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Weltliteratur verstehen - Was ihr wollt - William Shakespeare

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Weltliteratur verstehen - Was ihr wollt - William Shakespeare

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Einleitung

Weltliteratur verstehen - Was ihr wollt - William Shakespeare

Zielgruppe: Klasse 9–10; mit Vertiefungen für Klasse 11–13.

Leitfrage: Wer sind wir, wenn andere uns für jemand anderen halten?

William Shakespeares Komödie Was ihr wollt heißt im englischen Original Twelfth Night, or What You Will. Sie entstand wahrscheinlich um 1601. Die früheste belegte Aufführung fand am 2. Februar 1602 in London statt.

Das Stück handelt von Liebe, Verkleidung, Identität und Täuschung. Es ist lustig, zeigt aber auch, wie Menschen durch Spott verletzt werden.

Datei:Shakespeare Droeshout 1623.jpg

William Shakespeare: Stich von Martin Droeshout, 1623. Quelle: Wikimedia Commons; gemeinfrei.

Dein Lernweg: Zuerst lernst Du Inhalt und Figuren kennen. Dann vergleichst Du Textstellen aus dem englischen Original und historischen deutschen Übersetzungen. Am Ende deutest Du das Stück selbst.


Das Buch und sein Volltext

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Deutsche Übersetzung · Lesefassung

Was ihr wollt

Shakespeare, William

Was ihr wollt von Shakespeare, William. Volltext der angegebenen historischen deutschen Übersetzung.

DramaKlasse 9–10 · 11–136 Abschnitte
Historische Illustration zu Was ihr wollt
Historische Illustration zu „Was ihr wollt“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Urheber unbekannt · Public domain Bildquelle ↗

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Deutsche Übersetzung: August Wilhelm Schlegel

Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und zeitgebundene Wertvorstellungen gemeinsam einordnen. Klassenangaben sind redaktionelle Orientierung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 2 von 6

Erster Aufzug

1
Erste Szene
Vorlage S. 728
2
Ein Zimmer im Palaste des Herzogs.
Vorlage S. 728
3
Der Herzog, Curio und Herren vom Hofe.
Vorlage S. 728
4
Musikanten im Hintergrunde.
Vorlage S. 728
5
HERZOG.
Vorlage S. 728
6
Wenn die Musik der Liebe Nahrung ist,
Vorlage S. 728
7
Spielt weiter! Gebt mir volles Maß! dass so
Vorlage S. 728
8
Die übersatte Lust erkrank' und sterbe. –
Vorlage S. 728
9
Die Weise noch einmal! – Sie starb so hin;
Vorlage S. 728
10
Oh, sie beschlich mein Ohr, dem Weste gleich,
Vorlage S. 728
11
Der auf ein Veilchenbette lieblich haucht,
Vorlage S. 728
12
Und Düfte stiehlt und gibt. – Genug! nicht mehr!
Vorlage S. 728
13
Es ist mir nun so süß nicht, wie vorher.
Vorlage S. 728
14
O Geist der Lieb', wie bist du reg' und frisch!
Vorlage S. 728
15
Nimmt schon dein Umfang alles in sich auf,
Vorlage S. 728
16
Gleich wie die See, nichts kommt in ihn hinein,
Vorlage S. 728
17
Wie stark, wie überschwenglich es auch sei,
Vorlage S. 728
18
Das nicht herabgesetzt im Preise fiele
Vorlage S. 728
19
In einem Wink! So voll von Phantasien
Vorlage S. 728
20
Ist Liebe, dass nur sie phantastisch ist.
Vorlage S. 728
21
CURIO.
Vorlage S. 728
22
Wollt Ihr nicht jagen, gnäd'ger Herr?
Vorlage S. 728
23
HERZOG.
Vorlage S. 728
24
Was, Curio?
Vorlage S. 728
25
CURIO.
Vorlage S. 728
26
Den Hirsch.
Vorlage S. 728
27
HERZOG.
Vorlage S. 728
28
Das tu' ich ja, den edelsten, der mein.
Vorlage S. 728
29
Oh, da zuerst mein Aug' Olivien sah,
Vorlage S. 728
30
Schien mir die Luft durch ihren Hauch gereinigt;
Vorlage S. 728
31
Den Augenblick werd' ich zu einem Hirsch,
Vorlage S. 728
32
Und die Begierden, wie ergrimmte Hunde,
Vorlage S. 728
33
Verfolgen mich seitdem.
Vorlage S. 728
34
Valentin kommt.
Vorlage S. 728
35
Nun wohl, was sagt sie?
Vorlage S. 728
36
VALENTIN.
Vorlage S. 728
37
Verzeiht, mein Fürst, ich ward nicht vorgelassen,
Vorlage S. 729
38
Ihr Mädchen gab mir dies zur Antwort nur:
Vorlage S. 729
39
Der Himmel selbst, bis sieben Jahr verglüht,
Vorlage S. 729
40
Soll ihr Gesicht nicht ohne Hülle schaun;
Vorlage S. 729
41
Sie will wie eine Nonn' im Schleier gehn
Vorlage S. 729
42
Und einmal Tags ihr Zimmer rings benetzen
Vorlage S. 729
43
Mit augenschmerzendem gesalznem Nass:
Vorlage S. 729
44
All dies, um eines Bruders tote Liebe
Vorlage S. 729
45
Zu balsamieren, die sie frisch und dauernd
Vorlage S. 729
46
In traurigem Gedächtnis halten will.
Vorlage S. 729
47
HERZOG.
Vorlage S. 729
48
Oh, sie mit diesem zartgebauten Herzen,
Vorlage S. 729
49
Die schon dem Bruder so viel Liebe zahlt,
Vorlage S. 729
50
Wie wird sie lieben, wenn der goldne Pfeil
Vorlage S. 729
51
Die ganze Schar von Neigungen erlegt,
Vorlage S. 729
52
So in ihr lebt! wenn jene hohen Thronen,
Vorlage S. 729
53
Ihr Haupt und Herz, die holden Trefflichkeiten,
Vorlage S. 729
54
Erfüllt sind und bewohnt von einem Herrn!
Vorlage S. 729
55
Eilt mir voran auf zarte Blumenmatten!
Vorlage S. 729
56
Süß träumt die Liebe, wenn sie Laubenschatten.
Vorlage S. 729
57
Alle ab.
Vorlage S. 729
58
Zweite Szene
Vorlage S. 729
59
Eine Straße.
Vorlage S. 729
60
Viola, ein Schiffshauptmann und Matrosen treten auf.
Vorlage S. 729
61
VIOLA.
Vorlage S. 729
62
Welch Land ist dies, ihr Freunde?
Vorlage S. 729
63
SCHIFFSHAUPTMANN.
Vorlage S. 729
64
Illyrien, Fräulein.
Vorlage S. 729
65
VIOLA.
Vorlage S. 729
66
Und was soll ich nun in Illyrien machen?
Vorlage S. 729
67
Mein Bruder ist ja in Elysium.
Vorlage S. 729
68
Doch wär' es möglich, dass er nicht ertrank:
Vorlage S. 729
69
Was denkt Ihr, Schiffer?
Vorlage S. 729
70
SCHIFFSHAUPTMAMN.
Vorlage S. 729
71
Kaum war es möglich, dass Ihr selbst entkamt.
Vorlage S. 729
72
VIOLA.
Vorlage S. 729
73
Ach, armer Bruder! – Vielleicht entkam er doch.
Vorlage S. 729
74
SCHIFFSHAUPTMANN.
Vorlage S. 729
75
Ja, Fräulein; und Euch mit »vielleicht« zu trösten.
Vorlage S. 729
76
Versichr' ich Euch: als unser Schiff gescheitert,
Vorlage S. 729
77
Indessen Ihr und dieser arme Haufen,
Vorlage S. 730
78
Mit Euch gerettet, auf dem Boote trieb,
Vorlage S. 730
79
Sah ich, dass Euer Bruder, wohl bedacht
Vorlage S. 730
80
In der Gefahr, an einen starken Mast,
Vorlage S. 730
81
Der auf den Fluten lebte, fest sich band:
Vorlage S. 730
82
Ihm lehrte Mut und Hoffnung dieses Mittel;
Vorlage S. 730
83
Dann, wie Arion auf des Delphins Rücken,
Vorlage S. 730
84
Sah ich ihn Freundschaft mit den Wellen halten,
Vorlage S. 730
85
Solang' ich sehen konnte.
Vorlage S. 730
86
VIOLA.
Vorlage S. 730
87
Hier ist Gold
Vorlage S. 730
88
Für diese Nachricht. Meine eigne Rettung
Vorlage S. 730
89
Zeigt meiner Hoffnung auch für ihn das Gleiche,
Vorlage S. 730
90
Und Eure Red' ist des Bestätigung.
Vorlage S. 730
91
Kennst du dies Land?
Vorlage S. 730
92
SCHIFFSHAUPTMANN.
Vorlage S. 730
93
Ja, Fräulein, sehr genau.
Vorlage S. 730
94
Drei Stunden ist es kaum von diesem Ort,
Vorlage S. 730
95
Wo ich geboren und erzogen bin.
Vorlage S. 730
96
VIOLA.
Vorlage S. 730
97
Und wer regiert hier?
Vorlage S. 730
98
SCHIFFSHAUPTMANN.
Vorlage S. 730
99
Ein edler Herzog von Gemüt und Namen.
Vorlage S. 730
100
VIOLA.
Vorlage S. 730
101
Was ist sein Name?
Vorlage S. 730
102
SCHIFFSHAUPTMANN.
Vorlage S. 730
103
Orsino.
Vorlage S. 730
104
VIOLA.
Vorlage S. 730
105
Orsino! den hört' ich meinen Vater
Vorlage S. 730
106
Wohl nennen; damals war er unvermählt.
Vorlage S. 730
107
SCHIFFSHAUPTMANN.
Vorlage S. 730
108
Das ist er, oder war's vor kurzem noch.
Vorlage S. 730
109
Denn nur vor einem Monat reist' ich ab,
Vorlage S. 730
110
Als eben ein Gerücht lief (wie Ihr wisst,
Vorlage S. 730
111
Was Große tun, beschwatzen gern die Kleinen),
Vorlage S. 730
112
Er werbe um die reizende Olivia.
Vorlage S. 730
113
VIOLA.
Vorlage S. 730
114
Wer ist sie?
Vorlage S. 730
115
SCHIFFSHAUPTMANN.
Vorlage S. 730
116
Ein sittsam Mädchen, eines Grafen Tochter;
Vorlage S. 730
117
Der starb vor einem Jahr, und ließ sie damals
Vorlage S. 730
118
In seines Sohnes, ihres Bruders, Schutz.
Vorlage S. 730
119
Der starb vor kurzem auch; ihn zärtlich liebend
Vorlage S. 730
120
Schwor sie, so sagt man, Anblick und Gesellschaft
Vorlage S. 730
121
Der Männer ab.
Vorlage S. 730
122
VIOLA.
Vorlage S. 730
123
O dient' ich doch dem Fräulein,
Vorlage S. 730
124
Und würde nicht nach meinem Stand der Welt
Vorlage S. 730
125
Verraten, bis ich die Gelegenheit
Vorlage S. 731
126
Selbst hätte reifen lassen!
Vorlage S. 731
127
SCHIFFSHAUPTMANN.
Vorlage S. 731
128
Das wird schwer
Vorlage S. 731
129
Zu machen sein: sie will von keiner Art
Vorlage S. 731
130
Gesuche hören, selbst des Herzogs nicht.
Vorlage S. 731
131
VIOLA.
Vorlage S. 731
132
Du hast ein fein Betragen an dir, Hauptmann,
Vorlage S. 731
133
Und wenn gleich die Natur mit schöner Decke
Vorlage S. 731
134
Oft Gräber übertüncht, bin ich dir doch
Vorlage S. 731
135
Zutraun geneigt, du habest ein Gemüt,
Vorlage S. 731
136
Das wohl zu diesem feinen Anschein passt.
Vorlage S. 731
137
Ich bitte dich, und will dir's reichlich lohnen,
Vorlage S. 731
138
Verhehle, wer ich bin, und steh mir bei,
Vorlage S. 731
139
Mich zu verkleiden, wie es etwa taugt
Vorlage S. 731
140
Zu meinem Plan. Ich will dem Herzog dienen:
Vorlage S. 731
141
Du sollst als einen Hämling mich empfehlen.
Vorlage S. 731
142
Es lohnt dir wohl die Müh', denn ich kann singen
Vorlage S. 731
143
Und ihn mit allerlei Musik ergötzen,
Vorlage S. 731
144
Bin also sehr geschickt zu seinem Dienst.
Vorlage S. 731
145
Was sonst geschehn mag, wird die Zeit schon zeigen:
Vorlage S. 731
146
Nur richte sich nach meinem Witz dein Schweigen.
Vorlage S. 731
147
SCHIFFSHAUPTMANN.
Vorlage S. 731
148
Seid Ihr sein Hämling, Euer Stummer ich,
Vorlage S. 731
149
Und plaudr' ich aus, so schlage Blindheit mich!
Vorlage S. 731
150
VIOLA.
Vorlage S. 731
151
Nun gut, so führ' mich weiter!
Vorlage S. 731
152
Ab.
Vorlage S. 731
153
Dritte Szene
Vorlage S. 731
154
Ein Zimmer in Olivias Hause.
Vorlage S. 731
155
Junker Tobias und Maria.
Vorlage S. 731
156
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 731
157
Was zum Henker fällt meiner Nichte ein, dass sie sich den Tod ihres Bruders so anzieht? Es ist ausgemacht, der Gram zehrt am Leben.
Vorlage S. 731
158
MARIA.
Vorlage S. 731
159
Auf mein Wort, Junker Tobias, Ihr müsst abends früher zu Hause kommen. Eure Nichte, das gnädige Fräulein, hat viel Einrede gegen Eure unschicklichen Zeiten.
Vorlage S. 731
160
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 731
161
So mag sie beizeiten Einrede tun, hernachmals aber schweigen.
Vorlage S. 731
162
MARIA.
Vorlage S. 731
163
Ja, es würde Euch aber besser kleiden, einen ordentlichen Lebenswandel zu führen.
Vorlage S. 732
164
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 732
165
Besser kleiden? Ich brauche mich nicht besser zu kleiden, als ich hier bin. Dieser Rock ist gut genug, um darin zu trinken, diese Stiefeln auch, sonst können sie sich in ihren eignen Riemen aufhängen lassen.
Vorlage S. 732
166
MARIA.
Vorlage S. 732
167
Das Bechern und Trinken wird Euch zu Grunde richten. Mein Fräulein sprach noch gestern davon, auch von einem albernen Junker, den Ihr einmal abends als einen Freier für sie mitgebracht habt.
Vorlage S. 732
168
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 732
169
Wen meint Ihr? Junker Christoph von Bleichenwang?
Vorlage S. 732
170
MARIA.
Vorlage S. 732
171
Ja, eben den.
Vorlage S. 732
172
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 732
173
Das ist so ein starker Kerl wie einer in ganz Illyrien.
Vorlage S. 732
174
MARIA.
Vorlage S. 732
175
Was tut das zur Sache?
Vorlage S. 732
176
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 732
177
Nun, er bringt es im Jahr auf dreitausend Dukaten.
Vorlage S. 732
178
MARIA.
Vorlage S. 732
179
Er wird es aber wohl nur auf ein Jahr mit allen seinen Dukaten bringen: er ist ein großer Narr und ein Verschwender.
Vorlage S. 732
180
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 732
181
Pfui, dass Ihr so reden könnt! Er spielt auf der Baßgeige, und spricht drei bis vier Sprachen Wort für Wort aus dem Kopfe, und ist mit vielfältigen guten Naturgaben versehn.
Vorlage S. 732
182
MARIA.
Vorlage S. 732
183
Ja wahrhaftig, auch mit einfältigen. Denn bei seiner Narrheit ist er obendrein noch ein großer Zänker, und hätte er nicht die Gabe der Zaghaftigkeit, um seine Zanklust zu dämpfen, so meinen die Vernünftigen, ihm würde bald das Grab zur Gabe werden.
Vorlage S. 732
184
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 732
185
Bei meiner Faust! Schufte und Lügner sind's, die so von ihm reden. Wer sind sie?
Vorlage S. 732
186
MARIA.
Vorlage S. 732
187
Dieselbigen, die auch behaupten, dass er sich alle Abend mit Euch betrinkt.
Vorlage S. 732
188
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 732
189
Freilich, auf meiner Nichte Gesundheit. Ich will so lange darauf trinken, als es mir durch die Kehle läuft und Getränk in Illyrien ist. Ein Hase und ein Lumpenhund, wer nicht meiner Nichte zu Ehren trinkt, bis sich sein Gehirn auf einem Beine herumdreht wie ein Kräusel. Still, Mädel! Castiliano volto! denn hier kommt Junker Christoph von Bleichenwang.
Vorlage S. 732
190
Junker Christoph tritt auf.
Vorlage S. 733
191
JUNKER CHRISTOPH.
Vorlage S. 733
192
Junker Tobias von Rülp! Wie steht's, Junker Tobias von Rülp?
Vorlage S. 733
193
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 733
194
Herzensjunker Christoph!
Vorlage S. 733
195
JUNKER CHRISTOPH.
Vorlage S. 733
196
Gott grüß' Euch, schöne Dirne!
Vorlage S. 733
197
MARIA.
Vorlage S. 733
198
Euch ebenfalls, Herr!
Vorlage S. 733
199
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 733
200
Hak' ein, Junker Christoph, hak' ein!
Vorlage S. 733
201
JUNKER CHRISTOPH.
Vorlage S. 733
202
Wer ist das?
Vorlage S. 733
203
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 733
204
Meiner Nichte Kammermädchen.
Vorlage S. 733
205
JUNKER CHRISTOPH.
Vorlage S. 733
206
Gute Jungfer Hakein, ich wünsche näher mit Euch bekannt zu werden.
Vorlage S. 733
207
MARIA.
Vorlage S. 733
208
Mein Name ist Maria, Herr.
Vorlage S. 733
209
JUNKER CHRISTOPH.
Vorlage S. 733
210
Gute Jungfer Maria Hakein –
Vorlage S. 733
211
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 733
212
Ihr versteht mich falsch; »hak' ein« heißt: unterhalte sie, wirb um sie, bestürme sie!
Vorlage S. 733
213
JUNKER CHRISTOPH.
Vorlage S. 733
214
Auf meine Ehre, ich möchte sie nicht in dieser Gesellschaft vornehmen. Das bedeutet also »hak' ein«?
Vorlage S. 733
215
MARIA.
Vorlage S. 733
216
Ich empfehle mich, meine Herren.
Vorlage S. 733
217
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 733
218
Wo du sie so davon gehn lässt, Junker Christoph, so wollt' ich, du dürftest nie wieder den Degen ziehn.
Vorlage S. 733
219
JUNKER CHRISTOPH.
Vorlage S. 733
220
Wo Ihr so davon geht, so wollt' ich, ich dürfte nie wieder den Degen ziehn. Schönes Frauenzimmer, denkt Ihr, Ihr hättet Narren am Seile?
Vorlage S. 733
221
MARIA.
Vorlage S. 733
Historische Darstellung von William Shakespeare
Kontextbild zum Werk. Historische Darstellung von William Shakespeare — Spätere künstlerische Darstellung; kein gesichertes Bildnis aus dem Leben. · Martin Droeshout · Public domain Bildquelle ↗
222
Nein, ich habe Euch nicht am Seile.
Vorlage S. 733
223
JUNKER CHRISTOPH.
Vorlage S. 733
224
Ihr sollt mich aber am Seile haben: hier ist meine Hand.
Vorlage S. 733
225
MARIA.
Vorlage S. 733
226
Nun, Herr, Gedanken sind zollfrei: aber mich deucht, Ihr könntet sie immer ein bisschen in den Keller tragen.
Vorlage S. 733
227
JUNKER CHRISTOPH.
Vorlage S. 733
228
Wozu, mein Engelchen? Was soll die verblümte Redensart?
Vorlage S. 733
229
MARIA.
Vorlage S. 733
230
Sie ist warm, Herr.
Vorlage S. 733
231
JUNKER CHRISTOPH.
Vorlage S. 733
232
Nun, ein Mädchen wie Ihr kann einen wohl warm machen.
Vorlage S. 733
233
MARIA.
Vorlage S. 733
234
Nein, Ihr habt ein kaltes Herz, das kann ich an den Fingern abzählen.
Vorlage S. 734
235
JUNKER CHRISTOPH.
Vorlage S. 734
236
Das tut doch einmal!
Vorlage S. 734
237
MARIA.
Vorlage S. 734
238
Ich habe es schon an Euern Fingern abgezählt, dass Ihr keine drei zählen könnt. Nun lasse ich Euch gehn. Ab.
Vorlage S. 734
239
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 734
240
O Junker, du hast ein Fläschchen Sekt nötig! Hab' ich dich jemals so heruntergesehn?
Vorlage S. 734
241
JUNKER CHRISTOPH.
Vorlage S. 734
242
In Euerm Leben nicht, glaub' ich, außer wenn mich der Sekt heruntergebracht hat. Mir ist, als hätt' ich manchmal nicht mehr Witz, als ein Christensohn oder ein gewöhnlicher Mensch hat. Aber ich bin ein großer Rindfleischesser, und ich glaube, das tut meinem Witz Schaden.
Vorlage S. 734
243
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 734
244
Keine Frage.
Vorlage S. 734
245
JUNKER CHRISTOPH.
Vorlage S. 734
246
Wo ich das dächte, so wollte ich's verschwören. Ich will morgen nach Haus reiten, Junker Tobias.
Vorlage S. 734
247
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 734
248
Pourquoi, Herzensjunker?
Vorlage S. 734
249
JUNKER CHRISTOPH.
Vorlage S. 734
250
Was ist pourquoi? Tu's, oder tu's nicht? Ich wollte, ich hätte die Zeit auf die Sprachen gewandt, die mir das Fechten, Tanzen und Fuchsprellen gekostet hat. Ach, hätte ich mich doch auf die Künste gelegt!
Vorlage S. 734
251
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 734
252
Ja, dann hättest du einen stattlichen Kopf mit Haaren gekriegt.
Vorlage S. 734
253
JUNKER CHRISTOPH.
Vorlage S. 734
254
Wieso? Wäre mein Haar davon besser geworden?
Vorlage S. 734
255
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 734
256
Ohne Zweifel. Du siehst ja, es will sich von Natur nicht kräuseln.
Vorlage S. 734
257
JUNKER CHRISTOPH.
Vorlage S. 734
258
Es steht mir aber doch recht gut? Nicht wahr?
Vorlage S. 734
259
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 734
260
Prächtig! Es hängt wie Flachs auf einem Spinnrocken, und ich hoffe noch zu erleben, dass eine Hausfrau dich zwischen ihre Kniee nimmt und es abspinnt.
Vorlage S. 734
261
JUNKER CHRISTOPH.
Vorlage S. 734
262
Wahrhaftig, ich will morgen nach Haus, Junker Tobias. Eure Nichte will sich ja nicht sehn lassen; und wenn auch, es ist zehn gegen eins, dass sie mich nicht will. [Der Graf selbst, hier dicht bei an, freit um sie.]
Vorlage S. 734
263
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 734
264
Sie will den Grafen nicht; sie will keine größere Partie tun, als sie selbst ist, weder an Rang, Jahren, noch Verstand. Das habe ich sie eidlich beteuern hören. Lustig! Es ist noch nicht aus damit, Freund.
Vorlage S. 735
265
JUNKER CHRISTOPH.
Vorlage S. 735
266
So will ich einen Monat länger bleiben. Ich bin ein Kerl von der wunderlichsten Gemütsart in der Welt; manchmal weiß ich mir gar keinen bessern Spaß als Maskeraden und Fastnachtsspiele.
Vorlage S. 735
267
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 735
268
Taugst du zu dergleichen Fratzen, Junker?
Vorlage S. 735
269
JUNKER CHRISTOPH.
Vorlage S. 735
270
So gut wie irgendeiner in Illyrien, er mag sein was er will, wenn er nicht vornehmer ist als ich.
Vorlage S. 735
271
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 735
272
Wie weit hast du es in der Gaillarde gebracht?
Vorlage S. 735
273
JUNKER CHRISTOPH.
Vorlage S. 735
274
Mein' Seel', ich kann eine Kapriole schneiden, und den Katzensprung tu' ich aufs Haar so hoch, als irgendeiner in Illyrien.
Vorlage S. 735
275
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 735
276
Weswegen verbergen sich diese Künste? Weswegen hängt ein Vorhang vor diesen Gaben? Bist du bange, sie möchten staubig werden? Warum gehst du nicht in einer Gaillarde zur Kirche, und kommst in einer Courante nach Hause? Mein beständiger Gang sollte ein Pas à rigaudon sein; ich wollte mein Wasser nicht abschlagen, ohne einen Entrechat zu machen. Was kommt dir ein? Ist dies eine Welt darnach, Tugenden unter den Scheffel zu stellen? Ich dachte wohl, nach dem vortrefflichen Baue deines Beines, es müsste unter dem Gestirn der Gaillarde gebildet sein.
Vorlage S. 735
277
JUNKER CHRISTOPH.
Vorlage S. 735
278
Ja, es ist kräftig, und in einem geflammten Strumpfe nimmt es sich leidlich aus. Wollen wir nicht ein Gelag anstellen?
Vorlage S. 735
279
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 735
280
Was sollen wir sonst tun? Sind wir nicht unter dem Steinbock geboren?
Vorlage S. 735
281
JUNKER CHRISTOPH.
Vorlage S. 735
282
Unter dem Steinbock? Das bedeutet Stoßen und Schlagen.
Vorlage S. 735
283
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 735
284
Nein, Freund, es bedeutet Springen und Tanzen. Lass mich deine Kapriolen sehn: Hopsa! Höher! Sa! sa! – Prächtig!
Vorlage S. 735
285
Beide ab.
Vorlage S. 735
286
Vierte Szene
Vorlage S. 736
287
Ein Zimmer im Palaste des Herzogs.
Vorlage S. 736
288
Valentin und Viola in Mannskleidern.
Vorlage S. 736
289
VALENTIN.
Vorlage S. 736
290
Wenn der Herzog mit solchen Gunstbezeugungen gegen Euch fortfährt, Cesario, so könnt Ihr es weit bringen: er kennt Euch erst seit drei Tagen, und schon seid Ihr kein Fremder mehr.
Vorlage S. 736
291
VIOLA.
Vorlage S. 736
292
Ihr fürchtet entweder Laune von seiner Seite oder Nachlässigkeit von der meinigen, wenn Ihr die Fortdauer seiner Zuneigung in Zweifel zieht. Ist er unbeständig in seiner Gunst?
Vorlage S. 736
293
VALENTIN.
Vorlage S. 736
294
Nein, in der Tat nicht.
Vorlage S. 736
295
Der Herzog, Curio und Gefolge treten auf.
Vorlage S. 736
296
VIOLA.
Vorlage S. 736
297
Ich dank' Euch. Hier kommt der Graf.
Vorlage S. 736
298
HERZOG.
Vorlage S. 736
299
Wer sah Cesario? he?
Vorlage S. 736
300
VIOLA.
Vorlage S. 736
301
Hier, gnäd'ger Herr, zu Eurem Dienst.
Vorlage S. 736
302
HERZOG.
Vorlage S. 736
303
Steht Ihr indes beiseit'! – Cesario,
Vorlage S. 736
304
Du weißt nun alles: die geheimsten Blätter
Vorlage S. 736
305
Schlug ich dir auf im Buche meines Herzens.
Vorlage S. 736
306
Drum, guter Jüngling, mach' dich zu ihr auf,
Vorlage S. 736
307
Nimm kein Verleugnen an; steh vor der Tür
Vorlage S. 736
308
Und sprich, es solle fest dein Fuß da wurzeln,
Vorlage S. 736
309
Bis du Gehör erlangt.
Vorlage S. 736
310
VIOLA.
Vorlage S. 736
311
Doch, mein Gebieter,
Vorlage S. 736
312
Ist sie so ganz dem Grame hingegeben,
Vorlage S. 736
313
Wie man erzählt, lässt sie mich nimmer vor.
Vorlage S. 736
314
HERZOG.
Vorlage S. 736
315
Sei laut und brich durch alle Sitte lieber,
Vorlage S. 736
316
Eh' du den Auftrag unverrichtet lässt.
Vorlage S. 736
317
VIOLA.
Vorlage S. 736
318
Gesetzt nun, Herr, ich spreche sie: was dann?
Vorlage S. 736
319
HERZOG.
Vorlage S. 736
320
Oh, dann entfalt' ihr meiner Liebe Macht,
Vorlage S. 736
321
Lass sie erstaunen über meine Treu':
Vorlage S. 736
322
Es wird dir wohl stehn, meinen Schmerz zu klagen;
Vorlage S. 736
323
Sie wird geneigter deiner Jugend horchen,
Vorlage S. 736
324
Als einem Boten ernstern Angesichts.
Vorlage S. 736
325
VIOLA.
Vorlage S. 736
326
Das denk' ich nicht, mein Fürst.
Vorlage S. 736
327
HERZOG.
Vorlage S. 736
328
Glaub's, lieber Junge!
Vorlage S. 737
329
Denn der verleumdet deine frohen Jahre,
Vorlage S. 737
330
Wer sagt, du seist ein Mann: Dianas Lippen
Vorlage S. 737
331
Sind weicher nicht und purpurner; dein Stimmchen
Vorlage S. 737
332
Ist wie des Mädchens Kehle, hell und klar,
Vorlage S. 737
333
Und alles ist an dir nach Weibes Art.
Vorlage S. 737
334
Ich weiß, dass dein Gestirn zu dieser Sendung
Vorlage S. 737
335
Sehr günstig ist. Vier oder fünf von euch,
Vorlage S. 737
336
Begleitet ihn; geht alle, wenn ihr wollt!
Vorlage S. 737
337
Mir ist am wohlsten, wenn am wenigsten
Vorlage S. 737
338
Gesellschaft um mich ist. Vollbring' dies glücklich,
Vorlage S. 737
339
Und du sollst frei wie dein Gebieter leben,
Vorlage S. 737
340
Und alles mit ihm teilen.
Vorlage S. 737
341
VIOLA.
Vorlage S. 737
342
Ich will tun,
Vorlage S. 737
343
Was ich vermag, Eu'r Fräulein zu gewinnen.
Vorlage S. 737
344
Beiseit.
Vorlage S. 737
345
Doch wo ich immer werbe, Müh' voll Pein!
Vorlage S. 737
346
Ich selber möchte seine Gattin sein.
Vorlage S. 737
347
Alle ab.
Vorlage S. 737
348
Fünfte Szene
Vorlage S. 737
349
Ein Zimmer in Olivias Hause.
Vorlage S. 737
350
Maria und der Narr treten auf.
Vorlage S. 737
351
MARIA.
Vorlage S. 737
352
Nun sage mir, wo du gewesen bist, oder ich will meinen Mund nicht so weit auftun, dass ein Strohhalm hineingeht, um dich zu entschuldigen; mein Fräulein wird dich für dein Ausbleiben aufhängen lassen.
Vorlage S. 737
353
NARR.
Vorlage S. 737
354
Meinetwegen: wer in dieser Welt tüchtig aufgehängt ist, braucht der Trommel nicht zu folgen.
Vorlage S. 737
355
MARIA.
Vorlage S. 737
356
Warum nicht?
Vorlage S. 737
357
NARR.
Vorlage S. 737
358
Er kann überhaupt nicht viel spazieren gehn.
Vorlage S. 737
359
MARIA.
Vorlage S. 737
360
Eine gute hausbackne Antwort. Ich kann dir auch sagen, wo sich die Redensart herschreibt, der Trommel folgen.
Vorlage S. 737
361
NARR.
Vorlage S. 737
362
Woher, liebe Jungfer Maria?
Vorlage S. 737
363
MARIA.
Vorlage S. 737
364
Aus dem Kriege, und das kannst du in deiner Narrheit nur kecklich nachsagen.
Vorlage S. 737
365
NARR.
Vorlage S. 737
366
Gut, Gott verleihe denen Weisheit, die welche haben; und die, so Narren sind, lasst sie mit ihren Gaben wuchern!
Vorlage S. 738
367
MARIA.
Vorlage S. 738
368
Ihr werdet doch aufgehängt, weil Ihr so lange ausgeblieben seid, oder weggejagt: und ist das für Euch nicht ebenso gut als hängen?
Vorlage S. 738
369
NARR.
Vorlage S. 738
370
Gut gehängt ist besser als schlecht verheiratet, und das Wegjagen kümmert mich nicht, solange es Sommer ist.
Vorlage S. 738
371
MARIA.
Vorlage S. 738
372
Ihr seid also kurz angebunden?
Vorlage S. 738
373
NARR.
Vorlage S. 738
374
Das just nicht, aber ich halte es mit einer doppelten Schnur.
Vorlage S. 738
375
MARIA.
Vorlage S. 738
376
Damit, wenn die eine reißt, die andre noch hält: wenn aber beide reißen, so fallen Eure Pumphosen herunter.
Vorlage S. 738
377
NARR.
Vorlage S. 738
378
Geschickt, meiner Treu! recht geschickt! Nun, nur zu! Wenn Junker Tobias das Trinken lassen wollte, so wärst du so eine witzige Tochter Evas wie eine in ganz Illyrien.
Vorlage S. 738
379
MARIA.
Vorlage S. 738
380
Stille, Schelm! Nichts weiter davon! Ihr tätet wohl, wenn Ihr Euch vernünftig entschuldigtet. Ab.
Vorlage S. 738
381
Olivia und Malvolio treten auf.
Vorlage S. 738
382
NARR.
Vorlage S. 738
383
Witz, so es dein Wille ist, so hilf mir zu einer guten Posse! Die witzigen Leute, die dich zu haben glauben, werden oft zu Narren; und ich, der ich gewiss weiß, dass du mir fehlst, kann für einen weisen Mann gelten. Denn was sagt Quinapalus? Besser ein weiser Tor, als ein törichter Weiser. Gott grüß' Euch, Fräulein!
Vorlage S. 738
384
OLIVIA.
Vorlage S. 738
385
Schafft das Narrengesicht weg!
Vorlage S. 738
386
NARR.
Vorlage S. 738
387
Hört Ihr nicht, Leute? Schafft das Fräulein weg!
Vorlage S. 738
388
OLIVIA.
Vorlage S. 738
389
Geht, Ihr seid ein trockner Narr; ich will nichts mehr von Euch wissen. Überdies fangt Ihr an, Euch schlecht aufzuführen.
Vorlage S. 738
390
NARR.
Vorlage S. 738
391
Zwei Fehler, Madonna, denen Getränk und guter Rat abhelfen können. Denn gebt dem trocknen Narren zu trinken, so ist der Narr nicht mehr trocken. Ratet dem schlechten Menschen, sich zu bessern: wenn er sich bessert, so ist er kein schlechter Mensch mehr; kann er nicht, so mag ihn der Schneider flicken. Denn alles, was ausgebessert wird, ist doch nur geflickt. Tugend, die sich vergeht, ist nur mit Sünde geflickt; Sünde, die sich bessert, ist nur mit Tugend geflickt. Reicht dieser einfältige Schluss hin: gut! Wo nicht: was ist zu machen? Wie es keinen wahren Hahnrei gibt, außer das Unglück, so ist die Schönheit eine Blume. – Das Fräulein wollte das Narrengesicht weggeschafft haben, darum sage ich noch einmal: Schafft das Fräulein weg!
Vorlage S. 738
392
OLIVIA.
Vorlage S. 739
393
Guter Freund, ich wollte Euch weggeschafft haben.
Vorlage S. 739
394
NARR.
Vorlage S. 739
395
Ein ganz gewaltiger Mißgriff! – Fräulein, cucullus non facit monachum; das will soviel sagen: mein Gehirn ist nicht so buntscheckig wie mein Rock. Gute Madonna, erlaubt mir, Eure Narrheit zu beweisen!
Vorlage S. 739
396
OLIVIA.
Vorlage S. 739
397
Könnt Ihr's?
Vorlage S. 739
398
NARR.
Vorlage S. 739
399
Gar füglich, liebe Madonna.
Vorlage S. 739
400
OLIVIA.
Vorlage S. 739
401
Führt den Beweis!
Vorlage S. 739
402
NARR.
Vorlage S. 739
403
Ich muss Euch dazu katechisieren, Madonna: antwortet mir!
Vorlage S. 739
404
OLIVIA.
Vorlage S. 739
405
Ich bin's zufrieden; aus Mangel an anderm Zeitvertreibe will ich Euern Beweis anhören.
Vorlage S. 739
406
NARR.
Vorlage S. 739
407
Gute Madonna, warum trauerst du?
Vorlage S. 739
408
OLIVIA.
Vorlage S. 739
409
Guter Narr, um meines Bruders Tod.
Vorlage S. 739
410
NARR.
Vorlage S. 739
411
Ich glaube, seine Seele ist in der Hölle, Madonna.
Vorlage S. 739
412
OLIVIA.
Vorlage S. 739
413
Ich weiß, seine Seele ist im Himmel, Narr.
Vorlage S. 739
414
NARR.
Vorlage S. 739
415
Desto größer ist Eure Narrheit, darüber zu trauren, dass Eures Bruders Seele im Himmel ist. – Schafft das Narrengesicht weg, Leute!
Vorlage S. 739
416
OLIVIA.
Vorlage S. 739
417
Was denkt Ihr von diesem Narren, Malvolio? Wird er nicht besser?
Vorlage S. 739
418
MALVOLIO.
Vorlage S. 739
419
Ja wohl, und wird damit fortfahren, bis er in den letzten Zügen liegt. Die Schwachheit des Alters, die den vernünftigen Mann herunterbringt, macht den Narren immer besser.
Vorlage S. 739
420
NARR.
Vorlage S. 739
421
Gott beschere Euch frühzeitige Schwachheit, damit Eure Narrheit desto besser zunehme! Junker Tobias wird darauf schwören, dass ich kein Fuchs bin, aber er wird nicht einen Dreier darauf verwetten, dass Ihr kein Narr seid.
Vorlage S. 739
422
OLIVIA.
Vorlage S. 739
423
Was sagt Ihr dazu, Malvolio?
Vorlage S. 739
424
MALVOLIO.
Vorlage S. 739
425
Ich wundre mich, wie Euer Gnaden an solch einem ungesalznen Schuft Gefallen finden können. Ich sah ihn neulich von einem gewöhnlichen Narren, der nicht mehr Gehirn hat wie ein Haubenstock, aus dem Sattel gehoben. Seht nur, er ist schon aus seiner Fassung: wenn Ihr nicht lacht, und ihm die Gelegenheit zutragt, so ist ihm der Mund zugenäht. Auf meine Ehre, ich halte die vernünftigen Leute, die über diese bestallten Narren so vor Freuden krähen, für nichts besser als für die Hanswurste der Narren.
Vorlage S. 739
426
OLIVIA.
Vorlage S. 740
427
Oh, Ihr krankt an der Eigenliebe, Malvolio, und kostet mit einem verdorbnen Geschmack. Wer edelmütig, schuldlos und von freier Gesinnung ist, nimmt diese Dinge für Vögelbolzen, die Ihr als Kanonenkugeln anseht. Ein privilegierter Narr verleumdet nicht, wenn er auch nichts tut als verspotten; so wie ein Mann, der als verständig bekannt ist, nicht verspottet, wenn er auch nichts tut als tadeln.
Vorlage S. 740
428
NARR.
Vorlage S. 740
429
Nun, Merkur verleihe dir die Gabe des Aufschneidens, weil du so gut von den Narren sprichst!
Vorlage S. 740
430
Maria kommt.
Vorlage S. 740
431
MARIA.
Vorlage S. 740
432
Mein Fräulein, vor der Tür ist ein junger Herr, der sehr mit Euch zu sprechen wünscht.
Vorlage S. 740
433
OLIVIA.
Vorlage S. 740
434
Vom Grafen Orsino, nicht wahr?
Vorlage S. 740
435
MARIA.
Vorlage S. 740
436
Ich weiß nicht, mein Fräulein; es ist ein hübscher junger Mann mit einer stattlichen Begleitung.
Vorlage S. 740
437
OLIVIA.
Vorlage S. 740
438
Wer von meinen Leuten hält ihn auf?
Vorlage S. 740
439
MARIA.
Vorlage S. 740
440
Junker Tobias, Euer Vetter.
Vorlage S. 740
441
OLIVIA.
Vorlage S. 740
Historische Illustration zu Was ihr wollt
Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Was ihr wollt“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Urheber unbekannt · Public domain Bildquelle ↗
442
Sucht den doch da wegzubringen, er spricht ja immer wie ein toller Mensch. Pfui doch! –
Vorlage S. 740
443
Maria ab.
Vorlage S. 740
444
Geht Ihr, Malvolio: Wenn es ein Gesuch vom Grafen ist, so bin ich krank oder nicht zu Hause, – was Ihr wollt, um es los zu werden.
Vorlage S. 740
445
Malvolio ab.
Vorlage S. 740
446
Ihr seht nun, wie Eure Possen versauern und die Leute sie nicht mehr mögen.
Vorlage S. 740
447
NARR.
Vorlage S. 740
448
Du hast für uns geredet, Madonna, als wenn dein ältester Sohn ein Narr werden sollte, dessen Schädel die Götter mit Gehirn vollstopfen mögen; denn hier kommt einer von deiner Sippschaft, der eine sehr schwache pia mater hat.
Vorlage S. 740
449
Junker Tobias tritt auf.
Vorlage S. 741
450
OLIVIA.
Vorlage S. 741
451
Auf meine Ehre, halb betrunken. – Wer ist vor der Tür, Vetter?
Vorlage S. 741
452
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 741
453
Ein Herr.
Vorlage S. 741
454
OLIVIA.
Vorlage S. 741
455
Ein Herr? Was für ein Herr?
Vorlage S. 741
456
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 741
457
's ist ein Herr da. – Es stößt ihm auf. Hol' der Henker die Heringe! – Was machst du, Pinsel?
Vorlage S. 741
458
NARR.
Vorlage S. 741
459
Bester Junker Tobias –
Vorlage S. 741
460
OLIVIA.
Vorlage S. 741
461
Vetter, Vetter! wie kommt Ihr schon so früh in diesen widerlichen Zustand?
Vorlage S. 741
462
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 741
463
Liederlichen? Schade was fürs Liederliche! – Es ist jemand vor der Tür.
Vorlage S. 741
464
OLIVIA.
Vorlage S. 741
465
Nun gut, wer ist es?
Vorlage S. 741
466
JUNKER TOBIAS.
Vorlage S. 741
467
Meinetwegen der Teufel, wenn er Lust hat: was kümmert's mich? Glaubt mir, sag' ich Euch. – Nun, es kommt alles auf eins heraus. Ab.
Vorlage S. 741
468
OLIVIA.
Vorlage S. 741
469
Womit ist ein Betrunkener zu vergleichen?
Vorlage S. 741
470
NARR.
Vorlage S. 741
471
Mit einem Ertrunkenen, einem Narren und einem Tollen. Der erste Trunk über den Durst macht ihn zum Narren, der zweite toll, und der dritte ersäuft ihn.
Vorlage S. 741
472
OLIVIA.
Vorlage S. 741
473
Geh, hol' den Totenbeschauer, und lass ihn meinen Vetter in Augenschein nehmen, denn er ist im dritten Grade der Trunkenheit; er ist ertrunken. Geh, gib acht auf ihn!
Vorlage S. 741
474
NARR.
Vorlage S. 741
475
Bis jetzt ist er nur noch toll, Madonna; und der Narr wird auf den Tollen acht geben. Ab.
Vorlage S. 741
476
Malvolio kommt zurück.
Vorlage S. 741
477
MALVOLIO.
Vorlage S. 741
478
Gnädiges Fräulein, der junge Mensch draußen beteuert, dass er mit Euch sprechen will. Ich sagte ihm, Ihr wäret krank: er behauptet, davon habe er schon gehört, und daher komme er, um mit Euch zu sprechen. Ich sagte ihm, Ihr schliefet: er scheint auch das voraus gewusst zu haben, und kommt daher, um mit Euch zu sprechen. Was soll man ihm sagen, gnädiges Fräulein? Er ist gegen jede Ausflucht gewaffnet.
Vorlage S. 741
479
OLIVIA.
Vorlage S. 741
480
Sagt ihm, dass er mich nicht sprechen soll.
Vorlage S. 742
481
MALVOLIO.
Vorlage S. 742
482
Das habe ich ihm schon gesagt; aber er versichert, er wolle wie ein Schilderhaus Tag und Nacht vor Eurer Tür stehn, bis Ihr ihn vorlaßt.
Vorlage S. 742
483
OLIVIA.
Vorlage S. 742
484
Was für eine Art von Menschen ist es?
Vorlage S. 742
485
MALVOLIO.
Vorlage S. 742
486
Von einer sehr unartigen Art: er will mit Euch sprechen, Ihr mögt wollen oder nicht.
Vorlage S. 742
487
OLIVIA.
Vorlage S. 742
488
Wie ist sein Äußerliches und seine Jahre?
Vorlage S. 742
489
MALVOLIO.
Vorlage S. 742
490
Noch nicht alt genug für einen Mann, und nicht jung genug für einen Knaben: er ist weder recht Fisch noch Fleisch, so eben auf der Grenze zwischen Mann und Knaben. Er hat ein artiges Gesicht und spricht sehr naseweis; er sieht aus wie ein rechtes Muttersöhnchen.
Vorlage S. 742
491
OLIVIA.
Vorlage S. 742
492
Lasst ihn herein: doch ruft mein Kammermädchen!
Vorlage S. 742
493
MALVOLIO.
Vorlage S. 742
494
Kammermädchen, das Fräulein ruft. Ab.
Vorlage S. 742
495
Maria kommt zurück.
Vorlage S. 742
496
OLIVIA.
Vorlage S. 742
497
Gib mir den Schleier! Komm, wirf mir ihn über! Ich will noch 'mal Orsinos Botschaft hören.
Vorlage S. 742
498
Viola tritt auf.
Vorlage S. 742
499
VIOLA.
Vorlage S. 742
500
Wer ist die Dame vom Hause?
Vorlage S. 742
501
OLIVIA.
Vorlage S. 742
502
Wendet Euch an mich, ich will für sie antworten. Was beliebt Euch?
Vorlage S. 742
503
VIOLA.
Vorlage S. 742
504
Allerstrahlendste, auserlesene und unvergleichliche Schönheit! – Ich bitte Euch, sagt mir, wer die Dame vom Hause ist, denn ich sah sie noch nie. Ich möchte nicht gern meine Rede verkehrt anbringen, denn außerdem, dass sie meisterhaft abgefaßt ist, habe ich mir viele Mühe gegeben, sie auswendig zu lernen. Meine Schönen, habt mich nicht zum besten: ich bin erstaunlich empfindlich, selbst gegen die geringste üble Begegnung.
Vorlage S. 742
505
OLIVIA.
Vorlage S. 742
506
Woher kommt Ihr, mein Herr?
Vorlage S. 742
507
VIOLA.
Vorlage S. 742
508
Ich kann wenig mehr sagen, als ich studiert habe, und diese Frage steht nicht in meiner Rolle. Liebes Kind, gebt mir eine ordentliche Versicherung, ob Ihr die Dame vom Hause seid, damit ich in meiner Rede fortfahren kann.
Vorlage S. 742
509
OLIVIA.
Vorlage S. 742
510
Seid Ihr ein Schauspieler?
Vorlage S. 742
511
VIOLA.
Vorlage S. 742
512
Nein, mein verschwiegnes Herz! Und doch schwöre ich Euch bei allen Schlingen der Arglist, ich bin nicht, was ich spiele. Seid Ihr die Dame vom Hause?
Vorlage S. 743
513
OLIVIA.
Vorlage S. 743
514
Wenn ich mir nicht zu viel über mich selbst anmaße, so bin ich es.
Vorlage S. 743
515
VIOLA.
Vorlage S. 743
516
Gewiss, wenn Ihr es seid, so maßt Ihr Euch zu viel über Euch selbst an: denn was Euer ist, es zu gewähren, ist nicht Euer, um es zu verweigern. Doch dies gehört nicht mit zu meinem Auftrage: ich will in meiner Rede zu Euerm Lobe fortfahren, und Euch dann den Kern meiner Botschaft darreichen.
Vorlage S. 743
517
OLIVIA.
Vorlage S. 743
518
Kommt auf das Wesentliche: ich erlasse Euch das Lob.
Vorlage S. 743
519
VIOLA.
Vorlage S. 743
520
Ach! ich habe mir so viel Mühe gegeben, es auswendig zu lernen, und es ist poetisch.
Vorlage S. 743
521
OLIVIA.
Vorlage S. 743
522
Um so eher mag es erdichtet sein; ich bitte Euch, behaltet es für Euch! Ich hörte, Ihr hättet Euch vor meiner Tür unartig aufgeführt, und erlaubte Euch den Zutritt, mehr um mich über Euch zu verwundern, als um Euch anzuhören. Wenn Ihr nicht unklug seid, so geht; wenn Ihr Vernunft habt, seid kurz; es ist bei mir nicht das Wetter darnach, in einem so grillenhaften Gespräch eine Person abzugeben.
Vorlage S. 743
523
MARIA.
Vorlage S. 743
524
Wollt Ihr unter Segel gehn, Herr? Hier geht Euer Weg hin.
Vorlage S. 743
525
VIOLA.
Vorlage S. 743
526
Nein, guter Schiffsjunge; ich will hier noch ein wenig länger herumkreuzen. – Macht doch Euern Riesen da ein wenig zahm, mein schönes Fräulein!
Vorlage S. 743
527
OLIVIA.
Vorlage S. 743
528
Sagt, was Ihr wollt!
Vorlage S. 743
529
VIOLA.
Vorlage S. 743
530
Ich bin ein Botschafter.
Vorlage S. 743
531
OLIVIA.
Vorlage S. 743
532
Gewiss, Ihr müsst etwas Entsetzliches anzubringen haben, da Ihr so furchtbare Zeremonien dabei macht. Sagt Euern Auftrag!
Vorlage S. 743
533
VIOLA.
Vorlage S. 743
534
Er ist nur für Euer Ohr bestimmt. Ich bringe keine Kriegserklärung, fodre keine Huldigung ein; ich halte den Ölzweig in meiner Hand, und rede nichts als Worte des Friedens.
Vorlage S. 743
535
OLIVIA.
Vorlage S. 743
536
Doch begannt Ihr ungestüm. Wer seid Ihr? Was wollt Ihr?
Vorlage S. 743
537
VIOLA.
Vorlage S. 743
538
Den Ungestüm, den ich blicken ließ, lernte ich von meiner Aufnahme. Was ich bin, und was ich will, ist so geheim wie jungfräuliche Reize; für Euer Ohr Offenbarung, für jedes andre Entweihung.
Vorlage S. 744
539
OLIVIA.
Vorlage S. 744
540
Lass uns das Feld allein!
Vorlage S. 744
541
Maria ab.
Vorlage S. 744
542
Wir wollen diese Offenbarung vernehmen. Nun, Herr, wie lautet Euer Text?
Vorlage S. 744
543
VIOLA.
Vorlage S. 744
544
Schönstes Fräulein –
Vorlage S. 744
545
OLIVIA.
Vorlage S. 744
546
Eine tröstliche Lehre, und lässt sich viel darüber sagen. Wo steht Euer Text?
Vorlage S. 744
547
VIOLA.
Vorlage S. 744
548
In Orsinos Brust.
Vorlage S. 744
549
OLIVIA.
Vorlage S. 744
550
In seiner Brust? In welchem Kapitel seiner Brust?
Vorlage S. 744
551
VIOLA.
Vorlage S. 744
552
Um methodisch zu antworten, im ersten seines Herzens.
Vorlage S. 744
553
OLIVIA.
Vorlage S. 744
554
Oh, ich hab' es gelesen: es ist Ketzerei. Habt Ihr weiter nichts zu sagen?
Vorlage S. 744
555
VIOLA.
Vorlage S. 744
556
Liebes Fräulein, lasst mich Euer Gesicht sehn!
Vorlage S. 744
557
OLIVIA.
Vorlage S. 744
558
Habt Ihr irgendeinen Auftrag von Eurem Herrn, mit meinem Gesicht zu verhandeln? Jetzt seid Ihr aus dem Text gekommen. Doch will ich den Vorhang wegziehn, und Euch das Gemälde weisen. Sie entschleiert sich. Seht, Herr, so sah ich in diesem Augenblick aus. Ist die Arbeit nicht gut?
Vorlage S. 744
559
VIOLA.
Vorlage S. 744
560
Vortrefflich, wenn sie Gott allein gemacht hat.
Vorlage S. 744
561
OLIVIA.
Vorlage S. 744
562
Es ist echte Farbe, Herr; es hält Wind und Wetter aus.
Vorlage S. 744
563
VIOLA.
Vorlage S. 744
564
's ist reine Schönheit, deren Rot und Weiß
Vorlage S. 744
565
Natur mit zarter, schlauer Hand verschmelzte:
Vorlage S. 744
566
Fräulein, Ihr seid die Grausamste, die lebt,
Vorlage S. 744
567
Wenn Ihr zum Grabe diese Reize tragt,
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568
Und lasst der Welt kein Abbild.
Vorlage S. 744
569
OLIVIA.
Vorlage S. 744
570
O Herr, ich will nicht so hartherzig sein: ich will Verzeichnisse von meiner Schönheit ausgehn lassen; es wird ein Inventarium davon gemacht, und jedes Teilchen und Stückchen meinem Testamente angehängt: als item, zwei leidlich rote Lippen; item, zwei blaue Augen nebst Augenlidern dazu; item, ein Hals, ein Kinn und so weiter. Seid Ihr hieher geschickt, um mich zu taxieren?
Vorlage S. 744
571
VIOLA.
Vorlage S. 744
572
Ich seh' Euch, wie Ihr seid: Ihr seid zu stolz;
Vorlage S. 744
573
Doch wärt Ihr auch der Teufel, Ihr seid schön.
Vorlage S. 745
574
Mein Herr und Meister liebt Euch: solche Liebe
Vorlage S. 745
575
Kann nur vergolten werden, würdet Ihr
Vorlage S. 745
576
Als Schönheit ohnegleichen auch gekrönt.
Vorlage S. 745
577
OLIVIA.
Vorlage S. 745
578
Wie liebt er mich?
Vorlage S. 745
579
VIOLA.
Vorlage S. 745
580
Mit Tränenflut der Anbetung, mit Stöhnen,
Vorlage S. 745
581
Das Liebe donnert, und mit Flammenseufzern.
Vorlage S. 745
582
OLIVIA.
Vorlage S. 745
583
Er kennt mich, dass ich ihn nicht lieben kann.
Vorlage S. 745
584
Doch halt' ich ihn für tugendhaft, ich weiß,
Vorlage S. 745
585
Dass er von edlem Stamm, von großen Gütern,
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586
In frischer, fleckenloser Jugend blüht;
Vorlage S. 745
587
Geehrt vom Ruf, gelehrt, freigebig, tapfer,
Vorlage S. 745
588
Und von Gestalt und Gaben der Natur
Vorlage S. 745
589
Ein feiner Mann; doch kann ich ihn nicht lieben.
Vorlage S. 745
590
Er konnte längst sich den Bescheid erteilen.
Vorlage S. 745
591
VIOLA.
Vorlage S. 745
592
O liebt' ich Euch mit meines Herren Glut,
Vorlage S. 745
593
Mit solcher Pein, so todesgleichem Leben,
Vorlage S. 745
594
Ich fänd' in Euerm Weigern keinen Sinn,
Vorlage S. 745
595
Ich würd' es nicht verstehn.
Vorlage S. 745
596
OLIVIA.
Vorlage S. 745
597
Nun wohl, was tätet Ihr?
Vorlage S. 745
598
VIOLA.
Vorlage S. 745
599
Ich baut' an Eurer Tür ein Weidenhüttchen,
Vorlage S. 745
600
Und riefe meiner Seel' im Hause zu,
Vorlage S. 745
601
Schrieb' fromme Lieder der verschmähten Liebe,
Vorlage S. 745
602
Und sänge laut sie durch die stille Nacht,
Vorlage S. 745
603
Ließ' Euern Namen an die Hügel hallen,
Vorlage S. 745
604
Dass die vertraute Schwätzerin der Luft
Vorlage S. 745
605
»Olivia!« schrie! Oh, Ihr solltet mir
Vorlage S. 745
606
Nicht Ruh' genießen zwischen Erd' und Himmel,
Vorlage S. 745
607
Bevor Ihr Euch erbarmt!
Vorlage S. 745
608
OLIVIA.
Vorlage S. 745
609
Wer weiß, wie weit
Vorlage S. 745
610
Ihr's bringen könntet! Wie ist Eure Herkunft?
Vorlage S. 745
611
VIOLA.
Vorlage S. 745
612
Obschon mir's wohl geht, über meine Lage:
Vorlage S. 745
613
Ich bin ein Edelmann.
Vorlage S. 745
614
OLIVIA.
Vorlage S. 745
615
Geht nur zu Eurem Herrn:
Vorlage S. 745
616
Ich lieb' ihn nicht: lasst ihn nicht weiter schicken,
Vorlage S. 745
617
Wo Ihr nicht etwa wieder zu mir kommt,
Vorlage S. 745
618
Um mir zu melden, wie er's nimmt. Lebt wohl!
Vorlage S. 745
619
Habt Dank für Eure Müh'! Denkt mein hiebei!
Vorlage S. 745
620
VIOLA.
Vorlage S. 745
621
Steckt Euern Beutel ein, ich bin kein Bote;
Vorlage S. 746
622
Mein Herr bedarf Vergeltung, nicht ich selbst.
Vorlage S. 746
623
Die Liebe härte dessen Herz zu Stein,
Vorlage S. 746
624
Den Ihr einst liebt, und der Verachtung nur
Vorlage S. 746
625
Sei Eure Glut, wie meines Herrn, geweiht!
Vorlage S. 746
626
Gehabt Euch wohl dann, schöne Grausamkeit!
Vorlage S. 746
627
Ab.
Vorlage S. 746
628
OLIVIA.
Vorlage S. 746
629
Wie ist Eure Herkunft?
Vorlage S. 746
630
»Obschon mir's wohl geht, über meine Lage:
Vorlage S. 746
631
Ich bin ein Edelmann.« – Ich schwöre drauf;
Vorlage S. 746
632
Dein Antlitz, deine Zunge, die Gebärden,
Vorlage S. 746
633
Gestalt und Mut, sind dir ein fünffach Wappen.
Vorlage S. 746
634
Doch nicht zu hastig! nur gemach, gemach!
Vorlage S. 746
635
Der Diener müsste denn der Herr sein. – Wie?
Vorlage S. 746
636
Weht Ansteckung so gar geschwind uns an?
Vorlage S. 746
637
Mich deucht, ich fühle dieses Jünglings Gaben
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638
Mit unsichtbarer, leiser Überraschung
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639
Sich in mein Auge schleichen. – Wohl, es sei!
Vorlage S. 746
640
Heda, Malvolio!
Vorlage S. 746
641
Malvolio kommt.
Vorlage S. 746
642
MALVOLIO.
Vorlage S. 746
643
Hier, Fräulein; zu Befehl.
Vorlage S. 746
644
OLIVIA.
Vorlage S. 746
645
Lauft diesem eigensinn'gen Abgesandten
Vorlage S. 746
646
Des Grafen nach; er ließ hier diesen Ring,
Vorlage S. 746
647
Was ich auch tat: sagt ihm, ich wollt' ihn nicht.
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Nicht schmeicheln soll er seinem Herrn, noch ihn
Vorlage S. 746
649
Mit Hoffnung täuschen; nimmer werd' ich sein.
Vorlage S. 746
650
Wenn etwa morgen hier der junge Mensch
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651
Vorsprechen will, soll er den Grund erfahren.
Vorlage S. 746
652
Mach' fort, Malvolio!
Vorlage S. 746
653
MALVOLIO.
Vorlage S. 746
654
Das will ich, Fräulein.
Vorlage S. 746
655
Ab.
Vorlage S. 746
656
OLIVIA.
Vorlage S. 746
657
Ich tu', ich weiß nicht was: wofern nur nicht
Vorlage S. 746
658
Mein Auge mein Gemüt zu sehr besticht.
Vorlage S. 746
659
Nun walte, Schicksal! Niemand ist sein eigen;
Vorlage S. 746
660
Was sein soll, muss geschehn: so mag sich's zeigen!
Vorlage S. 746
661
Ab.
Vorlage S. 746

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

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Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Doch wär' es möglich, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Nun, Merkur verleihe dir die Gabe des Aufschneidens, weil du so gut von den Narren sprichst!«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt verweist mit einer Zeitangabe ausdrücklich auf eine frühere Zeit? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Drum, guter Jüngling, mach' dich zu ihr auf,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Dann, wie Arion auf des Delphins Rücken, Sah ich ihn Freundschaft mit den Wellen halten, Solang' ich sehen konnte.« B: »Lasst ihn herein: doch ruft mein Kammermädchen!« C: »Wenn der Herzog mit solchen Gunstbezeugungen gegen Euch fortfährt, Cesario, so könnt Ihr es weit bringen: er kennt Euch erst seit drei Tagen, und schon seid Ihr kein Fremder mehr.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Die Schwachheit des Alters, die den vernünftigen …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Ich möchte nicht gern meine Rede verkehrt anbringen, denn außerdem, dass sie […] abgefaßt ist, habe ich mir viele Mühe gegeben, sie auswendig zu lernen.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

9. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Kann nur vergolten werden, würdet Ihr«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Steckt Euern Beutel ein, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »All dies, um eines Bruders tote Liebe«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »All dies, um eines Bruders tote Liebe« und »Ich bin ein Edelmann.« – Ich schwöre drauf«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »nicht so weit auftun, dass ein Strohhalm hineingeht, um dich zu entschuldigen«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Wenn die Musik der Liebe Nahrung ist,«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Ich weiß, dass dein Gestirn zu dieser Sendung Sehr günstig ist.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Was sein soll, muss geschehn: so mag sich's zeigen!«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autor und namentlich belegte Übersetzung sind nach den geprüften Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. TextGrid und www.editura.de stellen Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE bereit.

Was ihr wollt

William Shakespeare: Sämtliche Werke in vier Bänden. Band 1, Herausgegeben von Anselm Schlösser. Berlin: Aufbau, 1975. Shakespeare, William 728- Berlin

Das Werk Was ihr wollt von Shakespeare, William ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; underlying texts public domain per source Lizenz

Originalsprache · Englisch

Englischer Originaltext in der digitalen Project-Gutenberg-Ausgabe. Die Vorlage nennt keine historische Druckausgabe. Unterschiedliche Bühnenfassungen, Szenenteilungen und historische Übersetzungen können voneinander abweichen. Keine Behauptung einer Erstfassung oder zeilengetreuen Entsprechung. Wortlaut, Rechtschreibung und Interpunktion dieser Quelle bleiben erhalten; nur HTML-Layout wird in Lesetext übertragen.

William Shakespeare: Twelfth Night. Project Gutenberg eBook 1526. Originalsprache Englisch; digitale Quelle unverändert archiviert.

Autorschaft und Ausgabe: William Shakespeare

Originaltext und Ausgabe ↗ · Project Gutenberg · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.

Weitere überprüfbare Textfassungen:

  1. Englischer Stücktext bei der Folger Shakespeare Library: Moderne wissenschaftliche Leseausgabe.
  2. Englischer Stücktext beim MIT: Gut lesbare Transkription.
  3. Deutsche Schlegel-Übersetzung bei TextGrid: Historische Übersetzung von August Wilhelm Schlegel, erstmals 1797 erschienen; digital erschlossene Textausgabe.
  4. Deutsche Wieland-Fassung bei Wikisource: Übersetzung und Bearbeitung von Christoph Martin Wieland aus dem Jahr 1766.

Wichtig: Ein Originaldruck, eine moderne Abschrift, eine Übersetzung und eine Inszenierung sind vier verschiedene Quellenarten. Vergleiche sie, aber behandle sie nicht als wortgleiche Texte.


Inhalt und Figuren


Die Handlung in Kürze

Viola überlebt einen Schiffbruch. Sie glaubt, ihr Zwillingsbruder Sebastian sei gestorben. In Illyrien verkleidet sie sich als junger Mann und nennt sich Cesario.

Cesario arbeitet für Herzog Orsino. Orsino liebt Olivia. Doch Olivia liebt Orsino nicht. Als Cesario ihr Nachrichten überbringt, verliebt sie sich in Cesario. Viola wiederum liebt Orsino.

Später taucht Sebastian auf. Weil er Viola ähnlich sieht, kommt es zu neuen Verwechslungen. Am Ende werden die Zwillinge erkannt. Olivia bleibt mit Sebastian zusammen; Orsino wendet sich Viola zu.

Daneben spielt Maria dem Haushofmeister Malvolio einen Streich mit einem gefälschten Liebesbrief. Was zunächst komisch wirkt, wird für Malvolio grausam.

Datei:John Hoppner (1758-1810) - Mrs Jordan as Viola in 'Twelfth Night' - 88028789 - Kenwood House.jpg

John Hoppner: Die Schauspielerin Dorothy Jordan als Viola, etwa 1785–1792. Quelle: Kenwood House / Wikimedia Commons; gemeinfrei. Das Gemälde zeigt eine spätere Darstellung, nicht die Uraufführung.


Wer ist wer?

  1. Viola: Sie ist klug, mutig und verkleidet sich als Cesario.
  2. Sebastian: Er ist Violas Zwillingsbruder und wird mit Cesario verwechselt.
  3. Orsino: Der Herzog liebt Olivia und vertraut Cesario.
  4. Olivia: Die Gräfin trauert um ihren Bruder und verliebt sich in Cesario.
  5. Malvolio: Olivias Haushofmeister wird Opfer eines Streichs.
  6. Maria: Sie entwirft den gefälschten Liebesbrief.
  7. Feste: Der Narr singt, scherzt und stellt kluge Fragen.
  8. Sir Toby: Olivias trinkfreudiger Verwandter beteiligt sich am Streich.

Denkfrage: Welche Figuren wissen, wer Cesario wirklich ist? Welche wissen es nicht? Wann weiß das Publikum mehr als die handelnden Figuren?

BBC Teach: „Shakespeare in Shorts: Twelfth Night“. Kurze englischsprachige Einführung. Achte auf die Beziehungen zwischen den Figuren.


Aufbau, Konflikte und Sprache


Fünf Akte mit zwei Handlungssträngen

Das Drama hat fünf Akte. Zwei Geschichten laufen nebeneinander: die Verwechslungen um Viola und Sebastian sowie der Streich gegen Malvolio. Am Schluss treffen die Geschichten zusammen.

Zentrale Konflikte: Liebe ohne Gegenliebe, äußere Rolle gegen innere Identität und gemeinsames Lachen gegen die Würde eines Menschen.

Datei:Scene from Twelfth Night - Malvolio and the Countess.jpg

Daniel Maclise: „Scene from Twelfth Night – Malvolio and the Countess“, 1847, zu Akt III, Szene 4. Quelle: Tate / Wikimedia Commons; gemeinfrei.

Bildaufgabe: Beschreibe zuerst nur, was Du siehst: Haltung, Abstand, Kleidung und Mimik. Deute erst danach, wie Malvolio und Olivia zueinander stehen.


Textstelle 1: Liebe als Hunger

Englischer Stücktext, Akt I, Szene 1, Orsino:

If music be the food of love, play on;

Schlegel-Übersetzung, Akt I, Szene 1:

Wenn die Musik der Liebe Nahrung ist,

Wieland-Fassung von 1766, erster Aufzug, erste Szene:

Wenn Musik die Nahrung der Liebe ist, so spielt fort;

Einfach erklärt: Orsino spricht über Liebe, als wäre sie etwas, das man essen kann. Das ist eine Metapher. Er hofft, durch viel Musik sein starkes Liebesgefühl zu verändern.

Vergleich: Im englischen Text folgen die Aufforderung zum Weiterspielen und die Metapher in derselben Zeile. Schlegel setzt die Aufforderung in die nächste Verszeile. Wieland schreibt hier in Prosa. Gleicher Gedanke – anderer Rhythmus.

Quellen: MIT, Akt I, Szene 1, TextGrid, Schlegel und Wikisource, Wieland. Zeichensetzung und historische Schreibweisen wurden in den Zitaten nicht modernisiert.

Hörbeispiel zum musikalischen Umfeld:

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:

„Greensleeves“, traditionelle englische Melodie; diese moderne Bearbeitung wurde von CambridgeBayWeather erstellt. CC BY 3.0. Das ist nicht die Originalmusik zu „Was ihr wollt“.

Hörauftrag: Kann Musik Sehnsucht ausdrücken? Beschreibe die Wirkung und verbinde Deine Beobachtung mit Orsinos Worten.


Textstelle 2: Verkleidung und Identität

Englischer Stücktext, Akt III, Szene 1, Viola:

Then think you right: I am not what I am.

Schlegel-Übersetzung, Akt III, Szene 1:

Da denkt Ihr recht: ich bin nicht, was ich bin.

Was im Text steht: Viola erklärt, dass ihre sichtbare Rolle nicht ihrer tatsächlichen Identität entspricht.

Eine mögliche Interpretation: Ein Mensch ist mehr als das, was andere auf den ersten Blick erkennen. Diese Deutung ist keine zusätzliche Aussage Shakespeares, sondern ein begründeter Vorschlag.

Arbeitsfrage: Markiere die Wörter „ich“ und „bin“. Warum wirkt der Satz widersprüchlich? Erkläre ihn mit Violas Verkleidung.

Quellen: MIT, Akt III, Szene 1 und TextGrid, Schlegel, dritter Aufzug, erste Szene.


Textstelle 3: Wann wird Spaß zu Unrecht?

Akt II, Szene 5: Malvolio findet einen gefälschten Brief und hält ihn für eine Botschaft Olivias.

Akt III, Szene 4: Er verhält sich so, wie der Brief es verlangt. Olivia versteht sein Verhalten nicht.

Akt IV, Szene 2: Die anderen sperren Malvolio ein und lassen ihn an seinem Verstand zweifeln.

Akt V, Szene 1: Der Streich wird aufgedeckt. Malvolio bleibt verletzt und wütend.

Deutung: Die Komödie fordert Dich auf, über die Grenze zwischen gemeinsamem Lachen und Demütigung nachzudenken. Begründe Deine Antwort mit einer Handlung oder einer Formulierung aus diesen Szenen.

Royal Shakespeare Company: Trailer einer modernen Inszenierung von „Twelfth Night“. Vergleiche Kostüme, Bühnenbild und Spielweise mit dem historischen Gemälde.


Historischer Kontext: Renaissance und Humanismus


Renaissance: Neue Blicke auf den Menschen

Die Renaissance begann in Italien und breitete sich in Europa aus. Künstler und Gelehrte beschäftigten sich neu mit der Antike. Der Humanismus rückte Sprache, Bildung, kritisches Denken und menschliches Handeln stärker in den Blick.

Dazu passt Violas Geschichte: Sie entscheidet selbst, wie sie nach dem Schiffbruch handeln will. Ihre Rolle als Cesario wirft Fragen nach Herkunft, Verhalten und Identität auf.

Aber: Das Stück ist keine Lehrschrift des Humanismus. Es zeigt auch alte Regeln, feste gesellschaftliche Unterschiede und widersprüchliche Gefühle.

Animation eines Wappens mit dem Wappen von Shakespeares Vater als Beispiel. Steifer, 2010, Wikimedia Commons, CC BY 3.0; die eingeblendeten Begriffe sind polnisch.

Beobachtungsfrage: Ein Wappen steht für Herkunft und gesellschaftlichen Rang. Warum könnte Malvolio davon träumen, durch eine Heirat gesellschaftlich aufzusteigen? Die Animation erklärt Wappenbestandteile; sie zeigt keine Szene aus dem Stück.


Theater in der frühen Neuzeit

In England entstanden öffentliche Theater. Das Londoner Globe Theatre wurde 1599 eröffnet. Auf der Bühne spielten zu Shakespeares Zeit Männer und Jungen auch die Frauenrollen.

Das macht Violas Verkleidung besonders spannend: Ein männlicher Darsteller spielte eine Frau, die sich im Stück als Mann verkleidet.

Die Bühne arbeitete nicht mit den technischen Möglichkeiten heutiger Theater. Sprache, Kostüme, Musik und die Fantasie des Publikums waren deshalb besonders wichtig.

Datei:Wenceslaus-Hollar-The-second-Globe-playhouse-detail.png

Wenceslaus Hollar: Darstellung des zweiten Globe Theatre, 1647. Wikimedia Commons; gemeinfrei. Sie zeigt nicht das erste Globe von 1599.

Datei:Shakespeare's Globe.JPG

Fotografie des heutigen rekonstruierten Shakespeare’s Globe, Aldo Ardetti, 2007. Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. Dies ist kein erhaltenes Originalgebäude aus Shakespeares Zeit.

Shakespeare’s Globe: „What is a Groundling?“ Das englische Video erklärt das Publikum im historischen Theater.

Shakespeare’s Globe: „How did the Globe Theatre burn down?“ Das Video behandelt den Brand des ersten Globe im Jahr 1613.


Europa war nicht überall gleich

Die Renaissance und der spätere Barock entwickelten sich regional unterschiedlich. Du solltest deshalb nicht alle europäischen Länder derselben Zeitstufe zuordnen.

  1. Italien: Frühe Renaissance und Humanismus; antike Vorbilder und die italienische Komödientradition beeinflussten europäische Bühnen.
  2. England: Das Theater um 1600 verband ernste und komische Handlung, hohe und einfache Sprache sowie verschiedene Gesellschaftsschichten.
  3. Spanien: Im 16. und 17. Jahrhundert entwickelte sich eine eigene reiche Theaterkultur; Renaissance und barocke Formen überschnitten sich.
  4. Deutschsprachiger Raum: Im 17. Jahrhundert wurden barocke Literatur und Theaterformen wichtig. Religion, Krieg und Vergänglichkeit prägten viele Werke.

Merke: Renaissance, Humanismus und Barock haben keine überall einheitlichen Anfangs- und Enddaten. Ein englisches Stück von etwa 1601 wird nicht automatisch barock, nur weil zur gleichen Zeit in anderen Regionen der Übergang zum Barock beginnt.


Eine frühe Quelle und eine spätere Verfilmung

Datei:Twelfth Night F1.jpg

Erste gedruckte Seite des Stücks aus Shakespeares First Folio, 1623. Folger Shakespeare Library / Wikimedia Commons; gemeinfrei.

Der First Folio von 1623 ist der früheste erhaltene Druck von Twelfth Night. Er erschien nach Shakespeares Tod. Es handelt sich um einen historischen Druck, nicht um ein erhaltenes handschriftliches Manuskript des Autors.

Die Schreibweise der frühen englischen Druckseite unterscheidet sich von der Schreibweise moderner Leseausgaben. Deutsche Übersetzungen entstanden erst später. Schlegels Übersetzung erschien erstmals 1797; Wielands Fassung bereits 1766.

Datei:Twelfth Night (1910).webm

Historische Stummfilm-Bearbeitung „Twelfth Night“ von 1910, mit englischen Zwischentiteln. Eugene Mullin und Charles Kent. Wikimedia Commons; in den USA gemeinfrei gekennzeichnet. Die überlieferte Filmfassung ist unvollständig.

Filmausschnitt vergleichen: Was zeigt der Film durch Bilder und Gesten? Welche Informationen erhältst Du im gedruckten Dialog anders? Bedenke: Auch der Film von 1910 ist eine spätere Interpretation und kein Beleg für die Bühne von 1602.


Methode: Text und Deutung sauber trennen

Arbeite bei jeder Textstelle in dieser Reihenfolge:

  1. Beobachten: Wer spricht? In welchem Akt und in welcher Szene?
  2. Belegen: Schreibe eine kurze Stelle genau aus Deiner gewählten Ausgabe ab.
  3. Erklären: Was bedeuten die Wörter im Zusammenhang?
  4. Deuten: Welche Aussage über Liebe, Identität oder Macht lässt sich daraus ableiten?
  5. Prüfen: Welche andere Deutung wäre ebenfalls möglich?

Beispiel: Die Textaussage über Violas Identität ist ein Beleg. Die Aussage „Das Stück stellt feste Rollenbilder infrage“ ist eine Interpretation. Sie muss am Text erklärt werden.

Bei Wieland ist besondere Vorsicht nötig: Er fasst einzelne Szenen auch erzählend zusammen. Seine Fassung ist deshalb nicht an allen Stellen eine wortgetreue Eins-zu-eins-Übersetzung der englischen Dialoge.


Gestufte Hilfen

Hilfe 1 – Ein erster Tipp

Frage Dich bei jeder Verwechslung: Wer weiß etwas, das eine andere Figur noch nicht weiß?

Hilfe 2 – Eine Anleitung

Wähle eine Textstelle. Notiere Sprecher, Akt und Szene. Unterstreiche auffällige Wörter. Schreibe dann zwei Sätze: „Im Text steht ...“ und „Das könnte bedeuten ...“.

Hilfe 3 – Ein Beispiel für eine begründete Deutung

Viola verbirgt ihre Identität. Dadurch versteht Olivia ihre Lage falsch. Das lässt sich als Hinweis lesen, dass äußere Merkmale nicht zuverlässig zeigen, wer ein Mensch ist. Eine andere Deutung betont Violas praktische Notlage nach dem Schiffbruch.

Für Klasse 11–13: Prüfe zusätzlich, ob sich Deine Deutung auch auf den frühen englischen Druck stützen lässt oder nur auf Wortentscheidungen eines Übersetzers.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Zu welcher dramatischen Gattung gehört „Was ihr wollt“? (Komödie) (!Tragödie) (!Heldengedicht) (!Roman)




Welchen Namen benutzt Viola in ihrer Verkleidung? (Cesario) (!Sebastian) (!Malvolio) (!Antonio)




Wen liebt Olivia nach Violas Ankunft zunächst? (Cesario) (!Orsino) (!Sir Toby) (!Feste)




Wer wird mit Cesario verwechselt? (Sebastian) (!Maria) (!Malvolio) (!Curio)




Was bringt Malvolio dazu, sich seltsam zu verhalten? (Ein gefälschter Liebesbrief) (!Eine königliche Einladung) (!Ein verlorenes Schiffstagebuch) (!Eine Nachricht von Sebastian)




In welchem Jahr erschien der erste erhaltene Druck des Stücks? (1623) (!1599) (!1766) (!1847)




In welcher Sprache wurde das Drama ursprünglich verfasst? (Englisch) (!Deutsch) (!Italienisch) (!Lateinisch)




Wofür steht Humanismus in diesem Zusammenhang besonders? (Für die Beschäftigung mit Mensch und Bildung) (!Für die Abschaffung aller Theater) (!Für die Erfindung des Stummfilms) (!Für eine einheitliche europäische Kunstepoche)




Wer spielte im professionellen englischen Theater um 1600 üblicherweise die Frauenrollen? (Männer und Jungen) (!Ausschließlich Schauspielerinnen) (!Nur Adlige) (!Nur Mitglieder des Königshauses)




Welche Aussage trennt Textbeleg und Interpretation richtig? (Eine Deutung wird mit einer konkreten Textstelle begründet) (!Eine heutige Inszenierung ist immer die Originalfassung) (!Jede Übersetzung verwendet genau dieselben Wörter) (!Eine Vermutung braucht keine Belege)





Memory

Viola Cesario als Deckname
Sebastian Zwillingsbruder der Hauptfigur
Orsino Herzog von Illyrien
Olivia Trauernde Gräfin
Maria Verfasserin des falschen Liebesbriefs
Malvolio Getäuschter Haushofmeister
Feste Singender Narr





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Bedeutung
Renaissance Wiederentdeckung antiker Vorbilder
Humanismus Beschäftigung mit Mensch und Bildung
Verwechslungskomödie Konflikt durch falsche Identitätsannahmen
First Folio Frühe gedruckte Sammlung von Shakespeare-Dramen
Barock Regional unterschiedlich einsetzende spätere Kulturepoche





Kreuzworträtsel

Viola Wie heißt die Hauptfigur, die als Cesario auftritt?
Orsino Wie heißt der Herzog von Illyrien?
Olivia Welche Gräfin verliebt sich in Cesario?
Sebastian Wie heißt Violas Zwillingsbruder?
Malvolio Welcher Haushofmeister wird getäuscht?
Maria Welche Figur schreibt den gefälschten Liebesbrief?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Das Drama „Was ihr wollt“ stammt von William

.
Es spielt in dem Land

.
Nach dem Schiffbruch verwendet Viola den Namen

.
Ihr vermisster Zwillingsbruder heißt

.
Der Herzog ist in

verliebt.
Den gefälschten Liebesbrief verfasst

.
Der getäuschte Haushofmeister heißt

.
Die erste erhaltene Druckfassung erschien im

.
Die Beschäftigung mit antiken Vorbildern ist ein Merkmal der

.
Die Vorstellung von menschlicher Bildung ist zentral für den

.
Die deutsche Versübersetzung von 1797 stammt von August Wilhelm

.
Eine durch Textstellen begründete Auslegung nennt man

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Figuren-Netz gestalten: Zeichne Viola, Cesario, Olivia, Orsino und Sebastian auf ein Blatt. Verbinde sie mit Pfeilen für Liebe und Verwechslung. Erkläre in fünf kurzen Sätzen, welche Beziehungen schwierig sind. Hilfe: Beginne mit Violas zwei Namen.


Standard

  1. Zwei Übersetzungen vergleichen: Vergleiche den Anfang von Akt I, Szene 1 in der englischen Fassung, bei Schlegel und bei Wieland. Schreibe einen kurzen Vergleich mit zwei genau übernommenen Zitaten und vollständigen Quellenangaben. Erkläre, wie sich Satzbau und Rhythmus unterscheiden. Hilfe: Achte darauf, wo der Befehl zum Weiterspielen steht.


Schwer

  1. Eine Szene neu inszenieren: Entwickle zu Akt III, Szene 4 eine kurze Regieidee. Soll Malvolio komisch, traurig oder beides wirken? Begründe Licht, Haltung und Sprechweise mit zwei genauen Textstellen. Vergleiche Deine Idee anschließend mit einer historischen Bilddarstellung oder einer modernen Theateraufnahme. Hilfe: Unterscheide die Perspektive der Zuschauer von Malvolios eigener Sicht.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Rollen und Identität: Erkläre anhand Violas, weshalb äußere Erscheinung und Selbstverständnis nicht dasselbe sein müssen. Übertrage den Gedanken auf eine heutige Alltagssituation.
  2. Wissen des Publikums: Zeige an einer Verwechslung, weshalb das Publikum lachen kann, obwohl eine Figur die Lage ernst nimmt.
  3. Grenzen von Humor: Beurteile den Streich gegen Malvolio. Entwickle Kriterien, wann ein Spaß zur Demütigung wird, und belege sie am Drama.
  4. Übersetzen heißt entscheiden: Erläutere mit der ersten Textstelle, warum Schlegel und Wieland unterschiedliche Sprachwirkungen erzeugen, obwohl sie dieselbe Ausgangsstelle bearbeiten.
  5. Historische Einordnung: Vergleiche die Theaterentwicklung in England mit einer anderen europäischen Region. Zeige, warum die Epochen nicht überall gleichzeitig wechselten.
  6. Original und Bearbeitung: Erkläre, warum eine Verfilmung von 1910 oder eine Aufführung von heute keine direkte Quelle für die Inszenierung von 1602 ist.


Lernnachweis

Für Deinen Lernnachweis solltest Du die Handlung verständlich zusammenfassen und die wichtigsten Figuren sowie ihre Beziehungen erklären können. Du solltest drei Szenen mit Akt und Szene finden und Aussagen durch korrekte Textbelege stützen.

Zeige außerdem, dass Du eine englische Originalstelle von einer deutschen Übersetzung unterscheidest, eine eigene Deutung begründest und den historischen Kontext von Renaissance, Humanismus und Theater um 1600 erklären kannst. Ein kurzer Vergleich regionaler Entwicklungen und ein begründetes Urteil zum Umgang mit Malvolio gehören dazu.

Mögliche Bewertung: Textverständnis, Genauigkeit der Quellenangaben, begründete Interpretation, historischer Vergleich und klare Darstellung.




OERs zum Thema

Weitere Quellen und freie Lernressourcen:

  1. Folgerpedia: Twelfth Night: Entstehung, Aufführungsnachweis von 1602 und First Folio von 1623.
  2. Shakespeare Documented: Historische Dokumente zum Stück.
  3. Shakespeare’s Globe: Frühe Zeugnisse und literarische Vorbilder.
  4. TextGrid: Angaben zur Schlegel-Übersetzung und ihrer Überlieferung.
  5. Wikisource: Historischer Wieland-Text mit alter Schreibweise.
  6. Wikimedia Commons: Weitere verfügbare Medien und ihre jeweiligen Lizenzseiten.


Mediennachweise und Lizenzen

Alle nachfolgend genannten Dateien wurden unverändert aus Wikimedia Commons ausgewählt. Es wurden keine neuen Bilder, Audioaufnahmen, Animationen oder Filme erzeugt.

  1. Shakespeare-Porträt: Martin Droeshout, 1623, gemeinfrei. Commons und Rechteangaben.
  2. Viola-Darstellung: John Hoppner, „Mrs Jordan as Viola“, etwa 1785–1792, gemeinfrei. Commons und Rechteangaben.
  3. Malvolio und Olivia: Daniel Maclise, 1847, gemeinfrei. Commons und Rechteangaben.
  4. First-Folio-Seite: Shakespeare, Druck von 1623; Abbildung aus der Folger Shakespeare Library, gemeinfrei. Commons und Rechteangaben.
  5. Historische Globe-Ansicht: Wenceslaus Hollar, 1647, gemeinfrei. Commons und Rechteangaben.
  6. Modernes Globe-Foto: Aldo Ardetti, 2007, CC BY-SA 3.0. Commons und Rechteangaben.
  7. Tonaufnahme „Greensleeves“: CambridgeBayWeather, 2007, CC BY 3.0. Commons und Rechteangaben.
  8. Wappen-Animation: Steifer, 2010, CC BY 3.0. Commons und Rechteangaben.
  9. Historischer Stummfilm: Eugene Mullin und Charles Kent, 1910; bei Commons für die USA als gemeinfrei gekennzeichnet. Die Rechtslage bei einer Weiterverwendung außerhalb der USA ist gesondert zu prüfen. Commons und Rechteangaben.

YouTube: Die eingebetteten Videos stammen von BBC Teach, der Royal Shakespeare Company und Shakespeare’s Globe. Ihre Einbettung bedeutet nicht, dass sie unter einer freien Creative-Commons-Lizenz stehen. Urheberrechte und Rechte an den Aufnahmen bleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern. Eine anderweitige Veröffentlichung erfordert gegebenenfalls eine Erlaubnis. Die Originalkanäle sind über die eingebetteten Videos erreichbar.

Hinweis zur Texttreue: Die Zitate sind nach den jeweils genannten digitalen Textfassungen wiedergegeben. Eine neue Schreibweise oder eine abweichende Übersetzung muss als solche gekennzeichnet werden.


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