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Mechanische Kleinuhren warten und instandsetzen - Uhrmacher - LF 7

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Mechanische Kleinuhren warten und instandsetzen - Uhrmacher - LF 7

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Einleitung

Eine mechanische Kleinuhr ist ein feinmechanisches System: Nur wenn Antrieb, Aufzug, Räderwerk, Zeigerwerk, Hemmung, Schwingsystem und Lagerungen aufeinander abgestimmt sind, zeigt sie die Zeit zuverlässig an. In diesem aiMOOC bearbeitest du einen vollständigen, fiktiven Werkstattauftrag vom Kundengespräch über die Diagnose und Kalkulation bis zur Freigabeprüfung und Dokumentation. Zielgruppe sind Auszubildende im Uhrmacherhandwerk im zweiten Ausbildungsjahr. Als Orientierung dient Lernfeld 7 „Mechanische Kleinuhren warten und instandsetzen“ des KMK-Rahmenlehrplans (40 Unterrichtsstunden); die Umsetzung wird mit dem gültigen Landeslehrplan, dem betrieblichen Ausbildungsplan und den Vorgaben der zuständigen Kammer abgestimmt. KMK-Rahmenlehrplan, Lernfeld 7, PDF-Seite 14 BIBB-Berufsprofil und Rechtsgrundlagen

Dein Kompetenzziel: Du kannst einen Werkstattauftrag fachsprachlich analysieren, technische Unterlagen und Skizzen nutzen, den Istzustand prüfen, Fehlerursachen eingrenzen, Maßnahmen sicher und wirtschaftlich planen, geeignete Reinigungs- und Schmierverfahren begründen, Ergebnisse kontrollieren und verständlich dokumentieren. Du kalkulierst einen Kostenvoranschlag und berätst zum Werterhalt. Am Ende lieferst du ein nachvollziehbares Instandsetzungsprotokoll mit Messwerten und begründeter Freigabeentscheidung.

Sicherheitsgrenze: Entspannen von Zugfedern, Demontage, chemische Reinigung, Ultraschallgeräte, Bearbeitung gespannter Teile und Eingriffe an Hemmung/Unruh erfolgen ausschließlich unter befugter fachlicher Aufsicht sowie gemäß Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und aktueller Herstellerdokumentation. Übe ohne Aufsicht stattdessen mit beschrifteten Fotos, einem stillgelegten Demonstrationsmodell, digitalen Baugruppen oder vorgegebenen Messdaten. Ein Onlinekurs ersetzt keine Unterweisung und keine Freigabe zur Werkstattarbeit.


Aufbau und Funktion mechanischer Kleinuhren


Vom Federhaus zu den Zeigern

Eine Kleinuhr ist etwa eine Armband- oder Taschenuhr. Im Federhaus speichert die aufgezogene Zugfeder mechanische Energie. Der Aufzug spannt die Feder bei einer Handaufzugsuhr über Krone und Aufzugmechanismus, bei einer Automatikuhr zusätzlich durch die Bewegung einer Schwungmasse. Sperrrad und Klinke sichern den Antrieb gegen unkontrollierte Rückbewegung. Das Räderwerk leitet Drehbewegung durch Räder und Triebe; das Zeigerwerk setzt sie in Stunden- und Minutenanzeige um. Die Hemmung gibt die Bewegung nur schrittweise frei. Unruh und Spirale bilden das zeitbestimmende Schwingsystem. Ein Lager ermöglicht möglichst reibungsarme, definierte Drehung eines Zapfens; Lagersteine und Stoßsicherungen sind keine bloße Dekoration. Zeichne den Energie- und Informationsfluss als Pfeilkette: Zugfeder → Federhaus → Räderwerk → Hemmungsrad → Anker → Unruh/Spirale; die Zeiger werden über das Zeigerwerk angetrieben. Das Zeigerwerk ist deshalb kein Teil der Hemmung.

Abbildung: Zerlegte und montierte Taschenuhr als Grundlage für eine Stücklisten- und Baugruppenanalyse. Doug Coldwell, CC BY-SA 3.0; Commons-Dateiseite.

Abbildung: Automatikwerk mit Mikrorotor als Variante des Aufzugs; nicht mit dem Unterrichtskaliber ETA 2824-2 verwechseln. Raminagrobis, CC BY-SA 4.0; Commons-Dateiseite.

Fachsprache anwenden: Rad = meist zahnreicheres, antreibendes Bauteil einer Stufe; Trieb = zugehöriges kleines Zahnrad an einer Welle; Zapfen = fein bearbeiteter Wellenabschnitt für die Lagerung; Lagerluft = notwendiges, vom Konstrukteur vorgesehenes Spiel; Zeigerreibung = abgestimmter Reibschluss für die Zeigerstellung. Prüfe in jeder technischen Zeichnung, ob du Vorder-/Rückseite, Drehrichtung und Baugruppenbezeichnung richtig erkannt hast.


Übersetzung, Frequenz und Gangdauer berechnen

Für eine einfache außenverzahnte Zahnradstufe gilt betragsmäßig: n₂ = n₁ · z₁ / z₂; n bezeichnet Umdrehungen je Zeiteinheit und z die Zähnezahl. Die Drehrichtung kehrt sich bei einer Außenverzahnung um. Bei mehrstufigen, auf derselben Welle gekoppelten Rädern multiplizierst du die Einzelverhältnisse; Zwischenräder ohne Übersetzungswirkung verändern zwar die Drehrichtung, aber nicht zwingend den Betrag der Gesamtübersetzung.

Vollständiger Modellrechenweg: Ein Zentrumrad mit 80 Zähnen läuft einmal pro Stunde und treibt einen Trieb mit 10 Zähnen am Kleinbodenrad an. Das damit fest gekoppelte Kleinbodenrad mit 75 Zähnen treibt den Trieb des Sekundenrades mit 10 Zähnen. Erste Stufe: 80/10 = 8. Zweite Stufe: 75/10 = 7,5. Gesamtverhältnis: 8 · 7,5 = 60. Das Sekundenrad macht damit 60 Umdrehungen pro Stunde, also eine Umdrehung pro Minute. Die Zahlen beschreiben ein schematisches Unterrichtsmodell, keine verbindliche Stückliste eines realen Kalibers. Typischer Fehler: Zähnezahlen addieren statt Verhältnisse multiplizieren oder Zähnezahl und Drehzahl direkt proportional setzen.

Die Schwingfrequenz der Unruh wird oft in Halbschwingungen pro Stunde (A/h) angegeben. Beim dokumentierten ETA 2824-2 sind es 28.800 A/h. Zwei Halbschwingungen sind eine volle Schwingung: 28.800 : 2 : 3.600 = 4 Hz. Die Periodendauer beträgt T = 1/f = 0,25 s für eine volle Schwingung. Vier Hertz bedeutet nicht vier Hemmungsimpulse je Minute. Für die Gangdauer unterscheidest du konstruktive Herstellerangaben und tatsächliche Messung. ETA nennt für das 2824-2 mindestens 38 h und typischerweise 42 h Gangreserve. ETA, Technische Mitteilung 2824-2 vom 06.10.2022, Seite 1 Ein anschauliches Rechenmodell: 7 nutzbare Federhausumdrehungen bei modellhaft 6 h je Umdrehung ergeben 7 · 6 h = 42 h; diese Modellannahme ersetzt keine reale Messung.

Abbildung: Zahnräder einer historischen Uhr für die Analyse von Zahnzahlen und Eingriffen. Roseusa, CC BY-SA 4.0; Commons-Dateiseite.


Auftrag annehmen, diagnostizieren und planen


Auftrag und Istzustand unterscheiden

Ein Werkstattauftrag beginnt mit einer klaren Fehlerbeschreibung: Seit wann tritt ein Stillstand auf? War die Uhr Stößen, Feuchtigkeit oder Magnetfeldern ausgesetzt? Welche Vorgeschichte ist bekannt? Erhebe nur nötige Daten und verwende für Lernzwecke die Fallnummer U-07 anstelle echter Namen. Halte Zustand, Gehäuse- und Glasauffälligkeiten, vorhandene Dichtungen, besondere Werte der Uhr, Funktionen, optische Schäden sowie Annahmebedingungen fest. Beschreibe Beobachtungen ohne voreilige Ursachenzuschreibung: „Zeitwaage zeigt +180 s/d“ ist ein Befund; „Unruh defekt“ wäre vor der Bauteilprüfung nur eine Hypothese.

Diagnosekette: Auftrag klären → Sichtprüfung und Dokumentation → sicherer Funktionscheck → Gangkontrolle in mehreren Lagen und bei definiertem Aufzug → Hypothesen zu Energieverlust, Lagerreibung, Schmutz, Magnetisierung, Aufzug und Hemmung aufstellen → geeignete Prüfverfahren wählen → Instandsetzungsbedarf, Ersatzteilverfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit beurteilen. Eine Zeitwaage misst Gangabweichung, Amplitude und Abfallfehler unter festgelegten Bedingungen; eine kleine Gangabweichung allein beweist kein gesundes Werk. Positions-, Temperatur- und Aufzugszustand sowie Geräteeinstellung beeinflussen die Aussage. Prüfe zuerst das passende Kaliber und die Prüfparameter im Herstellernachweis.

Abbildung: Zeitwaage zur Beobachtung und Dokumentation des Gangverhaltens. Jason7825, vom Urheber gemeinfrei gestellt; Commons-Dateiseite.

Deutschsprachiges Anschauungsvideo „Uhr selber reinigen ... Revision“, Teil 1, DIY Uhrenbauer (2019): Beobachte die Reihenfolge der Demontage und notiere mögliche Sicherheits- und Qualitätsfragen; keine Anleitung zum unbeaufsichtigten Nachmachen. Videodatensatz.


Zeichnungen, Fehlerbaum und Arbeitsplan

Zu einer reproduzierbaren Diagnose gehören Kaliberkennzeichnung, technische Explosionszeichnungen, Werkstoff- und Lagerinformationen, der richtige Ersatzteilstand und eine bebilderte Ablageskizze. Für jeden Verdacht formulierst du eine prüfbare Bedingung: „Bei unzureichender Gangreserve trotz vollständigen Aufzugs wird die Kraftabgabe von Federhaus und Räderwerk anhand Herstellerangaben untersucht.“ Vermeide den typischen Fehler, durch frühes Verstellen des Rückers die Ursache von Stoppfehlern verdecken zu wollen. Bei beschädigten Zapfen, Unruhspirale oder Stoßsicherung ist eine Unterbrechung und Rücksprache mit der Ausbildungsleitung fachgerecht.

Arbeitsplan mit Freigabepunkten: (A) Auftrag, Vollständigkeit, Fotodokumentation und Messbedingungen aufnehmen. (B) Zustandsprüfung und Fehlerhypothesen protokollieren. (C) Arbeitsumfang, Sicherheitsmaßnahmen, Kaliberunterlagen und Ersatzteilbeschaffung festlegen. (D) Kostenvoranschlag erklären und Freigabe einholen. (E) Werk unter Aufsicht und mit geeigneten Hilfsmitteln kontrolliert demontieren; Federenergie vorher nach Fachanweisung sichern. (F) Bauteile und Lager auf Verschleiß, Korrosion, Verformung und Fremdstoffe kontrollieren. (G) Nur freigegebene Teile gemäß Herstellerangaben reinigen, trocknen, gegebenenfalls ersetzen und korrekt schmieren. (H) Unter Aufsicht montieren, Hemmung und Schwingsystem fachgerecht prüfen und nur nach Befund justieren. (I) Gang in mehreren Lagen, Gangdauer, Zeigerstellung und Zusatzfunktionen prüfen. (J) Abnahmeprotokoll, Rechnung und Hinweise zum Werterhalt erstellen. Nach jedem Schritt ist eine Soll-Ist-Kontrolle vorgesehen.

Arbeitsschutz und Qualität: Verwende eine Teileablage und staubgeschützte Werkunterlage, schütze Augen und Werk vor wegfliegenden Federn, kontaktiere gespannte Baugruppen nicht ungesichert und nutze Werkzeuge nur nach Unterweisung. Trage Beobachtung und Maßnahme getrennt ein. Fehler in der Reihenfolge, fehlende verwechslungssichere Schraubenablage oder unkontrolliert eingeblasene Druckluft können zusätzliche Schäden verursachen.


Reinigen, schmieren, montieren und justieren


Werkstoffe, Lager und Reinigungsverfahren

In Werkteilen begegnen dir Stahl, Messing, verschiedene Lagersteine, Oberflächenbeschichtungen und synthetische Bauteile. Ihre Eigenschaften beeinflussen Korrosionsverhalten, Verschleiß und Reinigung. Prüfe Zapfen und Lager auf Riefen, Spiel und erkennbare Verunreinigung, ehe du Schmierstoff auswählst. Reinigen entfernt alte Öle, Abrieb und Rückstände; Schmieren verringert Reibung und Verschleiß an genau spezifizierten Kontaktstellen. Beides sind unterschiedliche Schritte. „Mehr Öl schützt besser“ ist falsch: Überölen kann verlaufen, Verunreinigungen binden und Gangprobleme verursachen. Zu wenig oder falscher Schmierstoff führt ebenfalls zu Schäden. Nicht jedes Bauteil darf ins gleiche Reinigungsbad; vorgelieferte, vorgeschmierte Komponenten können ausdrücklich vom Waschen ausgeschlossen sein. ETA-Technische Mitteilung, kaliberspezifische Reinigungs- und Schmierhinweise

Schmierplan lesen: Identifiziere in der Herstellerzeichnung jede Schmierstelle, den verwendeten Produkttyp, die symbolische Dosiermenge und die Montagephase. Die ETA-Unterlage 2824-2 nennt je nach Stelle zum Beispiel Moebius 9010, 9415 und HP-1300; daraus folgt keine universelle Schmierempfehlung für andere Kaliber oder andere Stellen. Prüfe besonders Hemmungsflächen, Zapfenlager, Aufzug und Zeigerreibung separat. Feinschmierung an der Hemmung und zähere Schmierstoffe in anderen Mechanismen dürfen nicht vertauscht werden. Die richtige Reihenfolge und Verträglichkeit ergeben sich aus der aktuellen technischen Mitteilung, nicht aus einer ungesicherten Forumsregel.

Gesundheit und Umwelt: Gefahrstoffhaltige Reinigungsflüssigkeiten nur nach dokumentierter Gefährdungsbeurteilung, Sicherheitsdatenblatt, Betriebsanweisung und unter fachlicher Aufsicht einsetzen; unter Umständen sind technische Absaugung, geschlossene Anlagen und geeignete persönliche Schutzmaßnahmen nötig. Keine offenen Lösemittelversuche, keine Entsorgung im Ausguss, keine Chemikalienmischungen und kein Ultraschallversuch mit brennbaren Flüssigkeiten. Sammle Altöle, Reinigungsreste und kontaminierte Tücher entsprechend betrieblichem Entsorgungsweg. Eine sicherere Lernalternative ist die virtuelle Sortierung von Bauteilen in „reinigen“, „nach Vorgabe nicht waschen“, „prüfen/ersetzen“. DGUV Information 209-088 BAuA, gültige TRGS einschließlich 400, 500 und 510


Montage, Hemmung und Schwingsystem

Bei der Montage kontrollierst du zunächst Sauberkeit, Unversehrtheit, Lagerung und Eingriff des Räderwerks. Die Schweizer Ankerhemmung verbindet Hemmungsrad und Unruh über den Anker und die Hebelsteine; sie gibt Energie portionsweise weiter und hält das Schwingsystem in Bewegung. Abfallfehler bezeichnet die zeitliche Asymmetrie der Tick-Tack-Ereignisse; Amplitude ist der Schwingwinkel der Unruh; Gangabweichung ist die Differenz zur Sollzeit, oft angegeben in Sekunden pro Tag. Begriffe nicht verwechseln: Ein niedriger Abfallfehler garantiert weder ausreichende Amplitude noch korrekte Gangdauer. Justage von Hemmung, Spirale und Stoßsicherung ist besonders empfindlich und muss einer qualifizierten Person vorbehalten bleiben. Der Rahmenlehrplan sieht die Grundlagen in LF 7 vor; spezielle vertiefte Reparaturen an Hemmungen und Schwingsystemen sind außerdem Gegenstand von LF 11 im dritten Ausbildungsjahr.

Animation: Unruhbewegung in Zeitlupe. Glosome, CC BY-SA 4.0; Commons-Dateiseite.

Deutschsprachiger Videobeitrag „Uhr Revision selber machen“, Teil 3, DIY Uhrenbauer (2019): Beobachtungsauftrag zu Montage, Entmagnetisierung und Regulierung; Werkstattarbeiten nur nach fachlicher Unterweisung. Videoeintrag.


Gangkontrolle, Instandsetzungsnachweis und Qualität


Messen und aus Messreihen entscheiden

Eine Zeitwaage zeigt aus akustisch erkannten Hemmungsereignissen unter definierten Einstellungen einen momentanen Trend an. Führe in der Übung Messpunkte mit Position, Aufzugzustand, Temperaturhinweis, Messdauer und Messgerät auf. Wiederhole Messungen nach der Montage, anschließend folgt eine ausreichend lange praxisbezogene Beobachtung des tatsächlichen Gangs. Negative Werte bedeuten Nachgang, positive Vorgang. Die rechnerische Mittelabweichung aus vier Lagen ist die Summe der vier Tagesgangwerte geteilt durch vier. Beispiel: +8, +12, +4 und +0 s/d ergeben (8 + 12 + 4 + 0)/4 = +6 s/d. Die Spannweite beträgt 12 − 0 = 12 s/d. Die Mittelzahl allein verdeckt unter Umständen eine schlechte einzelne Lage; bewerte deshalb auch Spannweite, Amplitude, Abfallfehler und beobachtete Störungen. Aus einem sehr kurzen Zeitwaagenlauf darfst du keine garantierte 24-Stunden-Genauigkeit ableiten.

Deutschsprachiges Video „Uhr Gangabweichung richtig regulieren“, DIY Uhrenbauer (2018), mit Einblick in Zeitwaagenanzeigen. Analyse statt unbeaufsichtigtem Eingriff: Welche Daten und Unsicherheiten fehlen im gezeigten Einzelmesswert? Videoeintrag.

Gangreserve testen: Vollständiges Aufziehen nach Kaliberanweisung, Startzeit und beobachtete Stoppzeit festhalten; die Differenz ist die gemessene Gangdauer. Beispiel: Dienstag 16:00 bis Donnerstag 08:00 = 40 h. Beim ETA 2824-2 liegt dies über dem genannten Mindestwert 38 h, aber unter dem typischen Wert 42 h; dokumentiere genau diesen Befund ohne eine pauschale Zusage für jedes Exemplar. Fehlerquelle: Ein unklarer Aufzugszustand macht den Vergleich unzuverlässig. ETA-Kaliberübersicht Herstellerdatenblatt


Übungsfall U-07: kompletter Werkstattauftrag

Auftragslage (sämtliche Daten erfunden): Eine mechanische Automatik-Armbanduhr mit Übungskaliber ETA 2824-2 bleibt sporadisch stehen und geht laut Auftraggeberin stark vor. Die Kundin möchte eine nachvollziehbare Beurteilung und vor jeder Reparatur einen Kostenvoranschlag. Die fiktive Nummer U-07 enthält keine personenbezogenen Angaben. Äußere Schäden werden in einer anonymisierten Zustandsaufnahme protokolliert. Vorbefund: nach definiertem Aufzug +180 s/d in einer Messlage; unregelmäßige Amplitude. Hypothese, noch keine Diagnose: verschmutztes oder unzureichend geschmiertes Räderwerk, alternativ Magnetisierung oder Defekt am Aufzug. Erst eine systematische Prüfung kann das unterscheiden.

Arbeitsplan und Messpunkte: 1. Eingangszustand, Kaliber und Auftrag aufnehmen; Kennzeichen U-07. 2. Messbedingungen und Befunde mit zwei Lagen dokumentieren. 3. Gefährdungen und technische Unterlage prüfen; Montage ausschließlich unter fachlicher Aufsicht. 4. Prüfbefund, Reparaturumfang, Ersatzteilbedarf und Freigabekosten festlegen. 5. Nach schriftlicher Auftragsfreigabe unter Aufsicht kontrolliert demontieren, Bauteile sichten, vorgegebene Teile reinigen, schadhafte Teile ggf. ersetzen, kalibergerecht schmieren und montieren. 6. Hemmung, Unruh, Aufzug, Zeigerwerk und Gangwerte prüfen; nur nötige qualifizierte Einstellungen durchführen. 7. Gangmessungen in vier Lagen, 24-h-Beobachtung und Gangdauerprüfung durchführen. 8. Abweichungen bewerten, Protokoll und kundenverständliche Hinweise erstellen. Befund in diesem Musterfall: deutlich verschmutzte Lager und veralteter Schmierstoff, keine sicher nachgewiesene beschädigte Unruh; der geschulte Werkstattverantwortliche gibt die Reinigung und fachgerechte Revision frei. Dies ist ein didaktisches Szenario, keine Ferndiagnose.

Kostenvoranschlag – rechenbar und nachvollziehbar: 2,5 Arbeitsstunden zu 72,00 € netto ergeben 2,5 · 72,00 = 180,00 €. Freigegebenes Reinigungs- und Ersatzmaterial kostet 30,00 € netto. Netto zusammen 180,00 + 30,00 = 210,00 €. Bei dem für dieses Rechenbeispiel angesetzten Umsatzsteuersatz von 19 % sind das 210,00 · 0,19 = 39,90 €. Gesamtsumme: 249,90 € brutto. Die Werte sind Übungsannahmen, keine Marktpreisempfehlung; in der Praxis prüfst du Steuersituation, Kalkulationsgrundlage, Zusatzrisiken und Freigabegrenzen. Ein Zusatzdefekt führt zu einer neuen Rücksprache vor Mehrarbeiten; ein Kostenvoranschlag ist keine Erlaubnis zu unbegrenzten Arbeiten.

Prüfbares Arbeitsergebnis: Das freigegebene Übungssoll lautet: keine Aussetzer während der vereinbarten 24-h-Funktionsbeobachtung; je Lage ein absoluter Tagesgangwert höchstens 20 s/d; Gangreserve mindestens 38 h nach vollständigem Aufzug; Auftrag und Messverfahren dokumentiert. Das ist ein didaktischer Abnahmerahmen und kein allgemeiner Herstellerstandard für Ganggenauigkeit. Muster-Messwerte nach Werkstattrevision: Zifferblatt oben +7 s/d, Zifferblatt unten +10 s/d, Krone oben +4 s/d, Krone unten +12 s/d; zusätzlich 24 h ohne Stopp, Gangreserve 40 h. Mittelwert (7 + 10 + 4 + 12)/4 = 33/4 = +8,25 s/d; Spannweite 12 − 4 = 8 s/d. Die vier Grenzwerte sind eingehalten und die Gangreserve liegt über 38 h. Ergebnis: im vereinbarten Übungssoll bestanden, vorbehaltlich dokumentierter übriger Funktionsprüfungen und fachlicher Schlusskontrolle. Nicht geprüfte Wasserdichtigkeit wird ausdrücklich als nicht bestätigt ausgewiesen; Dichtung oder Gehäuseöffnung allein liefert keinen Dichtheitsnachweis. Maßgeblich sind geeignete Prüfgeräte, Herstellerangaben und gegebenenfalls die aktuelle ISO 22810:2010 (ISO führt sie derzeit als veröffentlicht; Normtext wird nicht kopiert).

Bewertungsraster für U-07 (100 Punkte):

Kriterium 0 Punkte Teilweise Voll erreicht
Auftragsanalyse und datensparsame Annahme (15) Kein Istzustand Unvollständige Kriterien: 1–10 Befund, Ziele, anonymisierte Annahme und Risiken: 11–15
Diagnose und begründete Planung (20) Keine Systematik Einzelbelege: 1–14 Fehlerhypothesen, Sicherheits- und Freigabepunkte: 15–20
Technische und sichere Durchführung oder Simulation (20) Unbegründete Eingriffe Teilweise korrekt: 1–14 Kalibergerechte Schritte, Ressourcen und Aufsicht: 15–20
Messung, Rechnung und Soll-Ist-Prüfung (25) Keine Prüfdaten Lückenhafte Rechnung: 1–17 Vierlagenwerte, Gangdauer und korrekt begründete Freigabe: 18–25
Kalkulation, Beratung und Dokumentation (20) Unvollständig Teilweise nachvollziehbar: 1–14 KVA, Protokoll, Grenzen und Werterhalt erklärt: 15–20

Für die Bewertung notierst du je Kriterium die erreichten Punkte innerhalb des genannten Bereichs und begründest sie mit konkreten Nachweisen. Bestehensregel der Übung: mindestens 70 von 100 Punkten, alle Sicherheitsfreigaben vorhanden und keine ungeprüfte Zusage von Wasserdichtigkeit. Bei gravierenden Sicherheitsverstößen ist der praktische Versuch abzubrechen, unabhängig von der Punktzahl.


Kundenberatung, Nachhaltigkeit und digitaler Service


Verständliche Beratung und fachlich korrekte Grenzen

Berate die Auftraggeberin ergebnisorientiert: Was war der beobachtete Fehler? Welche Maßnahme war nach Freigabe erforderlich? Welche Teile wurden tatsächlich ersetzt? Welche Messergebnisse liegen vor, und welche Eigenschaften wurden nicht geprüft? Erkläre, dass regelmäßige Wartung, sachgerechte Behandlung und Schutz vor Feuchtigkeit, Stoß und starker Magnetisierung dem Werterhalt dienen können, aber kein konkretes Revisionsintervall ohne passende Hersteller- und Nutzungsvorgaben für jede Uhr gilt. Trenne Kosten, fachliche Notwendigkeit und Kundenwunsch. Besprich den Umgang mit historischen oder besonders wertvollen Uhren vor jedem Eingriff gesondert; Originalteile und Patina dürfen nicht unbesehen verloren gehen.


Digitale Dokumentation, Datenschutz und Umweltverantwortung

Branchensoftware unterstützt Auftragsnummer, Teile- und Arbeitszeiterfassung, Messreihen, Version der technischen Unterlagen, Kostenvoranschläge und Fertigmeldung. Ein gutes digitales Prüfprotokoll trennt Stammdaten von technischen Messwerten, nennt Werk-/Kaliberbezeichnung, verwendetes Messgerät, Zeitpunkt, Lage, Aufzugszustand, Messreihe, Eingriffe, Freigabe und aufbewahrte Nachweise. Erhebe personenbezogene Kundendaten nur, soweit erforderlich, lege Rollen/Zugriffsrechte und Aufbewahrungsfristen betrieblich fest, schütze Übertragungswege und veröffentliche keine Kundenfotos oder Seriennummern. Bei Lernprodukten verwende ausschließlich synthetische Daten; beachte den Grundsatz der Datenminimierung nach Art. 5 DSGVO.

Nachhaltigkeitsentscheidung: Prüfe, ob Reinigung, fachgerechte Reparatur und passende Ersatzteile die Lebensdauer sinnvoll verlängern. Vergleiche Reparaturfähigkeit, Ersatzteilverfügbarkeit und Materialverbrauch, ohne den wirtschaftlichen Aufwand zu verschweigen. Ersetzte Kleinteile, beschädigte Dichtungen und kontaminierte Reinigungsflüssigkeiten sind getrennt zu behandeln; Gefahrstoffreste gehören nicht in den Hausmüll oder Abfluss. Technische Unterlagen sollen möglichst digital bereitstehen, aber für die Werkstatt verlässlich versionsgeprüft und vor Ort zugänglich sein. Ein abschließender Qualitätsbericht nennt auch Ungewissheiten und offene Folgemaßnahmen.


Interaktive Aufgaben


Multiple-Choice-Quiz

Welche Baugruppe speichert die Energie einer mechanischen Kleinuhr? (Die Zugfeder im Federhaus) (!Das Zifferblatt mit den Zeigern) (!Der Rücker am Unruhkloben) (!Die Dichtung des Gehäusebodens)




Welche Aussage zur Schweizer Ankerhemmung ist fachlich richtig? (Sie gibt die Bewegung des Räderwerks schrittweise frei) (!Sie erzeugt elektrische Energie für den Aufzug) (!Sie ersetzt das Zeigerwerk vollständig) (!Sie garantiert unabhängig von der Unruh eine feste Ganggenauigkeit)




Ein Rad mit 80 Zähnen treibt einen Trieb mit 10 Zähnen an. Was gilt für den Betrag der Trieb-Drehzahl? (Sie ist achtmal so hoch wie die Drehzahl des antreibenden Rades) (!Sie ist achtmal so niedrig wie die Drehzahl des antreibenden Rades) (!Sie entspricht immer der Drehzahl des antreibenden Rades) (!Sie lässt sich ohne Angabe der Radgröße nicht berechnen)




Welche Frequenz entspricht 28800 Halbschwingungen pro Stunde? (4 Hertz) (!2 Hertz) (!8 Hertz) (!40 Hertz)




Welche Beobachtung ist ein dokumentierbarer Istbefund ohne vorweggenommene Diagnose? (Die Zeitwaage zeigt in der Messlage plus 180 Sekunden pro Tag) (!Die Uhr bleibt ausschließlich wegen eines defekten Ankers stehen) (!Alle Lager sind wegen falscher Schmierung beschädigt) (!Die Kundin hat die Zugfeder sicher überlastet)




Was ist vor einer chemischen Werkreinigung in der Ausbildung erforderlich? (Fachaufsicht und Einhaltung der Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung) (!Ein spontaner Lösemitteltest ohne Unterweisung) (!Das Mischen verfügbarer Reiniger zur Leistungssteigerung) (!Die Entsorgung gebrauchter Lösungsmittel über den Ausguss)




Welche Aussage zur Schmierung ist richtig? (Die Schmierstelle und Dosierung richten sich nach der passenden Herstellerunterlage) (!Für alle Kleinuhrwerke eignet sich an jeder Stelle das gleiche Öl) (!Mehr Öl verbessert den Gang grundsätzlich) (!Vorgeschmierte Teile müssen immer vollständig ausgewaschen werden)




Vier Lagen ergeben plus 7 plus 10 plus 4 und plus 12 Sekunden pro Tag. Wie groß ist ihr arithmetischer Mittelwert? (Plus 8 Komma 25 Sekunden pro Tag) (!Plus 4 Sekunden pro Tag) (!Plus 12 Sekunden pro Tag) (!Plus 33 Sekunden pro Tag)




Welches Ergebnis darf nach einer Werkrevision ohne Dichtheitsprüfung zugesagt werden? (Die Wasserdichtigkeit wurde nicht geprüft) (!Die Uhr ist automatisch bis 100 Meter wasserdicht) (!Eine neue Dichtung beweist alle nötigen Druckprüfungen) (!Ein positiver Zeitwaagenwert bestätigt die Gehäusedichtheit)




Was gehört zu einem belastbaren Instandsetzungsnachweis? (Messbedingungen und Soll-Ist-Vergleich mit dokumentierter Entscheidung) (!Nur eine Aussage zur optischen Schönheit) (!Nur die Rechnung ohne technischen Befund) (!Ein ungeprüfter Schätzwert für die Gangreserve)





Memory-Spiel

Ordne jeweils die fachliche Baugruppenbezeichnung ihrer eindeutigen Aufgabe zu.

Federhaus Speichert die Antriebsenergie in der Zugfeder
Räderwerk Überträgt Drehbewegungen über Räder und Triebe
Anker Vermittelt das schrittweise Freigeben des Hemmungsrades
Unruh Schwingender Gangregler mit Spiralfeder
Zeitwaage Erfasst akustisch abgeleitete Gang- und Schwingungswerte
Lagerstein Ermöglicht die präzise Lagerung eines Zapfens





Drag-and-drop-Zuordnung

Ordne die Arbeitsschritte ihrem fachlich begründeten Zweck zu; dies ist eine Textzuordnung, keine praktische Handlungsfreigabe.

Passenden Arbeitsschritt zuordnen Zweck
Auftragsannahme Beanstandung und Zustand vor dem Eingriff festhalten
Fehlerdiagnose Ursachenhypothesen durch Beobachtung und Prüfung eingrenzen
Kostenvoranschlag Aufwand transparent berechnen und Freigabe ermöglichen
Kalibergerechte Schmierung Ausgewählte Reibstellen gemäß Herstellerplan versorgen
Abnahmekontrolle Messwerte und Funktionsprüfung mit dem vereinbarten Soll vergleichen





Kreuzworträtsel

Finde den jeweils gesuchten Fachbegriff mit einem Wort.

Federhaus Welche Baugruppe enthält die Zugfeder als Energiespeicher?
Räderwerk Welche Baugruppe überträgt Drehbewegungen durch verzahnte Räder?
Anker Welches Bauteil koppelt Hemmungsrad und Unruh indirekt?
Unruh Welches Schwingsystemelement bestimmt zusammen mit der Spirale die Taktfrequenz?
Zeitwaage Wie heißt das Messgerät für akustische Gangmessungen?
Schmierung Wie heißt das gezielte Einbringen von Schmierstoff an vorgegebenen Stellen?





LearningApps

Suche nach ergänzenden Übungsaufgaben zu mechanischen Kleinuhren. Prüfe externe Angebote kritisch auf Fachrichtigkeit, Datenschutz und Einsetzbarkeit; die Suchseite ist kein geprüfter Einzelkurs.


Lückentext

Ergänze jeden Fachbegriff aus dem Kurs.
Die Energie für ein mechanisches Werk wird in der

gespeichert.
Das Gehäuse der aufgerollten Feder heißt

.
Drehbewegungen werden von verzahnten Rädern im

übertragen.
Die Schweizer Ankerhemmung gibt die Bewegung nur

frei.
Unruh und

bilden das zeitbestimmende Schwingsystem.
Eine akustische Gangmessung wird mit der

durchgeführt.
Ein positiver Tagesgang bedeutet, dass eine Uhr

.
Ein schriftliches Angebot vor der Reparatur heißt

.
Die Reinigung entfernt unter anderem alten

.
Die Wahl des neuen Öls richtet sich nach dem

.
Der Vergleich von Messwerten mit Kriterien heißt

.
Technische Lernfälle verwenden keine echten

.



Offene Aufgaben


Leicht

  1. Baugruppen beschriften: Fertige anhand einer geprüften Abbildung eine Skizze mit mindestens acht Baugruppen, Pfeilen zum Energiefluss und einer Legende an; ohne Eingriff in ein reales Werk.
  2. Begriffe erklären: Erstelle acht Karteikarten mit Fachbegriff, sachlich korrekter Funktion und einem typischen Verwechslungsfehler.
  3. Sicherheitskarte gestalten: Erstelle eine bebilderte Unterweisungskarte mit Risiken gespannter Federn, kleinen Teilen, Lösemitteln und mindestens einer sicheren Simulationsalternative.
  4. Befund und Vermutung trennen: Ordne zehn vorgegebene Aussagen zur Uhr U-07 den Kategorien Beobachtung, Hypothese und Maßnahme zu und begründe drei Grenzfälle.


Standard

  1. Übersetzungsmodell berechnen: Berechne für ein Modellrad mit 60 Zähnen und einen Trieb mit 12 Zähnen das Drehzahlverhältnis; ergänze eine eigene plausible zweite Stufe und zeichne die Drehrichtungen.
  2. Prüfprotokoll entwickeln: Entwirf eine digital ausfüllbare Tabelle mit vier Lagen, Gangabweichung, Aufzugzustand, Datum, Geräteeinstellung, Befund und Freigabe; nutze ausschließlich fiktive Werte.
  3. Kostenvoranschlag prüfen: Rechne den U-07-Kostenvoranschlag nach und entwirf zwei Alternativen mit transparenten Arbeitszeit- und Materialannahmen sowie einer Grenze für Rücksprache.
  4. Nachhaltigkeitsentscheidung begründen: Vergleiche im Kurzbericht das Weiterverwenden eines gereinigten Werkteils mit seinem Ersatz; beziehe Material, Energie, Risiken und Werterhalt ein.


Schwer

  1. Fehlerbaum entwickeln: Entwickle für „Uhr bleibt gelegentlich stehen“ mindestens drei konkurrierende Ursachenketten mit jeweils zwei unterscheidenden Prüfbeobachtungen und einer fachlichen Eskalationsgrenze.
  2. Werkstattprojekt U-07: Produziere anhand des Musterfalls einen vollständigen simulierten Arbeitsplan mit Freigabepunkten, Teileliste, Sicherheitsbeurteilung, drei Alternativbefunden und begründeter Maßnahmenwahl.
  3. Messreihen bewerten: Entwirf eine eigene synthetische Vierlagenreihe mit auffälliger Spannweite, berechne Mittelwert und Spannweite und argumentiere, weshalb der Mittelwert allein keine Freigabe rechtfertigt.
  4. Beratungsrollenspiel dokumentieren: Spiele ein anonymes Kundengespräch mit Kostenvoranschlag, unklarer Dichtheit und Zusatzkosten durch; erstelle Gesprächsnotiz, Datenschutzcheck und eine fachlich faire Entscheidung.




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Lernkontrolle

  1. Funktionszusammenhang prüfen: Zeichne ohne Vorlage den Energiefluss und erkläre an zwei Schadensstellen, weshalb ein Fehler im Räderwerk Gang und Gangreserve beeinflussen kann.
  2. Übersetzungen begründen: Ermittle aus den Zähnezahlen 80, 10, 75 und 10 die Übersetzung in zwei Stufen und prüfe das Ergebnis durch die erwartete Drehzahl des Sekundenrades.
  3. Differenzialdiagnose durchführen: Vergleiche bei sporadischem Stillstand die Hypothesen Magnetisierung, Lagerreibung und Aufzugsfehler; nenne je eine unterscheidende, sichere Beobachtung und eine Grenze deiner Aussage.
  4. Sicherheit übertragen: Beurteile, weshalb eine unbeaufsichtigte offene Lösemittelreinigung ungeeignet ist, und formuliere anhand der DGUV-/TRGS-Hinweise eine sichere Ersatzlernaufgabe.
  5. Gangmessung auswerten: Berechne Mittelwert und Spannweite aus den vier U-07-Endwerten und begründe, warum eine 24-Stunden-Beobachtung und eine Gangdauerprüfung zusätzliche Aussagen ermöglichen.
  6. Angebot und Freigabe prüfen: Rechne 2,5 Stunden zu 72 Euro, 30 Euro Material und die beispielhafte Umsatzsteuer nach; erkläre schriftlich die rechtzeitige Rücksprache bei Zusatzkosten.
  7. Digitale Auftragsakte bewerten: Prüfe anhand einer fiktiven Beispielakte, welche Angaben zu Kundinnen für den Lernnachweis nicht benötigt werden, und entwickle ein datensparsames Protokoll.


Lernnachweis

Abzugebendes Produkt: „Werkstattdossier U-07“ als anonymisierte Datei oder Papiermappe mit (1) Auftragsanalyse und fachsprachlichem Energiefluss-Schema, (2) Inventar, Bild-/Bauteillegende und Quellenverzeichnis, (3) zwei konkurrierenden Fehlerhypothesen mit Prüfstrategie, (4) Arbeitsplan einschließlich Arbeitsschutz, Umwelt, Unterweisung und Freigabepunkten, (5) einer erkennbar fiktiven Ausführungsdokumentation oder beaufsichtigten Werkstattdokumentation, (6) einer vierlagigen Gangmessung einschließlich Mittelwert/Spannweite und Gangdauer, (7) dem nachgerechneten Kostenvoranschlag und (8) einem unterschriftsfreien, adressatenorientierten Abschlussbericht. Ohne geeigneten Ausbildungsbetrieb darf der technische Teil vollständig anhand von Fotos, Messdatensätzen und digitalem Modell erbracht werden.

Nachweiskriterien: Fachbegriffe stimmen; Zahnraddaten und Rechnungen sind reproduzierbar; Befund, Hypothese und Maßnahmen sind getrennt; Sicherheits- und Herstellergrenzen sind sichtbar; die Soll-Ist-Entscheidung ist nachvollziehbar; Quellen und Medienlizenzen sind benannt. Nutze das 100-Punkte-Raster im Musterfall; praktische Freigaben erteilt ausschließlich die befugte Ausbildungsperson. Die hier beschriebene Übungsbewertung ist keine amtliche Prüfungsleistung und keine Zulassungsvoraussetzung.

Musterform für den Abschlussbericht: „Auftrag U-07, fiktive Automatik-Kleinuhr, Prüfbedingungen dokumentiert; Ausgangsbefund +180 s/d in einer Lage und gelegentliche Stillstände. Nach freigegebener, beaufsichtigter Revision: Messreihe +7/+10/+4/+12 s/d, Mittelwert +8,25 s/d, Spannweite 8 s/d, 24 h beobachtet ohne Stillstand, 40 h Gangdauer. Der vereinbarte Übungszielwert ist erreicht; Wasserdichtigkeit nicht geprüft; weitere Nutzungshinweise und Einschränkungen wurden erläutert.“ Dies ist ein transparentes Beispiel, kein realer Kundenfall.


OER und Wikipedia

Offene und amtliche Lernquellen, mit Herkunft und Gültigkeitskontext: KMK, Rahmenlehrplan Uhrmacher/Uhrmacherin, Beschluss 29.06.2001, LF 7 auf PDF-Seite 14 – verbindlichen Landesbezug im Unterricht prüfen; BIBB, aktuelle Berufsprofilseite und Ausbildungsordnung in der bereitgestellten Rechtsfassung – Ausbildungsverordnung und betrieblicher Ausbildungsplan; ETA 2824-2, Technische Mitteilung vom 06.10.2022 – herstellereigene, urheberrechtlich geschützte technische Unterlage nur verlinkt, nicht kopiert; ETA-Kaliberseite; DGUV Information 209-088 und BAuA, TRGS-Übersicht – bei der Arbeit aktuelle betriebliche Vorschriften prüfen; ISO 22810:2010, gültiger Veröffentlichungsstatus, Dichtheitsanforderungen und Prüfverfahren – Norminhalt nicht reproduziert; DSGVO, Art. 5 – Datenminimierung.

Wikipedia zur Grundlagenklärung: Der überprüfte deutschsprachige Artikel Uhrwerk beschreibt Baugruppen; Hemmung und Unruh ergänzen die Fachsprache. Wikipedia kann Einstieg, aber kein Ersatz für Kaliberunterlagen, Normen oder betriebliche Sicherheitsregeln sein.

Verifizierte Wikimedia-Commons-Medien und Nutzungsrechte: Die Dateiseiten wurden auf exakte Namen, Autorenschaft und dort angegebene Lizenz geprüft; bei Weiterverwendung Bedingungen wie Namensnennung, Lizenzlink und ggf. Weitergabe unter gleichen Bedingungen beachten.

Eingebundene Datei Originalnachweis Urheber Lizenz / Rechtehinweis
File:Pocket watch parts & assembled.jpg Commons-Original Doug Coldwell CC BY-SA 3.0
File:Buren 1000 watch movement.jpg Commons-Original Raminagrobis CC BY-SA 4.0
File:Watch Parts.png Commons-Original Roseusa CC BY-SA 4.0
File:Watch timing machine.jpg Commons-Original Jason7825 Gemeinfrei laut Urhebererklärung
File:Watch Balance Wheel.gif Commons-Original Glosome CC BY-SA 4.0

Deutschsprachige Videos (YouTube, keine OER-Lizenz behauptet): DIY Uhrenbauer, Revision Teil 1 (2019), DIY Uhrenbauer, Revision Teil 3 (2019) und DIY Uhrenbauer, Gangkontrolle/Zeitwaage (2018). Urheber und Rechte verbleiben bei den veröffentlichten Videoanbietern; Einbettung ist keine Erlaubnis zum Kopieren. Die Videobeschreibungen wurden in den öffentlichen Trefferangaben geprüft; Videoanweisungen werden fachlich hinterfragt und ersetzen weder Kaliberunterlagen noch Aufsicht. Die Suchseite von LearningApps bietet keine Garantie für passende, geprüfte Aufgaben.

Ergänzende interaktive Ressource: Horopedia – Schweizer Ankerhemmung mit Animationen und DigiSim – vereinfachtes 3D-Modell eines mechanischen Uhrwerks eignen sich zur anschaulichen, gefahrlosen Modellanalyse. Die Simulation stellt keine exakte Kontaktphysik und keine Werkstattfreigabe dar. Prüfe bei externen Angeboten die Nutzungsrechte und Datenschutzbedingungen vor der Verwendung.


Verknüpfte Lernbereiche

Fachverbindungen: Physik (Arbeit, Energie, Schwingung), Mathematik (Zahlenverhältnis, Mittelwert), Werkstoffkunde (Korrosion, Lagerwerkstoffe), Chemie (Reinigung und Schmierstoffe), Technisches Zeichnen (Skizzen und Stücklisten), Wirtschaftslehre (Kostenrechnung und Kundenservice), Informatik (Branchensoftware und Datenschutz) sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung (Reparatur vor Wegwerfen). Lernfeldübergreifend knüpft LF 7 an die vorausgehenden mechanischen Grundlagen an und bereitet unter anderem auf LF 9 (Service) und LF 11 (vertiefte Hemmung/Sicherheit des Schwingsystems) vor.


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