Die Startaufstellungen des Finales Dänemark gegen Deutschland am 26. Juni 1992. Historische Rekonstruktion von PeeJay aus dem Jahr 2009, keine zeitgenössische Aufnahme.
Wie konnte ein Team, das zunächst gar nicht für die Endrunde qualifiziert war, Europameister werden? Diese Frage begleitet dich durch die Fußball-Europameisterschaft 1992. Dänemark wurde erst kurz vor Beginn für Jugoslawien zugelassen, überstand die Vorrunde knapp und gewann am 26. Juni 1992 im schwedischen Göteborg das Finale gegen Deutschland mit 2:0. Das ist das Ergebnis; interessanter sind die Wege dorthin, die Spielideen, der Wettbewerb und die Menschen.
Du lernst, belegte Ergebnisse von Deutungen zu trennen, das Turnierformat von 1992 richtig anzuwenden, Videosequenzen kritisch zu beobachten und eigene taktische Hypothesen zu überprüfen. Der Kurs eignet sich für Fußballfans ab etwa zwölf Jahren, Erwachsene und Trainerteams. Du kannst auf drei Niveaus arbeiten: Einstieg – Personen, Orte und Regeln erklären; Standard – Spielverläufe und Tabellen auswerten; Analyse – Spielideen, Zeitgeschichte und mediale Darstellungen mit Quellen vergleichen.
Namensklärung: Der offizielle Wettbewerb heißt auf Englisch UEFA European Championship beziehungsweise UEFA European Football Championship, deutsch UEFA-Fußball-Europameisterschaft. Die heutige Archiv- und Markenbezeichnung lautet UEFA EURO 1992; damals war auch EURO '92 gebräuchlich. Die frühen Ausgaben 1960 und 1964 liefen unter European Nations' Cup (Europapokal der Nationen); seit der Ausgabe 1968 wurde der Wettbewerb als Europameisterschaft bezeichnet. Gemeint ist hier die Männer-Endrunde 1992, nicht eine Frauen- oder Jugendmeisterschaft. Das Turnier fand tatsächlich vom 10. bis 26. Juni 1992 statt. Anders als eine Vereinssaison trägt es eine Jahreszahl und keine Spielzeit mit Schrägstrich.
Erste Beobachtungsfrage zur Auftaktgrafik: Welche Positionen sind sichtbar? Was lässt sich über eine nominelle Aufstellung sagen – und was verrät die Grafik allein gerade nicht über Laufwege, Pressing oder Ballbesitz? Die Zeichnung stammt von 2009 und ist keine Aufnahme der EM.
Die Endrunde in Schweden stand 1992 im Zeichen großer politischer Veränderungen. Nach der deutschen Wiedervereinigung spielte eine gesamtdeutsche Mannschaft; die Nationalmannschaft der DDR hatte ihre eigene Qualifikation nicht fortgeführt. Der Zerfall der Sowjetunion führte dazu, dass sich die zuvor qualifizierte Auswahl bei der Endrunde als GUS beziehungsweise CIS (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten) präsentierte. Diese Bezeichnungen muss man zeitgebunden lesen: Die GUS-Mannschaft war kein Teilnehmer eines heutigen Vereins- oder Nationalteamsystems.
Auch der Krieg und die staatliche Auflösung Jugoslawiens wirkten auf den Wettbewerb. Die qualifizierte jugoslawische Auswahl wurde im Mai 1992 von der Teilnahme ausgeschlossen. Dänemark rückte als Zweiter der betreffenden Qualifikationsgruppe nach. Die Entscheidung ist ohne die internationale Sanktionslage nicht verständlich; sie war keine sportliche Niederlage Jugoslawiens auf dem Platz. Sprich über die Gewaltgeschichte sachlich, ohne sie als spannende Turnierkulisse zu verharmlosen, und unterscheide politische Institutionenentscheidungen von der Verantwortung einzelner Spieler.
Wie die Mannschaften zur Endrunde kamen
Gastgeber Schweden war direkt gesetzt. Für die weiteren sieben Plätze qualifizierten sich normalerweise die Sieger der sieben Qualifikationsgruppen. UEFA führt 34 Teilnehmer im Qualifikationsfeld; die deutsche Wiedervereinigung veränderte während des Wettbewerbs eine Gruppe. Frankreich gewann seine acht Qualifikationsspiele, scheiterte später aber in der Endrundengruppe. Gerade daran siehst du: Qualifikationserfolg und Turniererfolg sind zwei verschiedene Leistungen.
Die acht Endrundenteilnehmer waren Schweden, Dänemark, Frankreich, England, Niederlande, Deutschland, Schottland und GUS. Jugoslawien war sportlich qualifiziert, trat aber nicht zur Endrunde an. Schottland stand erstmals in einer EM-Endrunde.
Einordnen statt Legenden übernehmen
Die verbreitete Erzählung, Dänemarks Spieler hätten unmittelbar vor dem Turnier ausschließlich am Strand gelegen, ist eine zugespitzte Fußballlegende. Verlässlicher belegt sind die späte Nachnominierung, die knappe Vorbereitung und die konkreten Auftritte. Formuliere deshalb nicht aus Anekdoten eine gesicherte Trainingschronik. Genauso wenig beweist der spätere Titel, dass das Team jedes Spiel dominierte.
Die Endrunde wurde in Göteborg (Ullevi), Solna bei Stockholm (Råsundastadion), Malmö (Malmö Stadion) und Norrköping (Idrottsparken) gespielt. Das Råsundastadion wird in älteren Übersichten manchmal allgemein als Spielort Stockholm geführt, liegt aber in Solna. Im Ullevi fanden ein Halbfinale und das Finale statt.
Ullevi in Göteborg, Foto vom 28. Mai 2006 von Lennart Guldbrandsson; nicht die Finalszene von 1992.
Bildbeobachtung: Suche Zuschauerränge und Spielfläche. Was lässt ein Stadionfoto von 2006 über den Ort des Finales erkennen, und welche Aussagen über Zuschauerzahl, Stimmung oder Spiel 1992 wären unzulässig?
Die acht Mannschaften und ihre Gruppen
Gruppe 1: Schweden, Dänemark, Frankreich und England. Gruppe 2: Niederlande, Deutschland, Schottland und GUS. Jede Mannschaft bestritt drei Gruppenspiele, einmal gegen jeden Gruppengegner. Die Gruppenersten und -zweiten qualifizierten sich für das Halbfinale: Erster der einen Gruppe gegen Zweiten der anderen. Ein Viertelfinale, ein Spiel um Platz drei und ein Hin- und Rückspiel gab es bei dieser Endrunde nicht.
Damals galten zwei Punkte pro Sieg, einer für ein Unentschieden und keiner für eine Niederlage. Tabelle nach den drei Gruppenspielen:
Gruppe 1: Schweden 5 Punkte, Dänemark 3 Punkte, Frankreich 2 Punkte, England 2 Punkte.
Gruppe 2: Niederlande 5 Punkte, Deutschland 3 Punkte, Schottland 2 Punkte, GUS 2 Punkte.
Ausgearbeitetes Rechenbeispiel: Dänemark spielte 0:0 gegen England, verlor 0:1 gegen Schweden und gewann 2:1 gegen Frankreich. Daraus entstanden 1 + 0 + 2 = 3 Punkte; bei der heutigen Drei-Punkte-Regel wären es 1 + 0 + 3 = 4 Punkte. Die Rechnung ist echt, aber die zweite Punktesumme ist ausdrücklich ein fiktiver Regelvergleich, nicht die Tabelle von 1992. Schweden kam mit zwei Siegen und einem Remis auf 2 + 2 + 1 = 5 Punkte.
Turniermathematik: Zwei Gruppen mit je sechs Begegnungen ergeben 12 Gruppenspiele. Dazu kamen zwei Halbfinals und ein Endspiel – insgesamt 15 Endrundenspiele. Es fielen 32 Tore, also 32 : 15 = rund 2,13 Tore pro Partie. Zähle Elfmetertreffer eines nachfolgenden Elfmeterschießens nicht als Treffer im regulären Spielresultat.
Entscheidung nach 90 Minuten
Bei Gleichstand im Halbfinale und Finale waren Verlängerung und nötigenfalls Elfmeterschießen vorgesehen. Ein Unentschieden in der Gruppe blieb dagegen ein Unentschieden. Die EM 1992 war die letzte Endrunde mit acht Teams; 1996 wuchs das Feld auf 16 Mannschaften. Historische Regeln dürfen nicht stillschweigend durch heutige Regeln ersetzt werden.
Retrospektive Ergebniskarte der EM 1992 von Parutakupiu, erstellt 2007; die Karte ist keine historische Turniergrafik von 1992.
1990–1991: Qualifikationsspiele; nach der Wiedervereinigung änderte sich Deutschlands Teilnahme, nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die spätere Bezeichnung der qualifizierten Auswahl.
Mai 1992: Jugoslawien wurde von der Endrunde ausgeschlossen; Dänemark rückte nach.
10. Juni 1992: Auftakt Schweden gegen Frankreich 1:1 in Solna; Jan Eriksson erzielte das erste Tor der Endrunde.
11. Juni: Dänemark gegen England 0:0 in Malmö.
14. Juni: Schweden gegen Dänemark 1:0 in Solna.
17. Juni: Frankreich gegen Dänemark 1:2 in Malmö; Dänemark erreichte das Halbfinale.
18. Juni: Niederlande gegen Deutschland 3:1 in Göteborg; die Niederlande gewannen Gruppe 2.
21. Juni: Halbfinale Schweden gegen Deutschland 2:3 in Solna.
22. Juni: Halbfinale Niederlande gegen Dänemark 2:2 nach Verlängerung, Elfmeterschießen 4:5 in Göteborg.
26. Juni: Finale Dänemark gegen Deutschland 2:0 im Ullevi; Tore durch John Jensen und Kim Vilfort.
Das Halbfinale des Gastgebers
Deutschland ging gegen Schweden durch Thomas Häßler in Führung. Karl-Heinz Riedle erzielte zwei weitere deutsche Tore; Schwedens Treffer erzielten Tomas Brolin per Elfmeter und Kennet Andersson. Das 3:2 bedeutete Deutschlands Finaleinzug. Analysefrage: Warum ist eine knappe Führung nicht gleichbedeutend mit Spielkontrolle? Suche im Spielbericht nach Torzeitpunkten und ordne ein, wann das Risiko für die führende Mannschaft stieg.
Der dänische Weg ist keine reine Siegesserie
Dänemark holte in der Gruppe nur einen Sieg, ein Unentschieden und eine Niederlage. Im Halbfinale entschieden erst die Strafstöße. Im Finale gewann das Team in der regulären Spielzeit. Unterscheide deshalb Gruppenbilanz, Weiterkommen im K.-o.-System und Finalergebnis. Vier Spieler teilten sich mit je drei Toren den Spitzenplatz der Endrundentorjäger: Dennis Bergkamp, Tomas Brolin, Henrik Larsen und Karl-Heinz Riedle.
Trenne beim Anschauen Beobachtung, Erklärung und Grenze der Quelle. Beobachtung heißt: Wer läuft wohin, wo ist der Ball, welche Zone wird verteidigt? Erklärung heißt: Welche Idee könnte dahinterstecken, etwa Raumdeckung, zweite Bälle, Konter oder Flanken? Grenze heißt: Ein zweiminütiger Highlightclip zeigt ausgewählte Szenen und beweist weder den gesamten Ballbesitz noch ein durchgehendes Pressingsystem. Eine nominelle Aufstellung ist ebenfalls keine vollständige Taktikbeschreibung.
Nachträglich erstellte Aufstellungsgrafik Dänemark gegen England am 11. Juni 1992, S.A. Julio, 2017.
Analysebeispiel 1: Dänemark gegen England – Räume ohne Tore
Belegtes Resultat: 0:0 am 11. Juni. Beobachtungsvorgabe: Die Aufstellungsgrafik zeigt Anfangspositionen; untersuche in einem vollständigen Spielbericht oder vorhandenen Aufnahmen zusätzlich Abstände zwischen Abwehr und Mittelfeld, Passoptionen nach Ballgewinn sowie die Position der Außenverteidiger. Interpretation: Ein 0:0 kann aus Chancenarmut oder aus guter Chancenverhinderung trotz offensiver Vorstöße entstehen; nur das Resultat reicht für diese Unterscheidung nicht. Schluss: Ein Punkt war unter dem Zwei-Punkte-System wertvoll, reichte allein aber nicht zum Weiterkommen.
Analysebeispiel 2: Dänemark gegen Frankreich – der Eingriff von der Bank
17. Juni, Endstand 2:1. Henrik Larsen traf früh für Dänemark, Jean-Pierre Papin glich nach rund einer Stunde aus, und der eingewechselte Lars Elstrup erzielte den Siegtreffer in der 78. Minute. Trainer Richard Møller Nielsen reagierte mit einem Wechsel. Schritt 1: Zeichne auf einer Zeitleiste die Führung, den Ausgleich, den Wechsel und das 2:1 ein. Schritt 2: Prüfe, welche Aufgaben sich für Dänemark nach dem Ausgleich verändert haben könnten: Risiko einer Niederlage, Absicherung gegen französische Angriffe, Tempo der Gegenstöße. Schritt 3: Beurteile die Wirkung des Wechsels, aber verwechselnde zeitliche Nähe nicht mit einem alleinigen kausalen Beweis. Ergebnis: Der Sieg verschaffte Dänemark den zweiten Gruppenplatz; das ist durch Tabelle und Resultat gesichert, eine genaue taktische Ursache muss am Bildmaterial geprüft werden.
Analysebeispiel 3: Niederlande gegen Dänemark – Übergänge und Elfmeter
22. Juni, 2:2 nach Verlängerung, 5:4 im Elfmeterschießen für Dänemark. Henrik Larsen brachte Dänemark in der 5. und 33. Minute in Führung. Dennis Bergkamp glich in der 23. Minute zwischenzeitlich aus, Frank Rijkaard traf in der 86. zum 2:2. Peter Schmeichel parierte im Elfmeterschießen den Versuch von Marco van Basten; Kim Christofte verwandelte den entscheidenden dänischen Versuch. Schritt 1: Markiere die drei Zustände Führung – Ausgleich – erneute Führung – später Ausgleich. Schritt 2: Achte im UEFA-Video darauf, wie der Ball vor den Treffern in den Strafraum gelangt, ohne vom Schnitt auf alle vorangegangenen Angriffe zu schließen. Schritt 3: Formuliere ein Gegenargument zur Aussage, der bessere Elfmeterschütze sei automatisch die bessere Mannschaft über 120 Minuten. Lösung: Das Schießen entscheidet das Weiterkommen, nicht rückwirkend das Resultat der vorherigen 120 Minuten.
UEFA-Video mit Höhepunkten des Halbfinales, von UEFA am 8. April 2016 veröffentlicht; die Spielszenen selbst stammen vom 22. Juni 1992. Beobachte besonders die beiden dänischen Führungen und den gehaltenen Elfmeter.
Analysebeispiel 4: Das Finale – Effizienz gegen Spielanteile
26. Juni, Dänemark gegen Deutschland 2:0. Deutschland begann mit Druck und mehreren Möglichkeiten, doch Schmeichel parierte. In der 18. Minute leitete Kim Vilfort einen Angriff ein, Flemming Povlsen legte zu John Jensen ab, der zum 1:0 abschloss. Die deutsche Mannschaft um Trainer Berti Vogts versuchte den Ausgleich; in der 78. Minute traf Vilfort zum 2:0. Dänemarks Coach war Richard Møller Nielsen.
Schritt 1: Zerlege den Angriff zum 1:0 in Ballgewinn oder Durchbruch, Ablage und Abschluss. Schritt 2: Notiere mindestens zwei Torhüteraktionen und eine dänische Abwehraktion aus dem offiziellen Video. Schritt 3: Bewerte die beiden Deutungen: Deutschland war häufiger gefährlich und Dänemark nutzte seine Chancen besser. Beides kann gleichzeitig zutreffen. Schritt 4: Vermeide die verkürzte Gleichung Sieger gleich überlegene Mannschaft in jeder Phase. Der Sieg ist unstrittig, die Bewertung des Spielverlaufs ist eine begründete Analyse.
Rekonstruktion der Finalaufstellungen, PeeJay, 2009. Vergleiche Positionen mit tatsächlichen Bewegungen im Video.
UEFA-Video der Finalhöhepunkte, veröffentlicht am 12. Februar 2016; historische Spielszenen vom 26. Juni 1992. Beobachte Jensens Schuss, Schmeichels Aktionen und Vilforts Abschluss.
Peter Schmeichel war der dänische Torwart und prägte besonders Halbfinale und Finale. Brian Laudrup gab dem Angriff Tempo und technische Qualität. Henrik Larsen erzielte insgesamt drei Tore, darunter beide dänischen Treffer im Halbfinale. John Jensen schoss das 1:0 des Endspiels, Kim Vilfort das 2:0. Lars Olsen war der Kapitän; Richard Møller Nielsen der Trainer. Auf deutscher Seite sind unter anderem Berti Vogts, Thomas Häßler, Karl-Heinz Riedle, Andreas Brehme und Bodo Illgner wichtig. Die Niederländer um Marco van Basten, Ruud Gullit und Dennis Bergkamp waren Titelverteidiger von 1988.
Peter Schmeichel auf einem Porträt von 1991, Fotograf Øyvind Vik. Das Bild entstand nicht bei der Europameisterschaft 1992.
Biografischer Respekt: Vilforts Familie war während des Turniers durch die schwere Erkrankung seiner Tochter belastet. Das ist in UEFA-Berichten dokumentiert; es erklärt nicht automatisch sportlichen Erfolg und soll nicht zu einer Sensationsgeschichte über privates Leid verkürzt werden.
Mediathek mit geprüftem Vorschaubild
Vorschaubild der Mediathek ist dieselbe Final-Aufstellungsgrafik wie in der Einleitung:
Turnierkarte: Rückblickende Turnierkarte, erstellt 2007, nicht zeitgenössisch. Beobachtungsauftrag: Finde Gastgeber, Finalisten und markierte Austragungsorte. Prüfe die Legende kritisch, denn 1992 gab es kein Viertelfinale.
Stadionaufnahme: Råsundastadion bei einem Ligaspiel am 4. November 2012, DamonRN. Keine EM-Szene. Beobachtungsauftrag: Was kann dieses spätere Bild über die Architektur des früheren EM-Spielorts zeigen?
Offizielle UEFA-Filmausschnitte: Das oben eingebettete Halbfinal- und Finalvideo zeigt historische Spielszenen; die YouTube-Veröffentlichungen stammen aus 2016. Sie sind urheberrechtlich geschütztes UEFA-Material und keine frei nachnutzbaren OER-Videos. Nutze zum Lernen die zulässige Einbettung, nicht eine eigenmächtige Videokopie.
Belege, Bildrechte und Grenzen
Ein Foto mit Jahresangabe 1991, eine Stadionaufnahme von 2006 oder 2012 sowie eine 2009 entworfene Taktikgrafik sind Kontextmedien beziehungsweise Rekonstruktionen. Nur bei historischen Videoausschnitten kann man Spielbewegungen untersuchen; auch dort steuert der Schnitt, was sichtbar wird. Vergleiche stets eine Primär- oder Verbandsquelle mit einer unabhängigen Ergebnisdokumentation. Bei einer widersprüchlichen Angabe prüfe zuerst, ob der Text Qualifikation und Endrunde vermischt, ob Verlängerung oder Elfmeterschießen mitgezählt werden und ob ein Spielort als Großstadt oder eigenständige Gemeinde bezeichnet wird.
Wikimedia-Commons-Quellen und Nutzungsangaben (Dateiseiten):
Schmeichel-Porträt, Øyvind Vik, Aufnahme laut aktueller Dateibeschreibung Juli 1991, Public Domain; ältere Metadaten nennen abweichend März 1992, weshalb das Bild nicht als EM-Aufnahme verwendet wird.
YouTube-Quellen:UEFA – Halbfinal-Highlights (hochgeladen am 8. April 2016) und UEFA – Final-Highlights (hochgeladen am 12. Februar 2016). Rechte an den Aufnahmen liegen beim jeweiligen Rechteinhaber; Einbetten und Weiterverbreiten sind verschieden.
Quellenstand: 5. November 2026. Historische Resultate wurden mit UEFA-Turnierarchiv und RSSSF abgeglichen. Videos und externe Einbettungsbedingungen können sich später ändern.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Dein Turnierwissen
Wer gewann das Finale am 26. Juni 1992?
(Dänemark)
(!Deutschland)
(!Schweden)
(!Niederlande)
In welchem Land fand die EM-Endrunde 1992 statt?
(Schweden)
(!Dänemark)
(!England)
(!Deutschland)
Weshalb nahm Dänemark kurzfristig an der Endrunde teil?
(Als Ersatz für das ausgeschlossene Jugoslawien)
(!Als automatisch gesetzter Gastgeber)
(!Durch einen Sieg im Viertelfinale)
(!Als amtierender Europameister)
Wie viele Mannschaften spielten in der Endrunde?
(Acht)
(!Sechzehn)
(!Zwölf)
(!Vierundzwanzig)
Wie viele Punkte gab es 1992 in der Gruppe für einen Sieg?
(Zwei)
(!Drei)
(!Einen)
(!Vier)
Welche Mannschaft trat 1992 unter der Bezeichnung GUS an?
(Die Nachfolgeauswahl der Sowjetunion)
(!Die Mannschaft Jugoslawiens)
(!Die Mannschaft der DDR)
(!Die zweite Mannschaft Schwedens)
Wie endete das Halbfinale Niederlande gegen Dänemark nach der Verlängerung?
(Zwei zu zwei)
(!Zwei zu null)
(!Drei zu eins)
(!Null zu null)
Wessen Elfmeter hielt Schmeichel im Halbfinalschießen?
(Marco van Basten)
(!Dennis Bergkamp)
(!Karl-Heinz Riedle)
(!Jean-Pierre Papin)
Wer traf im EM-Finale zum eins zu null?
(John Jensen)
(!Kim Vilfort)
(!Brian Laudrup)
(!Henrik Larsen)
Welche Aussage zur Quelle ist richtig?
(Ein Highlightclip zeigt nur ausgewählte Spielszenen)
(!Ein Highlightclip beweist automatisch den vollständigen Ballbesitz)
(!Eine Grafik von 2009 ist eine Fotografie von 1992)
(!Ein Resultat erklärt alle taktischen Entscheidungen)
Lösungsbegründung zur Selbstkontrolle: Die Antworten stehen jeweils an erster Stelle. Das Finale gewann Dänemark 2:0 gegen Deutschland; Gastgeber war Schweden. Dänemark rückte für Jugoslawien nach, und acht Teams spielten im Zwei-Punkte-System. GUS bezeichnete die ehemalige sowjetische Auswahl. Das Halbfinale endete nach 120 Minuten 2:2; Schmeichel hielt den Versuch von van Basten. Jensen erzielte das erste Finaltor. Highlights sind keine vollständige Spielaufzeichnung.
Memory: Personen, Orte und Funktionen
Ullevi
Finalstadion in Göteborg
Råsunda
Spielort des Halbfinales Schweden gegen Deutschland
Peter Schmeichel
Torhüter Dänemarks und Elfmeterschütze-Verhinderer
Henrik Larsen
Dänischer Doppeltorschütze im Halbfinale
John Jensen
Schütze des ersten Finaltores
Richard Møller Nielsen
Trainer der dänischen Europameister
Lernhilfe: Lege erst die Orte, dann die Personen zueinander. Die sechs Zuordnungen ergeben sich aus den im Fachtext erläuterten Rollen.
Drag and Drop: Begriffe richtig zuordnen
Suchbegriff
Passende Erklärung
Gastgeber
Schweden erhielt einen direkten Endrundenplatz
Nachrücker
Dänemark übernahm den Platz des ausgeschlossenen Jugoslawien
Zwei-Punkte-Regel
Ein Gruppensieg brachte damals genau zwei Zähler
Verlängerung
Zusätzliche Spielzeit beim K.-o.-Gleichstand
Elfmeterschießen
Entscheidung nach dem Unentschieden in 120 Minuten
Kontrolle: Wer die Begriffe verwechselt, soll die Regeln und den Abschnitt zur Qualifikation erneut lesen.
Kreuzworträtsel: Namen und Orte
Schweden
Welches Land war Gastgeber der EM 1992?
Dänemark
Welches Land rückte für Jugoslawien nach?
Ullevi
Wie hieß das Stadion des Finales in Göteborg?
Schmeichel
Wie lautete der Nachname des dänischen Torwarts?
Vilfort
Wer erzielte das zweite dänische Finaltor?
Bergkamp
Welcher Niederländer glich im Halbfinale zunächst aus?
LearningApps
Die eingebettete Suche liefert gegebenenfalls LernApps zum Thema; die Aufgaben dieses aiMOOCs bleiben unabhängig davon vollständig.
Lückentext: Erkläre das Turnier
Lückentext-Lösungskontrolle: Die Lösungen stehen in den jeweils geschweiften Lücken; prüfe zusätzlich, ob du jede Aussage mit einem Satz aus den Fachkapiteln begründen kannst.
Offene Aufgaben
Du wählst zunächst dein Niveau; die Aufgaben erzeugen eigene Produkte statt bloßer Kopien. Belege historische Aussagen und verwende fremde Bilder nur gemäß ihrer jeweiligen Lizenz.
Leicht
Zeitleiste: Erstelle eine Karte mit fünf datierten Ereignissen vom Auftakt bis zum Finale und prüfe jeden Termin anhand einer Quelle.
Stadionkarte: Markiere Göteborg, Solna, Malmö und Norrköping auf einer Karte und schreibe zu zwei Orten die damaligen Stadien.
Steckbrief: Erstelle einen Steckbrief zu Schmeichel, Vilfort oder Larsen mit Rolle, belegter Leistung und einer geprüften Quelle.
Punktevergleich: Berechne Dänemarks Gruppenausbeute nach der Zwei-Punkte-Regel und vergleiche mit der fiktiven Drei-Punkte-Wertung.
Standard
Bildkritik: Vergleiche die 2009 erstellte Final-Aufstellungsgrafik mit einem späteren Stadionfoto und erkläre, was beide nicht beweisen.
Spielbericht: Schreibe einen sachlichen Bericht zu Frankreich gegen Dänemark mit Torfolge, Bedeutung und zwei Quellenbelegen.
Videoprotokoll: Untersuche im UEFA-Halbfinalvideo drei Spielszenen; unterscheide jeweils Beobachtung, Vermutung und offene Frage.
Interviewleitfaden: Entwirf fünf Fragen für ein Gespräch mit älteren Fans über Erinnerungen an 1992; unterscheide anschließend Erinnerung und überprüfbare Fakten.
Schwer
Taktikanalyse: Entwickle aus der Finalaufstellung zwei Hypothesen zu Pressing oder Umschalten und prüfe sie an dokumentierten Videosequenzen, ohne Spielstatistiken zu erfinden.
Geschichtswerkstatt: Erkläre Wiedervereinigung, GUS und Ausschluss Jugoslawiens anhand zweier unterschiedlicher historischer Quellen; unterscheide politische Entscheidungen von sportlichen Ergebnissen.
Quellenvergleich: Vergleiche einen UEFA-Rückblick, RSSSF und eine journalistische Darstellung hinsichtlich Autorschaft, Datum, Perspektive und überprüfbaren Fakten.
Trainerprojekt: Plane eine Übung zum Umschalten nach Ballgewinn, illustriere sie mit einer eigenen Skizze und begründe, welche Aspekte des Finals sie modelliert und welche sie vereinfacht.
Lernkontrolle
Die folgenden sechs Transferaufgaben kannst du schriftlich, mündlich oder im Trainerteam bearbeiten. Nutze den Erwartungshorizont erst nach deinem eigenen Versuch.
Tabellenrechnung: Berechne, warum Dänemark mit einem Sieg, einem Remis und einer Niederlage drei statt vier Punkte hatte. Was ändert sich bei der fiktiven Drei-Punkte-Regel?
Turnierbaum: Zeichne aus den zwei Gruppen den tatsächlichen Halbfinalweg Dänemarks und Deutschlands bis zum Finale. Begründe, warum es kein Viertelfinale gab.
Zeitgeschichte: Erläutere den Unterschied zwischen dem Nachrücken Dänemarks, dem Wechsel der Bezeichnung Sowjetunion zu GUS und der deutschen Wiedervereinigung.
Spielanalyse: Untersuche die Tore zum 1:0 und 2:0 im Finale: Was kann man anhand von Highlights sicher beobachten, was bleibt eine Hypothese?
Elfmeterschießen: Erkläre, weshalb die Angabe 2:2 nach Verlängerung und 5:4 im Elfmeterschießen nicht gleichbedeutend mit einem 7:6-Spielresultat ist.
Medienkompetenz: Beurteile die Aussage, ein Foto des Ullevi aus dem Jahr 2006 beweise die Atmosphäre im Finale 1992. Nenne eine bessere Quelle für Spielszenen und ihre Grenzen.
Erwartungshorizont mit nachvollziehbaren Lösungen:
1992 gab es für den Sieg zwei Punkte: 2 + 1 + 0 = 3. Drei Punkte für den Sieg ergäben hypothetisch 3 + 1 + 0 = 4.
Niederlande als Gruppensieger trafen auf Dänemark als Zweiten der anderen Gruppe; Schweden als Gruppensieger spielte gegen Deutschland. Die acht Teams absolvierten zuerst Gruppen und anschließend direkt Halbfinals.
Dänemark war Ersatz für die ausgeschlossene jugoslawische Mannschaft; die GUS-Bezeichnung folgte dem Zerfall der UdSSR; die gesamtdeutsche Auswahl folgte der Wiedervereinigung. Es sind verschiedene politische Vorgänge.
Gesichert sind Jensens Tor in der 18. und Vilforts Treffer in der 78. Minute; wie dauerhaft ein Team dominierte, lässt sich aus einem kurzen Highlightfilm allein nicht messen.
Die zwei Tore pro Mannschaft entstanden bis zum Ende der Verlängerung. Das 5:4 bezeichnet eine getrennte Entscheidung durch Strafstöße.
Das spätere Foto belegt Ort und Ansicht zu seinem eigenen Aufnahmezeitpunkt, nicht die Stimmung 1992. Das historische UEFA-Video zeigt reale Spielszenen, aber nur eine redaktionell ausgewählte Abfolge.
Lernnachweis
Ein überzeugender Lernnachweis umfasst Wissen, Methoden und eigene Übertragung. Lege eine einseitige Zeitleiste vor, erkläre das Acht-Team-Format und die damalige Punktevergabe korrekt, rechne mindestens eine Gruppentabelle selbst nach und belege drei historische Schlüsselaussagen jeweils mit UEFA und einer unabhängigen zweiten Quelle. Ergänze ein Videoprotokoll mit mindestens drei konkreten Beobachtungen, zwei vorsichtigen Taktikhypothesen und einer benannten Quellenlücke. Als Produkt eignet sich ein Lernplakat, ein kommentiertes Taktikblatt, eine kurze Tonerklärung oder ein selbst verfasster Turnierbericht.
Bewertungsraster (je 0 bis 2 Punkte, insgesamt 10): historische Genauigkeit; nachvollziehbare Quellen; korrekte Regelanwendung; Qualität von Beobachtung und Deutung; verständliche Darstellung und Rechtebeachtung. Beispiel: Für die Quellenkompetenz erhältst du zwei Punkte, wenn offizielle und unabhängige Quelle genannt, verglichen und sachlich eingeordnet sind; einen Punkt bei nur einer verlässlichen Quelle; null Punkte bei unbelegten oder erfundenen Behauptungen. Prüfe Bilder auf Zeitpunkt, Urheber und Lizenz.
OER und Wikipedia
Frei zugängliche Wissensquellen:Fußball-Europameisterschaft 1992 mit weiterführender Literatur; offizielles UEFA-Turnierarchiv als Verbandsquelle; RSSSF als unabhängig zusammengestellte Ergebnisdokumentation. Wikipedia ist nachnutzbar unter ihren ausgewiesenen Lizenzen, verlangt aber Versions- und Quellenkritik. Commons-Grafiken und Fotos sind nur zu den auf ihren jeweiligen Dateiseiten ausgewiesenen Lizenzen OER; die UEFA-Videos sind nicht frei lizenziert.
OER-Praxis: Übernimm Medien nicht ohne Urheber- und Lizenzangabe. Beachte bei eigenen Änderungen gegebenenfalls die Weitergabe unter gleichen Bedingungen (ShareAlike). Verwechsle das freie Einbetten einer verlinkten Videodatei nicht mit einem Recht auf erneute Veröffentlichung des Filmmaterials.
Fachverbindungen: In Geschichte geht es um Europa nach 1989 und den Jugoslawienkrieg; in Geografie um Spielorte und Karten; in Mathematik um Tabellenpunkte und Torquoten; in Deutsch um sachliche Berichte und Argumentation; in Sport um Ballgewinn, Pressing und Chancenverwertung; in Medienbildung um Schnitt, Datierung, Lizenzen und verlässliche Quellen. Die verlinkten Nachbarthemen dienen der Vertiefung, ohne Inhalte dieses Kurses zu duplizieren.