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Waren bewirtschaften - Kosmetiker - LF 5

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Waren bewirtschaften - Kosmetiker - LF 5

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Einleitung

Du übernimmst im Kosmetikinstitut die Verantwortung für einen klar abgegrenzten Warenwirtschaftsauftrag: Pflegeprodukte, Verbrauchsmaterialien und Verkaufsartikel sollen bedarfsgerecht verfügbar sein, sicher gelagert werden und wirtschaftlich kalkuliert sein. Du lernst, einen Auftrag zu analysieren, Daten zu prüfen, einen Arbeitsplan zu erstellen, Entscheidungen zu begründen, Ergebnisse zu kontrollieren und nachvollziehbar zu dokumentieren.

Der KMK-Rahmenlehrplan ordnet Lernfeld 5 dem zweiten Ausbildungsjahr mit 40 Unterrichtsstunden zu. Er nennt als Kernbereiche Sortiment, Depotverwaltung, Inventur- und Bestelllisten, Warenkalkulation und Fremdsprache. Die Zielformulierung verlangt, Waren- und Depotsysteme fachlich und betriebswirtschaftlich zu beurteilen, den Produktbedarf zu ermitteln, Bestellungen zu simulieren, Lagerwirtschaftsvorschriften anzuwenden, technische Hilfsmittel einzusetzen und Warenpreise selbstständig zu kalkulieren. Die bundesrechtliche Ausbildungsordnung ergänzt dazu ausdrücklich: Waren und Material bestellen, lagern, Bestände pflegen, Inventur durchführen sowie Preise kalkulieren und auszeichnen. Beachte: Der hier herangezogene KMK-Rahmenlehrplan stammt aus 2001/2002; stimme die konkrete Umsetzung mit dem gültigen Landeslehrplan, deinem betrieblichen Ausbildungsplan und der zuständigen Kammer ab.


Sortiment, Warenbedarf und Depotplanung

Sortiment im Kosmetikinstitut

Das Sortiment umfasst alle Waren, die ein Institut anbietet oder für Dienstleistungen benötigt. Unterscheide:

  • Verkaufswaren: Produkte, die Kundinnen und Kunden mitnehmen, etwa Reinigungsmilch, Tagespflege oder Sonnenschutz.
  • Behandlungswaren: Produkte, die während einer Behandlung verbraucht werden, etwa Masken, Peelings oder Ampullen.
  • Betriebs- und Verbrauchsmaterial: Einmalhandschuhe, Kompressen, Spatel, Desinfektionsmittel und Papierprodukte.
  • Depotwaren: Waren, die im Institut für Verkauf oder Anwendung bevorratet werden. Ein Depot kann ein physischer Lagerbereich oder ein vom Lieferanten betreutes Warenkonzept sein.

Ein Sortiment soll zum betrieblichen Leistungsangebot, zur Zielgruppe, zur fachlichen Kompetenz, zur Lagerkapazität und zur Kapitalbindung passen. Ein breites Sortiment bietet Auswahl, bindet aber mehr Geld und erhöht das Risiko langsam drehender oder ablaufender Waren. Ein schmales Sortiment ist leichter zu steuern, kann jedoch Nachfrage nicht abdecken.

Bedarf ermitteln und Verbrauch beobachten

Der Bedarf ergibt sich aus geplanten Behandlungen, dem durchschnittlichen Verbrauch je Behandlung, Verkaufsprognosen, vorhandenen Beständen, Lieferzeiten und Sicherheitsreserven. Trenne dabei Verbrauch für Behandlungen und Absatz an Kundschaft, damit du nicht doppelt zählst.

Beispiel: In vier Wochen sind 36 Gesichtsbehandlungen geplant. Pro Behandlung werden durchschnittlich 12 ml eines Reinigungsprodukts eingesetzt. Zusätzlich werden voraussichtlich 8 Verkaufsflaschen zu je 150 ml verkauft. Geplanter Bedarf: 36 × 12 ml = 432 ml für Behandlungen; 8 × 150 ml = 1.200 ml Verkaufsware. Gesamtbedarf in Produktmenge: 1.632 ml. Wenn im Bestand 900 ml verwendbar und nicht reserviert sind, beträgt der rechnerische Nettobedarf 1.632 − 900 = 732 ml. Die Bestellmenge muss anschließend an Packungsgrößen, Lieferzeit und Sicherheitsbestand angepasst werden.

ABC-Analyse und Sortimentsentscheidung

Die ABC-Analyse ordnet Artikel nach ihrem Wertanteil am Gesamtverbrauch oder Umsatz. A-Artikel haben einen hohen Wertanteil und benötigen besondere Aufmerksamkeit; C-Artikel haben einen geringen Wertanteil und können oft mit vereinfachten Kontrollen geführt werden. Die Einteilung richtet sich nach dem konkreten Betrieb und ist keine starre gesetzliche Klassifizierung. Ein preisgünstiger Einmalartikel kann trotz geringem Wertanteil hygienisch kritisch sein. Wertanalyse ersetzt daher niemals die fachliche Risikobewertung.

Kosmetiksortiment: Produktvielfalt und Warenpräsentation. Foto: Aleksandra Brzezińska, CC BY-SA 4.0.
Kosmetiksortiment: Produktvielfalt und Warenpräsentation. Foto: Aleksandra Brzezińska, CC BY-SA 4.0.


Beschaffung, Bestellung und Warenannahme

Lieferant und Bestellung auswählen

Vergleiche nicht nur den Einkaufspreis. Prüfe Qualität, Eignung für den professionellen Einsatz, Lieferzuverlässigkeit, Mindestbestellmenge, Versandkosten, Zahlungsbedingungen, Rückgaberegeln, Verpackung und Nachhaltigkeitsinformationen. Herstellerangaben und Produktkennzeichnung sind für Lager- und Anwendungsbedingungen maßgeblich. Kaufe keine Ware allein aufgrund eines Rabatts, wenn sie voraussichtlich nicht rechtzeitig verbraucht wird.

Eine Bestellliste enthält mindestens Artikelnummer oder eindeutige Artikelbezeichnung, Sollbestand, Istbestand, Bedarf, Bestellmenge, Lieferant, Bestelldatum und erwarteten Liefertermin. Bei digitalen Warenwirtschaftssystemen prüfst du Eingaben, Berechtigungen und den korrekten Artikelstamm. Kunden- oder Beschäftigtendaten gehören nicht in eine allgemeine Bestellliste.

Meldebestand und Bestellpunktverfahren

Der Meldebestand ist der Bestand, bei dessen Erreichen eine Bestellung ausgelöst werden soll. Eine gebräuchliche Rechenregel lautet:

Meldebestand = Tagesverbrauch × Lieferzeit in Tagen + Mindestbestand.

Praxisrechnung: Ein Institut verbraucht im Mittel 4 Flaschen Serum pro Tag. Die Lieferzeit beträgt 5 Tage. Als Mindestbestand sind 8 Flaschen festgelegt. Meldebestand = 4 × 5 + 8 = 28 Flaschen. Sobald der verfügbare Bestand 28 Flaschen erreicht oder unterschreitet, wird der Bestellvorgang geprüft und ausgelöst. Bei einer geplanten Lieferverzögerung oder außergewöhnlich hohem Verbrauch muss die Planung angepasst werden.

Das Bestellpunktverfahren überwacht laufend den Bestand und löst beim Erreichen des Meldebestands eine Bestellung aus. Beim Bestellrhythmusverfahren wird zu festgelegten Zeitpunkten geprüft und bestellt. Das passende Verfahren hängt von Verbrauchsschwankungen, Artikelwert, Lieferzuverlässigkeit und Aufwand ab.

Das deutschsprachige Lernvideo von „Wirtschaft gaaanz einfach!“ erklärt Bestellpunktverfahren, Tagesverbrauch, Mindest-, Melde- und Höchstbestand anhand einer Rechen- und Zeichnungsaufgabe. Nutze es zum Nachvollziehen der Rechenschritte; übertrage die Logik anschließend auf einen Kosmetikartikel.

Warenannahme und Qualitätsprüfung

Vergleiche Lieferung, Bestellung und Lieferschein. Kontrolliere Artikel, Menge, Verpackungszustand, Chargenkennzeichnung, gegebenenfalls Mindesthaltbarkeits- oder Verwendungsangaben sowie erkennbare Transportschäden. Prüfe, ob die Ware den vereinbarten Spezifikationen entspricht. Abweichungen dokumentierst du mit Datum, Artikel, Charge, Soll-/Ist-Menge und sachlicher Beschreibung und meldest sie nach betrieblichem Verfahren. Ware mit beschädigter, undichter oder zweifelhafter Verpackung wird nicht einfach in den Verkaufs- oder Behandlungsbestand übernommen. Kläre die weitere Behandlung mit der verantwortlichen Fachkraft und dem Lieferanten.

Kosmetikprodukte als Beispiel für unterschiedliche Artikel und Gebinde. Foto: KaurJmeb, CC BY-SA 3.0 und GFDL 1.2 oder später.
Kosmetikprodukte als Beispiel für unterschiedliche Artikel und Gebinde. Foto: KaurJmeb, CC BY-SA 3.0 und GFDL 1.2 oder später.


Lagerhaltung, Depotverwaltung und Inventur

Ordnung und Lagerbedingungen

Ein Lager ist nur dann wirtschaftlich, wenn Artikel auffindbar, verwendbar und vor Qualitätsverlust geschützt sind. Richte Lagerzonen nach Warengruppen, Zugriffshäufigkeit und den Herstellerangaben ein. Beachte Temperatur, Licht, Feuchtigkeit, Verschluss, Hygiene, Trennung unverträglicher Stoffe und Schutz vor unbefugtem Zugriff. Die konkreten Lagerbedingungen ergeben sich aus Kennzeichnung und Herstellerinformation; eine pauschale Temperatur für alle Kosmetika gibt es nicht.

Das FIFO-Prinzip (First In, First Out) bedeutet: zuerst eingelagerte Ware wird zuerst entnommen. Bei Produkten mit Mindesthaltbarkeits- oder Verwendungsfrist ist FEFO (First Expired, First Out) oft sachgerechter: Ware mit dem frühesten Ablaufdatum wird zuerst verwendet oder verkauft, sofern sie noch einwandfrei ist. Prüfe bei jeder Entnahme Zustand und Frist; ein älteres Produkt darf nicht verwendet werden, wenn seine Verwendbarkeit zweifelhaft ist.

Beispiel für sortierte Kosmetikprodukte. Foto: DanSibil / weitere Bearbeitung durch den in der Dateiversion genannten Uploader, CC BY-SA 4.0.
Beispiel für sortierte Kosmetikprodukte. Foto: DanSibil / weitere Bearbeitung durch den in der Dateiversion genannten Uploader, CC BY-SA 4.0.

Bestandsführung und Inventur

Die Bestandsführung dokumentiert Zugänge, Abgänge, Retouren, Bruch, Entnahmen und Korrekturen. Der rechnerische Bestand ist der Sollbestand im System. Der Istbestand wird durch Zählen, Messen oder Wiegen ermittelt. Eine Inventur vergleicht beide Werte und klärt Abweichungen.

Beispiel: Im Warenwirtschaftssystem stehen 24 Masken. Beim Zählen findest du 21 verkaufsfähige Masken und 1 beschädigte Packung, die gesperrt wurde. Der verkaufsfähige Istbestand ist 21, nicht 22 oder 24. Die beschädigte Packung wird separat als gesperrte Ware dokumentiert. Die Differenz zum Systembestand beträgt −3 verkaufsfähige Einheiten; prüfe Entnahmen, Verkäufe, Retouren, Bruchbuchungen und Erfassungsfehler, bevor du den Bestand korrigierst.

Eine Inventurliste enthält Artikelnummer, Bezeichnung, Lagerort, Charge falls erforderlich, Mengeneinheit, gezählte Menge, Zustand, Datum und Kürzel der verantwortlichen erfassenden Person. Korrekturen müssen nachvollziehbar und nach betrieblicher Freigabe erfolgen. Erfinde keine Zählwerte und lösche Abweichungen nicht, um Soll und Ist künstlich anzugleichen.

Waren übersichtlich in Regalen anordnen: Übertragbares Beispiel für Sortierung und Sichtkontrolle. Foto: Frankie Fouganthin, CC BY-SA 4.0.
Waren übersichtlich in Regalen anordnen: Übertragbares Beispiel für Sortierung und Sichtkontrolle. Foto: Frankie Fouganthin, CC BY-SA 4.0.

Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz

Arbeite ergonomisch: schwere Kartons körpernah heben, geeignete Hilfsmittel nutzen, Wege freihalten und Regale nicht überlasten. Beachte Sicherheitsdatenblätter, Kennzeichnung und betriebliche Unterweisungen für Reinigungs- und Desinfektionsmittel. Gefahrstoffe werden nur nach den betrieblichen Schutzmaßnahmen und durch unterwiesene Personen gehandhabt. Keine Stoffe umfüllen, mischen oder in unbeschrifteten Behältern lagern. Bei beschädigten Gebinden, Leckagen oder unbekannten Stoffen Tätigkeit stoppen, Bereich sichern und die zuständige Fachkraft informieren. Gefährliche Tätigkeiten erfolgen ausschließlich unter befugter Aufsicht; als Lernalternative dienen Fotos, Etiketten, leere Übungsgebinde oder eine digitale Lagersimulation.

Vermeide Überbestände und unnötige Verpackung, bestelle bedarfsgerecht, nutze Mehrweg- und Recyclinglösungen, soweit hygienisch und rechtlich geeignet, und entsorge Verpackungen sowie Produktreste nach Herstellerangaben und örtlichen Vorgaben. Nachhaltigkeit bedeutet auch, Ware rechtzeitig zu drehen und Verderb zu vermeiden.


Warenkalkulation, Preisgestaltung und Dokumentation

Einstandspreis und Verkaufspreis

Der Einstandspreis ist der Bezugspreis einschließlich zurechenbarer Bezugskosten und abzüglich möglicher Preisnachlässe. Für eine einfache Übung gilt: Listeneinkaufspreis − Lieferantenrabatt − Lieferantenskonto + Bezugskosten = Bezugspreis/Einstandspreis (die genaue betriebliche Definition ist im verwendeten Kalkulationsschema zu prüfen).

Beispiel pro Stück: Listeneinkaufspreis 20,00 €. Lieferantenrabatt 10 % = 2,00 €; Zieleinkaufspreis 18,00 €. Lieferantenskonto 2 % von 18,00 € = 0,36 €; Bareinkaufspreis 17,64 €. Bezugskosten 0,60 €; Einstandspreis 18,24 €.

Für eine vereinfachte Zuschlagskalkulation wird ein betrieblicher Zuschlag für Handlungskosten und Gewinn berücksichtigt. Bei 18,24 € Einstandspreis und einem kalkulatorischen Zuschlag von 60 % auf den Einstandspreis ergibt sich 18,24 × 1,60 = 29,184 €, gerundet 29,18 € netto. Bei 19 % Umsatzsteuer (nur als Rechenbeispiel; Steuersatz und Preisangaben vor Verwendung aktuell prüfen) ergibt sich 29,18 × 1,19 = 34,7242 €, also 34,72 € brutto. In der Praxis gelten die betrieblichen Kalkulationsvorgaben; ein pauschaler Zuschlag ist keine allgemeingültige Preisempfehlung.

Die Handelsspanne beschreibt den Abstand zwischen Verkaufspreis und Einstandspreis. Absolute Handelsspanne = Nettoverkaufspreis − Einstandspreis. Relative Handelsspanne = absolute Handelsspanne ÷ Nettoverkaufspreis × 100 %. Achte darauf, ob eine Aufgabe Handelsspanne oder Kalkulationsaufschlag verlangt: Die Bezugsgröße ist unterschiedlich.

Das Video „Handelsspanne – gaaanz einfach!“ von „Wirtschaft gaaanz einfach!“ erläutert absolute und relative Handelsspanne mit Beispielen. Vergleiche die Bezugsgröße mit dem obigen Rechenweg.

Digitalisierung, Datenschutz und Fremdsprache

Digitale Warenwirtschaft kann Bestände, Chargen, Liefertermine, Preise und Mindestbestände verwalten. Prüfe Artikelstammdaten und Einheiten sorgfältig: Ein Eingabefehler bei ml, Stück oder Packung vervielfacht den Fehler in Bestellung und Inventur. Nutze persönliche Zugänge, sichere Passwörter und rollenbasierte Berechtigungen. Erfasse nur Daten, die für den Geschäftszweck erforderlich sind. Kundenprofile, Hautinformationen und Kontaktdaten gehören nicht in offene Lagerlisten. Beachte die Datenschutz-Grundverordnung und betriebliche Lösch- und Zugriffsregeln.

Nützliche Fachbegriffe für Lieferantenkontakte: order = Bestellung, delivery note = Lieferschein, stock level = Lagerbestand, batch number = Chargennummer, expiry date = Ablaufdatum, purchase price = Einkaufspreis, retail price = Verkaufspreis, short delivery = Minderlieferung. Bei fremdsprachigen Produktinformationen prüfst du die Bedeutung fachlich, statt unklare Angaben zu erraten.

Durchgerechneter Praxisfall: Monatsbedarf und Bestellung

Auftrag: Für das fiktive Kosmetikinstitut „Studio Klarblick“ sollst du den Bedarf an einer professionellen Reinigungsmaske für den nächsten Monat ermitteln, die Bestellmenge begründen, die Lieferung prüfen und den Verkaufspreis kalkulieren. Alle Zahlen sind Übungsdaten und keine echten Betriebs- oder Kundendaten.

Ausgangsdaten: Geplant sind 48 Behandlungen. Je Behandlung werden 25 ml Maske benötigt. Zusätzlich werden 6 Tiegel à 200 ml als Verkaufsware prognostiziert. Im Lager sind 5 ungeöffnete Tiegel à 500 ml verfügbar. Für Behandlungen sind bereits 1.000 ml reserviert. Lieferzeit: 4 Tage. Durchschnittlicher Tagesverbrauch: 1 Tiegel (500 ml). Mindestbestand: 2 Tiegel. Lieferant liefert nur volle 500-ml-Tiegel. Ein Tiegel kostet laut Liste 16,00 € netto; Rabatt 5 %, Skonto 2 % auf den rabattierten Preis; Bezugskosten 0,40 € je Tiegel.

Bedarf und Bestellung: Behandlungsbedarf = 48 × 25 ml = 1.200 ml. Verkaufsbedarf = 6 × 200 ml = 1.200 ml. Gesamtbedarf = 2.400 ml. Der vorhandene Bestand beträgt 5 × 500 ml = 2.500 ml. Davon sind 1.000 ml für Behandlungen reserviert; frei verfügbar sind 1.500 ml. Der zusätzliche Nettobedarf beträgt 2.400 − 1.500 = 900 ml. Um den Mindestbestand von 1.000 ml (2 Tiegel) nach dem geplanten Verbrauch zu sichern, sind insgesamt 1.900 ml zu beschaffen. Auf volle 500-ml-Gebinde aufgerundet: 4 Tiegel = 2.000 ml. Prüfe vor Bestellung, ob die Reservierung bereits im Systembestand enthalten ist, damit sie nicht doppelt berücksichtigt wird.

Meldebestand: 1 Tiegel Tagesverbrauch × 4 Tage Lieferzeit + 2 Tiegel Mindestbestand = 6 Tiegel. Sinkt der verfügbare Bestand auf 6 Tiegel, ist eine Bestellung auszulösen. Im vorliegenden Fall ist zusätzlich der konkrete Monatsbedarf zu berücksichtigen; Meldebestand und Bestellmenge beantworten unterschiedliche Fragen.

Preisrechnung pro Tiegel: 16,00 € − 5 % Rabatt (0,80 €) = 15,20 €. Skonto 2 % von 15,20 € = 0,304 €, gerundet 0,30 €; Bareinkaufspreis = 14,90 €. + 0,40 € Bezugskosten = 15,30 € Einstandspreis. Bei einem angenommenen Handlungskosten- und Gewinnzuschlag von 60 % auf Einstandspreis: 15,30 × 1,60 = 24,48 € netto. Bei beispielhaften 19 % Umsatzsteuer: 24,48 × 1,19 = 29,1312 €, gerundet 29,13 € brutto. Preisangaben, Steuerbehandlung und Kalkulationsschema sind vor einer echten Auszeichnung betrieblich zu prüfen.

Arbeitsplan:

  1. Auftrag und Zeitraum klären; Leistungsplan, Artikelstamm und betriebliche Regeln sichten.
  2. Bestände, Reservierungen, Verbrauch und Lieferzeit anhand der Übungsdaten prüfen.
  3. Bedarf getrennt nach Behandlungen und Verkaufsware berechnen; Nettobedarf und Sicherheitsbestand ausweisen.
  4. Bestellpunkt und Bestellmenge berechnen; Gebindegröße und Lieferant berücksichtigen.
  5. Bestellung simulieren und Wareneingang mit Bestellung und Lieferschein abgleichen.
  6. Ware, Menge, Charge, Verpackung und Herstellerangaben kontrollieren; Abweichungen dokumentieren.
  7. Ware nach Lagerregel einordnen; Bestand buchen und Preis kalkulieren.
  8. Ergebnis gegenrechnen, freigeben lassen und die Unterlagen datenschutzgerecht ablegen.

Prüfbares Arbeitsergebnis: Eine vollständige, datierte Bestell- und Prüfakte mit Bedarfstabelle, nachvollziehbaren Rechenwegen, begründeter Bestellmenge, ausgefüllter Wareneingangskontrolle, aktualisiertem Übungsbestand, Kalkulationsblatt und dokumentierter Freigabe. Die Rechnung muss mit den angegebenen Daten reproduzierbar sein.

Bewertungsraster (100 Punkte): Auftragsanalyse und Datenprüfung 15 Punkte; Bedarfsrechnung und Reservierungen 20 Punkte; Meldebestand und Bestellmenge 15 Punkte; Warenannahme und Lagerregeln 15 Punkte; Preisrechnung und Rundung 15 Punkte; Arbeitsschutz, Nachhaltigkeit und Datenschutz 10 Punkte; Dokumentation und Begründung 10 Punkte. Bestanden ist die Lernaufgabe ab 70 Punkten, sofern kein sicherheitskritischer Fehler vorliegt. Ein sicherheitskritischer Fehler (z. B. ungeprüfte beschädigte Ware in den Verkaufsbestand übernehmen oder Gefahrstoffhinweise ignorieren) muss unabhängig von der Punktzahl aufgearbeitet werden.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Waren bewirtschaften

Welche Inhalte nennt der KMK-Rahmenlehrplan für Lernfeld 5 ausdrücklich? (Sortiment, Depotverwaltung, Inventur- und Bestelllisten, Warenkalkulation und Fremdsprache) (!Hautdiagnose, Gesichtsreinigung, Nagelmodellage und Massage) (!Personalplanung, Lohnabrechnung, Steuererklärung und Werbung) (!Apparatekunde, Fußpflege, Permanent Make-up und Ernährung)




Wie wird der Nettobedarf grundsätzlich ermittelt? (Geplanter Bedarf minus verfügbarer verwendbarer Bestand) (!Mindestbestand plus Höchstbestand) (!Bestellmenge geteilt durch Lieferzeit) (!Umsatz minus Mehrwertsteuer)




Ein Artikel verbraucht 3 Stück pro Tag. Die Lieferzeit beträgt 4 Tage, der Mindestbestand 5 Stück. Wie hoch ist der Meldebestand? (17 Stück) (!12 Stück) (!20 Stück) (!7 Stück)




Wofür steht FEFO? (Die Ware mit dem frühesten Ablaufdatum wird zuerst entnommen) (!Die zuletzt eingelagerte Ware wird zuerst entnommen) (!Die teuerste Ware wird zuerst verkauft) (!Alle Waren werden unabhängig vom Datum gleichzeitig entnommen)




Was ist bei einer beschädigten Lieferung sachgerecht? (Abweichung dokumentieren, Ware separieren und die zuständige Stelle informieren) (!Ware ohne Prüfung direkt in den Verkaufsbestand buchen) (!Verpackung entsorgen und die Ware ohne Rückfrage verwenden) (!Menge im System stillschweigend anpassen)




Welche Aussage zur ABC-Analyse trifft zu? (Sie priorisiert Artikel nach ihrem Wertanteil und ersetzt keine fachliche Risikoprüfung) (!Sie ordnet Produkte ausschließlich nach ihrem Ablaufdatum) (!Sie ist eine gesetzlich festgelegte Einteilung mit festen Prozentgrenzen) (!Sie dient nur zur Bewertung von Kundenwünschen)




Wie hoch ist der Einstandspreis bei 20,00 € Listeneinkaufspreis, 10 % Rabatt, 2 % Skonto auf den rabattierten Preis und 0,60 € Bezugskosten? (18,24 €) (!18,60 €) (!17,64 €) (!20,60 €)




Welche Aussage beschreibt die Inventur korrekt? (Sie ermittelt den tatsächlichen Bestand und vergleicht ihn mit dem Sollbestand) (!Sie ist ausschließlich eine Prognose des künftigen Verbrauchs) (!Sie ersetzt die Kontrolle von Lieferungen) (!Sie dient nur zur Ermittlung des Verkaufspreises)




Welche Information gehört nicht in eine offene allgemeine Bestellliste? (Identifizierende Kunden- oder Gesundheitsdaten) (!Artikelbezeichnung) (!Bestellmenge) (!Liefertermin)




Warum wird ein Sicherheitsbestand eingeplant? (Um Verbrauchsschwankungen und Lieferverzögerungen abzufedern) (!Um unnötige Überbestände dauerhaft zu erhöhen) (!Um Inventuren überflüssig zu machen) (!Um Herstellerangaben zur Lagerung zu ersetzen)





Memory Game

Meldebestand Bestand, bei dem eine Bestellung ausgelöst werden soll
Mindestbestand Reserve, die möglichst nicht unterschritten werden soll
FIFO Zuerst eingelagerte Ware wird zuerst entnommen
FEFO Ware mit dem frühesten Ablaufdatum wird zuerst entnommen
Inventur Tatsächliche Bestände erfassen und mit dem Sollbestand vergleichen
Einstandspreis Einkaufspreis einschließlich zurechenbarer Bezugskosten und Nachlässe
ABC-Analyse Artikel nach ihrem Wertanteil priorisieren




Drag and Drop

Begriff Passende Erklärung
Warenannahme Lieferung mit Bestellung und Lieferschein abgleichen
Bestellpunktverfahren Bei Erreichen des Meldebestands Bestellung auslösen
Wareneingangskontrolle Menge, Zustand, Charge und Kennzeichnung prüfen
Bestandskorrektur Abweichung klären und nachvollziehbar berichtigen
Handelsspanne Differenz zwischen Nettoverkaufspreis und Einstandspreis




Kreuzworträtsel

Sortiment Gesamtheit aller angebotenen und benötigten Waren eines Betriebs
Inventur Tatsächliche Bestandsaufnahme im Betrieb
Rabatt Preisnachlass des Lieferanten oder Verkäufers
Skonto Nachlass bei Zahlung innerhalb einer vereinbarten Frist
Charge Kennzeichnung einer bestimmten Produktionsmenge
Lagerung Fachgerechte Aufbewahrung von Waren




LearningApps

Übe die Begriffe und Zusammenhänge mit einer thematischen Suche in LearningApps. Wähle eine passende Zuordnungs- oder Reihenfolgeübung und überprüfe anschließend deine Antworten anhand der Kapitel.


Lückentext

Ergänze die Fachbegriffe und Zusammenhänge zur Warenbewirtschaftung.
Das gesamte Angebot eines Instituts nennt man

. Der geplante Verbrauch abzüglich des verfügbaren verwendbaren Bestands ergibt den

. Der Bestand, bei dem eine Bestellung ausgelöst wird, heißt

. Er berechnet sich aus Tagesverbrauch mal Lieferzeit plus

. Beim Prinzip

wird die Ware mit dem frühesten Ablaufdatum zuerst entnommen. Die tatsächliche Bestandsaufnahme heißt

. Die Differenz zwischen Nettoverkaufspreis und Einstandspreis ist die absolute

. Eine Lieferung wird anhand von Bestellung und

geprüft. Beschädigte Ware wird zunächst

. Für die Lagerbedingungen sind Kennzeichnung und

maßgeblich. Kundenbezogene Gesundheitsdaten sind besonders zu

.



Offene Aufgaben


Leicht

  1. Warengruppen erkennen: Erstelle eine übersichtliche Tabelle mit mindestens zwölf fiktiven Artikeln und ordne sie Verkaufswaren, Behandlungswaren oder Verbrauchsmaterial zu. Begründe zwei Zuordnungen.
  2. Lageretiketten lesen: Untersuche an drei leeren Übungsgebinden oder Produktfotos die Angaben zu Charge, Inhalt, Haltbarkeit und Lagerhinweisen. Notiere, welche Angaben du für die Lagerung benötigst.
  3. FIFO und FEFO vergleichen: Zeichne zwei Regalskizzen mit fiktiven Daten und erkläre, welche Packung jeweils zuerst entnommen wird.
  4. Bestellliste erstellen: Erstelle für fünf fiktive Kosmetikartikel eine Bestellliste mit Artikelbezeichnung, Istbestand, Bedarf, Lieferant und Bestellmenge.


Standard

  1. Monatsbedarf berechnen: Entwickle für ein fiktives Institut einen Monatsplan aus Behandlungszahlen, Verbrauch je Behandlung und Verkaufsprognose. Berechne Brutto- und Nettobedarf mit Rechenweg.
  2. Lieferanten vergleichen: Vergleiche drei fiktive Lieferangebote nach Einstandspreis, Lieferzeit, Mindestmenge, Verpackung und Nachhaltigkeit. Begründe eine Entscheidung.
  3. Inventur simulieren: Erstelle eine Inventurliste für zehn fiktive Artikel, erfinde bewusst drei Abweichungen und beschreibe, wie du die Ursachen prüfen und dokumentieren würdest.
  4. Kalkulationsblatt gestalten: Erstelle ein nachvollziehbares Kalkulationsblatt mit Rabatt, Skonto, Bezugskosten, Einstandspreis, Zuschlag, Netto- und Bruttopreis. Kennzeichne alle Annahmen.


Schwer

  1. Warenwirtschaft digital planen: Entwirf einen Tabellen- oder Datenbankprototyp mit Artikelstamm, Mindestbestand, Meldebestand, Chargenhinweis, Bestellstatus und Inventurprotokoll. Verwende ausschließlich fiktive Daten und beschreibe Zugriffsschutz und Datensparsamkeit.
  2. Sortiment nachhaltig optimieren: Analysiere ein fiktives Sortiment nach ABC-Wertanteil, Verbrauch, Ablauf- und Verpackungsrisiko. Entwickle eine begründete Sortimentsänderung mit messbaren Kriterien.
  3. Warenwirtschaftsauftrag dokumentieren: Bearbeite einen vollständigen simulierten Auftrag von der Bedarfsermittlung bis zur Preisprüfung. Lege Arbeitsplan, Bestell- und Wareneingangskontrolle, Bestandsbuchung und Bewertungsraster vor.
  4. Fehlerfall untersuchen: Entwickle einen Fall mit Minderlieferung, beschädigter Ware und abweichendem Systembestand. Erstelle einen sicheren Maßnahmenplan, eine sachliche Reklamationsnotiz und eine Ursachenanalyse.




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Lernkontrolle

  1. Bedarfsplanung begründen: Ein Institut hat saisonal schwankende Behandlungszahlen. Erkläre, wie du Verbrauchsdaten, Reservierungen, Lieferzeiten und Sicherheitsbestand kombinierst, um Überbestände und Fehlmengen zu vermeiden.
  2. Bestellverfahren auswählen: Vergleiche Bestellpunkt- und Bestellrhythmusverfahren für einen hochpreisigen Wirkstoff und einen häufig verbrauchten Einmalartikel. Begründe die Wahl für beide Artikel.
  3. Bestandsabweichung beurteilen: Der Sollbestand beträgt 30 Einheiten, gezählt werden 26, davon ist eine Einheit beschädigt. Stelle den verwendbaren Istbestand fest und beschreibe die Prüfschritte vor einer Systemkorrektur.
  4. Kalkulation kontrollieren: Ein Kollege berechnet Skonto vor Rabatt und addiert die Umsatzsteuer vor dem Zuschlag. Erkläre beide Fehler und stelle die richtige Reihenfolge für das vereinfachte Kalkulationsschema dar.
  5. Sicherheits- und Nachhaltigkeitsentscheidung: Eine Lieferung kommt in beschädigter Verpackung an und ein Teil der Ware läuft bald ab. Entwickle eine sichere, wirtschaftliche und umweltbewusste Entscheidung unter Beachtung der Herstellerangaben.
  6. Datenschutz im Warenwirtschaftssystem: Prüfe ein fiktives Tabellenblatt, das Kundennamen, Hautdiagnosen und Artikelbestände gemeinsam enthält. Erläutere Risiken und entwirf eine datensparsame Trennung.


Lernnachweis

Als Lernnachweis gibst du eine vollständige, überprüfbare Warenwirtschaftsakte zu einem fiktiven Kosmetikinstitut ab. Sie enthält:

  • Auftragsanalyse mit Ziel, Zeitraum, Sortiment und verfügbaren Daten.
  • Bedarfsermittlung für Behandlungs- und Verkaufsware mit Einheiten und Rechenwegen.
  • Begründete Auswahl eines Bestellverfahrens sowie Berechnung von Melde- und Mindestbestand.
  • Bestellliste mit Artikel, Lieferant, Menge, Termin und begründeter Bestellentscheidung.
  • Simulierte Warenannahme mit Soll-Ist-Abgleich, Zustandsprüfung und Dokumentation einer Abweichung.
  • Lager- und Entnahmeregeln mit Begründung von FIFO oder FEFO anhand der Produktkennzeichnung.
  • Inventurliste mit nachvollziehbarer Klärung mindestens einer Bestandsdifferenz.
  • Kalkulationsblatt mit Rabatt, Skonto, Bezugskosten, Einstandspreis, Zuschlag, Steuerannahme und Rundung.
  • Kurze Reflexion zu Arbeitsschutz, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Datenschutz.

Qualitätskriterien: Alle Zahlen sind mit Einheiten versehen und nachrechenbar; Reservierungen werden nicht doppelt gezählt; gesperrte oder beschädigte Ware wird nicht als verwendbarer Bestand behandelt; Herstellerangaben werden beachtet; Entscheidungen sind fachlich begründet; Dokumentation enthält keine realen Kundendaten. Eine Lehrkraft oder ausbildende Fachkraft kann das Ergebnis anhand des Bewertungsrasters im Praxisfall prüfen. Der Lernnachweis ist kein amtlicher Prüfungs- oder Zulassungsbescheid.


OER und Wikipedia

Fachliche und rechtliche Quellen

Wikipedia-Lernressource: Der Artikel Lagerhaltung bietet einen ergänzenden Überblick über Lagerfunktionen und Lagerorganisation. Prüfe die dortigen Aussagen kritisch und übertrage sie nicht ungeprüft auf kosmetische Produkte.


Verknüpfte Lernbereiche

Waren bewirtschaften

  1. Sortimentsplanung und Warenbedarf
  2. Beschaffung und Lieferantenvergleich
  3. Bestellpunktverfahren und Lagerkennzahlen
  4. Warenannahme und Qualitätskontrolle
  5. Lagerhaltung und Depotverwaltung
  6. Inventur und Bestandsführung
  7. Handelskalkulation und Preisgestaltung
  8. Arbeitsschutz und Gefahrstoffmanagement
  9. Nachhaltigkeit und Abfallvermeidung
  10. Digitalisierung und Datenschutz

Das Lernfeld verbindet berufliche Fachkunde mit Mathematik, Wirtschaft, Deutsch, Fremdsprache, digitaler Kompetenz, Verbraucher- und Umweltschutz. Es unterstützt spätere Lernfelder zu Warenverkauf und Dienstleistungspräsentation, weil belastbare Warenkenntnis, Verfügbarkeit und korrekte Preise Voraussetzung für Beratung und Verkauf sind. Verknüpfe die Inhalte mit dem betrieblichen Ausbildungsplan und dem jeweils geltenden Landeslehrplan.


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