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Temperamalerei - Kunst

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Temperamalerei - Kunst



Temperamalerei - Kunst


Einleitung

Temperamalerei verbindet Pigment, Wasser und ein Bindemittel. Besonders bekannt ist die Eitempera, bei der meist Eigelb bindet. Du lernst die Technik kennen, untersuchst Kunstwerke und gestaltest ein eigenes Bild.

Lernziele: Du kannst Tempera erklären, sicher anwenden, ihre Bildwirkung beschreiben und sie mit anderen Maltechniken vergleichen.


Tempera kurz erklärt

Eine Temperafarbe enthält drei wichtige Bestandteile: Pigmente geben die Farbe, ein Bindemittel hält sie auf dem Bildträger und Wasser macht sie vermalbar. Bei traditioneller Eitempera dient meist verdünntes Eigelb als Bindemittel.

Im Handel heißen auch manche deckenden Schulfarben „Tempera“. Sie können andere Bindemittel enthalten und ähneln oft Gouache. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die Verpackung.

Begriff Kurz erklärt
Pigment Farbgebendes Pulver
Bindemittel Verbindet Pigment und Malgrund
Emulsion Mischung sonst schwer mischbarer Flüssigkeiten
Malgrund Fläche, auf der Du malst


Material, Werkzeug und Sicherheit

Für die Schule eignen sich feste Pappe, grundierte Holzplatten oder kräftiges Papier, weiche Pinsel, Mischpalette, Wasser, Lappen und fertige Temperafarben. Traditionelle Eitempera wird nur in kleinen Mengen frisch angesetzt.

Sicher arbeiten: Verwende trockene Künstlerpigmente nur unter Anleitung. Atme Pulver nicht ein. Historische giftige Pigmente gehören nicht in den Unterricht. Beachte Ei-Allergien, arbeite sauber und entsorge Eimischungen nach dem Unterricht.


Arbeitsweg in sechs Schritten

  1. Grundierung: Bereite einen hellen, glatten und möglichst festen Malgrund vor.
  2. Vorzeichnung: Plane Formen und Bildaufbau mit wenigen Linien.
  3. Farbmischung: Mische kleine Farbmengen auf der Palette.
  4. Farbauftrag: Male dünn und gleichmäßig statt sehr pastos.
  5. Schichtung: Setze nach dem Trocknen weitere Striche, Flächen oder Lasuren darüber.
  6. Reflexion: Prüfe Farbwirkung, Kontraste, Kanten und Pinselspuren.


Bildwirkung und Gestaltung

Tempera trocknet meist schnell. Dadurch lassen sich klare Konturen, kleine Striche, Schraffuren und viele dünne Schichten gut aufbauen. Weiche, lange Übergänge sind schwieriger als bei Ölfarbe.

Merkmal Tempera Vergleich
Trocknung Schnell Ölfarbe trocknet meist langsamer
Oberfläche Häufig matt bis seidig Acryl kann stärker glänzen
Farbauftrag Dünne Schichten und Striche Gouache deckt oft flächiger
Übergänge Durch Schichten und Schraffuren Öl lässt sich länger nass verblenden

Beobachtungsauftrag: Achte im Video darauf, wie dasselbe grüne Pigment mit Ei und mit Öl unterschiedlich wirkt.


Geschichte in Bildern

Temperaähnliche Techniken sind seit der Antike bekannt. Eitempera wurde besonders wichtig für mittelalterliche und frühneuzeitliche Tafelmalerei. Ab dem 15. Jahrhundert wurde sie zunehmend mit Ölmalerei kombiniert oder von ihr verdrängt. In der Ikonenmalerei blieb Eitempera bedeutend.

Bildimpuls: Untersuche, wie Farbe die Rekonstruktion einer antiken Skulptur verändert.

Bildimpuls: Suche helle Schichten, klare Konturen und ruhige Farbflächen.

Bildimpuls: Verfolge Linien, Gewandfalten und kleine Pflanzendetails.

Bildimpuls: Beschreibe, wie Kontur, Fläche und Bewegung zusammenwirken.

Bildimpuls: Untersuche Goldgrund, Licht, Körper und Raum.

Bildimpuls: Vergleiche die moderne Ikone mit den historischen Tafelbildern.


Kunstwerke betrachten

Nutze bei einer Bildanalyse drei Schritte:

  1. Beschreibung: Was ist sichtbar, ohne es zu deuten?
  2. Analyse: Wie wirken Farbe, Linie, Fläche, Raum und Komposition?
  3. Deutung: Welche Stimmung, Aussage oder Funktion könnte das Bild haben?


Mini-Projekt für den Kunstunterricht

Gestalte ein kleines Naturmotiv auf fester Pappe. Beginne mit einer hellen Grundierung und einer einfachen Vorzeichnung. Baue Farbe mit kurzen Strichen und dünnen Schichten auf. Nutze mindestens einen Warm-Kalt-Kontrast und dokumentiere zwei Zwischenstände.

Erfolgskriterien: sauberer Arbeitsplatz, kontrollierter Farbauftrag, erkennbare Schichtung, bewusste Farbwirkung und kurze Reflexion.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche drei Bestandteile gehören grundsätzlich zu einer Temperafarbe? (Pigment, Bindemittel und Wasser) (!Öl, Wachs und Sand) (!Kreide, Lack und Metall) (!Leim, Stoff und Glas)




Welches Bindemittel ist für klassische Eitempera typisch? (Eigelb) (!Bienenwachs) (!Gips) (!Kohle)




Welche Aufgabe hat ein Pigment? (Es gibt der Farbe ihren Farbton) (!Es trocknet den Pinsel) (!Es glättet die Holzplatte) (!Es schützt die Hände)




Welcher Bildträger passt besonders gut zu traditioneller Eitempera? (Eine feste grundierte Holzplatte) (!Ein stark bewegliches Stofftuch) (!Eine nasse Glasscheibe) (!Eine ungegrundete Metallfolie)




Welche Arbeitsweise ist für Eitempera typisch? (Dünne Schichten und feine Striche) (!Sehr dicke nasse Farbhaufen) (!Ausschließlich Sprühfarbe) (!Nur Kratzen ohne Farbe)




Warum muss beim Malen zügig gearbeitet werden? (Tempera trocknet meist schnell) (!Tempera gefriert sofort) (!Tempera wird zu Metall) (!Tempera leuchtet nur eine Minute)




Wozu dient eine Grundierung? (Sie bereitet den Malgrund für den Farbauftrag vor) (!Sie macht den Pinsel länger) (!Sie ersetzt jedes Pigment) (!Sie entfernt das Bildmotiv)




Was unterscheidet Tempera häufig von Ölfarbe? (Tempera trocknet schneller) (!Tempera besteht nur aus Öl) (!Tempera kann keine Pigmente enthalten) (!Tempera bleibt immer nass)




Welche Sicherheitsregel ist im Unterricht richtig? (Pigmentpulver nicht einatmen) (!Unbekannte Pigmente probieren) (!Farbreste in die Augen reiben) (!Rohes Ei tagelang offen stehen lassen)




In welchem Bereich blieb Eitempera besonders wichtig? (In der Ikonenmalerei) (!Im Glasblasen) (!Im Steindruck ohne Farbe) (!Im Schmieden)





Memory

Pigment Farbgebender Stoff
Bindemittel Haftung auf dem Malgrund
Eitempera Eigelb als Hauptbinder
Grundierung Vorbereitung der Bildfläche
Schraffur Wirkung durch Linien
Lasur Dünne durchscheinende Schicht





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Arbeitsschritt
Grundieren Eine tragfähige helle Oberfläche vorbereiten
Vorzeichnen Formen und Komposition planen
Mischen Eine kleine passende Farbmenge herstellen
Schichten Getrocknete Farbaufträge ergänzen
Reflektieren Wirkung und Arbeitsprozess beurteilen






Kreuzworträtsel

Pigment Wie heißt der farbgebende Stoff in einer Malfarbe?
Eigelb Welcher Teil des Eis bindet klassische Eitempera?
Emulsion Wie heißt eine Mischung aus sonst schwer mischbaren Flüssigkeiten?
Malgrund Wie heißt die Fläche, auf der gemalt wird?
Schraffur Wie heißt eine Darstellung mit vielen gesetzten Linien?
Renaissance In welcher europäischen Kunstepoche nutzte Botticelli häufig Tempera?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die farbgebenden Bestandteile einer Temperafarbe heißen

. Das

hält die Farbteilchen auf dem Bildträger. Bei klassischer Eitempera übernimmt meist das

diese Aufgabe. Tempera wird häufig in dünnen

aufgetragen. Ein fester

vermindert Schäden durch Bewegung. Feine Linienlagen heißen

. Im Vergleich zur

trocknet Tempera meist schneller. Eine helle

unterstützt einen gleichmäßigen Farbauftrag.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Farbkarte: Lege eine Tempera-Farbkarte mit mindestens sechs Farbtönen und ihren Mischungen an.
  2. Pinselspur: Erprobe Punkte, Linien, Schraffuren und flache Pinselzüge auf einem Probeblatt.
  3. Bilddetektiv: Wähle ein Werk aus dem Kurs und markiere drei Stellen mit besonders klaren Konturen.
  4. Materialposter: Gestalte ein übersichtliches Poster zu Pigment, Bindemittel, Wasser und Malgrund.


Standard

  1. Schichtenbild: Male ein Naturmotiv in mindestens vier sichtbar aufeinander aufgebauten Farbschichten.
  2. Technikvergleich: Male dasselbe Motiv einmal mit Tempera und einmal mit Wasserfarbe und vergleiche die Wirkung.
  3. Audioguide: Nimm einen einminütigen Audioguide zu einem Temperabild auf.
  4. Eitempera-Versuch: Stelle unter Aufsicht eine kleine sichere Eitempera-Probe her und dokumentiere Konsistenz, Trocknung und Farbwirkung.


Schwer

  1. Werkrekonstruktion: Übertrage einen kleinen Ausschnitt eines historischen Temperabildes in eigener Farbwahl.
  2. Pigmentforschung: Untersuche Herkunft, Wirkung und Risiken eines historischen Pigments und schlage eine sichere Schulalternative vor.
  3. Erklärvideo: Produziere ein kurzes Video zu Grundierung, Mischung, Schichtung und Reinigung.
  4. Ausstellungskonzept: Kuratiere eine kleine Schulausstellung mit Werken, Techniktexten, Prozessbildern und einer Mitmachstation.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Materialentscheidung: Begründe, ob Tempera für ein bewegliches Bühnenbanner oder für eine kleine feste Bildtafel besser geeignet ist.
  2. Fehleranalyse: Ein Bild wirkt fleckig und die Farbe löst sich. Entwickle drei mögliche Ursachen und passende Verbesserungen.
  3. Technikvergleich: Erkläre an einem selbst gewählten Motiv, wann Tempera gegenüber Öl, Acryl oder Aquarell Vorteile hat.
  4. Gestaltungsplanung: Entwirf einen Arbeitsplan für ein leuchtendes Bild mit Schraffur, Lasur und Warm-Kalt-Kontrast.
  5. Bildzuordnung: Formuliere Kriterien, mit denen Du ein unbekanntes Bild vorsichtig als mögliche Temperamalerei einordnen würdest. Benenne auch Grenzen Deiner Einschätzung.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zeigst Du:

  1. Fachwissen: Du erklärst Pigment, Bindemittel, Emulsion, Malgrund und Eitempera.
  2. Sicherheit: Du hältst Regeln zu Pigmentstaub, Ei, Arbeitsplatz und Reinigung ein.
  3. Praxis: Du planst und gestaltest ein eigenes Temperabild mit sichtbarer Schichtung.
  4. Bildanalyse: Du untersuchst Farbe, Linie, Fläche, Raum und Komposition eines Werkes.
  5. Vergleich: Du grenzt Tempera begründet von mindestens einer anderen Maltechnik ab.
  6. Reflexion: Du dokumentierst Entscheidungen, Schwierigkeiten und Verbesserungen.




OERs zum Thema



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