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Salze - Chemie

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Salze - Chemie




Einleitung

Salze begegnen Dir im Alltag, in der Natur und im Chemielabor. Speisesalz ist Natriumchlorid, doch chemisch bezeichnet der Begriff eine große Stoffgruppe. Salze bestehen aus positiv geladenen Kationen und negativ geladenen Anionen. Im festen Salz sind diese Ionen regelmäßig in einem Ionengitter angeordnet und durch elektrostatische Anziehung zusammengehalten.

Typische Salze sind Natriumchlorid in Lebensmitteln, Calciumcarbonat in Kalkstein, Calciumsulfat in Gips und Kaliumnitrat in Düngemitteln. In diesem aiMOOC lernst Du, wie Salze entstehen, wie ihre Formeln gebildet werden und wie sich ihre Eigenschaften aus dem Teilchenbau erklären lassen.


Lernziele

Nach der Bearbeitung kannst Du:

  1. Ionen als geladene Teilchen beschreiben.
  2. Ionenbindungen und Ionengitter erklären.
  3. Verhältnisformeln einfacher Salze aus Ionenladungen entwickeln.
  4. Namen und Formeln wichtiger Salze einander zuordnen.
  5. Eigenschaften von Salzen mit ihrem Aufbau begründen.
  6. Salzbildungs- und Fällungsreaktionen deuten.


Vom Atom zum Ion

Ein neutrales Atom besitzt gleich viele Protonen wie Elektronen. Gibt es Elektronen ab, entsteht ein positiv geladenes Kation. Nimmt es Elektronen auf, entsteht ein negativ geladenes Anion.

Ein Natriumatom gibt ein Außenelektron ab:

NaNa++e

Ein Chloratom nimmt ein Elektron auf:

Cl+eCl

Bei der Reaktion von Natrium mit Chlor werden Elektronen übertragen. Die entstandenen Natrium- und Chlorid-Ionen ziehen sich an. Vereinfacht lautet die Gesamtgleichung:

2Na+Cl22NaCl

Merke: Metallatome bilden häufig Kationen. Nichtmetallatome bilden häufig Anionen. Es gibt außerdem mehratomige Ionen wie Sulfat SO42, Nitrat NO3 und Carbonat CO32.


Ionenbindung und Ionengitter

Die Ionenbindung beruht auf der Anziehung entgegengesetzt geladener Ionen. Sie wirkt in alle Raumrichtungen. Deshalb bestehen Salzkristalle nicht aus einzelnen Molekülen, sondern aus einem räumlichen Gitter vieler Ionen.

Im Natriumchloridgitter ist jedes Natrium-Ion von Chlorid-Ionen umgeben und jedes Chlorid-Ion von Natrium-Ionen. Die Formel NaCl ist daher eine Verhältnisformel: Sie zeigt das Zahlenverhältnis der Ionen im Kristall, hier 1:1.

Je stärker die Anziehung zwischen den Ionen ist, desto mehr Energie wird benötigt, um das Gitter zu trennen. Die Stärke hängt unter anderem von den Ionenladungen und den Abständen zwischen den Ionen ab.


Verhältnisformeln und Benennung

Ein Salz ist insgesamt elektrisch neutral. Deshalb müssen sich die positiven und negativen Ladungen ausgleichen.

Beispiel Calciumchlorid:

Ein Calcium-Ion besitzt die Ladung Ca2+, ein Chlorid-Ion die Ladung Cl. Zwei Chlorid-Ionen gleichen die Ladung eines Calcium-Ions aus:

Ca2++2ClCaCl2

Beispiel Aluminiumsulfat:

Aluminium-Ionen sind dreifach positiv, Sulfat-Ionen zweifach negativ. Der kleinste gemeinsame Ladungsbetrag ist sechs:

2(+3)+3(2)=0

Daraus folgt die Verhältnisformel Al2(SO4)3.

Bei der Benennung steht zuerst der Name des Kations und danach der Name des Anions. Einatomige Anionen enden häufig auf -id, zum Beispiel Chlorid, Bromid, Iodid, Oxid und Sulfid. Mehratomige Anionen tragen Namen wie Sulfat, Nitrat oder Carbonat. Kann ein Metall verschiedene Ionenladungen bilden, wird die Ladungsstufe angegeben, zum Beispiel Eisen(II)-chlorid und Eisen(III)-chlorid.

Salz Verhältnisformel Enthaltene Ionen
Natriumchlorid NaCl Na+ und Cl
Magnesiumoxid MgO Mg2+ und O2
Calciumchlorid CaCl2 Ca2+ und Cl
Natriumcarbonat Na2CO3 Na+ und CO32
Aluminiumsulfat Al2(SO4)3 Al3+ und SO42


Eigenschaften von Salzen


Kristallin, hart und spröde

Viele Salze bilden regelmäßige Kristalle. Wird ein Ionengitter verschoben, können gleich geladene Ionen nebeneinander geraten. Sie stoßen sich ab, sodass der Kristall bricht. Deshalb sind viele Salze hart, aber spröde.


Schmelztemperatur

Die Anziehung im Ionengitter ist meist stark. Viele Salze besitzen deshalb hohe Schmelztemperaturen. Natriumchlorid schmilzt erst bei etwa 801 °C. Die Schmelztemperaturen verschiedener Salze können jedoch deutlich voneinander abweichen.

Sicherheit: Salzschmelzen sind extrem heiß und werden nur in geeigneten Laboren unter fachkundiger Aufsicht untersucht.


Löslichkeit in Wasser

Wasser kann Ionen aus manchen Gittern herauslösen und umgeben. Dieser Vorgang heißt Hydratation. Dabei zerfällt das Gitter in frei bewegliche, hydratisierte Ionen:

NaCl(s)Na(aq)++Cl(aq)

Nicht jedes Salz ist gut wasserlöslich. Natriumchlorid löst sich gut, Silberchlorid dagegen nur sehr wenig. Die Löslichkeit hängt vom Zusammenspiel zwischen Gitterkräften und Wechselwirkungen mit dem Lösungsmittel ab.


Elektrische Leitfähigkeit

Festes Salz leitet elektrischen Strom nicht, weil die Ionen feste Plätze im Gitter besitzen. In einer Salzschmelze oder wässrigen Salzlösung sind die Ionen beweglich. Dann können sie elektrische Ladung transportieren. Solche leitfähigen Lösungen oder Schmelzen heißen Elektrolyte.


Wie entstehen Salze?

Salze können auf verschiedenen Reaktionswegen entstehen.


Metall und Nichtmetall

Bei der Reaktion eines Metalls mit einem Nichtmetall werden Elektronen übertragen. Es entstehen Kationen und Anionen, die sich zu einem Ionengitter anordnen. Ein Beispiel ist die Bildung von Natriumchlorid aus Natrium und Chlor.


Neutralisation

Eine Säure und eine Base können zu Salz und Wasser reagieren. Ein Beispiel ist die Reaktion von Salzsäure mit Natronlauge:

HCl+NaOHNaCl+H2O

Die entscheidende Teilchenreaktion lautet:

H++OHH2O


Säure und Metall

Geeignete unedle Metalle können mit Säuren reagieren. Dabei entstehen ein Salz und Wasserstoff. Beispiel:

Mg+2HClMgCl2+H2

Diese Reaktion ist nicht mit jedem Metall und jeder Säure gleich möglich.


Fällungsreaktion

Werden zwei Salzlösungen gemischt, kann ein schwer lösliches Salz entstehen. Es bildet einen festen Niederschlag. Beim Nachweis von Chlorid-Ionen mit Silber-Ionen entsteht weißes Silberchlorid:

Ag(aq)++Cl(aq)AgCl(s)


Nachweise für Ionen

Bestimmte Ionen lassen sich durch charakteristische Reaktionen erkennen.


Fällungsnachweise

Silber-Ionen bilden mit Halogenid-Ionen schwer lösliche Niederschläge. Silberchlorid ist weiß, Silberbromid cremefarben und Silberiodid gelblich.


Flammenfärbung

Einige Metall-Ionen färben eine Flamme charakteristisch. Natrium-Ionen erzeugen eine intensive gelbe Färbung, Kalium-Ionen eine violette und Kupferverbindungen häufig eine blaugrüne Färbung. Die Farben entstehen, weil angeregte Elektronen beim Zurückfallen Energie als Licht abgeben.

Sicherheit im Schulversuch: Schutzbrille tragen, Chemikalien nicht berühren oder probieren und Versuche nur nach Anweisung der Lehrkraft durchführen. Silbernitrat kann Haut und Kleidung verfärben. Schwermetallsalze gehören nicht in Schülerhand ohne geeignete Schutzmaßnahmen.


Salze in Alltag, Natur und Technik

Salze erfüllen sehr unterschiedliche Aufgaben. Sie sind Baustoffe, Nährstoffe, Rohstoffe und Bestandteile technischer Verfahren.

Salz Formel Bedeutung
Natriumchlorid NaCl Speisesalz, Konservierung, chemischer Rohstoff
Calciumcarbonat CaCO3 Kalkstein, Kreide, Baustoff
Calciumsulfat-Dihydrat CaSO42H2O Gips und Baustoff
Natriumhydrogencarbonat NaHCO3 Backtriebmittel und Puffer
Kaliumnitrat KNO3 Düngemittel und technischer Rohstoff

Salze sind für Lebewesen wichtig, aber die Menge entscheidet. Natrium-, Kalium-, Calcium- und Chlorid-Ionen übernehmen Funktionen im Körper. Zu viel Streusalz kann dagegen Böden, Pflanzen und Gewässer belasten. Ein verantwortungsvoller Umgang verbindet chemisches Wissen mit Umweltbewusstsein.


Zusammenfassung

Salze bestehen aus Kationen und Anionen. Im Feststoff bilden sie ein Ionengitter, das durch elektrostatische Anziehung stabilisiert wird. Ihre Formeln geben das kleinste ganzzahlige Verhältnis der Ionen an. Viele Salze sind kristallin, hart, spröde und besitzen hohe Schmelztemperaturen. Elektrischen Strom leiten sie erst, wenn ihre Ionen in einer Schmelze oder Lösung beweglich sind. Salze entstehen unter anderem aus Metall und Nichtmetall, durch Neutralisation oder durch Fällungsreaktionen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Aus welchen Teilchen sind Salze aufgebaut? (Kationen und Anionen) (!Nur aus neutralen Molekülen) (!Nur aus Metallatomen) (!Nur aus Elektronen)




Welche Kraft hält ein Ionengitter hauptsächlich zusammen? (Elektrostatische Anziehung) (!Magnetische Anziehung) (!Reibungskraft) (!Kernspaltung)




Was zeigt die Formel NaCl bei einem Salzkristall? (Das Zahlenverhältnis eins zu eins) (!Ein einzelnes NaCl Molekül) (!Die Masse eines Kristalls) (!Die Farbe des Salzes)




Welche Formel hat Calciumchlorid? (CaCl2) (!Ca2Cl) (!CaCl) (!Ca2Cl2)




Warum ist festes Natriumchlorid nicht elektrisch leitfähig? (Die Ionen sind im Gitter nicht frei beweglich) (!Es enthält keine geladenen Teilchen) (!Es besteht nur aus Wasser) (!Seine Elektronen sind vollständig verschwunden)




Wann kann ein Salz elektrischen Strom leiten? (In Schmelze oder Lösung) (!Nur als trockener Feststoff) (!Nur unterhalb des Gefrierpunkts) (!Nur im Vakuum)




Was entsteht bei einer Neutralisation außer Wasser? (Ein Salz) (!Ein Edelgas) (!Ein Metall) (!Ein Kunststoff)




Wie heißt ein schwer löslicher Feststoff aus einer Lösung? (Niederschlag) (!Elektrode) (!Katalysator) (!Destillat)




Welche Flammenfarbe ist typisch für Natrium-Ionen? (Gelb) (!Tiefschwarz) (!Farblos) (!Silbergrau)




Warum sind viele Salzkristalle spröde? (Gleich geladene Ionen können bei Verschiebung nebeneinander geraten) (!Die Kristalle enthalten Luftblasen) (!Die Ionen verlieren ständig ihre Ladung) (!Das Gitter besteht aus weichem Metall)





Memory

Kation Positiv geladenes Ion
Anion Negativ geladenes Ion
Ionengitter Regelmäßige räumliche Ionenanordnung
Verhältnisformel Kleinstes ganzzahliges Ionenverhältnis
Elektrolyt Leitfähige Lösung oder Schmelze
Niederschlag Schwer löslicher Feststoff
Hydratation Umhüllung gelöster Ionen durch Wasser
Flammenfärbung Nachweis bestimmter Metall-Ionen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Beschreibung
Ionengitter Aufbau eines festen Salzes
Kation Positiv geladenes Teilchen
Anion Negativ geladenes Teilchen
Salzlösung Ionen sind beweglich und können Ladung transportieren
Fällungsreaktion Schwer löslicher Feststoff entsteht aus gelösten Ionen






Kreuzworträtsel

Kation Wie heißt ein positiv geladenes Ion?
Anion Wie heißt ein negativ geladenes Ion?
Ionengitter Wie heißt die regelmäßige Anordnung der Ionen im Kristall?
Elektrolyt Wie heißt eine leitfähige Salzlösung oder Salzschmelze?
Niederschlag Wie heißt der schwer lösliche Feststoff einer Fällungsreaktion?
Verhältnisformel Wie heißt die Formel für das kleinste Ionenverhältnis?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Salze bestehen aus positiv geladenen

und negativ geladenen Anionen. Ein negativ geladenes Ion heißt

. Im festen Zustand sind die Ionen in einem

angeordnet. Die Formel eines Salzes ist eine

. Festes Natriumchlorid leitet keinen elektrischen

. In einer Lösung sind die Ionen frei

. Die Umhüllung gelöster Ionen durch Wasser heißt

. Bei einer Neutralisation entstehen Salz und

. Ein schwer lösliches Reaktionsprodukt heißt

. Natrium-Ionen färben eine Flamme intensiv

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Kristallbeobachtung: Betrachte verschiedene Salze mit einer Lupe und zeichne erkennbare Kristallformen.
  2. Ionenkarte: Gestalte Lernkarten mit Namen, Formel und Ladung von zehn häufigen Ionen.
  3. Salze im Alltag: Fotografiere fünf Salzprodukte oder salzhaltige Materialien und beschreibe ihre Verwendung.
  4. Teilchenbild: Zeichne ein einfaches Modell für festes Natriumchlorid und für eine Natriumchloridlösung.


Standard

  1. Formelwerkstatt: Entwickle die Verhältnisformeln für sechs vorgegebene Ionenpaare und begründe den Ladungsausgleich.
  2. Leitfähigkeitsvergleich: Plane einen sicheren Versuch zum Vergleich von destilliertem Wasser, Zuckerwasser und Salzlösung.
  3. Kristallprojekt: Züchte unter Anleitung Kristalle aus einer geeigneten Salzlösung und führe ein Beobachtungsprotokoll.
  4. Erklärvideo: Produziere ein zweiminütiges Video zur Frage, warum Salze in Lösung Strom leiten.


Schwer

  1. Nachweisplan: Entwickle einen Versuchsplan, mit dem sich Chlorid-Ionen in einer unbekannten Probe nachweisen lassen.
  2. Streusalz-Analyse: Recherchiere Nutzen und Umweltfolgen von Streusalz und formuliere eine begründete Empfehlung für Deine Gemeinde.
  3. Eigenschaftsvergleich: Vergleiche zwei Salze hinsichtlich Ionenladung, Gitteraufbau, Löslichkeit und Schmelztemperatur.
  4. Modellkritik: Beurteile, was ein Kugelmodell des Ionengitters gut zeigt und welche Aspekte es nicht darstellen kann.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Sprödigkeit erklären: Erkläre mithilfe eines Teilchenbildes, warum sich ein Salzkristall bei einer Verschiebung von Gitterebenen spalten kann.
  2. Zustände vergleichen: Begründe, warum Natriumchlorid als Feststoff nicht leitet, als Schmelze und in Lösung aber schon.
  3. Unbekanntes Salz: Ein Salz besteht aus Aluminium-Ionen und Oxid-Ionen. Entwickle die Formel und dokumentiere den Ladungsausgleich.
  4. Beobachtung deuten: Zwei klare Lösungen werden gemischt und ein weißer Feststoff entsteht. Formuliere eine Teilchenerklärung und schlage einen weiteren Untersuchungsschritt vor.
  5. Modell anwenden: Erkläre, weshalb die Aussage „Alle Salze lösen sich gut in Wasser“ falsch ist, und nenne ein Gegenbeispiel.
  6. Transferaufgabe: Entwickle Kriterien für einen möglichst umweltschonenden Einsatz von Streusalz auf einem Schulgelände.




Lernnachweis

Für einen erfolgreichen Lernnachweis solltest Du:

  1. den Aufbau von Salzen aus Kationen und Anionen korrekt darstellen.
  2. die Ionenbindung und das Ionengitter mit einem Teilchenmodell erklären.
  3. Verhältnisformeln aus Ionenladungen herleiten.
  4. Namen und Formeln wichtiger Salze sicher zuordnen.
  5. Löslichkeit, Sprödigkeit, Schmelzverhalten und Leitfähigkeit begründen.
  6. einfache Salzbildungs- und Fällungsreaktionen formulieren.
  7. Beobachtungen aus Versuchen fachsprachlich auswerten.
  8. Sicherheits- und Umweltaspekte beim Umgang mit Salzen berücksichtigen.




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