Praxisvertiefung Edelsteinschleifen - Edelsteinschleifer - Spezialisierung
Einleitung
In diesem Ergänzungskurs für Auszubildende im 3. Ausbildungsjahr der Fachrichtung Edelsteinschleifen verbindest du bereits erlernte Techniken zu einem vollständigen berufstypischen Auftrag: Vorgaben analysieren, Werkstoff und Schliff begründet wählen, sicher planen, bearbeiten oder simulieren, prüfen, Fehler beurteilen, Kosten ermitteln und den Abschluss dokumentieren. Vorausgesetzt werden die fachlichen Lernfeldkurse; diese werden nicht wiederholt. Die anderen Fachrichtungen (Edelsteingravieren, Industrie- und Schmuckdiamantschleifen) werden lediglich zur Abgrenzung erwähnt. Sämtliche Beispieldaten sind frei erfunden.
Sicherheit: Maschinenarbeit, Trennen, Schleifen, Polieren, Erhitzen und chemische Nachbehandlung sind ausschließlich nach betrieblicher Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung, Herstellerangaben und unter befugter Aufsicht zulässig. Ohne Freigabe bearbeitest du CAD-Zeichnungen, Papierschablonen und vorbereitete Messdaten. Niemals reale Kunden-, Betriebs- oder Schülerdaten hochladen.
Berufsauftrag und Ausbildungsordnung
Rechtsgrundlage und zeitliche Einordnung
Die Edelsteinschleiferausbildungsverordnung vom 17. Mai 2018 gilt seit 1. August 2018; die Ausbildung dauert drei Jahre und umfasst vier Fachrichtungen. Die hier verbindliche Fachrichtung Edelsteinschleifen enthält im Ausbildungsrahmenplan Abschnitt C für den Zeitraum 19. bis 36. Ausbildungsmonat 40 Wochen zeitlichen Richtwert für Schleifen und Polieren und 12 Wochen für Umarbeiten und Nachbehandeln. Diese Richtwerte gelten nicht zusätzlich allein für das dritte Ausbildungsjahr. Abschnitt A führt übergreifende Fertigkeiten wie Planen, Dokumentieren und Prüfen auf, Abschnitt F integrative Fertigkeiten. Der betriebliche Ausbildungsplan, die zuständige Handwerks- oder Industrie- und Handelskammer sowie der einschlägige Landeslehrplan bestimmen die konkrete Umsetzung. „Spezialisierung“ ist hier die didaktische Vertiefung, keine amtliche zusätzliche Fachrichtung.
Nach §§ 16 bis 20 EdSchleifAusbV umfasst der praktische Prüfungsbereich der Fachrichtung unter anderem ein Mugel- und ein Facettenschliff-Prüfungsstück mit Dokumentation und auftragsbezogenen Fachgesprächen. Die geregelte Prüfungszeit beträgt insgesamt 16 Stunden, die Fachgespräche zusammen höchstens 20 Minuten. Die hiesige Lernübung ist keine offizielle Prüfung und keine Prüfungszulassung. BIBB-Berufsprofil.
Was ein vollständiger Auftrag verlangt
Ein fachgerechter Auftrag beginnt mit einem Pflichtenblatt: Auftragssoll, Verwendungszweck, Steinidentifikation, Zeichnung, Oberflächenanforderung, Toleranzen, Materialreserve, Bearbeitungsfolge, Zeitbudget, sichere Betriebsfreigabe, Zwischen- und Endkontrollen. Die Ebouchierung ist das grobe Vorformen des Rohsteins. Ein Mugelschliff (Cabochon) hat eine überwiegend gewölbte Oberfläche, ein Facettenschliff mehrere präzise angeordnete ebene Flächen. Umschleifen bedeutet erneutes Bearbeiten eines vorhandenen Schliffs und erfordert genaue Prüfung der Restmasse und Bruchgefahr. Nur die fachrichtungsbezogenen Tätigkeiten des Edelsteinschleifens werden hier vertieft.
Beispiel einer Facettiermaschine, Doug Coldwell, CC BY-SA 4.0; aus der Abbildung können keine sicheren Betriebsparameter abgeleitet werden.
Deutschsprachiges Berufsvideo: BR alpha „Ich mach’s – Edelsteinschleifer/in“, identifiziert durch berufenavi.de. Der Fremdanbieter-Link ist fachlich zugeordnet; die direkte YouTube-Abspielbarkeit konnte bei der Recherche nicht gesondert kontrolliert werden.
Werkstoff, Schliffplanung und sichere Vorbereitung
Eignung statt Vermutung
Erfasse vor der Bearbeitung Gesteins- oder Mineralart und dokumentiere, worauf die Zuordnung beruht. Prüfe Transparenz, Farbe, optische Besonderheiten, Einschlüsse, natürliche Risse, Spaltbarkeit, Geometrie und Restmasse. Härte ist Widerstand gegen das Ritzen, nicht automatisch Bruchfestigkeit; Spaltbarkeit beschreibt das Trennen entlang bevorzugter Kristallebenen. Ein unbelegtes Etikett oder eine bloße Farbbeobachtung ersetzt keine gemmologische Prüfung. Entwurfsvarianten müssen das Risiko beschädigter Rohbereiche und die Materialausbeute einbeziehen.

Drei ovale Karneol-Cabochons als Vergleich zum Facettenschliff, W.carter, CC BY 4.0.
Eine Zeichnung mit vereinbarten Toleranzen ist die Grundlage für die Fertigung. Indexierung bezeichnet die wiederholbare Orientierung aufeinanderfolgender Facettenflächen, Schablonen unterstützen die Konturprüfung. Je nach Kundenauftrag unterscheiden sich die Anforderungen an Cabochonwölbung, Facettensymmetrie, Glanz und Mattierung. Für unbekanntes Material ist eine abweichende Bearbeitung nicht ohne fachliche Neubewertung oder Kundenfreigabe zulässig.

Winkelverstellung als Bildbeispiel, Alextryan, gemeinfrei. Keine Anleitung zur Einstellung einer laufenden Maschine.
Fachliche Freigabe und Risiken
Die zuständige Fachkraft beurteilt rotierende Schleifkörper, Einzugs- und Spritzstellen, Lärm, Staub, elektrische Gefährdungen, Ergonomie, Hilfsstoffe und Abfälle. Bei quarzhaltigen Werkstoffen kann lungengängiger quarzhaltiger Staub auftreten. Ein Nassverfahren kann Staub reduzieren, ist aber keine pauschale Entwarnung: Schleifschlamm, Feuchtarbeit, Aerosole und Abwasser bleiben zu beurteilen. Stelle vor Arbeitsbeginn fest, ob Maschine, Werkstückhalter, Schleif- und Poliermittel laut aktuellen Herstellerunterlagen zusammenpassen, ob Schutzvorrichtungen wirksam sind und ob eine dokumentierte Unterweisung vorliegt. Keine Freigabe bedeutet Simulation statt Praxis. Rechtsgrundlagen: BetrSichV, GefStoffV, BAuA-TRGS mit TRGS 559. DGUV Information 209-002, Ausgabe Juni 2023 erläutert allgemeine Schleifgefährdungen, bezieht sich jedoch überwiegend auf Metallbearbeitung und ist nicht ungeprüft auf jedes Edelsteinverfahren übertragbar.
Vollständiger Musterauftrag A-17
Fiktive Ausgangslage
Ein als Quarz spezifizierter transparenter Übungsrohstein mit 2,40 g soll im ovalen Facettenschliff nach Zeichnung bearbeitet werden. Zielmaße: Länge 12,0 ± 0,3 mm, Breite 9,0 ± 0,3 mm; geplante Endmasse 0,84 g. Zusätzlich werden symmetrische Umrissform, gleichmäßiger Glanz, keine neuen Ausbrüche und vollständige Dokumentation verlangt. Dies sind frei erfundene Modellkriterien, keine allgemeinen Prüfnormen. Eine reale Bearbeitung erfolgt nur unter Aufsicht; der komplette Fall lässt sich als digitales CAD- oder Papiermodell bearbeiten.
Geplanter Ablauf mit Zeitkontrolle
| Phase | Zeit | Fachlich begründete Bearbeitung oder Simulation | Prüfbarer Beleg |
|---|---|---|---|
| Auftragsklärung | 15 min | Anforderungen und Toleranzen schriftlich übernehmen | Pflichtenblatt |
| Rohsteinbefund und Entwurf | 20 min | Einschlüsse markieren, zwei Orientierungen vergleichen | Befund- und Schliffzeichnung |
| Arbeitsplatz- und Sicherheitsfreigabe | 10 min | Unterweisung, Maschinenzustand und Schutz durch Fachkraft prüfen | Freigabenachweis oder Simulationsvermerk |
| Vorform und Zwischenkontrolle | 35 min | Materialabtrag und Restreserve an der Zeichnung planen; real nur beaufsichtigt | Skizze und Kontrollmaß |
| Facettieren und Polieren | 50 min | Facettenfolge und Winkelbezug schematisch erklären; im Modell Sichtbefund zuordnen | Facetten- und Polierprotokoll |
| Endprüfung | 10 min | Maße, Form, Glanz und Schäden mit Soll vergleichen | Ausgefüllte Prüfkarte |
| Dokumentation und Übergabe | 10 min | Abfallbilanz, Kosten, Entscheidung und Fotos ohne Personendaten zusammenführen | Anonyme Abschlussmappe |
Rechenweg: 15 + 20 + 10 + 35 + 50 + 10 + 10 = 150 Minuten = 2,50 Stunden. Fehlt bei einer Phase die Freigabe, folgt keine praktische Folgetätigkeit.

Beispiel eines Haltersystems aus der Facettierung, Alextryan, gemeinfrei.

Bild eines frühen Facettierzustands, Alextryan, gemeinfrei.
Prüfbares Musterergebnis und Materialbilanz
Fiktive Messwerte: tatsächliche Länge 12,1 mm, Breite 8,9 mm, Endmasse 0,84 g, Sichtbefund: gleichmäßiger Glanz, keine neuen Ausbrüche, Symmetrie im Modell plausibel und dokumentiert. Längenabweichung: 12,1 − 12,0 = +0,1 mm. Breitenabweichung: 8,9 − 9,0 = −0,1 mm. Beide liegen innerhalb der vereinbarten ±0,3 mm. Nach allen Modellkriterien ist eine dokumentierte Freigabe vertretbar; ohne vollständige Sicherheits- und Qualitätsunterlagen nicht.
Massenausbeute = Fertigmasse / Rohmasse × 100 = 0,84 / 2,40 × 100 = 35,0 %. Massendifferenz = 2,40 − 0,84 = 1,56 g oder 65,0 %; sie umfasst mögliche Reststücke und Abtrag, ist nicht vollständig als Schleifstaub zu bezeichnen. Bei 0,20 g je metrischem Karat ergeben 0,84 g 4,2 ct. Masse ist kein Preis- oder Qualitätsurteil.
Qualitätsmanagement und Fehlerdiagnose
Beobachten, Ursachen prüfen und entscheiden
Eine matte Facette kann auf unvollständige Politur oder eine materialeigene Besonderheit hinweisen. Asymmetrie kann aus unpassender Ausgangsgeometrie oder ungenauer Orientierung entstehen. Ein Ausbruch kann auf vorhandene Schwachstellen, einen Bearbeitungsfehler oder ungeeignete Materialwahl deuten. Eine einzelne Beobachtung ist noch keine gesicherte Ursache. Dokumentiere Hypothese, sichere Prüfung, Befund und Freigabeentscheidung; nicht blind nachschleifen.
| Beobachtung | Hypothese | Prüfmethode ohne neue Gefährdung | Entscheidung |
|---|---|---|---|
| Facette bleibt matt | Polier- oder Vorstufenspuren | Vergleich mit Referenzbild bei definierter Beleuchtung | Nacharbeit nur nach Reserve- und Fachfreigabe |
| Kontur asymmetrisch | Orientierung oder Rohsteinform | Sollkontur digital über Foto legen | Abweichung messen, Änderung genehmigen lassen |
| Neuer Randriss | Vorschaden oder Bearbeitungsschaden | Stillsetzen, Sicht- und Lupenbefund durch Fachkraft | Werkstück sperren und neu entscheiden |
| Schliff wirkt streifig | Unvollständige Bearbeitungsfolge | Bild- und Oberflächenprotokoll auswerten | Ursache klären, Material nicht unkontrolliert abtragen |
| Zeitbudget überschritten | Zusätzliche Prüfung oder Nacharbeit | Zeitprotokoll gegen Plan vergleichen | Kosten und Termin neu freigeben |
Werkstattbild aus der Edelsteinbearbeitung, Cherubino, CC BY-SA 3.0; allein ein Foto beweist keine sichere Arbeitsweise.
Bewertungsraster: 100 Punkte für den Lernnachweis
| Gegenstand | Maximal | Nachweis für volle Punktzahl |
|---|---|---|
| Auftragsanalyse | 15 | Alle Sollwerte, Annahmen und Grenzen vollständig |
| Werkstoff und Sicherheit | 15 | Risiken begründet, Freigaben und Simulationsalternative dokumentiert |
| Arbeitsplanung | 15 | Phasen, Zeit, Materialreserve und Zwischenprüfungen nachvollziehbar |
| Fachlicher Schlifftransfer | 20 | Schliffzeichnung und Bearbeitungsentscheidungen stimmig erklärt |
| Qualitätsprüfung und Fehlerdiagnose | 20 | Maße gerechnet, Ursachen bewertet und Entscheid begründet |
| Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Dokumentation | 15 | Kosten korrekt, Ressourcen und Datenschutz berücksichtigt |
| Gesamt | 100 | Unterrichtsraster, keine Prüfungsordnung |
Didaktische Rückmeldung: 90–100 Punkte = sehr vollständig; 75–89 = überwiegend sicher begründet; 60–74 = gezielte Ergänzungen notwendig; darunter = Auftrag neu strukturieren. Bei nicht erfüllter Sicherheitsfreigabe darf ein Werkstück unabhängig von Punkten nicht praktisch bearbeitet oder abgegeben werden. Dieses Raster ersetzt weder betriebliche Abnahme noch amtliche Prüfungsbewertung.
Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Digitalisierung
Vollständig gerechnete Kalkulation
Die folgenden Beträge sind fiktive Modellwerte. Rohstoff: 2,40 g × 5,00 €/g = 12,00 €. Werkstattkosten: 150 min / 60 = 2,50 h; 2,50 h × 40,00 €/h = 100,00 € (angenommene Vollkostenrate, kein Tarif). Verbrauchsmittel 7,50 €, Energie-, Wasser- und Entsorgungsanteil 1,20 €. Selbstkosten = 12,00 + 100,00 + 7,50 + 1,20 = 120,70 €. Bei einem kalkulatorischen Kostenaufschlag von 20 % ergibt sich 120,70 × 1,20 = 144,84 € als vereinfachter Nettoangebotspreis ohne Steuerannahme. Aufschlag und prozentuale Umsatzrendite sind verschiedene Größen.
Alternativfall: Zusätzliche zehn Minuten Nacharbeit verursachen 10/60 h × 40,00 €/h = gerundet 6,67 € Mehrkosten, ohne zusätzlichen Materialeinsatz. Prüfe vor einer Nacharbeit, ob eine vorgezogene Zwischenkontrolle kostengünstiger wäre und ob die Restmasse ausreicht. Nicht jede technisch mögliche Korrektur ist wirtschaftlich oder materialschonend.
Ressourcenschutz, digitale Dokumentation und Datenschutz
Plane Materialausrichtung und Bearbeitung so, dass nicht durch vermeidbare Nacharbeit weitere Edelsteinsubstanz verloren geht. Erfasse Reststücke, Schlämme und Abfälle getrennt und entsorge sie gemäß betrieblicher Gefährdungsbeurteilung; Abläufe aus historischem Handwerk sind kein Sicherheitsnachweis. Vermeide trockenes Aufwirbeln potentiell quarzhaltigen Staubs durch ungeeignete Reinigungsverfahren. Beurteile Wasser-, Energie- und Schleifmittelverbrauch statt pauschal nur einen niedrigen Preis zu belohnen.
Eine digitale Arbeitsmappe enthält Version der Zeichnung, anonymes Befundblatt, Zeit- und Materialrechnung, Maße mit Prüfdatum, Bildprotokoll und Entscheidung „freigegeben“, „nacharbeiten“ oder „gesperrt“. Dokumentiere auch Unsicherheiten. Freigaben liegen bei der zuständigen Fachkraft; technische Vorgaben kommen von den tatsächlichen Geräteherstellern. Kunden- und Betriebsgeheimnisse sowie personenbezogene Daten dürfen nicht in öffentliche Quiz-, LernApp- oder Wiki-Seiten gelangen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste dein Wissen
Welche Quelle legt die Ausbildungsstruktur des Edelsteinschleifers verbindlich fest? (Edelsteinschleiferausbildungsverordnung von 2018) (!Ein Lehrbuch aus den 1990er Jahren) (!Die Werbung eines Schleifmaschinenanbieters) (!Ein beliebiger kommunaler Museumsplan)
Wofür gelten die 40 Wochen nach Abschnitt C? (Schleifen und Polieren im Zeitraum 19. bis 36. Ausbildungsmonat) (!Zusätzliche 40 Wochen nach Abschluss der Ausbildung) (!Alle Diamantfachrichtungen gemeinsam) (!Eine einheitliche Prüfungsdauer)
Was ist bei einem neu entstandenen Randriss zunächst zu tun? (Arbeit stoppen und Fachfreigabe nach neuer Prüfung einholen) (!Den Riss mit kräftigerem Schleifen beseitigen) (!Den Qualitätsbefund im Protokoll auslassen) (!Den Auftragswert ohne neue Prüfung verdoppeln)
Wodurch ist ein Ergebnis nachvollziehbar prüfbar? (Festgelegte Sollwerte und dokumentierte Istwerte samt Freigabe) (!Allein durch einen hohen Rohmaterialpreis) (!Nur durch subjektiv empfundenen Glanz) (!Ausschließlich durch ein Foto ohne Maßstab)
Welche Aussage zu Härte und Bruchfestigkeit ist korrekt? (Ritzhärte ist nicht mit Bruchfestigkeit gleichzusetzen) (!Sehr harte Steine können grundsätzlich nicht brechen) (!Transparente Steine besitzen nie Spaltrichtungen) (!Härte sagt zuverlässig den Verkaufspreis voraus)
Wie viel Prozent der Rohmasse bleiben bei 2,40 Gramm und 0,84 Gramm Endmasse erhalten? (35 Prozent) (!65 Prozent) (!84 Prozent) (!28 Prozent)
Welche Länge erfüllt das Modellmaß 12,0 plus oder minus 0,3 Millimeter? (12,1 Millimeter) (!12,5 Millimeter) (!11,5 Millimeter) (!12,8 Millimeter)
Wie vielen Stunden entsprechen 150 Minuten? (Zwei Stunden und dreißig Minuten) (!Eine Stunde und fünfzig Minuten) (!Drei Stunden und fünfzig Minuten) (!Zwei Stunden und fünfzig Minuten)
Wie viel kostet eine zehnminütige Nacharbeit bei 40 Euro je Stunde ungefähr? (6,67 Euro) (!4 Euro) (!16 Euro) (!40 Euro)
Welche Übung ist ohne Maschinenfreigabe sicher vorgesehen? (CAD-Simulation und Auswertung vorbereiteter Messdaten) (!Ein kurzer unbeaufsichtigter Probeschliff) (!Trockenschleifen zur Überprüfung der Farbe) (!Maschinenstart ohne Betriebsanweisung)
Memory
Finde die passenden Begriffs- und Bedeutungspaare.
| Materialreserve | Noch verfügbares Material für begründete Änderungen |
| Indexierung | Wiederholbare Orientierung verschiedener Facettenflächen |
| Sollmaß | Vor Beginn vereinbarter Zielwert |
| Istmaß | Am Arbeitsergebnis erhobener Messwert |
| Schablone | Vergleichsvorlage für eine Sollkontur |
| Freigabe | Dokumentierte Entscheidung nach vollständiger Prüfung |
Drag-and-drop
Ordne jedem Prozessschritt den passenden Nachweis zu.
| Arbeitsschritt | Dokumentation |
|---|---|
| Auftrag analysieren | Pflichtenblatt mit Toleranzen |
| Material beurteilen | Skizze von Einschlüssen und Rissen |
| Prozess planen | Ablaufplan mit Zeiten |
| Qualität prüfen | Soll-Ist-Messblatt |
| Übergabe abschließen | Anonymisierte Abschlussmappe mit Freigabestatus |
Kreuzworträtsel
Finde die sechs Fachbegriffe. Jeder gesuchte Begriff besteht aus einem Wort.
| Facette | Wie heißt eine einzelne ebene Schlifffläche? |
| Schablone | Womit prüft man eine vorgegebene Kontur? |
| Politur | Welche Bearbeitungsstufe erzeugt den vorgesehenen Glanz? |
| Einschluss | Wie heißt ein inneres Materialmerkmal im Stein? |
| Ausbeute | Wie heißt das Verhältnis von Fertigmasse zu Rohmasse? |
| Freigabe | Wie heißt der dokumentierte Abschlussentscheid nach erfolgreicher Prüfung? |
LearningApps
Prüfe bei Fremdübungen zuerst Materialbezug und Qualität.
Lückentext
Jede Lücke prüft einen einzelnen fachlichen Zusammenhang.
Offene Aufgaben
Leicht
- Auftragskarte: Formuliere Zielschliff, Sollmaße, Sicherheitsvoraussetzung und drei Prüfkriterien des erfundenen Auftrags.
- Steinprüfung: Zeichne vier mögliche Werkstoffmerkmale ein und kennzeichne jede Unsicherheit im Befund.
- Schliffskizze: Stelle Mugel- und Facettenschliff mit je zwei Qualitätskriterien gegenüber.
- Sicherheitsmatrix: Ordne vier Gefährdungen den passenden betrieblich zu prüfenden Schutzmaßnahmen zu.
Standard
- Messblatt: Berechne die Längen- und Breitenabweichung der Musterwerte, vergleiche die Toleranz und formuliere die modellhafte Entscheidung.
- Massenausbeute: Errechne Fertiganteil und Massendifferenz mit Formel und begründe mögliche Abfallarten.
- Ablaufdiagramm: Stelle alle sieben Phasen mit Prüfentscheid und Simulationsausweg dar.
- Kalkulation: Erstelle eine nachvollziehbare Kostenübersicht einschließlich zehn Minuten hypothetischer Nacharbeit.
Schwer
- Schadensgutachten: Entwickle bei einem neuen Randriss zwei sichere Entscheidungsalternativen mit Material- und Kostenrisiken.
- Entwurfsvergleich: Vergleiche zwei gezeichnete Rohsteinorientierungen hinsichtlich Schliffbild, Bruchrisiko und Materialreserve.
- Werkstattprojekt: Entwirf ein überprüfbares Konzept zur Verringerung von Ausschuss, Schleifschlamm und unnötigem Wasserbedarf.
- Auftragsverteidigung: Präsentiere eine anonymisierte Auftragsmappe und beantworte zwei Rückfragen zu Fehler, Sicherheit und Kosten.


Lernkontrolle
- Zusammenhang: Erkläre, weshalb bereits die Rohsteinorientierung die spätere Qualität und Wirtschaftlichkeit beeinflusst.
- Prüfstrategie: Entwickle aus einem Sollwert eine sichere Messkette bis zur Endfreigabe und erläutere die Dokumentation.
- Entscheidung: Beurteile einen Stein mit richtigen Außenmaßen, aber mattierter Fläche und neuem Riss.
- Transfer: Begründe anhand der Massendifferenz, warum Ausbeute, Abfalltrennung und Wiederverwendung getrennt bewertet werden.
- Wirtschaftlichkeit: Rechne den Nacharbeitsaufwand und bewerte ihn gegenüber einer frühen Zwischenkontrolle.
- Digitale Übergabe: Erstelle eine fiktive, versionssichere Prüfkarte ohne vertrauliche Informationen.
Lernnachweis
Konkretes Arbeitsergebnis: Eine vollständige anonymisierte Muster-Auftragsmappe mit Pflichtenblatt, Material- und Gefährdungsbefund, zwei Schliffskizzen, Arbeitsplan, nachvollziehbaren Zwischenkontrollen, Soll-Ist-Messblatt samt Rechenwegen, Fehlerdiagnose, Abschlussentscheidung, Kostenübersicht, Ressourcenbilanz und Reflexion der Übertragbarkeit in die betriebliche Praxis. Sie darf vollständig anhand von CAD und vorgegebenen Daten entstehen; reale Maschinenarbeit ist nicht Voraussetzung.
Wissen: begründete Werkstoff- und Schliffwahl. Fertigkeit: dokumentierte Planung, Messung und Fehlerprüfung. Produkt: prüfbares Modell mit Zeichnung und Abschlussmappe. Transfer: sichere, wirtschaftliche und ressourcenschonende Entscheidung. Nutze das Unterrichtsraster aus dem Qualitätskapitel; keine offizielle Prüfungszertifizierung.
OER und Wikipedia
Fach- und Rechtsquellen (Stand der Recherche: Oktober 2026):
- BIBB-Berufsprofil Edelsteinschleifer/-in.
- Ausbildungsordnung und Ausbildungsrahmenplan.
- BIBB: Umsetzungshilfe für die Ausbildungspraxis, 2019.
- BetrSichV und GefStoffV, jeweils aktuelle Fassung.
- BAuA-Regelverzeichnis einschließlich TRGS 559.
- DGUV Information 209-002, 2023 und BGHM: Schleifen; auf konkreten Edelstein-Arbeitsplatz prüfen.
- SWR: Handwerkskunst – Wie man Edelsteine schleift, deutschsprachige fachliche Videoergänzung, nicht frei nachnutzbar.
- berufenavi.de, überprüfte Verlinkung zum BR-alpha-Berufsvideo; konkrete YouTube-Abrufbarkeit nicht direkt bestätigt.
Tatsächlich auf den jeweiligen Commons-Dateiseiten geprüfte Bildnachweise:
| Datei | Originalseite | Urheber | Lizenz / Nachweis |
|---|---|---|---|
| File:Faceting machine.JPG | Commons | Doug Coldwell | CC BY-SA 4.0 |
| File:Three oval carnelian cabochons 1.jpg | Commons | W.carter | CC BY 4.0 |
| File:AngleSet.jpg | Commons | Alextryan | gemeinfrei laut Commons |
| File:Dopstick.jpg | Commons | Alextryan | gemeinfrei laut Commons |
| File:Firstfacet.jpg | Commons | Alextryan | gemeinfrei laut Commons |
| File:Gem cutting 01.JPG | Commons | Cherubino | CC BY-SA 3.0 |
Lizenzgrenze: Die Commons-Bilder sind offen lizenziert oder gemeinfrei; die verlinkten Filme und LearningApps-Suchergebnisse sind deshalb nicht automatisch OER. Prüfe ihre Verfügbarkeit vor der Verwendung.
Wikipedia-Einstieg: Edelsteinschleifer, Schliff, Cabochon; Wikipedia ist Überblick, nicht Ersatz für Verordnung oder Arbeitsschutzprüfung.
Verknüpfte Lernbereiche
Projekte: digitaler Modellauftrag vom Rohstein bis zum prüfbaren Ergebnis; Fehleratlas mit selbst gezeichneten Facetten; Werkstattkonzept zur Ressourcenbilanz. Keine alten fachfremden Handwerkskurse sind als Erfüllung dieses Lernnachweises vorausgesetzt.
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