Weltliteratur verstehen - Eugen Onegin - Aleksander Sergeevič Puškin
Weltliteratur verstehen - Eugen Onegin - Aleksander Sergeevič Puškin
Zielgruppe: Klasse 9–10 (Grundniveau) und Klasse 11–13 (Vertiefung)
Thema: Weltliteratur, Romantik, Russische Literatur, Literaturanalyse, Übersetzung
Einleitung
Eugen Onegin ist ein Versroman von Aleksander Sergeevič Puškin. Er erzählt von Liebe, Freundschaft, Eifersucht und verpassten Chancen. Die Geschichte spielt in der russischen Adelsgesellschaft des frühen 19. Jahrhunderts.
Das Besondere: Der Roman ist in Versen geschrieben. Er verbindet große Gefühle mit Witz und Kritik an der Gesellschaft. Du erfährst, wie sich Romantik und erste realistische Erzählweisen begegnen.
Deine Lernziele: Du kannst die Handlung erklären, Figuren vergleichen, kurze Textstellen untersuchen und zwischen Original, Übersetzung und Interpretation unterscheiden.

Die Titelseite des ersten Kapitels von 1825. Quelle: Wikimedia Commons. Historische Vorlage gemeinfrei; Aufnahme: Nikita Andreev, CC BY-SA 4.0.
Das Buch und der vollständige Text
Originaltitel: Евгений Онегин (Evgenij Onegin)
Autor: Aleksander Sergeevič Puškin (1799–1837)
Entstehung: 1823–1831; die Kapitel erschienen ab 1825, die erste vollständige Buchausgabe 1833.
Textsorte: Roman in Versen, gegliedert in acht Kapitel.
Historische deutsche Übersetzung: Theodor Commichau. Die hier belegten deutschen Zitate stammen aus der bei TextGrid dokumentierten Ausgabe von 1947.
Volltext der Buchausgabe auf MOOCwiki:
Buch - Eugen Onegin - Puškin, Aleksander Sergeevič – vorhandene Buchseite mit Volltext
Hier wird keine zweite Buchseite angelegt. Lies den vollständigen historischen deutschen Text auf der verlinkten Buchseite.
Weitere überprüfbare Textquellen:
- Deutscher Volltext: Übersetzung von Theodor Commichau, TextGrid
- Editionsangaben zur deutschen Ausgabe, TextGrid
- Russisches Original: drittes Kapitel, Russische Virtuelle Bibliothek
- Historischer russischer Buchdruck von 1833, Wikimedia Commons
Wichtig: Der russische Originaltext ist Puschkins Werk. Die deutsche Fassung ist eine Übersetzung. Auch eine genaue Übersetzung trifft sprachliche Entscheidungen. Zitate werden hier nicht modernisiert.
Kurzbeschreibung: Worum geht es?
Eugen Onegin ist ein junger Adliger aus Sankt Petersburg. Er erlebt viele Feste, doch sein Leben langweilt ihn. Als er ein Landgut erbt, zieht er aufs Land.
Dort lernt er den Dichter Lenski und die Schwestern Olga und Tatjana kennen. Tatjana verliebt sich in Onegin und schreibt ihm einen Brief. Onegin erwidert ihre Liebe nicht.
Später flirtet Onegin auf einem Fest mit Olga, obwohl sie Lenskis Verlobte ist. Lenski fordert Onegin zum Duell. Onegin erschießt seinen Freund.
Jahre danach treffen sich Onegin und Tatjana wieder. Nun liebt Onegin Tatjana. Doch sie ist verheiratet und entscheidet sich, ihrem Mann treu zu bleiben.
Die Leitfrage: Warum erkennen Menschen manchmal erst zu spät, was ihnen wichtig ist?

Onegin und Tatjana, Illustration von Jelena Samokisch-Sudkowskaja aus einer Buchausgabe von 1908. Quelle: Wikimedia Commons, gemeinfreies Werk.
Die wichtigsten Figuren
| Figur | Rolle | Wichtiger Konflikt |
|---|---|---|
| Onegin | Wohlhabender junger Adliger | Er sucht Lebenssinn, übernimmt aber oft zu wenig Verantwortung. |
| Tatjana | Nachdenkliche, lesebegeisterte junge Frau | Sie liebt Onegin, entscheidet später jedoch gegen eine Beziehung mit ihm. |
| Lenski | Junger Dichter und Freund Onegins | Seine Eifersucht und die Regeln gesellschaftlicher Ehre führen zum Duell. |
| Olga | Tatjanas Schwester und Lenskis Verlobte | Onegins Flirt mit ihr löst den Streit aus. |
Denkfrage: Ist Onegin vor allem ein Opfer seiner Zeit oder trägt er selbst die Verantwortung für seine Entscheidungen?
Sprache und Aufbau
Puschkin erzählt die Geschichte in acht Kapiteln. Viele Abschnitte bestehen aus vierzehn Verszeilen. Diese Form heißt Onegin-Strophe. Die russischen Strophen verwenden meist einen vierhebigen Jambus und ein festes Reimschema.
Der Erzähler berichtet nicht nur über die Figuren. Er spricht auch die Lesenden an, macht Witze und unterbricht die Handlung mit eigenen Gedanken. Diese Stimme ist nicht automatisch mit dem wirklichen Autor gleichzusetzen.
Romantische Ironie bedeutet hier: Der Text zeigt große Gefühle, betrachtet sie aber manchmal mit kritischem Abstand.
Hören: Der Roman als deutscher Vortrag
„Puschkin: Eugen Onegin (Hörbuch zum Mitlesen) – Erstes Buch“, gesprochen und veröffentlicht von Christian Ebbertz (2021). Er verwendet die Übersetzung von Theodor Commichau. Quelle: YouTube, Christian Ebbertz. Rechte am Video verbleiben beim jeweiligen Rechteinhaber; keine freie Lizenz zugesichert.
Hörauftrag: Achte auf das Reimen. Unterstreiche in der Buchfassung zwei Wörter, die sich reimen, und beschreibe, wie der Erzähler über Onegin spricht.
Drei Textstellen genau untersuchen
Textstelle A: Tatjanas Liebesbrief
Russisches Original, drittes Kapitel, „Письмо Татьяны к Онегину“:
Я к вам пишу — чего же боле?
Что я могу еще сказать?
Historische deutsche Übersetzung von Theodor Commichau, drittes Buch, „Tatjanens Brief an Onegin“:
»Ich bin so kühn, an Sie zu schreiben –
Ach, braucht es mehr als dies allein?
Beobachtung: Tatjana beginnt direkt. Sie zeigt ihre Gefühle und setzt sich der Gefahr einer Zurückweisung aus.
Interpretation: Der Brief kann als Ausdruck romantischer Sehnsucht gelesen werden. Gleichzeitig handelt Tatjana mutig und selbstbestimmt.
Sprachvergleich: Das russische „Я к вам пишу“ beginnt unmittelbar mit „Ich schreibe Ihnen“. Commichau formuliert „Ich bin so kühn“. Damit betont seine Übersetzung stärker den Mut, den das Schreiben verlangt.
Arbeitsauftrag: Markiere im vollständigen Brief Wörter, die Angst oder Hoffnung zeigen. Erkläre zwei davon.
Quellen: Russisches Original, Kapitel III; Commichau-Übersetzung, Buch III, Tatjanens Brief.
Textstelle B: Welche Sprache spricht Tatjana?
Im dritten Kapitel erklärt der Erzähler, Tatjana habe ihren Brief innerhalb der Geschichte auf Französisch geschrieben.
Commichau, drittes Buch, Strophe XXVI:
Daß ich Tatjanas Brieferguß
Der nationalen Ehre wegen
Erst förmlich übersetzen muß.
Wichtig für die Quellenarbeit: Das ist eine Aussage des Erzählers innerhalb des Romans. Sie bedeutet nicht, dass uns ein eigenständiger französischer Originalbrief Puschkins vorliegt. Der literarische Originaltext wurde auf Russisch geschrieben.
Deutung: Französisch galt in Teilen der russischen Oberschicht als besonders vornehm. Der Text zeigt, wie Sprache und soziale Stellung zusammenhängen.
Arbeitsauftrag: Erkläre, warum die Behauptung des Erzählers für die Figurenwelt wichtig ist. Trenne dabei klar zwischen dem erzählten Geschehen und der Entstehung des Buches.
Quelle: Commichau-Übersetzung, Buch III, Strophe XXVI.
Textstelle C: Tatjanas Entscheidung am Ende
Russisches Original, achtes Kapitel, Strophe XLVII:
Я вас люблю (к чему лукавить?),
Но я другому отдана;
Я буду век ему верна».
Historische deutsche Übersetzung von Theodor Commichau, achtes Buch, Strophe XLVII:
Ich liebe Sie – heut darf ich's klagen –
Doch hat ein andrer mich gefreit:
Ihm bleib' ich treu in Ewigkeit!«
Beobachtung: Tatjana sagt, dass sie Onegin liebt. Trotzdem bleibt sie ihrem Ehemann treu.
Mögliche Interpretation: Ihre Entscheidung zeigt einen Konflikt zwischen Gefühl, Versprechen und gesellschaftlicher Erwartung. Du kannst unterschiedlich beurteilen, wie frei sie entscheiden kann. Begründe deine Meinung am Text.
Sprachvergleich: Das russische „Но я другому отдана“ betont, dass sie einem anderen gegeben beziehungsweise anvertraut wurde. Commichaus Formulierung „Doch hat ein andrer mich gefreit“ verwendet das historische deutsche Wort „gefreit“ für das Werben beziehungsweise Heiraten. Beide Fassungen setzen andere sprachliche Akzente.
Quellen: Commichau-Übersetzung, Buch VIII, Strophe XLVII; Russisches Original, Kapitel VIII, Strophe XLVII.
Romantik und internationale Nachbarströmungen
Die Romantik betont oft Gefühle, Sehnsucht, Träume, Natur und die besondere Persönlichkeit eines Menschen. In Eugen Onegin findest du diese Merkmale vor allem bei Tatjana und Lenski.
Doch Puschkin zeigt auch den Alltag des Adels, gesellschaftliche Regeln und menschliche Schwächen. Deshalb weist das Werk zugleich in Richtung des Realismus.
| Literarische Strömung | Kennzeichen | Beispiel in Eugen Onegin |
|---|---|---|
| Romantik | Gefühle, Traumwelt, Sehnsucht | Tatjanas Liebesbrief und ihr Traum |
| Englische Romantik | Außenseiter und desillusionierte Helden, etwa bei Lord Byron | Onegins Langeweile erinnert an den „byronischen Helden“. |
| Deutsche Romantik | Fantasie, innere Welt, Natur; etwa bei Novalis und E. T. A. Hoffmann | Tatjanas Traum lässt sich auf ähnliche Motive untersuchen. |
| Historischer Roman | Vergangene Zeiten und Gesellschaften, etwa bei Walter Scott | Puschkin schildert seine eigene Zeit sehr genau, schreibt aber keinen klassischen historischen Roman. |
| Früher Realismus | Alltag, gesellschaftliche Regeln und Widersprüche | Adelsleben, Heiratsnormen und Folgen des Duells |
Vergleiche, statt nur zuzuordnen: Tatjanas Traum wirkt romantisch. Das Duell zeigt dagegen auch, wie gefährlich gesellschaftliche Ehrvorstellungen sein können. Ein Werk darf Merkmale mehrerer Strömungen verbinden.

Tatjanas Traum, Illustration von Konstantin Korowin (1899). Quelle: Wikimedia Commons, gemeinfrei.
Bildfrage: Welche Einzelheiten wirken märchenhaft oder bedrohlich? Suche eine passende Stelle im fünften Kapitel. Das Bild ist eine spätere Interpretation, keine Abbildung aus Puschkins Manuskript.
Die Gesellschaft und das Duell
Ein Duell sollte die Ehre eines Mannes verteidigen. Solche Regeln hatten gefährliche Folgen. Onegin erkennt die Situation, lässt sich aber dennoch auf die Begegnung mit Lenski ein.

Onegin und Lenski beim Duell, Illustration von Ilja Repin (1899). Quelle: Wikimedia Commons, gemeinfrei.
Deutungsfrage: Wie hätte Onegin handeln können, um den Konflikt zu beenden? Beziehe seine Freundschaft zu Lenski und die Erwartungen der Gesellschaft ein.
Historische Bewegung: Ein Walzer als spätere Bildquelle

Animierte Bewegungsstudie eines Walzers nach Fotografien von Eadweard Muybridge aus dem Jahr 1887; digitale Bearbeitung: Racconish. Quelle: Wikimedia Commons, gemeinfrei.
Quellenkritik: Die Animation stammt aus dem Jahr 1887, also lange nach der Entstehung des Romans. Sie veranschaulicht historische Tanzbewegungen, belegt aber nicht den genauen Tanzstil bei Tatjanas Fest.
Vergleichsfrage: Was kannst du aus einem historischen Bild lernen? Was kannst du daraus nicht sicher schließen?
Original, Übersetzung und spätere Bearbeitung
Ein Buch kann mehrfach übersetzt werden. Eine Übersetzung versucht, Sinn und Stil zu vermitteln. Wortwahl, Klang und Reime können sich dabei verändern.
Eine Interpretation ist etwas anderes: Sie erklärt, wie ein Text verstanden werden kann. Sie braucht Textbelege.
Eine Bearbeitung verändert die Kunstform. Der Komponist Pjotr Iljitsch Tschaikowski machte aus dem Versroman die Oper Eugen Onegin, die 1879 erstmals aufgeführt wurde. Eine Oper ist keine wortgetreue Wiedergabe des Romans.
Russischer Klang
Aussprache des russischen Titels durch Revolynka (2021). Quelle: Wikimedia Commons. Lizenzangabe: CC BY-SA 4.0; auf Commons ist zusätzlich eine Freigabe in die Gemeinfreiheit vermerkt.
Historische Opernaufnahme
Claudia Muzio singt die Briefszene aus Tschaikowskis Oper, Aufnahme von 1920, auf Italienisch. Musik: Pjotr Iljitsch Tschaikowski. Quelle: Wikimedia Commons. Dort als in den USA gemeinfrei gekennzeichnet; weitere territoriale Rechte sind gegebenenfalls gesondert zu prüfen.
Die Briefszene auf der Bühne
Briefszene aus Tschaikowskis Oper mit Elena Stikhina, Mariinski-Theater; Aufnahme 2019, veröffentlicht 2021. Quelle: offizieller YouTube-Kanal des Mariinski-Theaters. Einbettung des Videos; keine freie Nachnutzungslizenz behauptet.
Medienauftrag: Vergleiche die ersten Zeilen von Tatjanas Brief mit der Opernszene. Was machen Stimme, Musik und Schauspiel sichtbar, das im geschriebenen Text nur beschrieben wird?
Vorsicht bei historischen Bildern

Zeichnung von Puschkin (1830). Die Datei heißt „Eugene Onegin's portrait“, doch nach der auf Commons genannten neueren Zuschreibung stellt sie wahrscheinlich den Dichter Dmitri Wenewitinow dar. Quelle: Wikimedia Commons, gemeinfrei.
Lerne daraus: Ein Dateiname ist noch kein sicherer Beweis. Prüfe Beschreibung, Herkunft und spätere wissenschaftliche Zuschreibungen.
Gestufte Hilfen zur Textarbeit
Hilfe 1 – Leicht: Verstehen
Lies die Textstelle langsam. Frage zuerst: Wer spricht? Zu wem? Was passiert? Schreibe deine Antwort in einem einfachen Satz.
Satzanfang: „In dieser Stelle sagt Tatjana, dass …“
Hilfe 2 – Standard: Untersuchen
Markiere zwei auffällige Wörter. Frage: Welche Gefühle oder Gegensätze zeigen sie? Nutze ein kurzes Originalzitat.
Satzanfang: „Das Wort ‚…‘ zeigt, dass …“
Hilfe 3 – Schwer: Deuten und vergleichen
Vergleiche den russischen Wortlaut mit Commichaus Übersetzung. Unterscheide Beobachtung, Deutung und historische Erklärung.
Satzanfang: „Im russischen Text wird … betont. Die deutsche Übersetzung hebt dagegen … hervor. Das könnte bedeuten, dass …“
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wer schrieb den Versroman Eugen Onegin? (Aleksander Sergeevič Puškin) (!Pjotr Iljitsch Tschaikowski) (!Walter Scott) (!Lord Byron)
In welcher Sprache entstand das literarische Original? (Russisch) (!Deutsch) (!Italienisch) (!Französisch)
Wie heißt die historische deutsche Übersetzungsperson der verwendeten TextGrid-Ausgabe? (Theodor Commichau) (!Johann Wolfgang Goethe) (!Ilja Repin) (!Konstantin Korowin)
Welche Textsorte ist Eugen Onegin? (Ein Versroman) (!Ein Theaterstück in fünf Akten) (!Ein Sachbuch über das Zarenreich) (!Eine Sammlung von Märchen)
Wer schreibt zuerst einen Liebesbrief? (Tatjana) (!Olga) (!Lenski) (!Onegin)
Warum kommt es zum Duell? (Onegins Verhalten gegenüber Olga führt zum Streit mit Lenski) (!Tatjana fordert Lenski heraus) (!Onegin und Lenski streiten über ein Erbe) (!Olga verbietet Onegin den Zutritt zum Haus)
Wie endet das Duell? (Onegin tötet Lenski) (!Tatjana tötet Onegin) (!Olga verletzt Lenski) (!Beide Freunde versöhnen sich ohne Kampf)
Wie entscheidet Tatjana beim Wiedersehen? (Sie bleibt ihrem Ehemann treu) (!Sie verlässt sofort ihren Ehemann) (!Sie heiratet Lenski) (!Sie nimmt Onegin als Hauslehrer auf)
Welches Merkmal weist besonders auf die Romantik hin? (Tatjanas Sehnsucht und Traumwelt) (!Ein ausführliches Verzeichnis aller Landgüter) (!Die Erklärung einer chemischen Reaktion) (!Eine amtliche Steuerberechnung)
Was ist Tschaikowskis Eugen Onegin im Vergleich zu Puschkins Buch? (Eine spätere Opernbearbeitung) (!Die russische Erstfassung des Romans) (!Die deutsche Übersetzung von Commichau) (!Ein historisches Dokument über Puschkins Kindheit)
Memory
| Versroman | Eine längere Erzählung in Versen |
| Tatjana | Verfasserin des ersten Liebesbriefs |
| Lenski | Onegins Freund und Duellgegner |
| Romantik | Sehnsucht und innere Gefühlswelt |
| Erzähler | Vermittelt und kommentiert die Handlung |
| Übersetzung | Übertragung in eine andere Sprache |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Handlung und Bedeutung |
|---|---|
| Landgut | Onegins neuer Wohnort |
| Liebesbrief | Tatjanas Geständnis |
| Fest | Auslöser des Streits um Olga |
| Duell | Tod des Freundes Lenski |
| Wiedersehen | Tatjanas Entscheidung für ihre Ehe |
Kreuzworträtsel
| Tatjana | Welche Figur schreibt den ersten Liebesbrief? |
| Lenski | Wie heißt Onegins Freund, der im Duell stirbt? |
| Onegin | Wie lautet der Familienname der Titelfigur? |
| Olga | Wie heißt Tatjanas Schwester? |
| Jambus | Welcher Versfuß prägt die russische Onegin-Strophe? |
| Roman | Wie nennt man eine längere erzählende Dichtung? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht – Figuren und Handlung
- Figurenkonstellation: Erstelle auf einem Blatt oder digital eine kleine Übersicht mit Onegin, Tatjana, Lenski und Olga. Zeichne die Beziehungen ein. Wähle eine Person aus und erkläre ihre wichtigste Entscheidung mit einer passenden Stelle aus dem Volltext. Hilfe: Nutze die Figuren-Tabelle und beginne mit „Die Figur entscheidet sich für …“.
Standard – Original und Übersetzung
- Textvergleich: Vergleiche die beiden Anfangszeilen von Tatjanas Brief auf Russisch und in Commichaus Deutsch. Untersuche mindestens zwei Unterschiede in Wortwahl oder Wirkung. Schreibe einen kurzen Vergleich von etwa 150 Wörtern. Hilfe: Nutze die Fragen „Was steht wörtlich da?“, „Was verändert die Übersetzung?“ und „Welche Deutung ist möglich?“. Kennzeichne Vermutungen ausdrücklich.
Schwer – Die Epoche am Werk überprüfen
- Epochenvergleich: Prüfe die These: „Eugen Onegin ist romantisch, kritisiert aber romantische Vorstellungen.“ Untersuche Tatjanas Brief, ihren Traum und das Duell. Vergleiche die Ergebnisse mit mindestens einer anderen europäischen Literaturströmung. Gestalte eine begründete Stellungnahme, einen Vortrag oder ein kurzes Erklärvideo. Hilfe: Trenne in Deiner Darstellung immer Textbefund, historischen Kontext und eigene Interpretation. Nenne die verwendeten Kapitel und Textstellen.


Lernkontrolle
Hier geht es um Zusammenhänge und begründete Urteile, nicht nur um Auswendiglernen.
- Verantwortung: Erkläre anhand des Duells, wie persönliche Entscheidungen und gesellschaftlicher Druck zusammenwirken.
- Rollenbilder: Vergleiche Tatjanas Verhalten zu Beginn und am Ende. Ist ihre Entwicklung eher Anpassung oder Selbstbestimmung? Begründe deine Antwort mit zwei Textstellen.
- Erzählperspektive: Untersuche eine Bemerkung des Erzählers. Erkläre, wie sie deine Sicht auf Onegin beeinflusst.
- Literaturepochen: Finde ein romantisches und ein gesellschaftskritisches Merkmal im Werk. Erkläre, warum beide zusammenpassen.
- Übersetzungskritik: Zeige an Tatjanas Brief, warum eine Übersetzung nicht mit dem russischen Original gleichgesetzt werden darf.
- Medienvergleich: Erkläre, warum eine Opernaufnahme und eine Illustration hilfreiche Interpretationen, aber keine unmittelbaren Beweise für den ursprünglichen Wortlaut sind.
Lernnachweis
Für deinen Lernnachweis erstellst du ein kurzes Portfolio oder eine schriftliche Analyse. Darin sollten folgende Leistungen erkennbar sein:
- Inhalt: Du stellst den wichtigsten Konflikt der Handlung verständlich dar.
- Figuren: Du erklärst zwei Entscheidungen und ihre Folgen.
- Textbelege: Du nutzt mindestens zwei korrekt übernommene kurze Zitate mit Kapitel- oder Strophenangabe.
- Sprache und Aufbau: Du beschreibst die Versform oder die Rolle des Erzählers.
- Epochenvergleich: Du belegst ein romantisches und ein realistisches Merkmal.
- Quellenkritik: Du unterscheidest Originaltext, historische Übersetzung und spätere Bearbeitung.
- Eigenes Urteil: Du formulierst eine begründete Deutung und kennzeichnest sie als solche.
Bewertungshinweis: Besonders wichtig sind nachvollziehbare Begründungen, genaue Belege und eine klare Trennung von Textaussage und eigener Interpretation.
OERs zum Thema
Wikipedia-Artikel:
Weitere Quellen und frei zugängliche Materialien:
- Wikipedia: Eugen Onegin – Überblick zum Werk
- TextGrid: vollständig lesbare historische deutsche Übersetzung von Theodor Commichau
- TextGrid: Angaben zur Edition und deren Lizenz
- Russische Virtuelle Bibliothek: Originaltext des dritten Kapitels
- Wikimedia Commons: weitere Medien zum Werk
- Mariinski-Theater: Hintergrund zur Oper und ihrer Entstehung
Lizenz- und Quellenhinweise: Die eingebundenen historischen Gemälde und Illustrationen werden auf ihren Commons-Dateiseiten als gemeinfrei gekennzeichnet. Die Aufnahme der Kapitel-Titelseite trägt CC BY-SA 4.0 mit Namensnennung Nikita Andreev. Die russische Aussprachedatei nennt Revolynka und CC BY-SA 4.0 sowie eine zusätzliche Freigabe. Die historische Opernaufnahme ist bei Commons als in den USA gemeinfrei ausgewiesen. Die Walzeranimation stammt von einer historischen Muybridge-Aufnahme und einer gemeinfreien digitalen Bearbeitung durch Racconish. Für genaue Nachnutzungsbedingungen sind die jeweils verlinkten Dateiseiten maßgeblich.
Die TextGrid-Ausgabe enthält gemeinfreie literarische Texte; die TextGrid-Annotationen und Metadaten stehen laut Repositorium unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid. Die YouTube-Videos werden nur als bestehende Videos eingebettet. Aus der Einbettung folgt keine freie Lizenz zur Weiterverwendung.
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