Prüfungsstand und praktische Standortbestimmung - Elektroniker - 2. Ausbildungsjahr
Einleitung
Du stehst im zweiten Ausbildungsjahr zum Elektroniker oder zur Elektronikerin und möchtest herausfinden, wie gut du bereits berufstypische Arbeitsaufträge selbstständig bewältigst. Dieser aiMOOC orientiert sich am aktuellen Ausbildungsberuf Elektroniker/-in, besonders an der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik und an der gültigen Elektronikerausbildungsverordnung. Du analysierst einen Auftrag, planst Material und Arbeitsschritte, begründest Entscheidungen, prüfst ein sicheres Kleinspannungsmodell und dokumentierst deine Ergebnisse. Abschließend leitest du einen persönlichen Förderplan ab. Ein Übungsergebnis ist weder eine amtliche Prüfungsnote noch eine Prüfungszulassung.
Lernziele: Du unterscheidest Prüfungsformen korrekt, beurteilst deinen Kompetenzstand anhand belegbarer Kriterien, berechnest elektrische Größen mit Einheiten, wendest Schutz- und Qualitätsprinzipien an, erstellst eine prüfbare Dokumentation und planst deine nächsten Lernschritte. Die Übung nutzt ausschließlich erfundene Auftragsdaten; reale Kunden-, Betriebs- oder Schülerdaten gehören nicht in öffentliche Einreichungen.
Ausbildungsordnung und tatsächlicher Prüfungszeitpunkt
Welche Prüfung gilt?
Das BIBB-Berufsprofil führt die Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik im Handwerk mit einer regulären Ausbildungsdauer von 42 Monaten auf. Die Elektronikerausbildungsverordnung (ElekAusbV), Fassung ab 2021 nennt in § 6 ausdrücklich die gestreckte Gesellenprüfung in Teil 1 und Teil 2. Eine Zwischenprüfung ist hier nicht einfach ein anderer Name für Teil 1: Bei der gestreckten Prüfung zählt die Leistung aus Teil 1 zum späteren Gesamtergebnis; die klassische Zwischenprüfung ist dagegen eine andere Prüfungsform. Die unterschiedlichen Formen dürfen nicht vermischt werden. BIBB: Prüfungsstrukturen.
Zeitpunkt: Nach § 6 Absatz 2 ElekAusbV findet Teil 1 im vierten Ausbildungshalbjahr statt, also im zweiten Ausbildungsjahr. Geprüft werden gemäß § 7 die Kompetenzen der ersten 18 Ausbildungsmonate und entsprechender Berufsschulstoff. Der konkrete Prüfungstag ergibt sich nicht allein aus dem Kalenderjahr, sondern wird von der zuständigen Stelle festgelegt. Ermittle ihn anhand der offiziellen Einladung der für deinen Ausbildungsvertrag zuständigen Handwerkskammer, dem betrieblichen Ausbildungsplan und den geltenden örtlichen Terminen. Teil 2 findet am Ende der Ausbildung statt.
Was wird in Teil 1 verlangt?
§ 8 ElekAusbV bezeichnet den Prüfungsbereich als Elektrotechnische Anlagen und Betriebsmittel. Verlangt werden unter anderem Unterlagen auswerten, Parameter ermitteln, Arbeitsschritte planen, Anlagenteile montieren, Schutzmaßnahmen beurteilen, Funktionen prüfen, Fehler finden, eine Übergabe erläutern und Prüfergebnisse dokumentieren. Die rechtlich festgelegte Prüfungszeit beträgt insgesamt 10 Stunden: 8 Stunden Arbeitsaufgabe mit einem situativen Fachgespräch von höchstens 10 Minuten innerhalb dieser Zeit sowie 120 Minuten schriftliche aufgabenbezogene Bearbeitung. Laut § 15 wird dieser Prüfungsbereich mit 30 Prozent für die gesamte Gesellenprüfung gewichtet. Das sind die Vorgaben der Ausbildungsordnung und keine selbst erfundenen Übungswerte.
| Prüfungsaspekt | Nachweis im eigenen Lernportfolio |
|---|---|
| Informieren und analysieren | Auftragsanforderungen, Schaltplan, Unklarheiten, technische Daten |
| Planen und begründen | Materialliste, Arbeitsschritte, Auswahlentscheidung, Gefährdungen |
| Herstellen bzw. simulieren | Nachvollziehbarer Modellaufbau mit beaufsichtigter Freigabe |
| Prüfen und diagnostizieren | Sollwerte, Messpunkte, Messverfahren, Abweichungen, Fehlersuche |
| Dokumentieren und kommunizieren | Protokoll, Funktionsnachweis, sachgerechtes Fachgespräch |
Die nachfolgende Standortbestimmung ist ein eigenes Lernarrangement und keine reale Prüfungsaufgabe. Sie ersetzt weder Ausbildungsnachweise noch den betrieblichen Ausbildungsplan, verbindliche Prüfungsunterlagen oder Landeslehrpläne. Im Einzelfall sind Fachrichtung, gültige Ausbildungsordnung, zuständige Kammer, Prüfungstermin und geltende Berufsschulvorgaben abzugleichen.
Kompetenzen erfassen und einen Auftrag analysieren
Handlungsorientierter Kompetenzcheck
Bewerte sechs Dimensionen zunächst selbst, und begründe jede Einschätzung durch ein konkretes Beweisstück. Benutze eine Skala: 0 = noch nicht bearbeitet, 1 = mit durchgehender Hilfe, 2 = überwiegend mit gezielten Hinweisen, 3 = selbstständig, richtig und begründbar. Dokumentiere kein vermeintlich amtliches Prüfungsergebnis, sondern deine Lernbeobachtungen.
| Kompetenz | Beobachtbares Kriterium | Beispielhafter Nachweis |
|---|---|---|
| Analyse | Ein Auftrag wird in Funktion, Randbedingungen und offene Fragen zerlegt | Kurzbeschreibung mit geklärten Parametern |
| Planung | Ablauf, Material, Werkzeug, Gefährdungen und Zeit werden abgestimmt | Arbeitsplan und begründete Stückliste |
| Ausführung | Aufbau entspricht freigegebenem Schaltbild und Herstellerangaben | Lehrkraftbestätigte Sichtkontrolle am Übungsmodell |
| Prüfung | Messgröße, Messpunkt, Messverfahren und Sollbereich sind plausibel | Soll-Ist-Tabelle mit Einheit |
| Diagnose | Ein Fehler wird eingegrenzt, bevor Teile gewechselt werden | Hypothesen mit Prüfschritten |
| Dokumentation | Änderungen, Ergebnisse, Grenzen und Übergabe sind verständlich | Vollständiges anonymes Prüfblatt |
Frage zusätzlich: Was kann ich erklären, was kann ich praktisch zeigen und was kann ich nur nach Vorlage wiederholen? Ein korrektes Ergebnis ohne nachvollziehbaren Weg ist weniger aussagekräftig als eine sauber begründete Lösung. Nutze Rückmeldungen einer ausbildungsberechtigten Fachperson; Selbsteinschätzung allein ist kein objektiver Prüfungsstand.
Elektrische Grundlagen als Diagnosewerkzeug
Die Spannung U wird in Volt (V), die Stromstärke I in Ampere (A), der Widerstand R in Ohm (Ω) und die Leistung P in Watt (W) angegeben. Für einen idealen ohmschen Widerstand gilt U = R · I; bei Gleichstrom folgt für die umgesetzte Leistung P = U · I. Strom wird in Reihe zum betrachteten Zweig erfasst, eine Spannung parallel zu dessen Klemmen. Ein Multimeter im Strommessbereich direkt über eine Spannungsquelle anzuschließen, kann einen gefährlichen Kurzschluss verursachen.

Abbildung: Vereinfachter Stromkreis als Einstieg in Spannungs-, Strom- und Widerstandsbegriffe; sie ist noch kein vollständiger Installationsplan.

Abbildung: Digitalmultimeter. Vor jeder Messung Messart, Buchsen, Messbereich, Messleitungen, Geräteklassifikation und Aufsichtspflicht prüfen. Das Foto zeigt keine allgemeingültige Freigabe des abgebildeten Messgeräts.
Rechenprobe: An einem Widerstand von 120 Ω liegen 12 V Gleichspannung an. Dann ist I = 12 V / 120 Ω = 0,10 A; die Leistung beträgt P = 12 V · 0,10 A = 1,2 W. Ein 0,25-W-Widerstand wäre hier ungeeignet. Verwechsle nicht berechnete Sollwerte mit tatsächlich gemessenen Istwerten. Bauteiltoleranzen, Temperatur, Spezifikation und Messunsicherheit können Ergebnisse beeinflussen.
Sicher arbeiten, verantwortlich entscheiden
Rollen, Gefährdungen und Schutzmaßnahmen
Elektrische Anlagen können auch dann gefährlich sein, wenn ein Schalter vermeintlich ausgeschaltet ist. Arbeiten an realen Netzspannungsanlagen, das Freischalten, das Feststellen der Spannungsfreiheit, Schutzmessungen und jede Inbetriebnahme erfolgen ausschließlich im Rahmen der betrieblichen Befugnis und unter Leitung beziehungsweise Aufsicht der zuständigen Elektrofachkraft. Auszubildende dürfen aus diesem Kurs keine Berechtigung zu eigenständigen Arbeiten ableiten. Keine Arbeiten an 230/400-V-Anlagen als Selbstversuch.
Für das fachliche Verständnis ordne die fünf Sicherheitsregeln zu: Freischalten; gegen Wiedereinschalten sichern; Spannungsfreiheit feststellen; erden und kurzschließen; benachbarte unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken. Ihre fachgerechte Anwendung richtet sich nach Anlage, Situation und geltenden Regeln; die Durchführung ist keine Fernanleitung zur eigenständigen Netzspannungsarbeit. Quellen: DGUV Vorschrift 3, BetrSichV § 14 sowie die einschlägigen DIN VDE 0105-100 und DIN VDE 0100-600 in der jeweils anwendbaren Fassung. Normtexte werden hier nicht wiedergegeben; die verbindlichen Originale und Herstellerunterlagen müssen im Betrieb vorliegen. Die DGUV hat im Juli 2026 auf eine laufende Überarbeitung der Vorschriften 3 und 4 hingewiesen; deshalb ist die jeweils gültige Fassung beim zuständigen Unfallversicherungsträger zu prüfen.
Sichere Lernalternative: Nutze einen simulierten Stromkreis oder ausschließlich ein geprüftes, vom Fachpersonal freigegebenes, kurzschlussgeschütztes 24-V-DC-SELV-Lehrmodell. Prüfe vor dem Anschluss, ob die Versorgung tatsächlich die verlangte Schutztrennung aufweist. Auch Kleinspannung verhindert nicht automatisch Verbrennungen durch Kurzschluss, falsche Polarität oder überlastete Leitungen. Änderungen nur bei ausgeschalteter, vom Netz getrennter Übungsversorgung; Spannungszuschaltung erst nach Freigabe durch die Aufsicht. Ein Steckbrett ist keine geeignete Bauform für eine Gebäudeinstallation.
Gesundheit, Umwelt, Nachhaltigkeit und Digitalisierung
Halte den Arbeitsplatz trocken, übersichtlich und frei von Stolperstellen; prüfe Leitungen und Werkzeuge auf Schäden, nutze ergonomische Arbeitspositionen und die erforderliche persönliche Schutzausrüstung. Plane Materialmengen sorgfältig, trenne Elektronikschrott fachgerecht und vermeide unnötigen Energieverbrauch. Wähle reparierbare, geeignete Komponenten mit passenden technischen Daten statt bloß das billigste Teil. Digitalisierte Schaltpläne und Prüfprotokolle müssen versionsklar und nachvollziehbar sein. Verwende im Lernportfolio nur fiktive Auftragskennungen und Messdaten; keine Kundennamen, Fotos fremder Wohnungen, Betriebspasswörter, Zugangsdaten oder personenbezogenen Schülerbewertungen veröffentlichen.
Durchgerechneter Praxisauftrag: 24-V-Anzeige mit Relais
Auftrag, technische Daten und Funktionsidee
Fiktiver Kundenauftrag „Lehrwerkstatt A-24“: Eine Modell-Anlagenanzeige soll nach Betätigung eines Tasters beziehungsweise Schalters über ein Relais eine 24-V-Modellleuchte und eine Status-LED gleichzeitig einschalten. Du sollst die Angaben prüfen, einen Stromlaufplan erstellen, den Materialbedarf berechnen, einen sicheren Versuchsaufbau planen, die Sollfunktion nach Freigabe testen und das Ergebnis dokumentieren. Diese Aufgabe dient der Standortbestimmung und ist keine vorgegebene Prüfungsaufgabe einer Kammer.
Für dieses Rechenmodell vorgegebene Bauteildaten (fiktive Lehrdaten, vor praktischem Einsatz mit echten Datenblättern abgleichen):
- Geprüfte, kurzschlussgeschützte SELV-Modellversorgung: U = 24,0 V DC, maximal 1,0 A.
- Leuchte H1: 24 V DC, Nennleistung 6,0 W.
- Relais K1: 24-V-DC-Spule, angenommene Spulenleistung 0,80 W; Schließerkontakt für die Gleichstromlast bei 24 V DC laut konkretem Datenblatt ausreichend, im Modell mindestens 1 A DC.
- Status-LED H2: angenommene Durchlassspannung U_F = 2,2 V bei Sollstrom I_F = 10 mA; Vorwiderstand R1 erforderlich.
- Schalter S1: schaltet im Modell den Steuerzweig der Relaisspule. Die Freilauf- beziehungsweise Überspannungsbegrenzung der Relaisspule wird anhand des realen Relaismoduls und dessen Herstelleranleitung ausgewählt und korrekt gepolt; sie wird nicht ohne Datenblatt improvisiert.
Funktionsbeschreibung: In einem getrennt dokumentierten Steuerzweig führt S1 bei Freigabe 24 V an die Spule K1. Der Schließer von K1 schaltet im Lastzweig H1 und die in einem eigenen Parallelzweig angeordnete Reihenschaltung R1–H2. Bei geöffnetem S1 fallen Relais und beide Anzeigen wieder ab. Kennzeichne im Stromlaufplan Versorgung, Rückleiter, Spule, Kontakt, Anschlüsse und die getrennten Zweige. Der Kontaktstrom umfasst H1 und den LED-Zweig, nicht den separat gespeisten Spulenstrom. Relaiskontakte müssen für Gleichspannung und Lastart laut Hersteller geeignet sein.

Abbildung: Relais-Schaltzeichen als Lesehilfe; Anschluss- und Kontaktnummern sind für das tatsächlich gewählte Produkt dem Datenblatt zu entnehmen.

Abbildung: Allgemeines Taster-LED-Beispiel mit Vorwiderstand; es ist nicht der vollständige Schaltplan des beschriebenen Relaismodells. Erstelle diesen selbst aus der Funktionsbeschreibung.
Rechenweg mit Ergebnisprüfung
1. Laststrom H1: I_H1 = P / U = 6,0 W / 24,0 V = 0,250 A.
2. Spulenstrom K1: I_K1 = P / U = 0,80 W / 24,0 V = 0,0333 A beziehungsweise 33,3 mA; die reale Spule ist nach Herstellerangabe zu bewerten.
3. Vorwiderstand für H2: U_R = 24,0 V − 2,2 V = 21,8 V. R_erforderlich = 21,8 V / 0,010 A = 2180 Ω. Ein handelsüblicher angenommener Widerstand von 2200 Ω (2,2 kΩ) liefert I_H2 = 21,8 V / 2200 Ω = 0,00991 A = 9,91 mA.
4. Verlustleistung am Widerstand: P_R = U_R · I_H2 = 21,8 V · 0,00991 A = 0,216 W. Ein 0,25-W-Typ läge zu knapp an seiner Nennlast; für diese Lehrspezifikation wird ein geeigneter 0,5-W-Widerstand mit überprüfter Bauform und thermischer Einbausituation gewählt. Bei realen Datenblättern sind Versorgungstoleranzen, Vorwärtsspannung, Widerstandstoleranz und Temperatur einzubeziehen.
5. Maximaler modellhafter Versorgungsstrom im eingeschalteten Dauerzustand: I_gesamt ≈ 0,250 A + 0,0333 A + 0,00991 A = 0,293 A. Ein geeignetes 24-V-1-A-Netzteil hat hierfür im statischen Lehrmodell Reserve. Die Auslegung einer echten Anlage erfordert zusätzlich die Prüfung möglicher Einschaltströme, Absicherung, Leitungsauswahl, Kurzschlussverhalten und Herstellerangaben.
6. Erwarteter Kontaktstrom: I_Kontakt ≈ I_H1 + I_H2 = 0,250 A + 0,00991 A = 0,260 A. Der separate Spulenstrom fließt nicht durch den Schließerkontakt dieses Plans. Ein Kontakt mit passenden Daten für 24-V-DC-Lasten wird gewählt; eine bloße AC-Angabe ist kein Beleg für Gleichstromtauglichkeit.
Plausibilitätsprobe: Bei 24,1 V und angenommener LED-Durchlassspannung 2,2 V wäre I_H2 = (24,1 − 2,2) / 2200 ≈ 9,95 mA. Liegt im Übungsmodell eine wesentlich andere Abweichung vor, prüfe Messart, Messstellen, Ist-Versorgung, Bauteilaufdruck, Kontaktstellung und Polarität systematisch. Widerstände werden nur spannungsfrei überprüft; ein Amperemeter niemals parallel zur Versorgung anschließen.
Arbeitsplan und prüfbares Arbeitsergebnis
| Phase | Vorgehen | Nachweis | Beispielzeit |
|---|---|---|---|
| Auftragsklärung | Funktion, Grenzen, offene Fragen, Fachzuständigkeit und SELV-Bedingungen klären | Abgestimmtes Lastenblatt | 20 min |
| Planung | Stromlaufplan, Stückliste, Datenblattabgleich und Berechnungen erstellen | Freigegebener Plan und Rechenblatt | 35 min |
| Gefährdungscheck | Versorgung, Kurzschlussschutz, Polarität, Werkzeuge und Aufsicht klären | Abgezeichneter Sicherheitscheck | 15 min |
| Aufbau | Nur spannungsfrei und unter Aufsicht, Anschlüsse kennzeichnen und nach Plan kontrollieren | Sichtkontrollvermerk | 40 min |
| Funktionsprobe | Aufsicht gibt Zuschaltung frei, Schaltfunktion und Modellmessungen beurteilen | Soll-Ist-Protokoll | 25 min |
| Auswertung | Unterschiede erklären, dokumentieren und fiktiv übergeben | Protokoll und Reflexion | 15 min |
Die 150 Minuten sind eine frei gewählte Übungszeit; sie sind nicht die gesetzliche Dauer des echten Prüfungsteils. Modellanforderungen: S1 AUS → K1 abgefallen, H1 AUS und H2 AUS; S1 EIN → K1 angezogen, H1 EIN und H2 EIN; bei erneutem AUS schaltet die Anzeige zuverlässig ab. Angenommene Prüftoleranzen nur für dieses Lehrmodell: Versorgung 23,5–24,5 V; LED-Zweigstrom näherungsweise 9–11 mA; Laststrom im stationären Nennfall etwa 0,25 A, Abweichungen begründet nach Datenblatt. Erst nach Sichtprüfung und Freigabe darf die betreute Messung stattfinden.
Muster-Prüfprotokoll mit fiktiven Werten:
| Prüfmerkmal | Soll | Modell-Ist | Entscheidung |
|---|---|---|---|
| Versorgung im eingeschalteten Zustand | 23,5–24,5 V DC | 24,1 V DC | plausibel |
| LED-Zweigstrom | circa 9–11 mA | 9,9 mA | plausibel |
| Leuchtenzustand bei S1 AUS | H1 aus, H2 aus | beide aus | erfüllt |
| Leuchtenzustand bei S1 EIN | H1 an, H2 an | beide an | erfüllt |
| Sichtprüfung / Leitungsführung | keine offenen schadhaften Leiter, eindeutige Bezeichnungen | am freigegebenen Übungsmodell bestätigt | erfüllt |
Achtung: Alle genannten Istwerte sind synthetische Beispielwerte, keine tatsächlich durchgeführten Messungen. In einem eigenen Versuch schreibst du nur echte, fachlich freigegebene Messwerte mit Einheit, Messgerät, Messbereich, Messbedingungen, Datum und anonymem Kennzeichen auf. Die Funktionsprüfung an 24 V ersetzt keine normgerechte Schutzprüfung einer Netzinstallation.
Bewertungsraster für die Übungsleistung
| Kriterium | Beobachtbare Qualität | Punkte |
|---|---|---|
| Auftragsanalyse | Funktion und Grenzen korrekt erfasst, Fragen formuliert | 10 |
| Planung und Begründung | lesbarer Plan, richtige Komponenten, vollständige Rechnung | 20 |
| Sicheres Vorgehen | Gefährdungscheck, Aufsichtsfreigabe, korrekte Abschaltpraxis | 25 |
| Prüfen und Fehlersuche | passende Sollwerte, Messverfahren, plausible Diagnose | 20 |
| Dokumentation und Übergabe | nachvollziehbares Protokoll, benannte Abweichungen, Fachsprache | 15 |
| Nachhaltigkeit und Datenschutz | sinnvoller Materialeinsatz, ressourcenschonendes Arbeiten, anonymes Portfolio | 10 |
| Gesamt | Lernraster, keine amtliche Prüfungsnote | 100 |
Qualitätsbewertung: Volle Punktzahl erfordert selbstständige, technisch stimmige und belegbare Leistung. Bei kleineren begründbaren Mängeln können Teilpunkte vergeben werden. Unsicheres Verhalten ist ein Stoppkriterium: Versorgung aus, Aufsicht informieren, keine ungeplante Weiterarbeit. Eine rechnerisch hohe Punktzahl hebt eine fehlende Sicherheitsfreigabe nicht auf. Dokumentiere für jedes Kriterium eine Stärke, eine Beobachtung und die nächste Verbesserung.
Fehler systematisch finden und Ergebnisse übergeben
Diagnose statt Teiletausch
Ein reproduzierbarer Fehler ist ein Hinweis, keine Aufforderung zu riskanten Schnelltests. Bei S1 EIN und H1 AUS kann beispielsweise S1, die Relaisspule, das Kontaktpaar, die Leuchte oder eine Verbindung betroffen sein. Zeichne den Weg der Information vom Schalter über die Relaisspule zum Schließerkontakt bis zu H1. Kläre zuerst am spannungslosen Modell, welche mechanischen und sichtbaren Merkmale den Fehler eingrenzen. Messungen im eingeschalteten Zustand erfolgen nur nach Bewertung und Freigabe durch die Aufsicht. Prüfe auch die Möglichkeit eines falschen Schaltplans oder fehlerhafter Erwartungen.
| Symptom | Plausible Hypothese | Sicherer nächster Lernschritt |
|---|---|---|
| Beide Anzeigen bleiben aus | Steuerzweig oder Versorgung gestört | Versorgung abschalten, Plan und Leitungsführung mit Fachkraft vergleichen |
| H1 funktioniert, H2 bleibt aus | LED verpolt, Vorwiderstand oder LED-Zweig unterbrochen | Spannungslos Polung und Bauteildaten kontrollieren |
| H1 und H2 bleiben bei AUS an | Kontakt falsch angeschlossen oder Funktionsbeschreibung falsch interpretiert | Sofort sicher abschalten und Kontaktart im Plan/Datenblatt überprüfen |
Typische Fehler: Spannung und Stromstärke verwechseln; mA nicht in A umrechnen; Strommesser an zwei Versorgungsklemmen halten; LED ohne Vorwiderstand anschließen; Schließer und Öffner verwechseln; AC-Kontaktangabe auf DC übertragen; ohne Sicherheitsfreigabe einschalten; Prüfwert ohne Einheit dokumentieren; Simulation mit einer amtlichen Sicherheitsprüfung gleichsetzen. Lerne die jeweils technische Ursache und passende Korrektur, statt nur den Musterwert auswendig zu lernen.
Fachgespräch und digitale Dokumentation
Übe ein kurzes, sachliches Fachgespräch: „Welchen Bedarf habe ich erkannt? Warum wähle ich die konkrete Schaltung? Wie überprüfe ich Funktion und Sicherheit? Welche Grenze hat mein Modell?“ Antworte mit Fachbegriffen, nachvollziehbaren Zahlen und Hinweisen auf Herstellerangaben. Lege einen Versionsstand des Schaltplans, eine Stückliste, Prüfbedingungen, Befunde und erkannte Grenzen ab. Eine neue Planversion braucht eine nachvollziehbare Änderungsnotiz. Elektronische Dokumentation verwendet ausschließlich erfundene Projektnamen und keine Zugangsdaten vernetzter Gebäudesysteme.
Vertiefende Videos (externe, nicht als OER ausgewiesene Quellen):
„Die ersten 30 min in der Gesellenprüfung Teil1“, Kanal Kurz und Schluss (2021): als Reflexionsanlass für Organisation und Planung, nicht als aktuelle verbindliche Prüfungsanweisung.
„Prüfungsaufgabe Gesellenprüfung T1&T2: Prüfung elektrischer Anlagen“, Kanal Elektrotechnik.Podcast (2024): erklärt Begriffe der Sicherheitsprüfung an elektrischen Anlagen. Sicherheitsrelevante reale Messungen nicht nachahmen; Fachkraft und aktueller Originalnormtext sind maßgeblich. Für die Videos wurde keine offene Wiederverwendungslizenz nachgewiesen; hier werden lediglich externe Videoinhalte verlinkt beziehungsweise eingebettet, nicht kopiert.
Rückmeldung und individueller Förderplan
Fremd- und Selbsteinschätzung vergleichen
Trage für jede der sechs Kompetenzdimensionen einen Wert von 0 bis 3 aus deiner Selbsteinschätzung und daneben eine von der Aufsicht beziehungsweise Lehrkraft begründete Beobachtung ein. Notiere die Belege mit anonymen Übungskennungen. Differenzen sind Gesprächsanlässe: „Ich hielt meine Messung für sicher, habe aber die Strommessbuchse nicht kontrolliert.“ Entscheidend ist nicht das Etikett „schwach“, sondern die präzise nächste Handlung. Wiederhole dieselbe Aufgabe nach gezielter Übung, möglichst mit einer leicht veränderten Anforderung, damit ein Transfer sichtbar wird.
Beispiel eines zweiwöchigen Lernplans
| Individuelle Lernlücke | Übung und Verantwortlichkeit | Prüfkriterium | Termin |
|---|---|---|---|
| Anschluss und Funktion eines Relais nicht sicher erklärt | Drei Relaisvarianten am Simulationsmodell beschreiben, mit Fachkraft Rückfragen klären | Steuerspule, Schließer, Öffner korrekt im eigenen Plan markiert | Ende Woche 1 |
| Messwert mit falscher Einheit angegeben | Zehn kurze Umrechnungen mA/A sowie V/mV lösen; Messgeräteanschluss nur im spannungslosen Modell oder in Simulation erklären | Mindestens neun korrekte Umrechnungen plus begründete Messanordnung | Ende Woche 1 |
| Dokumentation unvollständig | Muster-Prüfblatt zu fiktivem Auftrag vervollständigen und durch Lehrkraft gegenlesen lassen | Alle Soll-/Ist-Spalten mit Einheiten, Version und begründetem Befund | Ende Woche 2 |
Formuliere für dich höchstens zwei priorisierte Ziele, einen verantwortbaren Übungsort, eine konkrete Methode, einen Termin und ein überprüfbares Ergebnis. Bei Sicherheitsdefiziten geht Aufsicht und grundlegende Sicherheitskompetenz vor Zeitdruck und Punkteoptimierung. Gleiche deinen Plan mit dem individuellen betrieblichen Ausbildungsplan, der zuständigen Kammer, dem Ausbildungsrahmenplan und dem für dein Bundesland geltenden Lehrplan ab. Das Portfolio dient der Förderung und ersetzt keine amtliche Leistungsfeststellung.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Überprüfe dein Wissen
Welchen Prüfungstyp schreibt die aktuelle ElekAusbV für Elektroniker im Handwerk vor? (Gestreckte Gesellenprüfung mit Teil 1 und Teil 2) (!Unbenotete Zwischenprüfung ohne Gesellenprüfung) (!Nur eine theoretische Abschlussprüfung) (!Bachelorprüfung an einer Hochschule)
In welchem Ausbildungsabschnitt findet Teil 1 laut ElekAusbV § 6 statt? (Im vierten Ausbildungshalbjahr) (!Im ersten Ausbildungsmonat) (!Erst nach dem Ausbildungsende) (!Immer genau am letzten Tag des dritten Ausbildungsjahres)
Welcher Anteil des Gesamtprüfungsergebnisses entfällt nach ElekAusbV § 15 auf Teil 1? (30 Prozent) (!10 Prozent) (!50 Prozent) (!70 Prozent)
Auf welchen Ausbildungszeitraum bezieht sich der Stoffumfang von Teil 1 nach § 7 besonders? (Auf die ersten 18 Ausbildungsmonate) (!Nur auf die letzten drei Ausbildungsmonate) (!Ausschließlich auf die letzten zwei Lehrjahre) (!Nur auf freiwillige überbetriebliche Fortbildungen)
Was gehört vor der Zuschaltung eines vorbereiteten Übungsmodells zur Sicherheit? (Sichtprüfung und Freigabe durch die Aufsichtsperson) (!Mit dem Strommessbereich direkt die Versorgung überbrücken) (!Ungesichert einschalten und danach Fehler suchen) (!Die Kennzeichnungen auf Leitungen entfernen)
Wie wird eine Gleichspannung an einem Widerstand grundsätzlich gemessen? (Parallel an seinen Anschlussklemmen mit geeignetem Voltmeter) (!Mit einem Strommesser als Kurzschlussbrücke) (!Nur aus der Farbe des Widerstands ohne Messung) (!Mit einer offenen Messleitung ohne Bezugspunkt)
Welcher Vorwiderstand liegt für 24 Volt Versorgung bei 2,2 Volt LED-Spannung und 10 Milliampere am nächsten? (2,2 Kiloohm) (!22 Ohm) (!220 Ohm) (!22 Kiloohm)
Welche Widerstandsleistung ergibt sich rechnerisch bei 21,8 Volt und ungefähr 9,91 Milliampere? (Ungefähr 0,216 Watt) (!Ungefähr 21,6 Watt) (!Ungefähr 216 Watt) (!Ungefähr 0,00216 Watt)
Welcher stationäre Gesamtstrom ergibt sich im Modell näherungsweise aus 0,250 Ampere, 0,0333 Ampere und 0,00991 Ampere? (Rund 0,293 Ampere) (!Rund 2,93 Ampere) (!Rund 0,0293 Ampere) (!Rund 29,3 Ampere)
Welche Reaktion ist bei einer unerwarteten Messabweichung am Lehrmodell sinnvoll? (Sicher abschalten und Sollwerte sowie Schaltplan systematisch prüfen) (!Messgerät wahllos umstecken) (!Sicherung überbrücken und weiterarbeiten) (!Warnhinweise entfernen und den Wert ungeprüft übernehmen)
Memory: Fachwort und Bedeutung
Finde zu jeder technischen Bezeichnung die passende Erklärung. Nutze nach einem Fehlversuch die Fachkapitel und prüfe erneut.
| Soll-Ist-Vergleich | Gegenüberstellung geplanter und beobachteter Werte |
| Schließerkontakt | Im Ruhezustand offener und bei Betätigung geschlossener Kontakt |
| Stückliste | Verzeichnis benötigter Teile und Mengen |
| Schutztrennung | Elektrische Trennung einer Versorgung als Schutzprinzip |
| Messunsicherheit | Bereich möglicher Abweichungen eines ermittelten Messwerts |
| Prüfprotokoll | Nachvollziehbare Sammlung von Prüfschritten und Ergebnissen |
Drag and Drop: Arbeitsschritte zuordnen
Ordne die im Auftragsablauf auftretenden Handlungen ihren passenden Zwecken zu.
| Ordne die Tätigkeit dem Zweck zu. | Beschreibung |
|---|---|
| Auftrag klären | Anforderungen und offene Fragen vor der Planung festhalten |
| Datenblatt prüfen | Angaben zu Spule, Kontakt und Betriebsgrenzen verifizieren |
| Spannungsfrei aufbauen | Verbindungen ohne anliegende Versorgung herstellen und kontrollieren |
| Funktionsprüfung freigeben | Verantwortliche Fachperson entscheidet über die sichere Zuschaltung |
| Befund dokumentieren | Sollwerte, Istwerte und begründete Schlussfolgerung festhalten |
Kreuzworträtsel: Begriffe der Prüfung
Nutze die Erläuterungen; jedes Lösungswort ist ein einzelner Fachbegriff.
| Spannung | Welche elektrische Größe wird in Volt angegeben? |
| Stromstärke | Welche elektrische Größe wird in Ampere gemessen? |
| Widerstand | Welches Bauelement begrenzt im Modell den LED-Strom? |
| Relais | Wie heißt das elektromagnetisch betätigte Schaltbauelement? |
| Schaltplan | Welche Zeichnung zeigt elektrische Verbindungen und Bauteile symbolisch? |
| Prüfprotokoll | Welches Dokument hält Messbedingungen, Werte und Befunde fest? |
LearningApps
Suche ergänzende Zuordnungs- und Übungsformate; externe Lernangebote müssen vor Nutzung auf Richtigkeit, Datenschutz und Aktualität geprüft werden.
Lückentext: Vom Auftrag zur Auswertung
Offene Aufgaben
Leicht
- Gesellenprüfung: Erstelle eine Übersicht, die gestreckte Gesellenprüfung Teil 1 von einer klassischen Zwischenprüfung abgrenzt. Notiere Rechtsquelle, viertes Ausbildungshalbjahr und zuständige Stelle; begründe, weshalb die beiden Formate nicht austauschbar sind.
- Elektrische Spannung: Rechne zehn vorgegebene Werte von mA in A sowie von kΩ in Ω um. Schreibe jeweils Formel, Rechenweg und Einheit auf und überprüfe einen Kontrollwert.
- Schaltzeichen: Beschrifte auf einer eigenen Skizze des ungefährlichen 24-V-Modells Versorgung, Schalter, Relaisspule, Schließer, Lampe, LED und Vorwiderstand. Erkläre jeden Bestandteil in einem Satz.
- Arbeitssicherheit: Erstelle eine bebilderte, selbst verfasste Sicherheitscheckliste für ein geprüftes SELV-Lehrmodell und erkläre, warum damit keine Erlaubnis zur Netzspannungsarbeit verbunden ist.
Standard
- Arbeitsplanung: Formuliere aus dem fiktiven Auftrag ein Lastenblatt und einen Arbeitsplan mit Material, Verantwortlichkeiten, Sicherheitsfreigabe, Prüfpunkten und Zeitschätzung. Vergleiche ihn anschließend mit dem Muster.
- Ohmsches Gesetz: Berechne für alternative Versorgungsspannungen von 23,5 V und 24,5 V den theoretischen LED-Strom bei 2,2 kΩ und 2,2 V Durchlassspannung. Erkläre, wie sich die Randwerte auf die Bewertung auswirken.
- Qualitätssicherung: Erstelle ein vollständiges anonymes Soll-Ist-Protokoll mit fiktiven, deutlich als Simulation gekennzeichneten Daten und markiere drei plausible Fehlerquellen.
- Relais: Führe eine beaufsichtigte Erklärung am spannungsfreien Modell oder in einer Simulation vor. Zeige logisch, welcher Kontakt den Lastzweig steuert, und begründe die verlangte DC-Kontaktbelastbarkeit.
Schwer
- Fehlerdiagnose: Entwickle für den Fall „Schalter betätigt, LED dunkel, Lampe an“ einen Hypothesenbaum und eine sichere Prüfreihenfolge. Für gefährliche Messungen nur Simulationsmöglichkeiten angeben.
- Elektrotechnische Anlagen: Vergleiche zwei herstellerseitig dokumentierte geeignete 24-V-Relaismodule hinsichtlich Spulenstrom, Kontaktangaben für DC, Energiebedarf, Wartbarkeit und Lebensdauer. Halte Unsicherheiten ausdrücklich fest.
- Fachgespräch: Produziere ein zweiminütiges Erklärvideo mit eigener Grafik und ausschließlich fiktiven Daten, in dem du Auftragsanalyse, Rechenweg, Schutzgrenzen, Prüfung und Verbesserungen begründest. Keine Bilder realer Kunden oder unfreigegebener Betriebsanlagen.
- Lernplanung: Erstelle aus dem 100-Punkte-Übungsraster und der Skala von null bis drei einen individuellen zweiwöchigen Förderplan mit zwei messbaren Zielen, Sicherheitspriorität, Lernnachweis und verabredeter Rückmeldung.


Lernkontrolle
Die folgenden Transferaufgaben beurteilst du anhand eines begründeten Lösungswegs; sie sind keine offizielle Gesellenprüfung.
- Prüfungsorganisation: Du hast erst 15 Ausbildungsmonate abgeschlossen. Begründe mit der geltenden ElekAusbV, ob allein der Monat schon den Teil-1-Termin bestimmt und welche Stelle verbindlich Auskunft erteilt.
- Stromkreis: Ein Lehrmodell verwendet statt der 6-W-Leuchte eine 4,8-W-Leuchte bei 24 V. Berechne Last- und Gesamtstrom bei unveränderten Modellannahmen und prüfe die Auswirkung auf die Auswahl der Versorgung.
- Elektrische Leistung: Eine fiktive Person möchte am LED-Zweig einen 0,125-W-Vorwiderstand verwenden. Beurteile ihn anhand der berechneten Verlustleistung und erläutere den erforderlichen zusätzlichen Hersteller- und Temperaturabgleich.
- Messverfahren: Eine Modellmessung ergibt 0,1 A für den LED-Zweig. Entwirf ohne Arbeiten unter Spannung mindestens vier sichere Prüffragen, mit denen du Rechenannahmen, Anschlussart und Messgerät hinterfragst.
- Sicherheit: Nach einem unerwarteten Schaltverhalten wird vorgeschlagen, an einer offenen Netzspannungsanlage „kurz nachzumessen“. Begründe die fachlich sichere Entscheidung und entwickle eine prüfbare Kleinspannungs- oder Simulationsalternative.
- Dokumentation: Vergleiche zwei fiktive Prüfprotokolle, eines ohne Einheiten und Versionsangabe und eines mit vollständigem Soll-Ist-Nachweis. Begründe, welches für einen nachvollziehbaren Kundenauftrag brauchbar wäre.
- Nachhaltigkeit: Zwei technisch passende Relais unterscheiden sich in Spulenleistung und Reparierbarkeit. Stelle eine qualitative und rechnerische Entscheidungsmatrix auf, ohne die geltenden Sicherheitsanforderungen zu verkürzen.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden, rein fiktiven Lernnachweis stellst du ein anonymes Portfolio zusammen: (a) Auftragsskizze mit mindestens drei geklärten Anforderungen; (b) beschrifteter Stromlaufplan mit getrennter Steuer- und Lastfunktion; (c) Stückliste samt Datenblattquellen; (d) nachvollziehbare Rechnungen zu Lampenstrom, Spulenstrom, LED-Vorwiderstand, Widerstandsleistung und Versorgung; (e) Sicherheits- und Freigabevermerk; (f) Protokoll mit Messbedingungen, Soll- und Istwerten und klarer Kennzeichnung tatsächlich gemessener oder simulierter Werte; (g) begründete Fehlerdiagnose und ökologische Betrachtung; (h) Selbsteinschätzung plus Fremdfeedback sowie zweiwöchiger Förderplan. Bei realer praktischer Umsetzung sind Freigabe und Prüfbewertung allein durch die verantwortliche Fachperson zu dokumentieren; veröffentliche keine persönlichen Unterschriften. Nutze das 100-Punkte-Übungsraster als formative Rückmeldung, nicht zur amtlichen Prüfungsbewertung.
Transferkriterium: Du kannst bei einer geänderten Lampenleistung oder Versorgungsspannung deine Berechnung anpassen, den Fehlerpfad erklären und einen sinnvollen weiteren Lernschritt ableiten. Eine Rechenaufgabe allein ersetzt keine sichere Praxis.
OER und Wikipedia
Verbindliche beziehungsweise fachlich maßgebliche Primärquellen und Orientierung
- BIBB: Elektroniker/-in, Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik – Berufsprofil und Rechtsgrundlagen.
- ElekAusbV – insbesondere §§ 2, 6–8 und 15 sowie der Ausbildungsrahmenplan. Die Wiedergabe hier ist sinngemäß, nicht der kopierte Verordnungstext.
- BIBB: Prüfungsstrukturen – Unterschiede der klassischen Zwischenprüfung und der gestreckten Prüfung.
- KMK-Rahmenlehrpläne – den jeweils passenden Elektroniker-Beruf und das Bundesland auswählen.
- DGUV Vorschrift 3 – gültige Fassung beim Unfallversicherungsträger und fachliche Zuständigkeit prüfen.
- DGUV-Mitteilung vom 17.07.2026 – Hinweis zur laufenden Überarbeitung der Vorschriften 3/4.
- BetrSichV § 14 – Prüfungen von Arbeitsmitteln unter den jeweiligen rechtlichen Voraussetzungen.
- Wikipedia: Relais und Wikipedia: Elektrischer Widerstand – ergänzende allgemeinverständliche Erklärungen, keine Ersatzquelle für Sicherheit und Recht.
Deutschsprachiger Wikipediaartikel als Zusatzmaterial
Nachweise zu eingebundenen Wikimedia-Commons-Dateien: Die Dateiseiten enthalten Autorenschaft und Nutzungsbedingungen. Die hier genannten Lizenzen beziehen sich auf die jeweilige Originaldatei, nicht auf Normtexte oder Lehrwerkzeuge.
| Datei | Verifizierte Quelle | Urheber | Lizenz |
|---|---|---|---|
| File:Basic electric circuit.svg | Wikimedia Commons | Andreas B Mundt | CC BY-SA 3.0 |
| File:Digital multimeter.jpg | Wikimedia Commons | Cjp24 | CC BY-SA 3.0 |
| File:Relay symbols.svg | Wikimedia Commons | Moxfyre; zugrunde liegende Symboldateien mit dort aufgeführten Autoren | Gemeinfreiheits- und Quellhinweise auf der Dateiseite |
| File:Button LED schem.svg | Wikimedia Commons | LA2; spätere technische Dateikorrektur laut Versionsverlauf | CC BY-SA 3.0 |
Videoquellen und Rechtehinweis: Kurz und Schluss, „Die ersten 30 min in der Gesellenprüfung Teil1“ (2021) und Elektrotechnik.Podcast, „Prüfungsaufgabe Gesellenprüfung T1&T2: Prüfung elektrischer Anlagen“ (2024). Die veröffentlichten Videoeinträge konnten mit Titel, Kanal und Bezug zum Unterrichtsthema nachvollzogen werden. Eine freie Video-Lizenz wurde nicht belegt; die Videos werden nicht als freie OER-Bestandteile zur Nachnutzung angeboten. Aktuelle Anforderungen sind den Primärquellen und zuständigen Fachstellen zu entnehmen. Dieser Text selbst kann unabhängig von den fremden Mediendateien im jeweils rechtlich zulässigen Rahmen als Lernmaterial angepasst werden.
Verknüpfte Lernbereiche
Verknüpfte Projekte: Entwicklung eines dokumentierten 24-V-Relaismodells, Simulationsvergleich von Messwerten, gemeinsamer Sicherheitscheck, nachhaltigkeitsorientierte Materialauswahl und anonymes Peer-Review von Prüfprotokollen. Gemeinsam ist allen Projekten der nachprüfbare Handlungszyklus analysieren – planen – begründet bearbeiten – prüfen – dokumentieren – verbessern.
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