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Literatur verstehen - Auf der Universität - Theodor Storm

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Literatur verstehen - Auf der Universität - Theodor Storm

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Einleitung

Thema: Theodor Storms Novelle Auf der Universität (entstanden 1862, erschienen 1863). Zielgruppe: Klassen 9–10 und 11–13. Ziel: Du verstehst die Handlung und kannst Figuren, Erzählweise, Sprache und gesellschaftliche Kritik mit echten Textstellen erklären.

Kurzbeschreibung: Lenore Beauregard, meist Lore genannt, wächst in einfachen Verhältnissen auf. Als sie mit bürgerlichen Jugendlichen tanzen darf, erlebt sie Nähe, aber auch Ausgrenzung. Später treffen sich die Figuren in einer Universitätsstadt wieder. Standesgrenzen, Missverständnisse und der Umgang der Männer mit Lore prägen die tragische Geschichte.

Hinweis zum Inhalt: Der Schluss behandelt den Tod einer jungen Frau durch Ertrinken, den der Text als Suizid schildert. Wir untersuchen die Darstellung behutsam und ohne Schuldzuweisung. Niemand muss persönliche Erfahrungen berichten.

Theodor Storm: historisches Porträt. Quelle und Rechte stehen unten.


Volltext: die bestehende Buchausgabe

Lies den vollständigen Originaltext auf MOOCwiki: Buch – Auf der Universität – Storm, Theodor. Das ist die bereits vorhandene Buchseite; hier wird keine zweite Buchausgabe angelegt. Als externe Kontrolllektüre steht das Kapitelverzeichnis von Projekt Gutenberg zur Verfügung.

So arbeitest du: Notiere zu jeder Antwort das Kapitel, den genauen Wortlaut einer kurzen Stelle und deine Deutung. Schreibe beispielsweise „Kapitel 2, Gespräch beim Tanz“ und ergänze den wirklich gefundenen Satz. Verwende die Schreibweise deiner MOOCwiki-Ausgabe. Andere Ausgaben können sich in Rechtschreibung und Zeichensetzung unterscheiden; verändere Zitate niemals unbemerkt.

Originalsprache: Deutsch. Eine Übersetzung ist für diesen deutschsprachigen Text nicht nötig. Falls du eine Übersetzung findest, vergleiche sie mit einer Stelle aus dem deutschen Original und gib die jeweilige Ausgabe an. Eine heutige Nacherzählung ist kein Originalzitat.


Leseweg durch die acht Kapitel

Die Novelle hat acht betitelte Kapitel. Lies sie im verlinkten Volltext. Die folgenden Aufgaben zeigen, wonach du suchst; sie behaupten nicht, Seitenzahlen einer unbekannten Ausgabe zu kennen.


Kapitel 1 bis 2: Lore und Tanzstunde

1. Lore: Warum darf Lore zunächst nicht selbstverständlich an der Tanzstunde teilnehmen? Markiere die Stelle zu der fehlenden „standesmäßigen“ Tänzerin. Wer entscheidet über Zugehörigkeit?

2. In der Tanzstunde: Achte auf die Reaktionen der anderen Jugendlichen und den Auftritt von Lores Vater. Erstelle zwei Spalten: Was geschieht? Wie bewertet die Gesellschaft Lore und ihre Familie?

Originalbeleg aus Kapitel 1 (Kontrolltext Projekt Gutenberg): „die achte standesmäßige Dame war nicht zu beschaffen gewesen“. Das Wort standesmäßig verweist auf eine soziale Schranke; begründe selbst, wie die Szene sie sichtbar macht.


Kapitel 3 bis 4: Eis und Schlossgarten

3. Auf dem Mühlenteich: Beschreibe die Schlittenfahrt und den Streit zwischen Philipp und Christoph. Wann überschreitet der Ich-Erzähler Lores Grenzen? Ist seine Erinnerung verlässlich? Belege beide Antworten.

4. Im Schloßgarten: Untersuche Jahrmarkt, Karussell und den gemeinsamen Weg. Welche Wirkung haben Frühling, Bewegung und Abendstimmung? Was bleibt zwischen den Figuren unausgesprochen?

Kieler Schlossgarten auf einer Aufnahme von 1895. Historisches Vergleichsbild, keine Illustration einer belegten Romanszene.


Kapitel 5 bis 6: Studienwelt und sozialer Abstand

5. Auf der Universität: Jahre später trifft Philipp Lore wieder. Suche die Erzählung der „lahmen Marie“ über Lores Leben. Trenne ausdrücklich Maries Bericht, Philipps Beobachtung und deine Vermutung.

6. Ein Spaziergang: Die Studenten sprechen über einen Tanzabend und Lore. Wie formen Gerüchte den Ruf eines Menschen? Sammle zwei Formulierungen und prüfe, wessen Sicht darin steckt.

Historische Kiel-Ansicht von 1855. Die Stadt im Werk wird nicht ausdrücklich beim Namen genannt; die Forschung verbindet den Universitätsort mit Kiel.

Vertiefung: Theodor Storm und der poetische Realismus (MOOCit). Dies ist ein Erklärvideo, keine Quelle für wörtliche Novellenzitate.


Kapitel 7 bis 8: Entscheidung und Rückblick

7. Draußen im Walde: Lies den Brief Christophs und Lores Reaktion genau. Welche Möglichkeiten nennt der Text? Welche Zwänge erkennt Lore? Stelle eine Aussage Lores neben eine Aussage des Erzählers.

8. Am Strand: Wie erzählt Philipp vom Tod Lores? Vergleiche die Beschreibung der Landschaft mit der Reaktion der Menschen. Der Schluss nennt auf einer Gedenktafel „Lenore Beauregard“. Was bedeutet diese Namensnennung für das Erinnern?

Die Kieler Küstenlandschaft auf einer historischen Aufnahme von 1895; kein fotografischer Nachweis des erzählten Geschehens.


Figuren und Konflikte

Figur Kurz erklärt Frage an den Text
Lenore „Lore“ Beauregard Junge Frau aus einer wirtschaftlich schwachen Familie. Wo spricht sie selbst, wo sprechen andere über sie?
Philipp Ich-Erzähler; vom Schüler zum Jurastudenten. Sieht er sein eigenes Verhalten kritisch genug?
Christoph Werner Tischler; kennt Lore seit der Jugend. Wie verbinden sich Zuneigung, Eifersucht und Stand?
Fritz Sohn des Bürgermeisters; Philipps Freund. Wie hilft seine gesellschaftliche Stellung?
„Rauhgraf“ Bezeichnung eines wohlhabenden Studenten; kein verlässlicher Eigenname. Wie nutzt er Ansehen und Macht?
Marie Vermittelt dem Erzähler Nachrichten über Lore. Was weiß sie aus eigener Beobachtung?

Kerngedanke: Die Erzählung zeigt, wie Herkunft und gesellschaftliche Erwartungen Handlungsmöglichkeiten einschränken. Du sollst die Figuren nicht vorschnell als „gut“ oder „böse“ einteilen. Untersuche ihre konkreten Entscheidungen.


Sprache und Erzählweise

Ich-Erzählung: Philipp berichtet rückblickend. Sein Wissen ist begrenzt. Er kennt eigene Erinnerungen und hört Erzählungen anderer. Frage: Wie verändert sich dein Urteil über Lore, wenn du nur durch Philipps Blick von ihr erfährst?

Zeit und Aufbau: Die ersten vier Kapitel schildern die Jugend; danach folgt ein Zeitsprung. Die spätere Begegnung an der Universität macht frühere Versäumnisse sichtbar. Frage: Wozu nutzt Storm diesen Abstand?

Bilder und Motive: Tanz, Bewegung, Eis, Garten, Wald und Wasser schaffen Stimmungen. Frage: Wann wirken solche Orte frei und offen, wann bedrohlich oder einengend? Eine mögliche Symboldeutung muss aus der Stelle begründet werden.

Erzählte Rede: Achte auf Dialoge, rückblickende Berichte und Gerüchte. Frage: Wer spricht jeweils? Eine Behauptung einer Figur ist nicht automatisch die Aussage des Autors.

Wortschatz: „Standesdünkel“ bedeutet: Menschen werden wegen ihrer sozialen Herkunft überheblich beurteilt. „Novelle“ ist eine kürzere erzählende Prosagattung mit konzentriertem Konflikt. „Deutung“ ist eine begründete Lesart, kein nachprüfbares Ereignis.


Epoche und Geschichte

Poetischer Realismus: Literatur um die Mitte und zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigt oft Alltag, soziale Regeln und innere Konflikte in einer kunstvoll geformten Erzählung. Bei Storm sind die genaue Beobachtung und die stimmungsvolle Landschaft wichtig. Der Text ist keine neutrale Sozialreportage.

Historischer Kontext: Die Geschichte spielt in Norddeutschland während des 19. Jahrhunderts; die Jugendzeit des Erzählers liegt in einer Region, die damals zum dänischen Gesamtstaat gehörte. Schule, Universität und bürgerlicher Rang beeinflussen Beziehungen. Frauen aus ärmeren Familien hatten andere Möglichkeiten als wohlhabende Studenten. Historische Bedingungen erklären Machtverhältnisse, entschuldigen aber nicht jedes Verhalten einer Figur.

Historisches Universitätssiegel der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Das amtliche Zeichen ist gemeinfrei, seine Verwendung kann unabhängig davon besonderen Regeln unterliegen.

Lernvideo: Merkmale des poetischen Realismus (Schülerhilfe). Vergleiche die allgemeinen Merkmale mit einer selbst gefundenen Textstelle.


Weltliteratur und andere Erzähltraditionen

Realistische Vergleiche: Gustave Flaubert schildert in Madame Bovary (Frankreich, 1857) soziale Erwartungen und unerfüllte Hoffnungen. Charles Dickens zeichnet in Great Expectations (Großbritannien, 1860–1861) die Spannung zwischen Herkunft und gesellschaftlichem Aufstieg. Leo Tolstoi untersucht in Anna Karenina (Russland, ab 1875) die Folgen sozialer Urteile. Diese Werke sind keine Übersetzungen von Storms Novelle: Vergleiche Themen, nicht vermeintlich identische Handlungen.

Andere nationale Entwicklungen: Jules Vernes Abenteuerromane (Frankreich), etwa Reise zum Mittelpunkt der Erde (1864), setzen stärker auf Entdeckung und außergewöhnliche Ereignisse. Historische und Abenteuerliteratur folgen nicht einfach denselben Regeln wie der poetische Realismus. Arbeite Unterschiede in Handlung, Erzähltempo und Wirklichkeitsanspruch heraus.

Quellenkritik: Die gedruckte Erstausgabe, eine spätere Buchfassung, ein Webvolltext und eine heutige Inhaltsangabe sind verschiedene Quellenarten. Vergleiche für einen Satz Orthographie, Wortwahl und Zeichensetzung. Kennzeichne jede eigene Modernisierung ausdrücklich; übernimm keine Internetzusammenfassung als angeblichen Originaltext.


Hör- und Medienvergleich

Hörprobe zu Storms Sprache: Die folgenden Aufnahmen stammen nicht aus Auf der Universität. Sie dienen ausschließlich dazu, Vortrag, Rhythmus und eine andere Textgattung kennenzulernen.

Gedicht „Juli“, gesprochen von Sascha Heuer; zum Hören und Vergleichen mit Storms Erzählprosa.

Lesung „Der kleine Häwelmann“ durch Franziska Nelson; Vergleich von Märchen und realistischer Novelle.

Hör-Auftrag: Höre eine Minute oder die kurze Gedichtaufnahme. Welche Sätze oder Pausen erzeugen Stimmung? Lies danach einen selbst gewählten Absatz aus Auf der Universität laut. Keine eigene Aufnahme ist nötig.

Vertiefungsvideo zu den Erzählmitteln des poetischen Realismus (MOOCit). Videoquellen haben keine automatisch freie OER-Lizenz.


Gestufte Hilfen für die Textarbeit

Hilfe 1 – leicht: Wer handelt? Wo spielt die Szene? Schreibe zwei kurze Sätze und unterstreiche die entscheidenden Wörter im Original.

Hilfe 2 – mittel: Ergänze „Im Kapitel … sagt/tut … . Das erkenne ich an … . Deshalb vermute ich … .“ Trenne Textbeleg und Vermutung.

Hilfe 3 – anspruchsvoll: Frage nach Erzählerperspektive, Standesordnung und Symbolik. Prüfe ein Gegenargument. Belege beide Seiten durch unterschiedliche Stellen.

Belegregel: Setze Anführungszeichen nur bei genau abgeschriebenen Sätzen aus der von dir genannten Ausgabe. Ohne geprüften Wortlaut schreibe „sinngemäß“. Seitenzahlen sind ausgabenabhängig; Kapitelangaben sind hier zuverlässiger.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste dein Wissen

Welche Textsorte ist „Auf der Universität“? (Novelle) (!Drama) (!Lehrgedicht) (!Reisehandbuch)




Wer ist die zentrale junge Frau der Erzählung? (Lenore Beauregard) (!Effi Briest) (!Anna Karenina) (!Emma Bovary)




Warum gerät Lore schon beim Tanzen in soziale Schwierigkeiten? (Ihre Herkunft passt nicht zu den Standeserwartungen) (!Sie besucht eine andere Universität) (!Sie versteht kein Deutsch) (!Sie ist eine bekannte Schriftstellerin)




Aus welcher Sicht wird die Geschichte erzählt? (Aus der rückblickenden Ich-Perspektive Philipps) (!Von einer allwissenden Erzählerin in der Gegenwart) (!Nur in Form von Tagebuchseiten Lores) (!Ausschließlich durch Briefe des Rauhgrafen)




Welche Beziehung hat Christoph Werner zu Lore? (Er ist ein ihr seit der Jugend vertrauter Tischler) (!Er ist ihr Universitätsprofessor) (!Er ist ihr Bruder) (!Er ist der Bürgermeister der Stadt)




Was trennt die beiden größeren Zeitabschnitte der Handlung? (Ein Zeitsprung nach den Jugendkapiteln) (!Eine Reise zum Mond) (!Ein Wechsel zur Ich-Perspektive Lores) (!Eine Gerichtsverhandlung im ersten Kapitel)




Welche Vorgehensweise passt zu einer guten Interpretation? (Eine Textstelle genau belegen und danach deuten) (!Nur eine Inhaltsangabe aus dem Netz abschreiben) (!Behauptungen von Figuren als Autorenmeinung lesen) (!Ein Zitat nach Wunsch modernisieren)




Welche historische Frage ist für die Novelle wichtig? (Wie soziale Herkunft Chancen beeinflusst) (!Wie das Internet die Forschung verändert) (!Wie Raumfahrt das Studium prägt) (!Wie Radio den Tanzunterricht ersetzt)




Was bedeutet poetischer Realismus hier am ehesten? (Wirklichkeitsnahe Beobachtung und kunstvolle Gestaltung) (!Ausschließlich fantastische Abenteuer) (!Nur mathematische Fakten ohne Figuren) (!Ein Regelwerk für Reime)




Was sollte man über die Tonaufnahmen des Kurses wissen? (Sie zeigen andere Texte Storms zum Vergleich) (!Sie sind nachweislich der vollständige Originalton der Novelle) (!Sie stammen aus Storms eigener Stimme) (!Sie ersetzen die Lektüre der Buchausgabe)





Memory

Ordne jeder Figur den passenden Hinweis zu. Jede Paarung kommt nur einmal vor.

Lenore Junge Frau, deren Herkunft zum gesellschaftlichen Konflikt wird
Philipp Rückblickender Ich-Erzähler und späterer Jurastudent
Christoph Tischler und Jugendfreund der Hauptfigur
Fritz Sohn des Bürgermeisters und Freund des Erzählers
Rauhgraf Beiname des wohlhabenden Studenten
Marie Berichtet Philipp über Ereignisse aus Lenores Leben





Drag and Drop

Ordne Begriff und Erklärung einander zu.

Begriff Erklärung
Ich-Erzählung Erzählen aus Philipps begrenzter Sicht
Standesdünkel Überheblichkeit wegen sozialer Herkunft
Zeitsprung Auslassung mehrerer Jahre zwischen Handlungsteilen
Textbeleg Nachweis durch den genauen Wortlaut einer Stelle
Deutung Begründete Aussage über eine mögliche Bedeutung





Kreuzworträtsel

Gib jeweils ein einzelnes Wort ein.

Lenore Vorname der Hauptfigur in der amtlichen Namensform
Philipp Name des rückblickenden Erzählers
Christoph Vorname des Tischlers Werner
Storm Nachname des Autors
Novelle Erzählgattung des Werks
Realismus Literaturepoche der wirklichkeitsnahen Gestaltung





LearningApps

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Lückentext

Ergänze jeweils ein passendes Wort.
Theodor Storm schrieb die

„Auf der Universität“.
Die junge Hauptfigur heißt

.
Der rückblickende Erzähler heißt

.
Ihr Freund Christoph ist von Beruf

.
Die ersten vier Kapitel zeigen vor allem die

der Figuren.
Danach verändert ein

den Blick auf die Geschichte.
Die Erwartung einer hohen sozialen Stellung heißt hier

.
Philipps Sicht ist die eines

.
Der Text gehört zum poetischen

.
Eine genaue Stelle aus der Ausgabe nennt man

.




Offene Aufgaben

Für alle zwölf Aufgaben gilt: Arbeite mit der bestehenden MOOCwiki-Buchausgabe. Kennzeichne Zitat, Zusammenfassung und eigene Deutung. Die erste Aufgabe jeder Stufe ist eine besonders geeignete Kernaufgabe; so gibt es zugleich drei gestufte Hauptaufgaben.


Leicht

  1. Kernaufgabe – Lore verstehen: Beschreibe Lore in sechs einfachen Sätzen. Nenne eine Situation aus Kapitel 1 oder 2 und einen exakt nachgeschlagenen Textbeleg. Hilfe: Wer? Was? Wie reagieren die anderen?
  2. Acht-Kapitel-Zeitstrahl: Schreibe zu jedem Kapitel eine kurze Aussage. Markiere den Sprung von der Jugend zur Studentenzeit.
  3. Lesetagebuch: Halte zu zwei Kapiteln je eine Frage, ein Gefühl beim Lesen und einen Beleg aus dem Text fest.
  4. Wörter des 19. Jahrhunderts: Finde fünf schwierige Ausdrücke der Originalausgabe. Erkläre sie in einfacher Sprache, ohne das Originalzitat zu verändern.


Standard

  1. Kernaufgabe – Perspektiven vergleichen: Vergleiche, was Philipp und Marie über Lore berichten. Finde zwei konkrete Stellen und trenne Beobachtung, Gerücht und Deutung. Hilfe: Wer weiß was aus eigener Erfahrung?
  2. Motive vergleichen: Vergleiche die Wirkung von Eis und Meer oder Garten und Wald. Begründe eine symbolische Lesart mit zwei Textstellen.
  3. Gesellschaftsreportage: Stelle in einer Tabelle Chancen und Grenzen von Lore, Christoph und dem wohlhabenden Studenten gegenüber. Belege mindestens drei Unterschiede.
  4. Hörvergleich: Höre die verlinkte Aufnahme zu „Juli“ oder „Der kleine Häwelmann“ und beschreibe zwei Unterschiede in Gattung oder Stimmung zur Novelle. Gib die genutzte Quelle an.


Schwer

  1. Kernaufgabe – Deutung mit Gegenargument: Prüfe die These „Nicht nur einzelne Personen, sondern soziale Regeln prägen Lores Schicksal“. Nutze drei genaue Textstellen, ein Gegenargument und ein begründetes Urteil. Hilfe: Trenne Handlung, Erzählerwertung und historische Einordnung.
  2. Ausgabenvergleich: Vergleiche eine kurze Passage aus der bestehenden MOOCwiki-Buchausgabe mit dem verlinkten externen Volltext. Dokumentiere nur tatsächlich gefundene Unterschiede in Schrift, Schreibweise und Zeichensetzung.
  3. Internationaler Vergleich: Vergleiche die Rolle sozialer Herkunft bei Storm mit einem selbst gewählten Abschnitt aus Dickens oder Flaubert. Markiere Land, Erscheinungszeit, Originalsprache und die verwendeten Ausgaben.
  4. Gattungsdebatte: Erkläre anhand von Handlung, Erzähltempo und Wirklichkeitsanspruch, warum Jules Vernes Abenteuererzählung nicht einfach dasselbe wie Storms sozialkritische Novelle ist. Nutze nachprüfbare Quellen statt ungenauer Epochenetiketten.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Erzähler prüfen: Wähle einen Bericht Maries und erläutere, warum Philipp nicht alle darin enthaltenen Aussagen selbst bezeugen kann.
  2. Machtverhältnisse erläutern: Zeige anhand zweier Szenen, wie soziale Herkunft die Behandlung Lores beeinflusst; widerlege eine zu einfache Schuldzuweisung.
  3. Schluss deuten: Analysiere den Zusammenhang von Landschaft, Erzählton und Erinnerung im letzten Kapitel. Belege eine alternative Lesart.
  4. Epochentypisches begründen: Beurteile an einer Szene, wo Storm genau beobachtet und wo er künstlerisch gestaltet.
  5. Quelle beurteilen: Erläutere an einer überprüften Passage den Unterschied zwischen Originaltext, moderner Zusammenfassung und Interpretation.
  6. Weltliteratur vergleichen: Formuliere eine Gemeinsamkeit und einen Unterschied zwischen Storm und einem Werk des europäischen Realismus, ohne Abenteuerliteratur fälschlich gleichzusetzen.


Lernnachweis

Du kannst einen kurzen Lernnachweis abgeben: eine achtteilige Kapitelübersicht, eine Figurenkarte, zwei wortgetreue Zitate mit Kapitelangabe, eine eigene begründete Interpretation samt Gegenargument und eine genaue Medien- und Quellenliste. Für Klassen 9–10 reichen kurze klare Sätze; für Klassen 11–13 kommen Perspektivkritik, Gattung und historischer Vergleich hinzu. Entscheidend ist der überprüfbare Umgang mit dem Originaltext, nicht die Menge an Fachwörtern.


OER und Wikipedia

Primärtext und Literaturwissenschaft:


Mediennachweise und Rechte

Die folgenden Medien liegen auf Wikimedia Commons; die Dateiseiten dokumentieren Urheber und Lizenz. Bilder späterer Jahre dienen dem historischen Vergleich, nicht als Bildbeleg für eine bestimmte Romanhandlung. Es wurden keine Medien neu erzeugt.

Datei Nachgewiesene Quelle Urheber/Zuordnung Rechte
File:Theodor Storm 1900.jpg Commons-Dateiseite Urheber unbekannt; Stadtarchiv Trier/Tripota Gemeinfrei
File:Schlossgarten und Schloss (Kiel 49.439).jpg Commons-Dateiseite Eduard Mertens, Stadtarchiv Kiel Public Domain Mark
File:Kiel from the harbour by J. W. Carmichael (1855) (30532043483).jpg Commons-Dateiseite Historische Grafik nach James Wilson Carmichael; fotografiert von Rüdiger Stehn Gemeinfreie Vorlage; Dateirechte beachten
File:Seebadeanstalt Düsternbrook (Kiel 44.942).jpg Commons-Dateiseite Eduard Mertens, Stadtarchiv Kiel Public Domain Mark
File:Siegel der CAU.svg Commons-Dateiseite Universität Kiel Amtliches Siegel, gemeinfrei; Kennzeichenrecht beachten
File:De-Juli-Wikisource.ogg Commons-Dateiseite Sascha Heuer CC BY-SA 2.0 DE, ohne Änderung
File:LibriVox - Der kleine Haewelmann.ogg Commons-Dateiseite Franziska Nelson, LibriVox; Text Theodor Storm Gemeinfrei / CC0

Videos: Theodor Storm und Realismus – MOOCit, Poetischer Realismus – Schülerhilfe, Poetischer Realismus – MOOCit. Rechte an diesen YouTube-Beiträgen bleiben bei den jeweiligen Anbietern; eingebettet wird über den YouTube-Player. Eine freie Lizenz oder eine Erlaubnis zur Weiterverbreitung der Videodateien wird nicht behauptet. Prüfe vor einer anderen Nutzung die aktuellen Hinweise am jeweiligen Video.

Animationshinweis: Es wird keine nur thematisch entfernte Animation als angebliche historische Quelle ausgegeben. Eine passende, rechtlich geprüfte Originalanimation der Novelle lag nicht vor. Die verifizierten Bilder, Audios und Videos bilden den Medienkern.


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