Tschammerpokal 1936
Einleitung

Beobachtungsauftrag: Betrachte zunächst die Aufstellungsgrafik. Welche Informationen zeigt sie sicher, welche taktischen Aussagen legt sie nur nahe und welche Angaben musst du mit einer zweiten Quelle prüfen?
Der Tschammerpokal 1936 war die zweite Ausgabe des reichsweiten deutschen Männer-Vereinspokals. Das Turnier begann am 7. Juni 1936, wurde im Kalenderjahr 1936 ausgetragen und endete erst am 3. Januar 1937. Im Finale im Olympiastadion Berlin besiegte der VfB Leipzig den favorisierten FC Schalke 04 mit 2:1. Jakob May und Herbert Gabriel trafen für Leipzig, Ernst Kalwitzki für Schalke. Das DFB-Datencenter nennt 70.000 Zuschauer und Egon Zacher als Schiedsrichter.
Dieser aiMOOC ist keine bloße Siegerliste. Du untersuchst Namen, Modus, Teilnehmerfeld, Schlüsselspiele, Spielideen, prägende Personen und die politische Umgebung des Wettbewerbs. Dabei lernst du, zwischen einem belegten Ereignis, einer taktischen Rekonstruktion und einer späteren Erinnerung zu unterscheiden. Das ist besonders wichtig, weil der Wettbewerb in der nationalsozialistischen Diktatur stattfand und sein gebräuchlicher Name auf einen führenden Funktionär des NS-Sports verweist.
Lernziele: Du kannst nach dem Kurs die Ausgabe 1936 zeitlich und politisch einordnen, den K.-o.-Modus mit Wiederholungsspielen erklären, den Weg beider Finalisten nachvollziehen, ausgewählte Spielsituationen analysieren und widersprüchliche Quellen begründet bewerten. Der Einstieg ist für Fußballfans ab etwa zwölf Jahren verständlich; Vertiefungen richten sich auch an Erwachsene und Trainerteams.
Wettbewerbsname und historischer Rahmen
Offizieller Name, gebräuchlicher Name und heutige Bezeichnung
In einem DFB-Rückblick heißt der Wettbewerb offiziell DFB-Vereinspokalmeisterschaft. In statistischen Darstellungen findet sich auch Deutsche Vereinspokalmeisterschaft 1936. Im allgemeinen Sprachgebrauch setzte sich der Name Tschammer-Pokal beziehungsweise Tschammerpokal durch. Er bezog sich auf Hans von Tschammer und Osten, den nationalsozialistischen Reichssportführer und Initiator des Wettbewerbs. Heute gilt das Turnier als Vorgänger des DFB-Pokals.
Die verschiedenen Namen sind nicht austauschbar, ohne ihren historischen Kontext zu erklären. Der heutige Begriff DFB-Pokal hilft bei der sportgeschichtlichen Einordnung. Der damalige Name macht zugleich sichtbar, dass Sportorganisation und Staat im Nationalsozialismus eng verbunden waren. Eine sachliche Darstellung nennt deshalb den historischen Namen, erklärt seine Herkunft und vermeidet jede verherrlichende Sprache.

Beobachtungsauftrag: Notiere drei Merkmale der Trophäe. Formuliere anschließend einen korrekten Bildtitel, der Aufnahmejahr, Gegenstand und Status als Replik deutlich macht.
Sport in der nationalsozialistischen Diktatur
Nach der Machtübernahme 1933 wurde der organisierte Fußball in die nationalsozialistischen Sportstrukturen eingegliedert. Verbände und Vereine verloren Selbstständigkeit; jüdische Menschen sowie politisch oder rassistisch Verfolgte wurden ausgegrenzt und aus dem Sport gedrängt. Sport diente nicht nur Freizeit und Wettbewerb, sondern auch staatlicher Selbstdarstellung, Disziplinierung und Propaganda. Diese Gewalt- und Ausgrenzungsgeschichte gehört zur Einordnung des Turniers, auch wenn sie in Ergebnislisten unsichtbar bleibt.
Die sportliche Leistung einzelner Spieler darf untersucht werden, ohne das Herrschaftssystem zu verharmlosen. Umgekehrt beweist die bloße Teilnahme eines Vereins nicht, dass alle Mitglieder dieselbe Haltung vertraten. Historische Urteile brauchen konkrete Quellen und müssen zwischen Institutionen, Funktionären, Mannschaften und einzelnen Menschen unterscheiden.

Beobachtungsauftrag: Erkläre in zwei Sätzen, warum ein Porträt des Namensgebers nur mit Kontext gezeigt werden sollte. Nenne außerdem eine Frage, die eine reine Sportstatistik nicht beantworten kann.
Wettbewerbsjahr, Saisonangabe und tatsächliches Spieldatum
Die Ausgabe heißt Tschammerpokal 1936, weil sie dem Wettbewerbsjahr 1936 zugeordnet wurde. Das Finale fand jedoch am 3. Januar 1937 statt. In Datenbanken erscheint deshalb zusätzlich die Saisonangabe 1935/36. Die Schrägstrich-Schreibweise bezeichnet einen sportlichen Zeitraum; sie ist nicht mit dem Datum des Finales gleichzusetzen.
Für eine saubere Darstellung werden vier Ebenen getrennt:
- Wettbewerbsname: Tschammerpokal beziehungsweise DFB-Vereinspokalmeisterschaft
- Austragungsjahr: Ausgabe 1936
- Saisonbezeichnung: in der DFB-Datenbank 1935/36
- Spieldatum: Finale am 3. Januar 1937
Die Vereinschronik von Lokomotive Leipzig erklärt die späte Austragung mit Verzögerungen im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen 1936. Für das Datum selbst ist das offizielle DFB-Datencenter die stärkere Quelle. Der Grund der Verzögerung sollte als belegte Erklärung einer Vereinsquelle gekennzeichnet und nicht mit dem amtlichen Termin verwechselt werden.
Teilnehmer, Modus und Zeitleiste
Vom Massenwettbewerb zur Schlussrunde
Statistische Übersichten nennen insgesamt 5.291 teilnehmende Mannschaften, darunter 4.112 Kreisligisten. Vor der reichsweiten Schlussrunde lagen regionale Qualifikationsphasen. In die Schlussrunde gelangten 64 Teams: die 16 Gauliga-Meister sowie 48 weitere regional qualifizierte Mannschaften. Damit verband der Wettbewerb ein sehr breites Teilnehmerfeld mit einer kompakten nationalen K.-o.-Phase.

Kartenauftrag: Suche auf der Karte Sachsen und Westfalen. Erkläre, warum eine Karte von 1933 für das Turnier 1936 nützlich, aber nicht automatisch vollständig ist.
K.-o.-System und Wiederholungsspiele
In der Schlussrunde entschied grundsätzlich ein einzelnes K.-o.-Spiel über das Weiterkommen. Endete eine Partie auch nach Verlängerung unentschieden, wurde sie nicht durch Elfmeterschießen entschieden, sondern an einem späteren Termin wiederholt. So spielte Leipzig nach einem 2:2 nach Verlängerung gegen Vorwärts-Rasensport Gleiwitz ein zweites Mal und gewann das Wiederholungsspiel 3:0. Schalke benötigte nach einem 0:0 nach Verlängerung gegen den VfB Stuttgart ebenfalls ein Wiederholungsspiel und gewann dieses 6:0.
Dieser Modus beeinflusste Belastung, Reiseplanung und taktisches Risiko. Ein Team konnte in einem ersten Spiel defensiv bestehen, musste aber im Wiederholungsspiel erneut antreten. Für heutige Vergleiche ist wichtig: Ein damaliges Remis bedeutete nicht automatisch Verlängerung plus Elfmeterschießen nach heutigem Muster.
Verständliche Zeitleiste
| Zeitraum oder Datum | Turnierphase | Bedeutung |
|---|---|---|
| Bis Frühjahr 1936 | Regionale Qualifikation | Kreis- und Bezirksligisten spielten um Plätze; Gauligisten stiegen später ein. |
| 7. Juni bis 16. August 1936 | Erste Runde der Schlussphase | Das Feld von 64 Mannschaften begann den reichsweiten K.-o.-Wettbewerb. |
| Juni bis August 1936 | Zweite Runde | Weitere K.-o.-Spiele und Wiederholungsspiele reduzierten das Feld. |
| September 1936 | Achtelfinale | Unter anderem setzte sich Leipzig gegen den Berliner SV durch; Schalke benötigte gegen Stuttgart ein Wiederholungsspiel. |
| 25. Oktober und 8. November 1936 | Viertelfinale und Wiederholung | Leipzig gewann in Peine; Schalke drehte das Spiel in Bremen; Wormatia setzte sich im Wiederholungsspiel gegen Benrath durch. |
| 8. und 22. November 1936 | Halbfinale | Schalke schlug Schweinfurt 3:2, Leipzig besiegte Wormatia Worms 5:1. |
| 3. Januar 1937 | Finale | VfB Leipzig gewann im Berliner Olympiastadion 2:1 gegen Schalke 04. |
Die Schlussrunde umfasste nach statistischer Zählung 69 Partien. Die Zahl liegt über den 63 Spielen, die ein reines 64er-K.-o.-Feld benötigen würde, weil mehrere Remis Wiederholungsspiele auslösten.
Der Weg des VfB Leipzig ins Finale
Ergebnisse der Leipziger Schlussrunde
| Datum | Runde | Begegnung | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 14. Juni 1936 | Erste Runde | VfB Leipzig gegen 1. SV Jena | 5:0 |
| 28. Juni 1936 | Zweite Runde | Vorwärts-Rasensport Gleiwitz gegen VfB Leipzig | 2:2 nach Verlängerung |
| 23. August 1936 | Wiederholungsspiel | VfB Leipzig gegen Vorwärts-Rasensport Gleiwitz | 3:0 |
| 6. September 1936 | Achtelfinale | VfB Leipzig gegen Berliner SV | 2:0 |
| 25. Oktober 1936 | Viertelfinale | VfB Peine gegen VfB Leipzig | 2:4 |
| 22. November 1936 | Halbfinale | VfB Leipzig gegen Wormatia Worms | 5:1 |
| 3. Januar 1937 | Finale | VfB Leipzig gegen FC Schalke 04 | 2:1 |
Leipzig war in der Gauliga Sachsen nur Fünfter geworden und galt im Finale als Außenseiter. Auf dem Weg nach Berlin bezwang die Mannschaft mehrere amtierende Gaumeister. Das macht den Pokalsieg zu einem Beispiel dafür, dass die Tabellenposition aus dem Ligawettbewerb nicht unmittelbar über den Erfolg in einem K.-o.-Turnier entscheidet.
Analysebeispiel eins: Reaktion auf einen Rückstand in Peine
Das DFB-Datencenter dokumentiert im Viertelfinale am 25. Oktober 1936 ein frühes 1:0 für Peine in der elften Minute. Jakob May glich drei Minuten später aus und traf nach der Pause erneut. Martin Schön erhöhte in der 80. und 84. Minute auf 4:1, bevor Peine kurz vor Schluss verkürzte.
Belegbare Beobachtung: Leipzig reagierte schnell auf den Rückstand und entschied die Partie mit drei Treffern zwischen der 57. und 84. Minute.
Taktische Deutung: Die Torfolge spricht dafür, dass Leipzig nach der Pause mehr Zugriff und Durchschlagskraft entwickelte. Ohne vollständige Filmaufnahme lässt sich jedoch nicht sicher sagen, ob eine Formation geändert, das Tempo erhöht oder Peine körperlich müde wurde. Eine gute Analyse trennt deshalb Torzeiten von möglichen Ursachen.
Trainerfrage: Welche drei Daten würdest du zusätzlich benötigen, um die Deutung zu prüfen? Sinnvoll wären etwa Spielberichte, Positionsbeschreibungen und Hinweise zu Chancen oder Ballgewinnen.
Analysebeispiel zwei: Das Halbfinale gegen Wormatia Worms
Wormatia ging am 22. November im Bruno-Plache-Stadion in der 13. Minute in Führung. Georg Reichmann glich in der 25. Minute aus. Rudolf Große traf in der 31. und 36. Minute, später folgten ein Eigentor und ein Treffer Erich Thieles zum 5:1.
Das Beispiel zeigt eine andere Qualität als das Peine-Spiel: Leipzig verwandelte einen frühen Rückstand noch vor der Pause in eine klare Führung. Für eine Trainingsanalyse kann daraus das Prinzip Ruhe bewahren, nach Ballgewinn zielgerichtet nach vorne spielen und Druckphasen nutzen abgeleitet werden. Diese Prinzipien sind didaktische Übertragungen; sie ersetzen keinen unbekannten historischen Matchplan.
Prägende Leipziger Personen
Bruno Wöllner stand im Finale im Tor und wird in späteren Spielberichten als wichtige Stütze hervorgehoben. Erich Dobermann und Rudolf Große bildeten die hintere Linie der Finalaufstellung. Im Mittelfeld beziehungsweise in der damaligen Läuferreihe spielten Walter Jähnig, Gerhard Richter und Erich Thiele. Im Angriff standen Martin Schön, Georg Reichmann, Jakob May, Herbert Gabriel und Hans Breidenbach. Trainer war Heinrich Pfaff.
Jakob May erzielte das 1:0 des Finales, Herbert Gabriel das 2:0. Ihre Rolle darf nicht auf die Tore reduziert werden: In einer Mannschaftsanalyse gehören auch Laufwege, Absicherung und das Verhalten gegen den Ball dazu. Da dafür nur begrenzte zeitgenössische Daten vorliegen, kennzeichnet dieser Kurs weitergehende Aussagen als Rekonstruktion.
Schalkes Weg, Spielidee und prägende Personen
Ergebnisse der Schalker Schlussrunde
| Runde | Begegnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Erste Runde | VfB Ruhrort gegen FC Schalke 04 | 2:5 |
| Zweite Runde | SpVgg Röhlinghausen gegen FC Schalke 04 | 0:2 |
| Achtelfinale | VfB Stuttgart gegen FC Schalke 04 | 0:0 nach Verlängerung |
| Wiederholungsspiel | FC Schalke 04 gegen VfB Stuttgart | 6:0 |
| Viertelfinale | Werder Bremen gegen FC Schalke 04 | 2:5 |
| Halbfinale | FC Schalke 04 gegen 1. FC Schweinfurt 05 | 3:2 |
| Finale | VfB Leipzig gegen FC Schalke 04 | 2:1 |
Schalke gehörte zu den stärksten deutschen Mannschaften der 1930er Jahre. Namen wie Fritz Szepan, Ernst Kuzorra, Rudi Gellesch, Adolf Urban und Ernst Poertgen standen für hohe individuelle und kombinative Qualität. Poertgen wird in den Turnierstatistiken mit sieben Toren als bester Torschütze der Ausgabe geführt.
Der Schalker Kreisel als Analysebegriff
Schalke wurde mit dem Schalker Kreisel verbunden: einem auf kurzen Pässen, Dreiecksbildung, Freilaufen und ständigem Positionswechsel beruhenden Kombinationsspiel. Der Begriff hilft, eine Spielidee zu beschreiben, darf aber nicht wie eine lückenlose Filmaufzeichnung des Finales behandelt werden. Aus den verfügbaren Aufstellungen und Torfolgen lässt sich nicht jede Bewegung rekonstruieren.
Für Trainerteams ist die Unterscheidung nützlich:
- Spielidee: kontrolliertes Kombinationsspiel mit enger Unterstützung
- Spielprinzip: nach dem Pass erneut freilaufen und eine neue Anspielstation schaffen
- Beobachtung: konkrete, in einer Quelle beschriebene Aktion
- Deutung: plausible Erklärung, die als solche gekennzeichnet wird
Analysebeispiel drei: Schalkes Wende in Bremen
Im Viertelfinale führte Werder Bremen zur Pause 2:1. Das DFB-Datencenter verzeichnet dann Treffer von Szepan in der 67., Kuzorra in der 68. und Poertgen in der 70. Minute. Innerhalb weniger Minuten wurde aus dem Rückstand eine 4:2-Führung; Kuzorra erzielte später das 5:2.
Belegbare Beobachtung: Schalke erzielte drei Tore in sehr kurzer Folge.
Mögliche Deutung: Eine erfolgreiche Druckphase kann durch schnellere Ballzirkulation, höheres Nachrücken oder gegnerische Unordnung entstehen. Ohne vollständige Videoquelle bleibt offen, welcher Faktor entscheidend war.
Übertragung ins Training: Ein Team kann nach einem eigenen Treffer für wenige Minuten bewusst hoch konzentriert bleiben, weil der Gegner seine Ordnung erst wiederfinden muss. Diese moderne Trainingsidee ist eine Übertragung, keine behauptete Originalanweisung von 1936.
Analysebeispiel vier: Das späte Halbfinale gegen Schweinfurt
Schalke lag im Halbfinale nach einem Schweinfurter Treffer zurück. Adolf Urban glich in der 77. Minute aus. Nach einem erneuten Rückstand folgten laut DFB-Datencenter noch die Tore von Rudi Gellesch und Ernst Poertgen zum 3:2. Die genaue Minutenangabe einzelner Vereinsdarstellungen weicht leicht ab; deshalb verwendet der Kurs für die Zeitleiste die offizielle DFB-Datenbank.
Das Spiel zeigt, warum reine Endstände wenig erklären. Für eine vollständige Analyse werden Spielstand, Zeitpunkt, Folgeaktionen und Quellenqualität zusammen betrachtet. Wer nur „3:2“ liest, erkennt weder die zwei Rückstände noch die späte Wendung.
Videoimpuls: Pokalsensationen vergleichen
Das Video Die größten Sensationen im DFB-Pokal – Teil 1 wurde 2020 vom verifizierten YouTube-Kanal des DFB veröffentlicht. Es ist kein zeitgenössischer Film des Finales von 1937, sondern ein späterer Rückblick auf das Muster der Pokalüberraschung.
Beobachtungsauftrag: Formuliere drei Kriterien für eine Pokalsensation. Prüfe anschließend, welche Kriterien auf Leipzigs 2:1 gegen Schalke zutreffen: Außenseiterrolle, Stärke des Gegners, Spielverlauf, Turnierweg oder langfristige Bedeutung.
Das Finale in Berlin

Beobachtungsauftrag: Welche Merkmale des Stadions lassen auf eine Großveranstaltung schließen? Warum wäre die Bildunterschrift „Finale 1937“ falsch?
Gesicherte Spieldaten
| Merkmal | Belegte Angabe |
|---|---|
| Wettbewerb | Tschammerpokal 1936, in der DFB-Datenbank Saison 1935/36 |
| Datum | 3. Januar 1937 |
| Ort | Olympiastadion Berlin |
| Ergebnis | VfB Leipzig 2:1 FC Schalke 04, Halbzeit 2:1 |
| Tore | Jakob May 21. Minute, Herbert Gabriel 32. Minute, Ernst Kalwitzki 42. Minute |
| Zuschauer | 70.000 laut DFB-Datencenter |
| Schiedsrichter | Egon Zacher |
Die Leipziger Finalelf laut DFB-Datencenter bestand aus Bruno Wöllner, Erich Dobermann, Rudolf Große, Walter Jähnig, Gerhard Richter, Erich Thiele, Martin Schön, Georg Reichmann, Jakob May, Herbert Gabriel und Hans Breidenbach. Für Schalke spielten Hermann Mellage, Otto Schweisfurth, Hans Bornemann, Ernst Sontow, Rudi Gellesch, Valentin Przybylski, Adolf Urban, Fritz Szepan, Ernst Poertgen, Ernst Kuzorra und Ernst Kalwitzki. Trainer waren Heinrich Pfaff und Hans Schmidt.
Spielverlauf
Leipzig ging in der 21. Minute durch Jakob May in Führung. Herbert Gabriel erhöhte in der 32. Minute auf 2:0. Ernst Kalwitzki verkürzte noch vor der Pause in der 42. Minute. Nach der Halbzeit fiel kein weiteres Tor. Leipzig verteidigte den knappen Vorsprung und gewann erstmals den nationalen Vereinspokal.
Die zeitliche Folge ist wichtig: Schalke musste nicht das gesamte Spiel einem Zwei-Tore-Rückstand hinterherlaufen, sondern stellte noch vor der Pause den Anschluss her. Für die zweite Halbzeit entstand damit ein anderes Problem als bei einem klaren 0:2: Leipzig musste eine knappe Führung schützen, Schalke benötigte nur einen Treffer zum Ausgleich.
Taktikanalyse eins: Leipzigs vertikaler Zugriff
Spätere Berichte beschreiben Leipzigs Spiel als direkt und flüssig. Die beiden Treffer innerhalb von elf Minuten passen zu einer Phase, in der der Außenseiter seine Angriffe wirksam abschloss. Daraus darf aber nicht automatisch ein heutiges Pressingmodell abgeleitet werden. Begriffe wie Gegenpressing, Restverteidigung oder Expected Goals gab es in dieser Form nicht und die notwendigen Messdaten fehlen.
Analyseweg: Zuerst werden die gesicherten Aktionen genannt. Danach wird eine Hypothese formuliert: Leipzig suchte möglicherweise schneller den Weg in die Tiefe, während Schalke stärker auf Kombinationen setzte. Abschließend wird festgehalten, welche Belege fehlen. Dieses dreistufige Verfahren verhindert, dass eine plausible Geschichte als sichere Tatsache erscheint.
Taktikanalyse zwei: Führung verteidigen
Für die zweite Halbzeit ist das Endergebnis der wichtigste sichere Befund: Leipzig ließ keinen weiteren Treffer zu. Berichte heben Torwart Wöllner und die kompakte Abwehr hervor. Eine mögliche Erklärung ist, dass die Abstände zwischen hinterer Linie und Läuferreihe klein gehalten und Schalkes zentrale Kombinationen erschwert wurden.
Für eine Taktiktafel kannst du zwei Varianten zeichnen:
- Kompaktes Zentrum: Leipzig bündelt Spieler vor dem eigenen Tor und lenkt Schalke nach außen.
- Tiefe Absicherung: Mindestens ein Verteidiger bleibt hinter dem direkten Zweikampf und sichert lange Bälle.
Beide Varianten sind didaktische Modelle. Ohne vollständige Filmaufnahmen kann nicht entschieden werden, welche Anordnung durchgehend verwendet wurde.
Taktikanalyse drei: Schalkes Anschluss und Leipziger Reaktion
Kalwitzkis Treffer in der 42. Minute änderte die psychologische und taktische Lage kurz vor der Pause. Schalke erhielt Hoffnung, Leipzig musste nach dem Seitenwechsel auf eine wahrscheinliche Druckphase vorbereitet sein. Ein Trainerteam könnte daraus drei Fragen ableiten: Wird weiter hoch angegriffen? Wird der Ball länger gesichert? Werden bestimmte Schalker Passwege geschlossen?
Eine belastbare historische Antwort setzt zeitgenössische Spielberichte voraus. Der Lerngewinn liegt deshalb nicht in einer erfundenen Lösung, sondern im begründeten Vergleich möglicher Entscheidungen. Gute Analyse benennt Alternativen und bewertet ihre Risiken.
Bedeutung des Ergebnisses
Der VfB Leipzig gewann mit dem 2:1 seinen ersten Pokaltitel. Schalke verlor nach dem Finale 1935 auch das zweite Pokalendspiel, blieb aber eine prägende Mannschaft der Epoche. Das Ergebnis gilt als frühe große Pokalüberraschung: Ein in der regionalen Liga nur fünftplatzierter Verein besiegte eine Mannschaft mit zahlreichen Nationalspielern und bekannten Kombinationsspielern.
Die historische Einordnung darf Erfolg und Systemkontext nicht trennen. Das Finale war ein bedeutendes Sportereignis, fand aber in einer Diktatur statt, die Sport institutionell kontrollierte und Menschen aus rassistischen sowie politischen Gründen verfolgte.
Mediathek, Quellenkritik und Arbeitsweise
Warum nicht jedes alte Bild ein Turnierbild ist
Die offizielle Schalker Traditionsseite weist ausdrücklich darauf hin, dass ihr gezeigtes Mannschaftsfoto nicht aus der Pokalsaison 1936 stammt, sondern vom 11. April 1937. Für diesen Kurs wird es deshalb nicht als Finalaufnahme verwendet. Wo zeitgenössische Spielszenen fehlen, kommen klar datierte Kontextbilder und spätere Rekonstruktionen zum Einsatz.
| Medium | Datierung und Status | Geeigneter Beobachtungsauftrag |
|---|---|---|
| Aufstellungsdiagramm Leipzig gegen Schalke | 2016 erstellt; moderne Rekonstruktion; Commons-Text nennt irrtümlich den 8. Dezember 1937 | Vergleiche Dateiname, Diagramm und DFB-Spieldatum. |
| Foto der Trophäenreplik | 2016 aufgenommen; Replik in einer Ausstellung | Unterscheide Original, Replik und Aufnahmezeitpunkt. |
| Olympiastadion-Foto | Aufnahme während der Olympischen Spiele 1936; Kontextbild des Finalorts | Erkenne, was das Bild über den Ort, aber nicht über das Finale zeigt. |
| Porträt des Namensgebers | 1938 oder früher; historisches Porträt | Ordne Funktion und Namensgebung kritisch ein. |
| Gauliga-Karte | 2016 erstellte Rekonstruktion auf Grundlage der Sportgaue von 1933 | Prüfe Nutzen und Grenzen einer späteren Karte. |
| DFB-YouTube-Video | 2020 veröffentlichter Rückblick | Entwickle Kriterien für Pokalsensationen. |
Vier ausgearbeitete Beispiele für Quellenkritik
Beispiel A – Zuschauerzahl: Das DFB-Datencenter und die Schalker Vereinsseite nennen 70.000 Zuschauer. Eine Leipziger Vereinschronik nennt 60.000. Für die Hauptangabe verwendet dieser Kurs die offizielle Spielstatistik und dokumentiert die Abweichung. Eine mögliche Erklärung wäre unterschiedliche Zählweise, sie ist aber ohne zusätzlichen Beleg keine Tatsache.
Beispiel B – Spieldatum in Bildmetadaten: Die Commons-Dateiseite des Aufstellungsdiagramms nennt in ihrer englischen Beschreibung den 8. Dezember 1937, während Dateiname, DFB-Datencenter und mehrere Vereinsquellen den 3. Januar 1937 belegen. Die Metadaten werden daher nicht ungeprüft übernommen.
Beispiel C – Torzeiten im Halbfinale: Bei Schalke gegen Schweinfurt unterscheiden sich spätere Darstellungen in einzelnen Minuten. Für die Kurszeitleiste gilt die DFB-Datenbank als Referenz. Abweichungen werden nicht durch eine scheinbar exakte Mischangabe verdeckt.
Beispiel D – Taktik: Ein Endstand und eine Aufstellung beweisen keine vollständige Spielidee. Taktische Aussagen werden nur dann als sicher bezeichnet, wenn eine Quelle konkrete Aktionen beschreibt. Sonst erscheinen sie als Hypothese oder didaktisches Modell.
Prüfschema für historische Fußballquellen
Nutze für jede Behauptung fünf Fragen:
- Urheber: Wer veröffentlicht die Information und mit welchem Auftrag?
- Zeitnähe: Stammt die Quelle aus der Zeit des Ereignisses oder ist sie ein späterer Rückblick?
- Beleg: Werden Spielbericht, Archivstück, Datensatz oder Lizenznachweis genannt?
- Abgleich: Bestätigt eine unabhängige zweite Quelle die Angabe?
- Kennzeichnung: Ist klar, ob es sich um Fakt, Erinnerung, Rekonstruktion oder Interpretation handelt?
Das Prüfschema hilft auch bei heutigen Sportmeldungen. Besonders bei Social-Media-Clips, nachkolorierten Bildern und automatisch erzeugten Zusammenfassungen muss die Herkunft kontrolliert werden.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste dein Wissen
Wann wurde das Finale der Ausgabe 1936 ausgetragen? (3. Januar 1937) (!7. Juni 1936) (!8. Dezember 1937) (!3. Januar 1936)
Welcher Verein gewann das Finale? (VfB Leipzig) (!FC Schalke 04) (!Wormatia Worms) (!Werder Bremen)
Wie endete das Finale? (2 zu 1 für Leipzig) (!2 zu 0 für Schalke) (!1 zu 1 nach Verlängerung) (!3 zu 2 für Leipzig)
Wo wurde das Finale gespielt? (Olympiastadion Berlin) (!Rheinstadion Düsseldorf) (!Müngersdorfer Stadion Köln) (!Bruno Plache Stadion Leipzig)
Warum gibt es bei dieser Ausgabe unterschiedliche Jahresangaben? (Das Wettbewerbsjahr war 1936 und das Finale fand 1937 statt) (!Die erste Finalpartie wurde annulliert) (!Das Turnier wurde zweimal vollständig gespielt) (!Schalke wechselte während des Finales die Saison)
Was geschah nach einem Unentschieden nach Verlängerung? (Es wurde ein Wiederholungsspiel angesetzt) (!Es folgte sofort ein Elfmeterschießen) (!Beide Vereine schieden aus) (!Der Gastverein kam automatisch weiter)
Worauf verweist der Name Tschammerpokal? (Auf den nationalsozialistischen Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten) (!Auf den Leipziger Finaltrainer Heinrich Pfaff) (!Auf den Berliner Schiedsrichter Egon Zacher) (!Auf den Torschützen Jakob May)
Wer wird als bester Torschütze der Ausgabe mit sieben Treffern geführt? (Ernst Poertgen) (!Jakob May) (!Herbert Gabriel) (!Ernst Kalwitzki)
Welche Aussage über das Olympiastadionbild ist korrekt? (Es zeigt den Finalort im Jahr 1936 aber nicht das Pokalfinale) (!Es zeigt sicher das Tor von Jakob May) (!Es wurde während des Finales am 3. Januar aufgenommen) (!Es beweist die genaue Zuschauerzahl des Finales)
Welche Formulierung ist bei einer unsicheren taktischen Aussage angemessen? (Eine mögliche Deutung ist dass Leipzig das Zentrum kompakt hielt) (!Leipzig spielte nachweislich jede Minute im selben System) (!Die Aufstellungsgrafik beweist alle Laufwege) (!Der Endstand erklärt die gesamte Spielidee)
Memory
| VfB Leipzig | Pokalsieger der Ausgabe 1936 |
| FC Schalke 04 | Finalgegner im Berliner Olympiastadion |
| Jakob May | Schütze des ersten Finaltores |
| Herbert Gabriel | Schütze des zweiten Leipziger Finaltores |
| Ernst Kalwitzki | Schütze des Schalker Anschlusstreffers |
| Bruno Wöllner | Leipziger Torwart im Finale |
| Egon Zacher | Schiedsrichter des Endspiels |
Drag and Drop
| Ordne den Begriff der passenden Erklärung zu. | Erklärung |
|---|---|
| Qualifikationsbreite | Mehr als fünftausend Vereine waren in den Gesamtwettbewerb einbezogen. |
| Schlussrunde | Vierundsechzig Teams spielten den reichsweiten K.-o.-Teil. |
| Wiederholungsspiel | Nach einem Remis wurde an einem späteren Termin erneut gespielt. |
| Favoritenrolle | Schalke galt aufgrund seiner damaligen Stärke als wahrscheinlicher Sieger. |
| Quellenkritik | Angaben werden nach Urheber Zeitnähe Beleg und Abgleich geprüft. |
Kreuzworträtsel
| Leipzig | Welche Stadt gehörte zum Namen des Pokalsiegers? |
| Schalke | Welcher Finalist verlor mit zwei zu eins? |
| Berlin | In welcher Stadt fand das Finale statt? |
| Wöllner | Wie hieß der Leipziger Finaltorwart? |
| Poertgen | Wer war mit sieben Treffern bester Turniertorschütze? |
| Wiederholungsspiel | Wie hieß die neue Partie nach einem Remis? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Zeitleiste gestalten: Erstelle eine bebilderte Zeitleiste mit mindestens sechs Stationen vom Turnierbeginn bis zum Finale und kennzeichne Wettbewerbsjahr sowie tatsächliches Finaldatum.
- Bildunterschriften prüfen: Schreibe für drei Medien des Kurses jeweils eine korrekte Bildunterschrift mit Datierung, Urheberhinweis, Bildstatus und einer Aussage darüber, was nicht zu sehen ist.
- Finale nacherzählen: Verfasse einen sachlichen Radiobericht von höchstens zwei Minuten, der nur belegte Spielereignisse verwendet und keine erfundenen Zitate enthält.
- Begriffskarte erstellen: Verbinde die Begriffe Tschammerpokal, DFB-Vereinspokalmeisterschaft, DFB-Pokal, Wettbewerbsjahr, Saison und Spieldatum in einer übersichtlichen Lernkarte.
Standard
- Turnierweg vergleichen: Stelle die Wege von Leipzig und Schalke in einer Tabelle gegenüber und markiere Rückstände, Wiederholungsspiele und besonders torreiche Phasen.
- Taktiktafel entwickeln: Zeichne zwei mögliche Leipziger Defensivordnungen für die zweite Halbzeit des Finales und kennzeichne klar, dass es sich um didaktische Rekonstruktionen handelt.
- Quellenkonflikt untersuchen: Vergleiche die Zuschauerangaben von DFB-Datencenter und Leipziger Vereinschronik, bewerte ihre Aussagekraft und formuliere eine begründete Hauptangabe.
- Pokalüberraschung erklären: Produziere ein kurzes Video oder Poster, das mit drei selbst entwickelten Kriterien erklärt, warum Leipzigs Finalsieg als Überraschung gelten kann.
Schwer
- Historische Spielanalyse verfassen: Schreibe eine Analyse des Finales mit getrennten Abschnitten für Fakten, Hypothesen, fehlende Daten und moderne Trainingsübertragung.
- Sport und Diktatur erforschen: Untersuche anhand von DFB-, bpb- und Vereinsquellen, wie Gleichschaltung und Ausgrenzung den Fußball der 1930er Jahre prägten, und vermeide pauschale Urteile über nicht belegte Einzelpersonen.
- Mediathek kuratieren: Suche zwei weitere frei lizenzierte Kontextmedien, prüfe Dateiseite, Urheber, Lizenz, Datum und Relevanz und begründe, ob sie in diesen Kurs gehören.
- Trainerworkshop planen: Entwickle eine neunzigminütige Einheit, in der ein Team anhand der Spiele Peine, Bremen und Finale die Themen Rückstand, Druckphase und Führung verteidigen bearbeitet.


Lernkontrolle
- Jahresangaben erklären: Erkläre an der Ausgabe 1936 den Unterschied zwischen Wettbewerbsjahr, Saisonangabe und tatsächlichem Finaldatum und übertrage das Verfahren auf einen anderen Wettbewerb.
- Modus bewerten: Vergleiche das damalige Wiederholungsspiel mit einem heutigen Elfmeterschießen und diskutiere sportliche Fairness, Belastung und Planbarkeit.
- Schlüsselspiel analysieren: Wähle Peine gegen Leipzig, Bremen gegen Schalke oder Schalke gegen Schweinfurt und trenne in deiner Analyse gesicherte Torfolge, plausible Deutung und fehlende Belege.
- Finalplan entwerfen: Formuliere für Leipzig und Schalke jeweils drei mögliche Spielprinzipien und begründe, welche davon durch Quellen gestützt oder nur rekonstruiert sind.
- Quellenhierarchie begründen: Entscheide bei abweichenden Zuschauerzahlen, Torzeiten oder Bilddaten, welche Quelle du als Hauptbeleg verwendest, und nenne nachvollziehbare Kriterien.
- Historischen Kontext darstellen: Erkläre, warum eine sportliche Turniergeschichte die Gleichschaltung und Ausgrenzung im Nationalsozialismus erwähnen muss, ohne jede sportliche Handlung vorschnell politisch zu deuten.
- Mediennachweis prüfen: Kontrolliere bei einem eingebetteten Commons-Bild Dateiname, Aufnahmejahr, Urheber, Lizenz und Bildaussage und dokumentiere dein Ergebnis.
Lernnachweis
Ein vollständiger Lernnachweis verbindet Wissen, Analyse, Produkt und Transfer.
- Wissen
Du nennst Turnierzeitraum, Finaldatum, Finalort, Ergebnis, zentrale Personen, Teilnehmerstruktur und Wiederholungsspiel-Regel korrekt.
- Methodenkompetenz
Du unterscheidest Primär- oder Archivdaten, Vereinsrückblick, statistische Zusammenfassung, Bildmetadaten und taktische Interpretation.
- Analysekompetenz
Du beschreibst mindestens zwei Schlüsselspiele anhand der Torfolge und entwickelst daraus begründete, ausdrücklich gekennzeichnete Hypothesen.
- Medienkompetenz
Du verwendest nur überprüfte Medien, datierst Kontextbilder, belegst Urheberschaft und Lizenz und gibst keine spätere Rekonstruktion als zeitgenössische Aufnahme aus.
- Historische Urteilskompetenz
Du ordnest Namensgebung, Gleichschaltung und Diskriminierung sachlich ein und trennst institutionelle Strukturen von unbelegten Aussagen über einzelne Personen.
- Produkt
Als Lernprodukt eignen sich ein Quellenportfolio, eine kommentierte Taktiktafel, ein Podcast, ein kurzes Analysevideo oder eine digitale Ausstellung mit vollständigen Nachweisen.
- Transfer
Du überträgst das Prüfschema auf einen heutigen Pokalwettbewerb oder eine andere historische Sportquelle und begründest Unterschiede im Regelwerk.
OER und Wikipedia
Die eingebettete Wikipedia-Seite bietet einen Einstieg und eine Ergebnisübersicht. Für zentrale Daten wurden zusätzlich das DFB-Datencenter, offizielle Vereinsarchive und eine Darstellung der Bundeszentrale für politische Bildung geprüft. Wikipedia ersetzt nicht den Quellenvergleich.
Fach- und Archivquellen
| Quelle | Verwendung im Kurs |
|---|---|
| DFB-Datencenter: Finale VfB Leipzig gegen FC Schalke 04 | Datum, Ort, Ergebnis, Tore, Zuschauer, Schiedsrichter und Aufstellungen |
| DFB-Datencenter: VfB Peine gegen VfB Leipzig | Torfolge des Leipziger Viertelfinales |
| DFB-Datencenter: Leipzig gegen Wormatia Worms | Torfolge und Spielort des Halbfinales |
| DFB-Datencenter: Werder Bremen gegen Schalke | Schalkes Wende im Viertelfinale |
| DFB-Datencenter: Schalke gegen Schweinfurt | Torfolge des Schalker Halbfinales |
| DFB: Rückblick auf die Entstehung des Pokalwettbewerbs | Offizieller Wettbewerbsname und Herkunft des gebräuchlichen Namens |
| DFB-Historie | Einordnung des DFB in die NS-Sportstrukturen |
| FC Schalke 04: Deutscher Pokal 1936 | Schalker Turnierweg, Aufstellungen und Hinweis zum fehlenden zeitgenössischen Saisonfoto |
| Lokomotive Leipzig: Vereinshistorie | Leipziger Erinnerung an Turnierweg und Finaleinordnung; abweichende Zuschauerzahl als Quellenbeispiel |
| Bundeszentrale für politische Bildung: Sport und Politik | Historischer Rahmen zur politischen Nutzung des Sports |
Abruf und Gegenprüfung der Onlinequellen: 6. November 2026.
Mediennachweise
| Eingebettetes Medium | Exakte Quelle | Urheber | Lizenz oder Nutzungsstatus |
|---|---|---|---|
| File:VfB Leipzig vs Schalke 04 1937-01-03.svg | Wikimedia Commons | Secret Agent Julio | CC BY-SA 4.0 |
| File:Tschammer-Pokal Trophy 01.jpg | Wikimedia Commons | Ranofuchs | CC BY-SA 3.0 sowie GFDL nach Dateiseite |
| File:Hans von Tschammer und Osten.jpg | Wikimedia Commons | E. Bieder, Berlin | Gemeinfrei nach dem auf der Commons-Dateiseite erläuterten deutschen Schutzfristenstatus |
| File:Gauligas 1933.png | Wikimedia Commons | Calistemon | CC BY-SA 3.0 sowie GFDL nach Dateiseite |
| File:Bundesarchiv B 145 Bild-P017184, Berlin, Olympiade, Stadion.jpg | Wikimedia Commons | Bundesarchiv, B 145 Bild-P017184, Frankl, A. | CC BY-SA 3.0 DE |
| YouTube-ID dk9HT0lbYcs | Die größten Sensationen im DFB-Pokal – Teil 1 | DFB, verifizierter YouTube-Kanal | Eingebettetes Plattformvideo; keine freie Lizenz ausgewiesen, Nutzung nach YouTube-Einbettungsbedingungen |
Mediathek-Vorschaubild: File:VfB Leipzig vs Schalke 04 1937-01-03.svg. Es ist als moderne Rekonstruktion gekennzeichnet; das offizielle DFB-Datencenter korrigiert die fehlerhafte Datumsangabe im Commons-Beschreibungstext.
Verknüpfte Lernbereiche
Der Kurs verbindet Geschichte, Sport, Politische Bildung, Geografie, Medienbildung, Statistik und Trainerbildung. Im Geschichtsunterricht steht die Einordnung von Sport in der Diktatur im Mittelpunkt. Im Sportunterricht werden Spielprinzipien und Taktikmodelle untersucht. In der Medienbildung geht es um Bilddatierung, Lizenzprüfung und den Unterschied zwischen Archivquelle und Rekonstruktion. Mathematik und Statistik helfen beim Lesen von Turnierbäumen, Torfolgen und Teilnehmerzahlen.
aiMOOC Projekte
Digitale Turnierausstellung: Eine Lerngruppe erstellt eine chronologische Ausstellung mit überprüften Medien, kurzen Audiotexten und einem sichtbaren Quellenstatus für jedes Exponat.
Taktiklabor 1936 und heute: Trainerteams rekonstruieren zwei plausible Spielmodelle, testen sie auf dem Platz und dokumentieren klar, welche Elemente historisch belegt und welche modern übertragen sind.
Lokale Erinnerung erforschen: Lernende besuchen ein Vereinsarchiv, Stadionmuseum oder Stadtarchiv, entwickeln Interviewfragen und vergleichen lokale Erinnerung mit dem DFB-Datencenter.
Quellenwerkstatt gegen Bildfehler: Eine Projektgruppe prüft Datums-, Orts- und Lizenzangaben historischer Fußballbilder und erstellt eine Checkliste für Schule und Verein.
Schulfach+


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