Literatur verstehen - 2. Ein eigen Haus - Berthold Auerbach
Einleitung
Ein Haus kann Schutz bieten. Was geschieht, wenn ausgerechnet dieses Haus eine Familie in Gefahr bringt?
In Berthold Auerbachs Erzählung „Ein eigen Haus“ möchten Zilge und Seb gemeinsam leben. Sie sparen lange. Endlich baut der Maurer Seb ein Haus. Doch der Baugrund ist unsicher. Es folgen Schulden, Streit, Trennung und ein schwerer Weg zurück zueinander. Am Ende steht die Auswanderung nach Amerika.
Zielgruppe: Klasse 9–10 mit Erweiterungen für Klasse 11–13. Du lernst, Figuren und Erzähler zu unterscheiden, historische Wörter zu verstehen, Motive zu deuten und Aussagen mit dem Originaltext zu belegen. Lies die kurzen Erklärungen hier und den vollständigen Text in der vorhandenen Buchausgabe. Dieser Kurs erstellt keine zweite Buchseite.
Dein Volltext: Buch – 2. Ein eigen Haus – Auerbach, Berthold (MOOCwiki). Als überprüfbare weitere Fassung: TextGrid: Ein eigen Haus, Volltext mit Kapitelgliederung. Die vorliegende TextGrid-Fassung gehört zum achten Band der Schwarzwälder Dorfgeschichten und verzeichnet als Editionsgrundlage eine Ausgabe von 1863. Die Erzählung erschien bereits 1853. Eine historische Edition ist keine wortgleiche moderne Nacherzählung.
Lesehinweis: Der Text zeigt psychische Not, große familiäre Konflikte und gefährliche Situationen am Fluss. Beurteile die Personen mit Abstand und Respekt; die Erzählung ist keine Anleitung für heutiges Verhalten.

Berthold Auerbach im historischen Porträt. Bild: Holzstich nach C. Pfann, gemeinfrei; Quelle und Rechte unten.
Werk, Entstehung und Wirklichkeit
Berthold Auerbach (1812–1882) wuchs in Nordstetten bei Horb am Neckar auf. Er war ein deutsch-jüdischer Schriftsteller. Seine Schwarzwälder Dorfgeschichten schildern ländliche Lebenswelten. Auerbach verbindet Alltag, soziale Gegensätze und erzählerische Gestaltung.
„Ein eigen Haus“ (1853) gehört zu dieser Sammlung. Die Handlung spielt in einer ländlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts. Arbeit, Ansehen, Gemeinderechte, Besitz und Auswanderung bestimmen die Entscheidungen. Ein Haus ist hier nicht nur ein Gebäude. Es bedeutet auch Selbstständigkeit und gesellschaftliche Anerkennung.
Die Dorfgeschichte steht im Umfeld des Realismus. Typisch sind genaue Beobachtungen, soziale Fragen und Figuren, die widersprüchlich handeln. Zugleich nutzt Auerbach auffällige Naturbilder. Deshalb bedeutet „realistisch“ nicht „ohne Kunst“.

Historisches Titelblatt des ersten Bandes von 1843 – ein Dokument der Reihe, nicht das Titelblatt von „Ein eigen Haus“. Gemeinfrei.
Historische Bedingungen
Arbeit: Zilge verdient Geld mit Stickereien für Schweizer Betriebe. Seb ist Maurer. Ihre Arbeitsmöglichkeiten sind verschieden. Geld: Ersparnisse, Baukosten und Hypothekenschulden spielen eine große Rolle. Heimat: Wer im Dorf lebt, ist vom Urteil anderer abhängig. Amerika: Auswanderung verspricht neue Chancen, bringt aber auch Risiken und Trennung mit sich.
Kurze Quellenaufgabe: Suche im Abschnitt „Das alte Liebespaar“ eine Stelle zu Zilges Stickarbeit und eine zur verweigerten Niederlassung. Notiere die Kapitelüberschrift und beschreibe, was beide Stellen über soziale Bedingungen zeigen. Nutze keine erfundenen Seitenzahlen.
Die Handlung am Originaltext erschließen
Lies die neun Kapitel der historischen Volltextfassung. Die Kapitelüberschriften geben dir eine Leseordnung. Alle folgenden Beschreibungen sind Inhaltsangaben, keine Zitate.
Anfang: Liebe und Hausbau
„Das alte Liebespaar“: Zilge und Seb lieben sich seit vielen Jahren. Armut und der Wunsch nach einem eigenen Zuhause verzögern die Heirat. Zilge möchte nicht weiter von fremden Haushalten abhängen. Seb würde lieber Land erwerben, entscheidet sich aber für den Bau.
„Das lustige Häusle“: Seb baut an einem Hang. Sein Vater warnt vor dem sandigen Untergrund. Seb hört nicht genug auf ihn. Das Haus wird größer und teurer. Schon beim Bau zeigt sich, dass es sich senkt.
„Der Baumeister“: Nach der Hochzeit wirken Haus und Familie zunächst glücklich. Neue Aufträge verbessern Sebs Ansehen. Der verborgene Baumangel bleibt jedoch bestehen.
Textarbeit 1: Suche den Satz mit den Wörtern „ohne eigen Haus kein eigner Herd“ im ersten Kapitel. Warum ist dieser Wunsch für Zilge wichtig? Vergleiche ihn mit der Warnung des Vaters im Kapitel „Das lustige Häusle“.

Ein heutiges Schwarzwaldhaus als Vergleichsbild. Es zeigt ausdrücklich nicht Sebs erfundenes Haus. Foto: W. Bulach, CC BY-SA 4.0.
Krise: Der Baugrund und die Beziehung geraten ins Wanken
„Der Grund wankt“: Regen und ein Streit um den Wasserabfluss verschärfen die Lage. Das Haus wird instabil. Seb verliert Aufträge und Ansehen. Er gibt Zilge innerlich Mitschuld, obwohl er die Warnungen vor dem Baugrund selbst übergangen hat.
„Auf schwindelnder Höh'“: Seb arbeitet am Kirchturm. Er fürchtet einen Unfall und verzweifelt an seinen Schulden. Das Storchennest wird für ihn zum Bild von Fürsorge und Heimkehr.
„Siebenmal einsam“: Seb verlässt die Familie, um anderswo Arbeit zu suchen. Zilge erhält lange keine Nachricht. Sie ernährt die Kinder und erlebt über Jahre große Not.
Textarbeit 2: Suche im Kapitel „Der Grund wankt“ die Stelle, an der Seb über die Schuld an der Baupanne nachdenkt. Schreibe zwei Spalten: Was er behauptet und Was der Erzähler erkennen lässt. Ist beides gleich?

Weißstorch auf einem Nest: heutiges Naturfoto zur Deutung des Storchensymbols; keine Aufnahme aus der Erzählzeit. Charles J. Sharp, CC BY-SA 4.0.
Hörimpuls aus Wikimedia Commons: – echtes Klappern von Weißstörchen. Aufgenommen von felix.blume, CC BY-SA 3.0. Höre kurz zu und prüfe anschließend: Wie verwandelt der Text den beobachteten Vogel in ein Bild menschlicher Hoffnung? Tonaufnahme und fiktionale Bedeutung sind verschiedene Dinge.
Rückkehr, Verletzung und Neubeginn
„An die große Glocke“ und „Ein Leidensgang und stilles Dulden“: Seb kehrt nach sieben Jahren zurück. Er hat Geld verdient, aber Zilge und die Kinder leiden unter den Folgen seines langen Schweigens. Zilge weist ihn zurück. Die Erzählung beschreibt ihre Belastung in der Sprache ihrer Zeit. Wir stellen daraus keine heutige Diagnose.
„Aus dem Stromesgrund“: Eine gefährliche Situation mit Sohn Johannes am Neckar führt zu einem Wandel. Zilge und Seb nähern sich wieder an. Die Familie entscheidet sich schließlich für die Überfahrt nach Amerika. Offen bleibt, wie ihr Leben dort tatsächlich gelingt.
Textarbeit 3: Finde im Kapitel „Ein Leidensgang und stilles Dulden“ Zilges Satz „ich bin auch mein Eigen“. In welcher Lage sagt sie das? Erkläre, warum dieser Satz neben dem Titel besonders wichtig ist.

Auswandererhaus in Bremerhaven, Lithografie von W. Casten (1850), gemeinfrei. Historischer Kontext – keine Abbildung einer konkreten Reise der Figuren.
Figuren, Erzählweise und Motive
Vier Perspektiven
Zilge: Sie will Schutz, ein eigenes Zuhause und ein selbstbestimmtes Leben. Sie arbeitet viel und zeigt Stolz. Später leidet sie unter Sebs Fortgehen. Achte darauf, was sie selbst sagt und wie andere sie beurteilen.
Seb: Er kann bauen, möchte anerkannt werden und liebt seine Familie. Sein Stolz führt dazu, dass er Warnungen überhört. Seine Flucht und sein Schweigen haben schwere Folgen. Später versucht er, Verantwortung zu übernehmen.
Sebs Vater: Er warnt vor dem unsicheren Untergrund. Seine Erfahrung ist wichtig, wird aber erst spät ernst genommen.
Johannes und die Familie: Die Kinder tragen die Folgen des Konflikts. Ihr Erleben darf bei der Deutung nicht hinter dem Streit der Erwachsenen verschwinden.
Figurenhilfe: Notiere zu jeder Person Ziel – Handlung – Folge – Beleg. Ein Beleg ist eine wirkliche Textstelle samt Kapitelüberschrift.
Erzähler und Sprache
Der Erzähler weiß oft mehr als die einzelnen Figuren. Er schildert ihre Gedanken, bewertet Verhalten und beschreibt Natur ausführlich. Prüfe immer: Wer spricht? Eine Äußerung Zilges ist nicht automatisch eine Meinung des Erzählers.
Historische Schreibweisen: Im Original stehen etwa thun, Uebermuth und Thurm. Heute schreiben wir tun, Übermut und Turm. Solche Hinweise sind erklärende Übertragungen, keine stillschweigend geänderten Zitate. Die Originalsprache dieses Werks ist Deutsch. Eine deutsche Neuformulierung ist daher keine Übersetzung aus einer Fremdsprache.
Bildsprache: Haus, Baugrund, Storchennest, Neckar und Trauring haben konkrete Funktionen in der Geschichte. Sie können zugleich für Zugehörigkeit, Unsicherheit, Hoffnung, Gefahr und Bindung stehen. Begründe jede Deutung durch eine Szene.
Kritisches Lesen: Der historische Text enthält Rollenbilder und abwertende Zuschreibungen. Untersuche, wer solche Wörter benutzt und welche Wertungen heute nicht übernommen werden sollten.
Das Haus als Leitmotiv
Das Haus verspricht Sicherheit. Sein Boden ist aber unzuverlässig. So lässt sich der Schaden am Bau als Bild für gefährdetes Vertrauen lesen. Auch der Titel hat zwei Bedeutungen: ein Haus als Besitz und das Recht, über das eigene Leben zu bestimmen. Eine Interpretation ist begründet, wenn du die Textstellen nennst, die sie stützen. Sie ist nicht mit dem Originalwortlaut gleichzusetzen.
Drei gestufte Hilfen:
- Hilfe 1 – Finden: Suche in „Das lustige Häusle“ die Warnung vor dem Baugrund.
- Hilfe 2 – Verknüpfen: Vergleiche diese Stelle mit Sebs Gedanken in „Der Grund wankt“.
- Hilfe 3 – Deuten: Erkläre, warum sich ein Fehler beim Bauen auf Vertrauen und Zusammenleben auswirkt.

Animation eines modernen Fertighausbaus von H. Raab (2006), CC BY-SA 3.0. Sie zeigt nicht die Bautechnik von 1853. Vergleiche: Welche Risiken eines Baugrunds kann auch diese Animation nicht sichtbar machen?
Epoche und internationale Vergleiche
Realismus im 19. Jahrhundert
Der Realismus lenkt den Blick auf menschlichen Alltag und gesellschaftliche Umstände. In „Ein eigen Haus“ geht es um Arbeit, Schulden, Heirat, Familie und das Urteil des Dorfes. Der Erzähler gestaltet diese Welt künstlerisch: Er setzt Naturbilder und dramatische Wendungen ein.
Vergleiche Auerbach mit Theodor Fontane und Gottfried Keller: Welche sozialen Regeln begrenzen die Freiheit ihrer Figuren? Vergleiche außerdem Honoré de Balzac in Frankreich und Charles Dickens in England: Wie zeigen ihre Werke soziale Ungleichheit in Stadt oder Land? Diese Autoren sind keine Belege für Einzelheiten aus Auerbachs Handlung. Untersuche die unterschiedlichen nationalen Entwicklungen eigenständig.
Abenteuerliteratur als Kontrast: In Erzählungen von James Fenimore Cooper oder später Jules Verne stehen Reise, Entdeckung und äußere Gefahr oft stärker im Mittelpunkt. Auerbach macht das familiäre und soziale Risiko zum Zentrum. Die Auswanderung am Ende macht seinen Text nicht automatisch zum Abenteuerroman.
Video: Poetischer Realismus – Schülerhilfe (2023). Das Video erklärt Grundmerkmale der Epoche; prüfe selbst, welche davon im Text nachweisbar sind.
Auswanderung und nationale Vorstellungen
Die Menschen in Mitteleuropa erlebten im 19. Jahrhundert wirtschaftliche und politische Veränderungen. Viele hofften auf neue Möglichkeiten in Übersee. Bei Seb und Zilge wird Amerika lange zum Gegenbild des vertrauten Dorfes: Es bietet Hoffnung, aber keine garantierte Sicherheit.
Video: Deutsche Auswanderung nach Amerika im 19. Jahrhundert – Geschichte erzählt (2023). Nutze den Film als historischen Überblick, nicht als Beweis für das konkrete Schicksal der erfundenen Familie.

Historische Darstellung deutscher Auswandernder in Hamburg, gemeinfrei. Die Szene gehört nicht zur Handlung des Textes.
Quellenvergleich: Wähle eine Textstelle aus dem Anfang zur geplanten Auswanderung und eine vom Ende. Welche Hoffnungen verändern sich? Benenne zusätzlich eine sachliche Information aus dem Video. Trenne deutlich Erzähltext – historisches Material – eigene Folgerung.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste dein Wissen
Zu welcher Sammlung gehört die Erzählung? (Zu den Schwarzwälder Dorfgeschichten) (!Zu den Buddenbrooks) (!Zu den Kinder und Hausmärchen) (!Zu den Römischen Elegien)
Warum besteht Zilge zunächst auf einem eigenen Haus? (Sie möchte ein selbstständiges Zuhause) (!Sie möchte einen Gasthof eröffnen) (!Sie plant eine Schule im Dorf) (!Sie will das Haus sofort verkaufen)
Welchen Beruf übt Seb aus? (Maurer) (!Seemann) (!Arzt) (!Uhrmacher)
Wovor warnt Sebs Vater beim Hausbau? (Vor ungeeignetem Baugrund) (!Vor einer zu kleinen Haustür) (!Vor der Farbe des Daches) (!Vor einer fehlenden Gartenbank)
Welche Arbeit verrichtet Zilge regelmäßig? (Sie fertigt Stickereien) (!Sie leitet einen Bahnhof) (!Sie arbeitet als Lehrerin) (!Sie führt ein Bergwerk)
Was verschärft die Krise am Haus? (Anhaltender Regen und instabiler Untergrund) (!Ein abgebrannter Wald) (!Ein Streit um eine Eisenbahn) (!Ein fremdes Schiff)
Welche Funktion kann das Storchennest in Sebs Gedanken haben? (Es kann Fürsorge und Heimkehr versinnbildlichen) (!Es belegt eine historische Schiffsfahrt) (!Es ersetzt den fehlenden Bauvertrag) (!Es zeigt den Wechsel der Jahreszeit im Kalender)
Was ist eine geeignete Grundlage für die Deutung einer Figur? (Eine konkrete Stelle aus dem Originaltext) (!Eine erfundene Rede der Figur) (!Nur das Bild eines modernen Hauses) (!Eine unbelegte Vermutung)
Wie lässt sich Zilges Satz über ihr eigenes Selbst verstehen? (Als Anspruch auf eigene Entscheidung und Würde) (!Als Verkauf des Baugrundes) (!Als Lob für den Bürgermeister) (!Als Bericht über eine Schiffswerft)
Wie endet die Erzählung? (Mit dem Aufbruch der Familie nach Amerika) (!Mit der Eröffnung einer Fabrik in Paris) (!Mit einer Hochzeit des Sohnes Johannes) (!Mit dem Bau einer Burg am Neckar)
Memory-Spiel
Ordne jedem Begriff die passende Erklärung zu. Jeder Begriff kommt nur einmal vor.
| Zilge | Stickende Frau mit Wunsch nach eigenem Zuhause |
| Seb | Maurer und Ehemann |
| Triebsand | Unsicherer Boden unter dem Bau |
| Hypothek | Schuld mit Absicherung durch ein Grundstück |
| Storchennest | Naturbild für Sorge und Wiederkehr |
| Neckar | Fluss am Wendepunkt der Erzählung |
Drag and Drop
Verbinde die fünf Begriffe mit den passenden Aussagen.
| Ordne richtig zu | Aussage |
|---|---|
| Der Bauplatz | Ort mit problematischem Untergrund |
| Die Stickerei | Wichtige Einnahmequelle der Familie |
| Die Bauwarnung | Erfahrung des Vaters bleibt zunächst unbeachtet |
| Das Fortgehen | Löst eine lange Trennung aus |
| Die Aussöhnung | Geht dem gemeinsamen Aufbruch voraus |
Kreuzworträtsel
Finde sechs Wörter zur Erzählung.
| Zilge | Wie heißt Sebs Frau in der Dorfgeschichte? |
| Maurer | Welchen Handwerksberuf hat Seb? |
| Johannes | Wie heißt der Sohn der Familie? |
| Neckar | Welcher Fluss wird am Ende wichtig? |
| Amerika | Wohin will die Familie auswandern? |
| Realismus | Welche literarische Strömung hilft bei der Einordnung? |
LearningApps
Suche ergänzende Übungen zum Werk. Das Suchfenster ist keine Behauptung, dass bereits eine geprüfte Einzelübung existiert.
Lückentext
Offene Aufgaben
Bearbeite für einen kurzen Lernweg zunächst die erste Aufgabe jedes Niveaus. Die weiteren Aufgaben erweitern deine Arbeit. Schreibe bei jeder Textbehauptung die Kapitelüberschrift und ein überprüfbares Stichwort oder eine kurze Originalstelle dazu.
Leicht
- Kernaufgabe Leicht – Kapitelüberblick: Lies „Das alte Liebespaar“ und „Das lustige Häusle“. Schreibe je drei Sätze über Wunsch, Hindernis und Entscheidung. Nutze Hilfe 1: Wer will was? Hilfe 2: Was spricht dagegen? Hilfe 3: Welche Stelle zeigt das?
- Figurenkarte: Stelle Zilge und Seb mit je drei belegten Eigenschaften gegenüber. Kennzeichne Erzählerwort und Figurenrede getrennt.
- Wörterwerkstatt: Wähle fünf ältere Schreibweisen aus dem Original, erkläre sie in heutigem Deutsch und kopiere die historischen Schreibungen unverändert.
- Bild und Text: Erkläre anhand des modernen Hausfotos, warum Bilder nur Vergleichsmaterial sind und keinen Nachweis für Sebs genaues Haus liefern.
Standard
- Kernaufgabe Standard – Hausmotiv: Untersuche mit zwei Stellen aus „Das lustige Häusle“ und „Der Grund wankt“, wie der Bau für Stolz und Unsicherheit steht. Hilfe 1: Markiere Hauswörter. Hilfe 2: Ordne Gefühle zu. Hilfe 3: Formuliere die Deutung mit Belegen.
- Innere Stimme: Schreibe einen kurzen fiktiven Tagebucheintrag aus Zilges Sicht kurz nach Sebs Fortgehen. Markiere klar, was du selbst erfunden hast, und nenne zwei Tatsachen aus dem Text.
- Auswanderungsmotive: Vergleiche die Hoffnung auf Amerika zu Beginn und am Ende. Unterscheide die Figurenwünsche von belegbaren Aussagen über Migration im 19. Jahrhundert.
- Video-Quellencheck: Sieh eines der beiden Videos. Notiere Urheber, Veröffentlichungsdatum, eine Aussage des Videos und eine davon unabhängige Stelle aus der Erzählung.
Schwer
- Kernaufgabe Schwer – Freiheit und Eigentum: Interpretiere die Spannung zwischen dem Haus als Besitz und Zilges Selbstbestimmung. Vergleiche die Anfangsforderung mit ihrem späteren Anspruch auf Selbstbestimmung. Hilfe 1: Finde beide Stellen. Hilfe 2: Beachte den Sprecher. Hilfe 3: Prüfe das Ende kritisch.
- Erzählkommentar: Analysiere, wie der Erzähler Sebs Schuldgedanken und Zilges Gefühle bewertet. Führe mindestens drei genaue Fundstellen an und entwickle eine alternative Lesart.
- Literaturvergleich: Vergleiche ein selbst gewähltes Motiv mit einer Szene von Balzac, Dickens, Fontane oder Keller. Trenne historische Besonderheiten, Gattung und reale Textbelege.
- Gattungsvergleich: Vergleiche die Auswanderung in Auerbachs Dorfgeschichte mit einer Abenteuererzählung von Cooper oder Verne. Prüfe Erzählziel, Spannung, Raum und nationale Perspektive anhand nachprüfbarer Textstellen.


Lernkontrolle
- Belegprüfung: Erkläre mit einer Stelle aus „Das lustige Häusle“, warum die Bauentscheidung riskant ist; kennzeichne deinen Schluss ausdrücklich als Interpretation.
- Verantwortung: Vergleiche mindestens zwei Deutungen von Sebs Verhalten nach dem Schaden und beurteile, wie zuverlässig seine Schuldzuweisung ist.
- Symboldeutung: Deute Haus und Storchennest zusammen. Beschreibe zugleich eine Grenze dieser Bilddeutung.
- Selbstbestimmung: Untersuche an zwei Stellen, wie Zilge über ihre Zukunft entscheiden möchte und wie der Erzähler dies darstellt.
- Transfer: Unterscheide an einem Beispiel historische Lebenswelt, literarische Gestaltung und heutige Werturteile. Nutze zusätzlich eine geprüfte Sachquelle.
- Offenes Ende: Beurteile, welche Konflikte am Schluss gelöst werden und welche Zukunftsfragen nach der Auswanderung offenbleiben.
Lernnachweis
Am Ende kannst du Inhalt und neun Kapitel sicher ordnen; Zilge, Seb und Johannes mit Textstellen erklären; Erzählerbericht und Figurenrede unterscheiden; Haus, Storch, Fluss und Ring als Motive untersuchen; ältere Schreibungen lesen; die Geschichte begründet in den Realismus einordnen und Aussagen zu Auswanderung kritisch mit historischen Quellen abgleichen.
Dein Produkt: eine kurze Interpretation mit Einleitung, zwei Belegabschnitten und einem eigenen begründeten Schluss. Für Klasse 9–10 genügen etwa 250–350 Wörter. Für Klasse 11–13 sind etwa 500–700 Wörter mit einer zweiten historischen oder literarischen Quelle sinnvoll. Der Bewertungsmaßstab ist nicht die Textlänge allein, sondern die Genauigkeit.
Selbstkontrolle: Kann eine andere Person jede von dir zitierte Stelle in der verlinkten Buchausgabe finden? Ist jede freie Ergänzung als eigene Idee sichtbar? Hast du historische Vorurteile nicht unkritisch übernommen?
OER und Wikipedia
Original und Ausgabe:
- MOOCwiki-Buchseite: Ein eigen Haus – vorhandene Ausgabe und Volltext; keine neue Buchseite.
- TextGrid: Volltext „Ein eigen Haus“ – historische Orthografie, neun Kapitel, TextGrid Digitale Bibliothek, Editionsangabe 1863; digitaler annotierter Bestand CC BY 3.0 DE, zugrunde liegender Auerbach-Text gemeinfrei.
- Wikipedia: Schwarzwälder Dorfgeschichten – Entstehung, Einordnung und Werkverzeichnis.
- Landesbildungsserver Baden-Württemberg: Materialien zu Berthold Auerbach – weiterführende Unterrichtsanregungen.
- SWR Retro: Dichter Berthold Auerbach – ergänzendes historisches Fernsehmaterial; externe Nutzungsbedingungen beachten.
Bilder, Audio und Animation – überprüfte Herkunft und Rechte:
| Eingebundene Datei | Quelle | Urheber | Lizenz und Namensnennung |
|---|---|---|---|
| Berthold Auerbach, nach einer Photographie von C. Pfann.jpg | Wikimedia Commons | Holzstich nach C. Pfann, veröffentlicht 1882 | Gemeinfrei |
| Berthold Auerbach, Schwarzwälder Dorfgeschichten, Band 1, 1843, Titelblatt.jpg | Wikimedia Commons | Berthold Auerbach, Druck von 1843 | Gemeinfrei |
| 00 0919 Schwarzwaldhaus.jpg | Wikimedia Commons | W. Bulach | CC BY-SA 4.0, unverändert |
| White stork (Ciconia ciconia) nest.jpg | Wikimedia Commons | Charles J. Sharp | CC BY-SA 4.0, unverändert |
| Ciconia ciconia bill-clattering.ogg | Wikimedia Commons | felix.blume | CC BY-SA 3.0, unverändert |
| Auswandererhaus - Bremerhaven - 1850.jpg | Wikimedia Commons | W. Casten, 1850 | Gemeinfrei |
| Prefabricated house construction.gif | Wikimedia Commons | H. Raab, 2006 | CC BY-SA 3.0, unverändert |
| From the old to the new world - German emigrants for New York embarking on a Hamburg steamer LCCN90711902.jpg | Wikimedia Commons | Historische Darstellung, Quelle Library of Congress | Gemeinfrei |
Eingebundene YouTube-Videos: Schülerhilfe, „Poetischer Realismus“, 2023 und Geschichte erzählt, „Deutsche Auswanderung nach Amerika“, 2023. Urheber sind die jeweils genannten Kanäle; es handelt sich um verlinkte Fremdvideos, nicht um als OER freigegebene Kursdateien. Es wird keine freie Videolizenz behauptet und kein Video kopiert oder neu produziert.
Wikipedia zum Nachlesen:
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