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Literatur verstehen - Anatol - Arthur Schnitzler

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Literatur verstehen - Anatol - Arthur Schnitzler

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Literatur verstehen - Anatol - Arthur Schnitzler

Zielgruppe: Klasse 11 bis 13

Fach: Deutsch – Literatur – Dramenanalyse

Lernziele: Du verstehst den Aufbau des Werks, untersuchst Figuren und Sprache, belegst Deine Deutungen mit Textstellen und ordnest das Werk in die Wiener Moderne ein.


Einleitung

Anatol von Arthur Schnitzler ist kein Roman, sondern ein Zyklus aus sieben kurzen Theaterstücken, sogenannten Einaktern. Anatol erlebt verschiedene Liebesbeziehungen. Er möchte geliebt werden, zweifelt aber häufig an anderen Menschen. Dabei übersieht er oft sein eigenes Verhalten.

Das Buch trägt die Jahreszahl 1893. Es erschien bereits im Herbst 1892 mit dieser Jahresangabe.

Titelblatt der Buchausgabe von 1893. Quelle: Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Arthur Schnitzler, fotografiert von Josef Löwy um 1900. Wien Museum / Wikimedia Commons, gemeinfrei; Museumsdigitalisat CC0.


Das Buch lesen: Volltext und Ausgabe

Der vollständige Text steht auf der bereits vorhandenen MOOCwiki-Buchseite:

Buch - Anatol - Schnitzler, Arthur – Volltext öffnen

Diese Buchseite wird hier verlinkt, nicht erneut angelegt.

Zum Vergleichen gibt es außerdem eine wissenschaftlich erschlossene historische Textfassung:

Arthur Schnitzler: Anatol, Berlin 1893 – vollständiger Text im TextGrid Repository

Wichtig: Die Seitenzahlen dieses Kurses beziehen sich auf den historischen Druck von 1893. Die MOOCwiki-Ausgabe kann andere Seitenzahlen oder eine andere Rechtschreibung haben. Suche deshalb immer auch nach dem Titel des Einakters.

Die Originalsprache ist Deutsch. Eine deutsche Übersetzung ist nicht nötig. Ältere Schreibweisen wie „Thür“ oder das lange „ſ“ gehören zum historischen Druck. Sie dürfen in Zitaten nicht unbemerkt verändert werden.

Vergleichsaufgabe: Wähle drei Sätze aus der historischen Textfassung und suche dieselben Sätze in der MOOCwiki-Buchausgabe. Vergleiche Schreibweise und Zeichensetzung. Prüfe, ob sich auch Wörter geändert haben. Kennzeichne jeden Unterschied.

Als freiwillige Erweiterung kannst Du eine englischsprachige Ausgabe von 1911 ansehen. Sie ist eine Übersetzung und kein deutscher Originaltext.


Inhalt und Aufbau

Die sieben Stücke bilden keinen durchgehenden Handlungsablauf wie ein Roman. Jede Szene zeigt eine neue Situation. Zusammen entsteht ein Bild von Anatols Charakter.

Einakter Beginn im Druck von 1893 Textbezogene Leseaufgabe
Die Frage an das Schicksal S. 7 Lies besonders S. 11–14 und die Schlusspassage. Prüfe, welche Beweise Anatol für seine Eifersucht hat und warum er eine entscheidende Frage nicht stellt.
Weihnachtseinkäufe S. 27 Untersuche das Gespräch von Anatol und Gabriele. Welche Erwartungen an Liebe und gesellschaftliches Verhalten werden sichtbar?
Episode S. 43 Untersuche Anatols Umgang mit Erinnerungen und seine Begegnung mit Bianca. Welche Bedeutung gibt er vergangenen Beziehungen?
Denksteine S. 65 Untersuche die Erinnerungsstücke und Emilies Reaktion. Wer bestimmt, was von der Vergangenheit bleiben darf?
Abschiedssouper S. 75 Untersuche das Gespräch über das Ende einer Beziehung. Achte auf Erwartungen, Missverständnisse und überraschende Wendungen.
Agonie S. 97 Vergleiche, wie Anatol, Else und Max über eine Beziehung sprechen, die zu Ende geht.
Anatols Hochzeitsmorgen S. 113 Prüfe, wie Anatols Verhalten kurz vor seiner Hochzeit zu seinem Bild von Liebe und Treue passt.

Lesestrategie für alle sieben Einakter: Markiere eine wichtige Aussage, eine auffällige Regieanweisung und einen Widerspruch. Notiere jeweils die Figur und die Fundstelle.


Die Figuren

Anatol ist die Hauptfigur. Er wirkt empfindsam und selbstbewusst. Zugleich ist er eifersüchtig und widersprüchlich.

Max ist sein Freund. In Gesprächen hinterfragt er Anatols Aussagen und macht Widersprüche sichtbar.

Cora, Gabriele, Bianca, Emilie, Annie, Else und Ilona begegnen Anatol in unterschiedlichen Situationen. Ihre Rollen und Handlungsmöglichkeiten sind nicht gleich.

Merke: Eine Aussage Anatols ist nicht automatisch die Meinung des Autors.


Sprache, Textbelege und Interpretation


Eine Stelle genau untersuchen

Im ersten Einakter behauptet Anatol, Cora sei ihm untreu. Auf Max' Frage nach Beweisen antwortet er.

Originalzitat, Druck von 1893, S. 11:

„Ich ahne es … ich fühle es … darum weiß ich es!“

Was steht im Text? Anatol erklärt ein Gefühl zu sicherem Wissen.

Eine mögliche Interpretation: Anatol verwechselt seine Angst mit einem Beweis. Diese Deutung musst Du mit dem weiteren Gespräch überprüfen.

Deine Leseaufgaben:

  1. Textbeleg: Erkläre, warum Ahnen und Wissen nicht dasselbe sind.
  2. Dialoganalyse: Untersuche, wie Max auf Anatols Behauptung reagiert.
  3. Figurenanalyse: Lies auf S. 12–13 nach, was Anatol über seine eigene Treue sagt. Vergleiche seinen Maßstab für sich und Cora.
  4. Dramenanalyse: Verfolge die Hypnoseszene bis zum Schluss. Warum nutzt Anatol die angekündigte Möglichkeit zur Wahrheitsprüfung nicht?
  5. Interpretation: Formuliere zwei mögliche Erklärungen. Belege jede mit einer konkreten Stelle.

Moritz Coschell: Cora in Hypnose, Zeichnung von 1899. Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Bildaufgabe: Vergleiche Coras Darstellung im Bild mit ihren Worten und Handlungen im Stück. Welche Informationen liefert die Zeichnung zusätzlich? Was darfst Du daraus nicht als Texttatsache ableiten?


Zwei weitere Textstellen vergleichen

Weihnachtseinkäufe: Lies besonders die letzten Seiten der Szene. Untersuche, wie Gabriele über eine andere Frau und deren Handlungsmöglichkeiten spricht.

Moritz Coschell: Anatol verabschiedet sich von Gabriele, Zeichnung von 1899. Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Denksteine: Lies den Beginn des Gesprächs mit Emilie. Erkläre, warum Erinnerungsstücke zu einem Konflikt werden.

Moritz Coschell: Emilie vor dem Kamin, Zeichnung von 1899. Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Vergleich: Wer verfügt in beiden Szenen über die Vergangenheit? Beachte dabei auch die Sicht der Frauen.


Wie funktioniert die Sprache?

  1. Dialog: Figuren zeigen ihre Gedanken durch Gespräche statt durch einen Erzähler.
  2. Ironie: Eine Figur kann etwas behaupten, das ihr eigenes Verhalten widerlegt.
  3. Regieanweisung: Gesten, Pausen und Bewegungen können eine andere Bedeutung haben als gesprochene Worte.
  4. Subtext: Menschen sprechen nicht immer offen über ihre Wünsche und Ängste.

Mini-Auftrag: Wähle fünf aufeinanderfolgende Äußerungen aus einer Szene. Untersuche, was offen gesagt wird und was nur angedeutet bleibt.


Historischer Kontext: Moderne und Wiener Moderne

Arthur Schnitzler lebte von 1862 bis 1931. Er war Arzt und Schriftsteller in Wien. Seine Stücke beschäftigen sich oft mit Liebe, Unsicherheit, gesellschaftlichen Regeln und seelischen Konflikten.

Die Wiener Moderne entstand im Umfeld der europäischen Moderne. Um 1900 gab es keine einheitliche literarische Stilrichtung. Symbolismus, Impressionismus, Naturalismus, Décadence, Jugendstil und andere Bewegungen bestanden nebeneinander oder beeinflussten sich. Später wurden etwa Expressionismus und Neue Sachlichkeit wichtig. Diese späteren Strömungen dürfen nicht einfach als Stil von Anatol bezeichnet werden.

Für Anatol sind besonders die Aufmerksamkeit für Gefühle, unsichere Wahrnehmungen, gesellschaftliche Rollen und fein abgestufte Dialoge wichtig.

Das Wiener Café Griensteidl vor 1897. Fotografie von Carl von Zamboni, Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Frage zum historischen Foto: Was kann ein Bild des Wiener Kaffeehauslebens über das kulturelle Umfeld zeigen? Was lässt sich damit nicht über Anatols persönliche Erlebnisse beweisen?

Das Wiener Secessionsgebäude um 1900. Fotograf unbekannt, Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Vergleichsaufgabe: Das Gebäude gehört zur Kunstgeschichte der Moderne. Nenne eine Gemeinsamkeit und einen Unterschied zwischen künstlerischer Erneuerung in der Architektur und Schnitzlers literarischen Themen. Behaupte keine direkte Verbindung, die Du nicht belegen kannst.


Loris und das einleitende Gedicht

Das einleitende Gedicht schrieb Hugo von Hofmannsthal unter dem Namen Loris. Es gehört schon zum historischen Buchdruck.

Hugo von Hofmannsthal im Jahr 1893. Fotograf unbekannt, Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Leseaufgabe: Lies den Prolog auf S. 1–6. Suche Bilder aus dem Theater und aus dem gesellschaftlichen Leben. Prüfe, wie sie zu den sieben Szenen passen. Unterscheide dabei den Text des Prologs von Schnitzlers Dialogen.


Medienlabor: Wahrnehmung und Inszenierung


Animation: Was zeigt die Wahrnehmung?

Dynamische optische Täuschung von Greg Egan, 2023, CC BY-SA 4.0.

Aufgabe: Beschreibe zuerst nur, was Du siehst. Überprüfe anschließend, was tatsächlich verändert wird. Erkläre dann als Vergleich, warum Wahrnehmung und gesichertes Wissen auch in Anatols Gespräch auseinanderfallen können.

Achtung: Die Animation erklärt keine Hypnose und beweist nichts über Coras Zustand. Sie ist nur ein Anschauungsbeispiel für unsichere Wahrnehmung.


Audio: Wie klingt der Autorenname?

Aussprachebeispiel von Jeuwre, 2026, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Dies ist keine historische Stimme Schnitzlers und keine Lesung aus „Anatol“.

Eine historische Tonaufnahme Schnitzlers zu einem anderen Werk findest Du bei der Österreichischen Mediathek. Beachte die dortigen Nutzungsbedingungen.


Video: Wien um 1900

Leopold Museum Wien: WIEN 1900 – Aufbruch in die Moderne

Leopold Museum Wien: Wien 1900 / Vienna 1900

Videoauftrag: Halte drei Merkmale des kulturellen Wandels um 1900 fest. Verbinde eines davon vorsichtig mit einer konkreten Textstelle aus Anatol. Erkläre auch die Grenzen des Vergleichs.

Medienrecht: Beide Videos stammen vom YouTube-Kanal des Leopold Museums. Eine freie Creative-Commons-Lizenz ist hierfür nicht nachgewiesen. Die Videos werden lediglich über YouTube eingebunden und nicht als OER zur Weiterverbreitung ausgegeben.

Als ergänzendes Beispiel für eine heutige Inszenierung kannst Du einen Beitrag des ORF über eine Aufführung von „Anatol“ aus dem Jahr 2026 ansehen. Der Beitrag ist keine Quelle für den Wortlaut von 1893 und nur innerhalb der vom ORF festgelegten Verfügbarkeit nutzbar.


Gestufte Hilfen zur Textanalyse


Hilfe 1: Leicht – Text verstehen

Lies die gewählte Szene einmal vollständig. Unterstreiche Figuren, Gefühle und wichtige Gegenstände. Schreibe zu jeder Figur zwei kurze Sätze: Was will sie? Was tut sie?


Hilfe 2: Standard – Text belegen

Suche eine Behauptung und eine dazu passende oder widersprechende Handlung. Notiere die Fundstelle. Erkläre den Widerspruch mit eigenen Worten.


Hilfe 3: Schwer – Text deuten

Prüfe zwei verschiedene Deutungen derselben Situation. Berücksichtige Dialog, Regieanweisungen, gesellschaftliche Rollen und den historischen Kontext. Erkläre, welche Deutung stärker belegt ist.

Formulierungshilfe: „Im Text sagt die Figur … . Ihr Verhalten in der Szene … lässt dagegen erkennen … . Daher lässt sich vermuten … .“


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Zu welcher Textform gehört „Anatol“? (Einakterzyklus) (!Briefroman) (!Reisebericht) (!Balladensammlung)




Welche Jahreszahl steht auf dem historischen Buchtitel? (1893) (!1910) (!1925) (!1848)




Wie viele Einakter enthält die Buchausgabe von 1893? (Sieben) (!Drei) (!Zehn) (!Zwölf)




Wer schrieb unter dem Namen Loris den Prolog? (Hugo von Hofmannsthal) (!Franz Kafka) (!Hermann Hesse) (!Stefan Zweig)




Welche Rolle spielt Max in mehreren Szenen? (Er ist Anatols Freund und Gesprächspartner) (!Er ist Anatols Vater) (!Er ist Coras Bruder) (!Er ist Anatols Vorgesetzter)




Was möchte Anatol in „Die Frage an das Schicksal“ herausfinden? (Ob Cora ihm treu ist) (!Ob Max die Stadt verlässt) (!Ob er ein Theater erbt) (!Ob sein Buch veröffentlicht wird)




Was hält Anatol am Ende der Hypnoseszene zurück? (Er stellt die entscheidende Treuefrage nicht) (!Er verlässt Wien für immer) (!Er heiratet Cora sofort) (!Er beendet seine Freundschaft mit Max)




In welcher Szene spricht Anatol mit Gabriele? (Weihnachtseinkäufe) (!Agonie) (!Denksteine) (!Anatols Hochzeitsmorgen)




In welchem Einakter werden Erinnerungsstücke zum Streitpunkt? (Denksteine) (!Die Frage an das Schicksal) (!Abschiedssouper) (!Weihnachtseinkäufe)




Was kennzeichnet die literarische Moderne um 1900? (Mehrere unterschiedliche Strömungen bestehen nebeneinander) (!Alle Autoren schreiben in derselben Stilrichtung) (!Dramen werden vollständig abgeschafft) (!Literatur behandelt keine Gefühle mehr)





Memory

Anatol Hauptfigur mit starken Selbstzweifeln
Max Kritischer Freund und Gesprächspartner
Cora Frau in der Hypnoseszene
Gabriele Gesprächspartnerin beim Weihnachtseinkauf
Emilie Figur mit Erinnerungsstücken
Ilona Besucherin am Hochzeitsmorgen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Die Frage an das Schicksal Hypnose
Weihnachtseinkäufe Gabriele
Episode Bianca
Denksteine Erinnerungsstücke
Abschiedssouper Trennungsgespräch
Agonie Beziehungsende
Anatols Hochzeitsmorgen Hochzeit





Kreuzworträtsel

Anatol Wie heißt die Hauptfigur des Einakterzyklus?
Cora Wie heißt die Frau im ersten Einakter?
Gabriele Mit wem unterhält sich Anatol beim Weihnachtseinkauf?
Bianca Welche Figur tritt in der Szene Episode auf?
Emilie Welche Frau spielt im Einakter Denksteine eine wichtige Rolle?
Ilona Welche Frau begegnet uns am Hochzeitsmorgen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Arthur Schnitzler schrieb den Theaterzyklus

.
Das Titeljahr des historischen Buchdrucks lautet

.
Das Werk umfasst sieben kurze Theaterstücke, sogenannte

.
Die Originalsprache des Werks ist

.
Anatols wichtiger Gesprächspartner heißt

.
Im ersten Einakter zweifelt Anatol an der Treue von

.
Als Mittel zur Wahrheitsfindung wird die

vorgeschlagen.
Das einleitende Gedicht schrieb Hugo von Hofmannsthal unter dem Namen

.
Die Szene mit den Erinnerungsstücken trägt den Titel

.
Der kulturelle Zusammenhang des Werks heißt unter anderem Wiener

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Figurenkarte: Gestalte eine übersichtliche Figurenkarte zu Anatol und Max. Verwende drei kurze Textbelege aus „Die Frage an das Schicksal“ und erkläre, wie sich die beiden Figuren unterscheiden.


Standard

  1. Dialog und Bild vergleichen: Untersuche eine der drei historischen Zeichnungen von Moritz Coschell und die dazugehörige Szene. Schreibe eine kurze Analyse. Unterscheide genau zwischen sichtbarem Bildinhalt, Textaussage und eigener Deutung.


Schwer

  1. Interpretierender Essay: Erörtere die Frage, ob Anatols Angst vor der Wahrheit stärker ist als sein Wunsch nach Gewissheit. Nutze mindestens drei Textstellen aus zwei verschiedenen Einaktern. Beziehe eine gesellschaftliche Norm der Entstehungszeit ein und diskutiere eine Gegenposition.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transferaufgabe: Übertrage Anatols Unterschied zwischen Gefühl und Wissen auf eine heutige Situation. Erkläre die Parallelen und die Grenzen des Vergleichs.
  2. Perspektivwechsel: Schreibe eine kurze Stellungnahme aus Coras Sicht. Kennzeichne sie als eigene Gestaltung und erkläre anschließend, welche Aussagen vom Originaltext gestützt werden.
  3. Vergleichende Interpretation: Vergleiche zwei Frauenfiguren. In welchen Situationen können sie selbst entscheiden, und wo bestimmen gesellschaftliche Erwartungen ihr Handeln?
  4. Strukturanalyse: Begründe, warum die sieben Einakter gemeinsam ein anderes Bild von Anatol ergeben als eine einzelne Szene.
  5. Epochenvergleich: Vergleiche einen belegten Aspekt der Wiener Moderne mit einem Merkmal einer anderen literarischen Strömung. Unterscheide Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
  6. Quellenkritik: Vergleiche eine historische Schreibweise mit einer neueren Ausgabe. Erkläre, warum Zitate die tatsächlich benutzte Textfassung korrekt wiedergeben müssen.




Lernnachweis

Für Deinen Lernnachweis solltest Du Folgendes zeigen:

  1. Textverständnis: Du kannst den Aufbau des Zyklus und die wichtigsten Konflikte erklären.
  2. Figurenanalyse: Du kannst Anatols Verhalten mit mindestens zwei anderen Figuren vergleichen.
  3. Textbelege: Du nutzt mindestens vier genau nachgewiesene Stellen und gibst die benutzte Ausgabe an.
  4. Sprachanalyse: Du erläuterst Dialog, Ironie und Regieanweisung an Beispielen.
  5. Historischer Kontext: Du ordnest das Werk in die Wiener Moderne ein, ohne alle Kunstströmungen gleichzusetzen.
  6. Quellenbewusstsein: Du unterscheidest Originaltext, spätere Ausgabe, Übersetzung, Bilddarstellung und eigene Interpretation.

Bewertungskriterien: richtige Textbelege, klare Gedanken, begründete Deutung, erkennbare Eigenleistung und verständliche Sprache.




OERs zum Thema

Bestehende Buchseite: Anatol – vollständiger Text auf MOOCwiki

Historische deutsche Textfassung: TextGrid Repository – Anatol, Berlin 1893

Hintergrund: Arthur-Schnitzler-Portal – Werkverzeichnis

Werkartikel: Anatol auf Wikipedia

Freie Illustrationen: Wikimedia Commons – Medien zum Werk Anatol



Quellen und Mediennachweise

Textgrundlage: Arthur Schnitzler: Anatol. Berlin: Verlag des Bibliographischen Bureaus, Titeljahr 1893. Digital erschlossene Textfassung im TextGrid Repository. Die in diesem Kurs genannten Druckseiten beziehen sich auf diese Ausgabe.

Ausgabenhinweis: Der historische Druck enthält sieben Einakter. Spätere Sammlungen können weitere Texte wie Anatols Größenwahn enthalten. Diese sind nicht stillschweigend Teil der Ausgabe von 1893. Siehe Arthur-Schnitzler-Portal.

Bild-, Audio- und Animationsnachweise:

  1. Buchtitel 1893: Arthur Schnitzler, historisches Titelblatt, gemeinfrei. Wikimedia Commons.
  2. Schnitzler-Porträt: Josef Löwy, um 1900, Wien Museum, gemeinfrei / Museumsdigitalisat CC0. Wikimedia Commons.
  3. Cora in Hypnose: Moritz Coschell, Zeichnung 1899, gemeinfrei. Wikimedia Commons.
  4. Anatol und Gabriele: Moritz Coschell, Zeichnung 1899, gemeinfrei. Wikimedia Commons.
  5. Emilie vor dem Kamin: Moritz Coschell, Zeichnung 1899, gemeinfrei. Wikimedia Commons.
  6. Café Griensteidl: Carl von Zamboni, vor 1897, gemeinfrei. Wikimedia Commons.
  7. Secessionsgebäude: Fotograf unbekannt, Aufnahme um 1900, gemeinfrei. Wikimedia Commons.
  8. Hofmannsthal-Porträt: Fotograf unbekannt, 1893, gemeinfrei. Wikimedia Commons.
  9. Animation: Greg Egan, Müller-Lyer illusion, 2023, CC BY-SA 4.0, unverändert eingebunden. Wikimedia Commons.
  10. Audio: Jeuwre, De-Arthur Schnitzler, Ausspracheaufnahme 2026, CC BY-SA 4.0, unverändert eingebunden. Wikimedia Commons.

Videoquellen: Leopold Museum Wien, WIEN 1900 (YouTube, 2019) und Wien 1900 / Vienna 1900 (YouTube, 2017). Urheber und Rechte: jeweiliger Anbieter. Keine freie Lizenz bestätigt. Die Einbindung bedeutet keine Freigabe zur Bearbeitung oder Weiterverbreitung.

Nutzungshinweis: Gemeinfreie historische Bilder und CC BY-SA 4.0-Medien sind hinsichtlich ihrer Rechte nicht gleichzusetzen. Bei CC BY-SA müssen Urheber, Lizenz und Änderungen angegeben werden. Die in diesem Kurs eingebundenen CC-Medien wurden nicht verändert.


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