Weltliteratur verstehen - Reigen - Arthur Schnitzler
Einleitung
Reigen von Arthur Schnitzler ist ein Drama aus zehn Dialogen. Immer begegnen sich zwei Menschen. Eine Person aus jeder Szene tritt in der nächsten wieder auf. Am Ende schließt sich der Kreis. So führt das Stück durch verschiedene soziale Schichten der Wiener Gesellschaft um 1900.
Dein Lernziel: Du erkennst den Aufbau, deutest Figuren und Sprache und prüfst, wie private Wünsche und öffentliche Regeln miteinander in Konflikt geraten. Der Kurs richtet sich an die Klassen 11 bis 13. Die Erklärungen sind bewusst kurz. Die Aufgaben gehen unterschiedlich tief.
Vorhandene Buchseite: Buch – Reigen – Schnitzler, Arthur. Nutze diese Ausgabe als Ausgangspunkt; hier entsteht keine zweite Buchseite. Zum genauen Vergleich steht außerdem die deutsche Textausgabe von 1903 bereit.
Hinweis: Im Stück geht es um Sexualität, käufliche Beziehungen, Macht und Doppelmoral. Wir besprechen diese Themen sachlich. Niemand muss persönliche Erfahrungen mitteilen. Die historischen Rollenbegriffe des Stücks werden als Quellenbegriffe gelesen, nicht als heutige Wertung.

Historischer Privatdruck von 1900. Foto: H.-P.Haack, CC BY 3.0; Bildquelle und Nachweis. Unverändert eingebunden.
Einstieg mit Video
Schauauftrag: Notiere beim Anschauen drei wiederkehrende Figurenrollen und eine Frage zur gesellschaftlichen Doppelmoral. Das Video ist eine moderne Zusammenfassung, kein Originaltext.
Michael Sommer: „Reigen“ in Sommers Weltliteratur to go. Werk- und Videoseite; Videoliste mit der YouTube-Adresse. Rechte am Video verbleiben beim Anbieter; es ist nur verlinkt und eingebettet.
Autor, Werk und Zeit

Porträt von Arthur Schnitzler, Ferdinand Schmutzer, 1912. Gemeinfrei; Wikimedia Commons.
Arthur Schnitzler (1862–1931) lebte in Wien. Er war Arzt und Schriftsteller. Ihn beschäftigten verborgene Gedanken, Unsicherheit und der Gegensatz zwischen Fassade und Verhalten.
Entstehung: Geschrieben wurde das Stück im Winter 1896/97. Ein kleiner Privatdruck erschien 1900. Eine öffentliche Buchausgabe erschien 1903. Die Aufführungsgeschichte verlief konfliktreich; eine viel beachtete Berliner Inszenierung fand 1920 statt. Wienbibliothek: Privatdruck 1900 und Schnitzler-Archiv Freiburg zeigen die historischen Quellen. Eine frühere Aufführung 1912 in Budapest wird in Überblicksdarstellungen erwähnt; unterschiedliche Angaben zur „Uraufführung“ beziehen sich auf verschiedene Sprach- und Bühnenfassungen.
Literarischer Kontext: Das Stück gehört in die Moderne und besonders zur Wiener Moderne um 1900. Damals gab es verschiedene Strömungen, darunter Symbolismus, Naturalismus, Impressionismus und später Expressionismus. Diese Begriffe sind keine identischen Stile. Im Reigen wirken etwa genaue Alltagsdialoge, psychologische Beobachtung und eine symbolisch lesbare Kreisform zusammen. Das Werk darf nicht pauschal auf nur eine Stilrichtung festgelegt werden.

Blick in eine Ausstellung der Wiener Secession, 1903: Bild zur Kultur der Zeit, keine Szene aus dem Drama. Urheber nicht bekannt, auf Commons als gemeinfrei ausgewiesen; Quelle und Rechte.
Inhalt und Aufbau
Zehn Begegnungen als geschlossener Kreis
Die Figuren tragen meist Rollenbezeichnungen statt vollständiger Namen. Sie begegnen sich in wechselnden Paaren. Dieser Bauplan ist wichtig: Gesellschaftliche Grenzen werden überschritten, aber die Machtverhältnisse verschwinden nicht.
| Dialog | Begegnung |
|---|---|
| Auftakt | Dirne und Soldat |
| Danach | Soldat und Stubenmädchen |
| Danach | Stubenmädchen und junger Herr |
| Danach | Junger Herr und junge Frau |
| Mitte | Junge Frau und Ehemann |
| Danach | Ehemann und süßes Mädel |
| Danach | Süßes Mädel und Dichter |
| Danach | Dichter und Schauspielerin |
| Danach | Schauspielerin und Graf |
| Schluss | Graf und Dirne |
Beobachte: Die letzte Begegnung führt zur Figur des Anfangs zurück. Der Titel Reigen ist daher auch ein Bild für die Struktur des Dramas.
Was der Aufbau zeigt
Jeder Dialog hat eine eigene Situation. Trotzdem wiederholen sich Muster: Annäherung, Erwartungen, Unsicherheit, ein angedeutetes intimes Ereignis und danach oft eine veränderte Gesprächslage. Die intimen Vorgänge werden im gedruckten Text durch typografische Auslassungen markiert. Wichtig: Die Gedanken der Figuren lassen sich nicht immer sicher erkennen. Du musst zwischen Beobachtung und Deutung unterscheiden.
Hilfe 1: Zeichne zehn Kreise für die Figuren. Hilfe 2: Verbinde immer die Figuren eines Dialogs. Hilfe 3: Suche eine Stelle, an der jemand nach der Begegnung anders spricht als vorher.
Historischer Tanzfilm aus einer Sammlung der Library of Congress als Anschauung für wechselnde Tanzpartner; keine Inszenierung von Schnitzlers Stück. Quelle und auf Commons ausgewiesene Gemeinfreiheit in den USA.
Figuren, Macht und Moral
Keine Figur ist nur eine soziale Rolle
Die Dirne steht in einer verletzlichen wirtschaftlichen Position. Der Soldat tritt anders auf als der Graf. Das Stubenmädchen hat eine niedrigere Stellung als ihr Arbeitgeber. Die junge Frau und der Ehemann leben in einer Ehe, die zugleich eine öffentliche Institution ist. Das süße Mädel, der Dichter und die Schauspielerin zeigen weitere Formen sozialer Erwartungen.
Frage bei jeder Szene: Wer darf Forderungen stellen? Wer trägt das größere Risiko? Wer kann gehen, ohne seinen Ruf zu verlieren? Eine Figur kann zugleich abhängig sein und selbst Macht ausüben. Pauschale Urteile reichen nicht.
Doppelmoral erkennen
Doppelmoral bedeutet: Menschen wenden öffentlich strenge Regeln an, folgen ihnen selbst aber nicht immer. Besonders deutlich wird dies im Dialog „Die junge Frau und der Ehemann“. Der Ehemann redet über Anstand und Ehe. Die Lesenden kennen aus der vorangehenden Szene bereits eine Begegnung seiner Frau mit einem anderen Mann.
Textbeleg aus der Ausgabe von 1903: „Sag' doch nicht »Frauen«. Frau bist du.“ – Der Gatte, Dialog „Die junge Frau und der Ehemann“, Originaltext. Beachte die historische Zeichensetzung. Deutung: Seine Wortwahl trennt die Ehefrau sprachlich von anderen Frauen und zeigt ein moralisches Ordnungssystem. Das ist eine begründete Interpretation, kein wörtlicher Kommentar des Autors.
Prüffrage: Welches Wissen besitzt das Publikum, das einer Figur in dieser Szene fehlt? Dieser Wissensvorsprung kann dramatische Ironie erzeugen.
Sprache und konkrete Textarbeit
Textstelle A: Der Anfang
Originale Regieanweisung: „Spät Abends. An der Augartenbrücke.“ – Dialog „Die Dirne und der Soldat“, deutsche Ausgabe 1903.
Beobachtung: Der Ort ist öffentlich. Es ist spät. Mögliche Deutung: Die Szene führt sofort in eine Begegnung außerhalb des bürgerlichen Wohnraums. Eine Deutung muss mit späteren Gesprächsstellen geprüft werden.
Originale Figurenrede: „Ich hab' keine Zeit. Ich muß in die Kasern'!“ – Soldat im gleichen Dialog, gleiche Textquelle. Die verkürzte Umgangssprache gehört zur historischen Figurenrede. Ändere sie nicht stillschweigend zu „Kaserne“.
Auftrag: Markiere erst Regieanweisung, dann Figurenrede. Formuliere anschließend einen Satz darüber, was der Ort für diese Begegnung bedeutet.
Textstelle B: Ehe und Rollenbilder
Vergleiche im Dialog „Die junge Frau und der Ehemann“ die Rede des Gatten über Ehe und Anstand mit den Fragen der jungen Frau. Lies besonders den Abschnitt vor der Diskussion über frühere Beziehungen. Beobachtung ist das tatsächliche Gesagte; Deutung ist deine Erklärung, warum jemand so spricht.
Gestufte Hilfe: Zuerst „Wer behauptet was?“ beantworten. Danach „Welche Wertung steckt in den Wörtern?“. Zuletzt „Welche andere Lesart ist möglich?“ prüfen.
Textstelle C: Schluss und Kreisform
Lies „Der Graf und die Dirne“ und vergleiche den sozialen Status des Grafen mit der Ausgangssituation. Die gleiche Figur aus dem Anfang kehrt zurück. Frage: Ändert sich durch den hohen Rang des Partners etwas am Grundmuster der Begegnung? Belege deine Antwort mit einer kurzen, selbst gefundenen Textstelle.
Quellen vergleichen
Originalsprache: Deutsch. Deshalb braucht das Werk keine deutsche Übersetzung. Die Ausgabe von 1900 ist ein historischer Privatdruck. Die Ausgabe von 1903 ist eine spätere deutsche Druckfassung; ihre digitale Abschrift dokumentiert markierte Korrekturen offensichtlicher Druckfehler. Eine englische Übersetzung von 1920 erschien unter dem Titel Hands Around [Reigen].
Vergleichsaufgabe: Suche die erste Ortsangabe, die Figurenbezeichnungen und die auffälligen Auslassungszeichen in zwei Ausgaben. Notiere Unterschiede wortgetreu mit Quellenangabe. Prüfe, ob eine Abweichung aus Übersetzung, Druckausgabe oder Digitalisierung stammt. Die englische Fassung ist nicht der deutsche Originalwortlaut. Übertrage kein übersetztes Zitat als angebliche Aussage Schnitzlers in die deutsche Ausgabe.

Widmungsexemplar des Privatdrucks von April 1900, Arthur Schnitzler; Wikimedia Commons, gemeinfrei laut Dateiseite.
Vertiefung: Tanz, Bühne und Medien
Hörbeispiel: Ein Walzer veranschaulicht den Wechsel von Bewegung und Wiederholung. Er ist keine Originalmusik des Stücks und keine Aufnahme aus Wien um 1900.
Klavierwalzer von Stefán Örvarr Sigmundsson, Aufnahme 2007. Vom Urheber gemeinfrei freigegeben; Quelle und Rechte.
Hörauftrag: Beschreibe in zwei Sätzen, warum wiederkehrende musikalische Muster als Vergleich für die zehn Dialoge nützlich sein könnten. Nenne auch die Grenze des Vergleichs.
Weiteres Video zum Vergleich: Das folgende Video behandelt Schnitzlers Traumnovelle, nicht Reigen. Nutze es nur zur Frage, welche Themen innerhalb seines Werks wiederkehren.
Michael Sommer: „Traumnovelle“, Sommers Weltliteratur to go. Videonachweis des Herausgebers. Video-Rechte beim Anbieter; keine freie Nachnutzung behauptet.
Forschung: Das Arthur Schnitzler-Archiv Freiburg erklärt, wie Max Reinhardt für Reigen mit Licht, Musik und Bühnenraum plante. Eine Regieidee ist nicht dasselbe wie der Wortlaut des Dramas.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Prüfe dein Wissen
Wie viele Dialoge bilden den Reigen? (Zehn) (!Fünf) (!Acht) (!Zwölf)
Welche Struktur verbindet die Szenen? (Eine Person wechselt jeweils in die nächste Begegnung) (!Alle Figuren sprechen immer gleichzeitig) (!Jede Szene erzählt eine fremde Geschichte) (!Die Dialoge folgen einer Gerichtsverhandlung)
Wer erscheint am Anfang und am Ende der Begegnungsfolge? (Die Dirne) (!Der Dichter) (!Das Stubenmädchen) (!Die Schauspielerin)
In welcher Sprache wurde das Drama ursprünglich verfasst? (Deutsch) (!Englisch) (!Französisch) (!Latein)
Wann wurde Reigen geschrieben? (Im Winter 1896 bis 1897) (!Im Winter 1939 bis 1940) (!Im Jahr 1770) (!Im Jahr 1955)
Was zeigt das Nebeneinander von moralischer Rede und anderem Verhalten? (Doppelmoral) (!Eine genaue Zeitrechnung) (!Ein technisches Experiment) (!Eine Naturbeschreibung)
Welche Aussage zur Epoche trifft zu? (Die Wiener Moderne umfasst unterschiedliche literarische Verfahren) (!Alle Texte dieser Zeit gehören nur zum Symbolismus) (!Der Text stammt aus dem Mittelalter) (!Die Epoche verbietet psychologische Figurenzeichnung)
Was ist eine Regieanweisung? (Ein Hinweis zu Ort oder Bühnenhandlung) (!Eine geheime Meinung des heutigen Publikums) (!Ein Kommentar des Videoerstellers) (!Eine bibliografische Jahreszahl)
Warum sollst du Originaltext und Übersetzung trennen? (Weil eine Übersetzung Formulierungen verändern kann) (!Weil jedes deutsche Werk zuerst englisch war) (!Weil Übersetzungen keine Handlung enthalten) (!Weil historische Drucke immer identisch sind)
Wie stützt du eine überzeugende Interpretation? (Durch genaue Textbelege und erklärtes Schlussfolgern) (!Durch frei erfundene Zitate) (!Nur durch die Meinung anderer) (!Durch ein Bild ohne Bezug zum Text)
Memory-Spiel
Finde passende Begriffe und Erklärungen.
| Kreisschluss | Letzte Begegnung führt zur ersten Figur zurück |
| Figurenrede | Worte einer Rolle innerhalb des Dialogs |
| Regieanweisung | Text über Ort oder Bühnenhandlung |
| Doppelmoral | Unterschied zwischen verkündeter Norm und Verhalten |
| Privatdruck | Ausgabe für einen begrenzten Leserkreis |
| Wiener Moderne | Vielfältige Kunst und Literatur um 1900 |
Drag and Drop
Ordne jedem Ausdruck seine passende Erklärung zu.
| Gesuchter Ausdruck | Erklärung |
|---|---|
| Ort der ersten Szene | Augartenbrücke |
| Partner des Soldaten in der zweiten Szene | Stubenmädchen |
| Figur im letzten Dialog neben der Dirne | Graf |
| Zentrale soziale Frage | Wer besitzt Macht in der Begegnung |
| Form des gesamten Dramas | Zehn miteinander verbundene Dialoge |
Kreuzworträtsel
| Reigen | Welches Titelwort beschreibt einen Tanz im Kreis? |
| Soldat | Welche Figur begegnet zuerst der Dirne? |
| Dialog | Wie heißt ein Gespräch zwischen Figuren? |
| Moderne | Wie heißt die literarische Großepoche um 1900? |
| Dirne | Welche Figur eröffnet und beschließt den Kreis? |
| Moral | Welcher Begriff bezeichnet Regeln für richtiges Verhalten? |
LearningApps
Finde ergänzende Übungen zum Thema. Die Suchergebnisse sind externe Beiträge und müssen inhaltlich geprüft werden.
Lückentext
Offene Aufgaben
Drei Leitaufgaben in unterschiedlichen Niveaus: Die jeweils erste Aufgabe pro Niveau ist eine Leitaufgabe. Die weiteren neun Aufgaben ermöglichen Vertiefung. Nutze keine privaten Erlebnisse von Mitschülerinnen und Mitschülern als Material.
Leicht
- Figurenkette: Leitaufgabe. Zeichne die zehn Figuren als Kreis und verbinde die Begegnungen. Hilfe A: Nutze die Tabelle; Hilfe B: Beginne mit der Dirne; Hilfe C: Prüfe den letzten Übergang.
- Inhalt: Schreibe eine Zusammenfassung in fünf kurzen Sätzen. Nenne keine erfundenen Motive.
- Textstelle: Markiere in der ersten Szene eine Regieanweisung und einen Sprechsatz. Schreibe zu beiden die Fundstelle.
- Medienvergleich: Vergleiche das Foto eines historischen Drucks mit der heutigen Videozusammenfassung. Notiere zwei Unterschiede der Medien.
Standard
- Dialoganalyse: Leitaufgabe. Erkläre an „Die junge Frau und der Ehemann“, wie Sprache Doppelmoral zeigen kann. Hilfe A: Behauptung markieren; Hilfe B: Vorwissen des Publikums nennen; Hilfe C: Deutung mit Beleg begründen.
- Soziale Rollen: Vergleiche Stubenmädchen und jungen Herrn. Beschreibe Erwartungen und mögliche Risiken, ohne moderne Annahmen als Zitate auszugeben.
- Szenenwechsel: Stelle zwei Dialoge in einer Zeitleiste gegenüber und erkläre den Übergang.
- Vortrag: Halte einen dreiminütigen Kurzvortrag zu öffentlicher Moral und privatem Handeln. Nenne zwei Textstellen und ihre Herkunft.
Schwer
- Quellenkritik: Leitaufgabe. Vergleiche Privatdruck 1900, Ausgabe 1903 und die englische Übersetzung von 1920 an einem kurzen Abschnitt. Hilfe A: Fundstellen identifizieren; Hilfe B: Abweichungen exakt abschreiben; Hilfe C: Übersetzungsentscheidung von Editionsunterschied trennen.
- Inszenierung: Entwickle ein Konzept für Licht und Musik einer Szene ohne Darstellung intimer Handlungen. Begründe mit einer Regieanweisung und dem Freiburger Archiv.
- Literaturgeschichte: Prüfe, welche Merkmale der Wiener Moderne im Text nachweisbar sind und welche nicht. Vergleiche mindestens zwei mögliche Stilbezüge.
- Erörterung: Erörtere, ob die Kreisform eher gesellschaftliche Gleichheit oder bleibende Machtunterschiede betont. Verwende mindestens drei Belege und ein Gegenargument.
Arbeitsregel für alle Niveaus: Trenne wörtliches Zitat, Inhaltsangabe und eigene Interpretation. Historische Schreibweise in Zitaten erhalten; Auslassungen kenntlich machen. Verwende nur freigegebene oder verlinkte Fremdmedien.


Lernkontrolle
- Struktur erklären: Begründe, warum eine lineare Nacherzählung allein die besondere Form des Werks nicht erfasst.
- Widersprüche erkennen: Zeige an einer konkreten Stelle, wie ein Gegensatz von Aussage und Handlung entsteht.
- Perspektiven prüfen: Untersuche, wie soziale Stellung und Geschlecht die Handlungsmöglichkeiten zweier Figuren beeinflussen.
- Quellen bewerten: Erkläre mit Beispiel, warum eine moderne Videozusammenfassung keine historische Textausgabe ersetzt.
- Transfer leisten: Formuliere eine sachliche heutige Fragestellung zu öffentlichen Normen und privatem Verhalten, ohne heutige Verhältnisse mit Wien um 1900 gleichzusetzen.
- Deutungen vergleichen: Nenne eine mögliche Gegeninterpretation zur Rolle des Reigenschlusses und prüfe sie am Text.
Lernnachweis
Du kannst nach diesem Kurs:
- die zehn Begegnungen in der richtigen Reihenfolge erklären;
- Originalfassung, historische Ausgabe, Übersetzung und moderne Interpretation unterscheiden;
- an mindestens drei konkreten Stellen Figurenrede und Regieanweisung untersuchen;
- Doppelmoral, soziale Macht und die Kreisform mit Textbelegen erläutern;
- die Wiener Moderne als vielfältiges Umfeld beschreiben, ohne eine einzige Stilrichtung zu behaupten;
- Lizenz, Urheber, Medienherkunft und Quellenlage nachweisen;
- eine begründete eigene Deutung mit einer möglichen Gegenposition präsentieren.
Möglicher Leistungsnachweis: Eine kommentierte Figurenkarte, eine einseitige Quellenanalyse und ein dreiminütiger Vortrag. Die Bewertung achtet auf Texttreue, sachliche Begründungen, faire Diskussion und richtige Quellen.
OER und Wikipedia
Buch und Textquellen
- Bestehende Buchseite auf MOOCwiki – nicht duplizieren.
- Wienbibliothek: Reigen, Privatdruck 1900 – historisches Digitalisat.
- Project Gutenberg: Reigen, deutscher Druck 1903 – digital transkribierter Quellentext; Editionshinweise beachten.
- Project Gutenberg: Hands Around [Reigen, englische Übersetzung 1920] – Übersetzung, kein deutscher Originaltext.
- Universität Freiburg: Regiebuch und historische Forschung – Unterscheidung von Quellen, Regieplanung und Bühnenaufführung.
Medien und Rechte: Alle Dateien sind unverändert von Wikimedia Commons verlinkt. Gemeinfreiheit und Lizenzangaben beziehen sich auf die jeweils verlinkten Dateiseiten. Musik und Tanzfilm dienen nur als Metaphern; sie gehören nicht zur originalen Reigen-Inszenierung.
| Eingebundene Datei | Originalquelle | Urheber beziehungsweise Herkunft | Lizenz und Nachweis |
|---|---|---|---|
| File:Artur Schnitzler 1900 Reigen.jpg | Commons | H.-P.Haack | CC BY 3.0, Namensnennung und Lizenzlink, unverändert |
| File:Arthur Schnitzler 1912.jpg | Commons | Ferdinand Schmutzer | Gemeinfrei nach Dateiseite |
| File:Wiener Secession - Blick in die 16 Ausstellung 1903.jpg | Commons | Historische Fotografie; Urheber unbekannt | Gemeinfrei nach Dateiseite |
| File:140 Reigen Widmungsexemplar Ignaz Schnitzer.jpg | Commons | Arthur Schnitzler; historisches Exemplar | Gemeinfrei nach Dateiseite |
| File:Waltz von Stefán.ogg | Commons | Stefán Örvarr Sigmundsson | Freigabe in die Gemeinfreiheit |
| File:Waltz.oggtheora.ogv | Commons | Library of Congress; Digitalisat | Gemeinfrei in den USA laut Dateiseite; territoriale Rechte prüfen |
| https://www.youtube.com/watch?v=Dza1RYjRyAg | Werkseite | Michael Sommer / Sommers Weltliteratur to go | Video-Katalognachweis; nur Link/Einbettung, keine freie Lizenz behauptet |
| https://www.youtube.com/watch?v=H3wQsk82PRA | Video-Katalog | Michael Sommer / Sommers Weltliteratur to go | Rechte beim Herausgeber; nur Link/Einbettung, keine freie Lizenz behauptet |
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