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Praxisauftrag und Kompetenzcheck - Glaser - 3. Ausbildungsjahr

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Praxisauftrag und Kompetenzcheck - Glaser - 3. Ausbildungsjahr

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Einleitung

Im dritten Ausbildungsjahr zeigst du, dass du einen berufstypischen Glaserauftrag als vollständige Handlung bearbeiten kannst: Kundenbedarf aufnehmen, Anforderungen und Risiken klären, technische Unterlagen auswerten, Material und Personal koordinieren, sicher ausführen oder am Modell simulieren, Qualität nachweisen und die Übergabe verständlich dokumentieren. Dieser aiMOOC führt dich durch ein fiktives Jahresprojekt und einen Kompetenzcheck. Er verbindet die Fachrichtungen Verglasung und Glasbau sowie Fenster- und Glasfassadenbau, ohne ihre unterschiedlichen Ausbildungsinhalte gleichzusetzen. Ziel ist ein belastbares Auftragsdossier mit Zeichnung, Rechnung, Arbeitsplan, Gefährdungsbeurteilung, Muster, Prüfprotokoll und Reflexion.

Sicherheitsgrenze: Alle Maße, Preise und Kundensituationen in diesem Kurs sind erfunden. Es gibt keinen realen Bauauftrag und keine Freigabe zur Montage. Glasbearbeitung, Arbeiten in der Höhe, Hebetechnik, Maschinenarbeiten, Arbeiten an tragenden bzw. absturzsichernden Bauteilen und Tätigkeiten mit Blei oder Lötrauch erfolgen ausschließlich durch Befugte unter geeigneter fachlicher Aufsicht, nach Gefährdungsbeurteilung und mit zugelassenen Arbeitsmitteln. Du kannst den gesamten Kompetenzcheck gefahrlos mit Pappe, bedruckten Folien, Holzattrappen oder einer CAD-Simulation durchführen. Der betriebliche Ausbildungsplan, der jeweils gültige Landeslehrplan, die zuständige Handwerkskammer und aktuelle Herstellerunterlagen haben für reale Vorhaben Vorrang; dieser Kurs ersetzt keine Prüfung und gewährt keine Prüfungszulassung.


Kundenauftrag und berufliche Handlungskompetenz


Der Auftrag als Informationskette

Ein Auftrag beginnt nicht mit dem Zuschneiden, sondern mit der Klärung des Sollzustands. Was wird benötigt, wo soll das Bauteil eingesetzt werden, welche Eigenschaften sind nachzuweisen, und wer trägt die Verantwortung für Planung, Ausführung und Abnahme? Du sammelst Maße, Einbauort, Nutzungsart, mögliche Absturz- oder Anprallgefahren, Beschläge, gewünschte Gestaltung, Liefertermin und Reinigungsbedingungen. Missverständliche Aussagen wie „sicheres Glas“ reichen für eine technische Bestellung nicht aus. Begriffe wie Verbundsicherheitsglas, Einscheibensicherheitsglas, Mehrscheiben-Isolierglas und Wärmedämmung bezeichnen unterschiedliche Funktionen.

Der Informationsfluss lautet: Kundenanfrage → Aufmaß bzw. verifizierte Planunterlagen → technische Klärung → Angebot und Freigabe → Fertigungs- oder Bestelldaten → Wareneingang → Montageanweisung → Prüfprotokoll → Übergabe. Jeder Übergang braucht eine eindeutige Versions- und Zuständigkeitsangabe. Die Materialflusskette umfasst Bestellung, transportgerechte Verpackung, Wareneingangsprüfung, standsichere Zwischenlagerung, gesicherte Baustellenbereitstellung, Verarbeitung und sortenbezogene Reststoffabgabe. Maßabweichungen müssen vor der Fertigung geklärt werden; eine nachträgliche Änderung an thermisch vorgespanntem Sicherheitsglas ist keine zulässige improvisierte Lösung.


Lernfelder zweier Fachrichtungen verknüpfen

Verglasung und Glasbau: Du beurteilst den Einbau von Funktionsgläsern, die Herstellung und Instandsetzung von Kunstverglasungen, die Vorbereitung und Montage von Glaskonstruktionen am Bau und das Einrahmen von Bildern oder veredelten Gläsern. Hier werden Glasaufbau, Kanten, Verbindungen, Tragsysteme, konservatorische Anforderungen und Oberflächenschutz zusammen gedacht.

Fenster- und Glasfassadenbau: Du bearbeitest Türelemente sowie die Auswahl und den Einbau von Funktionsgläsern in Fenster-, Tür- und Fassadensystemen. Hier stehen zusätzlich Rahmenelemente, Beschläge, Fugen, Baukörperanschlüsse, Ebenheit, Befestigung und Dauerfunktion im Mittelpunkt. Erforderliche Berechnungen für Windlast, Absturzsicherung, Brand- oder Einbruchschutz dürfen nicht aus einem allgemeinen Unterrichtsbeispiel übernommen werden; sie benötigen objektspezifische Nachweise und verantwortliche Fachplanung.

Das Berufsprofil des Bundesinstituts für Berufsbildung nennt beide Fachrichtungen. Die auf gesetze-im-internet veröffentlichte Glaser-Ausbildungsverordnung vom 5. Juli 2001 ist die hier geprüfte Rechtsgrundlage, nicht etwa eine historische Kursvorlage. Prüfe vor einem realen Auftrag stets deren aktuellen Geltungsstand und ergänzende berufs- und landesspezifische Regeln.


Glasauswahl, Kunstverglasung und Rahmensysteme


Funktionsgläser verstehen und nachweisen

Floatglas ist die Grundlage vieler Flachglasprodukte. ESG wird thermisch vorgespannt; sein typisches Bruchbild unterscheidet sich von gewöhnlichem Floatglas. VSG verbindet Glasscheiben mit einer Zwischenschicht, die beim Bruch Splitter binden kann. Ob eine Konstruktion für den konkreten Einsatz geeignet ist, entscheidet nicht allein das Kürzel: Aufbau, Abmessung, Lagerung, Lastannahmen, geprüfte Kombination und einschlägige Bauvorschriften müssen zusammenpassen. Isolierglas besitzt mehrere Glasscheiben und einen abgedichteten Randverbund; der Wärmeschutz hängt unter anderem von Beschichtungen, Scheibenzwischenraum, Füllgas und Rahmenanschluss ab. Die angegebenen Leistungswerte sind am konkret angebotenen Produkt nachzuprüfen.

Abbildung: Beispiel eines Mehrscheiben-Isolierglasfensters; ein Foto ersetzt keine Detailzeichnung des Randverbunds.

Abbildung: Sichtbarer Verbundaufbau am Beispiel einer Fahrzeugscheibe; daraus lässt sich nicht automatisch die Zulässigkeit für Bauverglasungen ableiten.

Video zur fachlichen Einordnung: ESG, VSG und Floatglas im Vergleich. Das Video des Anbieters SILATEC zeigt Anschauungsmaterial und Bruchbilder. Es ersetzt keine Bauartzulassung, Gefährdungsbeurteilung oder Fachplanung; Bruchversuche nicht nachmachen.

Typische Fehler sind die Verwechslung von „dicker“ mit „normativ geeignet“, die Bestellung ohne abgestimmten Glasaufbau und die Bewertung nur nach Kaufpreis. Stelle stets die Frage: Welche Eigenschaft ist gefordert, womit ist sie belegt, und welche Einsatzgrenzen sind dokumentiert?


Kunstverglasungen und Einrahmung fachlich unterscheiden

Bei einer Bleiverglasung verbinden Bleiruten oder andere Profile einzelne Glasteile zu einer dekorativen Fläche. Zunächst sind Vorlage, Farbfolge, Geometrie, Fugen und Stabilität zu planen. Restaurierung dokumentiert den Befund und erhält möglichst viel Originalsubstanz. Wegen Bleistaub, Bleiverbindungen und gegebenenfalls Lötrauch gelten zusätzliche Arbeitsschutzanforderungen; die aktuelle TRGS 505 Blei, Fassung Februar 2026 nennt auch Bleiverglasungen und Restaurierungsarbeiten. Im Unterricht benutzt du farbige Papier- oder Foliensegmente und Klebestreifen statt Blei und Löttechnik.

Abbildung: Vorgeplante, zugeschnittene Segmente einer Kunstverglasung vor dem Zusammenfügen; als sichere Alternative wird die Anordnung mit Papierformen nachvollzogen.

Beim Einrahmen schützt ein geeigneter Abstandhalter empfindliche Bildoberflächen vor unmittelbarem Kontakt zur Verglasung. Hinterlegungsmaterial, UV-Schutz, Feuchteeinfluss, reversible Befestigung, Rahmenfalz und sauberes Schließen sind auf das Objekt abzustimmen. Bei wertvollen Originalen ist konservatorischer Rat erforderlich. Ein schiefer Gehrungsschnitt oder eine ungeprüfte Innenabmessung führt zu sichtbaren Fugen und kann das Objekt beschädigen.

Abbildung: Holzrahmen als Anschauungsobjekt für Gehrung, Profil und Rahmentiefe.


Glasfassade, Tür und Anschluss

Eine Glasfassade leitet Lasten über definierte Halterungen und Unterkonstruktionen ab; die Glasfläche darf nicht willkürlich als tragender Ersatz betrachtet werden. Du unterscheidest Glashalter, tragende Profile, Verglasungsklötze, Dichtungen und Fassadenanschlüsse. Ein Tragklotz nimmt vorgesehene Glaslasten im System auf, ein Distanzklotz hilft bei Lage und Abstand; falsche Anordnung kann zu Spannung und Beschädigung führen. Dichtstoffe müssen für die beteiligten Materialien freigegeben sein. Für Türen dokumentierst du zudem Anschlagrichtung, Flügelspalt, Beschlagsfunktion, Schließbewegung, Quetschstellen und gegebenenfalls besondere Schutzanforderungen.

Abbildung: englisch beschriftete Gegenüberstellung von Fenster- und Vorhangfassadensystemen; verwende die Darstellung als Gesprächsanlass, nicht als Detailstatik.

Baukörperanschlüsse sind an Nutzung und Feuchtebeanspruchung anzupassen: eine funktionierende innere Luftdichtebene, wärme- und schalltechnische Funktion des Fugenbereichs und äußerer Wetterschutz müssen zusammenpassen. Nur Fugen auszuschäumen ist weder ein vollständiger Luftdichtheits- noch ein Wetterschutz-Nachweis. Der Fachbeitrag des ift Rosenheim zur Abdichtung erläutert die Anforderungen; für reale Planung sind aktuelle Systemfreigaben und der Montageleitfaden, Ausgabe 2024, heranzuziehen.


Planen, rechnen und einen Auftrag kalkulieren


Durchgerechneter Übungsfall: Musterfeld für eine fiktive Werkstatt

Ausgangslage: Eine erfundene Kundin bestellt zur Präsentation ein herausnehmbares Demonstrationsfeld in einer Musterwand. Das Demonstrationsfeld soll optisch ein Isolierglasfenster mit Rahmen, Dichtung und äußerem Wetterschutz darstellen. Für den Schulversuch wird ausschließlich eine leichte Papp- oder Schaumplatte verwendet. Die technischen Glaswerte sind reine Kalkulationsdaten, nicht die Freigabe einer realen Gebäudeöffnung. Ein Vergleichsmuster zeigt optional eine Türfüllung; eine zweite Gruppe entwirft parallel ein eingerahmtes Folien-Kunstglasbild.

Planvorgabe Wert Prüffrage
Angenommenes Falzmaß Breite × Höhe 1.240 mm × 840 mm Sind die Maße an der freigegebenen Zeichnung geprüft?
Nur für diese Rechenübung angenommene Randluft 5 mm je Seite Ist das reale Maß durch Systemunterlagen und Fachplanung bestätigt?
Beispielhafter Glasaufbau für Massenrechnung 4 mm Glas + 16 mm SZR + 4 mm Glas Ist der angebotene Aufbau für den tatsächlichen Einsatz geeignet?
Kalkulationspreis Glas 165,00 Euro je m² Ist dies ein fiktiver Lernpreis ohne Lieferbindungswirkung?
Kalkulatorischer Zuschlag 10 % auf den Glasposten Entspricht dies der betrieblichen Angebotslogik?

Schritt 1 – Modell-Bestellmaß: Breite = 1.240 mm − 2 × 5 mm = 1.230 mm. Höhe = 840 mm − 2 × 5 mm = 830 mm. Diese Randluft ist eine didaktische Annahme und ausdrücklich keine pauschale Verglasungsregel. Bei realen Isoliergläsern sind Falztiefe, Glaseinstand, Toleranzen, Verglasungsrichtlinien und Systemherstellerangaben entscheidend.

Schritt 2 – Glasfläche: 1.230 mm = 1,230 m und 830 mm = 0,830 m. Daher A = 1,230 m × 0,830 m = 1,0209 m². Vorzeichen, Einheit und Umrechnung gehören in das Aufmaßblatt.

Schritt 3 – Näherungsgewicht der Glaslagen: Für übliches Kalk-Natron-Flachglas kannst du näherungsweise 2,5 kg je m² und Millimeter Glasdicke ansetzen. Zwei Scheiben zu je 4 mm ergeben 8 mm Glas gesamt. m ≈ 1,0209 × 8 × 2,5 = 20,418 kg, gerundet 20,4 kg Glasmasse. Randverbund, Abstandhalter, gegebenenfalls Beschichtungen und Zusatzbauteile sind nicht enthalten; diese Rechnung ersetzt weder eine Transportfreigabe noch die Bemessung eines Hebezeugs. Ein echtes Scheibenelement wird nicht von Lernenden anhand dieser Zahl allein bewegt.

Schritt 4 – Beispielkalkulation: Glasgrundposten = 1,0209 m² × 165,00 Euro/m² = 168,4485 Euro ≈ 168,45 Euro. Zuschlag 10 % auf den ungerundeten Glasposten = 16,84485 Euro; Glas kalkulatorisch = 185,29 Euro. Hinzu kommen modellhaft Profilmaterial 48,00 Euro, Dichtungsmaterial 22,00 Euro und Arbeitszeit 60,00 Euro. Summe ohne Umsatzsteuer = 315,29 Euro. Bei einem für dieses Beispiel angenommenen Umsatzsteuersatz von 19 %: 315,29 × 1,19 = 375,20 Euro (kaufmännisch gerundet). Das ist weder ein reales Angebot noch ein Nachweis zu Zuschlägen, Verschnitt, Normen, Stundenverrechnungssätzen oder Steuerpflicht. Ein Betrieb muss alle zutreffenden Gemein-, Transport-, Entsorgungs- und Risikokosten selbst prüfen.


Dokumente und digitaler Informationsfluss

Erstelle eine Dateiliste mit eindeutigem Projektcode (z. B. MUSTER-GLAS-03), Änderungsstand, verantwortlicher Rolle und Freigabevermerk: Anfrage, Lastenheft, Aufmaß, Skizze, technische Glas- und Systemdaten, Mengenermittlung, Angebot, Bestellung, Montage- bzw. Modellbauplan, Wareneingangskontrolle, Gefährdungsbeurteilung, Fotodokumentation und Übergabeprotokoll. Zeichnungen müssen Bemaßung, Bezugskanten, Materialzuordnung und die Unterscheidung von Sollmaß, Istmaß und zulässiger Abweichung enthalten. Verschicke nur notwendige technische Angaben; anonymisiere Kundendaten und nutze rollenbasierte Zugriffsrechte. Private Fotos, echte Kundenanschriften und Schülerdaten werden in diesem Lernprojekt nicht erhoben.

Bei unklaren Plänen meldest du eine Rückfrage mit Planversion, Ort des Problems und zwei Lösungsmöglichkeiten. Freigegeben wird die Änderung erst durch die zuständige Rolle; eine bloße Chatnachricht ist keine technische Freigabe. Gute Digitalisierung bedeutet nachvollziehbare Versionsführung, nicht nur eine digital fotografierte Skizze.


Sicher bearbeiten, montieren oder simulieren


Arbeitsplan nach dem Prinzip der vollständigen Handlung

Phase Fachliche Handlung Prüffähiger Nachweis
Informieren Aufgabe und Nutzungsbedingungen erfassen; Fachrichtung und Grenzen klären Auftragsskizze, Rückfragenliste, Quellenstand
Planen Bauteilaufbau, Maße, Lieferkette, Personal, Werkzeuge und Risiko festlegen Freigegebener Arbeitsplan, Stückliste, Kalkulation
Entscheiden Varianten nach Eignung, Sicherheit, Aufwand und Nachhaltigkeit vergleichen Begründete Entscheidung mit Alternativen
Ausführen In der Ausbildung nur freigegebene Tätigkeiten unter Aufsicht; sonst Papp- oder CAD-Muster herstellen Modell, Arbeitsprotokoll, Abweichungseintrag
Kontrollieren Maße, Oberflächen, Kanten, Diagonalen, Funktionsmodell und Unterlagen prüfen Soll-Ist-Protokoll, Foto mit Maßstab
Bewerten Fehlerursachen, Kundenverständlichkeit und Ressourcenverbrauch beurteilen Verbesserungsplan, Übergabegespräch

Sichere Modellalternative: Zeichne die Musteröffnung im Maßstab 1:5. Das rechnerische Modell-Bestellmaß wird aus 1.230 × 830 mm zu 246 × 166 mm auf Papier übertragen. Baue eine Rahmenattrappe aus Karton, stelle den Scheibenzwischenraum durch einen umlaufenden Papierstreifen dar und markiere Tragklötze, Dichtung und Anschlusszonen farbig. Verwende ausschließlich stumpfe Bastelwerkzeuge im beaufsichtigten Unterricht. Teste mit einer Papierschablone, ob das Modell ohne Zwängung sitzt. Dokumentiere Messwerte, aber bezeichne das Ergebnis niemals als bauaufsichtlich geprüfte Verglasung.

Bei einem echten Auftrag sind geeignete Glaslagerung, mechanische Hebehilfen, abgestimmte Sauger, Tragfähigkeitsnachweise, Schutz gegen Schnitt- und Quetschverletzungen, Schutzhandschuhe, Unterarmschutz, geeignetes Schuhwerk, Absperrung und Absturzschutz vorab festzulegen. Die DGUV Regel 101-602 Branche Ausbau führt zentrale Gefährdungen des Glas- und Fensterbaus auf. Wichtig zum Rechtsstand: Die Ausgabe 2018 verweist teilweise noch auf eine ältere Unfallverhütungsvorschrift; seit 2020 ist für Bauarbeiten die neu gefasste DGUV Vorschrift 38 zu berücksichtigen. Nutze aktuelle Betriebsanweisungen und Herstellerangaben, nicht ungeprüft eine alte Regelversion.

Video zur Anschlussmontage: Das ift Rosenheim demonstriert die Verarbeitung eines Fugendichtbandes bei einer Fenster- und Fensterbankmontage. Beachte die im Film genannten Systemvoraussetzungen; ein Übungsvideo ersetzt keine Projektplanung.


Fehlerdiagnose und Stopppunkte

Unterscheide Symptom, mögliche Ursache, Prüfung und Maßnahme. Wenn im Scheibenzwischenraum eines Isolierglases dauerhafte Trübung auftritt, dokumentierst du Lage und Auftreten, prüfst das Produktkennzeichen und leitest eine fachliche Beurteilung des Randverbunds ein; kosmetisches Abwischen von außen beseitigt die Ursache nicht. Bei undichten Fugen sind die Ebenen innen, Mitte und außen sowie Anschlussdetails getrennt zu prüfen. Bei klemmenden Türen untersuchst du Geometrie, Beschläge und Montagezustand, bevor du ein Bauteil veränderst. Bei scheinbar lockeren Kunstverglasungen werden Befundfotos, Profilzustand und Lagerung dokumentiert; Restaurierung erfolgt nicht durch spontane Verklebungen.

Sofortiger Stopp bei ungeklärter Statik, fehlendem Zulassungsnachweis, ungesicherter Höhe, defekter Hebetechnik, unbekannten Gefahrstoffen, ungeeigneten Schutzmaßnahmen oder fehlender fachlicher Freigabe. Das Modellprojekt benötigt keine echten Glasscheiben, Bleiruten, aggressiven Reinigungsmittel, Schleifer, Glasbohrer oder Lötarbeiten.


Qualitätsprüfung, Kundenübergabe und Nachhaltigkeit


Qualität ist eine dokumentierte Übereinstimmung

Prüfe nicht nur das Aussehen. Ein Prüfplan hat Merkmal, Sollwert samt Quelle, Prüfmittel, gemessenen Istwert, Befund, verantwortliche Rolle und gegebenenfalls Korrekturentscheidung. Beim Modell kannst du beispielsweise die Breite 246 mm mit einer intern festgelegten Unterrichtstoleranz von ±1 mm bewerten. Diese Toleranz gilt ausschließlich für den Kartonmodellbau. Prüfe zusätzlich die Winkel über Diagonalenvergleich, eindeutige Beschriftung, Oberfläche, Materialliste, Rechnungsweg und die Nachvollziehbarkeit der Dokumentation. Bei realen Fenstern und Türen kommen die Herstellerfunktionen und projektspezifischen Prüfanforderungen hinzu. Eine fehlende Freigabe ist kein „kleiner Schönheitsfehler“.

Prüfpunkt Modell Soll für die Übung Beispiel Ist Schlussfolgerung
Breite 246 ± 1 mm 246,5 mm Innerhalb der Unterrichtstoleranz
Höhe 166 ± 1 mm 168,0 mm Außerhalb: Ursache und Anpassung dokumentieren
Ecken Rechte Winkel gemäß Zeichnung Ein sichtbarer Spalt Lage und Zuschnitt des Kartonprofils überprüfen
Dokumentation Alle Freigaben und Rechenschritte vorhanden Quellenliste fehlt Fehlende Nachweise ergänzen

Die Tabelle zeigt Beispielfunde einer selbst erfundenen Werkstattübung, keine gemessenen echten Schülerleistungen. Fehleranalyse ist dann gut, wenn eine Ursache durch eine passende Prüfung abgesichert wird und die Maßnahme erneut überprüft wird.


Gespräch, Materialkreislauf und digitale Verantwortung

Bereite die Kundenübergabe als Rollenspiel vor: Erkläre, was bestellt und modellhaft ausgeführt wurde, welche Eigenschaften belegt sind, welche noch nicht belegt sind, wie Reinigung und Wartung erfolgen sollen und wie ein möglicher Mangel gemeldet wird. Verdeutliche, dass ESG nicht automatisch VSG ersetzt und dass eine attraktive Glasfläche nicht von selbst die erforderliche Sicherheit erfüllt. Dokumentiere eine Nachbesserungszusage mit Frist und zuständiger Rolle, ohne private Kontaktdaten.

Bei Nachhaltigkeit geht es um langlebige, wartbare Konstruktionen, reparierbare Beschläge, maßhaltige Bestellung, Transportwege, Verpackung, sortenreine Trennung und die tatsächlichen Verwertungswege für Glas, Folien, Metalle, Holz und gegebenenfalls belastete Altmaterialien. Beschichtetes, laminiertes oder mit Dichtstoffen verunreinigtes Glas darf nicht pauschal wie sortenreines Behälterglas behandelt werden. Die Entsorgung wird mit dem zuständigen Betrieb und lokalen Regeln abgestimmt. Ein digitaler Materialpass sollte nur notwendige Produkt- und Wartungsangaben enthalten; personenbezogene Daten sind datensparsam zu behandeln.


Jahresprojekt und Kompetenzcheck


Ein durchgängiges Berufsszenario mit Wahlmodulen

Projekttitel: „Transparente Werkstatt – Musterauftrag vom Beratungsgespräch bis zur Abnahme“. Du bearbeitest einen fiktiven Hauptauftrag für das sichere Präsentationsmodell einer Glaskonstruktion. Das Ergebnis ist ein konsistentes Auftragsdossier mit mehreren berufsspezifischen Varianten, nicht sechs voneinander isolierte Mini-Übungen.

Pflichtkern für beide Fachrichtungen: Gesprächsprotokoll, fachlich begründete Auswahl zwischen Floatglas, ESG, VSG und Isolierglas, Anforderungsliste, Maß- und Flächenrechnung, kalkulatorische Masse, Stückliste, Arbeits- und Sicherheitsplan, Lieferkettenplan, ein Kartonmodell, Prüfergebnisse, Fehlerprotokoll und Übergabedokument. In Verglasung und Glasbau ergänzen Wahlmodule die Funktionsverglasung, eine Folien-Kunstverglasung einschließlich Restaurierungsdokumentation, eine modellierte Glaskonstruktion sowie das konservatorisch begründete Einrahmen eines Musterbildes. In Fenster- und Glasfassadenbau ergänzen Wahlmodule eine modellierte Tür mit Beschlag- und Funktionsprüfung sowie ein Fenster-/Fassadenmuster mit Funktionsglas, Fugenaufbau und Baukörperanschluss. Bei beiden sind besondere Sicherheitsnachweise aus dem realen Auftrag klar als noch durch Fachplanung zu prüfen markiert.

Zeitliche Gestaltung als Jahresvorschlag: Zu Jahresbeginn werden Auftrag und Varianten geplant. Im mittleren Abschnitt folgen Maße, Werkstoffe, Zeichnungen, Kalkulation und Freigaben. Danach wird ausschließlich die sichere Modellvariante gefertigt, geprüft und verbessert. Zum Jahresende führen die Lernenden ein dokumentiertes Fachgespräch und eine Präsentation durch. Betriebliche Ausbildungsplanung und Landeslehrplan bestimmen die tatsächliche zeitliche Zuordnung.


Bewertungsraster mit 100 Punkten

Bewertungsdimension Punkte Beobachtbare Qualität
Auftragsanalyse und Kundenkommunikation 15 Anforderungen vollständig, Unklarheiten erkannt, fachlich präzise Rückfragen
Technische Auswahl und Begründung 20 Glas-/Systemvarianten an nachweisbare Anforderungen gekoppelt, Grenzen erkannt
Fachrechnen und Kalkulation 20 Einheiten, Maßkette, Fläche, angenäherte Masse, Rundung und Kosten nachvollziehbar
Sicherheits- und Arbeitsplanung 15 Risiko, Zuständigkeit, Stopppunkte, Materialfluss und sichere Alternative klar
Ausführung des Modells und Qualitätsprüfung 15 Zeichnungsgetreues Muster, Soll-Ist-Tabelle, Ursachenanalyse, Nachprüfung
Dokumentation, Nachhaltigkeit, Datenschutz 10 Quellenstand, Materialzuordnung, datensparsame Ablage, Entsorgungsplan
Reflexion und Fachgespräch 5 Fehler begründet, Grenzen benannt, konkrete Verbesserung vorgeschlagen
Gesamt 100 Übertragbare berufliche Handlungskompetenz

Kompetenzcheck: Du legst alle Produkte mit Änderungsstand vor und erläuterst in einem simulierten Kunden-/Ausbildergespräch, warum eine konkrete Glaslösung geeignet oder noch nicht ausreichend geprüft ist. Gute Ergebnisse begründen Entscheidungen, erkennen Unsicherheiten und stoppen unsichere Arbeit. Ein formal schönes Modell ohne nachvollziehbaren Sicherheits- und Qualitätsnachweis kann die volle Punktzahl nicht erreichen.


Interaktive Aufgaben


Multiple-Choice-Quiz

Welche Angabe muss vor einer Bestellung von Funktionsglas für eine konkrete Einbausituation geklärt sein? (Die nachgewiesenen Nutzungs- und Sicherheitsanforderungen des Einbauorts) (!Nur die bevorzugte Farbe der Abstandhalter) (!Nur der späteste mögliche Liefertag) (!Nur die Zahl der verfügbaren Transportkartons)




Welche Aussage beschreibt Verbundsicherheitsglas fachlich zutreffend? (Glasscheiben sind über eine Zwischenschicht miteinander verbunden) (!Es besteht zwingend aus nur einer thermisch vorgespannten Scheibe) (!Es besitzt grundsätzlich keinen Folienverbund) (!Es ist grundsätzlich für jede absturzsichernde Verglasung ohne Nachweis geeignet)




Welcher Wert ergibt sich für die Fläche eines rechteckigen Modells mit 1,230 m Breite und 0,830 m Höhe? (1,0209 Quadratmeter) (!2,0600 Quadratmeter) (!0,10209 Quadratmeter) (!10,209 Quadratmeter)




Welche näherungsweise reine Glasmasse ergibt sich für 1,0209 Quadratmeter und insgesamt 8 Millimeter Glasdicke bei 2,5 Kilogramm je Quadratmeter und Millimeter? (Rund 20,4 Kilogramm) (!Rund 2,0 Kilogramm) (!Rund 8,2 Kilogramm) (!Rund 40,8 Kilogramm)




Wozu dient ein Tragklotz in einer dafür vorgesehenen Verglasungskonstruktion? (Zur vorgesehenen Aufnahme und Weiterleitung der Glaslast im System) (!Zum Ersetzen der erforderlichen Glasdimensionierung) (!Zum Abdichten aller Fassadenanschlüsse gegen Schlagregen) (!Zum sicheren Überspielen jeder falschen Glasabmessung)




Wie gehst du bei einer fehlenden Freigabe für eine gefährliche Glasfassadenmontage vor? (Arbeit stoppen und die zuständige Fachperson zur Klärung hinzuziehen) (!Eigenständig eine ähnliche Freigabe von einer anderen Baustelle übernehmen) (!Das Bauteil zunächst provisorisch einhängen und später prüfen) (!Auf die Sperrung des Arbeitsbereichs verzichten, wenn es schnell geht)




Welche Beobachtung deutet bei Isolierglas auf einen möglichen Schaden am abgedichteten Scheibenzwischenraum hin? (Dauerhafte Trübung zwischen den Glasscheiben) (!Ein sauberer und trockener Innenraum der Scheiben) (!Ein korrekt dokumentiertes Produktetikett) (!Eine ordnungsgemäß ausgeführte Reinigungsfuge außen)




Was ist bei einer historischen Bleiverglasung vor einer restaurierenden Tätigkeit erforderlich? (Eine fachliche Gefährdungsbeurteilung auch hinsichtlich möglicher Bleiexposition) (!Ein sofortiger Beginn ohne Befundaufnahme) (!Die Entsorgung aller Originalteile ohne Prüfung) (!Die Annahme, Blei sei nur bei äußerlich sichtbarem Staub gefährlich)




Was prüfst du bei einer Tür neben den Bauteilmaßen besonders? (Anschlag, Beschlagsfunktion und gefahrloses Öffnen und Schließen) (!Nur die Farbe der Verpackungsfolie) (!Nur die theoretische Glasmasse eines Fassadenelements) (!Nur das Datum auf einer Werbebroschüre)




Welcher Nachweis zeigt eine überprüfbare Qualitätssicherung am Modell? (Soll-Ist-Messprotokoll mit Prüfmittel, Abweichung und dokumentierter Entscheidung) (!Ein Foto ohne Maßstab und ohne Zuordnung) (!Eine mündliche Aussage ohne Bezug zum Auftrag) (!Eine Materialliste ohne Prüfung und ohne Versionsstand)





Memory

Ordne die eindeutigen Fachbegriffe ihren Aufgaben im Arbeitsprozess zu.

Randverbund Abdichtung des Scheibenzwischenraums bei Isolierglas
Gefährdungsbeurteilung Systematische Bewertung von Risiken vor dem Arbeitsbeginn
Falzmaß Geometrische Bezugsgröße der vorgesehenen Glasaufnahme
Änderungsstand Kennzeichnung der gültigen Fassung einer technischen Unterlage
Übergabeprotokoll Dokumentation von Ergebnis, Einweisung und möglichen Vorbehalten





Drag-and-drop

Ordne den fünf Handlungsschritten die jeweils passende fachliche Tätigkeit zu.

Richtiger Handlungsschritt Zugeordnete Tätigkeit
Anforderungen klären Nutzungszweck und geforderte Eigenschaften mit dem Auftrag abgleichen
Maße prüfen Zeichnung und verifiziertes Aufmaß vor der Materialbestellung vergleichen
Sicherheitsmaßnahmen festlegen Risiken und erforderliche Aufsicht vor einer Tätigkeit dokumentieren
Arbeitsergebnis prüfen Messwerte und Funktionsmerkmale mit dem freigegebenen Soll abgleichen
Kundenübergabe durchführen Wartungshinweise und dokumentierte Restpunkte verständlich erläutern





Kreuzwort

Isolierglas Mehrscheibiges Glasprodukt mit abgedichtetem Zwischenraum?
Tragklotz Bauteil zur vorgesehenen Aufnahme einer Glaslast im Falz?
Gehrung Winklige Eckverbindung zweier Bilderrahmenleisten?
Randverbund Abdichtung am Rand einer Mehrscheibenverglasung?
Falzluft Freier Abstand zwischen Glaskante und Falzgrund?
Bleirute Metallprofil zur Verbindung einzelner Teile einer traditionellen Kunstverglasung?





LearningApps

Suche nach passenden Übungen zum Glaserhandwerk und beurteile jedes gefundene Lernmaterial auf fachliche Aktualität, Herkunft und Eignung für deinen Auftrag. Die Suche selbst ist keine Qualitätsfreigabe.


Lückentext

Ergänze die fachlichen Begriffe aus den Kapiteln.
Am Beginn einer vollständigen Handlung werden die Anforderungen des

geklärt.
Die abgedichtete Kante eines Mehrscheiben-Isolierglases heißt

.
Bei der Flächenberechnung werden Millimeter zuerst in

umgerechnet.
Für die grobe Massenberechnung werden Fläche und gesamte Glasdicke mit der angenäherten

verknüpft.
Ein technischer Plan erhält zur sicheren Versionsführung einen

.
Eine dokumentierte Bewertung von Arbeitsrisiken heißt

.
Das Prüfdokument stellt den gemessenen Istwert dem

gegenüber.
Im Kundengespräch müssen die Grenzen des fachlichen

erläutert werden.
Ein beschädigtes oder ungeklärtes sicherheitsrelevantes Bauteil erfordert vor der Ausführung eine fachliche

.



Offene Aufgaben


Leicht

  1. Auftrag strukturieren: Erstelle aus dem fiktiven Musterfeldauftrag eine tabellarische Liste mit Nutzungszweck, drei technischen Anforderungen, zwei Rückfragen und benötigten Unterlagen.
  2. Maßkette darstellen: Zeichne das Rahmenfalzmaß 1.240 × 840 mm und das allein für den Übungsfall angenommene Glasmaß 1.230 × 830 mm mit sauberer Bemaßung und Einheit.
  3. Glasvarianten vergleichen: Entwerfe eine Vergleichskarte für Floatglas, ESG, VSG und Isolierglas mit Aufbau, Eigenschaften und den jeweils nötigen Einsatznachweisen.
  4. Rahmenmuster planen: Skizziere für ein erfundenes Papierbild ein Profil mit Gehrung, Rückwand und Abstandhalter und begründe den Abstand zur empfindlichen Bildoberfläche.


Standard

  1. Masse und Materialfluss kalkulieren: Rechne die Glasmasse für den geänderten Lernfall 1.000 × 750 mm mit zwei Glaslagen zu je 4 mm und plane eine sichere, nur hypothetische Materialbereitstellung.
  2. Kunstglas gestalten: Baue mit Papier und transparenter Folie eine dekorative Fläche im Maßstab, dokumentiere Farbplan, Nummerierung und eine reversible Reparaturvariante ohne Blei oder Löten.
  3. Baukörperanschluss modellieren: Stelle den funktionsgerechten Aufbau eines Fensteranschlusses mit beschrifteten Pappschichten dar und erkläre, was Luftdichte, Dämmung und Wetterschutz jeweils leisten müssen.
  4. Prüfprotokoll erstellen: Kontrolliere ein fiktives Modell anhand von mindestens sechs Merkmalen, dokumentiere Messmittel, Istwert, Abweichung und vorgeschlagene Korrektur.


Schwer

  1. Variantenentscheidung erarbeiten: Vergleiche zwei technische Konzepte für ein fiktives Fassadenfeld hinsichtlich Sicherheit, konstruktivem Aufwand, Rückbaubarkeit und erforderlichen Fremdnachweisen; erteile ausdrücklich keine Realfreigabe.
  2. Türmodell mit Fehlerdiagnose entwickeln: Simuliere eine Tür mit Flügel, Beschlagattrappen und Dichtzonen, provoziere gezielt einen Geometriefehler am Kartonmodell und dokumentiere fachgerechte Ursachenprüfung.
  3. Auftragsänderung verhandeln: Führe ein simuliertes Kundengespräch über einen verspätet gemeldeten Funktionswunsch, erstelle ein begründetes Änderungsangebot ohne reale Kundendaten und aktualisiere die Dokumentversion.
  4. Jahresprojekt verteidigen: Präsentiere das vollständige Auftragsdossier, begründe alle Sicherheitsgrenzen und erkläre im Fachgespräch, wie ein nicht bestandenes Qualitätsmerkmal vor Übergabe behandelt wird.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Fallanalyse bei widersprüchlichen Unterlagen: Der Kundenwunsch fordert eine absturzsichernde Glasfläche, die Zeichnung bezeichnet nur gewöhnliches Floatglas. Lege eine sichere Klärungskette und die erforderlichen fachlichen Nachweise dar.
  2. Maßfehler nachrechnen: Eine Freigabezeichnung weist 1.230 × 830 mm aus, die Bestellmaske aber 1.230 × 880 mm. Ermittle die Größenabweichung, beschreibe die möglichen Folgen und formuliere die notwendige Rückfrage.
  3. Schadensbild analysieren: Entwirf eine Prüffolge für dauerhafte Trübung innerhalb einer Isolierglaseinheit, ohne das Bauteil eigenständig zu zerlegen.
  4. Sicherheitsentscheidung begründen: Eine schwere Scheibe soll ohne freigegebenes Hebemittel über Verkehrswege bewegt werden. Lege die begründete Stoppentscheidung, die zu klärenden Voraussetzungen und eine sichere Modellalternative vor.
  5. Restaurierungskonzept prüfen: Begründe an einer historischen Bleiverglasung die Bedeutung von Zustandsdokumentation, Materialschutz und aktueller Gefährdungsbeurteilung.
  6. Abweichung bewerten: Das Papiermodell ist um zwei Millimeter zu hoch. Ordne den Befund an der ausdrücklich vereinbarten Unterrichtstoleranz ein, analysiere Ursachen und plane die erneute Kontrolle.
  7. Materialwahl und Entsorgung übertragen: Vergleiche Reparatur, Austausch und Demontage einer Glassystemkomponente mit Blick auf Produktnachweise, Arbeitssicherheit, Transport und Abfalltrennung.


Lernnachweis

Dein Lernnachweis besteht aus einem anonymisierten und ausschließlich fiktiven Auftragsdossier: (1) Auftragserfassung und freigegebenes Soll, (2) technische Zeichnung mit Variantenvergleich, (3) eigenständig überprüfte Maß-, Flächen-, Massen- und Kostenrechnung, (4) Stückliste und Material-/Informationsfluss, (5) Gefährdungsbeurteilung und Stoppkriterien, (6) vollständig beschriftetes Karton- oder CAD-Modell, (7) Mess- und Fehlerprotokoll mit Nachprüfung, (8) simulierte Kundenübergabe, (9) Reflexionsbericht zu einer begründeten Verbesserung. Die Bewertung erfolgt anhand des 100-Punkte-Rasters im Jahresprojekt. Ein Lernender kann mit korrekt dokumentierter Simulation volle Fachkompetenz für diesen Übungsauftrag nachweisen, nicht aber eine reale Montageberechtigung erwerben. Zulässige alternative Artefakte sind kurze Erklärvideos mit selbst erzeugten Modellen, CAD-Screenshots ohne echte Kundendaten sowie ein digitales Prüfprotokoll.


OER und Wikipedia

Fachliche Primärquellen und aktuelle Orientierung:

  1. BIBB – Glaser/Glaserin, Fachrichtung Verglasung und Glasbau: Berufsprofil, Ausbildungsdauer, Fachrichtungen und Hinweise zum Rahmenlehrplan; abgerufen für diesen Kurs im Oktober 2026.
  2. BIBB – Glaser/Glaserin, Fenster- und Glasfassadenbau: ergänzendes Fachrichtungsprofil.
  3. Glaser-Ausbildungsverordnung: rechtliche Grundlage der Ausbildung vom 5. Juli 2001; geltenden Stand projektbezogen prüfen, nicht frei kopieren.
  4. DGUV Regel 101-602 – Branche Ausbau: Glasbau-Risiken; Ausgabe 2018, der Herausgeber weist ausdrücklich auf den notwendigen Bezug zur neueren DGUV Vorschrift 38 hin.
  5. BAuA – Übersicht TRGS, einschließlich TRGS 505 Blei: aktuelle Fassung 2026 beachten, vor allem bei Kunstverglasung und Restaurierung.
  6. ift Rosenheim – Abdichtung von Fensteranschlüssen und ift Rosenheim – Befestigung: technische Orientierung; aktuelle Normtexte und Herstellerdetails gesondert beschaffen.
  7. ift-Montageplaner: digitales Hilfsmittel für Planung und Simulation; nur auf Basis korrekter projektbezogener Daten anwenden.
  8. Wikipedia – Glaser: frei zugänglicher Überblick; ergänzend zu den fachlichen Primärquellen kritisch verwenden.

Geprüfte Wikimedia-Commons-Medien und Lizenzen (Lizenz bezieht sich auf die Datei, nicht auf den gesamten Kurs):

Verwendete Datei Geprüfte Dateibeschreibung Urheber Lizenz und Nachweis
File:Double glazing.jpg Commons-Dateiseite Ftm100 CC BY-SA 3.0
File:Laminated glass structure.jpg Commons-Dateiseite Goshaproject CC BY-SA 4.0
File:Stained glass ready.jpg Commons-Dateiseite Victuallers CC BY-SA 3.0
File:Picture frame.JPG Commons-Dateiseite HM.Maina CC BY-SA 4.0
File:Curtain wall and window systems.png Commons-Dateiseite Vahidvision CC BY-SA 4.0

Für Weiterverwendung die jeweilige Namensnennung, Lizenzverlinkung und gegebenenfalls Änderungskennzeichnung beachten. Die Abbildungen dienen der Anschauung, nicht der Bauproduktezulassung.

Videos mit verifiziertem Titel bzw. verifiziertem Inhalt:

  1. Glasvergleich – ESG, VSG und Floatglas erklärt – SILATEC, 2024, deutschsprachiges Erklärvideo eines Herstellers. Anbieterperspektive beachten; Einbettung nach den Plattformbedingungen, keine behauptete OER-Lizenz.
  2. Fenstermontage und Abdichtung mit Fugendichtband – ift Rosenheim, veröffentlicht 2021, deutschsprachige Praxisvorführung; projektspezifische technische Anforderungen gehen vor. Einbettung bedeutet keine freie Nachnutzungslizenz.


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Die Verbindung reicht außerdem in Technisches Zeichnen, Mathematik, Werkstoffkunde, Datenschutz, Umweltschutz und Kundenkommunikation. Realaufträge werden nach geltendem Ausbildungsrahmenplan, Kammeranforderungen, Landeslehrplan und betrieblichem Ausbildungsplan ausgerichtet.


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