Teppich von Bayeux - Kunst
Einleitung
Teppich von Bayeux - Kunst
Der Teppich von Bayeux gehört zu den bedeutendsten Kunstwerken des Mittelalters. Auf einem fast 70 Meter langen Stoff erzählt er die Geschichte der normannischen Eroberung Englands im Jahr 1066.
Leitfrage: Welche Mittel verbinden einzelne Szenen zu einer fortlaufenden Erzählung?
Zielgruppe: Klasse 7–13, mit drei Niveaustufen: G (Grundniveau), M (mittleres Niveau) und E (erweitertes Niveau).
Einstieg: Betrachte die Bilder zunächst ohne Erklärung. Entdeckst Du Personen, Schiffe, Tiere oder Schrift? Wie erkennst Du, dass mehrere Ereignisse nacheinander dargestellt werden?
Vertiefung für die Oberstufe: Kann ein Kunstwerk zugleich eine historische Quelle und ein Mittel politischer Einflussnahme sein?

Panorama der überlieferten Bildfolge. Digitale Zusammenstellung historischer Bildaufnahmen. Klicke zum Vergrößern auf die Datei. Quelle: Wikimedia Commons.
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Lernpaket: 100 Kunstwerke - Eine Reise durch die Kunst
Das Kunstwerk im Überblick
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Titel | Teppich von Bayeux |
| Entstehung | Wahrscheinlich um 1070, in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts |
| Urheber | Unbekannte Entwerfer und ausführende Stickende, vermutlich überwiegend Frauen |
| Vermuteter Entstehungsort | England, möglicherweise Canterbury; nicht gesichert |
| Epoche | Romanik, europäisches Mittelalter |
| Technik | Stickerei mit farbigem Wollgarn auf Leinen |
| Maße | Etwa 68,3 Meter lang und ungefähr 50 Zentimeter hoch |
| Thema | Ereignisse vor und während der Eroberung Englands 1066 |
| Überlieferung | Das Ende der Bildfolge ist verloren; Teile wurden später restauriert |
| Bedeutung | Ein herausragendes Zeugnis mittelalterlicher Bildkunst und Erzähltechnik |
Der Name ist etwas irreführend: Das Werk ist kein gewebter Teppich, sondern eine Stickerei. Die farbigen Fäden wurden nachträglich auf den Leinenstoff aufgebracht.
Seit 2007 gehört das Werk zum UNESCO-Register Memory of the World. Das ist nicht dasselbe wie die UNESCO-Welterbeliste.
Beobachten, Wissen und Deuten
Bei einer Bildanalyse unterscheidest Du drei Ebenen.
| Ebene | Beispiel |
|---|---|
| Beobachtung | Man sieht Menschen auf Pferden und lateinische Schriftzeichen. |
| Gesichertes Wissen | Die Stickerei schildert Ereignisse rund um die Eroberung Englands im Jahr 1066. |
| Begründete Deutung | Die Darstellung könnte den Herrschaftsanspruch Wilhelms unterstützen. |
Wichtig: Eine dargestellte Handlung ist nicht automatisch ein Beweis dafür, dass sie genau so stattgefunden hat.
Form, Material und Technik
Linien, Farben und Figuren
Die Figuren sind vereinfacht dargestellt. Klare Umrisse, kräftige Farben und auffällige Körperhaltungen machen ihre Handlungen gut erkennbar.
Die Darstellung verzichtet weitgehend auf eine einheitliche räumliche Perspektive. Viele Figuren erscheinen von der Seite. Farben und Größen dienen nicht immer einer naturgetreuen Wiedergabe.
Wichtig sind besonders:
- Linie: Klare Konturen machen Menschen, Tiere und Gegenstände erkennbar.
- Farbe: Wiederkehrende Farbtöne verbinden die einzelnen Bildabschnitte.
- Gestik: Arme, Blicke und Körperhaltungen vermitteln Handlungen.
- Komposition: Die Anordnung führt den Blick durch die Erzählung.

Bischof Odo mit erhobenem Stab in einer Schlachtszene. Reproduktion eines Ausschnitts des mittelalterlichen Originals. Commons-Datei von LadyofHats, gemeinfrei gekennzeichnet.
Betrachte: In welche Richtung weisen die Arme? Welche Rolle spielen die Pferde für die Bewegung im Bild?
Die Sticktechnik
Die Bildmotive wurden mit Wollgarn auf Leinen gestickt. Konturen bestehen aus sichtbaren Linien. Größere Farbflächen wurden mit ausgelegten und befestigten Fäden gefüllt.

Vergrößerter Ausschnitt der Odo-Darstellung. Hier lassen sich Kontur- und Füllfäden erkennen. Digitaler Bildausschnitt, keine eigenständige moderne Neuschöpfung.
Beobachtungsauftrag: Suche eine Konturlinie und eine gefüllte Farbfläche. Worin unterscheiden sich ihre Fäden?
Wie entsteht eine fortlaufende Erzählung?
Der Teppich funktioniert ähnlich wie eine lange Bildergeschichte. Die Handlung entwickelt sich überwiegend von links nach rechts.
Die einzelnen Ereignisse sind jedoch nicht immer durch feste Rahmen voneinander getrennt.
Fünf erzählerische Mittel
- Wiederkehrende Figuren: Personen wie Harold und Wilhelm tauchen an verschiedenen Stellen auf.
- Bewegungsrichtungen: Reiter, Schiffe und Gesten führen den Blick weiter.
- Szenentrenner: Stilisierte Bäume oder Gebäude markieren manche Übergänge.
- Lateinische Bildtexte: Kurze Inschriften benennen Personen und Ereignisse.
- Wiederkehrende Bildordnung: Hauptszene und Randstreifen verbinden unterschiedliche Episoden.
Merksatz: Wiederholung, Bewegung, Schrift und Bildgliederung machen aus vielen Einzelszenen eine zusammenhängende Erzählung.
Die drei Bildzonen
Der Teppich besitzt eine breite mittlere Bildzone und schmale Randstreifen oben und unten.
In der Mitte wird die Haupthandlung erzählt. In den Randzonen erscheinen Tiere, Fabelwesen und Alltagsszenen. Während der Schlacht sind dort auch Tote und Verletzte dargestellt.
Die Bedeutung der Randbilder ist nicht immer eindeutig. Manche ergänzen die Handlung, andere könnten kommentieren oder schmücken.
Vier wichtige Bildstationen
Station 1: Harolds Eid

Szene 23: Harold bei einer Eideshandlung vor Wilhelm. Fotografie des Originals von Myrabella, 2013, CC0.
Beobachtung: Eine Person steht zwischen zwei Gegenständen und hält ihre Arme ausgestreckt. Weitere Personen sind anwesend.
Historische Einordnung: Die Bildinschrift bezeichnet die Szene als Eidesleistung Harolds gegenüber Wilhelm.
Deutung: Die Szene kann dazu dienen, Harolds spätere Königsherrschaft als Bruch eines Versprechens erscheinen zu lassen. Inhalt und Verbindlichkeit des historischen Eides sind allerdings umstritten.
Frage: Wie helfen Körperhaltung, Gegenstände und Schrift dabei, diese Handlung verständlich zu machen?
Station 2: Der Komet

Szene 32: Menschen betrachten einen Kometen. Originalfotografie von Myrabella, 2013, CC0.
Beobachtung: Menschen blicken und zeigen nach oben. Dort erscheint ein Himmelskörper mit einem auffälligen Schweif.
Historische Einordnung: Im Jahr 1066 war der heute als Halleyscher Komet bekannte Komet sichtbar.
Deutung: Seine Darstellung könnte als Vorzeichen politischer Veränderungen verstanden worden sein. Diese Bedeutung ist eine Interpretation, kein beobachtbarer Fakt.
Frage: Weshalb fällt der Himmelskörper auf, obwohl er wenig Platz einnimmt?
Station 3: Vorbereitung und Überfahrt

Szene 35: Vorbereitungen zum Schiffbau. Reproduzierte Bildvorlage, auf Wikimedia Commons als gemeinfrei gekennzeichnet.

Szene 38: Überfahrt der normannischen Flotte. Digitaler Ausschnitt der Bildfolge, Commons, gemeinfreie Werkvorlage.
Beobachtung: Werkzeuge, Boote, Menschen und Bewegungslinien verdeutlichen aufeinanderfolgende Handlungen.
Historische Einordnung: Wilhelm ließ eine Flotte vorbereiten und überquerte 1066 den Ärmelkanal.
Deutung: Die Folge von Vorbereitungen und Überfahrt kann Planung, Entschlossenheit und militärische Stärke vermitteln.
Vergleich: Wie verändert sich die Handlung von der ersten zur zweiten Abbildung?
Station 4: Die Schlacht bei Hastings

Szene 51: Normannische Kämpfer und Reiter. Fotografie des Originals von Myrabella, 2013, CC0.

Ausschnitt aus Szene 54: Bischof Odo ermutigt Kämpfer. Bereits oben verwendete gemeinfreie Reproduktion.

Szene 57: Der dargestellte Tod König Harolds. Fotografie des Originals von Myrabella, 2013, CC0. Der genaue Tathergang ist historisch umstritten.
Beobachtung: Die Bildfolge zeigt bewaffnete Menschen, Pferde, Waffen und schließlich den dargestellten Tod Harolds.
Gesichertes Wissen: Am 14. Oktober 1066 besiegte Wilhelms Heer das Heer König Harolds bei Hastings. Harold kam dabei ums Leben.
Unsicherheit: Ob Harold tatsächlich durch einen Pfeil ins Auge getötet wurde, ist nicht zweifelsfrei belegt. Die Darstellung wurde zudem teilweise restauriert.
Deutung: Die dichte Anordnung der Figuren, die Waffen und die dynamischen Bewegungen steigern den Eindruck von Gewalt und Unordnung.
Hinweis für Klasse 7–8: Die Schlachtszenen zeigen Gewalt und Tote. Du kannst alternativ die Schiffs- und Kometenszenen untersuchen.
Interaktive Bildbetrachtung
So gehst Du vor: Betrachte die Bilder zuerst selbst. Formuliere eine Antwort. Klappe danach die Hinweise auf und vergleiche.
Bildfrage A: Wie erkennst Du einen Szenenwechsel?
Vergleiche die Bilder von der Eideshandlung und der Überfahrt.
Was verändert sich? Welche Gestaltungselemente bleiben erhalten?
Hinweis und Beispielantwort anzeigen
Schau auf Figuren, Schauplätze, Inschriften und die Randstreifen.
Die Handlung wechselt von einer feierlichen Begegnung zu Schiffbau und Seefahrt. Die fortlaufende Bildordnung, die wiederkehrenden Farben und die kurzen Inschriften bleiben bestehen.
Bildfrage B: Wie entsteht Spannung?
Vergleiche die ruhige Eideshandlung mit der Schlachtszene.
Untersuche die Anzahl der Figuren, ihre Bewegungen und den verfügbaren Bildraum.
Hinweis und Beispielantwort anzeigen
Die Schlacht wirkt dichter und unruhiger. Viele Waffen, Pferde und Bewegungen treffen aufeinander. Die Eideshandlung ist dagegen übersichtlicher organisiert.
Das ist eine begründete Beschreibung der Bildwirkung.
Bildfrage C: Wie lenkt der Teppich unsere Sicht?
Warum könnte die Eideshandlung Harolds für den weiteren Verlauf der Geschichte wichtig sein?
Hinweis und Beispielantwort anzeigen
Der Eid wird gezeigt, bevor Harold als König erscheint. Dadurch können Betrachtende sein späteres Handeln als Treuebruch verstehen.
Die Bildfolge könnte so Wilhelms Anspruch auf die englische Krone unterstützen. Das bleibt eine historisch begründete Interpretation.
Interaktive Originalerkundung: Entdecke den Teppich im offiziellen digitalen Museumspanorama.
Dort kannst Du die Szenen selbst vergrößern und miteinander vergleichen. Beachte die Nutzungsbedingungen des Museums: Die Onlinebetrachtung ist gestattet; die eigenständige Entnahme der hochaufgelösten Bilder ist nicht allgemein freigegeben.
Bewegung, Film und Ton
Wikimedia-Commons-Filmsequenz
Digitaler Schwenk über die Bildfolge, erstellt von Antonsusi, 2013. Gemeinfreie Bildvorlage. Es handelt sich um eine moderne Präsentation, nicht um eine mittelalterliche Animation.
Auftrag: Stoppe den Film an drei Stellen. Beschreibe jeweils, wie die nächste Szene mit der vorherigen verbunden wird.
Animierte Bearbeitung von Potion Pictures
The Animated Bayeux Tapestry. Animation von David Newton, Sounddesign von Marc Sylvan, veröffentlicht durch Potion Pictures. Moderne, urheberrechtlich geschützte Animation; Einbettung über den offiziellen YouTube-Player.
Vergleich: Was verändert die Animation gegenüber dem unbewegten Original? Achte auf Tempo, Bewegung und Ton.
Die Animation ist eine Interpretation des Werkes. Sie zeigt nicht, wie die Stickerei ursprünglich bewegt wurde.
Das Werk im Museum
Bayeux Tapestry Museum, veröffentlicht von der Ville de Bayeux, 2019. Offizielles Museumsvideo über das Kunstwerk und seine Präsentation.
Auftrag: Erkläre, weshalb ein empfindliches Textil geschützt und zugleich für Besucherinnen und Besucher sichtbar gemacht werden muss.
Gegenwärtiger Umgang mit dem Original
BBC News, September 2026: Präsentation des Teppichs im British Museum in London. Urheberrechtlich geschützter Nachrichtenbeitrag, eingebunden über YouTube, nicht kopiert.
Vertiefung: Vergleiche die Betrachtung des Originals im Museum mit der Untersuchung digitaler Ausschnitte. Welche Vorteile und Grenzen haben beide Formen?
Hörbeispiel: Aussprache von Bayeux
Französische Aussprache des Ortsnamens Bayeux. Aufnahme: Jjackoti, 2009, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.
Hörimpuls: Höre die französische Aussprache. Der Name bezeichnet die normannische Stadt, nach der das Kunstwerk benannt ist.
Die Aufnahme ist eine moderne Sprachaufnahme und kein historischer Originalton.
Kunst, Geschichte und Weltkulturen
Der Teppich verbindet Textilkunst, Geschichtsdarstellung und politische Kommunikation.
Ähnliche Fragen zur fortlaufenden Bildgeschichte lassen sich auch bei der Trajanssäule, mittelalterlichen Bilderhandschriften oder heutigen Comics stellen.
Gemeinsamkeit: Mehrere Ereignisse werden durch wiederkehrende Figuren, Zeichen oder Bildräume verbunden.
Unterschied: Der Teppich nutzt einen langen textilen Bildstreifen, während Comics meist einzelne Panels einsetzen.
Oberstufenimpuls: Vergleiche die möglichen politischen Botschaften des Teppichs mit denen anderer historischer Monumente. Achte darauf, Unterschiede zwischen Entstehungszeit und Kultur nicht einzuebnen.
Was wissen wir nicht sicher?
| Forschungsfrage | Stand des Wissens |
|---|---|
| Wer entwarf die Bilder? | Die Namen der Entwerfenden sind nicht überliefert. |
| Wer stickte die Bilder? | Eine Herstellung durch angelsächsische, wahrscheinlich überwiegend weibliche Fachkräfte gilt als plausibel, ist aber nicht abschließend bewiesen. |
| Wer gab das Werk in Auftrag? | Bischof Odo von Bayeux gilt als wahrscheinlicher Auftraggeber; es gibt weitere Hypothesen. |
| Wo wurde der Teppich hergestellt? | England, möglicherweise Canterbury, ist eine verbreitete Forschungsannahme. |
| Wann genau entstand er? | Das späte 11. Jahrhundert, besonders die Zeit um 1070, ist wahrscheinlich; ein exaktes Jahr ist nicht gesichert. |
| Was zeigte das ursprüngliche Ende? | Das Ende fehlt. Eine Darstellung von Wilhelms Krönung wird vermutet, ist aber nicht nachgewiesen. |
Zentrale Erkenntnis: Kunstwerke können historische Informationen überliefern und zugleich Ereignisse auswählen, gewichten oder politisch deuten.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wähle jeweils die richtige Antwort. Nach jeder Frage kannst Du die Erklärung aufklappen.
Welche Technik wurde beim Teppich von Bayeux verwendet? (Stickerei) (!Ölmalerei) (!Mosaik) (!Holzschnitt)
Feedback anzeigen
Die Motive wurden mit Wollfäden auf einen bereits vorhandenen Leinenstoff gestickt.
Welcher Stoff bildet den Untergrund des Werkes? (Leinen) (!Seide) (!Leder) (!Papier)
Feedback anzeigen
Leinen bildet den Trägerstoff. Das farbige Wollgarn erzeugt die Bildmotive.
Wann entstand der Teppich wahrscheinlich? (Im späten 11. Jahrhundert) (!In der Bronzezeit) (!Im 16. Jahrhundert) (!Im 19. Jahrhundert)
Feedback anzeigen
Das Werk wird gewöhnlich in die Zeit um 1070 datiert. Das genaue Entstehungsjahr ist unbekannt.
Welches Ereignis steht im Mittelpunkt der Erzählung? (Die normannische Eroberung Englands) (!Die Französische Revolution) (!Der Dreißigjährige Krieg) (!Der Untergang Roms)
Feedback anzeigen
Der Teppich schildert Ereignisse rund um die Eroberung Englands durch Wilhelm im Jahr 1066.
Wie werden die dargestellten Ereignisse miteinander verbunden? (Durch Bildfolge und wiederkehrende Gestaltungsmittel) (!Durch ein einzelnes Zentralbild) (!Durch einheitliche fotografische Perspektive) (!Durch vollständige Trennung aller Figuren)
Feedback anzeigen
Wiederkehrende Personen, Gesten, Farben, Ortszeichen und kurze Inschriften verbinden die Szenen.
Welche Sprache verwenden die gestickten Bildbeischriften? (Latein) (!Neuhochdeutsch) (!Arabisch) (!Altgriechisch)
Feedback anzeigen
Die sogenannten Tituli sind in mittelalterlichem Latein verfasst und begleiten wichtige Ereignisse.
Was kann auf dem Teppich einen Übergang zwischen Szenen markieren? (Ein stilisierter Baum) (!Eine moderne Seitenzahl) (!Ein fotografischer Bildrahmen) (!Eine eingeblendete Filmuhr)
Feedback anzeigen
Stilisierte Bäume und Gebäude helfen oft bei der Bildgliederung. Sie trennen jedoch nicht jede Szene eindeutig.
Was erscheint häufig in den oberen und unteren Randzonen? (Tiere und Fabelwesen) (!Gedruckte Zeitungsartikel) (!Fotografien von Museen) (!Moderne Verkehrsschilder)
Feedback anzeigen
In den Bordüren befinden sich unter anderem Tiere und Fabelwesen. Ihre Bedeutungen sind teilweise umstritten.
Welche Aussage über Bischof Odo ist wissenschaftlich angemessen? (Er gilt als möglicher Auftraggeber) (!Er ist als alleiniger Künstler eindeutig nachgewiesen) (!Er fotografierte die Szenen) (!Er lebte zur Zeit der Renaissance)
Feedback anzeigen
Odo wird häufig als Auftraggeber vermutet. Ein endgültiger Beweis für diese Zuschreibung fehlt.
Warum muss der Teppich als historische Quelle kritisch betrachtet werden? (Weil die Darstellung eine bestimmte Perspektive zeigen kann) (!Weil Stickereien grundsätzlich keine Informationen enthalten) (!Weil sämtliche Szenen erst im 20. Jahrhundert erfunden wurden) (!Weil alle Personen eindeutig fotografiert wurden)
Feedback anzeigen
Der Teppich zeigt eine ausgewählte Erzählung. Historische Darstellungen können Ereignisse zuspitzen und politische Ansprüche unterstützen.
Memory
Finde die sechs passenden Begriffspaare.
| Leinen | Trägerstoff |
| Wollgarn | Stickmaterial |
| Titulus | Lateinische Bildbeischrift |
| Bordüre | Schmückender Randstreifen |
| Komet | Auffälliger Himmelskörper |
| Hastings | Ort der entscheidenden Schlacht |
Drag and Drop
Ordne den Gestaltungsmitteln die passende Funktion oder das passende Bildzeichen zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Erzählendes Gestaltungsmittel |
|---|---|
| Szenenwechsel | Stilisierter Baum |
| Personenbezug | Figurenwiederholung |
| Leserichtung | Bewegungsgeste |
| Bildkommentar | Randmotiv |
| Handlungsbenennung | Lateinische Inschrift |
Kreuzworträtsel
| Leinen | Welcher Stoff bildet den Untergrund der Stickerei? |
| Wolle | Aus welchem Material besteht das farbige Stickgarn? |
| Randzone | Wie nennt man den oberen oder unteren Bildbereich? |
| Komet | Welcher Himmelskörper wird als auffällige Erscheinung gezeigt? |
| Harold | Wie heißt der englische König, der bei Hastings starb? |
| Hastings | Bei welchem Ort fand die entscheidende Schlacht statt? |
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Hier findest Du weitere Übungen und Zuordnungsaufgaben zum Thema.
Lückentext
Offene Aufgaben
Wähle zunächst die Kernaufgabe Deines Niveaus G, M oder E. Die weiteren Aufgaben dienen zur Übung und Vertiefung. Auch Lernende jüngerer Klassen können anspruchsvollere Aufgaben ausprobieren.
Leicht – G: Grundniveau
- Kernaufgabe – Bildbeschreibung: Wähle eine Szene und beschreibe in fünf einfachen Sätzen, welche Menschen, Gegenstände, Farben und Bewegungen Du erkennst.
- Farbuntersuchung: Suche drei wiederkehrende Farben und beschreibe ihre Wirkung.
- Gestik: Wähle zwei Figuren und erkläre anhand ihrer Körperhaltung, was sie gerade tun könnten.
- Bildergeschichte: Ordne drei vorhandene Bildausschnitte in eine sinnvolle Reihenfolge und gib ihnen eigene kurze Bildunterschriften.
Standard – M: Mittleres Niveau
- Kernaufgabe – Bildvergleich: Vergleiche zwei Szenen des Teppichs. Untersuche Figuren, Linien, Farben, Bewegungsrichtungen und Bildtexte. Erkläre mit mindestens drei Beispielen, wie die Szenen zusammenhängen.
- Kompositionsanalyse: Untersuche, wie Hauptbild und Randzonen zusammenwirken.
- Quellenkritik: Notiere zu einer Szene zwei Beobachtungen, zwei historische Fakten und eine begründete Deutung.
- Storyboard: Entwirf eine eigene kleine Bildergeschichte aus vier selbst gezeichneten Szenen und verwende mindestens zwei Erzählmittel des Teppichs.
Schwer – E: Erweitertes Niveau
- Kernaufgabe – Visuelle Rhetorik: Analysiere die Eideshandlung und eine spätere Szene. Entwickle eine begründete These dazu, wie die Bildfolge Wilhelms Herrschaftsanspruch unterstützen könnte. Trenne Bildbelege, historische Informationen und Deutung.
- Historische Quellenkritik: Vergleiche die Darstellung von Harolds Tod mit einer seriösen schriftlichen Quelle. Erkläre, welche Fragen offenbleiben.
- Kunstvergleich: Vergleiche die Erzählstruktur des Teppichs mit der Trajanssäule oder einer anderen zusammenhängenden Bildgeschichte. Stelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus.
- Museumspädagogik: Entwickle einen kurzen Audioguide als Text für drei Bildstationen. Er soll Beobachtung, Fakten, Unsicherheiten und unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten unterscheiden.


Lernkontrolle
Bearbeite mindestens fünf der folgenden Transferaufgaben.
- Erzählstruktur: Erkläre an zwei Bilddetails, wie eine fortlaufende Handlung ohne moderne Comicrahmen entstehen kann.
- Perspektivwechsel: Beschreibe, wie eine englische statt einer normannischen Bildfolge dieselben Ereignisse möglicherweise anders gewichten würde. Kennzeichne Deine Vermutungen.
- Bildwirkung: Vergleiche eine ruhige und eine bewegte Szene. Belege ihre Wirkung mit formalen Merkmalen.
- Quellenbewertung: Beurteile, weshalb die Darstellung von Harolds Tod nicht ausreicht, um seinen genauen Tod zu rekonstruieren.
- Medienvergleich: Erkläre, wie sich die Wahrnehmung beim Wechsel vom gestickten Original zur modernen YouTube-Animation verändert.
- Transfer: Übertrage drei Erzählmittel des Teppichs auf eine heutige Bildreportage und erläutere Deine Entscheidungen.
Lernnachweis
Ein vollständiger Lernnachweis zeigt, dass Du das Kunstwerk selbstständig untersuchen und seine Aussagekraft einschätzen kannst.
- Werkkenntnis: Titel, ungefähre Entstehungszeit, Material, Technik und historischer Zusammenhang.
- Bildbeobachtung: Beschreibung mindestens zweier konkreter Bilddetails.
- Formanalyse: Erklärung von Linien, Farben, Gestik, Komposition und Bildzonen.
- Erzählanalyse: Erklärung von mindestens drei Mitteln, die Szenen verbinden.
- Quellenkritik: Unterscheidung zwischen Beobachtung, gesichertem Wissen und Interpretation.
- Reflexion: Begründetes Urteil über die mögliche politische Funktion der Bildfolge und ihre Bedeutung für heutige Betrachtende.
Für das Grundniveau genügen kurze, klar verständliche Sätze. Im mittleren Niveau werden mehrere Bildbelege erwartet. Im erweiterten Niveau gehören quellenkritische Argumentation, alternative Deutungen und ein sorgfältig begründetes Urteil dazu.
OERs zum Thema
Wikipedia: Teppich von Bayeux
Weiterführende geprüfte Quellen:
- Bayeux Tapestry – englische Wikipedia: Ergänzender Medien- und Sachnachweis zum Kunstwerk.
- Bayeux Museum – Geschichte der Stickerei: Offizielle Museumsinformationen.
- Bayeux Museum – Tapestry or Embroidery?: Erklärungen zu Material, Technik und Aufbau.
- Bayeux Museum – digitales Panorama: Offizielle hochaufgelöste Betrachtungsmöglichkeit mit eigenen Nutzungsbedingungen.
- Wikimedia Commons – Bayeux Tapestry: Frei zugängliche Mediendateien mit individuellen Lizenzangaben.
- Smarthistory – The Bayeux Tapestry: Kunsthistorische Einführung und Bildanalyse.
Mediennachweise und Nutzungsrechte
Das mittelalterliche Kunstwerk ist gemeinfrei. Das bedeutet nicht automatisch, dass jede moderne Aufnahme oder Bearbeitung frei verwendbar ist. Deshalb werden Werkrechte und Rechte an den Mediendateien getrennt betrachtet.
Die folgenden Angaben beruhen auf den jeweiligen Commons-Dateibeschreibungen. Bei einer Weiterverwendung solltest Du stets die aktuelle Dateiseite prüfen.
| Medium | Herkunft, Urheber und Lizenz |
|---|---|
| Panorama | Mittelalterliches Original, unbekannte Urheber; digitale Panorama-Zusammenstellung von Antonsusi nach einer historischen Bildvorlage. Commons-Kennzeichnung PD-Art. Keine eigenständige Fotolizenz behauptet. |
| Schiffbau | Reproduzierter Ausschnitt aus der Bildvorlage der Bibliotheca Augustana, mit Bezug auf Ulrich Harsch. Auf Commons als gemeinfrei beziehungsweise PD-Art gekennzeichnet. |
| Überfahrt | Digitaler Ausschnitt aus der gemeinfreien Bildvorlage; Commons-Kennzeichnung Public Domain. |
| Harolds Eid | Fotografie von Myrabella, 2013. Die Fotografin stellt ihre digitale Reproduktion unter CC0 1.0. |
| Komet | Fotografie von Myrabella, 2013, CC0 1.0. |
| Odo | Ausschnitt des mittelalterlichen Werkes, auf Commons 2006 von LadyofHats bereitgestellt und als gemeinfrei gekennzeichnet. Die fotografische Ausgangsvorlage ist nicht näher dokumentiert. |
| Stickdetail | Vergrößerter Ausschnitt aus der Odo-Datei, auf Commons von PKM bereitgestellt. Gemeinfreie Kennzeichnung. |
| Schlachtszene | Fotografie von Myrabella, 2013, CC0 1.0. |
| Harolds Tod | Fotografie von Myrabella, 2013, CC0 1.0. |
| Filmsequenz | Moderne digitale Filmsequenz von Antonsusi, 2013, aus einer gemeinfreien Bildreproduktion. Commons-Kennzeichnung PD-Art. |
| Audio | Französische Ausspracheaufnahme von Jjackoti, 2009. CC BY-SA 3.0; Namensnennung und Lizenzhinweis erforderlich. |
Lizenzhinweis: Bei den CC0-Fotografien wurden die Rechte an den digitalen Reproduktionen ausdrücklich freigegeben. Bei PD-Art-Dateien beruht die Commons-Kennzeichnung auf der gemeinfreien Werkvorlage und der Einordnung als getreue Reproduktion. Außerhalb bestimmter Rechtsordnungen können zusätzliche Einschränkungen bestehen.
YouTube: Das Museumsvideo, die Animation von Potion Pictures und der BBC-Nachrichtenbeitrag sind urheberrechtlich geschützte neuere Produktionen. Sie werden nicht als freie Dateien ausgegeben, sondern über die reguläre YouTube-Einbettung der jeweiligen Herausgeber eingebunden. Die tatsächliche Wiedergabe bleibt von deren Einbettungseinstellungen abhängig.
Kennzeichnung von Bildmaterial: Gezeigt werden Ausschnitte, Fotografien und digitale Zusammenstellungen. Moderne Bewegungen und Tonspuren sind keine Bestandteile des mittelalterlichen Originals. Wo die Entstehung einer Fotovorlage nicht vollständig dokumentiert ist, wird dies offengelegt.
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