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Literatur verstehen - Die Juden - Gotthold Ephraim Lessing

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Literatur verstehen - Die Juden - Gotthold Ephraim Lessing

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Einleitung

Literatur verstehen - Die Juden - Gotthold Ephraim Lessing

Zielgruppe: Klasse 9–10; mit Vertiefungen für Klasse 11–13.

Dein Ziel: Du verstehst das Lustspiel, untersuchst konkrete Textstellen und erkennst, wie Vorurteile entstehen und kritisiert werden.

Gotthold Ephraim Lessing, Porträt von Anna Rosina de Gasc. Quelle: Wikimedia Commons, gemeinfrei.


Kurzbeschreibung des Buches

Die Juden ist ein Lustspiel in einem Aufzug von Gotthold Ephraim Lessing. Lessing schrieb es 1749; veröffentlicht wurde es 1754. Das Stück gehört zur Aufklärung.

Ein Reisender rettet einen Baron vor einem Überfall. Zwei Männer aus dessen Umfeld sind an dem Verbrechen beteiligt. Sie versuchen, den Verdacht auf jüdische Menschen zu lenken. Am Ende zeigt sich: Der mutige Reisende ist selbst Jude.

Die zentrale Frage lautet: Warum beurteilen Menschen andere nach ihrer Zugehörigkeit, statt nach ihrem Handeln?


Volltext und Leseweg

Der Volltext bleibt auf der bereits vorhandenen MOOCwiki-Buchseite:

Buch - Die Juden - Lessing, Gotthold Ephraim – Volltext und Buchausgabe

Diese Kursseite ist ein Lernbegleiter. Sie erstellt keine zweite Buchausgabe. Lies die vollständigen Auftritte in der verlinkten Ausgabe.

Zusätzliche Vergleichsquellen:

  1. Historischer Druck von 1754: G. E. Leßings Schrifften, Band 4, mit Die Juden – Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek.
  2. Digitaler Volltext bei Project Gutenberg – eine spätere elektronische Textfassung, kein Faksimile des Druckes von 1754.

Wichtig: Die Originalsprache ist Deutsch. Eine Übersetzung ins Deutsche ist deshalb nicht nötig. Die historische Druckfassung und moderne Übertragungen in heutige Schrift können sich in Rechtschreibung und Zeichensetzung unterscheiden. Übernimm Zitate immer genau aus der Ausgabe, die Du angibst.

Datei:G. E. Leßings Schrifften. 4 (IA 10113761bsb).pdf


Lesen in vier Schritten

  1. 1. und 2. Auftritt – Täter und Täuschung: Welche Personen kennen die Wahrheit über den Überfall? Wie versucht Martin Krumm, einen Verdacht auf jüdische Menschen zu lenken? Untersuche auch die Szene mit der Schnupftabakdose.
  2. 3. bis 6. Auftritt – Menschenbild: Wie denkt der Reisende über Gerechtigkeit? Lies besonders das Gespräch mit dem Baron im 6. Auftritt. Markiere pauschale Urteile und begründete Gegenargumente.
  3. 14. bis 21. Auftritt – Neue Verdächtigungen: Wie führen Lügen, Eifersucht und falsche Schlüsse zu weiteren Konflikten? Verfolge die Geschichte der Dose. Lies im 16. Auftritt besonders die Hinweise auf die Verkleidung.
  4. 22. Auftritt – Enthüllung: Wie reagieren Baron, Tochter, Lisette und Christoph, als der Reisende seine Religion offenlegt? Hat sich das Denken der Figuren wirklich verändert?

Lesehilfe: Schreibe zu jeder Station drei kurze Sätze: Was geschieht? Woran erkennst Du es im Text? Welche Frage bleibt offen?


Figuren und Handlung

Figur Rolle im Stück Frage zum Nachdenken
Der Reisende Rettet den Baron und lehnt pauschale Urteile ab. Was bedeutet für ihn Menschenliebe?
Der Baron Ist dankbar, zeigt aber Vorurteile. Wie verändert sich sein Verhalten am Schluss?
Das Fräulein Die Tochter des Barons mag den Reisenden. Warum unterscheidet sich ihre Reaktion von der ihres Vaters?
Martin Krumm und Michel Stich Sind in den Überfall verwickelt und verschleiern ihre Tat. Wie nutzen sie vorhandene Vorurteile?
Christoph Ist der Diener des Reisenden. Wie beeinflussen seine eigenen Interessen seine Aussagen?
Lisette Ist eine Bedienstete im Haus des Barons. Wie trägt sie zu den Verwicklungen bei?

Aufbau: Das Stück besteht aus einem Akt mit mehreren kurzen Auftritten. Das Publikum erfährt schon früh mehr über die Täter als einige Figuren. Dieses unterschiedliche Wissen erzeugt Spannung und dramatische Ironie.

Medientipp: Die Juden – Michael Sommers Weltliteratur to go zeigt eine kurze filmische Bearbeitung mit Spielfiguren. Vergleiche den Film mit dem Original: Was wird gekürzt oder vereinfacht? Der Film ist keine historische Originalquelle.


Textstellen genau untersuchen


Textstelle: 2. Auftritt

Martin Krumm gibt sich freundlich. Gleichzeitig stellt er jüdische Menschen pauschal als Diebe dar und versucht selbst zu stehlen.

Deine Aufgabe: Suche die Regieanweisung zum Griff in die Tasche des Reisenden. Erkläre, warum Krumm dadurch unglaubwürdig wird. Beschreibe den Unterschied zwischen seinen Worten und seinen Handlungen.

Beleg: Notiere die Regieanweisung mit Auftritt und Ausgabe. Formuliere danach erst Deine Deutung.


Textstelle: 6. Auftritt

Der Reisende sagt in der digitalen Gutenberg-Fassung:

„ich bin kein Freund allgemeiner Urteile über ganze Völker“

Deine Aufgabe: Erkläre den Satz mit eigenen Worten. Gegen welches Vorurteil richtet er sich? Prüfe, wie der Baron darauf reagiert.

Merke: Ein Textbeleg zeigt, was eine Figur tatsächlich sagt. Eine Interpretation erklärt, was das im Zusammenhang bedeuten könnte.


Textstelle: 22. Auftritt

Der Reisende erklärt:

„Ich bin ein Jude.“

Das Fräulein fragt:

„Ei, was tut das?“

Zitate nach der oben verlinkten Project-Gutenberg-Transkription, jeweils 22. Auftritt. Prüfe bei Verwendung der MOOCwiki-Buchausgabe deren genauen Wortlaut.

Deine Aufgabe: Stelle die beiden kurzen Äußerungen gegenüber. Wie reagieren die übrigen Figuren? Beachte besonders, dass der Baron den Reisenden bewundert, seine bisherigen Vorstellungen aber nicht vollständig überwindet.

Textbefund Beobachtung Mögliche Deutung
Der Reisende sagt, dass er Jude ist. Seine Religionszugehörigkeit wird erst spät offen benannt. Die Enthüllung stellt die Vorurteile der anderen auf die Probe.
Das Fräulein fragt nach der Bedeutung dieser Tatsache. Sie reagiert anders als die erschrockenen Erwachsenen. Ihre Frage kann das Vorurteil grundsätzlich infrage stellen.

Vertiefung Klasse 11–13: Prüfe, ob das Stück nur einen außergewöhnlich guten jüdischen Menschen zeigt oder auch die allgemeinen Vorurteile wirksam kritisiert. Begründe Deine Antwort anhand der Schlussreaktionen.


Historischer Kontext: Aufklärung und Empfindsamkeit


Aufklärung

Die Aufklärung fordert Menschen auf, selbst nachzudenken und unbegründete Vorurteile zu prüfen. Für Lessings Stück sind Vernunft, Menschenliebe und religiöse Toleranz wichtig.

Im 18. Jahrhundert waren jüdische Menschen vielerorts rechtlich und gesellschaftlich benachteiligt. Das Stück stellt verbreitete judenfeindliche Vorstellungen zur Diskussion. Diese Vorurteile sind Aussagen von Figuren, keine Tatsachen über jüdische Menschen.

Daniel Chodowiecki: „Aufklärung“. Das Licht steht sinnbildlich für Erkenntnis. Quelle: Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Lernvideo – Literaturepoche Aufklärung (Studienkreis):

Aufgabe zum Video: Finde zwei Ideen der Aufklärung, die auch im 6. oder 22. Auftritt sichtbar werden.


Empfindsamkeit und benachbarte Literatur

In der Empfindsamkeit spielen Gefühle, Freundschaft und Mitgefühl eine große Rolle. Diese Themen finden sich auch in Gesprächen des Reisenden mit dem Baron. Das macht Die Juden aber nicht automatisch zu einem typischen Werk der Empfindsamkeit: Es ist vor allem ein aufklärerisches Lustspiel.

Andere Formen des 18. Jahrhunderts sind etwa Briefroman, Bürgerliches Trauerspiel und später Werke des Sturm und Drang. Sie setzen unterschiedliche Schwerpunkte.

Lernvideo – Empfindsamkeit (EinfachSchule):

Aufgabe zum Video: Suche im 6. Auftritt ein Beispiel für Freundschaft oder ein starkes Gefühl. Erkläre, wie Gefühl und vernünftiges Urteil zusammenwirken können.


Jüdische Aufklärung und Toleranz

Moses Mendelssohn war ein bedeutender jüdischer Denker der Aufklärung und stand später mit Lessing in freundschaftlichem Austausch. Seine Schriften sind ein wichtiger Teil der jüdischen Aufklärung. Er ist keine Figur in Die Juden.

Moses Mendelssohn, nach einer Zeichnung von Daniel Chodowiecki. Quelle: Wikimedia Commons / Jewish Encyclopedia, gemeinfrei.

Vergleich: Lessing behandelte religiöse Toleranz später auch in Nathan der Weise (1779). Frage Dich, was sich zwischen einem kurzen Lustspiel und einem späteren Ideendrama verändert.


Eine historische Animation richtig einordnen

Kartenanimation zu europäischen Gebietsveränderungen von 1700 bis 1714. Sie zeigt eine Zeit vor der Entstehung des Stückes, nicht den Handlungsort von Die Juden. Quelle: Cramyourspam nach Karten von Rebel Redcoat, Wikimedia Commons, CC0 1.0.

Quellenfrage: Warum darfst Du aus dieser Karte nicht direkt ableiten, welche Rechte jüdische Menschen am Handlungsort des Stückes im Jahr 1749 hatten?


Sprache, Hörmedien und Originalfassung


Sprache auf der Bühne

Die Figuren sprechen unterschiedlich: Krumm täuscht Freundlichkeit vor; Christoph redet häufig übertrieben; der Reisende argumentiert vorsichtig. Einige Wörter wirken heute altmodisch.

Achte beim Lesen auf Fragen, Ausrufe, Regieanweisungen und Verallgemeinerungen.

Mini-Übung: Wähle zwei Sätze aus dem 2. oder 6. Auftritt. Beschreibe zuerst ihre sprachliche Form. Erkläre danach ihre Wirkung.


Zwei frei nutzbare Hörproben

Lessings Gedicht „Der alte und der junge Wein“, gelesen von Ulrik Nielsen, LibriVox / Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Lessings Prosatext „Ankündigung“, gelesen von Dirk, LibriVox / Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Wichtig: Beide Hördateien enthalten andere Texte von Lessing, keine Lesung des Lustspiels Die Juden. Sie eignen sich als Hörvergleich unterschiedlicher Textformen.

Höraufgabe: Wie wirken Sprechtempo, Betonung und Satzbau? Übertrage einen kurzen Redewechsel aus Die Juden probeweise in einen lebendigen Dialog. Verändere dabei den Wortlaut nicht.


Historischen Druck und moderne Textfassung vergleichen

Öffne den Druck von 1754 und die MOOCwiki-Buchausgabe nebeneinander.

  1. Suche im historischen Druck eine kurze Stelle aus Die Juden.
  2. Vergleiche Schriftbild, Schreibweise und Satzzeichen. Notiere nur Unterschiede, die Du wirklich sehen kannst.
  3. Schreibe die Stelle buchstabengetreu aus einer ausgewählten Fassung ab und nenne diese Fassung.
  4. Erkläre getrennt davon, was die Stelle für die Handlung bedeutet.

Hilfsfrage: Was ist eine Änderung der Schreibweise, und was wäre bereits eine Änderung der Aussage?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wer schrieb das Lustspiel Die Juden? (Gotthold Ephraim Lessing) (!Friedrich Schiller) (!Johann Wolfgang Goethe) (!Moses Mendelssohn)




In welcher Form ist Die Juden geschrieben? (Als Lustspiel in einem Aufzug) (!Als Briefroman) (!Als Gedichtzyklus) (!Als historischer Bericht)




Wen rettet der Reisende vor einem Überfall? (Den Baron) (!Christoph) (!Lisette) (!Martin Krumm)




Wer versucht, dem Reisenden eine Schnupftabakdose zu stehlen? (Martin Krumm) (!Das Fräulein) (!Der Baron) (!Michel Stichs Tochter)




Was kritisiert das Stück besonders? (Pauschale Vorurteile gegen Menschen) (!Das Lesen historischer Bücher) (!Die Freundschaft zwischen Menschen) (!Das Reisen mit Pferden)




In welchem Auftritt erklärt der Reisende, dass er Jude ist? (Im zweiundzwanzigsten Auftritt) (!Im ersten Auftritt) (!Im vierten Auftritt) (!Im zehnten Auftritt)




Welche Figur fragt nach der Enthüllung sinngemäß, warum die Religion wichtig sei? (Das Fräulein) (!Martin Krumm) (!Michel Stich) (!Christoph)




Warum entsteht bereits am Anfang dramatische Ironie? (Das Publikum weiß früh mehr über die Täter als andere Figuren) (!Alle Figuren wissen von Anfang an alles) (!Der Baron spricht allein auf der Bühne) (!Das Ende wird vor dem Anfang erzählt)




In welcher Sprache wurde das Stück hauptsächlich verfasst? (Deutsch) (!Hebräisch) (!Latein) (!Italienisch)




Welche Idee passt besonders zur Aufklärung? (Ein eigenes Urteil auf vernünftige Gründe stützen) (!Vorurteile ungeprüft übernehmen) (!Menschen nur nach Herkunft bewerten) (!Fragen grundsätzlich vermeiden)





Memory

Aufklärung Kritisches Denken
Empfindsamkeit Mitgefühl und Freundschaft
Dramatische Ironie Wissensvorsprung des Publikums
Lustspiel Komisches Bühnenstück
Vogt Verwalter eines Gutes
Schnupftabakdose Gegenstand des Diebstahls





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Rolle im Stück
Michel Stich Räuberischer Komplize
Martin Krumm Täuschender Vogt
Christoph Diener des Reisenden
Lisette Bedienstete im Haus des Barons
Das Fräulein Tochter des Barons





Kreuzworträtsel

Lessing Wie lautet der Nachname des Autors?
Krumm Wie lautet der Nachname des Vogts?
Reisender Wie wird der fremde Retter im Personenverzeichnis genannt?
Baron Welche Figur wurde bei einem Überfall gerettet?
Lisette Welche Bedienstete spricht häufig mit Christoph?
Aufklärung Welche Epoche betont Vernunft und Kritik an Vorurteilen?





LearningApps

Hier findest Du gegebenenfalls weitere Übungen. Prüfe, ob sie sich wirklich auf Lessings Stück beziehen.


Lückentext

Vervollständige den Text.
Der Autor des Lustspiels heißt Gotthold Ephraim

.
Das Stück wurde im Jahr

geschrieben.
Die Handlung ist auf einen

angelegt.
Der unbekannte Helfer wird im Personenverzeichnis als

bezeichnet.
Der Vogt heißt Martin

.
Am Anfang kennen die Zuschauenden bereits wichtige Einzelheiten über die

.
Eine zentrale Idee des Stückes ist die Kritik an

.
Die literarische Epoche heißt

.
Am Schluss offenbart der Reisende seine jüdische

.
Die Tochter des Barons wird im Personenverzeichnis als

bezeichnet.



Gestufte Hilfen

Hilfe 1 – Einstieg: Suche zuerst den genannten Auftritt. Unterstreiche die Aussage einer Figur und die dazugehörige Regieanweisung.

Hilfe 2 – Satzanfänge: „Im ... Auftritt sagt ...“ / „Die Regieanweisung zeigt ...“ / „Daran erkenne ich ...“ / „Dies könnte bedeuten ...“

Hilfe 3 – Aufbau einer Antwort: Behauptung – Textbeleg – Erklärung – Rückbezug auf die Frage. Du musst nicht jede Figur genauso beurteilen wie andere Lernende. Entscheidend ist Deine Begründung.

Klasse 9–10: Arbeite mit kurzen Zitaten und erkläre Fachbegriffe in eigenen Worten.

Klasse 11–13: Unterscheide deutlicher zwischen Figurenrede, dramatischer Gestaltung, historischer Situation und möglicher Wirkung auf das Publikum.


Offene Aufgaben


Leicht

  1. Figurenkonstellation: Gestalte eine Figurenkarte mit dem Reisenden, dem Baron und Martin Krumm. Zeichne Pfeile für Hilfe, Täuschung und Verdacht. Ergänze zwei Hinweise auf passende Auftritte. Hilfe: Beginne mit dem 1., 2. und 22. Auftritt.


Standard

  1. Szenenanalyse: Schreibe eine kurze Analyse zum 6. und 22. Auftritt. Vergleiche das Urteil des Barons über jüdische Menschen mit dem Verhalten des Reisenden. Nutze mindestens zwei genaue Textbelege aus Deiner Ausgabe. Hilfe: Trenne Aussagen der Figuren, Beobachtungen und Deine eigene Deutung.


Schwer

  1. Literarische Interpretation: Erstelle einen kurzen Kommentar oder einen Podcast-Text zur Frage: „Überwindet das Ende von Die Juden wirklich die Vorurteile?“ Beziehe den historischen Kontext ein und vergleiche mindestens eine Stelle aus dem Druck von 1754 mit der verlinkten Buchausgabe. Hilfe: Stelle zwei unterschiedliche Deutungsmöglichkeiten vor und prüfe beide am 22. Auftritt.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Perspektivwechsel: Erkläre, wie der 1. Auftritt die Wahrnehmung aller späteren Anschuldigungen verändert. Was weiß das Publikum früher als der Baron?
  2. Argumentation: Zeige an zwei Textstellen, weshalb es falsch ist, von einzelnen Taten auf eine ganze Menschengruppe zu schließen.
  3. Sprache und Wirkung: Vergleiche die Sprache Martin Krumms und des Reisenden. Wie erzeugt Lessing Misstrauen beziehungsweise Glaubwürdigkeit?
  4. Historischer Kontext: Erkläre an einem Beispiel, wie das Lustspiel Gedanken der Aufklärung vermittelt. Zeige zugleich, wo die Grenzen dieser Vermittlung liegen.
  5. Transfer: Entwickle eine heutige, frei erfundene Alltagssituation, in der jemand aufgrund eines Vorurteils falsch beurteilt wird. Vergleiche den Denkfehler mit einer Szene des Dramas.
  6. Quellenkritik: Begründe, warum ein moderner Film, eine digitale Abschrift und der Druck von 1754 nicht als identische Quellen behandelt werden dürfen.


Lernnachweis

Für einen gelungenen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:

  1. die Handlung und die wichtigsten Beziehungen der Figuren erklären kannst;
  2. Aussagen über Vorurteile, Toleranz und Menschenliebe mit konkreten Auftritten belegst;
  3. Textbeleg, eigene Beobachtung und Interpretation unterscheidest;
  4. das Werk mit der Aufklärung und ausgewählten Merkmalen der Empfindsamkeit verbindest;
  5. einen Vergleich zwischen historischer Druckfassung und moderner Wiedergabe sorgfältig dokumentierst;
  6. die Grenzen einer vereinfachenden oder heutigen Interpretation benennen kannst.

Mögliche Abgabe: eine Seite Analyse, eine Figurenkarte und eine kurze Reflexion mit genauer Quellenangabe.


Quellen, Mediennachweise und Nutzungsrechte

Text- und Sachquellen:

  1. Vorhandene MOOCwiki-Buchseite – maßgebliche Leseausgabe für Deine Aufgaben.
  2. Project Gutenberg: Die Juden – digitale Transkription; Quelle der ausdrücklich gekennzeichneten kurzen Zitate.
  3. Lessing: Schrifften, Band 4, Berlin 1754 – historischer Druck, Bayerische Staatsbibliothek; Wikimedia Commons, Public Domain Mark / gemeinfrei.
  4. Universität des Saarlandes: Figurenlexikon zu Die Juden – wissenschaftliche Hintergrundinformationen.
  5. Wikipedia: Die Juden – ergänzende Übersicht, kein Ersatz für den Originaltext.

Bild, Ton und Animation – Urheber und Lizenzen:

  1. Gotthold Ephraim Lessing.PNG – Gemälde von Anna Rosina de Gasc; Wikimedia Commons, gemeinfrei.
  2. Aufklärung.jpg – Kupferstich von Daniel Chodowiecki; Wikimedia Commons, gemeinfrei.
  3. Mendelssohn-Chodowiecki.JPG – nach Daniel Chodowiecki, über die Jewish Encyclopedia; Wikimedia Commons, gemeinfrei.
  4. Map europe 1700 to 1715 changes.gif – Animation von Cramyourspam, nach Karten von Rebel Redcoat; Wikimedia Commons, CC0 1.0.
  5. Der alte und der junge Wein.ogg – Lesung von Ulrik Nielsen, LibriVox; gemeinfreie Aufnahme.
  6. Ankündigung.ogg – Lesung von Dirk, LibriVox; gemeinfreie Aufnahme.

Videos:

  1. Studienkreis: Literaturepoche Aufklärung – YouTube.
  2. EinfachSchule: Empfindsamkeit – YouTube.
  3. Michael Sommer: Die Juden – filmische Kurzfassung auf der offiziellen Projektseite.

Rechtehinweis: Bei Commons-Medien sind Urheber und jeweilige Freigabe oben angegeben; für eine Weiterverwendung gelten die Informationen auf den verlinkten Dateiseiten. Die YouTube-Videos und Sommers Film werden ausschließlich verlinkt beziehungsweise eingebettet. Sie sind dadurch nicht automatisch frei lizenziert. Für die Einbettung ist außerdem die Datenschutzerklärung der jeweiligen Plattform zu beachten. Es wurden keine eigenen Medien erzeugt.


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Ergänzend: Gemeinfreier historischer Textdruck und die frei nutzbaren Commons-Hördateien.


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