Zum Inhalt springen

Literatur verstehen - Die Chronik der Sperlingsgasse - Wilhelm Raabe

Aus MOOCsWiki Staging
BATTLE · Mit diesem Thema spielen →Allein, gemeinsam oder mit eurer Spielgruppe
aiMOOC-Siegel aiMOOC

Literatur verstehen - Die Chronik der Sperlingsgasse - Wilhelm Raabe

QR-Code



Einleitung

Die Chronik der Sperlingsgasse ist ein Roman von Wilhelm Raabe. Du lernst eine kleine Straße in Berlin und die Menschen kennen, die dort leben. Der alte Johannes Wachholder erzählt von Gegenwart und Vergangenheit. Er denkt an Freundschaft, Liebe, Verlust, Armut und Hoffnung. Es geht nicht um einen einzigen Helden. Viele Lebensgeschichten bilden ein gemeinsames Bild.

Zielgruppe: Deutsch, Klassen 9–10; mit Vertiefungen für Klassen 11–13. Lernziele: Du kannst den Inhalt erklären, Figurenbeziehungen zeigen, eine Erzähltechnik erkennen, echte Textstellen belegen und eine eigene Deutung begründen. Du unterscheidest immer zwischen Textbefund und Interpretation.

Dein Buch zuerst: Vorhandene MOOCwiki-Buchseite: Die Chronik der Sperlingsgasse – Raabe, Wilhelm. Lies dort die vollständige vorhandene Ausgabe. Dieser Lernkurs verlinkt sie; er erstellt keine zweite Buchseite. Zum Prüfen von Fassungen: vollständige Leseausgabe von 1922 bei Project Gutenberg, Scan einer Berliner Ausgabe von 1857 auf Wikimedia Commons und wissenschaftlich erschlossener Text bei TextGrid. Beachte: Kapitel-, Seiten- und Absatzgrenzen können zwischen Ausgaben abweichen. Notiere deshalb Datum des Eintrags, Textanfang und deine Ausgabe statt erfundener Seitenzahlen.

Wilhelm Raabe, Porträt von 1901. Quelle: Wikimedia Commons; Fotograf unbekannt, gemeinfrei.


So arbeitest du mit dem Volltext

  1. Erster Leseschritt: Lies „Am 15. November“. Markiere die schlechte Stimmung der Stadt, den ersten Schnee und den Entschluss zum Schreiben. Notiere, wie sich die Stimmung verändert.
  2. Zweiter Leseschritt: Lies „Am 20. November“. Suche die Beschreibung der alten Gassen und frage: Warum nennt Wachholder die Straße eine Bühne des Lebens?
  3. Dritter Leseschritt: Lies „Am 30. November“. Ordne die Erinnerungen an Johannes, Franz und Marie. Was geschieht in der erzählten Vergangenheit, was am Schreibtisch des alten Erzählers?
  4. Vierter Leseschritt: Verfolge Elise, Gustav und die Nachbarn bis zum Ende. Erstelle eine Liste: Wer hilft wem? Welche Konflikte bleiben? Vergleiche am Schluss den letzten Blick des Erzählers mit dem Anfang.

Gestufte Lesehilfe: Hilfe 1 – Suche erst nach den Datumsüberschriften. Hilfe 2 – Markiere in zwei Farben Gegenwart und Erinnerung. Hilfe 3 – Schreibe zu jedem Abschnitt nur einen Satz: „Wachholder beobachtet …“ oder „Wachholder erinnert sich an …“.


Autor, Entstehung und Buchausgabe

Raabe lebte von 1831 bis 1910. Sein erster Roman erschien 1856 unter dem Namen Jacob Corvinus; eine Ausgabe von 1857 ist als historisches Digitalisat erhalten. Der Schauplatz hat ein Vorbild in einer damaligen Berliner Gasse an der Spree. Heute erinnert der Straßenname Sperlingsgasse an den Roman. Die Handlung schaut auf das Leben im 19. Jahrhundert.

Vorsicht bei alten Ausgaben: Der oben verlinkte Gutenberg-Text beruht auf einer Ausgabe von 1922. Er enthält eine spätere Vorrede „Pro domo“, datiert 1864. Diese Vorrede gehört nicht unverändert zur Erstausgabe von 1856/57. Vergleiche daher Titelblatt, Vorrede, Schreibweise und Textbeginn des eigentlichen Romans. Die Originalsprache ist Deutsch. Eine deutsche Übersetzung ist deshalb nicht nötig. Wenn du eine modernisierte Fassung nutzt, vergleiche ihre Schreibweise mit der historischen Quelle, ohne das Originalzitat still zu verbessern.

Datei:Die Chronik der Sperlingsgasse (IA 10116582bsb).pdf Historische Druckausgabe: Berlin, Stage 1857; Bayerische Staatsbibliothek, digitalisiert und über Wikimedia Commons verfügbar; gemeinfrei. Für den Volltext siehe die bestehende MOOCwiki-Buchseite.


Inhalt und Figuren

Johannes Wachholder ist alt, oft einsam und schaut auf sein Leben zurück. Als Ich-Erzähler schreibt er über die Bewohner einer Berliner Gasse. In der Rückschau erzählt er auch von seiner Jugend. Er liebte Marie. Doch Marie und sein Freund Franz Ralff wurden ein Paar. Ihre Tochter Elise verliert ihre Eltern; Wachholder kümmert sich um sie. Auch Gustav Berg, Helene Berg, der Zeichner Ulrich Strobel, der Lehrer Roder und Doktor Wimmer gehören zum vielstimmigen Straßenbild. Elise und Gustav finden später zueinander.

Die Figuren erleben Freude und Leid. Es gibt unterschiedliche soziale Gruppen und unterschiedliche Lebenswege. Wachholder beschreibt andere Menschen mit Anteilnahme, aber auch mit Humor. Seine Sicht ist persönlich: Er kennt nicht jede Wahrheit und berichtet manches aus Erinnerung oder aus fremden Erzählungen.

Figurenaufgabe am Volltext: Zeichne die Verbindungen Johannes–Marie–Franz–Elise–Gustav. Verwende für jede Linie ein Stichwort wie „Freundschaft“, „Eltern“, „Vormund“ oder „Liebe“. Belege drei Linien mit selbst gefundenen Textstellen. Hilfe: Beginne mit Franz und Marie, deren Tochter Elise ist. Ergänze danach Wachholders Rolle.


Schauplatz: Eine Gasse als kleine Welt

Die Straße steht für eine größere Gesellschaft. Dort stehen Armut neben Wohlstand, Einsamkeit neben Fürsorge und Streit neben Freundschaft. Das Buch zeigt Menschen des Alltags, nicht nur berühmte Persönlichkeiten. Frage beim Lesen: Wer darf sprechen? Wessen Geschichte wird von anderen erzählt? Welche Tätigkeiten und Wohnungen werden beschrieben?

Historischer Berliner Stadtplan um 1850. Quelle: Wikimedia Commons, gemeinfrei. Orientiere dich darin, ohne die literarische Gasse mit einem exakt maßstabsgetreuen Plan zu verwechseln.

Berliner Stadtansicht um 1850: ein Vergleichsbild aus derselben Zeit, nicht die Sperlingsgasse selbst. Wikimedia Commons, historischer Stich, gemeinfrei.


Erzähler, Sprache und Aufbau

Der Roman ist keine durchgehende Geschichte von Anfang bis Ende. Viele Einträge beginnen mit einem Datum. Dazu kommen Rückblenden, Briefe, Gespräche, Erzählungen anderer Personen und kleine Nebenhandlungen. Die Erinnerungen gehen manchmal weit in die Vergangenheit. So entsteht ein Mosaik: Einzelne Stücke ergeben zusammen ein größeres Bild.

Im Eintrag „Am 15. November“ steht: „Es ist eigentlich eine böse Zeit!“ Die Wiederholung der bedrückenden Stimmung zeigt, wie Johannes die Gegenwart erlebt. Später entsteht die Idee zu einer „Chronik der Sperlingsgasse!“ Das Aufschreiben wird für ihn zu einem Weg gegen die Einsamkeit. Diese kurzen Zitate stehen in der verlinkten 1922er Ausgabe; prüfe ihre Form in deiner Ausgabe selbst.

Leseprobe mit drei Prüfaufträgen: Öffne „Am 15. November“. Suche zuerst drei Wörter oder Bilder für Kälte und Sorge. Finde dann den Moment, in dem der erste Schnee die Menschen verändert. Erkläre schließlich, weshalb Wachholder gerade jetzt zu schreiben beginnt. Wichtig: Der Satz „Schreiben heilt seine Einsamkeit“ ist eine mögliche Deutung, kein Wortlaut des Romans.

Erzählperspektive: Johannes erzählt selbst. Das heißt nicht, dass er alles sicher weiß. Zeitgestaltung: Er wechselt zwischen dem alten Johannes und Erinnerungen an den jungen Johannes. Sprache: Ausrufe, bildhafte Beschreibungen, Ironie und Abschweifungen lenken deinen Blick. Aufbau: Die Chronik verbindet einzelne Beobachtungen zu einem größeren Zusammenhang.


Textbefund und Interpretation unterscheiden

Textbefund: „Im Eintrag vom 30. November erinnert sich Johannes an seine Kindheit mit Marie und Franz.“ Das lässt sich im Original überprüfen.

Interpretation: „Die Erinnerung verbindet die Menschen, die nicht mehr zusammen leben können.“ Dafür musst du konkrete Textstellen nennen und die Deutung erklären. Schreibe nicht „Raabe beweist …“, wenn der Erzähler nur einen Gedanken äußert.

Drei-Schritt-Methode: Beobachtung – Was steht im Text? Beleg – Welcher kurze, unverändert übernommene Wortlaut oder welche eindeutig bezeichnete Stelle zeigt das? Deutung – Was bedeutet das für Figur und Werk? Kürze Zitate nur sichtbar mit Auslassungszeichen, und kennzeichne deine eigene Umschreibung.


Geschichte und poetischer Realismus

Im 19. Jahrhundert wachsen Städte, die Industrialisierung verändert die Arbeit und politische Konflikte prägen den Alltag. Nach der Revolution von 1848 bleibt die Frage nach Freiheit und Mitbestimmung wichtig. Der Roman zeigt Sorgen, soziale Unterschiede, politischen Druck und Hilfe unter Nachbarn. Frage am Text, wie große Geschichte in das Leben kleiner Leute hineinreicht.

Der deutsche poetische Realismus wendet sich dem erkennbaren Alltag zu. Seine Autoren wählen aber Bilder, Humor und eine besondere Erzählform. Bei Raabe ist Wirklichkeit nicht einfach ein Foto: Wachholder deutet, erinnert und formt seine Erfahrungen. Man kann außerdem romantische Elemente erkennen. Deshalb ist ein genaues Lesen wichtiger als ein starres Epochenetikett.

Berlin um 1850: Universitätsansicht. Historische Abbildung über Wikimedia Commons, gemeinfrei; Quelle für den Stadtkontext, nicht für eine Romanszene.

Video – Was bedeutet Realismus? In diesem Lehrvideo werden Stadtwachstum und die neue Literatur des 19. Jahrhunderts erklärt.

Quelle: musstewissen Deutsch/funk, „Die Literatur im Realismus“, 2018; externes YouTube-Video. Nur über den offiziellen Player nutzen, nicht kopieren.

Video – Poetischer Realismus: Vergleiche die Erklärungen des Videos mit Wachholders persönlich gefärbtem Erzählen.

Quelle: Schülerhilfe, „Poetischer Realismus“, 2023; externes YouTube-Video. Das Video erklärt die Epoche, nicht diesen Roman.


Weltliteratur und Abenteuerliteratur des 19. Jahrhunderts

Deutschland und Schweiz: Theodor Fontane, Gottfried Keller und Theodor Storm zeigen Menschen und Gesellschaft auf unterschiedliche Weise. Frankreich: Honoré de Balzac und Gustave Flaubert untersuchen soziale Rollen und persönliche Entscheidungen. Großbritannien: Charles Dickens schreibt über Kindheit, soziale Not und Großstadt. Russland: Iwan Turgenew und später Lew Tolstoi fragen nach Generationen, Gemeinschaft und Verantwortung. USA: Harriet Beecher Stowe verbindet Erzählen mit einer deutlichen politischen Botschaft; Mark Twain zeigt später Konflikte mit gesellschaftlichen Regeln.

Vergleichsauftrag: Wähle einen dieser Romane und einen kurzen Abschnitt aus Raabes Buch. Untersuche Erzähler, Alltag und Gesellschaft. Verwende Belege aus beiden Werken. Gleiche Jahrzehnte bedeuten nicht automatisch gleiche Formen oder politische Ziele.

Abenteuerliteratur ist ein eigener Lernweg: Jules Verne erzählt ab den 1860er-Jahren von Reise, Technik und Entdeckung; Karl May schreibt später Reise- und Abenteuergeschichten. Prüfe getrennt: Wer reist? Wie werden fremde Länder gezeigt? Welche nationalen Vorstellungen oder kolonialen Stereotype entstehen? Raabes Gasse ist kein Abenteuerroman. Hier können selbst kleine Alltagsereignisse spannend werden.


Medienwerkstatt: Bilder, Hören und Animation

Bilder richtig lesen: Das folgende Foto zeigt eine Ruine des Raabe-Hauses aus dem Jahr 1950, nicht das Stadtbild von 1855. Nutze es für die spätere Erinnerungskultur.

Foto: Otto Donath, Bundesarchiv Bild 183-M1205-0311, Februar 1950, CC BY-SA 3.0 DE; Quelle: Wikimedia Commons. Keine Bearbeitung.

Hörbild: Diese Commons-Aufnahme einer Nachtigall entstand 2013 nahe der Spree in Berlin. Sie ist keine Tonquelle aus Raabes Zeit. Höre sie und beschreibe, wie eine heutige Tonspur eine eigene Stimmung erzeugt. Vergleiche dies mit den Geräuschbeschreibungen im Eintrag „Am 20. November“. Audio: Adrienne Eaton, Aufnahme vom 24. April 2013, Wikimedia Commons/Xeno-canto, CC BY-SA 3.0.

Animation über Berlin: Die frei lizenzierte Terra-X-Animation zeigt die lange Stadtgeschichte. Suche die passende Zeit des Romans und prüfe, was im Film nur vereinfacht dargestellt wird. Datei:Geschichte der Hauptstadt Berlin (CC BY-SA 4.0).webm Animation/Video: ZDF/Terra X/Gruppe 5/Friedrich Scherer/Jörg Adams/Mathias Meyer/Faber Courtial/Jörg Courtial, 2020, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0; keine Bearbeitung.

Quellenprüfung: Bei jedem Commons-Medium führt der Dateiname zur Dateibeschreibungsseite mit Urheber, Lizenz und Entstehungsdatum. Gemeinfrei heißt ohne bekannte urheberrechtliche Beschränkung; CC BY-SA verlangt Namensnennung und bei Bearbeitung die passende Weitergabe unter gleichen Bedingungen. Für verlinkte YouTube-Lehrvideos gelten eigene Nutzungsbedingungen; ihre Einbettung ist keine freie Lizenz zur Weiterveröffentlichung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste dein Wissen

Wer erzählt die Chronik aus seiner eigenen Sicht? (Johannes Wachholder) (!Franz Ralff) (!Gustav Berg) (!Theodor Fontane)




In welcher Stadt spielt der größte Teil des Romans? (Berlin) (!Wien) (!Paris) (!Hamburg)




Welche Form prägt den Aufbau der Chronik? (Datierte Einträge mit Erinnerungen) (!Ein einziges Gerichtsprotokoll) (!Nur gereimte Strophen) (!Eine Folge von Theaterakten)




Was trifft auf Johannes und Marie zu? (Johannes liebt Marie ohne sie zu heiraten) (!Johannes ist der Vater von Marie) (!Johannes heiratet Marie) (!Marie ist eine fremde Erzählerin)




Wer sind die Eltern von Elise? (Marie und Franz Ralff) (!Johannes und Helene Berg) (!Strobel und Nanette) (!Wimmer und Roder)




Welche Beziehung übernimmt Johannes zu Elise nach dem Verlust ihrer Eltern? (Er wird ihr Vormund) (!Er wird ihr Klassenlehrer) (!Er wird ihr Bruder) (!Er wird ihr Verleger)




Welche Aussage über einen Ich-Erzähler ist richtig? (Er erzählt aus einer begrenzten eigenen Sicht) (!Er kennt zwingend alle Gedanken jeder Figur) (!Er ist immer mit dem Autor identisch) (!Er muss alle Ereignisse zeitlich ordnen)




Was ist ein überprüfbarer Textbefund? (Eine konkret auffindbare Textstelle) (!Eine unbelegte Vermutung) (!Eine erfundene Rede der Figuren) (!Eine Meinung ohne Zusammenhang)




Welche Aussage passt zum poetischen Realismus? (Alltagswirklichkeit wird künstlerisch gestaltet) (!Die Welt wird nur in Zahlen dargestellt) (!Alle Romane handeln von fernen Planeten) (!Nur Könige dürfen Hauptfiguren sein)




Wodurch unterscheidet sich die 1922er Leseausgabe von einem Druck von 1857? (Sie ist eine spätere Textausgabe) (!Sie ist die Originalsprache Französisch) (!Sie entstand vor Raabes Geburt) (!Sie enthält keine Druckschrift)





Memory: Begriff und Bedeutung

Wachholder Alter Ich-Erzähler der Chronik
Elise Tochter von Marie und Franz
Rückblende Erzählung eines früheren Ereignisses
Textbeleg Auffindbare Stelle im Werk
Poetischer Realismus Künstlerische Gestaltung von Alltagswirklichkeit
Sperlingsgasse Kleiner Schauplatz als Bild einer Gesellschaft





Drag and Drop: Ordne Begriffe zu

Finde den passenden Begriff Erklärung
Erzählergegenwart Der alte Johannes schreibt die Chronik
Erinnerung Die eigene Jugend wird rückblickend erzählt
Figurenkonstellation Beziehungen zwischen Romanfiguren
Quellenkritik Unterschiedliche Ausgaben und ihre Entstehung prüfen
Interpretation Eine Deutung durch Textstellen begründen





Kreuzworträtsel

Wachholder Familienname des Erzählers
Marie Frau aus der Jugendgeschichte, die Franz heiratet
Elise Tochter von Franz und Marie
Berlin Stadt der literarischen Gasse
Chronik Bezeichnung für die Aufzeichnungen des Erzählers
Realismus Literaturströmung mit Bezug zur Alltagswirklichkeit





LearningApps

Finde ergänzende öffentliche Übungen zur Literatur und prüfe stets, ob sie wirklich zu Raabes Roman passen.


Lückentext

Ergänze die Begriffe aus diesem Kurs.
Der Ich-Erzähler des Romans heißt

.
Die Handlung spielt überwiegend in

.
Der Text besteht aus datierten Einträgen einer

.
Erzählungen über Vergangenes heißen

.
Johannes erinnert sich an seine Jugendfreundin

.
Die gemeinsame Tochter von Marie und Franz heißt

.
Eine überprüfbare Stelle im Buch nennt man

.
Raabes Werk wird oft dem poetischen

zugeordnet.
Die historische Buchfassung ist auf

verfasst.
Eine eigene Erklärung der Bedeutung einer Textstelle heißt

.



Offene Aufgaben

Drei Leitaufgaben stehen jeweils am Anfang der drei Niveaustufen. Die übrigen Aufgaben sind Erweiterungen. Nutze immer die verlinkte vollständige Lektüre. Halte deine Textbelege und Hilfen fest.


Leicht

  1. Leitaufgabe – Lesetagebuch: Lies „Am 15. November“. Schreibe fünf einfache Sätze zur Stimmung und zum ersten Schnee. Belege einen Satz mit einer kurzen, wörtlich korrekten Stelle. Hilfe: Suche die Wörter für Regen, Kälte und Schnee.
  2. Figurenkarte: Male ein Beziehungsnetz von Johannes, Marie, Franz und Elise und schreibe zu jeder Figur einen Satz. Hilfe: Beginne mit den Eltern von Elise.
  3. Meine Straße: Notiere fünf Geräusche und Dinge aus „Am 20. November“. Markiere, was der Erzähler selbst sieht oder hört.
  4. Historisches Bild prüfen: Beschreibe das Berliner Stadtbild um 1850 auf Commons in drei Sätzen. Erkläre, warum dieses Bild keine echte Illustration der Sperlingsgasse sein muss.


Standard

  1. Leitaufgabe – Zwei Zeiten: Stelle im Eintrag „Am 30. November“ eine gegenwärtige Beobachtung und zwei Erinnerungen gegenüber. Begründe anhand deiner Ausgabe, warum Raabe Zeiten mischt. Hilfe: Suche die Wechsel zwischen Fensterblick und Jugendbildern.
  2. Johannes verstehen: Charakterisiere Wachholder in 180 bis 220 Wörtern anhand zweier kurzer, korrekt zitierter Stellen.
  3. Realismus im Vergleich: Vergleiche eine Straßenszene mit einem kurzen Auszug von Dickens oder Fontane. Notiere zwei Gemeinsamkeiten und zwei Unterschiede samt Fundstellen.
  4. Mediencheck: Erstelle eine kurze Tabelle zu zwei Commons-Bildern und dem Tonbeispiel: Urheber, Datum, Lizenz, Aussagekraft für den Roman.


Schwer

  1. Leitaufgabe – Erinnern und Wirklichkeit: Verfasse eine begründete Deutung der Chronik als Mittel gegen Verlust und Einsamkeit. Unterscheide drei Textbefunde von drei Interpretationen. Hilfe: Vergleiche Anfang und Ende.
  2. Zwei Fassungen untersuchen: Vergleiche einen kurzen Abschnitt aus dem Druck von 1857 und der 1922er Leseausgabe. Dokumentiere Schreibweisen, Vorreden und mögliche Abweichungen ohne stilles Angleichen.
  3. Weltliteratur im 19. Jahrhundert: Vergleiche Raabes Erzählverfahren mit einem französischen, russischen oder amerikanischen Roman. Prüfe nationale Kontexte und vermeide pauschale Gleichsetzungen.
  4. Abenteuer und Gesellschaft: Vergleiche einen Auszug von Jules Verne mit Raabes Gassenbeschreibung. Beurteile, wie Raum, Bewegung und gesellschaftliche Vorstellungen die Erzählung bestimmen. Prüfe mögliche koloniale Klischees kritisch.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Inhalt erklären: Fasse die Lage von Johannes, Franz, Marie und Elise in höchstens acht Sätzen zusammen und prüfe jede Beziehung am Original.
  2. Aufbau begründen: Zeige an zwei datierten Einträgen, warum die erzählte Zeit nicht mit der Reihenfolge des Erzählens identisch sein muss.
  3. Sprache deuten: Untersuche im Eintrag „Am 15. November“ ein Bild für die bedrückte Stimmung und erkläre die spätere Veränderung.
  4. Geschichte und Fiktion: Ordne die Themen Stadt, Armut und politische Freiheit dem 19. Jahrhundert zu; trenne belegte Geschichte von der erfundenen Handlung.
  5. Ausgaben prüfen: Nenne drei Merkmale, an denen du die historische Ausgabe von 1857 und die Leseausgabe von 1922 unterscheiden kannst, und begründe, warum eine spätere Vorrede nicht die Erstausgabe belegt.
  6. Eigenes Urteil: Begründe an zwei Textstellen, ob die Sperlingsgasse für dich eher ein Ort der Einsamkeit oder der Solidarität ist.


Lernnachweis

Wissen: Du kennst den Erzähler, wichtige Figuren, Schauplatz, Rückblenden und den historischen Zusammenhang. Fähigkeiten: Du findest Stellen selbstständig, zitierst genau, unterscheidest Quelle und Deutung und kannst Medienrechte nennen. Produkte: ein Lesetagebuch, eine Figurenkarte, ein Zeitvergleich und eine schriftliche Interpretation. Transfer: Du vergleichst Raabes Alltagswelt vorsichtig mit anderen literarischen und gesellschaftlichen Darstellungen.

Selbstcheck: Kannst du in deiner Ausgabe eine konkrete Stelle für jede Hauptaussage finden? Sind Zitate wortgetreu? Hast du das Originaldatum eines Buchabschnitts und die genutzte Ausgabe notiert? Hast du bei Bildern Urheber und Lizenz genannt?


OER und Wikipedia

Volltext und Quellen: MOOCwiki: vorhandene Buchausgabe, Project Gutenberg, Text der 1922er Ausgabe, TextGrid Repository, offene Edition, CC BY 4.0 und Digitalisat der historischen Ausgabe von 1857, gemeinfrei.

Sachinformationen: Wikipedia: Die Chronik der Sperlingsgasse sowie Wikipedia: Wilhelm Raabe. Die Wikipedia-Texte sind Nachschlagewerke, kein Ersatz für eigene Textbelege. Die genannten Commons-Dateien tragen jeweils ihre genaue Lizenz und Urhebernennung auf der Dateiseite.

Mediennachweise: Raabe-Porträt 1901 – unbekannter Fotograf, gemeinfrei; Berliner Stadtplan 1850 und Berliner Stadtansichten – gemeinfrei; Bundesarchiv-Foto 1950 – Otto Donath, CC BY-SA 3.0 DE; Nachtigallen-Audio 2013 – Adrienne Eaton, CC BY-SA 3.0; Berlin-Animation 2020 – ZDF/Terra X und Mitwirkende, CC BY-SA 4.0. Original-Dateinamen stehen bei den eingebundenen Medien. Videos über Realismus: musstewissen Deutsch/funk 2018 und Schülerhilfe 2023, eingebettete YouTube-Originalplayer, keine Lizenz zur Wiederverwendung außerhalb des Players.


Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte



Schulfach+




aiMOOCs



aiMOOC Projekte









MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite

Mediathek

Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...