Praxisauftrag und Kompetenzcheck - Elektroniker - 4. Ausbildungsjahr
Einleitung
Im vierten Ausbildungsjahr (Monate 37 bis 42) verbindest du das fachliche Wissen der ersten Ausbildungsjahre zu einer vollständigen beruflichen Handlung: Auftrag klären, Anforderungen analysieren, Arbeit sicher planen, technische Lösung begründet umsetzen, Fehler finden, Qualität prüfen, Ergebnisse an Kundinnen und Kunden übergeben und die eigene Arbeit fachlich reflektieren. Der hier entworfene Praxisauftrag ist ein didaktischer Übungsauftrag und kein amtlicher Prüfungsauftrag.
Der Beruf Elektroniker beziehungsweise Elektronikerin im Handwerk dauert nach der Elektronikerausbildungsverordnung (ElekAusbV) 42 Monate und umfasst die Fachrichtungen Energie- und Gebäudetechnik sowie Automatisierungs- und Systemtechnik. Beide benötigen elektrotechnische Analyse, Kommunikation, Planung, Fehlersuche, Dokumentation, sicheren Umgang mit Daten, Nachhaltigkeit und Qualitätsbewusstsein. Die konkrete betriebliche Spezialisierung richtet sich nach Fachrichtung und Ausbildungsplan. Berufsprofil beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).
Dein Lernziel: Du kannst einen berufstypischen Auftrag mit messbaren Abnahmekriterien in eine überprüfbare, sichere Lösung überführen und deine Entscheidungen anhand von Berechnungen, Unterlagen und Prüfprotokollen begründen. Alle Personen, Angebote, Komponentenpreise und Messergebnisse des folgenden Praxisfalls sind frei erfunden. Es werden weder reale Kundendaten noch Betriebsgeheimnisse verarbeitet.
Sicherheitsgrenze: Aufbau und Prüfungen an realen elektrischen Anlagen erfolgen ausschließlich nach Gefährdungsbeurteilung und unter Leitung oder Aufsicht dazu befugter Fachkräfte. Das hier vorgesehene, strombegrenzte 24-V-Ausbildungsmodell oder eine reine Simulation ersetzt keine betrieblich erforderliche Schutzmaßnahmenprüfung.
Kundenauftrag verstehen und Kompetenzen zuordnen
Vom Kundenwunsch zum überprüfbaren Lastenheft
Eine fiktive Ausbildungswerkstatt möchte eine kleine Demonstrationsanlage modernisieren: Ein optischer Sensor soll die Anwesenheit eines Werkstückmodells erkennen. Eine Anzeige meldet den Zustand. Das ist eine Auftragsanforderung, aber noch kein fertiger Arbeitsplan. Kläre vor Beginn: Welches Problem wird gelöst? Welche Funktionen werden gebraucht? Wie sicher muss das System sein? Welche Grenzen gelten für Budget, Zeit, Energieverbrauch, Dokumentation und Zugriff auf die Steuerung?
Formuliere Anforderungen prüfbar: „Bei vorhandener Freigabe und erkanntem Objekt leuchtet Gelb; Grün bleibt aus.“ ist prüfbar. „Die Anlage soll gut funktionieren“ ist es nicht. Lege Abnahmetests fest, bevor Teile bestellt werden. Berücksichtige Zugänglichkeit, eindeutige Beschriftung, Wartbarkeit, möglichst geringe Materialabfälle und die Berechtigung zur Änderung von Steuerungsparametern.
Fachbegriffe: Ein Lastenheft beschreibt Anforderungen aus Auftraggebersicht. Ein Pflichtenheft beschreibt die geplante technische Realisierung. Ein Abnahmekriterium ist eine beobachtbare Bedingung, anhand derer ein Ergebnis akzeptiert oder zurückgewiesen werden kann. Eine Änderungsanforderung ergänzt einen Auftrag und muss hinsichtlich Termin, Kosten und Sicherheit geprüft werden.
Vollständige Handlung und Jahreskompetenzen
Die fachliche Arbeit folgt einem iterativen Zyklus: Informieren und analysieren → Planen → Entscheiden → Ausführen → Kontrollieren und bewerten → Übergeben und reflektieren. Nach einem fehlgeschlagenen Test springst du begründet zur Fehlersuche oder Planung zurück. Du dokumentierst nicht bloß eine Tätigkeit, sondern den Unterschied zwischen geplantem und erreichtem Zustand.
Die gemeinsame Kompetenzmatrix umfasst: technische Unterlagen auswerten, Berechnungen und Ressourcenplanung durchführen, geeignete Schutzmaßnahmen mit der verantwortlichen Elektrofachkraft abstimmen, fachrichtungsspezifische Systeme montieren oder konfigurieren, Messwerte auswerten, Störungen systematisch eingrenzen, kundenverständlich kommunizieren und digitale Unterlagen revisionsbewusst pflegen. Im Jahr 4 steigt besonders die Verantwortung für das Zusammenführen dieser Teilleistungen. Die konkreten Ausbildungsinhalte sind mit dem betrieblichen Ausbildungsplan und dem jeweils gültigen Landesrahmenlehrplan abzugleichen; die zuständige Handwerkskammer bestimmt die verbindlichen Prüfungsmodalitäten.
Typischer Fehler: Sofort eine Steuerung programmieren, ohne die Bedeutung des Sensorsignals oder die Abnahmekriterien zu klären. Folge: Eine scheinbar funktionierende Anlage kann am Kundenbedarf vorbeigehen.
Fachgespräch und verständliche Kundenkommunikation
Beispiel einer fachgerechten Rückfrage: „Soll die gelbe Anzeige während der gesamten Objekterkennung leuchten oder nur kurz beim ersten Signalwechsel?“ Eine gute Übergabe nennt Funktion, Grenzen, Bedienung, dokumentierte Prüfungen und offene Punkte. Benenne technische Unsicherheiten, statt eine zugesagte Schutzfunktion zu unterstellen. Verzichte auf personenbezogene Angaben in Übungsprotokollen; verwende „Musterkunde A“ und fiktive Gerätekennungen.
Sicherheit, Planung und Informations- oder Materialfluss
Freigabe, Gefährdungsbeurteilung und sichere Modellalternative
Arbeiten an elektrischen Anlagen bergen Risiken durch elektrischen Schlag, Lichtbogen, Brand, mechanisch bewegte Teile und unerwartetes Anlaufen. Vor dem Eingriff müssen Aufgaben, Qualifikation, Verantwortlichkeiten, Energiequellen, Schutzmaßnahmen und Prüfmittel geklärt sein. Für Arbeiten an elektrischen Anlagen sind unter anderem die DGUV-Regel zur sicheren Betriebsführung und die jeweils geltende DGUV Vorschrift 3 samt Durchführungsanweisungen relevant. Die fünf Sicherheitsregeln lauten: Freischalten; gegen Wiedereinschalten sichern; Spannungsfreiheit feststellen; erden und kurzschließen; benachbarte unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken. Welche Maßnahmen im Einzelfall erforderlich sind, entscheidet die befugte Fachkraft anhand der Anlage und aktueller Regelwerke, insbesondere der anwendbaren DIN VDE 0105-100. Keine Schulungsfolie ersetzt diese Entscheidung.
Übungsgrenze: Verwende entweder eine reine SPS-/Logiksimulation ohne angeschlossene Verbraucher oder ein fertig bereitgestelltes, berührungssicheres, strombegrenztes 24-V-Gleichspannungsmodell mit geeigneter Schutzkleinspannungsquelle und abgestimmten Komponenten. Die Nennangabe 24 V allein garantiert noch keine sichere Schutzkleinspannung; SELV-/PELV-Eigenschaften müssen anhand der Quelle und des Aufbaus nachgewiesen sein. Auch Kleinspannung kann Brand, heiße Leitungen oder unbeabsichtigte Bewegung verursachen. Netzanschluss, offene 230-/400-V-Verteilungen, Eingriffe in PV- oder Batteriespeicheranlagen und sicherheitsbezogene Maschinensteuerungen sind nicht Bestandteil des Modellauftrags. Elektroarbeiten nur unter befugter Leitung/Aufsicht und nach Freigabe. Der logische Freigabeschalter des Modells ist kein Not-Halt. Ein Demonstrationsmodell darf niemals eine reale Sicherheitsfunktion vortäuschen.
Videobeispiel: Ein deutschsprachiger Beitrag erläutert die fünf Sicherheitsregeln; für verbindliche betriebliche Abläufe gelten jedoch die Originalregelwerke.
Quelle: Elektrotechnik zum Verstehen, „5 Sicherheitsregeln der Elektrotechnik – Elektrounfälle vermeiden“, 22.01.2026. Das Video ersetzt keine praktische Unterweisung.
Arbeitspakete, Termine, Zeichnungen und Datenfluss
Lege ein Arbeitsstrukturpaket mit Verantwortlichen, Freigabepunkten und Ergebnissen an. Ein Gantt-Diagramm kann Abhängigkeiten zwischen Materialbereitstellung, Programmierung, Test und Übergabe sichtbar machen. Die Abbildung zeigt die Darstellungsform, nicht die tatsächlichen Daten unseres Beispielauftrags.

Beispiel einer zeitlichen Projektplanung; The LMOE, gemeinfrei, Wikimedia Commons.
| Phase | Übungszeit | Eingangsinformation | Prüffähiges Ergebnis | Freigabepunkt |
|---|---|---|---|---|
| Klären | 30 min | Fiktive Kundenanforderung | Funktionsliste und Vier-Zustände-Test | Zustimmung zum Auftrag |
| Planen | 45 min | Datenblätter, sichere Modellgrenzen | E/A-Liste, Blockbild, Material- und Kalkulationstabelle | Fachliche Prüfung |
| Umsetzen | 75 min | Vorgeprüfte Modellkomponenten | Kommentierte Simulation oder betreutes Modell | Aufbau-/Programmfreigabe |
| Prüfen | 50 min | Prüfplan | Mess- und Funktionstestprotokoll | Freigabe zur Demonstration |
| Übergeben | 40 min | Prüfergebnis und Änderungsstand | Kurzanleitung und Reflexion | Abnahme oder Nacharbeit |
Informationsfluss: Anforderungen → versionierter Plan → Materialliste → eindeutiger Komponentenstand → getestete Logik → Prüfprotokoll → verständliche Übergabe. Materialfluss: Bedarf erfassen → prüfen, ob geeignete vorhandene Komponenten wiederverwendbar sind → bestellen oder bereitstellen → Kennzeichnung/Lagerung → Montage → sortenreine Reststoffbehandlung. Dokumente mit Versionsstand und Änderungsgrund führen, Datensparsamkeit, Zugriffsbeschränkungen und Lizenzbedingungen beachten.
Von der Beschaffung zu belastbaren Entscheidungen
Vergleiche Angebote nicht ausschließlich über Anschaffungskosten. Prüfe Betriebsspannung, Schaltverhalten, Ausgangsbelastbarkeit, geeignete Leitungen, Dokumentation, Verfügbarkeit, Reparierbarkeit und Entsorgung. Eine Steckverbindung muss auch mechanisch passen. Zur Ressourcenschonung können standardisierte, austauschbare Baugruppen vorteilhaft sein. Geräte- und Softwarezugänge gehören nur in geschützte betriebliche Systeme; Passwörter haben in Lernnachweisen nichts zu suchen.
Typische Fehler: Technische Daten vom falschen Gerätestand übernehmen, E/A-Klemmen vertauschen, Reserven nicht dokumentieren, einen Termin ohne Testpuffer zusagen oder Fotos mit sichtbaren Kundenadressen veröffentlichen.
Durchgerechneter Praxisfall: 24-V-Sensoranzeige
Auftrag, Komponenten und Funktionsmodell
Fiktiver Auftrag P-24: Eine vorgefertigte 24-V-Lernstation soll die Anwesenheit eines Gegenstands optisch erkennen. Bei freigegebener Station zeigt Grün „bereit und kein Objekt“, Gelb „Objekt erkannt“. Ohne Freigabe bleiben beide Anzeigen aus. Die Funktion kann vollständig in einer Software-Simulation mit virtuellen Eingängen und Lampen getestet werden. Es werden keine Motoren, Netzspannungen oder schutzgerichteten Funktionen angesteuert.

Beispiel eines optischen Sensors; Honmingjun, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. Typ, Ausgangspolarität und elektrische Kennwerte sind für den real verwendeten Sensor anhand seines eigenen Datenblatts zu verifizieren.
E/A-Liste (fiktive logische Adressen): I0.0 = Freigabe, I0.1 = Objekt erkannt, Q0.0 = Grün, Q0.1 = Gelb. Ein Sensor erfasst einen Zustand; ein Aktor gibt eine Wirkung aus; hier sind die Anzeigelampen die Aktoren. Die SPS ist eine speicherprogrammierbare Steuerung, die Eingangszustände logisch verarbeitet. Ein Eingang „1“ bedeutet nur dann „Objekt erkannt“, wenn der ausgewählte Sensortyp, die elektrische Signalaufbereitung und die Parametrierung diese Zuordnung tatsächlich liefern.
| Freigabe I0.0 | Objekt I0.1 | Grün Q0.0 | Gelb Q0.1 | Abnahmekriterium |
|---|---|---|---|---|
| 0 | 0 | 0 | 0 | Beide aus |
| 0 | 1 | 0 | 0 | Beide aus |
| 1 | 0 | 1 | 0 | Nur Grün |
| 1 | 1 | 0 | 1 | Nur Gelb |
Logik: Grün = Freigabe UND NICHT Objekt; Gelb = Freigabe UND Objekt. Prüfe sämtliche vier Kombinationen, insbesondere die oft übersehene Kombination „keine Freigabe, aber Objekt vorhanden“. Das ist eine funktionale Freigabe für die Anzeige, keine nachgewiesene Sicherheitsschaltung. Bei Leitungsunterbrechung darf „Sensor = 0“ nicht ohne Diagnose als zweifelsfrei objektfrei interpretiert werden. Für echte Anlagen wären Diagnose, Ausfallverhalten und gegebenenfalls zusätzliche Sicherheitsfunktionen gesondert auszulegen.
Industrieller Schaltschrank als Anschauung für E/A, Beschriftung und Verdrahtungsführung, nicht als Bauanleitung für Lernende; Elmschrat, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.
Fachvideo für die Vertiefung: Geprüftes deutschsprachiges Tutorial zur Verbindung einer SPS mit Sensoren, Aktoren und E/A-Klemmen. Die gezeigte Industriehardware ist nicht die sichere Übungsanlage.
Christian Stöcker: „SPS-Programmierung #11: SPS mit Sensoren und Aktoren verbinden“, 16.06.2021.
Strombudget und Auswahl einer geeigneten Modellversorgung
Modellannahmen (ausschließlich didaktische Beispielwerte, nicht Herstellerangaben): Logikbaugruppe 0,18 A; Sensor 0,05 A; grüne Anzeigelampe 0,08 A; gelbe Anzeigelampe 0,08 A; Hilfsrelais 0,12 A. Für die Dimensionierungsabschätzung wird konservativ angenommen, dass alle Verbraucher zugleich Strom aufnehmen könnten, auch wenn die Anzeige-Logik beide Lampen normalerweise gegenseitig ausschließt.
| Verbraucher | Anzahl | Bemessungsstrom je Stück | Rechenbeitrag |
|---|---|---|---|
| Logikbaugruppe | 1 | 0,18 A | 0,18 A |
| Optischer Sensor | 1 | 0,05 A | 0,05 A |
| Grüne Anzeige | 1 | 0,08 A | 0,08 A |
| Gelbe Anzeige | 1 | 0,08 A | 0,08 A |
| Hilfsrelais | 1 | 0,12 A | 0,12 A |
| Summe | 0,51 A |
Rechenweg: I_gesamt = 0,18 + 0,05 + 0,08 + 0,08 + 0,12 = 0,51 A. Mit einer hier angenommenen 25-%-Planungsreserve gilt I_Plan = 0,51 A × 1,25 = 0,6375 A. Ein für die vorgesehene Anwendung geeignetes, bereits sicher eingebautes 24-V-/1-A-Modellnetzteil hätte nominell eine Stromreserve gegenüber diesem vereinfachten Dauerlastbudget. Die Rechnung beweist weder ausreichende Einschaltstromfestigkeit noch die richtige Schutzklasse, Kurzschlussabsicherung oder Verträglichkeit aller Komponenten. Dafür sind echte Datenblätter, Einschalt- und Fehlerströme, Sicherungskoordination und Aufbau zu prüfen.
Leistungsbedarf: P = U × I = 24 V × 0,51 A = 12,24 W bei der konservativen Summenlast. Bei hypothetischen 2 Betriebsstunden pro Tag an 200 Tagen ergeben sich t = 400 h und E = 12,24 W × 400 h / 1000 = 4,896 kWh. Das ist eine modellhafte obere Rechengröße ohne zusätzliche Verluste des Netzteils; tatsächliche Verbräuche musst du messen oder aus realen Betriebszuständen ableiten.
Spannungsfall, Stückliste und Kostenrechnung
Beispiel für eine 24-V-Abzweigleitung: Hinleitung 5 m und Rückleitung 5 m, Kupferquerschnitt A = 0,5 mm², angenommener Kupferwiderstandsbeiwert ρ = 0,0178 Ω·mm²/m bei etwa 20 °C und Betriebsstrom der Abzweigung I = 0,25 A.
R_Leitung = ρ × (2 × 5 m) / A = 0,0178 Ω·mm²/m × 10 m / 0,5 mm² = 0,356 Ω. Daraus folgt ΔU = I × R = 0,25 A × 0,356 Ω = 0,089 V; relativ zu 24 V beträgt dies 0,089 / 24 × 100 = 0,37 %. Die Rechnung ist eine theoretische Plausibilitätsprüfung, keine Aussage, dass 0,5 mm² in jedem Aufbau zulässig wäre. Temperatur, Kontaktübergänge, Spannungsversorgung, Belastbarkeit, Leitungsschutz, Stecker und echte Herstelleranforderungen müssen separat berücksichtigt werden. Für andere Ströme oder Wege muss neu gerechnet werden.
Fiktive Einkaufskalkulation ohne Umsatzsteuer, ausschließlich zum Üben:
| Position | Beispielbetrag |
|---|---|
| Lern-Logikbaugruppe | 78,00 € |
| Optischer Sensor | 34,00 € |
| Bereitgestellte sichere 24-V-Versorgung | 27,00 € |
| Zwei vorkonfektionierte Signalanzeigen | 24,00 € |
| Klemmen, Kennzeichnung und Leitung | 15,00 € |
| Material | 178,00 € |
Kalkulatorischer Arbeitslohn: 4,0 h × 48,00 €/h = 192,00 €. Direkte Modellkosten: 178,00 € + 192,00 € = 370,00 €. Angenommener Gemeinkostenzuschlag von 10 % auf diesen Übungsbasiswert: 37,00 €. Didaktischer Netto-Kalkulationswert: 407,00 €. Das ist kein reales Angebot; Umsatzsteuer, Transport, Gewährleistungsrisiken, Gerätebestand, Beschaffungsbedingungen und übliche betriebliche Zuschlagsgrundlagen sind hier nicht berechnet. In der Praxis müssen Angebotskalkulation und eventuelle Nachträge betriebsüblich geprüft werden.
Arbeitsplan und prüfbares Arbeitsergebnis
- Anforderungen prüfen: Die vier Zustände der Wahrheitstabelle mit der fiktiven Auftraggeberseite bestätigen.
- Unterlagen erstellen: Blockbild, E/A-Liste, logisch kommentiertes Programm beziehungsweise Ablaufplan und Materialliste anlegen.
- Gefährdungen besprechen: Modellquelle, Strombegrenzung, Leitungen, Befestigung, fehlende Sicherheitsfunktion und betreute Arbeitsgrenzen fachlich freigeben lassen.
- Vorerprobung: Logik in einer SPS-Simulation testen; fehlerhaftes Zuordnen von Sensor und Eingang gezielt ausschließen.
- Betreuter Aufbau, falls freigegeben: Nur an der vorbereiteten berührungssicheren Ausbildungsstation arbeiten. Vor Änderungen Versorgung trennen und gegen ungewolltes Aktivieren sichern; keine Netzgeräte öffnen.
- Prüfen: Sicht-, Zuordnungs-, Funktions- und geeignete Spannungsprüfungen gemäß freigegebenem Modellprüfplan durchführen; alle vier Signalzustände nachweisen.
- Abweichungen behandeln: Symptome protokollieren, Ursachen systematisch eingrenzen, Korrekturversion notieren und betroffene Tests wiederholen.
- Übergeben: Fiktive Kundeneinweisung mit Zustandsanzeige, Einschränkungen, Versionsstand und unterzeichnetem Muster-Abnahmefeld durchführen.
Mindest-Arbeitsergebnis: Simulationsdatei oder freigegebenes 24-V-Modell, Wahrheitstabelle mit vier bestandenen Einzeltests, beschriftete E/A-Liste, Rechnung für Last und Spannungsfall, nachvollziehbarer Materialbeleg, Fehlerfallprotokoll und verständliche Übergabe. Ohne nachgewiesene Testkriterien ist eine reine Vorführung kein ausreichender Lernnachweis.
Prüfen, Fehler eingrenzen und Qualität dokumentieren
Mess- und Funktionsprüfungen begründen
Eine Prüfung umfasst Sollwert, Mess- oder Beobachtungsverfahren, Istwert, Bewertung, Prüfumgebung und Datum/Version. Messungen müssen zum Parameter passen: Spannung wird an einer geeigneten Ausbildungs-Niedervoltquelle im zulässigen Messbereich parallel erfasst; ein Widerstand darf nur bei dafür geeigneten, spannungsfrei geschalteten Prüflingen gemessen werden. Vor Verwendung Messleitung, Messbereich, Anschlüsse und Gerätezustand kontrollieren. Für Arbeiten an realen Anlagen sind zugelassene Prüfverfahren und qualifiziertes Personal nach den jeweils anwendbaren Regeln, zum Beispiel DIN VDE 0100-600 bei Erstprüfungen geeigneter Niederspannungsinstallationen oder DIN VDE 0105-100 beim Betrieb, maßgeblich. Nicht mit dem Multimeter improvisiert Spannungsfreiheit an einer Netzverteilung feststellen.

Digitalmultimeter als Anschauungsobjekt; Cjp24, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. Das Foto ist keine Freigabe zur Messung an gefährlichen Spannungen.
Fachvideo: Messarten und typische Messfehler mit dem Digitalmultimeter; praktische Umsetzung nur im freigegebenen Übungsaufbau.
HomoFaciens: „Messen von Strom, Spannung und Widerstand mit Hilfe digitaler Multimeter“, 31.10.2013. Fach- und Schutzregeln auf aktuellen Stand prüfen.
Muster-Prüfprotokoll und begründete Bewertung
Das folgende Protokoll enthält simulierte und fiktive Messergebnisse; es dokumentiert keine real ausgeführte Elektroprüfung.
| Prüf-ID | Soll | Fiktiver Ist-Befund | Bewertung |
|---|---|---|---|
| T01 | Freigabe 0 und Objekt 0: beide Anzeigen aus | Q0.0 = 0; Q0.1 = 0 | Bestanden |
| T02 | Freigabe 0 und Objekt 1: beide aus | Q0.0 = 0; Q0.1 = 0 | Bestanden |
| T03 | Freigabe 1 und Objekt 0: nur Grün | Q0.0 = 1; Q0.1 = 0 | Bestanden |
| T04 | Freigabe 1 und Objekt 1: nur Gelb | Q0.0 = 0; Q0.1 = 1 | Bestanden |
| T05 | Versorgung im zulässigen, vom Modellhersteller vorgegebenen Bereich | Fiktiv 24,1 V an vorbereitetem Messpunkt | Nur nach Abgleich mit wirklichem Datenblatt beurteilbar |
| T06 | Sensorleitungsfehler wird erkannt oder als fehlende Diagnose dokumentiert | Bei Simulation „Objekt“ = 0; keine Leitungsbruchdiagnose | Offener Verbesserungsbedarf, nicht als sicherer Betrieb bewerten |
Qualitätsregel: „Bestanden“ setzt die richtige Beobachtung und die passende Prüfmethode voraus. Für T05 reicht die Zahl 24,1 V allein nicht, wenn zulässige Toleranz, Messgerät und Anschlussbedingungen unbekannt sind. T06 beweist gerade keine sichere Objekterkennung bei Fehlern. Offene Punkte sind zu kennzeichnen, und eine gegebenenfalls erforderliche Freigabe wird nicht selbst erteilt.
Fehleranalyse und Korrekturschleife
| Symptom im Modell | Mögliche Ursache | Sichere, begründete Eingrenzung | Nachweis nach Korrektur |
|---|---|---|---|
| Beide Anzeigen dunkel bei Freigabe 1 | fehlende Modellversorgung, falsche Freigabezuordnung, Logikfehler | Zuerst Simulation und Variablenstatus, danach nur freigegebene Modellmesspunkte prüfen | T03 und T04 wiederholen |
| Gelb leuchtet immer | Invertierung des Sensoreingangs oder falscher E/A-Kanal | Datenblatt mit Signaldefinition vergleichen, virtuelle Signalwechsel prüfen | T02 und T04 prüfen |
| Grün und Gelb gleichzeitig | Ausgänge nicht gegenseitig verriegelt | Boolesche Logik und Signalzuordnung inspizieren | Alle vier Kombinationen prüfen |
| Sensor reagiert unzuverlässig | Fehlausrichtung, Reflexion, Umgebungslicht, falsche Empfindlichkeit | Simulierten Sensor ersetzen oder betreute optische Funktionsprobe nach Herstelleranweisung | Mehrfachversuche protokollieren |
Fehlersuchprinzip: Erst Symptom reproduzieren, dann Ursache hypothesengeleitet eingrenzen, nur eine Änderung gleichzeitig vornehmen, Vorher-/Nachher-Zustand notieren und erneut abnehmen lassen. Eine ignorierte Abweichung ist keine durchgeführte Fehlerbehebung. Beachte bei längerem Betrieb Erwärmung, Staub, mechanische Zugentlastung und Energieverluste.
Digitale Qualität, Datenschutz und Übergabe
Versioniere Plan, Programm und Prüfergebnis zusammen; kennzeichne den getesteten Stand eindeutig, etwa „P-24_v1.2, synthetisches Beispiel“. Sichere Dateien in einer zugriffsgeschützten Lernumgebung, verwende keine realen Netzwerkadressen, Zugangsdaten, Mitarbeitendennamen oder Kundenanlagenfotos. Trenne interne Prüfdokumentation von kundenverständlicher Bedieninformation. Ein vollständiges Übergabegespräch erklärt die Anzeige, die fehlende Sicherheitsfunktion, den Testumfang und dokumentierte Einschränkungen. Der Kunde erhält keine leere Aussage wie „alles geprüft“, sondern die konkret geprüften Kriterien und eventuell offene Restpunkte.
Kompetenzcheck, Bewertung und Übertragung in den Betrieb
Bewertung mit transparentem Raster
Eine nachvollziehbare Bewertung fragt nach Prozess, technischer Richtigkeit, Sicherheit, Dokumentenqualität und selbstkritischer Abwägung. Das folgende 100-Punkte-Raster ist ausschließlich eine didaktische Lernkontrolle, weder offizielle Gesellenprüfungsbewertung noch Nachweis der Prüfungszulassung. Innerhalb jeder Rubrik gibt es die volle Punktzahl nur bei korrekt begründetem und belegtem Ergebnis; teilrichtige Leistungen werden proportional begründet bewertet.
| Kompetenz | Maximalpunkte | Prüfnachweis für hohe Bewertung |
|---|---|---|
| Auftragsanalyse und Kriterien | 15 | Anforderungen präzise, vier eindeutige Abnahmekriterien, Rückfrage geklärt |
| Sicherheit und Grenzen | 15 | Modellgefährdungen, Aufsicht, Schutzquelle, klare Abgrenzung zur Sicherheitsfunktion |
| Planung und Materialfluss | 15 | E/A-Liste, Arbeitsfolge, Freigabepunkte, Beschaffung und Versionsstand vollständig |
| Fachrechnen und Wirtschaftlichkeit | 15 | Stromsumme, Reserve, Spannungsfall, Energie und Kalkulation nachvollziehbar samt Annahmen |
| Technische Umsetzung | 15 | Logik funktionsgerecht, verständliche Zuordnung, reproduzierbarer Modellstand |
| Prüfung, Fehler und Qualität | 15 | Alle Zustände getestet, plausible Messbewertung und gezielte Nachprüfung nach Korrektur |
| Kommunikation, Datenschutz und Reflexion | 10 | klare Übergabe, nur synthetische Daten, begründete Verbesserungen |
| Summe | 100 | Alle Rubriken belegt |
Beispiel einer fachlichen Rückmeldung: „Die Stromberechnung und vier Funktionstests sind nachvollziehbar. Der Prüfvermerk zur Versorgung ist unvollständig, weil keine zulässige Spannungstoleranz belegt wurde. Ergänze das passende Datenblatt und prüfe T05 neu.“ Rückmeldung soll immer Nachweis, konkretes Defizit und nächsten fachlichen Arbeitsschritt nennen, ohne ungesicherte Aussagen zur Befähigung für reale Elektroarbeiten.
Fachrichtungsspezifische Transferaufgaben
Energie- und Gebäudetechnik: Übertrage den Auftrag gedanklich auf eine belegungsabhängige Beleuchtungsanzeige in einer Gebäudesimulation. Ergänze in einer Skizze Zustandsprioritäten, mögliche Tageslichtabhängigkeit, Wartungszugang und den zugehörigen energetischen Vergleich. Die reale Netzinstallation sowie Schutz- und Anlagenprüfungen bleiben der befugten Elektrofachkraft vorbehalten. Berücksichtige die aktuellen einschlägigen Gebäude-, Installations- und Datenschutzanforderungen erst nach Prüfung der konkreten Aufgabe.
Automatisierungs- und Systemtechnik: Übertrage die Sensorlogik auf eine simulierte Förderstrecke mit Ein-/Ausgangsabbild, Zustandsdiagramm, Leitungsbruch-Fehlerflag und versionsgeführtem SPS-Programm. Trenne normale Steuerungslogik ausdrücklich von sicherheitsgerichteter Steuerung. Simuliere Störungen, ohne eine reale Anlage oder Produktionsnetzwerke zu verändern. In beiden Fachrichtungen gehören Fehlerdiagnose, Fachkommunikation und dokumentierte Übergabe zum Kompetenzkern.
Digitalisierung und Nachhaltigkeit: Vergleiche reparierbare Standardbauteile mit Komplettaustausch, reduziere unnötige Schaltzyklen, schätze Energieverbrauch und sichere nur erforderliche Daten. Ein digitales Protokoll ist sinnvoll, wenn nachvollziehbare Versionen, Zugriffsrechte und langfristige Lesbarkeit gesichert sind. Vergleiche geplante und tatsächliche Materialmengen; Reststücke fachgerecht sortieren.
Fachliche Reflexion anhand von Belegen
Formuliere am Ende einen kurzen technischen Abschlussbericht, der eine gelungene Entscheidung, einen aufgetretenen Fehler, die belegte Korrektur und eine noch offene Grenze nennt. Beispielsweise: „Die gegenseitige Verriegelung der Lampen wurde für vier Signalzustände simuliert. Eine abgezogene Sensorleitung ist damit nicht diagnostiziert. Vor Übertragung auf eine reale Anlage müssen Sensorauswahl, Fehlererkennung und gegebenenfalls Sicherheitsanforderungen neu spezifiziert werden.“ Das ist ein überprüfbarer Erkenntnisgewinn, keine allgemeine Lernmethodenfrage.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Fachwissen prüfen
Welche Formulierung ist ein überprüfbares Abnahmekriterium für den Praxisfall? (Bei Freigabe und Objekterkennung leuchtet ausschließlich die gelbe Anzeige) (!Die Anlage arbeitet möglichst angenehm) (!Die Bedienoberfläche soll irgendwie modern wirken) (!Die technischen Arbeiten sollen im Allgemeinen gut sein)
Wie hoch ist die konservativ aufsummierte Stromaufnahme der fünf im Beispiel genannten Verbraucher? (0,51 A) (!0,18 A) (!0,64 A) (!1,25 A)
Welche Stromstärke ergibt sich im Beispiel mit 25 Prozent Planungsreserve? (0,6375 A) (!0,3875 A) (!0,5100 A) (!1,2500 A)
Welcher Spannungsfall ergibt sich für die Beispielabzweigung bei 0,25 A und 0,356 Ohm? (0,089 V) (!0,014 V) (!0,356 V) (!1,424 V)
Was muss bei Freigabe 0 und erkanntem Objekt 1 laut Modellwahrheitstabelle geschehen? (Beide Anzeigen bleiben ausgeschaltet) (!Nur die grüne Anzeige leuchtet) (!Nur die gelbe Anzeige leuchtet) (!Beide Anzeigen leuchten)
Was belegt die Wahrheitstabelle gerade nicht? (Die sichere Erkennung aller Sensorleitungsfehler) (!Die logische gegenseitige Verriegelung der Anzeigen) (!Das Verhalten bei freigegebenem Zustand ohne Objekt) (!Das Verhalten bei abgeschalteter Freigabe)
Welcher Dokumentensatz erlaubt die nachvollziehbare Abnahme des Übungsauftrags? (Eingangsliste und Logikstand samt Soll-Ist-Prüfprotokoll) (!Nur ein Foto des laufenden Modells) (!Nur die Rechnung des Sensors) (!Nur eine mündliche Erfolgsmeldung)
Worauf muss bei der Widerstandsmessung an einem Modellbauteil besonders geachtet werden? (Der Prüfling muss für diese Messart geeignet und spannungsfrei sein) (!Die Strommessbuchse bleibt immer belegt) (!Eine möglichst hohe Fremdspannung verbessert den Messwert) (!Die Eingangskonfiguration der SPS ersetzt die Prüfung)
Welche Aussage zur vereinfachten Beispielkalkulation ist korrekt? (Die didaktischen Nettokosten ergeben 407 Euro nach dem angesetzten Zuschlag) (!Die Materialkosten betragen bereits 407 Euro) (!Der kalkulatorische Arbeitslohn beträgt 37 Euro) (!Die Rechnung enthält bereits die volle Umsatzsteuer)
Welche Reaktion ist beim unklaren Messwert von 24,1 V fachgerecht? (Zulässige Herstellergrenzen und Prüfbedingungen ermitteln und erst dann bewerten) (!Den Wert ohne weitere Angaben als sicher bestanden markieren) (!Den Messwert stillschweigend auf 24,0 V ändern) (!Die Messung aus dem Protokoll entfernen)
Memory
| Lastenheft | Dokumentiert die Anforderungen aus Sicht des Auftraggebers |
| E/A-Liste | Ordnet Signale eindeutig den logischen Ein- und Ausgängen zu |
| Spannungsfall | Spannungsdifferenz entlang einer stromdurchflossenen Leitung |
| Prüfprotokoll | Hält Sollzustand, Istbefund und Bewertung nachvollziehbar fest |
| Versionsstand | Kennzeichnet einen eindeutig reproduzierbaren Dokument- oder Programmzustand |
| Gefährdungsbeurteilung | Ermittelt Risiken und erforderliche Schutzmaßnahmen vor einer Tätigkeit |
Drag and Drop
| Ordne die fachliche Tätigkeit der passenden Ergebnisart zu. | Prüffähiges Ergebnis |
|---|---|
| Auftragsklärung | Messbare Funktionsanforderungen und vereinbarte Grenzen |
| Strombudgetierung | Summierter Laststrom mit begründeter Reserve |
| Signalzuordnung | Eindeutig beschriftete Ein- und Ausgangsliste |
| Funktionsabnahme | Soll-Ist-Vergleich aller spezifizierten Zustände |
| Fehlernacharbeit | Dokumentierte Korrektur mit erneutem Test |
Kreuzworträtsel
| Sensor | Bauteil zur Erfassung eines physikalischen oder logischen Zustands |
| Aktor | Gerät, das ein Steuersignal in eine sichtbare oder andere Wirkung umsetzt |
| Freigabe | Signal, das die Funktion der Modellanzeige zulässt |
| Prüfplan | Schriftliche Festlegung der zu prüfenden Kriterien und Verfahren |
| Stückliste | Zusammenstellung benötigter Komponenten und Mengen |
| Spannungsfall | Differenz der elektrischen Spannung über einem Leitungsabschnitt |
LearningApps
Ergänzend kannst du bei LearningApps nach Aufgaben zu Praxisauftrag, Kompetenzcheck und Elektroniker suchen. Die Suche ersetzt weder diesen Kurs noch den dokumentierten Praxisnachweis.
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Kundenauftrag: Formuliere für die fiktive 24-V-Sensoranzeige vier eindeutige Abnahmekriterien in eigenen fachsprachlichen Sätzen und grenze eine Sicherheitsfunktion ausdrücklich aus.
- Schaltplan: Erstelle ein beschriftetes Blockbild mit vorbereiteter Modellversorgung, Freigabeeingang, Sensor, Logik und zwei Anzeigen; erläutere den Informationsfluss.
- Elektrischer Strom: Berechne aus den fünf gegebenen Verbraucherströmen die Summe und die Reserve und prüfe jede Einheit.
- Qualitätssicherung: Übertrage die vier Wahrheitstabellenzustände in einen leeren Soll-Ist-Prüfbogen mit Ergebnisfeld und Versionsangabe.
Standard
- Arbeitsplanung: Entwirf einen 4-Stunden-Arbeitsplan mit Materialbereitstellung, Sicherheitsfreigabe, Simulation, Fehlerpuffer, dokumentierter Prüfung und Übergabe.
- Elektrische Leitung: Berechne für eine Modellleitung mit 8 m Hin- und Rückweg zusammen, 0,75 mm² Kupfer und 0,30 A den idealisierten Spannungsfall; erkläre die Grenzen dieser Rechnung.
- Fehleranalyse: Simuliere eine fehlerhafte Eingangsinvertierung, dokumentiere Symptom, Hypothese, Korrektur und die erforderlichen Wiederholungsprüfungen.
- Kundenkommunikation: Produziere eine sachliche, einminütige Übergabe für eine fiktive Kundschaft, inklusive Funktion, Prüfbeleg und bekannter Grenze der Sensorfehlererkennung.
Schwer
- Automatisierungstechnik: Erweitere die Simulation um eine Leitungsfehler-Meldung mit zusätzlichem Diagnosesignal und begründe, warum das noch keine zertifizierte Sicherheitsfunktion darstellt.
- Energieeffizienz: Vergleiche anhand selbst festgelegter, klar ausgewiesener Betriebsprofile zwei Anzeige- oder Steuerungsvarianten rechnerisch nach Jahresenergiebedarf, Materialaufwand und Reparierbarkeit.
- Gebäudetechnik: Entwirf für die Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik eine rein virtuelle, belegungsabhängige Lichtanzeige; erstelle E/A-Liste, Zustandslogik, Prüfplan und Datenschutzbetrachtung ohne Netzinstallation.
- Technische Dokumentation: Führe einen vollständigen fiktiven Änderungsauftrag mit neuer Funktionsforderung durch und liefere Versionenvergleich, Kostenänderung, Gefährdungsnachtrag, Regressionstest und schriftliche Abnahmeempfehlung.


Lernkontrolle
- Anforderungsanalyse: Eine Auftraggeberin verlangt nachträglich, dass Gelb drei Sekunden nach Objekterkennung weiterleuchtet. Formuliere die notwendige Rückfrage, den geänderten logischen Zeitablauf und die zusätzlichen Testfälle.
- Dimensionierung: Angenommen ein weiterer Verbraucher zieht 0,60 A dauerhaft: Berechne mit dem gleichen Reservemodell den neuen Planungsstrom und entscheide begründet, ob eine nominelle 1-A-Versorgung noch ausreicht; trenne Strombudget von Schutz- und Einschaltstromnachweisen.
- Systematische Fehlersuche: Bei Freigabe 1 und Objekt 0 bleiben beide Anzeigen aus. Entwickle eine sichere Hypothesenreihenfolge für Simulation und freigegebene Messpunkte und beschreibe, welche Beobachtung welche Ursache ausschließt.
- Prüfqualität: Bewerte den Satz „Am Modell wurden 24,1 V gemessen, daher ist es normgerecht und sicher.“ hinsichtlich fehlender Datenblattgrenzen, Messverfahren und fehlendem Übertrag auf eine echte Anlage.
- Technischer Vergleich: Stelle die Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei Auftragsanalyse, Schutzmaßnahmen, Funktionsprüfung und Dokumentation zwischen einem simulierten Gebäudeanzeigesystem und einer simulierten SPS-Sensorstation dar.
- Wirtschaftlichkeit: Eine Komponente verteuert sich um 18 € und die Nacharbeit benötigt 0,5 h zum Übungsstundensatz von 48 €. Berechne die direkte Mehrbelastung, diskutiere einen möglichen Nachtrag und formuliere eine sachliche Kundeninformation.
- Datenschutz: Ein fiktives Prüfprotokoll enthält reale Personennamen, Seriennummern aus dem Kundenbetrieb und ein sichtbares Anlagenpasswort. Entwickle eine rechts- und fachgerechte anonymisierte Vorlage und erkläre die verbleibende Zugriffskontrolle.
Orientierung zur Selbstkontrolle: Eine fachlich tragfähige Bearbeitung zeigt Annahmen, nachvollziehbare Rechenwege, Prüfbedingungen, begründete Entscheidungen und gegebenenfalls eine Korrekturschleife. Für die schweren Aufgaben sind verschiedene Lösungen möglich, sofern sie ihre technischen Grenzen transparent machen. Die Aufgabenergebnisse werden nicht durch vorab sichtbare Musterlösungen ersetzt.
Lernnachweis
Dein Portfolio P-24 soll die folgende Kette mit synthetischen Daten enthalten: (1) geklärter Kundenauftrag und Abnahmekriterien, (2) Gefährdungs- und Kompetenzabgrenzung mit schriftlicher Modellfreigabe durch die verantwortliche Person, (3) Arbeitsplan und E/A-Zuordnung, (4) geprüfte Simulation oder betreutes 24-V-Modell mit Versionsstand, (5) Strom-, Spannungsfall-, Energie- und Kostenrechnung mit Einheiten, (6) Soll-Ist-Prüftabelle zu vier Zuständen, (7) ein systematisch behandelter Fehler mit Nachprüfung, (8) knappe kundenverständliche Übergabe, (9) Nachhaltigkeits- und Datenschutzprüfung, (10) begründete Reflexion mit offenen Punkten.
Nachweisformat: Text, Tabellen, eigene zulässige Zeichnungen oder kommentierte Screenshots aus einer genehmigten Simulation; keine realen Betriebsdaten oder Personenbilder. Das 100-Punkte-Raster aus Kapitel 5 ermöglicht transparente formative Rückmeldung. Ein Kursportfolio ersetzt keine betriebliche Qualifikationsfreigabe, vorgeschriebene Elektroprüfung, amtliche Gesellenprüfung oder Zulassung durch die zuständige Handwerkskammer.
OER und Wikipedia
Berufsprofil und Recht (Originalquellen):
- BIBB: Elektroniker/Elektronikerin, Fachrichtungen und Handlungsprofil.
- ElekAusbV (konsolidierte Rechtsgrundlage) und Ausbildungsrahmenplan. Für Anforderungen im konkreten Betrieb aktuelle Fassungen prüfen.
- DGUV: Betrieb elektrischer Anlagen und Betriebsmittel und DGUV Vorschrift 3 mit Durchführungsanweisungen. Normen und gesetzliche Anforderungen nur im jeweils geltenden, anlagenspezifisch einschlägigen Stand anwenden.
- Lehrerfortbildung Baden-Württemberg: Spannungsmessung im Niedervolt-Lehrmodell.
- Hochschule Mannheim: frei zugängliche Einführungsvideos zu SPS-Konzepten. Verfügbarkeit und Nutzungsrechte der einzelnen Inhalte vor Weiterverwendung prüfen.
Vertiefung per Wikipedia (deutschsprachiger Artikel zur SPS; zusätzliche Referenz, nicht amtliche Sicherheitsquelle):
Weiterführender geprüfter Artikel: Technische Dokumentation. Fremdmaterial nur im Rahmen seiner jeweiligen Lizenz nutzen, nicht unbesehen in eigene Werke kopieren.
Mediennachweise: Die folgenden Commons-Dateiseiten wurden hinsichtlich Dateiname, Urheberzuordnung und angezeigter Lizenz geprüft. Die drei YouTube-Einträge wurden anhand ihrer öffentlich auffindbaren Videodatensätze und Kanalbeschreibungen überprüft. Für die Videos ist keine freie CC-Nachnutzung behauptet; eingebettet wird nur der öffentliche Videoplayer im Rahmen der Plattformbedingungen.
| Exakte Mediendatei oder URL | Geprüfte Quellenseite | Urheber/Kanal | Lizenz- oder Rechtehinweis |
|---|---|---|---|
| File:Gantt.png | Wikimedia Commons | The LMOE | Gemeinfrei laut Dateiseite |
| File:Photoelectric sensor.jpg | Wikimedia Commons | Honmingjun | CC BY-SA 3.0 |
| File:BMA Automation Allen Bradley PLC 4.JPG | Wikimedia Commons | Elmschrat | CC BY-SA 3.0 |
| File:Digital multimeter.jpg | Wikimedia Commons | Cjp24 | CC BY-SA 3.0 |
| https://www.youtube.com/watch?v=l1tiQmAsjOw | YouTube-Videoseite | Elektrotechnik zum Verstehen | YouTube-Plattformbedingungen; kein freier Nachnutzungsnachweis |
| https://www.youtube.com/watch?v=LJUcyWCAH_Y | YouTube-Videoseite | Christian Stöcker | YouTube-Plattformbedingungen; kein freier Nachnutzungsnachweis |
| https://www.youtube.com/watch?v=rTas2ePnObo | YouTube-Videoseite | HomoFaciens | YouTube-Plattformbedingungen; kein freier Nachnutzungsnachweis |
Lizenzhinweis: Soweit bei Bildern CC BY-SA gilt, sind Urheber, Lizenz und Link zu nennen; bei bearbeiteten Bildfassungen müssen erforderliche Änderungs- und Weitergabevermerke ergänzt werden. Der Kurs enthält keine nachgezeichneten oder abgeschriebenen Normtexte und keine fremden Kundendaten.
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