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Metalle und Betriebsstoffe umweltgerecht entsorgen - Schmied 1

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Metalle und Betriebsstoffe umweltgerecht entsorgen - Schmied 1




Metalle und Betriebsstoffe umweltgerecht entsorgen - Schmied

In einer Schmiede entstehen nicht nur Werkstücke, sondern auch Abfälle und verwertbare Reststoffe: Stahlabschnitte, Späne, Schleifstaub, Zunder, Schweißreste, gebrauchte Öle, Kühlschmierstoffe, verschmutzte Putztücher, leere Gebinde und gelegentlich defekte Batterien oder Elektrogeräte. Werden diese Stoffe falsch gesammelt, können Brände, Verletzungen, Boden- und Gewässerverunreinigungen sowie rechtliche Folgen entstehen. Werden sie dagegen sauber getrennt, bleiben wertvolle Metalle im Stoffkreislauf.

Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende in schmiedetechnischen, metallgestaltenden und metallverarbeitenden Berufen. Du lernst, betriebliche Abfälle zu erkennen, fachgerecht zu trennen, sicher zwischenzulagern, zu kennzeichnen und an zuständige Stellen zu übergeben. Maßgeblich bleiben immer die betriebliche Betriebsanweisung, die Gefährdungsbeurteilung, das Sicherheitsdatenblatt, der betriebliche Entsorgungsplan und die Anweisungen Deiner Ausbilderin oder Deines Ausbilders.


Lernziele

Nach der Bearbeitung kannst Du:

  1. Abfallhierarchie: Vermeidung, Wiederverwendung, Recycling, sonstige Verwertung und Beseitigung unterscheiden.
  2. Metallreste: Eisenmetalle, Nichteisenmetalle, Legierungen und verunreinigte Metallabfälle fachgerecht auseinanderhalten.
  3. Betriebsstoffe: Altöle, Kühlschmierstoffe, Reinigungsmittel und kontaminierte Hilfsmittel sicher zuordnen.
  4. Gefährliche Abfälle: Kennzeichnungen, Abfallschlüssel und besondere Schutzmaßnahmen beachten.
  5. Zwischenlagerung: geeignete Behälter, Auffangwannen und Kennzeichnungen auswählen.
  6. Dokumentation: Übergaben und Entsorgungswege nachvollziehbar festhalten.


Warum umweltgerechte Entsorgung zur Facharbeit gehört

Umweltschutz ist ein Bestandteil fachgerechter Arbeitsorganisation. Ein sauber geführter Wertstoffplatz vermindert Stolperstellen, Schnittverletzungen, Brandlasten, Leckagen und Fehlwürfe. Gleichzeitig verbessert eine sortenreine Trennung die Qualität des Recyclings und häufig auch den Erlös für Metallschrott.

Bei Metallabfällen entscheidet nicht nur das Gewicht. Wichtig sind auch Werkstoffart, Legierung, Reinheit, Anhaftungen und Fremdstoffe. Saubere Stahlabschnitte können meist hochwertiger verwertet werden als ein Gemisch aus Stahl, Aluminium, Kupfer, Schleifstaub, Kunststoff, Öl und Kehricht.


Die fünfstufige Abfallhierarchie

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz ordnet Maßnahmen in einer Rangfolge. An erster Stelle steht die Vermeidung. Erst wenn ein Abfall nicht vermieden werden kann, folgen Vorbereitung zur Wiederverwendung, Recycling, sonstige Verwertung und zuletzt die Beseitigung.[1]

  1. Vermeidung: Material genau zuschneiden, Fehlteile vermeiden, Betriebsstoffe sparsam dosieren und Mehrweggebinde nutzen.
  2. Vorbereitung zur Wiederverwendung: brauchbare Reststücke, Werkzeuge, Vorrichtungen oder Behälter nach Prüfung erneut verwenden.
  3. Recycling: sortenreine Metalle und geeignete Betriebsstoffe in einen stofflichen Kreislauf geben.
  4. Sonstige Verwertung: Abfälle beispielsweise energetisch verwerten, wenn stoffliches Recycling nicht sinnvoll möglich ist.
  5. Beseitigung: nicht verwertbare Abfälle kontrolliert behandeln oder ablagern.


Abfallarten in der Schmiede erkennen


Metallische Reststoffe

Abfallart Typische Entstehung Fachgerechter Grundsatz
Saubere Stahl- und Eisenreste Zuschnitt, Ablängen, Ausschmieden, Abtrennen Sortenrein und frei von Öl, Kunststoff, Holz und Kehricht sammeln
Nichteisenmetalle Arbeiten mit Kupfer, Messing, Bronze oder Aluminium Getrennt nach Metallart oder betrieblicher Sammelgruppe erfassen
Späne und Feilreste Bohren, Sägen, Fräsen, Feilen Trocken oder nach betrieblicher Vorgabe abtropfend sammeln; austretende Flüssigkeit auffangen
Schleifstaub und Schleifschlamm Schleifen, Polieren, Nassschleifen Wegen feiner Partikel und möglicher Öl- oder Schwermetallanteile gesondert einstufen
Schweißabfälle Lichtbogenschweißen, Elektrodenschweißen, Schutzgasschweißen Elektrodenreste, Schlacke und metallische Abschnitte nach betrieblicher Vorgabe trennen
Schmiedeabbrand und Zunder Erwärmen und Umformen von Stahl Abgekühlt, trocken und getrennt sammeln; Zusammensetzung und Verunreinigungen prüfen
Verunreinigter Metallschrott Kontakt mit Öl, Farbe, Chemikalien oder Gefahrstoffen Nicht ungeprüft zum sauberen Schrott geben; Einstufung durch verantwortliche Fachperson

Schmiedeabbrand beziehungsweise Zunder besteht überwiegend aus Eisenoxiden, die sich beim Erwärmen an der Werkstückoberfläche bilden. Er ist nicht automatisch mit sauberem Stahlschrott gleichzusetzen. Enthält das Sammelgut zusätzlich Öl, Strahlmittel, Beschichtungsreste oder andere Stoffe, kann ein anderer Entsorgungsweg erforderlich sein.


Sortenreinheit und Werkstofftrennung

Sortenreine Sammlung erhöht die Chance auf hochwertiges Recycling. In der Schmiede können unter anderem folgende Trennkriterien gelten:

  1. Eisenmetalle: unlegierte und legierte Stähle nach betrieblicher Vorgabe unterscheiden.
  2. Nichteisenmetalle: Aluminium, Kupfer, Messing und Bronze getrennt halten.
  3. Legierungen: hochlegierte oder nickelhaltige Werkstoffe nicht unkontrolliert mit gewöhnlichem Baustahl vermischen.
  4. Anhaftungen: Öl, Kühlschmierstoff, Farbe, Gummi, Holz und Kunststoff möglichst bereits am Entstehungsort fernhalten.
  5. Korngröße: massive Abschnitte, Späne, Staub und Schlamm getrennt sammeln, weil sie unterschiedliche Gefährdungen und Aufbereitungswege haben.


Typische Betriebsstoffe

Betriebsstoffe werden für den Arbeitsprozess benötigt, gehen aber nicht als Hauptbestandteil in das Werkstück ein. In einer Schmiede können dazu Schmieröle, Hydrauliköle, Getriebeöle, Härte- oder Abschreckmedien, Kühlschmierstoffe, Reinigungs- und Entfettungsmittel, Korrosionsschutzmittel, Farben, Lacke, Gase und Bindemittel gehören.

Nicht jeder Betriebsstoff ist automatisch ein Gefahrstoff. Entscheidend sind Kennzeichnung, Sicherheitsdatenblatt, Zusammensetzung, Einsatzbedingungen und Verunreinigungen. Gebrauchte Stoffe können anders einzustufen sein als das unbenutzte Produkt.


Altöle

Altöle dürfen nicht in den Ausguss, in die Kanalisation, auf den Boden oder in den Restabfall gelangen. Unterschiedliche Altöle und andere Flüssigkeiten dürfen nur entsprechend der betrieblichen Vorgaben und der rechtlichen Zuordnung zusammengeführt werden. Die Altölverordnung enthält Getrennthaltungs- und Vermischungsverbote.[2]

Altöl wird in dicht verschlossenen, beständigen und eindeutig beschrifteten Behältern gesammelt. Flüssigkeitsbehälter stehen grundsätzlich so, dass Leckagen erkannt und aufgefangen werden können. Fremdstoffe wie Bremsflüssigkeit, Lösemittel, Kühlschmierstoff, Wasser oder Reinigungsmittel dürfen nicht eigenmächtig zugemischt werden.

Das Bild zeigt, wie eine Lagerung nicht aussehen soll: beschädigte oder korrodierte Gebinde, fehlende Sicherung und unkontrollierte Vermischung gefährden Menschen und Umwelt.


Kühlschmierstoffe

Kühlschmierstoffe, kurz KSS, kühlen und schmieren bei spanenden Bearbeitungen. Unterschieden werden unter anderem nichtwassermischbare, wassermischbare und wassergemischte KSS. Während des Gebrauchs können Fremdöle, Metallpartikel, Reinigungsmittel und Mikroorganismen eingetragen werden.

Für Tätigkeiten mit KSS sind Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung, Unterweisung, Hautschutz, Hygiene, Wartung und geeignete Sammelbehälter wichtig. Ausgetretener KSS ist mit vorgesehenem Bindemittel aufzunehmen und unverzüglich zu beseitigen. KSS-getränkte Putztücher gehören in verschließbare Behälter. In der Nähe rotierender Maschinenteile dürfen Handschuhe nur verwendet werden, wenn keine Einzugsgefahr besteht und die Betriebsanweisung dies zulässt.[3]


Reinigungs- und Entfettungsmittel

Reinigungsmittel können brennbar, reizend, ätzend oder umweltgefährlich sein. Reste werden niemals durch Verdünnen oder Ausgießen „beseitigt“. Originalkennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt geben Hinweise zu Gefahren, Schutzmaßnahmen, Lagerung und Entsorgung. Unterschiedliche Reiniger dürfen nicht ohne Freigabe vermischt werden, da gefährliche Reaktionen oder Dämpfe entstehen können.

Das GHS-Piktogramm mit Baum und Fisch weist auf eine Gefahr für die Umwelt hin. Es ist ein wichtiges Signal, ersetzt aber nicht das vollständige Lesen des Etiketts und Sicherheitsdatenblatts.

Das Flammenpiktogramm kennzeichnet entzündbare Stoffe oder Gemische. Solche Stoffe müssen von Zündquellen, heißen Werkstücken, Funkenflug und offenen Flammen ferngehalten werden.


Ölhaltige Putztücher, Bindemittel und Filter

Öl- oder chemikalienbelastete Wischtücher, Aufsaugmittel, Filter, Einwegschutzkleidung und Bindemittel sind keine normalen Papier- oder Textilabfälle. Sie werden in dafür vorgesehenen, verschließbaren und gekennzeichneten Behältern gesammelt. Bei bestimmten Ölen oder Beschichtungsstoffen kann zusätzlich eine Selbstentzündungsgefahr bestehen. Deshalb sind betriebliche Sammelintervalle und Brandschutzregeln einzuhalten.


Druckgasbehälter und Spraydosen

Druckgasflaschen, Kartuschen und Spraydosen gehören nicht ungeprüft in einen Schrottcontainer. Restdruck, brennbare Gase und gefährliche Inhaltsstoffe können beim Pressen, Schneiden oder Schreddern Brände und Explosionen verursachen. Mehrwegflaschen werden in der Regel an Lieferanten oder Gasehändler zurückgegeben. Beschädigte oder nicht mehr zuordenbare Behälter werden gesichert und einer verantwortlichen Fachperson gemeldet. Du darfst sie nicht eigenmächtig anbohren, zerschneiden oder entleeren.


Batterien und Elektroaltgeräte

Batterien, Akkus, Ladegeräte, Messgeräte und Elektrowerkzeuge werden getrennt erfasst. Lithiumhaltige Akkus können bei Beschädigung thermisch durchgehen und Brände verursachen. Pole sind nach betrieblicher Vorgabe gegen Kurzschluss zu sichern. Aufgeblähte, heiße, beschädigte oder auslaufende Akkus werden nicht weiter benutzt und sofort gemeldet.


Rechtliche und betriebliche Grundlagen

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz bildet die zentrale Grundlage der Abfallwirtschaft. Es verlangt eine möglichst hochwertige Verwertung und sieht für verwertbare Abfälle eine getrennte Sammlung vor. Gefährliche Abfälle dürfen grundsätzlich nicht unkontrolliert mit anderen Abfällen, Stoffen oder Materialien vermischt werden.[4][5]

Die Gewerbeabfallverordnung konkretisiert für bestimmte gewerbliche Abfälle Anforderungen an getrennte Sammlung und Dokumentation. Die Abfallverzeichnis-Verordnung dient der Bezeichnung und Einstufung von Abfällen. Die Nachweisverordnung regelt bei nachweispflichtigen Abfällen die Dokumentation der Entsorgung. Für wassergefährdende Stoffe ist außerdem die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen, kurz AwSV, bedeutsam.


Abfallschlüssel nach der AVV

Ein Abfallschlüssel ist eine sechsstellige Nummer aus der Abfallverzeichnis-Verordnung. Ein Sternchen kennzeichnet einen gefährlichen Abfall. Die richtige Einstufung hängt von Herkunft, Zusammensetzung, Verunreinigungen und gefährlichen Eigenschaften ab. Auszubildende vergeben Abfallschlüssel deshalb nicht eigenmächtig, sondern arbeiten nach dem betrieblichen Entsorgungsplan und den Vorgaben der verantwortlichen Person.

Beispiele aus der Metallbearbeitung sind:[6]

AVV-Beispiel Bezeichnung Hinweis
12 01 01 Eisenfeil- und -drehspäne Für entsprechend eingestufte Eisenmetallspäne
12 01 03 NE-Metallfeil- und -drehspäne Für entsprechend eingestufte Nichteisenmetallspäne
12 01 07* Halogenfreie Bearbeitungsöle auf Mineralölbasis Gefährlicher Abfall
12 01 09* Halogenfreie Bearbeitungsemulsionen und -lösungen Gefährlicher Abfall
12 01 13 Schweißabfälle Zusammensetzung und Verunreinigungen beachten
12 01 14* Bearbeitungsschlämme, die gefährliche Stoffe enthalten Gefährlicher Abfall
12 01 15 Andere Bearbeitungsschlämme Nur nach fachgerechter Einstufung
12 01 18* Ölhaltige Metallschlämme Gefährlicher Abfall
15 02 02* Durch gefährliche Stoffe verunreinigte Aufsaug- und Filtermaterialien, Wischtücher und Schutzkleidung Gefährlicher Abfall

Die Tabelle ist eine Lernhilfe und keine pauschale Einstufung für jeden Betrieb. Schon geringe, aber relevante Anhaftungen können die Bewertung verändern. Im Zweifel entscheidet die verantwortliche Fachperson gemeinsam mit dem beauftragten Entsorgungsunternehmen oder der zuständigen Behörde.


Sammeln, Lagern und Übergeben


Sammlung am Entstehungsort

Abfälle werden möglichst dort getrennt, wo sie entstehen. Eindeutige Behälter reduzieren Fehlwürfe. Ein Sammelbehälter muss zum Stoff passen und darf durch scharfe Kanten, heiße Teile, chemische Reaktion oder Flüssigkeitsdruck nicht beschädigt werden.

  1. Behälter auswählen: dicht, standfest, beständig, ausreichend groß und für den vorgesehenen Stoff freigegeben.
  2. Behälter kennzeichnen: Abfallbezeichnung, betriebliche Sammelgruppe, mögliche Gefahren und zuständige Stelle angeben.
  3. Füllgrenze beachten: Deckel müssen schließen; Abfälle dürfen nicht herausragen oder überlaufen.
  4. Fremdstoffe vermeiden: keine Getränke, Kehricht, Verpackungen oder unbekannten Flüssigkeiten zugeben.
  5. Temperatur beachten: heiße Schmiedereste vollständig und kontrolliert abkühlen lassen, bevor sie in dafür bestimmte Behälter gelangen.


Sichere Zwischenlagerung

Flüssige Betriebsstoffabfälle werden in geschlossenen, beständigen Gebinden und nach betrieblichem Konzept auf geeigneten Auffangeinrichtungen gelagert. Lagerplätze müssen gegen Anfahren, Umkippen, Niederschlag, unbefugten Zugriff und den Eintrag in Boden oder Entwässerung gesichert sein.

Unverträgliche Stoffe werden getrennt gehalten. Brennbare Abfälle dürfen nicht neben Esse, Schweißarbeitsplatz, Funkenflug oder heißen Werkstücken stehen. Druckgasbehälter sind gegen Umfallen zu sichern. Notausgänge, Verkehrswege, Feuerlöscher und Zugänge zu Absperreinrichtungen bleiben frei.

Unbeschriftete, offene oder beschädigte Behälter werden nicht weiterbefüllt. Du sicherst den Bereich und meldest den Zustand sofort.


Übergabe und Dokumentation

Abfälle werden nur an die betrieblich festgelegte Sammelstelle oder ein beauftragtes, berechtigtes Entsorgungsunternehmen übergeben. Bei gefährlichen Abfällen können besondere Register-, Nachweis- und Transportpflichten gelten.

Eine betriebliche Dokumentation enthält je nach Verfahren:

  1. Abfallbezeichnung und Abfallschlüssel
  2. Herkunft und verantwortlichen Arbeitsbereich
  3. Menge oder Gewicht
  4. Behälter- und Lagerplatzangabe
  5. Datum der Bereitstellung und Abholung
  6. Empfänger und Beförderer
  7. Wiegeschein, Übernahmeschein oder Begleitschein
  8. Hinweise auf Abweichungen, Leckagen oder Fehlwürfe

Als Abfallerzeuger bleibt der Betrieb auch dann für eine ordnungsgemäße Entsorgung verantwortlich, wenn ein Dienstleister beauftragt wird. Deshalb werden Belege vollständig und nachvollziehbar geführt.


Verhalten bei Leckagen und Fehlwürfen

Bei ausgelaufenem Öl oder Kühlschmierstoff gilt: ruhig handeln, Personen warnen und nur Maßnahmen ausführen, für die Du unterwiesen bist.

  1. Gefahr erkennen: Stoff, Menge, Zündquellen und mögliche Einläufe beurteilen, ohne Dich selbst zu gefährden.
  2. Melden: Ausbilderin, Ausbilder, Vorgesetzte oder festgelegte Notfallstelle verständigen.
  3. Bereich sichern: Zutritt begrenzen und Rutsch- oder Brandgefahr kennzeichnen.
  4. Ausbreitung verhindern: Abläufe nur mit vorgesehenen Mitteln schützen; Leckagequelle nur gefahrlos und nach Anweisung stoppen.
  5. Aufnehmen: geeignetes Bindemittel und vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung verwenden.
  6. Rückstände sammeln: aufgenommenes Material in den gekennzeichneten Behälter für kontaminierte Betriebsmittel geben.
  7. Dokumentieren: Ursache, Menge und getroffene Maßnahmen nach betrieblichem Verfahren festhalten.

Ausgelaufene Betriebsstoffe werden niemals mit Wasser in den Abfluss gespült. Bei unbekannten Stoffen, größerer Freisetzung, Brandgefahr oder Kontakt mit Boden und Gewässern gilt der betriebliche Alarm- und Notfallplan.


Praxisbeispiel: Aufräumen nach einem Schmiedeauftrag

Nach der Fertigung eines geschmiedeten Geländerbauteils liegen Stahlabschnitte, Zunder, gebrauchte Schleifscheiben, ölige Putztücher und ein Rest Korrosionsschutzmittel vor. Fachgerecht gehst Du so vor:

  1. Wiederverwendbare Stahlabschnitte prüfst und lagerst Du im vorgesehenen Restmaterialregal.
  2. Saubere Schrottstücke gibst Du in den gekennzeichneten Stahlbehälter.
  3. Zunder und Kehrgut sammelst Du nicht automatisch gemeinsam, sondern nach betrieblicher Vorgabe.
  4. Gebrauchte Schleifmittel ordnest Du dem festgelegten Sammelweg zu.
  5. Ölige Putztücher legst Du in den verschließbaren Behälter für kontaminierte Wischtücher.
  6. Den Rest des Korrosionsschutzmittels lässt Du im Originalgebinde oder im dafür freigegebenen, korrekt gekennzeichneten Gebinde.
  7. Den Arbeitsplatz kontrollierst Du auf Tropfstellen, scharfe Reste und Fehlwürfe.
  8. Auffälligkeiten meldest Du und trägst erforderliche Angaben in die betriebliche Dokumentation ein.


Fachbegriffe

Fachbegriff Bedeutung
Abfallerzeuger Person oder Betrieb, durch dessen Tätigkeit Abfall entsteht
Abfallbesitzer Person oder Betrieb, der die tatsächliche Sachherrschaft über Abfall hat
Abfallschlüssel Sechsstellige Zuordnung eines Abfalls nach der Abfallverzeichnis-Verordnung
Gefährlicher Abfall Abfall mit gefährlichen Eigenschaften und besonderer Kennzeichnung im Abfallverzeichnis
Getrenntsammlung Getrennte Erfassung eines Abfallstroms nach Art und Beschaffenheit
Gebinde Behälter oder Verpackung zur Aufnahme eines Stoffes
Auffangwanne Rückhalteeinrichtung für austretende Flüssigkeiten
Entsorgungsfachbetrieb Fachlich überwachter und für bestimmte Tätigkeiten zertifizierter Entsorgungsbetrieb
Kühlschmierstoff Bearbeitungsmedium zum Kühlen und Schmieren
Schmiedeabbrand Oxidischer Materialverlust beim Erwärmen von Metall
Leckage Unbeabsichtigtes Austreten eines Stoffes aus einer Anlage oder einem Behälter


Quellen und Rechtsgrundlagen

  1. Kreislaufwirtschaftsgesetz
  2. Altölverordnung
  3. Abfallverzeichnis-Verordnung
  4. Gewerbeabfallverordnung
  5. Nachweisverordnung
  6. Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen
  7. BGHM: Wassergemischte Kühlschmierstoffe
  8. DGUV und BGHM: Stoffliste für Kühlschmierstoffe


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Maßnahme steht in der Abfallhierarchie an erster Stelle? (Abfallvermeidung) (!Thermische Verwertung) (!Deponierung) (!Vermischung)




Woran erkennst Du in der AVV einen gefährlichen Abfall? (Am Sternchen beim Abfallschlüssel) (!An einer grünen Schrift) (!An einer zweistelligen Nummer) (!Am Gewicht des Behälters)




Warum werden unterschiedliche Metalle möglichst sortenrein gesammelt? (Damit ein hochwertiges Recycling erleichtert wird) (!Damit der Schrott schwerer wird) (!Damit keine Kennzeichnung nötig ist) (!Damit alle Abfälle als ungefährlich gelten)




Was gilt für Altöl in der Schmiede? (Es wird getrennt und in freigegebenen dichten Behältern gesammelt) (!Es wird in den Ausguss gegossen) (!Es wird mit Reinigungsmitteln verdünnt) (!Es wird auf dem Boden verdunsten gelassen)




Wohin gehören mit gefährlichen Stoffen verunreinigte Putztücher? (In den vorgesehenen verschließbaren Sammelbehälter) (!In den Papierabfall) (!In die Hosentasche) (!In den Behälter für sauberen Stahlschrott)




Wie gehst Du mit einer unbekannten Druckgasflasche um? (Du sicherst sie und meldest sie einer verantwortlichen Person) (!Du bohrst ein Loch in die Flasche) (!Du legst sie in den Schrottcontainer) (!Du öffnest das Ventil vollständig)




Was ist bei ausgelaufenem Kühlschmierstoff richtig? (Du meldest die Leckage und verwendest vorgesehenes Bindemittel) (!Du spülst die Flüssigkeit in den Abfluss) (!Du deckst sie mit Metallspänen ab) (!Du ignorierst kleine Pfützen)




Wer legt im Ausbildungsbetrieb den gültigen Entsorgungsweg fest? (Die verantwortliche betriebliche Fachperson nach den geltenden Vorgaben) (!Jede Auszubildende allein) (!Der Kunde ohne Rücksprache) (!Die Person mit dem größten Schrottstück)




Was ist Schmiedeabbrand? (Oxidischer Materialverlust beim Erwärmen von Metall) (!Ein flüssiger Kühlschmierstoff) (!Eine Druckgasart) (!Ein Mehrweggebinde)




Wozu dienen Wiegescheine und Übernahmescheine? (Sie machen die Übergabe und den Entsorgungsweg nachvollziehbar) (!Sie ersetzen die Unterweisung) (!Sie erlauben das Vermischen aller Abfälle) (!Sie bestimmen die Schmiedetemperatur)





Memory

Getrenntsammlung Gleichartige Abfallströme getrennt erfassen
Abfallschlüssel Sechsstellige Zuordnung nach der AVV
Auffangwanne Rückhaltung austretender Flüssigkeiten
Kühlschmierstoff Medium zum Kühlen und Schmieren
Altöl Gebrauchtes mineralisches oder synthetisches Öl
Schmiedeabbrand Oxidischer Materialverlust beim Erwärmen
Entsorgungsfachbetrieb Zertifizierter Betrieb für Abfalltätigkeiten
Sicherheitsdatenblatt Informationen zu Gefahren und Schutzmaßnahmen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Sammel- oder Entsorgungsweg
Saubere Stahlabschnitte Gekennzeichneter Behälter für sortenreinen Stahlschrott
Ölhaltige Putztücher Verschließbarer Behälter für kontaminierte Betriebsmittel
Gebrauchtes Härteöl Dichter und gekennzeichneter Altölbehälter
Leere Mehrweg-Gasflasche Rückgabeweg des Lieferanten
Schleifschlamm Gesonderter Behälter nach fachlicher Einstufung






Kreuzworträtsel

Zunder Wie heißt die oxidische Schicht, die sich beim Erwärmen von Stahl bildet?
Altöl Wie heißt gebrauchtes Schmier-, Getriebe- oder Hydrauliköl zusammenfassend?
Auffangwanne Welche Einrichtung hält Flüssigkeit bei einer Leckage zurück?
Abfallschlüssel Wie heißt die sechsstellige Zuordnung eines Abfalls nach der AVV?
Schrott Wie heißt metallisches Altmaterial, das zur Verwertung gesammelt wird?
Bindemittel Welches Hilfsmittel nimmt ausgelaufene Flüssigkeiten auf?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

An erster Stelle der Abfallhierarchie steht die

. Saubere Metallreste sollen möglichst

gesammelt werden. Ein Sternchen am Abfallschlüssel kennzeichnet einen

Abfall. Flüssige Betriebsstoffabfälle gehören in dichte und gekennzeichnete

. Eine

hält austretende Flüssigkeiten zurück. Altöl darf nicht eigenmächtig mit anderen

vermischt werden. Mit Öl belastete Putztücher werden in einem

Sammelbehälter erfasst. Eine Leckage musst Du sofort

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Abfall-Suchbild: Zeichne eine Schmiedewerkstatt und markiere mindestens acht Stellen, an denen Abfälle oder wiederverwendbare Reststoffe entstehen.
  2. Behälterkennzeichnung: Entwirf gut lesbare Schilder für Stahlreste, Nichteisenmetalle, ölhaltige Putztücher und Altöl.
  3. Werkstoffsortierung: Untersuche bereitgestellte saubere Metallproben und entwickle Kriterien für eine sinnvolle Trennung.
  4. Umweltregel-Plakat: Gestalte ein Plakat mit fünf Regeln für den umweltgerechten Umgang mit Betriebsstoffen.


Standard

  1. Entsorgungsrundgang: Dokumentiere mit Genehmigung die betrieblichen Sammelstellen und ordne ihnen typische Abfälle zu.
  2. Sicherheitsdatenblatt analysieren: Werte das Sicherheitsdatenblatt eines betrieblich verwendeten Reinigungs- oder Schmierstoffs aus und fasse Gefahren, Lagerung und Entsorgung zusammen.
  3. Leckage-Übung: Plane im Team eine sichere Übung zum Umgang mit einer kleinen simulierten Ölleckage und verteile Rollen.
  4. Abfallflussdiagramm: Erstelle für einen Schmiedeauftrag ein Flussdiagramm vom Materialzuschnitt bis zur Übergabe der Reststoffe.


Schwer

  1. Entsorgungskonzept: Entwickle für eine fiktive Schmiede ein vollständiges Sammel- und Zwischenlagerkonzept mit Behältern, Kennzeichnungen und Verantwortlichkeiten.
  2. Abfallanalyse: Untersuche eine Woche lang die im Ausbildungsbereich entstehenden Abfallarten und erarbeite zwei realistische Vermeidungsmaßnahmen.
  3. Fachinterview Entsorgung: Führe ein Interview mit einer Fachkraft für Arbeitssicherheit, einer Umweltbeauftragten oder einem Entsorgungsfachbetrieb und dokumentiere die wichtigsten Aussagen.
  4. Unterweisung gestalten: Produziere eine kurze Unterweisung oder ein Lernvideo für neue Auszubildende zum sicheren Trennen von Metallabfällen und Betriebsstoffen.




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Lernkontrolle

  1. Fallanalyse Fehlwurf: In einem Stahlschrottcontainer liegen eine Spraydose, ölige Tücher und Aluminiumreste. Analysiere Gefahren, Auswirkungen auf das Recycling und notwendige Maßnahmen.
  2. Entscheidung Altöl: Zwei gebrauchte Öle stammen aus unterschiedlichen Maschinen. Entwickle einen Entscheidungsweg, mit dem geprüft wird, ob sie gemeinsam gesammelt werden dürfen.
  3. Arbeitsplatzplanung: Plane einen Wertstoffplatz für eine kleine Schmiede. Begründe Standort, Behälter, Kennzeichnung, Brandschutz und Auffangeinrichtungen.
  4. Leckagebewertung: Bei einer undichten Maschine läuft Kühlschmierstoff in Richtung Bodenablauf. Beschreibe eine sichere Handlungskette und begründe jeden Schritt.
  5. Recyclingqualität: Vergleiche einen sortenreinen Stahlabfallstrom mit einem gemischten Werkstattabfall. Erkläre Folgen für Aufbereitung, Sicherheit, Kosten und Ressourcenschutz.
  6. Verantwortungskette: Stelle dar, welche Aufgaben Auszubildende, Ausbilder, Betriebsleitung und Entsorgungsunternehmen bei der Abfallentsorgung übernehmen.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind wichtig:

  1. Du unterscheidest wiederverwendbare Reststücke, verwertbare Metallabfälle und zu beseitigende Abfälle.
  2. Du erklärst die Abfallhierarchie anhand eines Beispiels aus der Schmiede.
  3. Du ordnest typische Metallreste und Betriebsstoffabfälle geeigneten Sammelwegen zu.
  4. Du erkennst Kennzeichnungen, GHS-Piktogramme und den Stern bei gefährlichen Abfallschlüsseln.
  5. Du wählst geeignete Behälter und begründest den Einsatz einer Auffangwanne.
  6. Du beschreibst das sichere Verhalten bei Leckagen, Fehlwürfen und beschädigten Gebinden.
  7. Du weist nach, dass Du betriebliche Anweisungen, Sicherheitsdatenblätter und Zuständigkeiten beachtest.
  8. Du dokumentierst einen Entsorgungsvorgang nachvollziehbar und fachsprachlich korrekt.




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