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Restverteidigung hinter einem breiten Angriff ordnen - Fußballtraining

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Restverteidigung hinter einem breiten Angriff ordnen - Fußballtraining

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Einleitung

Wenn dein Team breit angreift, entstehen Räume für Pässe und Dribblings – aber auch Wege für gegnerische Konter. Restverteidigung bezeichnet die Sicherung, die deine Mannschaft bereits während des eigenen Ballbesitzes hinter und neben dem Angriff organisiert. Sie verbindet Ballnähe, Tiefensicherung, Gegnerzahl und nutzbare Anschlussräume. Ziel ist nicht eine unveränderliche Formation, sondern eine sinnvolle Antwort auf die nächste mögliche Spielaktion. Der Kurs richtet sich an Trainerinnen und Trainer sowie fortgeschrittene Jugendliche ab etwa U14 und Erwachsene.

Spielfeld als Grundlage für die Beobachtung von Zentrum, Flügel und Tiefe
Spielfeld als Grundlage für die Beobachtung von Zentrum, Flügel und Tiefe

Bildquelle und Rechte: Henrbjor, Football Field Schematic.svg, CC BY-SA 3.0. Lernauftrag: Markiere im gedanklichen Feld die Zonen, die nach einem Ballverlust auf der rechten Angriffsseite besonders gefährdet sind.

Lernziele: Du unterscheidest Gegenpressing und Raum-/Tiefenschutz; du vergleichst die Sicherungsmodelle 2+3 und 3+2; du analysierst Überzahl, Gleichzahl und Unterzahl gegen die gegnerischen Konterspieler; du organisierst drei Spielformen, bewertest beobachtbare Entscheidungen und formulierst einen Plan B. Zahlen für Feld, Personal, Dauer und Pausen in diesem Kurs sind anpassbare Lehrmodelle, keine Belastungsnormen oder Erfolgsgarantien.


Spielbild und Grundbegriffe


Angriff in Breite und das Risiko dahinter

Ein breiter Angriff bindet die gegnerische Abwehr über Flügel, Halbräume und Zentrum. Rückt der ballferne Außenverteidiger sehr hoch, fehlen nach Ballverlust möglicherweise Absicherung und Zugriff auf einen langen Diagonalpass. Bleibt hingegen jede Person tief, fehlen Anschlussmöglichkeiten und Präsenz für zweite Bälle. Die Aufgabe besteht deshalb darin, die eigenen Spieler so zu staffeln, dass sie angreifen und gleichzeitig den möglichen Konter verzögern können. Das ist eine dynamische Rollenfrage, keine mathematische Garantie.

Beispiel einer Grundordnung: Sie verrät noch nicht, wie die Restverteidigung während eines Angriffs aussieht
Beispiel einer Grundordnung: Sie verrät noch nicht, wie die Restverteidigung während eines Angriffs aussieht

Bildquelle und Rechte: Mario Ortegon und Rumpelstilzchen 666, 4-3-3-SVG, CC BY-SA 4.0 mit angegebenen Vorlagen auf der Dateiseite. Lernauftrag: Zeichne den linken Außenverteidiger im Angriff hoch ein und beschreibe, wer danach die ballferne Tiefe schützt. Die Abbildung zeigt nur eine Grundordnung, keine automatische Restverteidigung.


Vier Beobachtungsgrößen gleichzeitig prüfen

Größe Beobachtungsfrage Gute Anschlussentscheidung Warnsignal
Ballnähe Wer kann nach Ballverlust ohne langen Anlauf Druck ausüben? Ballnahe Person stellt den Ballführenden, zweite Person deckt den inneren Passweg. Viele Personen laufen dem Ball hinterher, aber niemand sperrt den Konterpass.
Tiefensicherung Wer schützt die Zone zwischen letzter Linie und Tor? Gestaffelte Verteidiger sind lauf- und blickbereit, nicht auf einer Linie gefesselt. Ein Gegner kann hinter der letzten Person frei starten.
Gegnerzahl Wie viele unmittelbar anspielbare Konterspieler sind vorhanden und in welchen Räumen? Vor dem Risiko die möglichen Duelle 2 gegen 1, 2 gegen 2 oder 2 gegen 3 erfassen. Eine nominelle Überzahl täuscht, weil die Gegenseite in den Raum startet.
Anschlussräume Wo kann nach Rückeroberung sicher weitergespielt oder der zweite Ball gewonnen werden? Eine Person hält zentralen Anschluss; andere sichern die erste und zweite Passoption. Alle stehen so tief, dass der nächste Angriff sofort wieder endet.

Merksatz: Zähle nicht nur Köpfe, sondern die für den nächsten Pass erreichbaren Personen. Drei eigene Spieler auf einer Linie können schlechter schützen als zwei versetzte Spieler mit kontrollierten Passwegen. Die UEFA beschreibt Restverteidigung als Vorbereitung des Ballverlusts im eigenen Ballbesitz, und die DFB-Akademie betont die Balance zwischen Offensivanschluss und Absicherung.


Zwei Sicherungsmodelle im Vergleich


Modell A: zwei tief, drei davor – 2+3

Beim 2+3 sichern zwei tiefere Akteure zentral oder leicht versetzt die Tiefe. Davor halten drei in einer zweiten, beweglichen Linie ballnahe und ballferne Anschlussräume offen. Das kann Gegenpressing und Ballzirkulation unterstützen, wenn die Abstände stimmen. Grenze: Gegen zwei schnelle Tiefenläufer auf verschiedenen Seiten kann die letzte Zweierlinie isoliert werden, besonders wenn ein Sechser aus der zweiten Linie mitpresst.

Eigene Taktikskizze A: Blick von oben; der eigene Angriff läuft nach oben rechts; X steht für mögliche gegnerische Konterspieler, A für angreifende Personen und S für Sichernde. Nicht maßstabsgerecht.

             gegnerisches Tor
   links       Mitte       rechts
   A           A          A → Ball
        A            A
   S1         S2         S3     ← Anschlusslinie
        S4          S5           ← Tiefenlinie
         X1          X2          ← Konterdrohung
              eigenes Tor

Leseschlüssel: Die Namen S1–S3 markieren drei Staffelungsrollen, S4–S5 zwei tiefere Rollen. Bei einem Steilpass wird nicht blind nach vorne gepresst: S4/S5 schützen die Tiefe, S2 schließt die zentrale Linie, ballnahe S3 stellt Druck her.


Modell B: drei tief, zwei davor – 3+2

Beim 3+2 bilden drei hintere Akteure eine breitere, versetzte Sicherung, zwei sichern davor die zentralen Passlinien und zweite Bälle. Das erhöht die Möglichkeiten, einen Flügelkonter seitlich aufzunehmen oder einen tiefen Diagonalball abzusichern. Grenze: Fehlt der zweiten Linie Ballnähe oder sind ihre Abstände zu groß, gelangen Gegner unbedrängt ins Zentrum; der Angriff kann weniger personelle Präsenz im letzten Drittel haben.

Eigene Taktikskizze B: Gleiche Blickrichtung und Symbole; die drei tieferen Rollen müssen weiterhin versetzt bleiben.

             gegnerisches Tor
   links       Mitte       rechts
   A           A          A → Ball
        A            A
          S1      S2             ← Anschlusslinie
   S3          S4          S5    ← Tiefen- und Breitenlinie
         X1          X2          ← Konterdrohung
              eigenes Tor

Entscheidungsfrage: Ist der schnelle gegnerische Flügelspieler ballfern geblieben, kann eine dritte hintere Sicherung sinnvoll sein. Sind gegnerische Ausgänge zugestellt und der Ball gut eingekreist, kann 2+3 mehr Verbindung nach vorne eröffnen. Beide Modelle sind Funktionsbeschreibungen und keine zwingenden Grundordnungen.

Weitere Grundordnung zum Nachdenken über unterschiedliche Tiefen- und Flügelrollen
Weitere Grundordnung zum Nachdenken über unterschiedliche Tiefen- und Flügelrollen

Bildquelle und Rechte: Toto-artist und Rumpelstilzchen 666, 3-5-2 formation.svg, CC BY-SA 4.0 für die Vektorfassung; weitere Lizenzhinweise auf der Dateiseite. Lernauftrag: Bestimme, ob die drei tiefen Sichernden immer identisch mit den drei Verteidigern dieser Grafik sein müssen. Begründe, warum die Antwort nein lautet.


Entscheidungsmatrix statt Formationsdogma

Spielinformation Tendenz zur Lösung Aktive gegnerische Gegenmaßnahme Plan B
Ball am Flügel, eigener Zugriff nah, Gegner nur mit einem kurzen Anspielpunkt 2+3 kann Druck und zweiten Ball vorbereiten. Gegner verlagert direkt in die ballferne Tiefe. Ballferne Sicherung fällt versetzt ab; Anschlusslinie orientiert sich zum Diagonalpass.
Zwei schnelle gegnerische Tiefenspieler, Ball fern von der eigenen Sicherung 3+2 kann mehr Tiefenbreite schaffen. Gegner lässt einen Stürmer fallen und zieht einen Sichernden heraus. Übergaben statt blindem Mitgehen; zentraler Raum bleibt besetzt.
Eigener Angriff mit beiden Außenverteidigern hoch Sicherung neu verteilen und zentrale Staffelung prüfen. Gegner löst den Druck über einen dritten Spieler. Einen Angriffsspieler früher einrücken lassen; Rückraum und Umschaltweg sichern.
Gegner ballnah in Unterzahl, langer Ball technisch schwer Mutigerer Anschluss und kollektiver Zugriff möglich. Gegner spielt bewusst direkt auf den ballfernen Kontakt. Früh erkennen, bremsen und als kompakte Gruppe zurücklaufen.

Praxisregel: Die Gegnerzahl ist nur mit deren Laufwegen und Passoptionen aussagekräftig. Auch ein eigener 3-gegen-2-Vorteil kann kippen, wenn zwei Gegner sich in verschiedenen Tiefenkorridoren positionieren oder der erste Kontakt ungestört erfolgt.


Vom Ballverlust zur gemeinsamen Entscheidung


Zugriff, Verzögerung und Rückzug unterscheiden

Gegenpressing ist ein koordinierter Versuch, den Ball unmittelbar nach Verlust zurückzuerobern oder den ersten Vorwärtspass zu stören. Verzögern bedeutet, den ballführenden Gegner zu lenken, ohne ein riskantes Duell zu erzwingen. Rückzug stellt Tiefe und Zentrum wieder her, sobald der erste Zugriff nicht kontrollierbar ist. Die DFB-Akademie weist ausdrücklich darauf hin, dass Restverteidigung nicht zwingend sofortiges Gegenpressing bedeuten muss.

Eigenes Ablaufdiagramm (didaktische Entscheidungslogik, keine starre Sekundenregel):

BALLVERLUST
   ↓
Ist sofortiger kontrollierter Druck auf den Ball möglich?
   ├─ JA → Ballnah anlaufen + zentrale Passwege sperren
   │          ↓
   │       Wird der erste Druck überspielt?
   │          ├─ NEIN → Ball zurückgewinnen, sichern, neu aufbauen
   │          └─ JA   → Tiefenlauf aufnehmen + Block organisieren
   └─ NEIN → Passweg ins Zentrum schützen + Konter verzögern
              ↓
           Laufwege abstimmen + Torraum schützen
              ↓
           Bei neuer Gelegenheit wieder aktiv verteidigen

Coachingfragen: Wo befindet sich der Ball nach Verlust? Welche gegnerischen Optionen sind offen? Wer hat Blickkontakt zu den Tiefenläufern? Wer sagt hörbar „Druck“, „Sichern“ oder „Fallen“? Wer verteidigt, wenn der erste Zweikampf verloren geht? Verabredete knappe Signale unterstützen die Entscheidung, ersetzen aber nicht das Beobachten.

Videoquelle und Rechte: FIFA Training Centre, Group Stage Tactical Lessons | FIFA World Cup 2026, offizieller FIFA-Training-Centre-Kanal, Veröffentlichung 29.06.2026. Videoinhalt urheberrechtlich bei den Berechtigten; nur Einbettung und Verlinkung, keine freie Nachnutzung behauptet. Lernauftrag: Betrachte besonders 00:50–09:20: Welche kollektiv organisierten kurzen Wege und welche Tiefensicherung erlauben den Teams, nach Ballverlust Zugriff zu behalten? Leite daraus zwei Kriterien für das eigene Training ab. Die Expertenanalyse beschreibt auch eine 3+2-Sicherung, ohne sie als einzig richtige Lösung festzulegen.


Gegnerreaktionen ernst nehmen

Angriff des Gegners nach Ballgewinn Woran zu erkennen? Schutzreaktion Was vermeiden?
Langer Steilpass Offene Körperstellung des Ballführenden und startender Läufer Tiefste Person vor dem Pass neu positionieren; Laufduelle absichern. Alle Sichernden zum Ball vorschieben.
Klatschpass über dritten Spieler Anspielpunkt lässt kurz abprallen; dritter Spieler startet Zweiten Passweg antizipieren, Übergaben kommunizieren. Nur den ersten Passempfänger verfolgen.
Seitenwechsel nach Ballverlust Ballführender kann diagonal aufdrehen Ballferne Breite mit kontrollierter Tiefe absichern. Vollständiges Zusammenballen am Verlustort.
Dribbling durch das Zentrum Erste Pressinglinie wird im Tempo ausgespielt Eine Person verzögert, die nächste schließt Tiefe und Torweg. Unkoordiniertes Herausstürzen aller Sichernden.

Regel- und Sicherheitsbezug: Maßgeblich sind die IFAB Laws of the Game 2026/27 und die aktuell gültige Ausschreibung des zuständigen Landesverbandes und Wettbewerbs; insbesondere Abseits, erlaubte Spielerzahl, Wechsel und Spielfeld-/Torsicherheit können je nach Format abweichen. Ein Trainings-„Abseits“ ist eine bewusst erklärte Spielformregel, keine Behauptung über jede Jugendwettbewerbsordnung. Tore werden standsicher verankert, Ausrüstung und Platz kontrolliert, Betreuungsverhältnisse und Schutzkonzept eingehalten. Keine Kopfball- oder Maximalbelastungsvorgaben für Kinder; Beschwerden, Wetter und individuelle Voraussetzungen erfordern Anpassung und nötigenfalls Abbruch. Diese Materialien ersetzen keine Trainerqualifikation.


Spielbeobachtung und Coaching


Beobachten, statt nur Ballgewinne zählen

Beim Beobachten ist der Moment vor dem Ballverlust oft aussagekräftiger als die spätere Rettungsgrätsche. Eine einzelne schnelle Rückeroberung belegt noch keine dauerhaft sinnvolle Staffelung. Vergleiche innerhalb ähnlicher Spielbedingungen mehrere Ballverluste und dokumentiere neben dem Ergebnis auch die Entscheidung. Nutze keine personenbezogene Rangliste; synthetische Ereigniscodes genügen für Übungen.

Beobachtbares Kriterium Erkennbares Signal Mögliche Rückmeldung
Zentrale Linie geschützt Gegner findet nicht sofort den freien vertikalen Pass. „Du hast den Raum vor dem Tor geschlossen.“
Tiefenspieler im Blick Sichernde schauen vor dem Verlust über die Schulter und stehen versetzt. „Du hast den zweiten Läufer früh erkannt.“
Erster Zugriff kontrolliert Anlaufwinkel lenkt, Mitspielende sperren den Folgepass. „Der Druck hatte Rückendeckung.“
Umschalten in Plan B Nach überspieltem Zugriff entstehen keine ungeordneten Einzeljagden. „Ihr habt das Tempo gebremst und wieder Tiefe hergestellt.“
Anschluss nach Rückeroberung Erste Rückpass- oder Seitenwechseloption ist erreichbar. „Ihr konntet den Ball nach Gewinn sichern.“
Alternative gegnerische Grundordnung: zwei Spitzen müssen in den Sicherungsentscheidungen mitgedacht werden
Alternative gegnerische Grundordnung: zwei Spitzen müssen in den Sicherungsentscheidungen mitgedacht werden

Bildquelle und Rechte: Mario Ortegon und Rumpelstilzchen 666, 4-4-2-SVG, CC BY-SA 4.0. Lernauftrag: Stell dir vor, beide Spitzen bleiben bei eigenem Flügelangriff hoch. Prüfe, welche Wege 2+3 und 3+2 jeweils noch zuverlässig abdecken können.


Videoanalyse und Datenschutz

Videoquelle und Rechte: FC Bayern Munich, Komplettes öffentliches Training an der Säbener Straße, offizieller verifizierter Vereinskanal, Veröffentlichung 14.10.2025. Video beim Verein bzw. den Rechteinhabern, nicht unter freier Lizenz ausgewiesen. Lernauftrag: Verwende die Aufzeichnung als Beobachtungsübung: Suche, sofern sichtbar, nach Anspielbarkeit, Tiefenstaffelung und Kommunikation hinter einer breiten Trainingsaktion. Notiere auch „nicht erkennbar“; behaupte keine bestimmte Taktikszene, bevor du sie selbst gefunden hast.

Für eigene Analyseclips: Einverständnisse, Persönlichkeits- und Urheberrechte, die Regeln des Vereins sowie die Datenminimierung beachten. Minderjährige nie ohne erforderliche Einwilligungen und Schutzkonzept identifizierbar veröffentlichen. Stattdessen kannst du anonyme Skizzen, erfundene Sequenzen und ausschließlich synthetische Bezeichnungen verwenden.


Drei anpassbare Spielformen für die Trainingspraxis

Alle folgenden Feldgrößen, Spielendenzahlen, Zeitvorschläge und Unterbrechungen sind anpassbare Lehrmodelle. Sie sind nach Alter, Erfahrung, Können, verfügbarem Platz, Wetter, Betreuung und individueller Belastbarkeit anzupassen. Es gibt keine vorgegebene Maximalintensität und keinen garantierten Lern- oder Spielerfolg. Die Spiele sind eigene didaktische Entwicklungen aus den erläuterten Prinzipien, keine Kopien der verlinkten FIFA-Übungen.


Spielform A: Breite behalten, Mitte sichern

Ziel: Nach Ballverlust am Flügel den zentralen Passweg schützen und gleichzeitig einen anspielbaren Anschluss in Ballnähe halten. Alter/Niveau: ab ungefähr U14 mit grundlegender Raumorientierung, auch Erwachsene. Organisation (Lehrmodell): etwa 30 × 24 m, zwei 5er-Teams und zwei neutrale Außenanspielpersonen; zwei gesicherte Minitore pro Seite, klare Auslinien; circa drei Durchgänge à 3 Minuten mit selbst gewählten Erholungsphasen. Teams und Feld bei Bedarf kleiner organisieren.

Ablauf: Das ballführende Team soll in der Angriffsphase mindestens eine breite Option anspielen. Die anderen organisieren vor dem möglichen Verlust eine tiefere Zweier- und eine vordere Dreierabsicherung (rollenbezogen, bei kleiner Personenzahl sinngemäß reduziert). Bei Ballgewinn versucht der Gegner, über das Zentrum auf ein Minitor zu gelangen. Nach jeder Unterbrechung wird die Startstaffelung neu gewählt; Spielenden wird die Problemlösung nicht vorgegeben.

Coachingfragen: Wer sichert das Zentrum, wenn der Außenkontakt hoch geht? Welche Person könnte einen direkten Pass auf die gegnerische Spitze stoppen? Können wir nach Ballgewinn auch wieder nach außen lösen? Variation: Zentraler Gegenangriff zählt nur bei kontrolliertem Zuspiel; später dürfen Gegner den ballfernen Flügel direkt angreifen. Beobachtung: Vor dem Verlust erkennbare zentral gestaffelte Sicherung; nach Verlust wird wenigstens eine zentrale Option geschlossen; ballferne Person schützt Tiefe. Grenze/Plan B: Bei Gegnern mit schneller Seitenverlagerung ist die enge Staffelung zu anfällig; ballferne Sicherung früher abkippen lassen.


Spielform B: Zwei Modelle gegen zwei Konterläufer

Ziel: 2+3 und 3+2 bewusst vergleichen, wenn zwei gegnerische Konteroptionen hoch bleiben. Alter/Niveau: fortgeschrittene U14 bis Erwachsene. Organisation (Lehrmodell): etwa 48 × 38 m mit zwei gesicherten Toren und, sofern geeignet, Torhütenden; 7 gegen 7 mit Zusatzaufgabe, bei Bedarf neutraler Kontakt für die angreifende Seite; zwei Spielblöcke von je etwa 5 Minuten mit individuell passender Pause; sichere Seitenausläufe.

Ablauf: Vor Block A ordnet das angreifende Team hinter seiner breiten Aktion zwei tief und drei etwas höher; vor Block B drei tief und zwei höher. Die verteidigende Mannschaft darf bei Ballgewinn sofort zu zwei markierten Zielspielern in unterschiedlichen Kanälen passen. Nach jedem Ballverlust wird protokolliert, ob der erste Pass, ein Tiefenpass oder eine Neuordnung folgt. Rollen dürfen innerhalb der Modelle wechseln.

Coachingfragen: Ist unser Sicherheitsvorteil nur nominell? Wer übernimmt den ballfernen Läufer? Wo wäre nach Rückeroberung die erste freie Passoption? Variation: Gegner darf einen Tiefenspieler in den Zwischenraum fallen lassen; sichere Rückpässe zählen als Teilerfolg. Beobachtung: Erreichbarkeit beider Läufer, Abstand der hinteren Rollen, kontrollierte Gegenpressingentscheidung, gesicherter zweiter Ball. Grenze/Plan B: Kein Modell gewinnt zwangsläufig; bei großen Distanzen und unklaren Übergaben Spiel unterbrechen, Positionen auf der Skizze neu verhandeln und wieder im freien Spiel prüfen.


Spielform C: Freies Spiel mit Umschaltfenstern

Ziel: Prinzipien ohne permanentes Trainerkommando in ein annähernd freies Spiel übertragen. Alter/Niveau: fortgeschrittene Jugendliche und Erwachsene, Anpassung an Kader und Raum. Organisation (Lehrmodell): etwa 60 × 45 m, 9 gegen 9 einschließlich geeigneter Torhütender, alternativ kleinere Teams und Feld; zwei Blöcke à ungefähr 7 Minuten mit bedarfsgerechter Erholung. Lokale Wettbewerbsregeln klären, Torbefestigung prüfen.

Ablauf: Freies Spiel; Beobachtende notieren anonym drei Arten von Ballverlust: Flügel, Halbraum, Zentrum. Nach jeder kurzen Spielphase besprechen die Teams eine selbst gewählte Szene: Wo war der nächste Gegenspieler? Wer gab Zugriff, wer Tiefe, wer Anschluss? In der zweiten Phase gibt es keine Zusatzpunkte mehr: Die Prinzipien sollen eigenständig wirken.

Coachingfragen: Wann wäre das Zurückfallen besser als ein dritter Pressinglauf gewesen? Wie ändert sich die Sicherung bei gegnerischem Seitenwechsel? Können wir bewusst zwischen 2+3 und 3+2 wechseln? Variation: Gegner stellt absichtlich eine dritte zentrale Konteroption; danach erneut echtes freies Spiel. Beobachtung: Frühes Scannen, gemeinsame Absicherung, sinnvolle Umschaltentscheidung, kaum ungesicherte Zentralpasswege. Grenze/Plan B: Überforderung reduziert Lernwert; Feld, Komplexität, Rollenanzahl, Spielzeit oder Gegneroptionen schrittweise vereinfachen.


Modellfall, Auswertung und Transfer


Berufspraktischer Modellfall im Trainerteam

Synthetischer Fall: Trainerteam „Nord“ betreut eine fortgeschrittene U16. In einer erfundenen Sequenz greift Team Blau über rechts breit an; rechter Außenverteidiger und rechter Flügelspieler sind hoch, der ballferne Außenverteidiger steht mittelhoch. Gegenüber bleiben zwei schnelle rote Angreifer in getrennten Tiefenkorridoren, ein dritter roter Mittelfeldspieler bietet sich zentral an. Beim Dribblingverlust ist die nächstgelegene blaue Person zwei Schritte entfernt, die zwei tiefsten Verteidiger sind auf einer Linie, und der eigene Sechser hat keinen Blick auf die dritte rote Option.

Auftrag: Wähle zunächst 2+3 oder 3+2 als Arbeitshypothese. Skizziere Verantwortungen vor Ballverlust, unmittelbare Erstaktion und Plan B. Begründe die Lösung anhand der vier Beobachtungsgrößen und nenne eine gegnerische Gegenmaßnahme. Entwickle ein Beobachtungsprotokoll für die nächste Trainingseinheit.

Musterlösung mit Begründung: Wegen der zwei getrennten Tiefenläufer plus zentralem dritten Kontakt kann zunächst 3+2 sinnvoller sein. Ein bisher hoher ballferner Spieler übernimmt rechtzeitig die dritte tiefe Sicherungsrolle; die zwei vorderen Sichernden bleiben diagonal versetzt, einer in Passnähe, einer am zentralen Anschluss. Beim Verlust stellt die ballnahe Person den Ball ohne unkontrolliertes Durchstarten, die vorderen Rollen verhindern den einfachen Zentralpass. Eine hintere Person sichert die Torseite, die beiden anderen beobachten und übergeben die beiden Tiefenläufer. Gegnerische Gegenmaßnahme: Der zentrale rote Kontakt lässt den Ball auf den zweiten Mann klatschen und spielt diagonal in den freien Flügel. Plan B: Nicht geschlossen nachrücken; einen Ballfernen frühzeitig abfallen lassen, den Pass verzögern und ein kompaktes, tiefengesichertes Verteidigen herstellen. Alternative 2+3: nur vertretbar, wenn tatsächlicher Druck auf den Ball hoch genug ist, die zwei tiefen Spieler die Läufer kontrollieren und die vordere Dreierlinie den dritten Passweg schließt. Die Spielrealität entscheidet, nicht die Schablone.

Beispiel eines anonymen Beobachtungsprotokolls (synthetisch):

Ereignis Ort des Verlusts Modell Gegnerische Ausgänge Erste Entscheidung Ergebnis für die Reflexion
S01 rechter Flügel 3+2 zwei Tiefenläufer und zentraler Kontakt Verzögern und Passweg sperren zentraler Pass verhindert; zweiter Ball offen
S02 linker Halbraum 2+3 ein tiefer Kontakt, Ball unter Druck kurzer Gegenpressinglauf plus Abdeckung Rückeroberung und sicherer Rückpass
S03 Zentrum 2+3 zwei Läufer in verschiedener Tiefe alle liefen zum Ball langer Diagonalpass möglich; Modell/Abstände prüfen


Bewertungsraster und Coachingreflexion

Jedes Kriterium wird an beobachtbaren Handlungen bewertet. Ein hoher Wert bezieht sich auf den begründeten Entscheidungsprozess, nicht zwingend auf einen Ballgewinn.

Kriterium 0 Punkte 1 Punkt 2 Punkte
Spielbild lesen Ball, Gegnerzahl und Tiefe fehlen. Zwei Größen werden erkannt. Alle vier Größen mit räumlicher Begründung berücksichtigt.
Modellwahl Unbegründete Formationsbehauptung. Plausibles Modell ohne Grenze. Modell und Alternative mit Gegnerrisiko verglichen.
Plan B Nach überspieltem Druck keine Absprache. Allgemeiner Rückzug benannt. Zuständigkeiten, Verzögerung und Tiefenschutz konkret erläutert.
Trainingsdesign Unsichere oder unklare Aufgabe. Ziel und Ablauf grundsätzlich passend. Ziel, Altersanpassung, Sicherheit, Variation und Beobachtungskriterien stimmig.
Reflexion und Transfer Nur Ergebnis bewertet. Eine konkrete Beobachtung. Beobachtung, alternative Erklärung und nächste Anpassung verknüpft.

Auswertung: maximal 10 Punkte. 0–3: Grundlagen erneut aufbauen; 4–6: Situationen mit Führung üben; 7–8: im freien Spiel stabilisieren; 9–10: Gegneranpassungen selbstständig begründen. Die Schwellen sind didaktische Beispielwerte, keine standardisierte Leistungsdiagnostik.

Coachingreflexion: Welche unserer Anweisungen führten zu bloßem Hinterherlaufen? Haben wir vor dem Ballverlust bessere Ausgangspositionen ermöglicht? War die Gegenmaßnahme im Spiel tatsächlich zu erkennen? Wer übernahm die Verantwortung, wenn sich das erste Pressing nicht lohnte? Für den Transfer in freies Spiel werden Hilfspunkte, Trainerstopps und starre Startordnungen schrittweise abgebaut; danach erneut Szenen ohne Intervention beobachten.


Interaktive Aufgaben


Multiple-Choice: Entscheidungen prüfen

Wann wird Restverteidigung hauptsächlich vorbereitet? (Während des eigenen Ballbesitzes) (!Erst nach einem Gegentor) (!Nur beim gegnerischen Eckball) (!Ausschließlich nach einem Abpfiff)




Was ist beim breiten Angriff die zentrale Aufgabe ballferner Sichernder? (Die freie Tiefe und mögliche Diagonalpässe absichern) (!Immer bis zur Eckfahne aufrücken) (!Ausschließlich dem Ball folgen) (!Jeglichen Kontakt zur Abwehrkette lösen)




Woran erkennst du eine gefährliche nominelle Überzahl? (Gegner können trotz Überzahl getrennte freie Tiefenräume anlaufen) (!Drei Spieler stehen in derselben Trikotfarbe) (!Das angreifende Team hat einen Einwurf) (!Die Spielfeldlinien sind gut sichtbar)




Welche Aussage beschreibt 2+3 in diesem Kurs am besten? (Zwei tiefere und drei vorgeschobene Sicherungsrollen) (!Zwei Stürmer und drei Torhüter) (!Zwei Spielminuten und drei Wechsel) (!Zwei Außenlinien und drei Eckfahnen)




Was ist eine mögliche Stärke von 3+2 gegen zwei Tiefenläufer? (Eine breiter gestaffelte letzte Sicherung mit drei Rollen) (!Ein garantierter Ballgewinn bei jedem Konter) (!Das automatische Verbot gegnerischer Pässe) (!Der Entfall sämtlicher Abstimmung)




Wie reagiert ein Team sinnvoll auf überspieltes Gegenpressing? (Zentralpass verzögern und die Tiefe gemeinsam schützen) (!Alle Spieler setzen die Einzeljagd fort) (!Torhüter und Abwehr rücken blind vor) (!Ballferne Gegenspieler werden ignoriert)




Welche Handlung verbessert den ersten Druck nach Ballverlust? (Anlaufwinkel lenkt und Mitspieler decken den Folgepass) (!Druck ohne Blickkontakt zu Mitspielern) (!Sofortiger Anlauf aus großer Distanz ohne Absicherung) (!Freigabe aller zentralen Passwege)




Welche Gegnervariante bedroht eine sehr enge ballnahe Staffelung? (Ein schneller ballferner Diagonalpass in die Tiefe) (!Ein ruhiger Rückpass ohne Raumgewinn) (!Ein Ausball an der Seitenlinie) (!Ein Schiedsrichterball im Mittelkreis)




Was ist ein geeignetes Kriterium für den Lernfortschritt? (Ob vor Ballverlust Passwege und Tiefenläufer erkennbar gesichert wurden) (!Wie laut eine einzelne Person sprintet) (!Ob nur ein besonders schönes Tor fällt) (!Wie häufig Traineranweisungen wiederholt werden)




Welche Aussage über Spielformzahlen im Kurs ist richtig? (Sie sind anpassbare Lehrmodelle abhängig vom Kontext) (!Sie sind medizinisch verbindliche Maximalwerte) (!Sie gelten für jedes Alter und alle Leistungsstände) (!Sie garantieren einen sicheren Trainingserfolg)





Memory: Rollen und Bedeutungen

Restverteidigung Vorbereitete Absicherung hinter dem eigenen Angriff
Gegenpressing Gemeinsamer Zugriff unmittelbar nach Ballverlust
Tiefenschutz Kontrolle möglicher Pässe hinter die letzte Linie
Anschlussraum Erreichbare Option für zweiten Ball oder Neuaufbau
Verzögerung Tempo des gegnerischen Gegenangriffs bremsen
Deckungsschatten Mit dem eigenen Körper einen Passweg verdecken





Drag-and-drop: Reaktion zuordnen

Ordne die passende Reaktion zu. Beobachtung im Spiel
Zentrum schließen Gegnerischer Sechser ist direkt anspielbar.
Tiefe absichern Zwei gegnerische Läufer starten hinter die letzte Linie.
Gegendruck koordinieren Ballführender Gegner ist unter unmittelbarem Druck erreichbar.
Ballfern abkippen Gegner bereitet einen langen Seitenwechsel vor.
Block neu ordnen Der erste Zugriff wurde kontrolliert überspielt.





Kreuzworträtsel: Fachsprache

Flügel Wie heißt der breite Seitenraum eines Spielfelds?
Zentrum Welcher mittlere Raum muss gegen direkte Konter geschützt werden?
Staffelung Wie nennt man die räumlich versetzte Anordnung von Mitspielenden?
Rückzug Welche Reaktion führt nach überspieltem Zugriff in die neue Abwehrordnung?
Deckung Welcher Begriff bezeichnet das Absichern eines gegnerischen Laufwegs?
Konter Wie heißt ein schneller Angriff unmittelbar nach Ballgewinn?





LearningApps

Lernauftrag: Suche vorhandene Übungen zum Thema, prüfe ihre taktischen Aussagen kritisch und ordne sie den vier Beobachtungsgrößen zu. Eine Suchseite ist kein vorab geprüftes Einzel-Lernmodul.


Lückentext

Ergänze die Schlüsselbegriffe.
Eine gute

entsteht bereits während des eigenen Angriffs. Bei großer Breite muss die Mannschaft besonders die

hinter ihrer letzten Sicherung prüfen. Entscheidend ist neben dem Ball der Blick auf die

. Wer unmittelbar auf den Ball gehen kann, übernimmt den ersten

. Eine zweite Person verschließt möglichst den zentralen

. Im Modell

stehen zwei Rollen tiefer und drei im Anschluss. Im Modell

stehen drei Rollen tiefer und zwei davor. Wird der erste Zugriff überspielt, hilft ein gemeinsamer

. Für die nächste eigene Aktion bleibt mindestens ein

wertvoll. Im freien Spiel überprüfst du die Wirkung anhand beobachtbarer

.



Offene Aufgaben


Leicht

  1. Aufgabe L1 – Raumkarte: Zeichne ein Spielfeld und markiere Ballnähe, Zentrum und gefährdete Tiefe nach einem erfundenen Ballverlust am rechten Flügel.
  2. Aufgabe L2 – Begriffskarten: Erkläre Restverteidigung, Gegenpressing, Verzögerung und Anschlussraum in je einem eigenen Satz.
  3. Aufgabe L3 – Perspektivwechsel: Benenne in der Taktikskizze A zwei Personen, die einen Pass in die Tiefe verhindern könnten, und begründe deine Wahl.
  4. Aufgabe L4 – Coachingwörter: Formuliere drei kurze, respektvolle Zurufe für Druck, Sicherung und Rückzug.


Standard

  1. Aufgabe S1 – Modellvergleich: Stelle die Vorteile und Grenzen von 2+3 und 3+2 bei zwei gegnerischen Konterläufern in einer Tabelle gegenüber.
  2. Aufgabe S2 – Spielform ändern: Passe Spielform A an einen kleineren Platz mit weniger Personen an und beschreibe, welche Beobachtung dennoch möglich bleibt.
  3. Aufgabe S3 – Szenenprotokoll: Analysiere eine lizenzrechtlich zulässig betrachtete Szene des FIFA-Videos oder eine fiktive Sequenz anhand der vier Beobachtungsgrößen.
  4. Aufgabe S4 – Feedbackdialog: Verfasse einen kurzen Dialog, der nach einem verlorenen Zweikampf die Entscheidung statt die Person bewertet.


Schwer

  1. Aufgabe H1 – Drei Gegenspieler: Entwickle eine 3+2-Absicherung gegen zwei Tiefenläufer und einen abkippenden Zehner; gib eine Gegenmaßnahme und Plan B an.
  2. Aufgabe H2 – Trainingssequenz: Verbinde zwei der Spielformen zu einer altersgerecht angepassten Einheit mit Sicherheitskontrolle und nachvollziehbaren Beobachtungskriterien.
  3. Aufgabe H3 – Analyse ohne Personenbezug: Entwirf ein anonymes Protokoll für fünf erfundene Ballverlustereignisse und erkläre, warum du keine identifizierbaren Aufnahmen benötigst.
  4. Aufgabe H4 – Freier Transfer: Plane, wie du Hilfsregeln schrittweise entfernst und überprüfst, ob die Spieler selbstständig 2+3 und 3+2 situativ wählen.


Lösungshinweise und Erwartungshorizonte

  • L1: Markiert werden Ballort rechts, zentraler Rückraum und ballferne Tiefe; die Gefahr hängt von den anspielbaren Konterspielern ab.
  • L2: Restverteidigung vor dem Verlust vorbereitet; Gegenpressing direkter koordinierter Zugriff; Verzögerung bremst Konter; Anschlussraum ermöglicht Folgeaktion.
  • L3: Beispielsweise S4 und S5 als tiefe Schutzrollen sowie S2 als Passwegkontrolle; Begründung über Position statt starre Nummer.
  • L4: „Ich stelle den Ball“, „Mitte zu“ und „Tiefe sichern“; kurz, konkret und ohne Schuldzuweisung.
  • S1: 2+3 kann vordere Zugriffslinien stärken, aber tiefe Breite riskieren; 3+2 kann die Tiefenlinie verbreitern, jedoch Anschlussräume schwächen.
  • S2: Zum Beispiel 4 gegen 4 mit breiten neutralen Kontakten und sicheren Minitoren; entscheidend bleibt die zentrale Sicherungsentscheidung.
  • S3: Vier Größen mit Zeitmarker oder erfundener Ereignis-ID dokumentieren, auch nicht erkennbare Informationen offenlegen; keine unbewiesene Interpretation.
  • S4: „Dein Anlauf war schnell; wer konnte den Pass hinter dir abdecken?“ statt Vorwurf; nächste Option gemeinsam formulieren.
  • H1: Drei versetzte hintere Rollen orientieren sich an beiden Tiefenläufern, zwei davor schließen zentrale Linie; beim Klatschpass wird übergeben und verzögert.
  • H2: Vergleichsphase aus B, anschließend frei aus C; altersgerechte Pausen, sichere Tore, klare Betreuung, beobachtete Modellanpassung.
  • H3: Fünf synthetische IDs, Ort, Gegnerzahl, Erstaktion, Plan B; keine Namen, Gesichter oder privaten Leistungsprofile.
  • H4: Erst Modellsignale, dann nur Reflexionsfragen, zuletzt freies Spiel; anhand wiederholter Spielszenen prüfen, nicht nur Torresultate zählen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Kontrolle 1 – Vor dem Verlust: Erkläre an einer selbst gezeichneten Szene, welche Bewegung schon vor einem gegnerischen Ballgewinn die Tiefe besser sichert. Muster: ballferne Rolle rückt rechtzeitig versetzt in den möglichen Diagonalkorridor.
  2. Kontrolle 2 – Gegnerzahl: Begründe, warum eine zahlenmäßige 3-gegen-2-Überzahl nicht automatisch sichere Verteidigung ergibt. Muster: Laufwege und Passwinkel können zwei Räume gleichzeitig öffnen.
  3. Kontrolle 3 – Umschaltwahl: Beschreibe einen Fall, in dem Verzögern sinnvoller als Gegenpressing ist. Muster: Ballführender hat offene Vorwärtsstellung, erste Druckperson ist zu weit entfernt.
  4. Kontrolle 4 – Trainingsanpassung: Variiere Spielform B für eine kleinere Gruppe, ohne den Vergleichscharakter zu verlieren. Muster: Rollenverteilung reduzieren und zwei Konterkanäle beibehalten.
  5. Kontrolle 5 – Beobachtung: Entwickle zwei objektiv prüfbare Kriterien und ein respektvolles Feedback. Muster: zentraler Passweg zu; tiefer Läufer im Blick; „Die Übergabe hat das Zentrum geschützt.“
  6. Kontrolle 6 – Plan B: Der Gegner löst den Zugriff über einen dritten Spieler. Erläutere die neue Verteilung der Sicherungsrollen. Muster: nicht mit allen nachsetzen, sondern Balltempo hemmen und die zentrale Tiefenlinie ordnen.


Lernnachweis

Als Lernnachweis erstellst du (1) zwei beschriftete eigene Taktikskizzen mit 2+3 und 3+2, (2) eine Entscheidungstabelle zu vier typischen Ballverlusten, (3) einen altersgerecht anpassbaren Trainingsplan für mindestens eine Spielform, (4) ein anonymes Beobachtungsprotokoll mit mindestens drei synthetischen Situationen und (5) eine begründete Coachingreflexion. Der Nachweis ist gelungen, wenn du die vier Beobachtungsgrößen gemeinsam nutzt, aktive gegnerische Gegenmaßnahmen ernst nimmst, einen Plan B formulierst und den Transfer ins freie Spiel überprüfst. Zur Selbst- und Partnerbewertung verwende das Raster aus dem Modellfall; unterschiedliche plausible Lösungen sind ausdrücklich möglich.


OER und Wikipedia

Primärquellen und vertiefende Fachlektüre (selbstständige didaktische Synthese, keine übernommenen Übungsanweisungen):

Verifizierte Commons-Dateien – Quelle, Urheber und Lizenz: Die Dateinamen entsprechen den vier tatsächlichen Einbettungen oben; die Dateien dürfen unter Beachtung der jeweiligen Namensnennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen bearbeitet werden. Das Rechtekonzept dieser Kurs-Texte erstreckt sich nicht automatisch auf die eingebetteten Videos.

Datei und Originalquelle Urheber laut Commons Lizenznachweis Lernauftrag
Football Field Schematic.svg Henrbjor CC BY-SA 3.0 Markiere die Konterkorridore.
Association football 4-3-3 formation.svg Mario Ortegon; Vektorfassung Rumpelstilzchen 666 CC BY-SA 4.0, Vorlagenhinweise beachten Unterscheide Formation und Sicherungsrolle.
3-5-2 formation.svg Toto-artist; Vektorfassung Rumpelstilzchen 666 CC BY-SA 4.0, Vorlagenhinweise beachten Vergleiche unterschiedliche Tiefenlinien.
Association football 4-4-2 formation.svg Mario Ortegon; Vektorfassung Rumpelstilzchen 666 CC BY-SA 4.0, Vorlagenhinweise beachten Denke zwei hohe Gegner mit.

Verifizierte offizielle YouTube-Videos – Quellen und Rechte: FIFA Training Centre – Group Stage Tactical Lessons, 2026 und FC Bayern Munich – Komplettes öffentliches Training, 2025. Originalvideos bleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern, keine CC-Lizenz behauptet. Die Einbettungen oben verweisen auf offizielle Kanäle; die Nutzung eigener Szenenanalysen muss Persönlichkeits- und Videorechte achten. Lernauftrag: Vergleiche Aussagen aus der FIFA-Analyse mit möglichen Beobachtungen aus dem Training; dokumentiere Unsicherheiten.

Eigene Materialien: Texte, synthetischer Fall, Tabellen, Ablaufdiagramm und ASCII-Taktikskizzen dieses Kurses können als offene Lernmaterialien mit Namensnennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen weiterentwickelt werden (CC BY-SA 4.0 für die selbst erstellten Bestandteile; Drittmedien haben gesonderte Rechte). Quelle und Änderungen bei Weiterbearbeitung angeben.

Wikipedia zum Weiterlesen: Pressing, Taktik im Fußball und Spielsystem im Fußball. Das eingebettete Wikipedia-Lexikon liefert Grundlagen, nicht die einzige taktische Lösung.


Verknüpfte Lernbereiche

Transfer: Verbinde taktisches Sehen mit fairer Kommunikation, datensparsamer Videoanalyse und dem sicheren Gestalten von Lern- und Sportumgebungen. Eine gute Entscheidung im Modellfall muss in echten, wechselnden Spielsituationen erneut begründet werden.


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