René Magritte - Kunst


René Magritte - Kunst
Einleitung
René Magritte - Kunst führt Dich in die Bildwelt des belgischen Surrealisten René Magritte ein. Seine Bilder zeigen oft ganz gewöhnliche Dinge: Äpfel, Hüte, Fenster, Wolken, Häuser oder Pfeifen. Durch ungewohnte Größen, widersprüchliche Räume und überraschende Kombinationen werden sie rätselhaft. Du lernst, genau hinzusehen, Deutungen mit Bildbelegen zu begründen und eigene surrealistische Ideen zu entwickeln.

Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du:
- Magritte zeitlich und kunstgeschichtlich einordnen.
- Merkmale des Surrealismus an Bildern erkennen.
- das Verhältnis von Bild, Sprache, Zeichen und Wirklichkeit erklären.
- eine begründete Bildanalyse verfassen.
- eine eigene surrealistische Bildidee gestalten und reflektieren.
René Magritte auf einen Blick

Leben in Kürze
René Magritte wurde 1898 in Lessines in Belgien geboren und starb 1967 in Brüssel. Er studierte an der Brüsseler Kunstakademie und arbeitete zunächst auch als Werbe- und Plakatzeichner. 1926 entstand mit Der verlorene Jockey sein erstes surrealistisches Gemälde. Von 1927 bis 1930 lebte Magritte nahe Paris und begegnete dort dem französischen Surrealismus. Danach arbeitete er wieder überwiegend in Brüssel. Seine Frau Georgette Berger war eine wichtige Begleiterin und häufiges Modell.

Surrealismus: Traum trifft Alltag
Der Surrealismus entstand in den 1920er-Jahren. Kunstschaffende verbanden Traum, Fantasie, Zufall und Unbewusstes mit sichtbarer Wirklichkeit. Magritte malte meist klar und gegenständlich. Surreal wurde nicht seine Maltechnik, sondern die Beziehung der Dinge zueinander.
Merksatz: Bei Magritte sieht vieles vertraut aus, verhält sich aber unmöglich.
Magrittes Bildsprache
- Verfremdung: Ein vertrauter Gegenstand erscheint an einem unpassenden Ort.
- Größenverhältnis: Ein Objekt wird überraschend groß oder klein.
- Widerspruch: Tag und Nacht, Innen und Außen oder Bild und Wirklichkeit treffen aufeinander.
- Verdeckung: Gesichter oder Gegenstände bleiben teilweise verborgen.
- Wiederholung: Motive wie Bowlerhut, Apfel, Wolke, Vorhang und Fenster kehren wieder.
- Bildtitel: Der Titel erklärt das Bild selten eindeutig, sondern öffnet neue Fragen.

Schlüsselwerke und Leitfragen
Der Verrat der Bilder
Der Verrat der Bilder von 1929 zeigt eine gemalte Pfeife und den Satz „Ceci n’est pas une pipe“. Magritte erinnert daran: Das Bild einer Pfeife ist keine echte Pfeife. Das Werk untersucht den Unterschied zwischen Gegenstand, Abbild und Wort.
Leitfrage: Wann verwechseln wir ein Zeichen mit dem, was es bezeichnet?
Die Beschaffenheit des Menschen
In Die Beschaffenheit des Menschen von 1933 steht eine Leinwand vor einem Fenster. Das gemalte Landschaftsstück scheint genau in die Landschaft dahinter überzugehen. Dadurch wird unklar, wo das Bild endet und die sichtbare Welt beginnt.
Leitfrage: Sehen wir die Welt direkt oder immer durch Vorstellungen und Bilder?

Das Reich der Lichter
In der Serie Das Reich der Lichter verbindet Magritte einen hellen Tageshimmel mit einer nächtlichen Straßenszene. Beide Teile sind realistisch gemalt, passen zeitlich aber nicht zusammen.
Leitfrage: Wie verändert ein Widerspruch unsere Wahrnehmung eines vertrauten Ortes?
Weitere bekannte Motive
Der Sohn des Mannes zeigt einen Mann mit Bowlerhut, dessen Gesicht von einem Apfel verdeckt wird. In Golconda schweben oder fallen viele ähnlich gekleidete Männer vor Häusern. Die Liebenden zeigt verhüllte Gesichter. In Der falsche Spiegel wird ein Auge zum Himmelraum. Diese Werke geben keine eindeutige Lösung vor. Eine gute Deutung bleibt deshalb offen und wird am Bild begründet.
Bilder untersuchen
Vier Schritte der Bildanalyse
- Bildbeschreibung: Benenne nur, was sichtbar ist. Beginne mit Format, Motiv und Vorder-, Mittel- und Hintergrund.
- Formanalyse: Untersuche Farbe, Licht, Raum, Größenverhältnisse, Blickführung und Malweise.
- Deutung: Erkläre mögliche Wirkungen und Widersprüche. Belege jede Aussage mit einem sichtbaren Detail.
- Urteil: Bewerte, welche Frage das Bild aufwirft und warum Deine Deutung überzeugend ist.
Satzstarter: „Das Detail … fällt auf, weil … Dadurch entsteht der Eindruck … Dies könnte bedeuten …“
Eigene surrealistische Gestaltung
Wähle einen Alltagsgegenstand. Verändere nur eine wichtige Regel: Ort, Größe, Material, Funktion, Anzahl oder Beziehung zur Umgebung. Male oder collagiere die Szene möglichst klar. Gib ihr zuletzt einen Titel, der das Bild nicht einfach erklärt.


Wirkung und Erinnerung
Magrittes klare, rätselhafte Bilder beeinflussten unter anderem Pop Art, Konzeptkunst, Werbung, Fotografie, Film und Design. Seine Motive werden bis heute zitiert und verändert. Dabei ist wichtig, zwischen Magrittes Originalwerken, späteren Hommagen und freien Neugestaltungen zu unterscheiden.

Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welcher Kunstrichtung wird René Magritte zugeordnet? (Surrealismus) (!Impressionismus) (!Barock) (!Expressionismus)
In welchem Land wurde René Magritte geboren? (Belgien) (!Spanien) (!Deutschland) (!Mexiko)
Was macht Magrittes Bilder häufig surreal? (Ungewohnte Beziehungen zwischen vertrauten Dingen) (!Ausschließlich abstrakte Farbflächen) (!Nur historische Schlachtenszenen) (!Der Verzicht auf erkennbare Gegenstände)
Welche Aussage erklärt die Pfeife im Werk Der Verrat der Bilder am besten? (Ein Bild einer Pfeife ist keine wirkliche Pfeife) (!Die Pfeife ist größer als jedes Haus) (!Die Pfeife wurde aus Metall gebaut) (!Das Werk wirbt für Tabak)
Welches Motiv kehrt in Magrittes Bildern häufig wieder? (Der Bowlerhut) (!Der Ritterhelm) (!Die Königskrone) (!Der Raumanzug)
Was bedeutet Verfremdung in der Kunst? (Vertrautes erscheint ungewohnt) (!Ein Bild wird nur kopiert) (!Farben werden vollständig vermieden) (!Ein Werk erhält keinen Titel)
Was soll in einer Bildbeschreibung zuerst geschehen? (Sichtbares möglichst sachlich benennen) (!Sofort die einzige Bedeutung festlegen) (!Nur die Lebensgeschichte erzählen) (!Das Werk nach dem Preis bewerten)
Welche Gegensätze verbindet Das Reich der Lichter? (Tag und Nacht) (!Sommer und Winter) (!Geburt und Tod) (!Stadt und Wüste)
Welche Funktion haben Magrittes Bildtitel häufig? (Sie öffnen zusätzliche Deutungsfragen) (!Sie erklären jedes Detail eindeutig) (!Sie nennen nur die verwendeten Farben) (!Sie geben eine Malanleitung)
Wodurch wird eine Bilddeutung überzeugend? (Durch Belege aus sichtbaren Bilddetails) (!Durch möglichst viele Fremdwörter) (!Durch eine besonders lange Biografie) (!Durch die Wiederholung einer Vermutung)
Memory
| Surrealismus | Verbindung von Traum und Wirklichkeit |
| Bowlerhut | wiederkehrendes Motiv |
| Pfeife | Unterschied zwischen Zeichen und Gegenstand |
| Verfremdung | Bekanntes erscheint ungewohnt |
| Bildtitel | öffnet neue Deutungen |
| Brüssel | wichtiger Lebens- und Arbeitsort |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Magrittes Gestaltung |
|---|---|
| Verdeckung | Ein Gesicht bleibt teilweise unsichtbar |
| Größenwechsel | Ein Alltagsding wird riesig oder winzig |
| Widerspruch | Unvereinbare Zustände erscheinen gleichzeitig |
| Wiederholung | Ein Motiv taucht mehrfach auf |
| Verfremdung | Vertrautes steht in einem ungewohnten Zusammenhang |
Kreuzworträtsel
| Surrealismus | Welche Kunstrichtung verbindet Traum, Fantasie und Wirklichkeit? |
| Belgien | In welchem Land wurde Magritte geboren? |
| Pfeife | Welcher Gegenstand steht im Zentrum von Der Verrat der Bilder? |
| Verfremdung | Wie heißt das Ungewohntmachen vertrauter Dinge? |
| Brüssel | In welcher Stadt lebte und arbeitete Magritte lange? |
| Bowlerhut | Welche Kopfbedeckung ist ein häufiges Motiv? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Motivsammlung: Fotografiere oder zeichne fünf Alltagsgegenstände, die in einem surrealistischen Bild vorkommen könnten.
- Bildbeschreibung: Beschreibe ein Werk Magrittes in acht sachlichen Sätzen, ohne es zunächst zu deuten.
- Verfremdung: Zeichne einen vertrauten Gegenstand an einem völlig unpassenden Ort.
- Bildtitel: Erfinde drei rätselhafte Titel für dieselbe Zeichnung und erkläre ihre Wirkung.
Standard
- Collage: Gestalte aus Zeitschriftenbildern eine Szene, in der nur eine Regel der Wirklichkeit verändert ist.
- Werkvergleich: Vergleiche zwei Werke Magrittes nach Motiv, Raum, Farbe, Widerspruch und Wirkung.
- Fotografie: Inszeniere mit ungefährlichen Alltagsgegenständen ein surrealistisches Foto und dokumentiere Deinen Aufbau.
- Audioguide: Produziere einen zweiminütigen Audiobeitrag zu einem Werk mit Beschreibung, Analyse und offener Deutung.
Schwer
- Kuratorisches Konzept: Plane eine kleine Schulausstellung mit fünf Stationen zu Magrittes Bildstrategien.
- Medienanalyse: Untersuche eine Werbung oder ein Plakat, das mit Verfremdung arbeitet, und vergleiche es mit Magritte.
- Philosophisches Gespräch: Führe ein Interview zur Frage „Kann ein Bild lügen?“ und werte die Antworten aus.
- Künstlerisches Projekt: Entwickle eine Serie aus drei zusammengehörigen Bildern und begründe Motiv, Veränderungsregel und Titel.


Lernkontrolle
- Transfer Bild und Wirklichkeit: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel aus sozialen Medien, wie ein Bild Wirklichkeit zeigt, verändert oder konstruiert.
- Begründete Deutung: Formuliere zwei unterschiedliche Deutungen desselben Magritte-Werks und belege jede mit mindestens drei Bilddetails.
- Gestaltungsentscheidung: Entwickle eine surrealistische Bildidee und begründe, warum genau eine Veränderung stärker wirkt als viele zufällige Effekte.
- Vergleich Surrealismus und Werbung: Untersuche, wie beide Bereiche Aufmerksamkeit erzeugen, und benenne auch einen wichtigen Unterschied ihrer Ziele.
- Perspektivwechsel: Schreibe eine kurze Bildkritik aus Sicht einer Person, die Magrittes Rätsel spannend findet, und anschließend aus Sicht einer skeptischen Person.
- Urteil zur Offenheit: Beurteile, ob ein Kunstwerk eine eindeutige Botschaft braucht. Nutze Magritte und ein weiteres Werk als Beispiele.
Lernnachweis
Für einen gelungenen Lernnachweis zeigst Du:
- eine sachliche Bildbeschreibung mit geordnetem Aufbau.
- eine Analyse von Farbe, Raum, Größenverhältnis und Blickführung.
- eine Deutung mit überprüfbaren Bildbelegen.
- Wissen über René Magritte und den Surrealismus.
- einen begründeten Vergleich oder Transfer.
- eine eigene Gestaltung mit dokumentierter Idee und Reflexion.
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