Praxisauftrag und Kompetenzcheck - Metallbildner - 3. Ausbildungsjahr
Einleitung
Im dritten Ausbildungsjahr übernimmst du einen berufstypischen Auftrag von der ersten Kundenanfrage bis zur dokumentierten Übergabe. Dieser Kurs verbindet Metallbildnerei, Gestaltung, Technisches Zeichnen, Fachrechnen, Fertigung, Qualitätssicherung und Kundenkommunikation. Du prüfst, ob das Ergebnis funktional, maßhaltig, sicher, wirtschaftlich und ressourcenschonend ist. Ziel ist die vollständige berufliche Handlung: informieren, planen, entscheiden, ausführen, kontrollieren und bewerten.
Unser durchgehender fiktiver Praxisauftrag lautet: Eine kleine Werkstatt soll ein dekoratives, standfestes Lichtobjekt aus Metall mit zylindrischem Hohlkörper, strukturierter Oberfläche und herausnehmbarem, fertig gekauften Batterie-LED-Licht entwerfen. Es gibt keine Netzverdrahtung, kein offenes Feuer und keine echten Kundendaten. Für eine ungefährliche Variante fertigst du das Objekt als maßstäbliches Modell aus Karton, Papier oder CAD; gefährliche Metall-, Maschinen-, Löt- und Schweißarbeiten dürfen ausschließlich nach betrieblicher Gefährdungsbeurteilung, Einweisung, Freigabe und unter befugter fachlicher Aufsicht erfolgen.
Die staatliche Metallbildnerausbildungsverordnung vom 6. Juni 2016 beschreibt einen dreijährigen Beruf mit den Fachrichtungen Gürtlertechnik, Metalldrücktechnik und Ziseliertechnik. Der BIBB-Berufseintrag und der KMK-Rahmenlehrplan dienen zur Orientierung. Die konkreten Aufgaben werden mit dem betrieblichen Ausbildungsplan, der zuständigen Handwerkskammer und dem jeweils geltenden Landeslehrplan abgeglichen. Dieser Lernkurs ist weder ein amtlicher Ausbildungsnachweis noch eine Prüfungszulassung.

Gestaltungsanregung: historische Leuchte aus bearbeitetem Kupfer. Bild: Cullen328, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. Das Bild ist kein Konstruktions- oder Sicherheitsnachweis.
Kundenauftrag, Jahresprojekt und Fachrichtungsbezug
Aus einer Anfrage ein prüfbares Lastenheft machen
Ein Lastenheft beschreibt, was die Kundschaft benötigt; ein Pflichtenheft erläutert, wie die Werkstatt die Anforderungen erfüllen will. Eine freundliche Beratung beginnt mit offenen, fachlichen Fragen: Wo steht das Objekt? Welche Lichtwirkung, Oberfläche, Reinigbarkeit und Lebensdauer sind wichtig? Welches Budget und welcher Liefertermin gelten? Was ist zwingend, was lediglich wünschenswert? Bleiben Aussagen unklar, wiederholst du die Anforderungen und lässt die fiktive Kundschaft die Zusammenfassung bestätigen.
Fiktives, vereinbartes Lastenheft: Ein frei stehendes Lichtobjekt für einen trockenen Innenraum, etwa 100 mm Außendurchmesser, 75 mm Höhe, gleichmäßige satinierte Außenfläche mit kleinem Relief, entgratete Kanten, stabiler Stand und austauschbares, separat bezogenes Batterie-LED-Element. Kein Kontakt mit Lebensmitteln, kein Kerzenbetrieb, kein Einbau von Netzspannung. Der Musterauftrag setzt beispielhaft folgende projektbezogene Grenzwerte fest: Außendurchmesser 100,0 ± 1,0 mm, Höhe 75,0 ± 0,5 mm, keine schneidenden Grate, geschlossene und fest sitzende Verbindung sowie dokumentierte Oberflächenkontrolle. Dies sind keine pauschalen Normtoleranzen, sondern ausgehandelte Sollwerte dieses Falles.
| Kundenanforderung | Nachweis | Zuständigkeit |
|---|---|---|
| Abmessungen | Messprotokoll für Durchmesser und Höhe | Fertigung und Qualitätssicherung |
| Form und Gestaltung | Freigegebene CAD-Ansicht und Vergleich mit Muster | Entwurf |
| Standfestigkeit | Dokumentierter Standversuch auf ebener Prüffläche | Montage und Abnahme |
| Sichere Kanten | Sicht- und sachgerechte Tastprüfung im freigegebenen Verfahren | Qualitätssicherung |
| Aufwand und Termine | Kalkulation, Meilensteine und Änderungsprotokoll | Projektkoordination |
Informationsfluss: Anfrage → schriftlich bestätigte Anforderungen → Entwurfsdatei und Zeichnung mit Versionsstand → Material- und Arbeitsfreigabe → Fertigungs- und Prüfprotokoll → Übergabe. Eine ungeprüfte Skizze ist keine Fertigungsfreigabe. Änderst du nach der Freigabe die Höhe, müssen Konstruktion, Zuschnitt, Materialbedarf, Preis, Termin und Prüfplan gemeinsam aktualisiert werden. Verwende künstliche Auftragsnummern wie „Musterprojekt A“ statt Personen-, Vertrags- oder Betriebsdaten.
Ein Jahresprojekt mit Lernfeldern verknüpfen
Für ein Schul- oder Ausbildungsjahr werden vier Projektphasen mit wiederkehrenden Rückmeldeschleifen geplant: Phase A Anforderungen und Variantenvergleich; Phase B Zeichnungen, Muster und Werkzeugkonzept; Phase C beaufsichtigte Herstellung beziehungsweise sichere Modellrealisierung; Phase D Prüfungen, Nacharbeit, Dokumentation und Präsentation. Jede Phase schließt mit einem konkreten, bewertbaren Zwischenprodukt ab.
Die Verbindung der Kompetenzen ist fachrichtungsspezifisch. In der Gürtlertechnik (GR) stehen im dritten Ausbildungsjahr unter anderem Spezialwerkzeuge (Lernfeld 9 GR), rechnergestützte Muster, Modelle und Formen (Lernfeld 10 GR), Oberflächen (Lernfeld 11 GR) und Projektfertigung (Lernfeld 12 GR) im Vordergrund. In der Metalldrücktechnik (MB) gehören thermische Fügeverfahren (Lernfeld 9 MB), manuelle und maschinelle Herstellung von Formteilen und Hohlkörpern (Lernfeld 10 MB), Oberflächen (Lernfeld 11 MB) und Projektfertigung (Lernfeld 12 MB) dazu. Die Ziseliertechnik wird bei gestalterischen Reliefs und passenden Arbeitsschritten einbezogen, aber nicht fälschlich mit den Kennzeichen GR oder MB gleichgesetzt. Diese Lernfelder sind kein Auftrag, sämtliche gefahrgeneigten Verfahren selbst auszuführen. Vgl. BIBB und KMK.
Konstruktion, CAD, Modelle und Fachrechnen
Von der Idee zum eindeutigen Datensatz
Lege zuerst eine Funktionsskizze mit Bauteilbezeichnungen an: Mantel, Boden, Naht, Zierelement und herausnehmbares Lichtmodul. Konstruiere anschließend parametrisch im CAD: Maße haben eine definierte Bedeutung, Varianten können abgeleitet werden, und das Modell lässt sich kontrollieren. Der Zeichnungssatz enthält Vorder- und Draufsicht, gegebenenfalls Schnitt, Material, Blechdicke, Maße samt Toleranzen, Oberflächenanforderung, Fügeverbindung, Revisionskennung und Prüfmerkmale. Ein hübsches 3D-Bild ersetzt keine bemaßte Fertigungszeichnung.
Beim Austausch von Dateien unterscheidest du die bearbeitbare Originaldatei, neutrale Geometrieformate und lesbare Zeichnungs-PDFs. Prüfe Maßstab, Einheiten, Version und geschlossene Konturen. Für eine computergestützt hergestellte Form oder ein Spezialwerkzeug entstehen zuerst CAD-Modell und Simulation beziehungsweise Kollisionskontrolle; die reale Maschinenfreigabe bleibt Fachpersonal vorbehalten. Schon ein Kartonmodell zeigt, ob Proportionen, Öffnung und Standfläche zusammenpassen.

Beispiel einer CAD-Arbeitsumgebung, nicht das Modell unseres Objekts: Nik vr, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
Durchgerechnete Mantelabwicklung
Für den synthetischen Planungsfall wird ein Zylindermantel aus Messingblech gewählt: Außendurchmesser D = 100,0 mm, Blechdicke t = 0,8 mm, Höhe h = 75,0 mm und geometrische Überlappung für eine konzeptionelle Längsnaht u = 8,0 mm. Wir rechnen mit der mittleren Faser eines idealen dünnwandigen Zylinders: D_m = D − t = 99,2 mm. Das ist eine vereinfachte Vorbemessung; die tatsächlich erforderliche Abwicklung hängt von Werkstoff, Rückfederung, Umformverfahren und Verbindungsgeometrie ab und muss am Muster überprüft werden.
Rechenweg 1 – Umfang der mittleren Faser: U_m = π × D_m = 3,14159 × 99,2 mm = 311,65 mm.
Rechenweg 2 – rechnerische Mantellänge mit Überlappung: L = U_m + u = 311,65 mm + 8,0 mm = 319,65 mm. Als geplanter Rechteckzuschnitt wird zunächst 320 mm × 75 mm angesetzt; zusätzliche Bearbeitungs- oder Besäumungszugaben werden nur nach einem Muster festgelegt. Ein bloßes Abrollen des Außendurchmessers ohne Berücksichtigung der Blechdicke wäre eine systematische Fehlerquelle.
Rechenweg 3 – rechteckige Materialfläche: A_M = 320 mm × 75 mm = 24 000 mm² = 0,0240 m². Bei 0,8 mm Blechdicke ergibt sich ein geometrisches Zuschnittvolumen von V_M = 24 000 mm² × 0,8 mm = 19 200 mm³ = 19,2 cm³. Mit der nur für diesen Fall angenommenen Messingdichte ρ = 8,4 g/cm³ folgt m_M = 19,2 cm³ × 8,4 g/cm³ = 161,28 g.
Für den eingelegten Boden sieht die Zeichnung einen Prüfdurchmesser von 98,0 mm vor; die innere Mantelweitung beträgt ideal D_i = 100,0 mm − 2 × 0,8 mm = 98,4 mm, sodass ein theoretischer diametraler Spielraum von 0,4 mm besteht. Ob dieser montagetechnisch ausreicht, zeigen Passprobe, Fügeverfahren und Toleranzkette. Es ist keine universelle Fügevorgabe.
Rechenweg 4 – Bodenmaterial: A_B = π × (49,0 mm)² = rund 7 543 mm²; V_B = 7 543 mm² × 0,8 mm = rund 6,03 cm³; m_B = 6,03 cm³ × 8,4 g/cm³ = rund 50,7 g. Geometrisch enthalten die beiden Zuschnitte zusammen also etwa 212,0 g Messing; die reale Beschaffungsmasse fällt wegen Zuschnittverlusten größer aus.
Rechenweg 5 – Verschnitt im vereinfachten Lagerformat: Liegt für die Bodenscheibe ein 100 × 100 mm großes Quadrat bereit, so bleiben dort 10 000 − 7 543 = 2 457 mm² Verschnitt. Gemeinsam mit dem rechteckigen Mantelzuschnitt werden 34 000 mm² Rohblech vorgehalten; der theoretische Flächenverschnitt beträgt 2 457 / 34 000 × 100 = 7,23 %. In Wirklichkeit sind Schnittfugen, Spannzugaben, Materialfehler und weitere Teile einzubeziehen. Der Wert ist ein Vergleichsmaßstab, keine garantierte Ausbeute.
Typische Rechenfehler: Millimeter nicht in Zentimeter umrechnen; Fläche mit Volumen verwechseln; den Nahtzuschlag doppelt addieren; Außendurchmesser als mittlere Faser behandeln; Beispiel-Materialwerte ungeprüft als Werkstoffzeugnis ausgeben. Kontrolliere jeden Wert mit Einheit und Plausibilitätsfrage.
Verfahren auswählen: Werkzeuge, Hohlkörper und Fügen
Spezialwerkzeug und Umformkonzept begründen
Spezialwerkzeug bedeutet nicht automatisch eine komplizierte CNC-Anlage. Für eine definierte Struktur kann es ein maßgeprüfter Prägestempel, eine Ziselierpunze oder eine formgebende Auflage sein. Lege die Werkzeuggeometrie nach der gewünschten Reliefhöhe, dem Werkstoff, der Führung und dem Verschleißrisiko fest. Plane einen sicheren Probekörper und eine Soll-Ist-Kontrolle, bevor ein Einzelstück berührt wird. Eine digital entworfene Lehre prüft beispielsweise den gewünschten Durchmesser, ohne selbst eine Produktionsmaschine zu sein.
Treiben formt Blech mit geeigneten Schlagwerkzeugen; Ziselieren modelliert und strukturiert die Oberfläche, häufig in mehreren Arbeitsschritten; Metalldrücken legt eine rotierende Ronde an ein Drückfutter an. Tiefziehen verändert ein Blech in einem Werkzeug durch Stempel und Matrize zu einem Hohlkörper. Die Auswahl hängt unter anderem von Stückzahl, Form, Wanddicke, Verfügbarkeit der Werkzeuge und erforderlicher Oberflächenqualität ab. Unser gerollter Blechmantel ist ein gut berechenbarer Ersatzfall, aber nicht identisch mit einem gedrückten Hohlkörper. Für die Fachrichtung MB ergänze daher eine fachlich angeleitete Drück-/Zieh-Simulation oder die Beurteilung eines vorhandenen Musterteils.

Detail einer Metalldrückmaschine: Borowski, Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Vergleich von Drückmaschinen als Anlass zur Werkzeug- und Verfahrenswahl: Mohamayamachines, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
Fügeverfahren sachgerecht vergleichen
Eine stoffschlüssige Verbindung entsteht zum Beispiel durch Löten oder Schweißen, eine formschlüssige Verbindung etwa durch geeignet konstruierte Laschen oder Niete. Beim Weichlöten liegt die Liquidustemperatur des Lots unter 450 °C, beim Hartlöten oberhalb davon; das Werkstück wird beim Löten im Unterschied zum Schmelzschweißen nicht als Grundwerkstoff aufgeschmolzen. Welches Verfahren für Messingblech sinnvoll ist, lässt sich erst mit Werkstoffdaten, Werkstoffpaarung, Fugenmaßen, Lot-/Zusatzwerkstoff, vorgesehener Belastung, Korrosionsschutz und betrieblichen Möglichkeiten entscheiden. Werkstoff- und Herstellerangaben gehen vor pauschalen Temperaturrezepten.
| Verfahren | Fachliche Entscheidung | Prüfmerkmal | Sichere Lernalternative |
|---|---|---|---|
| Hart- oder Weichlöten | Nur bei technischer Eignung, zugelassenem Arbeitsplatz und Aufsicht | Sichtprüfung und geeigneter Festigkeits- beziehungsweise Funktionsnachweis | Nahtzone farbig im CAD-Modell markieren |
| Schutzgasschweißen | Nur nach Gefährdungsbeurteilung, Qualifikation und Freigabe | Lage, Verzug und Nahtbild gemäß Auftrag | Schweißsymbole an einer Musterzeichnung lesen |
| Kaltes mechanisches Fügen | Bei geeigneter Festigkeit, Zugänglichkeit und Konstruktion | Sitz, Spiel, Durchmesser und Dauerhaftigkeit | Kartonlaschen stecken und Klebeverbindung als Modell kennzeichnen |
Arbeitsschutz ist Teil der Planung, keine Nachbemerkung. Heiße Arbeiten bringen Brand-, Verbrennungs-, Strahlungs-, Strom- und Rauchgefahren mit sich. Befugte Fachpersonen beurteilen Arbeitsplatz, Absaugung, PSA, Brandlasten, geeignete Werkstoffe und vorhandene Schutzvorrichtungen; Auszubildende führen solche Arbeiten nie eigenmächtig aus. Für das Lernprojekt genügt ein kaltes Modell mit beschrifteter gedachter Fügestelle. Orientiere dich an BGHM Arbeitsschutz Kompakt 042 – WIG-Schweißen, Stand 11/2025, BGHM-Schweißen und DGUV Information 209-010 – Lichtbogenschweißen, Ausgabe 03/2017. Das Veröffentlichungsdatum einer DGUV-Schrift allein macht sie nicht veraltet; die aktuelle betriebliche Regelwerkslage ist trotzdem vor dem Einsatz zu prüfen.

WIG-Schweißen an einem kleinen Halter, nur zur Verfahrensbeobachtung: Prowelder87, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
Fachvideo zur Auftragsfertigung: SWR Handwerkskunst zeigt die Herstellung einer handgefertigten Leuchte; achte auf Prozessfolge, Montage und Abstimmung zwischen Entwurf und Werkstatt. Dies ist urheberrechtlich geschütztes Streamingmaterial, kein frei nachnutzbares OER-Video. Quelle: SWR / ARD Mediathek, 03.12.2023; der Herstellbetrieb verlinkt den YouTube-Player.
Fachvideo zur Beobachtung eines WIG-Ablaufs: Der deutschsprachige Beitrag erläutert Heften, Schutzkleidung und Verzug. Er enthält Produktplatzierung; die Auswahl von Geräten oder Einstellungen ist keine Freigabe für eigene Schweißversuche. Quelle: Igor Welder, 13.12.2022.
Oberfläche, Sicherheit, Umwelt und Informationsfluss
Oberflächenqualität und Fehlerursachen
Eine satinierte Oberfläche erscheint gleichmäßig matt mit nachvollziehbarer Bearbeitungsrichtung; Polieren verändert den Glanz, Punzieren setzt definierte Vertiefungen und Patinieren verändert die sichtbare Oberflächenwirkung. Beschichtungen oder Wachse können gegen Oxidation schützen, müssen aber zur Legierung, zum Einsatzzweck und zur Pflege passen. Bei Reliefstrukturen sind scharfe Spitzen, ungleichmäßige Tiefen, verformte Werkstückränder und schlecht zugängliche Reinigungsstellen typische Fehler. Bei Thermofügen können Anlassfarben, Verzug, Lotüberschuss oder oxidierte Zonen Nacharbeit erzwingen.
Die Auswahl eines Oberflächenverfahrens ist auch eine Umweltentscheidung: mechanische Nacharbeit kann Staub und Lärm freisetzen; chemische Beizen und Beschichtungen können Gefahrstoffe und besondere Entsorgungspflichten mitbringen. Prüfe Sicherheitsdatenblatt, Betriebsanweisung, geeignete Absaugung und getrennte Reststofferfassung. Keine Lösemittel-, Beiz- oder Galvanikversuche als Selbstlernexperiment. Im sicheren Modell stellst du Finishvarianten durch unterschiedliche Karton- oder Bildtexturen dar und vergleichst deren Wirkung.

Beispiel eines Messschiebers. Für die Prüfung sind Gerätezustand, Messbereich, Ablesung und Kalibrierstatus entscheidend: Jeremyida002, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
Wichtige Fachquellen: BGHM – Schleifen, DGUV Information 209-002 – Schleifen, Auflage 06/2023 und DIN EN ISO 21920-1:2022-12 zur Angabe der profilbasierten Oberflächenbeschaffenheit in technischen Unterlagen. Die Norm ist nicht frei kopierbar; wir verwenden keine abgeschriebenen Normtabellen. Ob eine Norm im Auftrag gilt und wie geprüft wird, muss in der freigegebenen Zeichnung beziehungsweise betrieblichen Prüfvorgabe festgelegt sein.
Materialfluss, digitale Daten und Nachhaltigkeit
Materialfluss meint den Weg vom Halbzeug über Zuschnitt, Werkstücklager und Bearbeitung bis zur Montage. Informationsfluss überträgt dazu verlässliche Daten: welche Blechcharge, welche Zeichnungsversion, welches Muster, welches Prüfblatt und welcher Freigabestatus. Eine werkstattgeeignete Stückliste umfasst für unseren Auftrag mindestens Mantelblech, Bodenzuschnitt, zulässiges Verbindungsmittel, Zierelement sowie das zugelieferte und unverändert verwendete LED-Modul. Verwechselst du Teile aus verschiedenen Zeichnungsständen, kann selbst ein exakt gefertigtes Einzelteil in der Baugruppe unbrauchbar werden.
Erfasse Verschnitt sortenrein, plane gegebenenfalls einen reparierbaren Aufbau und trenne Metall, Verpackung, Elektronik und Batterien bei der Entsorgung nach den geltenden Regeln. Vergleiche Neufertigung und Nacharbeit anhand Material-, Energie-, Zeit- und Qualitätsaufwand. Wiederverwendung ist nur sinnvoll, wenn die Sicherheit und zugesagte Funktion erhalten bleiben.
Datenschutz: Für Beratung, Lernnachweis und veröffentlichte Projektvorstellung werden nur fiktive Daten, selbst erstellte Zeichnungen und frei verwendbare Bilder genutzt. Interne Kundenaufträge, personenbezogene Namen, Gesichter, Seriennummern, Betriebsgeheimnisse oder Fotos fremder Werkstätten gehen nicht ohne Rechtsgrundlage und Freigabe in externe Plattformen oder KI-Dienste. Versionsverwaltung und eine sichere betriebliche Ablage sind sinnvoller als öffentliche Chat-Uploads.
Vollständiger Praxisfall mit Arbeitsplan und Bewertungsraster
Arbeitsplan mit Freigabe- und Prüfpunkten
Musterauftrag A – Lichtobjekt mit zylindrischem Messingmantel: Das oben definierte Lastenheft dient als Sollvorgabe; die bereits gerechneten Zuschnitte 320 × 75 × 0,8 mm und Bodenscheibe Ø 98 × 0,8 mm sind Planwerte. Bei einem tatsächlichen Metallobjekt müssen Konstruktions- und Fügebedingungen, Toleranzen, Eignung der Legierung und sichere Aufstellung vorab durch fachkundige Personen freigegeben werden. Für die Lernalternative entstehen alle Schritte mit CAD, Papier, Karton und einem separat aufgestellten unveränderten LED-Modul.
| Reihenfolge | Arbeitsschritt und Unterlagen | Ergebnis und Kontrolle |
|---|---|---|
| 1 | Fiktive Kundenanfrage auswerten, Bedarf und Nutzungsgrenzen klären | Bestätigtes Lastenheft mit fünf überprüfbaren Anforderungen |
| 2 | Zwei Gestaltungsvarianten skizzieren und Material-/Energieaufwand vergleichen | Begründete Variantenentscheidung und Kostenrahmen |
| 3 | CAD-Mantel, Boden und optionales Relief erstellen; Einzelteilzeichnungen bemaßen | Revisionsgeprüftes Modell, Zeichnung und Stückliste |
| 4 | Mantelabwicklung, Materialmasse, Verschnitt, Kosten und Toleranzkette berechnen | Nachvollziehbares Rechenblatt mit Einheiten |
| 5 | Werkzeug- oder Formkonzept entwickeln und an einem ungefährlichen Probekörper simulieren | Musterfreigabe, dokumentierte Korrekturen |
| 6 | Vor der Realfertigung betriebliche Freigabe, Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung und Herstellerangaben prüfen | Freigabevermerk oder Entscheidung für ausschließlich sichere Modellfertigung |
| 7 | Freigegebene Ausführung durch Fachpersonal oder Modellfertigung mit Kartonmantel, Steckboden und beschrifteter Naht | Prüffähiges Objekt oder maßstäbliches Modell |
| 8 | Oberfläche beziehungsweise Oberflächentextur entwerfen und prüfen | Gestaltungsvergleich und dokumentierte Sichtprüfung |
| 9 | Durchmesser, Höhe, Bodenpassung, Stand und Kanten anhand der Auftragsgrenzen prüfen | Mess- und Funktionsprotokoll |
| 10 | Abweichungen fachlich beurteilen; nur freigegebene Nacharbeit und erneute Prüfung | Fehlerbericht mit Entscheidung „freigegeben“ oder „nacharbeiten“ |
| 11 | Fiktives Übergabegespräch, Pflegehinweise, Kosten- und Terminvergleich durchführen | Übergabeblatt und begründete Reflexion |
Beispiel für eine Kalkulation, ausschließlich als Lernannahme: Geometrische Gesamtmasse beider Messingzuschnitte rund 0,212 kg. Angenommener Materialpreis 18,00 €/kg ergibt einen reinen rechnerischen Netto-Materialanteil von 0,212 × 18,00 = 3,82 €. Für eine realistischere Beschaffungsrechnung sind gekauftes Rohmaterial, Verschnitt, Lieferkosten und Zuschläge statt nur der Fertigteilmasse anzusetzen. Beispielhaft werden zusätzlich 1,5 h Arbeitszeit mit einem kalkulatorischen Stundensatz von 42,00 € = 63,00 €, 4,00 € freigegebene Hilfs- und Verbindungsmittel und 8,00 € zugekaufte LED-Einheit angesetzt. Die vereinfachte Summe aus diesen vier Positionen beträgt 3,82 + 63,00 + 4,00 + 8,00 = 78,82 € ohne Steuern und weitere Gemeinkosten. Das ist kein verbindliches Kundenangebot; echte Betriebe kalkulieren Beschaffungsmenge, Maschinenkosten, Ausschuss, Gemeinkosten, Gewinn und gegebenenfalls Umsatzsteuer.
Prüfbares Arbeitsergebnis und Fehleranalyse
Als vollständig fiktives Messbeispiel liefert die Endprüfung bei den vereinbarten Sollwerten D = 100,0 ± 1,0 mm und h = 75,0 ± 0,5 mm die Werte: Durchmesser an drei Messstellen 100,4 mm, 100,6 mm und 100,2 mm; Höhe 74,8 mm. Der zulässige Durchmesserbereich reicht von 99,0 mm bis 101,0 mm, die Höhe von 74,5 mm bis 75,5 mm. Somit liegen alle vier genannten Messwerte innerhalb der jeweiligen Auftragsgrenze. Der dokumentierte Standversuch auf ebener Fläche ist bestanden; die Kantenprüfung ergibt im Beispiel keine erkennbaren Grate. Für die Oberfläche wird allerdings eine sichtbare ungleichmäßige Strichrichtung protokolliert. Deshalb lautet das Gesamtergebnis noch nicht abnahmefähig, obwohl die Maße passen.
Fehleranalyse nach Ursache, Wirkung und Maßnahme: Möglich sind ein Richtungswechsel beim Bearbeiten, verschiedene Schleifmittel oder eine nicht einheitliche Vorbehandlung. Die Folgen sind optische Abweichung und zusätzlicher Aufwand. Vergleiche die Bearbeitungsspuren und Muster, prüfe mit der fachkundigen Aufsicht eine geeignete, sichere Nacharbeitsmethode, dokumentiere die geänderten Zeiten und wiederhole die Oberflächenprüfung. Kann keine sichere Nacharbeit durchgeführt werden, bleibt die Ausführung gesperrt; das Kartonmodell zeigt dann den korrigierten Finishentwurf. Nie Fehler verdecken oder Messwerte nachträglich umschreiben.
| Bewertungsmerkmal | Punkte | Volle Punktzahl, wenn ... |
|---|---|---|
| Auftragsverständnis und Kommunikation | 15 | Anforderungen und Änderungen präzise vereinbart und nachgeführt sind |
| CAD, Zeichnung und Fachrechnen | 20 | Maße, Revision, Abwicklung, Einheiten und Kosten plausibel sowie überprüfbar sind |
| Werkzeug-/Verfahrensentscheidung und Sicherheit | 20 | geeignete Verfahren begründet und Gefahren mit Freigaben beziehungsweise sicherer Alternative beherrscht werden |
| Werkstück- oder Modellqualität | 20 | Maße, Form, Oberfläche, Stand und Kanten die Prüfkriterien erfüllen |
| Prüf- und Fehlerdokumentation | 15 | Messwerte, Abweichungen und Nachprüfung vollständig sowie ehrlich festgehalten sind |
| Nachhaltigkeit, Übergabe und Reflexion | 10 | Materialfluss, Ressourcen, Beratung und Verbesserungen nachvollziehbar sind |
| Gesamt | 100 | Beurteilung nach dokumentierter Leistung, nicht nach unbelegten Behauptungen |
Transparente Bewertung: Bei einem reinen Karton- oder CAD-Modell wird die Qualität der Modelltreue und Simulation anstelle einer vorgetäuschten Metallausführung bewertet. Arbeitssicherheit ist ein Veto-Kriterium: Fehlt eine notwendige Freigabe, darf der gefährliche Fertigungsschritt nicht durchgeführt werden, auch wenn die übrigen Punkte hoch ausfallen. Das Raster unterstützt Rückmeldung und Lernstand, ersetzt aber keine amtliche Gesellenprüfung.
Übergabe, Reflexion und beruflicher Kompetenzcheck
Fachliches Kundengespräch und Verbesserungsentscheidung
Bereite ein fünfminütiges Übergabegespräch vor. Erkläre die vereinbarten Funktions- und Gestaltungsmerkmale, zeige Zeichnung, Modell oder freigegebenes Werkstück, vergleiche Prüfprotokoll und Sollwerte, beschreibe die erlaubte Nutzung und erläutere Pflege und mögliche Reparatur. Frage, ob die Kundenvorgaben erfüllt sind, dokumentiere einen konkreten Änderungswunsch und nenne die Auswirkungen auf Kosten, Werkstoff, Termin und Qualität. In einem echten Betrieb müssen Reklamationen und Freigaben entsprechend den betrieblichen Regeln bearbeitet werden.
Der Kompetenzcheck prüft nicht, ob du jede Maschine selbst bedienst, sondern ob du einen Auftrag fachlich begründet und sicher bearbeiten kannst. Beherrschst du die CAD- und Abwicklungsrechnung? Kannst du Spezialwerkzeuge, Hohlkörperverfahren, Fügetechniken und Oberflächenbehandlungen mit Anwendungsgrenzen vergleichen? Stimmst du Material- und Informationsfluss aufeinander ab? Erkennst du Messfehler, fehlende Freigaben und unklare Prüfbedingungen? Kannst du eine begründete Nacharbeit oder Ablehnung formulieren? Wer ein Problem erkennt und die sichere Modellalternative wählt, zeigt berufliche Urteilskompetenz.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Fachwissen und Entscheidungen
Welche Dokumentation macht aus einer unklaren Anfrage einen prüfbaren Fertigungsauftrag? (Ein bestätigtes Lastenheft mit messbaren Funktionen und Abnahmemerkmalen) (!Eine unverbindliche Ideenskizze ohne Maße und Termin) (!Eine Materialbestellung ohne Rücksprache und Zeichnung) (!Eine Fotocollage mit beliebigen Produktbeispielen)
Welche Formel beschreibt im vereinfachten Zylindermodell die rechnerische Mantellänge mit Nahtüberlappung? (Pi mal mittlerer Durchmesser plus Nahtüberlappung) (!Pi mal Außenradius ohne weiteren Zuschlag) (!Höhe mal Blechdicke plus Nahtüberlappung) (!Außendurchmesser geteilt durch Pi plus Blechdicke)
Welche Information muss eine freigegebene Fertigungszeichnung enthalten? (Eindeutige Maße mit Toleranzen und einen überprüfbaren Versionsstand) (!Nur die schönste Perspektivansicht ohne Maße) (!Ausschließlich den Preis des fertigen Objekts) (!Nur den Dateinamen ohne Werkstoffangabe)
Wozu dient ein maßstäbliches Prototypmodell vor der Realfertigung? (Es macht Passung und Proportionen frühzeitig überprüfbar) (!Es ersetzt grundsätzlich alle Werkstoffprüfungen an einem späteren Metallteil) (!Es garantiert die Festigkeit jeder thermischen Fügeverbindung) (!Es macht eine Fertigungsfreigabe durch Fachpersonal überflüssig)
Welches Vorgehen ist bei der Herstellung eines Spezialwerkzeugs fachgerecht? (Werkzeuggeometrie und Risiken planen und das Muster vor Einsatz prüfen) (!Eine unbekannte Punze ohne Probe am Kundenstück testen) (!Eine Maschine trotz fehlender Unterweisung probeweise starten) (!Ein Werkzeug ohne Zeichnung allein nach Geräusch bewerten)
Wann darf ein thermischer Fügeschritt im Ausbildungsprojekt praktisch ausgeführt werden? (Nach Gefährdungsbeurteilung und Einweisung mit Freigabe unter befugter Aufsicht) (!Sobald ein Video das Verfahren anschaulich erklärt) (!Sobald ausreichend Zusatzwerkstoff auf Lager liegt) (!Wenn die Naht später von einer Beschichtung verdeckt wird)
Was folgt aus einem gemessenen Durchmesser von 100,6 mm bei 100,0 plusminus 1,0 mm? (Das Maß liegt innerhalb der projektbezogenen Toleranz) (!Das Werkstück ist allein wegen dieses Maßes auszuschusseln) (!Der Durchmesser unterschreitet die untere Grenze) (!Die Messung ersetzt alle übrigen Prüfungen am Werkstück)
Was ist bei ungleichmäßigem Satinierbild trotz korrekter Abmessungen richtig? (Die Oberflächenabweichung dokumentieren und eine sichere Nachprüfung veranlassen) (!Das Prüfblatt ohne Hinweis als vollständig bestanden abzeichnen) (!Die Oberfläche ohne Abstimmung mit einer beliebigen Chemikalie behandeln) (!Auf die nächste Prüfung verzichten weil alle Maße stimmen)
Welcher Ansatz verringert Verwechslungen beim Material- und Informationsfluss? (Stückliste und Werkstücke an einen kontrollierten Zeichnungsstand binden) (!Beliebige ältere Dateien ohne Revisionsvergleich verwenden) (!Werkstoffchargen nur mündlich weitergeben) (!Abweichende Teile aus Zeitgründen ungeprüft zusammenbauen)
Wie reagierst du auf eine Kundenänderung nach der Zeichnungsfreigabe? (Auswirkungen auf Maße Kosten Termine und Prüfung ermitteln und erneut freigeben lassen) (!Die Änderung stillschweigend nur im CAD-Modell umsetzen) (!Den ursprünglichen Prüfplan unverändert auf das neue Bauteil anwenden) (!Die Änderung erst nach der Fertigung ohne Dokumentation erwähnen)
Memory: Begriffe und Funktionen
| Lastenheft | Zusammenstellung der geforderten Eigenschaften aus Kundensicht |
| Pflichtenheft | Beschreibung der geplanten technischen Umsetzung |
| Drückfutter | Formgebende Aufnahme beim Metalldrücken |
| Toleranz | Vereinbarter zulässiger Bereich einer Maßabweichung |
| Prüfprotokoll | Nachweis mit Sollwerten Istwerten und Prüfergebnis |
| Revisionsstand | Eindeutiger Bearbeitungszustand technischer Unterlagen |
Drag-and-drop: Handlungsschritte zuordnen
| Passenden Fachschritt zuordnen | Zugehöriger Nachweis |
|---|---|
| Anforderung klären | Bestätigte Funktions- und Gestaltungsmerkmale |
| Konstruktion freigeben | Bemaßte Zeichnung mit Versionskennung |
| Werkzeugkonzept prüfen | Beurteilte Probeform mit Sicherheitsentscheidung |
| Fertigung kontrollieren | Messwerte und Oberflächenbefund |
| Auftrag übergeben | Abnahmeprotokoll mit Pflegehinweisen |
Kreuzworträtsel: Fachbegriffe
| Lastenheft | Wie heißt das Dokument mit den Anforderungen der Kundschaft? |
| Drückfutter | Wie heißt die formgebende Aufnahme beim Metalldrücken? |
| Toleranz | Wie heißt der erlaubte Bereich um ein Sollmaß? |
| Messschieber | Mit welchem Handmessmittel prüfst du Innen- und Außenmaße? |
| Rückfederung | Wie heißt die elastische Formänderung nach dem Biegen? |
| Freigabe | Welches Wort bezeichnet die erlaubte Fortsetzung nach einer Prüfung? |
LearningApps
Finde weitere Zuordnungsübungen zum Thema; die folgende Verknüpfung führt zur Suche und behauptet nicht, dass jede dort angebotene Aufgabe fachlich geprüft wurde.
Lückentext: Vom Auftrag bis zur Abnahme
Offene Aufgaben
Leicht
- Kundenauftrag: Formuliere aus der fiktiven Anfrage fünf überprüfbare Anforderungen für das Metall-Lichtobjekt und ordne ihnen je ein Prüfmittel oder Prüfverfahren zu.
- Technisches Zeichnen: Zeichne eine Vorder- und Draufsicht mit Außendurchmesser 100 mm, Höhe 75 mm und einer Kennzeichnung des Bodenteils; trage die vorgegebenen Toleranzen ein.
- Werkstoff: Erstelle eine kleine Stückliste mit Mantel, Boden, Fügestelle und separat gekauftem LED-Modul; erkläre, welche Teile wiederverwendbar oder getrennt zu entsorgen sind.
- Messschieber: Trage die vier fiktiven Messwerte des Praxisfalls in ein Soll-Ist-Prüfblatt ein und kennzeichne jeden Maßentscheid nachvollziehbar.
Standard
- Fachrechnen: Rechne die Mantelabwicklung für einen Außendurchmesser von 120 mm und dieselbe Blechdicke sowie Überlappung erneut; begründe, warum ein Probezuschnitt dennoch nötig ist.
- CAD: Erstelle ein parametrisierbares 3D-Modell und eine bemaßte Zeichnung mit Revisionsstand, Materialangaben und Passprobe; liefere eine lesbare PDF-Ausgabe.
- Fertigungstechnik: Vergleiche für die Fachrichtungen GR und MB jeweils ein geeignetes Werkzeug- oder Hohlkörperverfahren mit einer sicheren Karton- beziehungsweise Simulationsvariante.
- Oberflächenbehandlung: Entwerfe zwei strukturierte Finishmuster auf ungefährlichem Ersatzmaterial und prüfe Gleichmäßigkeit, Kantenwirkung, Pflege und Materialeinsatz anhand einer Entscheidungstabelle.
Schwer
- Projektmanagement: Plane die vier Jahresphasen mit Abhängigkeiten, Freigabepunkten, Materialfluss, Kostenansatz und einer begründeten Reserve für Nacharbeit.
- Fügetechnik: Vergleiche mechanische Verbindung, Löten und Schweißen hinsichtlich Werkstoffeignung, Maßhaltigkeit, Sicherheit, Prüfbarkeit und Aufsicht; entscheide für das Schulprojekt zugunsten einer ungefährlichen Simulation.
- Fehleranalyse: Werte die fiktive ungleichmäßige Satinierung mit Ursache-Wirkung-Kette aus, entwirf einen freigabefähigen Verbesserungsplan und ergänze eine zweite Qualitätsprüfung.
- Kundenkommunikation: Simuliere mit ausschließlich erfundenen Rollen ein Reklamationsgespräch nach einer Maßänderung; dokumentiere neue Zeichnung, Preisfolge, Terminrisiko, Freigabe und abschließende Übergabe.


Lernkontrolle
- Auftragsanalyse: Überführe einen fiktiven Kundenwunsch in Lastenheft, mindestens drei messbare Abnahmekriterien und eine nachvollziehbare Pflichtenheftentscheidung.
- Abwicklung: Leite die Mantellänge des Lichtobjekts aus Außendurchmesser, Blechdicke und Überlappung her; erläutere mögliche Abweichungen durch Rückfederung.
- Werkzeugbau: Begründe ein Spezialwerkzeug oder eine Lehre und zeige anhand eines CAD- oder Kartonmusters, woran eine fehlerhafte Werkzeuggeometrie erkannt werden kann.
- Fügeverfahren: Vergleiche eine thermische und eine kalte Verbindung und dokumentiere geeignete Prüfmerkmale, Aufsichtsbedarf und sichere Lernalternative.
- Qualitätssicherung: Triff aus den vier Messwerten und dem Oberflächenfehler eine nachvollziehbare Freigabeentscheidung einschließlich Nachprüfung.
- Kalkulation: Prüfe die Beispielkosten von 78,82 € auf fehlende Zuschläge und zeige, wie Verschnitt und eine Kundenänderung einen Angebotspreis beeinflussen.
- Nachhaltige Produktion: Beschreibe für den Musterauftrag Metallreste, Schleifstaub, Elektronik, Dokumentationsdaten und eine konkrete Strategie für Reparierbarkeit beziehungsweise fachgerechte Entsorgung.
Lernnachweis
Der konkrete Lernnachweis besteht aus einer zusammenhängenden digitalen Projektmappe und einem vorzeigbaren Werkstück oder sicheren Ersatzmodell: bestätigtes fiktives Lastenheft, Variantenvergleich, bemaßte und versionierte Zeichnung, CAD-Datei beziehungsweise Modellansichten, Stückliste, nachvollziehbare Abwicklungs- und Kostenrechnung, Werkzeug- und Fügeverfahrensentscheidung, Arbeitsplan mit Gefährdungs- und Freigabepunkten, dokumentierte Herstellung oder Modellversuche, vollständiges Soll-Ist-Prüfprotokoll, Fehler- und Nacharbeitsentscheidung, Bewertungsraster sowie fiktives Übergabegespräch und Reflexion.
Bewertung am Beispiel: Zeichnung und Rechnung 20 Punkte, Verfahren und Sicherheit 20, Auftragsverständnis 15, Modell-/Werkstückqualität 20, Prüfung und Fehlermanagement 15, Nachhaltigkeit und Übergabe 10. Gesamt 100 Punkte. Reale Metallarbeiten dürfen nur bewertet werden, wenn sie betrieblich zulässig und sicher durchgeführt wurden; die sichere Modellalternative bildet technische Entscheidungen und Qualitätsnachweise ab, ohne echte Schweiß- oder Maschinenpraxis vorzutäuschen.
Reflexionsfragen mit Fachbezug: Welche Abweichung entsteht bei der Verwendung des Außendurchmessers statt der mittleren Faser? Wann ist Nacharbeit ökologisch und wirtschaftlich sinnvoller als Neufertigung? Welcher Prüfpunkt hätte die ungleichmäßige Satinierung früher entdeckt? Welche Informationen müssen bei einer geänderten Bodenpassung weitergegeben werden? Beantworte jeweils mit Zeichnung, Rechnung oder Prüfbefund.
OER und Wikipedia
Verlässliche Grundlagen und berufsspezifische Quellen:
- BIBB – Metallbildner, Fachrichtung Gürtlertechnik, Berufsprofil, drei Fachrichtungen und Ausbildungsstruktur.
- Bundesrecht – Metallbildnerausbildungsverordnung vom 6. Juni 2016, geltender Ausbildungsrahmen als Originalquelle, nicht als kopierter Normtext.
- KMK – Rahmenlehrpläne für berufliche Schulen, Rahmenlehrplan für Graveure und Metallbildner, Beschluss 17.03.2016; örtliche Umsetzung und Landeslehrplan zusätzlich prüfen.
- BGHM – WIG-Schweißen, Stand 11/2025 und DGUV Information 209-010, Ausgabe 03/2017: vor konkreter Anwendung auf aktuelle Vorgaben und Herstellervorschriften abstimmen.
- DGUV Information 209-002, Auflage 06/2023 und BGHM – Schleifen: mechanische Oberflächenbearbeitung und Risikobeurteilung.
- DIN Media – DIN EN ISO 21920-1:2022-12: derzeit als aktuell gekennzeichnete Norm zur Profil-Oberflächenangabe; verbindliche Normausgabe und Normzugang im Betrieb überprüfen.
- SWR Handwerkskunst – Wie man eine handgefertigte Lampe baut, Fachbeobachtung, 03.12.2023, urheberrechtlich geschütztes Video.
- Igor Welder – SCHREINER lernt WIG Schweißen, deutschsprachiges Anschauungsvideo vom 13.12.2022 mit Produktplatzierung.
Wikimedia-Commons-Bildnachweise (Originaldatei – Dateiseite – Urheber – Lizenz):
| Originaldatei | Quellen- und Rechteprüfung | Urheber | Lizenz |
|---|---|---|---|
| File:Dirk van Erp lamp OMCA.jpg | Commons-Dateiseite | Cullen328 | CC BY-SA 3.0 |
| File:FreeCAD-20.1.png | Commons-Dateiseite | Nik vr | CC BY-SA 4.0 |
| File:Druecken Detail.png | Commons-Dateiseite | Borowski | gemeinfrei laut Urhebererklärung |
| File:Metal Spinning lathes.jpg | Commons-Dateiseite | Mohamayamachines | CC BY-SA 4.0 |
| File:Tig Welding WP9.jpg | Commons-Dateiseite | Prowelder87 | CC BY-SA 4.0 |
| File:Vernier Caliper.jpg | Commons-Dateiseite | Jeremyida002 | CC BY-SA 4.0 |
Die genannten CC-BY-SA-Medien sind bei eigener Weiterverwendung korrekt zu attribuieren und gegebenenfalls unter gleichen Bedingungen weiterzugeben; eingebettete YouTube-Beiträge werden nicht als offen lizenzierte Dateien ausgegeben. Die Bilder und Beispiele ergänzen den Unterricht, ersetzen aber keine betriebliche Arbeitsanweisung, Maschinenfreigabe oder aktuelle Normeneinsicht.
Wikipedia zur fachlichen Orientierung: Metallbildner und Drücken als Umformverfahren. Der Wikipedia-Berufsartikel enthält teilweise historische Fachrichtungsbezeichnungen; für die aktuelle Zuordnung sind BIBB und Ausbildungsordnung maßgeblich.
Verknüpfte Lernbereiche
Metallbildnerei – Praxisauftrag und Kompetenzcheck
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Jahresprojekt: Entwickle und dokumentiere das fiktive Metall-Lichtobjekt als freigegebenes Werkstück oder als vollständiges, sicher hergestelltes Modell. Wähle passend zur betrieblichen Fachrichtung einen Schwerpunkt auf Spezialwerkzeuge und rechnergestützte Formen, Hohlkörper und Fügeverfahren oder gestaltete Oberflächen. Vergleiche Alternativen, berechne den Materialeinsatz, prüfe dein Ergebnis gegen vorher festgelegte Sollwerte und zeige im Übergabegespräch begründete Verbesserungen. Ohne dokumentierte Sicherheitsfreigabe nur CAD-, Karton- und Simulationsarbeiten.
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