seitenansicht und Profilschnitt 25 × 18 mm. Schraubenwahl und Clipabstände nicht frei erfinden, sondern anhand der konkreten Herstellerunterlagen und mit der Fachkraft festlegen. Ein späterer realer Glaseinsatz verlangte eine andere fachliche Bemessung.

Fiktive Vorkalkulation: 1,5 m Holz à 6,50 €/m = 9,75 €; Modellplatte 0,0936 m² à 25,00 €/m² = 2,34 €; vier Winkel à 0,70 € = 2,80 €; vier Clips à 0,45 € = 1,80 €; Verbrauchsmittel pauschal 1,20 €. Summe 17,89 €. Das ist nur ein Rechenbeispiel ohne Arbeitskosten, Gemeinkosten oder Steuern und kein Angebot.


Arbeitsplan, Kontrolle, Fehlerdiagnose

Schritt Arbeit und Hilfsmittel Kontrolle/Sicherheit
Auftrag prüfen Zeichnung und Stückliste auf Plausibilität prüfen Sind Innen- und Außenmaße eindeutig?
Material prüfen Leisten, vorgefertigte Platte, Winkel, Clips sichten Sind Risse, scharfe Kanten und fehlende Teile ausgeschlossen?
Anreißen Länge ab Bezugskante mit Lineal und Winkel markieren Stimmt das Sollmaß vor der Bearbeitung?
Bearbeiten oder simulieren Nur nach Unterweisung und Freigabe; sonst Karton- oder CAD-Modell Werkstückspannung, Absaugung und benötigte PSA geklärt?
Trocken montieren Teile rechtwinklig anordnen, Winkel probeweise platzieren Liegen Innenöffnung und Außendiagonalen im Zielbereich?
Fügen Fachkundig freigegebene Winkel und Clips montieren Keine herausstehenden Schrauben, keine Zwangslage der Platte
Prüfen und dokumentieren Maße, Befestigung, Kanten, Demontage und Abfall überprüfen Soll-Ist-Tabelle, Fotos nur datensparsam

Didaktisches Prüfraster für Maße (keine verbindliche Norm): außen 400 ± 1 mm und 300 ± 1 mm, innen 350 ± 1 mm und 250 ± 1 mm; maximale Differenz der Außendiagonalen 2 mm. Mit Pythagoras beträgt die ideale Diagonale √(400² + 300²) = 500 mm. Beispielprotokoll: Außenbreite 400,5 mm (Abweichung +0,5), Außenhöhe 299,4 mm (−0,6), Innenbreite 349,6 mm (−0,4), Innenhöhe 250,6 mm (+0,6), Diagonalen 499,8 und 500,7 mm (Differenz 0,9). Alle fünf Beispielprüfungen bestehen. Eine Prüfung von Kanten, Befestigungen und vollständiger Dokumentation kommt hinzu. Werte dürfen niemals passend geändert werden; bei Mängeln prüfst du Messmittel, Verzug, Reihenfolge und Nacharbeitsmöglichkeit.

Bewertungsraster, Summe 100 Prozent: Auftragsanalyse und Plan 20; Werkstoffbegründung und Berechnung 15; sichere Planung und erforderliche Freigaben 20; Konstruktion und Maßhaltigkeit 20; Prüfprotokoll und Fehleranalyse 15; Nachhaltigkeit und datensparsame Dokumentation 10. Jede Kategorie erhält 0 bis 4 Punkte: 0 fehlt, 1 kaum nachvollziehbar, 2 teilweise richtig, 3 weitgehend korrekt, 4 fachlich begründet und überprüfbar. Gesamtergebnis = Summe aus Kategoriegewicht × Punkte/4. Beispiel 3, 4, 4, 3, 3, 4 Punkte: 15 + 15 + 20 + 15 + 11,25 + 10 = 86,25 Punkte. Sicherheitsvorbehalt: Ohne vorgeschriebene Einweisung und Freigabe wird nicht praktisch gefertigt, auch wenn Rechenaufgaben korrekt sind. Dieses Raster ist eine Lernhilfe, keine offizielle Prüfungsbewertung.


Interaktive Aufgaben


Multiple Choice: Fachwissen prüfen

Was ist eine Baugruppe? (Ein funktionaler Verbund mehrerer Einzelteile) (!Immer nur eine einzelne Glasplatte) (!Ein Werkstück ohne Zeichnung) (!Eine ausschließlich maschinell hergestellte Oberfläche)




Wie breit ist die Öffnung des 400 mm breiten Rahmens bei beidseitig 25 mm Profilbreite? (350 mm) (!375 mm) (!400 mm) (!450 mm)




Wie groß ist der seitliche Überstand einer zentrierten 360 mm Platte über eine 350 mm Öffnung? (5 mm) (!10 mm) (!25 mm) (!35 mm)




Welcher Holzfehler ist an einer geplanten Schraubstelle besonders problematisch? (Ein tiefer durchgehender Riss) (!Eine sauber lesbare Teilekennzeichnung) (!Eine ebene trockene Oberfläche) (!Eine dokumentierte Holzart)




Wie wird Stahl in feuchter Umgebung vor Korrosion geschützt? (Durch geeignete Werkstoffwahl Beschichtung und Feuchtevermeidung) (!Durch dauerhaftes Lagern in stehendem Wasser) (!Durch Entfernen aller Schutzschichten) (!Durch Ignorieren des Einbauortes)




Wozu werden mehrere Ansichten in einer technischen Zeichnung benötigt? (Zur eindeutigen Darstellung von Form Abmessungen und Details) (!Weil Maße in der Vorderansicht verboten sind) (!Damit Prüfkriterien entfallen können) (!Damit keine Materialliste mehr nötig ist)




Wie viel Material verbrauchen vier angenommene Schnittfugen von je 3 mm? (12 mm) (!3 mm) (!6 mm) (!30 mm)




Welche Voraussetzung ist vor gefährlicher Werkzeugbenutzung wesentlich? (Gefährdungsbeurteilung Unterweisung Freigabe und nötige Aufsicht) (!Nur ein vorhandenes Werkzeug) (!Nur ein fertiger Kostenvoranschlag) (!Nur eine saubere Überschrift im Arbeitsplan)




Wovon hängt die Eignung eines Holzleims ab? (Vom Werkstoff Einsatzbereich und aktuellen Herstellerdatenblatt) (!Nur von der Farbe der Verpackung) (!Allein von der Länge der Holzleiste) (!Davon dass alle Leime immer tragende Glasbauteile zulassen)




Was hilft beim Erkennen eines verzogenen Rechteckrahmens? (Der Vergleich der beiden Diagonalen) (!Nur der Vergleich der Holzfarben) (!Nur die Angabe der Raumtemperatur) (!Nur die Anzahl der Rechenzeilen)





Memory: Fachwörter und Erklärungen

Stückliste Verzeichnis benötigter Bauteile und Mengen
Schnittfuge Materialverlust durch die Breite eines Trennwerkzeugs
Gehrung Passende Schrägflächen einer Eckverbindung
Korrosion Veränderung eines Werkstoffs durch chemische oder elektrochemische Vorgänge
Istmaß Tatsächlich gemessene Abmessung
Gefährdungsbeurteilung Ermitteln von Risiken und Schutzmaßnahmen vor Arbeitsbeginn





Drag-and-drop: Arbeitsschritte und Beschreibungen

Arbeitsschritt Passende Tätigkeit
Auftragsklärung Rückfragen zu unklaren Maßen beantworten
Anreißen Maße von einer Bezugskante auf das Material übertragen
Probemontage Teile vor dem endgültigen Fügen passend ausrichten
Qualitätsprüfung Istwerte mit den Sollvorgaben vergleichen
Rückbauplanung Spätere Demontage und Materialtrennung bedenken





Kreuzworträtsel: Werkstattbegriffe

Messschieber Gerät zum Messen kleiner Innen und Außenmaße
Gehrung Schräg ausgeführter Eckzuschnitt
Korrosion Reaktion die einen ungeschützten Metallwerkstoff schädigen kann
Bemaßung Eintragung der Größenangaben in eine Zeichnung
Klebstoff Hilfsstoff zum stoffschlüssigen Fügen
Recycling Stoffliche Verwertung geeigneter sortierter Reste





LearningApps: thematische Suche

Die Einbettung zeigt eine externe Suchanfrage; einzelne angezeigte LearningApps wurden nicht als passgenaue Fachübungen geprüft.


Lückentext: Vom Auftrag zum Ergebnis

Ergänze die Sätze.
Am Anfang steht die

. Die Bauteile und Mengen sammelt die

. Das zuerst festgelegte Vergleichsmaß heißt

. Die tatsächliche Messung ergibt das

. Die Differenz wird als

bezeichnet. Die lichte Breite des Übungsrahmens ist

mm. Die lichte Höhe beträgt

mm. Vier Modell-Schnittfugen zu je drei Millimetern ergeben

mm. Rechtwinkligkeit lässt sich ergänzend durch den Vergleich der

überprüfen. Eine passende lösbare Verbindung kann mit einem

verstärkt werden. Vor der Arbeit mit gefährlichen Maschinen benötigst du eine

. Für die abschließende Nachweisführung dient das

.



Offene Aufgaben


Leicht

  1. Arbeitsauftrag: Formuliere zum fiktiven Modellrahmen fünf überprüfbare Anforderungen und drei nötige Rückfragen.
  2. Werkstoffkunde: Vergleiche Holz, PMMA und Stahl mit je zwei Eigenschaften, einem Fehlermerkmal und einer Lagervorsorge.
  3. Technische Zeichnung: Skizziere Vorderansicht, Öffnung und Profil mit vollständig eingetragenen Maßen.
  4. Arbeitssicherheit: Erstelle eine Ampel für sichere Kartonarbeiten und Tätigkeiten nur mit Unterweisung und Aufsicht.


Standard

  1. Materialberechnung: Rechne den Holzbedarf mit 2 mm Schnittfuge und 10 Prozent Reserve; prüfe eine 1400-mm-Leiste.
  2. Holzverbindung: Vergleiche Stoß, Gehrung und Schlitz-Zapfen nach Passung, Aufwand, Lösbarkeit und Qualität.
  3. Arbeitsablaufplanung: Fertige einen eigenen Arbeitsplan mit Zwischenprüfungen, Werkzeugwahl und benannter Zuständigkeit.
  4. Qualitätskontrolle: Beurteile fiktive Diagonalen von 500,0 und 503,1 mm sowie eine Breite von 401,4 mm gegen die Lernvorgaben.


Schwer

  1. Konstruktion: Entwirf einen Modellrahmen mit Gehrungen und zeichne zwei Ansichten plus Querschnitt sowie eine neue Längenplanung.
  2. Klebstoff: Vergleiche eine lösbare Winkelverbindung und ein geklebtes Modell nach Produkthinweisen, Reparatur und Umweltfolgen.
  3. Messprotokoll: Entwickle ein prüfbares Protokoll für ein komplexeres Profil und eine Strategie bei widersprüchlichen Messungen.
  4. Nachhaltigkeit: Simuliere digital den Zuschnitt von fünf anonymen Modellrahmen und plane wiederverwendbare Reststücke ein.




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Lernkontrolle

  1. Anforderungsanalyse: Welche Zusatzanforderungen gelten, bevor aus dem Übungsmodell ein reales Glasbauteil wird? Nenne drei begründete Rückfragen.
  2. Berechnung: Leite Innenmaß, Zuschnittlängen, Schnittfugen und Restlänge aus den Außenmaßen nachvollziehbar ab.
  3. Werkstoffentscheidung: Wodurch würden sich Materialauswahl, Verbindung und Wartung im dauerfeuchten Außenbereich ändern?
  4. Technische Zeichnung: Warum genügen Außenbreite und Außenhöhe nicht für einen vollständigen Fertigungsauftrag? Beschreibe notwendige Ansichten.
  5. Sicheres Arbeiten: Wie sähe der Lernweg aus, wenn für eine Maschine keine Freigabe vorliegt? Begründe eine Alternative.
  6. Fehlerdiagnose: Welche Ursachen haben schiefe Diagonalen trotz passender Außenmaße und wie prüfst du deine Vermutung?


Lernnachweis

Gib eine vollständige fiktive Auftragsmappe ab: Auftrag mit Kriterien, Zeichnung aus mindestens zwei Ansichten und Profilquerschnitt, Stückliste und Rechenweg, Arbeitsplan samt Sicherheitsentscheidung, ungefährliches Karton- bzw. CAD-Modell oder fachkundig beaufsichtigtes Muster, Soll-Ist-Protokoll mit Diagonalen, Entsorgungs- und Digitalstrategie sowie eine begründete Fehleranalyse. Prüfe mit dem 100-Prozent-Bewertungsraster aus dem Praxisfall. Kennzeichne Simulationen ehrlich und erfinde keine Praxisfreigaben oder Messdaten. Das ist ein Lernnachweis, keine Kammerprüfung.


OER und Wikipedia

Bildungsgrundlagen: KMK-Rahmenlehrplan Glaser/Glaserin, PDF-Seite 9: Lernfeld 2, Beschluss 11.05.2001; BIBB-Berufsprofil und Ausbildungsordnung; Ausbildungsordnung Glaser/Glaserin vom 05.07.2001. Die historische Rahmenplanfassung belegt die Lernfeldziele, nicht den heutigen Stand einzelner Gefahrenregeln.

Arbeitsschutz und aktuelle Fachregeln: ArbSchG § 5; BetrSichV § 12; DGUV Information 209-001, 09/2024; TRGS 553 Holzstaub, Juli 2022, geändert 2025; BG BAU C 372 Glasbearbeitung, Stand 07/2021; DIN EN ISO 128-2:2023-06 – Linien; DIN EN ISO 129-1:2022-02 – Maße und Toleranzen. Normtexte werden nicht wiedergegeben. Herstellerbeispiel: UHU Holzleim D2 Original, Anwendungs- und Verarbeitungshinweise; für den Werkstattauftrag immer die aktuellen Unterlagen des tatsächlich verwendeten Produktes prüfen.

Verifizierte Wikimedia-Commons-Bilder und Nutzungsrechte:

Datei Geprüfte Dateiseite Urheberangabe Lizenz/Status
File:Mortise and Tenon.png Commons Luigi Zanasi CC BY-SA 2.5
File:Mitre-joint.png Commons Ludraman Gemeinfrei
File:OrthographicProjection.svg Commons Ldo CC BY-SA 3.0
File:Vernier Caliper.jpg Commons Jeremyida002 CC BY-SA 4.0
File:Tool-hacksaw.jpg Commons Evan-Amos Gemeinfrei

Geprüfte deutschsprachige Fachvideos: Thorsten Sauer: Technisches Zeichnen – Projektionsmethoden (YouTube-Video, 24.01.2021, zur Ansicht eingebettet; keine CC-Lizenz behauptet). „Holzverbindung Schlitz und Zapfen“, mebis Tube über HubbS (deutsch, Markus Schütz und Tim Frisch, CC BY-SA 4.0; als Link, weil keine verifizierte zulässige YouTube-Einbettung vorhanden ist). Wikipedia: Technische Zeichnung (frei bearbeitbar; Normdetails mit Primärquelle prüfen).


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