Literatur verstehen - Der Schmetterling - Wilhelm Busch
Einleitung
Literatur verstehen: Wilhelm Buschs „Der Schmetterling“ – ein vollständiger aiMOOC für Klasse 9/10, mit Vertiefungen für Klasse 11–13. Du lernst in kurzen Schritten, wie du eine Geschichte genau liest, Figuren untersuchst und Deutungen mit Textstellen begründest.
Kurzbeschreibung: Peter lebt zunächst auf einem Bauernhof. Als er einem ungewöhnlichen Schmetterling nachjagt, verliert er den Weg nach Hause. Auf der langen Reise erlebt er Seltsames, Gefährliches und Komisches. Die Geschichte verbindet Abenteuer, Fantasie und scharfe Beobachtungen menschlicher Schwächen. Am Ende kehrt Peter verändert zurück. Die Erzählung erschien 1895 und ist ein Prosawerk, nicht die bekannte gereimte Bildergeschichte „Max und Moritz“.

Wilhelm Busch, Selbstporträt. Quelle und Rechte: Wikimedia Commons, Wilhelm Busch, gemeinfrei.
Der vollständige Originaltext: vorhandene Buchausgabe
Lies den gesamten Volltext hier: Buch – Der Schmetterling – Busch, Wilhelm (bestehende MOOCwiki-Buchseite). Diese vorhandene Buchseite ist die Textgrundlage für alle Leseaufgaben. Es wird keine zweite Buchseite angelegt. Öffne den Link und arbeite direkt mit dieser Ausgabe. Zur Kontrolle von Varianten: Der Schmetterling, Prosatext von 1895, in 27 Leseabschnitten und Wikisource: Werkübersicht. Die Web-Ausgabe in 27 Abschnitten ist eine zusätzliche Lesehilfe, keine Behauptung über die Gliederung der MOOCwiki-Ausgabe.
Originalsprache und Texttreue: Buschs Werk wurde ursprünglich deutsch geschrieben. Eine deutsche Nacherzählung in moderner Sprache ist also eine Bearbeitung, keine Übersetzung aus einer anderen Originalsprache. Die Rechtschreibung kann sich zwischen historischen Drucken und digitalen Ausgaben unterscheiden. Übernimm Zitate immer exakt aus der gerade verwendeten Ausgabe und notiere Abschnitt beziehungsweise Textanfang. Nicht jede Bearbeitung ist der Originalwortlaut.
Lesefahrplan für den gesamten Text:
- Anfang und Herkunft: Lies von den anfänglichen Überlegungen des Erzählers bis zu Peters erstem Aufbruch. Finde zwei Aussagen über seine Familie und sein Verhalten. Warum hält Peter viel von sich?
- Der Schmetterling als Auslöser: Lies die Verfolgung und das Verirren. Notiere Peters Ziel, seine Entscheidungen und eine komische Panne.
- Unterwegs in fremden Welten: Lies die Begegnungen, die Hexen- und Verwandlungsepisoden. Erstelle eine Liste: Was könnte wirklich passieren, was ist fantastisch?
- Krisen und neue Einsichten: Lies die Stationen der Reise, in denen Peter sein früheres Leben vermisst oder über seine Fehler nachdenkt. Sammle zwei Textbelege.
- Rückkehr und Schluss: Lies bis zum letzten Satz einschließlich des nachgestellten Berichts über das gefundene Manuskript. Erkläre, warum Peter seine wahre Identität nicht preisgeben will. Unterscheide seine Erzählung vom nachträglichen Rahmenbericht.
Lesehilfe: Falls deine Ausgabe keine Abschnittsnummern zeigt, verwende drei bis sieben Wörter vom Anfang des gefundenen Absatzes als Fundstelle. Bei unterschiedlichen Ausgaben zusätzlich Druckjahr und Link nennen. Den Volltext nicht aus dem Gedächtnis zitieren.
Autor, Werk und Gattung
Wilhelm Busch lebte von 1832 bis 1908. Er zeichnete Bildergeschichten, malte und schrieb Gedichte und Prosa. „Der Schmetterling“ wurde im April 1895 veröffentlicht. Die Handlung ist eine satirische, fantastisch erzählte Ich-Geschichte. Satire heißt: Der Text zeigt menschliche Fehler oft durch Übertreibung, Spott und komische Widersprüche. „Fantastisch“ heißt: Hier geschehen auch Dinge, die im Alltag nicht möglich sind. Die Ich-Form macht Peters Sicht unmittelbar, aber sie garantiert nicht, dass Peter alles zuverlässig beurteilt.
Zum Vergleich: Buschs Bildergeschichte „Max und Moritz“ (nicht das Titelwerk dieses Kurses). Wikimedia Commons, Wilhelm Busch, gemeinfrei. Vergleiche Bildergeschichte und Erzählprosa.
Hörvergleich:
Hörbeispiel zu „Max und Moritz“, nicht zu „Der Schmetterling“: Sprecher Ferenjito, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0/GFDL laut Dateiseite. Höre eine Minute und vergleiche den Rhythmus der Versgeschichte mit einem Prosasatz aus Peters Erzählung.
Handlung und Figuren in einfacher Sprache
Peter erzählt rückblickend von sich. Er möchte unabhängig sein. Er arbeitet anfangs nicht gern. Seine Neugier führt ihn fort. Er unterschätzt Hindernisse, macht Fehler und schildert sie oft mit übertriebenem Selbstlob. Gerade dadurch wird seine Erzählung witzig.
Der Schmetterling ist zuerst ein echtes Ziel: Peter will das schöne Tier fangen. Du kannst ihn außerdem als mögliches Symbol für Sehnsucht, Freiheit oder unerreichbare Wünsche deuten. Das ist eine Interpretation; du musst sie durch Beobachtungen am Text begründen.
Vater, Katharine und Gottlieb stehen für Peters frühere Heimat. Später spielen Erinnerung, Verlust, Hilfe und Verantwortung eine große Rolle. Lucinde ist eine mit dem Wunderbaren verbundene Gestalt; im Schluss erwähnt Peter sie erneut. Eine Figur kann wichtig sein, auch wenn wir sie nur durch die subjektive Sicht Peters kennen.
Der Schluss zeigt eine veränderte Lebensweise. Peter bleibt im alten Umfeld, arbeitet und wird nützlich. Ein nachgestellter Bericht behauptet, sein Manuskript sei später gefunden worden. Diese Behauptung gehört zur literarischen Rahmung, nicht zu einem unabhängig bestätigten historischen Fundbericht.
Textarbeit mit drei Schlüsselmomenten: Lies den Einstieg mit der Frage nach dem „Warum“, die Jagd mit dem Netz und Peters Verhalten nach seiner Heimkehr. Markiere je eine Stelle, die Selbstüberschätzung, Enttäuschung oder Veränderung zeigt. Schreib neben jedes Zitat: Beobachtung oder Deutung. Beobachtung ist, was im Text steht. Deutung ist, was du daraus schließt.

Tagpfauenauge als Naturbeispiel, nicht als eindeutig bestimmte Art in Buschs Werk. Foto: Charles J. Sharp, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0; Lizenz.
Erzähler, Sprache und Aufbau
Ich-Erzähler: Peter spricht über sich selbst. Er verrät seine Wünsche, aber seine Wertungen können komisch oder verzerrt sein. Frage: Wie beschreibt er sich selbst? Was zeigen seine Handlungen tatsächlich?
Ironie: Gemeint ist manchmal mehr oder etwas anderes, als die Figur wörtlich sagt. Prüfe, ob Peters Selbstlob zu seinen Misserfolgen passt. Übertreibung: Ein kleines Missgeschick erscheint groß und dramatisch. Personifikation: Tiere oder Gegenstände können menschliche Eigenschaften erhalten. In den fantastischen Episoden wirken selbst ungewöhnliche Naturvorgänge wie eine Verdrehung des Gewöhnlichen.
Aufbau: Eine rückblickende Ich-Erzählung führt in die Herkunft ein. Die Schmetterlingsjagd bringt die Handlung in Bewegung. Es folgen wechselnde Abenteuer, Rückschläge und Überlegungen. Heimkehr und verändertes Leben bilden den Abschluss. Ein kurzer Erzählerwechsel im Rahmenbericht spielt mit dem Anspruch, alles sei wahr. Das kann die Glaubwürdigkeit gerade ironisch infrage stellen.
Konkrete Fundstellen:
- Einstieg: Fragen nach dem Sinn der Erlebnisse; anschließend stellt sich Peter vor. Untersuche Erzählerhaltung und Rückblick.
- Verfolgung: Ein schöner Schmetterling entkommt. Achte auf Tempo, Wortwahl und das Missverhältnis zwischen Ziel und Aufwand.
- Fantastische Episode: Unter anderem treten sprechende Tiere und ungewöhnliche Verwandlungen auf. Belege einen Bruch mit den Naturgesetzen.
- Schluss und Rahmen: Peter berichtet von Arbeit und Verzicht auf die Schmetterlingsjagd; danach wird die vermeintliche Auffindung seines Manuskripts erzählt. Untersuche Perspektivwechsel und Wahrheitsbehauptung.
Gestufte Hilfe für Textbelege: (1) Finden: Unterstreiche das Verb oder die Wertung in einem passenden Satz. (2) Erklären: Schreibe: „Peter behauptet ..., aber die Handlung zeigt ...“. (3) Deuten: Begründe mit genauem Zitat, wie Selbstbild und Wirklichkeit auseinandergehen. Für Klasse 11–13: Prüfe zusätzlich, ob die Rahmung eine Parodie auf scheinbar sachliche Beweisführung ist.
Epoche: Realismus und spätes 19. Jahrhundert
Die deutsche Literaturepoche poetischer Realismus wird meist ungefähr von 1848 bis 1890 angesetzt. Viele Texte zeigen Alltag, soziale Beziehungen und Konflikte, aber künstlerisch geformt. Busch veröffentlichte „Der Schmetterling“ 1895: Zeitlich liegt das Werk schon nach dem üblichen Kernzeitraum. Es ist daher zu einfach, es ohne Einschränkung als rein realistische Erzählung zu bezeichnen.
Realistische Seite: Dorf, Hof, Arbeit, Handwerk, Hunger, Eitelkeit und soziale Erwartungen sind erkennbare Lebensbereiche. Fantastische Seite: Hexen, Verwandlungen und andere unmögliche Ereignisse sprengen eine nüchterne Alltagsdarstellung. Satirische Seite: Der Text macht sich über Einbildung, Habgier und menschliche Widersprüche lustig. Frage deshalb nicht nur, welcher Epoche der Text „gehört“, sondern welche Erzählverfahren er verbindet.
Video „Die Literaturepoche Realismus einfach und kurz erklärt“, Kanal m3 [Erklärung und mehr] (YouTube, Veröffentlichung 2025). Nur eingebettet, nicht als frei lizenziertes Video ausgegeben. Beobachtungsfrage: Welche Merkmale passen zu Busch, welche gerade nicht?
Abenteuerliteratur und Weltliteratur im Vergleich
Im 19. Jahrhundert entstanden in verschiedenen Ländern unterschiedliche Formen des Erzählens. Theodor Fontane untersuchte im deutschen Gesellschaftsroman soziale Erwartungen, etwa in „Effi Briest“ (1894/95). Charles Dickens zeigte in englischen Romanen Armut und soziale Ungleichheit, etwa in „Oliver Twist“ (1837–1839). Mark Twain verband in „Adventures of Huckleberry Finn“ (1884/85) eine Reise mit Fragen nach Moral und Gesellschaft. Jules Verne machte Reisen, Technik und Abenteuer zu wichtigen Themen, etwa in „Le Tour du monde en quatre-vingts jours“ (1872/73). Lew Tolstoi stellte in „Anna Karenina“ (1875–1877) komplexe Beziehungen in der russischen Gesellschaft dar.
Vergleich statt Gleichsetzung: Busch erzählt kürzer, sprunghafter und viel fantastischer als ein typischer Gesellschaftsroman. Gemeinsam sind mehreren Werken die kritische Sicht auf menschliches Verhalten. Vergleiche jeweils Land, ursprüngliche Sprache, Erzählform und konkreten Konflikt. Eine Übersetzung kann anders klingen als das Original: Bei Busch vergleichst du historische deutsche Fassung und moderne Bearbeitung; bei Twain, Verne oder Tolstoi kannst du zusätzlich Originalsprache und deutsche Übersetzung gegenüberstellen.
Video „Porträt Wilhelm Busch (1964)“, hochgeladen vom Kanal Michael Kühnlenz (YouTube, Veröffentlichung der Onlinefassung 2023). Historisches Porträt mit Bildbeispielen, keine belegte freie Nachnutzungslizenz. Prüfe kritisch, welche Aussagen aus einer Filmdarstellung und welche aus dem Prosatext stammen.
Naturmotiv und Medienkritik
Datei:A Eurema hecabe (Linnaeus, 1758) - Common Grass Yellow butterfly emerges from its pupal stage.webm Zeitraffer der Entwicklung eines Schmetterlings, kein Motivbeweis zum Text: Ankit0908, Wikimedia Commons, CC BY 4.0; Lizenz. Das Material zeigt einen echten Naturvorgang, die fantastischen Verwandlungen im Werk sind literarische Erfindung.
Mini-Aufgabe: Schreibe zwei Sätze. Satz A nennt etwas, das das Video wirklich zeigt. Satz B deutet, wofür ein Schmetterling in Peters Geschichte stehen könnte. Mische beides nicht.
Interaktive Aufgaben
Multiple-Choice-Quiz: Teste dein Wissen
Welche Form hat „Der Schmetterling“? (Eine Prosageschichte) (!Ein Theaterstück) (!Eine Verserzählung ohne Prosa) (!Eine historische Quellenedition ohne Erzählung)
Wann erschien „Der Schmetterling“? (1895) (!1765) (!1865) (!1950)
Wie heißt die Hauptfigur und der Ich-Erzähler? (Peter) (!Gottlieb) (!Wilhelm als handelnder Erzähler) (!Katharine)
Was löst Peters Weg in die Fremde aus? (Die Verfolgung eines besonderen Schmetterlings) (!Ein staatlicher Forschungsauftrag) (!Eine geplante Weltumsegelung) (!Der Besuch eines Buchmarktes)
Was wird am Beginn ausdrücklich angesprochen? (Die Frage nach dem Warum) (!Die Erfindung des Telefons) (!Ein Kriegstagebuch) (!Die Geschichte eines Königs)
Welche Personen gehören zu Peters Herkunftswelt? (Vater sowie Katharine und Gottlieb) (!Fontane sowie Dickens und Verne) (!Ein Kapitän und eine Königin) (!Ein Professor und ein Astronaut)
Welche Aussage beschreibt die Handlung am besten? (Alltag und fantastische Erlebnisse werden verbunden) (!Es gibt nur überprüfbare naturwissenschaftliche Fakten) (!Alle Ereignisse spielen in einem einzigen Klassenzimmer) (!Die Geschichte besteht nur aus Dialogen ohne Erzähler)
Warum kann Peters Selbstdarstellung ironisch wirken? (Weil sein Selbstlob oft nicht zu seinen Missgeschicken passt) (!Weil der Text keinerlei Widersprüche kennt) (!Weil ein Erzähler niemals irren kann) (!Weil alle Nebenfiguren immer schweigen)
Was ist ein guter Textbeleg für eine Deutung? (Ein genaues Zitat mit Fundstelle und Erklärung) (!Eine frei erfundene passende Formulierung) (!Nur eine Meinung ohne Bezug zum Werk) (!Ein Bild ohne Bezug auf eine Textstelle)
Welche Veränderung ist am Ende besonders wichtig? (Peter lebt zurückgezogen und arbeitet statt Schmetterlingen nachzujagen) (!Peter gründet eine Fluggesellschaft) (!Peter wandert als König aus) (!Peter vernichtet sein Manuskript vor der Reise)
Memory-Spiel: Begriff und Bedeutung
Finde sechs zusammengehörige Paare. Die Begriffe werden nicht wiederholt.
| Peter | Figur, die ihre Erlebnisse in der Ich-Form erzählt |
| Schmetterling | Auslöser der Reise und mögliches Sehnsuchtsmotiv |
| Satire | Kritik an Schwächen durch Spott und komische Verfahren |
| Ironie | Spannungsverhältnis zwischen dem Gesagten und dem Gemeinten |
| Rahmenbericht | Nachtrag über den angeblichen Fund des Manuskripts |
| Textbeleg | Genaues Zitat mit Angabe der Fundstelle |
Drag-and-Drop: Handlung ordnen
Ordne jeder Erzähletappe die richtige Beschreibung zu.
| Erzählstation | Passende Beschreibung |
|---|---|
| Ausgangslage | Leben auf dem Hof und Peters Vorgeschichte |
| Auslöser | Jagd nach dem auffälligen Schmetterling |
| Abenteuerfolge | Begegnungen, Verluste und fantastische Ereignisse |
| Rückkehr | Wiederankunft im vertrauten Umfeld |
| Rahmenabschluss | Bericht über das angeblich gefundene Manuskript |
Kreuzworträtsel: Sechs wichtige Wörter
| Busch | Nachname des Autors von Der Schmetterling |
| Peter | Vorname der erzählenden Hauptfigur |
| Satire | Spöttische Form der Kritik an menschlichen Schwächen |
| Hexe | Fantastische Märchengestalt in Peters Erlebnissen |
| Prosa | Schreibform im Gegensatz zu gebundenen Versen |
| Realismus | Literarische Strömung mit Blick auf die Wirklichkeit |
LearningApps: Weitere Übungen suchen
Dies ist eine Suchseite für vorhandene Lernspiele. Qualität und konkrete Inhalte von Fremdübungen bitte vor Benutzung prüfen.
Lückentext: Begriffe einsetzen
Offene Aufgaben
Die Aufgaben sind nach Schwierigkeit sortiert. Wähle für deinen Lernweg zunächst drei offene Aufgaben auf unterschiedlichen Niveaus. Weitere Aufgaben erlauben Wahl, Wiederholung und Vertiefung. Für alle textbezogenen Aufgaben gilt: Originaltext lesen, kurze wörtliche Belege prüfen und die Ausgabe angeben.
Leicht
- Die Handlung in sechs Sätzen: Erzähle Peters Ausgangslage, Jagd, Reise und Rückkehr nach. Hilfe 1: Ordne vier Ereigniskarten; Hilfe 2: nutze die Satzanfänge „Zuerst“, „Dann“, „Später“, „Am Ende“.
- Steckbrief Peter: Sammle drei Eigenschaften und zu jeder eine Handlung aus dem Originaltext. Hilfe 1: suche Wörter über Peters Wünsche; Hilfe 2: verwende „Das erkenne ich daran, dass ...“.
- Fünf Lesestationen: Notiere zu Anfang, Jagd, Begegnung, Rückkehr und Schluss je einen Satz und eine Fundstelle. Hilfe 1: beginne mit dem Textanfang; Hilfe 2: unterstreiche zuerst die Stelle.
- Ein Schmetterling als Zeichen: Formuliere eine mögliche Bedeutung des Tieres in drei einfachen Sätzen. Hilfe 1: denke an Freiheit oder Wünsche; Hilfe 2: finde eine passende Szene statt eine Bedeutung zu behaupten.
Standard
- Vertrauenswürdiger Erzähler?: Vergleiche Peters Selbstbeschreibung mit zwei seiner Handlungen und begründe, ob man ihm immer glauben kann. Füge zwei geprüfte Textbelege an.
- Komik nachweisen: Suche zwei Stellen mit Übertreibung oder Ironie und erkläre jeweils die Wirkung auf Leserinnen und Leser; unterscheide wörtliche Aussage und gemeinten Sinn.
- Buschs Prosa und Bildergeschichte: Vergleiche einen eigenen Prosaausschnitt aus dem Original mit dem Hörbeispiel oder einer Abbildung von „Max und Moritz“; beschreibe Unterschiede von Satzbau, Rhythmus und Darstellungsweise.
- Historisches Deutsch heute: Wähle fünf altertümliche Wörter oder Schreibweisen. Übertrage sie in heutiges Deutsch, bewahre die Bedeutung und kennzeichne die Bearbeitung klar als eigene Paraphrase.
Schwer
- Realismus oder Fantastik?: Analysiere zwei Alltagsszenen und zwei fantastische Szenen mit vier Zitaten; beurteile begründet, warum die Epochenzuordnung schwierig bleibt.
- Peters Selbstbild als Satire: Untersuche Perspektive, Erzählerkommentar und Übertreibung an mindestens drei Stellen. Entwirf eine These und prüfe eine Gegenlesart.
- Weltweiter Literaturvergleich: Vergleiche Busch mit einer nachweisbaren Szene aus Twain, Dickens, Verne oder Tolstoi; notiere Originalsprache, Ausgabe, Übersetzungsstatus, Erzähltechnik und nationale Entstehungsbedingungen.
- Schluss und Wahrheitsanspruch: Analysiere den Wechsel vom Ich-Bericht zum angeblichen Manuskriptfund. Unterscheide Textfakten, Erzählerbehauptung und Interpretation und diskutiere die Wirkung auf die Glaubwürdigkeit.


Lernkontrolle
Beantworte die Aufgaben mit kurzen Begründungen und überprüfbaren Stellen aus der vorhandenen Buchausgabe.
- Motiv und Handlung: Zeige, wie die Jagd nach dem Schmetterling Peters weitere Entscheidungen auslöst, und trenne Ursache im Text von symbolischer Deutung.
- Wandel der Figur: Vergleiche Peter im ersten und letzten Teil anhand zweier konkreter Handlungen. Begründe, was sich verändert und was gleich bleibt.
- Ironie prüfen: Formuliere einen Satz Peters in neutralen Worten um und erkläre mithilfe der Originalstelle, welche satirische Wirkung verloren geht.
- Epochenurteil: Bewerte die Aussage „Der Schmetterling ist ein reiner realistischer Text“. Verwende Erscheinungsjahr, Alltagsszenen und fantastische Gegenbeispiele.
- Edition und Beleg: Wähle eine kurze Passage, vergleiche sie mit einer zweiten veröffentlichten Fassung und protokolliere genau eine tatsächliche oder keine feststellbare Abweichung.
- Wahrheit im Medium: Unterscheide anhand des Commons-Zeitraffers einen echten biologischen Vorgang von einer fantastischen Szene des Werkes; erkläre, warum das Video die Deutung nicht beweist.
Lernnachweis
Wissen: Du kennst Autor, Veröffentlichungsjahr, Textgattung, wichtige Figuren und den Handlungsbogen. Du kannst den poetischen Realismus zeitlich einordnen und Grenzen der Zuordnung erklären.
Können: Du markierst passende Stellen, zitierst wortgetreu, trennst Beobachtung von Interpretation, erkennst Ich-Perspektive, Satire, Übertreibung und Rahmung. Du beurteilst Originalsprache, historische Ausgabe, Paraphrase und Übersetzung unterschiedlich.
Lernprodukte: Abgegeben werden ein Lesetagebuch über den gesamten Text, drei offene Aufgaben aus unterschiedlichen Niveaus, die Quiz- und Spielauswertung und eine kurze Interpretation mit mindestens zwei Fundstellen. Für Klasse 11–13 zusätzlich ein begründeter Vergleich mit einer Erzähltradition des 19. Jahrhunderts.
Transfer: Du kannst dieselbe Belegmethode bei einer fremden Erzählung einsetzen und bei Medien Quelle, Autor, Lizenz und Aussagekraft prüfen.
OER und Wikipedia
Primärwerk und Forschungsquellen:
- Volltext deiner Lernfassung: Buch – Der Schmetterling – Busch, Wilhelm, bestehende MOOCwiki-Buchseite.
- Wilhelm-Busch.de: „Der Schmetterling“ – Text in 27 Abschnitten und Quellen.
- Wilhelm-Busch.de: Lebenslauf mit Veröffentlichung April 1895.
- Deutsches Historisches Museum: Wilhelm Busch.
- Wikisource: Werkübersicht und Digitalisatnachweise.
- Wikipedia: poetischer Realismus.
- Wikipedia: Realismus in der Literatur.
Enzyklopädischer Einstieg zum Autor:
Nachweise für alle verwendeten Medien und Nutzungsrechte:
| Medium | Quelle | Urheber bzw. Mitwirkende | Lizenz und Hinweise |
|---|---|---|---|
| File:Wilhelm busch.jpg | Commons-Dateiseite | Wilhelm Busch, Selbstporträt | Gemeinfrei-Markierung; historische Zeichnung |
| File:Max und Moritz.JPG | Commons-Dateiseite | Wilhelm Busch | Gemeinfrei-Markierung; anderes Werk |
| File:Peacock butterfly (inachis io).jpg | Commons-Dateiseite | Charles J. Sharp | CC BY-SA 3.0; Foto, keine Artfestlegung für die Erzählung |
| File:DE-Max und Moritz-wikisource.ogg | Commons-Dateiseite | Sprecher Ferenjito, Text Wilhelm Busch | CC BY-SA 3.0; laut Quelle auch GFDL; anderes Werk |
| File:A Eurema hecabe (Linnaeus, 1758) - Common Grass Yellow butterfly emerges from its pupal stage.webm | Commons-Dateiseite | Ankit0908 | CC BY 4.0; unverändert eingebettet |
| https://www.youtube.com/watch?v=DIk_hvIc61o | YouTube: Literaturepoche Realismus | m3 [Erklärung und mehr] | Plattformvideo; keine freie Lizenz verifiziert, nur YouTube-Einbettung |
| https://www.youtube.com/watch?v=7gAUwOPYGjk | YouTube: Porträt Wilhelm Busch 1964 | Upload Michael Kühnlenz; Filmrechte nicht unabhängig geklärt | Plattformvideo; keine freie Lizenz verifiziert, nur YouTube-Einbettung |
Medienregel: Bilder, Hörbeispiel und Zeitraffer sind vorhandene Materialien, keine neu erzeugten Medien. Lizenz- und Urheberangaben gelten jeweils für die verlinkten Dateien. Die beiden YouTube-Videos dürfen nicht ohne zusätzliche Rechte als eigene Dateien weiterverbreitet werden. Die filmische Darstellung, der biologische Zeitraffer und Buschs Originaltext sind unterschiedliche Quellenarten.
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