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Philippsbirne

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Philippsbirne




Philippsbirne

Die Philippsbirne bezeichnet in diesem Lernkurs die historische Sorte Doppelte Philippsbirne (Pyrus communis). Sie ist eine alte Birnensorte aus Belgien und verbindet Genuss, Pomologie, Obstbau und den Erhalt alter Sorten.

Merkmal Kurz erklärt
Herkunft Belgien, seit etwa 1800 bekannt
Frucht mittelgroß bis groß, grün bis hellgelb, teils rötlich
Baum stark wachsend, früh und reich tragend
Reife Herbstbirne, meist ab September
Geschmack sehr saftig, süß, mild säuerlich, erfrischend
Verwendung Tafelobst, Saft, Kompott und Küche
Bedeutung alte Kultursorte und Teil der Streuobstvielfalt


Herkunft und Namen

Die Sorte ist seit etwa 1800 in Belgien bekannt und wird häufig als Zufallssämling beschrieben. 1847 veröffentlichte der belgische Pomologe Alexandre Bivort eine frühe Sortenbeschreibung. Der bekannte Obstkundler Jean-Baptiste van Mons kultivierte die Sorte und verband sie mit dem Haus Mérode.

Historische Namen sind unter anderem Doyenné de Mérode, Beurré de Mérode, Double Philippe, Sommer Diel und Frühe Diel. Solche Synonyme zeigen, wie Obstsorten früher über Ländergrenzen hinweg verbreitet wurden.


Frucht

Die Frucht ist meist mittelgroß bis groß und eher breit, rundlich bis birnenförmig. Die Grundfarbe verändert sich von Grün zu Hellgelb. Auf der Sonnenseite kann eine rötliche Färbung entstehen. Typisch sind viele kleine bräunliche Schalenpunkte und gelegentliche Roststellen an Stiel und Kelch.


Baum

Der Baum wächst besonders in der Jugend kräftig und bildet eine gut verzweigte Krone. Die Fruchtbarkeit setzt vergleichsweise früh ein; hohe Erträge sind möglich.

Die Blüte erscheint relativ früh. Die Sorte gilt nicht als guter Pollenspender. Für einen sicheren Fruchtansatz sind passende andere Birnensorten in der Umgebung hilfreich. Angaben zur Krankheitsrobustheit sind differenziert zu betrachten: Gegenüber manchen Pilzkrankheiten gilt die Sorte als wenig empfindlich, Feuerbrand kann jedoch ein ernstes Problem sein.


Reife und Lagerung

Die Doppelte Philippsbirne ist eine Herbstbirne. In vielen Anbaugebieten beginnt die Pflückreife im September. Standort und Witterung können den Termin verschieben.

Zu früh geerntete Früchte bleiben eher sauer. Genussreife Früchte sollten bald verwendet werden, denn die Sorte ist nur kurz lagerfähig; häufig werden etwa zwei bis vier Wochen genannt.

Das Video zeigt allgemein, wie sich die Erntereife von Birnen beobachten lässt. Bei alten Sorten bleibt die sortenspezifische Reifezeit entscheidend.


Geschmack

Das Fruchtfleisch wird als sehr saftig, süß und leicht säuerlich beschrieben. Bei guter Reife wirkt es weich bis nahezu schmelzend. Historische Pomologen hoben den erfrischenden Charakter der Sorte hervor.


Verwendung

Die Philippsbirne eignet sich als Tafelbirne für den direkten Verzehr. Wegen ihrer Saftigkeit kann sie außerdem zu Saft verarbeitet werden. In der Küche eignet sie sich beispielsweise für Kompott und andere gekochte Birnengerichte.

Ihre kurze Lagerfähigkeit macht eine zeitnahe Nutzung besonders sinnvoll.


Bedeutung der Sorte

Alte Obstsorten sind Teil der Kulturpflanzenvielfalt und der Geschichte des Streuobstbaus. Sie bewahren unterschiedliche Eigenschaften, Geschmacksbilder und genetische Ressourcen.

Die Doppelte Philippsbirne wurde vom Verband der Gartenbauvereine Saarland / Rheinland-Pfalz zur Streuobstsorte des Jahres 2006 gewählt. Das Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt führt die Sorte als gefährdet. Ihre Erhaltung hängt deshalb auch von Sortengärten, Streuobstwiesen, Baumschulen und privaten Obstliebhaberinnen und Obstliebhabern ab.

Das Video gibt einen allgemeinen Einblick in alte und neuere Birnensorten und macht sichtbar, warum Sortenvielfalt im Garten interessant ist.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

In welchem Land wurde die Doppelte Philippsbirne um 1800 bekannt? (Belgien) (!Deutschland) (!Italien) (!Schweden)




Zu welcher Reifegruppe gehört die Philippsbirne? (Herbstbirne) (!Winterbirne) (!Frühsommerbirne) (!Ganzjahresbirne)




Welche Farbe entwickelt die Grundfarbe der Frucht bei Reife? (Hellgelb) (!Dunkelblau) (!Schwarz) (!Reinweiß)




Welche Eigenschaft beschreibt das Fruchtfleisch besonders gut? (Sehr saftig) (!Trocken) (!Mehlig und hart) (!Faserig und geschmacklos)




Welche Verwendung passt zur Philippsbirne? (Tafelobst und Verarbeitung) (!Nur Tierfutter) (!Nur Zierpflanze) (!Nur Holzgewinnung)




Wie ist die Lagerfähigkeit der Philippsbirne einzuschätzen? (Eher kurz) (!Mehrere Jahre) (!Unbegrenzt) (!Nur tiefgefroren möglich)




Wie wächst der Baum besonders in der Jugend? (Kräftig) (!Kriechend) (!Nur strauchartig) (!Ohne Verzweigung)




Wie wird die Philippsbirne als Pollenspender eingeschätzt? (Nicht als guter Pollenspender) (!Als besonders guter Pollenspender) (!Als selbstbestäubende Getreideart) (!Als windbestäubter Nadelbaum)




Welche Auszeichnung erhielt die Sorte im Jahr 2006? (Streuobstsorte des Jahres) (!Baum des Jahres) (!Gemüse des Jahres) (!Heilpflanze des Jahres)




Welcher historische Name gehört zur Philippsbirne? (Doyenné de Mérode) (!Golden Delicious) (!Boskoop) (!Mirabelle de Nancy)





Memory

Belgien Herkunft um 1800
Herbstbirne Reifegruppe
Hellgelb reife Grundfarbe
Saftreich Fruchtfleisch
Doyenné de Mérode historischer Sortenname
Tafelbirne Frischverzehr
Streuobstsorte 2006 kulturgeschichtliche Würdigung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Belgien Herkunft
Hellgelb Fruchtfarbe bei Reife
Starkwüchsig Baum
Herbstbirne Reifegruppe
Tafel und Verarbeitung Verwendung






Kreuzworträtsel

Belgien In welchem Land wurde die Sorte um 1800 bekannt?
Herbstbirne Zu welcher Reifegruppe gehört die Sorte?
Saftreich Welche Eigenschaft kennzeichnet das Fruchtfleisch besonders?
Merode Welcher Name steht in der historischen Bezeichnung Doyenné de ...?
Kompott Welche gekochte Verwendung eignet sich für die Frucht?
Feuerbrand Welche Krankheit kann für die Sorte problematisch sein?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die Philippsbirne ist eine alte Sorte der

. Ihre Herkunft wird mit

verbunden. Sie ist seit etwa

bekannt. Die Frucht wird bei Reife meist

. Das Fruchtfleisch gilt als besonders

. Die Sorte gehört zu den

. Nach der Ernte ist sie nur relativ

lagerfähig. Im Jahr 2006 wurde sie zur

des Jahres gewählt.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Fruchtporträt: Zeichne oder fotografiere eine Birne und markiere Form, Schale, Stiel, Kelch und Schalenpunkte.
  2. Geschmacksvergleich: Vergleiche zwei Birnensorten nach Süße, Säure, Saftigkeit und Festigkeit.
  3. Rezeptkarte: Gestalte eine einfache Rezeptkarte für Kompott oder ein anderes Birnengericht.
  4. Jahreszeitenbeobachtung: Dokumentiere an einem Birnbaum Blüte, Fruchtentwicklung und Reife mit drei Bildern.


Standard

  1. Streuobstwiese: Besuche eine Streuobstwiese oder einen Obstgarten und notiere, welche alten Sorten dort erhalten werden.
  2. Sortenvergleich: Vergleiche die Philippsbirne mit einer heute häufig angebotenen Birnensorte anhand von fünf Merkmalen.
  3. Saisonkalender: Erstelle einen kleinen Kalender, der Blüte, Ernte, Genussreife und Lagerzeit der Philippsbirne zeigt.
  4. Bildanalyse: Vergleiche eine historische Sortenabbildung mit einem modernen Foto und beschreibe, welche Merkmale sich zur Bestimmung eignen.


Schwer

  1. Pomologie: Entwickle einen einfachen Bestimmungsschlüssel für die Philippsbirne mit Fruchtform, Farbe, Stiel, Kelch und Schalenpunkten.
  2. Sortenerhaltung: Entwirf ein Konzept, wie eine Gemeinde oder ein Verein eine alte Birnensorte langfristig erhalten könnte.
  3. Quellenkritik: Vergleiche drei fachliche Quellen zur Philippsbirne und untersuche Unterschiede bei Reifezeit, Krankheitsanfälligkeit oder Herkunftsangaben.
  4. Citizen Science: Erstelle eine kleine lokale Karte alter Birnensorten und dokumentiere bei jeder Bestimmung, wie sicher oder unsicher sie ist.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Ernte und Qualität: Erkläre, warum eine zu frühe Ernte den Geschmack der Philippsbirne beeinflusst und welche Folgen das für die Verarbeitung haben kann.
  2. Lagerung und Nutzung: Entwickle einen Plan für die Verwendung einer großen Ernte, wenn die Früchte nur wenige Wochen lagerfähig sind.
  3. Bestäubung: Begründe, warum bei einer Sorte mit geringer Pollenspendereignung die Sortenwahl im Obstgarten wichtig ist.
  4. Historische Quellen: Erkläre, welchen Nutzen alte pomologische Abbildungen für die heutige Sortenbestimmung haben und wo ihre Grenzen liegen.
  5. Sortenvielfalt: Zeige an der Philippsbirne, wie Genuss, Kulturgeschichte und genetische Vielfalt miteinander verbunden sein können.
  6. Streuobstplanung: Entwirf für einen kleinen Obstgarten eine Kombination aus Nutzung, Pflege und Sortenerhaltung und begründe Deine Entscheidungen.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du Herkunft und historische Namen der Philippsbirne einordnen, typische Fruchtmerkmale erkennen, Wachstum und Reife beschreiben, Geschmack und Nutzungsmöglichkeiten erklären sowie die kurze Lagerfähigkeit berücksichtigen können. Wichtig ist außerdem, die Bedeutung alter Sorten für Streuobst, Pomologie und Sortenvielfalt zu verstehen und fachliche Quellen kritisch miteinander vergleichen zu können.




OERs zum Thema

  1. Wikimedia Commons: Doppelte Philippsbirne
  2. Verband der Gartenbauvereine: Doppelte Philippsbirne
  3. Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt: Doppelte Philippsbirne
  4. Wikipedia: Doppelte Philippsbirne



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