Literatur verstehen - 2. Die Frau Professorin - Berthold Auerbach
Einleitung
Literatur verstehen – Die Frau Professorin ist ein vollständiger aiMOOC für die Klassen 9–10. Zusätzliche Vertiefungen eignen sich für die Klassen 11–13. Du liest eine historische Erzählung, untersuchst Figuren und ihre Lebenswelten und prüfst Aussagen direkt am Text. Die Erklärungen sind bewusst kurz. Die Lektüre selbst bleibt vollständig zugänglich.
Das Buch: Buch – 2. Die Frau Professorin – Auerbach, Berthold (die vorgegebene MOOCwiki-Buchseite; keine neue Buchseite). Als zusätzlich einsehbare Vergleichsfassung: Die Frau Professorin bei Projekt Gutenberg, mit Kapitelübersicht. Lies für deine Belege zuerst die vorhandene MOOCwiki-Ausgabe. Übernimm aus einer anderen Ausgabe nur dann ein Zitat, wenn Wortlaut und Stelle dort geprüft wurden. Dieser Kurs ersetzt weder den Volltext noch die Buchseite.
Lernziele: Du kannst den Konflikt erklären, Lorle und Reinhard mit Textbelegen beschreiben, Erzähltechnik und Sprache untersuchen, die Entstehungszeit einordnen und eine eigene Deutung begründen. Die vollständige Lektüre gliedert sich für die Aufgaben in drei Lesewege.

Berthold Auerbach um 1850; historische Lithografie, Urheber unbekannt, gemeinfrei. Quelle und Rechtsstatus auf Wikimedia Commons.
Handlung auf einen Blick
Berthold Auerbach veröffentlichte Die Frau Professorin 1846 als Schwarzwälder Dorfgeschichte. Im Mittelpunkt stehen Lorle, eine junge Frau aus dem Dorf, und Reinhard, ein Maler und späterer Professor. Sie verlieben sich und heiraten. Als sie in eine Residenzstadt ziehen, verändert sich ihr Leben. Reinhard bewegt sich zunehmend in höfischen Kreisen. Lorle fühlt sich dort fremd. Beide verstehen einander immer weniger. Lorle kehrt schließlich ins Dorf zurück. Im Schlussbild wird sie dort für ihre Fürsorge geschätzt. Die Erzählung fragt: Wem gehört das Recht, zu bestimmen, was Bildung, Anstand und ein gutes Leben sind?
Wichtig: Das ist eine kurze Inhaltsangabe, keine wörtliche Textstelle. Lies die Geschichte selbst, bevor du das Verhalten der Figuren bewertest.
Die wichtigsten Figuren
- Lorle: Wirtstochter, selbstständig und direkt. Ihre Art zu sprechen und ihre praktischen Erfahrungen unterscheiden sich von städtischen Umgangsformen. Das macht sie nicht weniger klug.
- Reinhard: Künstler und Ehemann. Er liebt zunächst Lorles Ungezwungenheit, passt sich später aber an gesellschaftliche Erwartungen an.
- Bärbel: Vertraute aus Lorles Herkunftswelt; ihre Haltung zeigt auch die damaligen Grenzen zwischen Dienst und Herrschaft.
- Kollaborator: Ein gebildeter Freund Reinhards; er kritisiert gesellschaftliche Gewohnheiten, idealisiert aber teils Lorles Natürlichkeit.
- Leopoldine und höfische Bekanntschaften: Sie machen sichtbar, wie Zugehörigkeit und gesellschaftliche Anerkennung ausgehandelt werden.
Merksatz: Eine Figur kann gute Absichten haben und trotzdem andere verletzen. Unterscheide stets Handlung, Erzählerwertung und deine Bewertung.
Leseweg 1: Dorf, Begegnung und Liebe
Lies vom Anfang bis zur Hochzeit. Achte auf Landschaft, Dorfleben, Kleidung, Gespräche und die Sicht auf Lorle. Welche Eigenschaften nimmt Reinhard wahr? Welche Eigenschaften zeigt Lorle durch eigene Entscheidungen? Prüfe, ob er sie als eigenständige Person sieht oder ein Idealbild aus ihr macht.
Leseauftrag A: Markiere zwei Aussagen über Lorle: eine aus dem Mund einer Figur und eine vom Erzähler. Notiere jeweils den genauen Wortlaut und deine Fundstelle in der MOOCwiki-Ausgabe. Erkläre, warum diese Stimmen nicht dasselbe sind.
Hilfe 1: Wer spricht? Hilfe 2: Ist das ein beobachtbares Verhalten oder ein Urteil? Hilfe 3: Formuliere: „Die Stelle zeigt ..., weil ...“.

Titelblatt des ersten Bandes (1843), historischer Kontext. Nicht das Titelblatt der 1846 erschienenen Frau Professorin. Berthold Auerbach, gemeinfrei. Quelle und Lizenz.
Leseweg 2: Die fremde Stadt
Lies die Ankunft in der Wohnung und die späteren Begegnungen mit der städtischen Gesellschaft. In einer zugänglichen Vergleichsfassung heißt das Kapitel „Zwischen hohen Mauern“. Die Kapitelbezeichnungen und Schreibweisen können von deiner MOOCwiki-Ausgabe abweichen.
Textbeleg 1, geprüfter Wortlaut aus der verlinkten Vergleichsfassung: „Das brauchet Ihr mir nicht sagen.“ Lorle sagt das zu Leopoldine. Leopoldine empfindet diese direkte Antwort als unhöflich. Der Erzähler erläutert dagegen Lorles Absicht. Unterscheide Missverständnis, gesellschaftliche Regel und Erzählerkommentar.
Textbeleg 2, geprüfter Wortlaut aus derselben Vergleichsfassung: „ich komm mir oft vor wie ein Waisenkind, das unter fremden Leuten herumgeschubt wird.“ Lorle beschreibt Bärbel ihr Gefühl. Der Vergleich mit einem Waisenkind zeigt Einsamkeit, obwohl sie verheiratet ist. Lies davor und danach: Welche konkreten Erfahrungen führen zu diesem Gefühl?
Leseauftrag B: Suche in deiner Ausgabe eine Stadtbeschreibung. Unterstreiche Wörter zu Raum, Enge, Geräuschen oder Menschen. Erstelle zwei Spalten: „Dorf“ und „Stadt“. Trage nur Merkmale ein, die du am Text nachweisen kannst.
Hilfe 1: Achte auf Fenster, Straßen und Nachbarn. Hilfe 2: Welche Sichtweise ist das? Hilfe 3: Erkläre, was der Ortswechsel für die Beziehung bewirkt.

Schwarzwald-Landschaft von Emil Lugo (1894): ein späteres Gemälde, keine Illustration der Handlung. Städtische Museen Freiburg, Foto Axel Killian, CC BY 4.0. Quelle und Lizenz.
Hörvergleich: – Naturton von Jugrü, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons. Das ist eine moderne Aufnahme, kein Klangdokument von 1846. Welche Gefühle werden durch Naturbilder im Text erzeugt? Belege deine Antwort mit der Lektüre, nicht mit der Aufnahme.
Leseweg 3: Entfremdung und Schluss
Lies das letzte Drittel und den Schluss. Frage: Wer passt sich an? Wer kann über das eigene Leben bestimmen? Beurteile Reinhard nicht nur nach seinen Worten, sondern auch nach Entscheidungen und Folgen.
Im Schlusskapitel „Und dann?“ steht der kurze, geprüfte Wortlaut: „Man nennt sie »die Frau Professorin«.“ Der Titel bezeichnet nun Lorle. Er kann an den sozialen Status ihres Mannes erinnern, erhält durch ihre eigene Tätigkeit aber eine neue Bedeutung. Diskutiere beide Lesarten.
Leseauftrag C: Erstelle eine Entwicklungslinie mit drei Wendepunkten. Notiere zu jedem Punkt eine Handlung, eine Textstelle und eine Folge. Vergleiche den ersten und den letzten Eindruck von Lorle.
Hilfe 1: Begegnung – gemeinsames Leben – Veränderung. Hilfe 2: Was sagt Lorle, was tut sie? Hilfe 3: Prüfe, ob der Schluss eher Befreiung, Verlust oder beides zeigt.
Sprache, Aufbau und Erzählweise
Die Geschichte arbeitet mit Dialogen, regional gefärbter Sprache, Erzählerkommentaren und dem Gegensatz von Dorf und Stadt. Manche Menschen sprechen anders als andere. Ihre Sprache zeigt Herkunft, Zugehörigkeit und Macht. „Einfache Sprache“ einer Figur ist nicht gleichbedeutend mit einem „einfachen Denken“.
So liest du genau:
- Erzählerperspektive: Markiere eine Stelle, in der der Erzähler mehr weiß als eine Figur.
- Direkte Rede: Erkläre an einer Gesprächsszene, warum zwei Figuren aneinander vorbeireden.
- Motiv: Vergleiche Natur, Wohnung oder gesellschaftliche Räume als wiederkehrende Bilder.
- Figuren: Zeige an einer Entscheidung, wie persönlicher Wunsch und sozialer Druck aufeinandertreffen.
Originalsprache und Edition: Auerbach schrieb die Geschichte auf Deutsch. Eine deutsche Ausgabe ist deshalb nicht automatisch eine Übersetzung. Historische Schreibungen wie „brauch et“ dürfen nicht frei normalisiert werden; prüfe die tatsächliche Form in der jeweiligen Ausgabe. Vergleiche die MOOCwiki-Fassung mit der verlinkten digital zugänglichen Ausgabe: Prüfe Überschriften, Orthografie und Interpunktion und vermerke Unterschiede. Falls du eine Übersetzung in eine andere Sprache findest, notiere bibliografische Daten und untersuche, wie die direkte Rede übertragen wurde. Erfinde keine Übersetzungszitate.
Entstehungszeit und Realismus
Auerbach (1812–1882) schrieb vor und während der Umbrüche des 19. Jahrhunderts. Die Dorfgeschichte zeigt das Alltagsleben, soziale Unterschiede und Konflikte kleiner Gemeinschaften. Die Frau Professorin entstand 1846, also vor dem häufig auf etwa 1848 bis 1890 datierten deutschsprachigen bürgerlichen oder poetischen Realismus. Sie lässt sich als wichtige frühe realistische Erzähltradition besprechen, ohne alle späteren Epochenmerkmale schematisch auf den Text zu übertragen.
Das Bürgertum, Standesgrenzen, Bildung und die wachsende Bedeutung der Städte prägen den Konflikt. Eine Erzählung ist aber keine neutrale Statistik: Sie wählt Einzelheiten aus und wertet sie.
Vergleich weltweit: In Frankreich zeichnet Honoré de Balzac Gesellschaften und soziale Aufstiege nach. In Großbritannien erzählt Charles Dickens von städtischem Leben und Ungleichheit. In Russland zeigen Iwan Turgenew und andere Autoren Veränderungen zwischen Land und Gesellschaft. Im deutschsprachigen Raum erzählen später Gottfried Keller, Theodor Storm und Theodor Fontane von individuellen Konflikten. Vergleiche genau eine konkret gelesene Textstelle, nicht nur Schlagworte.
Abenteuerliteratur als eigener Vergleich: Reisen und Gefahr stehen etwa in Die Schatzinsel (Robert Louis Stevenson, 1883) im Vordergrund. Auerbach erzählt eher von sozialen und inneren Konflikten. Vergleiche Erzähldynamik, Räume und Entscheidungen, ohne Dorfgeschichte und Abenteuerroman gleichzusetzen. Nationale Literaturgeschichten haben unterschiedliche Zeitgrenzen.
„Epoche des Realismus“ (Deutsch in Bildern, 2018). Einführung; überprüfe die allgemeinen Epochenmerkmale am Auerbach-Text.
„Die Literatur im Realismus“ (musstewissen Deutsch, 2018). Vergleiche darin beschriebene Stadt- und Gesellschaftsveränderungen mit der Handlung.

Mathias Artaria: Illustration von 1848 zu einer anderen Schwarzwälder Dorfgeschichte. Sie dient hier nur als Bildbeispiel zur Erzählkultur der Zeit, nicht als Bild von Lorle oder Reinhard. Gemeinfrei. Quelle und Rechte.
Bewegtes historisches Themenbild:
Ein moderner Film einer Schwarzwälder Kuckucksuhr von HNH (CC BY-SA 3.0), Quelle. Das ist nur ein Kulturbeispiel, kein Gegenstand aus der Erzählung und kein Beleg für Auerbachs Epoche.
Interaktive Aufgaben
Multiple-Choice-Quiz: Teste dein Wissen
Wer schrieb Die Frau Professorin? (Berthold Auerbach) (!Theodor Fontane) (!Honoré de Balzac) (!Robert Louis Stevenson)
Wann erschien die Erzählung erstmals? (1846) (!1780) (!1895) (!1923)
Welche Rolle hat Lorle zu Beginn? (Sie ist eine junge Frau aus dem Dorf) (!Sie leitet die Hofakademie) (!Sie ist eine russische Adlige) (!Sie reist als Piratin)
Was verändert Lorles Alltag entscheidend? (Der Umzug in eine Residenzstadt) (!Eine Schiffsexpedition) (!Ein Umzug nach Australien) (!Eine Reise zum Nordpol)
Was macht den Hauptkonflikt aus? (Unterschiedliche Lebenswelten und Erwartungen) (!Ein verlorener Goldschatz) (!Ein Naturereignis im Meer) (!Ein Streit um ein Königreich)
Weshalb sollte man Figurenrede und Erzählerkommentar unterscheiden? (Sie können dieselbe Situation unterschiedlich bewerten) (!Weil beides immer wortgleich ist) (!Weil der Erzähler keine Deutung ermöglicht) (!Weil Dialoge niemals wichtig sind)
Welche Aussage zum historischen Kontext ist zutreffend? (Die Erzählung gehört zur frühen Dorfgeschichtentradition des 19. Jahrhunderts) (!Sie entstand im digitalen Zeitalter) (!Sie ist ein antikes Heldenepos) (!Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg geschrieben)
In welcher Sprache schrieb Auerbach das Original? (Deutsch) (!Spanisch) (!Russisch) (!Latein)
Welche Arbeitsweise ist für eine Interpretation richtig? (Eine Behauptung mit einer überprüften Textstelle begründen) (!Erfundene Seitenzahlen verwenden) (!Erinnerte Zitate ungeprüft verändern) (!Nur die Verfilmung betrachten)
Welche Frage passt besonders zum Schluss? (Wie verändert sich die Bedeutung des Titels für Lorle) (!Wie wird die Welt mit einem Raumschiff gerettet) (!Wer gewinnt ein Autorennen) (!Welcher Pirat findet eine Karte)
Memory-Spiel: Begriffe verbinden
| Lorle | Wirtstochter und zentrale Figur |
| Reinhard | Maler und späterer Professor |
| Dorfgeschichte | Erzählung mit dörflichem Lebensraum |
| Erzählerkommentar | Wertende oder erklärende Erzählerstimme |
| Residenzstadt | Städtischer Ort höfischer Gesellschaft |
| Textbeleg | Genau nachgewiesene Stelle aus der Lektüre |
Zuordnen durch Ziehen
| Ordne die Begriffe ihren Erklärungen zu. | Bedeutung |
|---|---|
| Direkte Rede | Die Worte einer Figur werden wiedergegeben. |
| Milieu | Die soziale und räumliche Lebenswelt einer Figur. |
| Standesgrenze | Gesellschaftliche Schranke zwischen Gruppen. |
| Wendepunkt | Eine Entscheidung verändert die weitere Handlung. |
| Interpretation | Ein begründeter Vorschlag zur Bedeutung eines Textes. |
Kreuzworträtsel
| Auerbach | Nachname des Autors. |
| Reinhard | Name von Lorles Ehemann. |
| Bärbel | Lorles vertraute Begleiterin aus dem Dorf. |
| Realismus | Literaturströmung mit Interesse an Alltag und Gesellschaft. |
| Dialog | Gespräch zweier oder mehrerer Figuren im Text. |
| Milieu | Begriff für die soziale Umgebung einer Figur. |
LearningApps
Finde ergänzende Übungen zu Auerbach und dem Realismus. Prüfe selbst, ob eine gefundene Aufgabe inhaltlich zum Text passt.
Lückentext
Offene Aufgaben
Die Aufgaben sind nach Niveau geordnet. Drei Leitaufgaben – jeweils die erste in jeder Stufe – eignen sich als abgestufter Lernweg. Insgesamt stehen zwölf Aufgaben bereit. Nutze stets die verlinkte Buchausgabe und notiere deine Fundstellen.
Leicht
- Leitaufgabe Leicht – Erzählen: Erkläre Lorles Weg vom Dorf in die Stadt und zurück in fünf eigenen kurzen Sätzen. Hilfe: Wer? Wo? Was ändert sich?
- Figurenkarte: Beschreibe Lorle mit drei treffenden Adjektiven und einer kurzen Textstelle. Hilfe: Achte auf ihr Sprechen und Handeln.
- Ortsvergleich: Zeichne ein zweispaltiges Plakat zu Dorf und Stadt. Trage je drei belegte Einzelheiten ein. Hilfe: Suche Beschreibungen von Häusern, Wegen und Begegnungen.
- Lesejournal: Schreibe nach einer Gesprächsszene zwei Fragen an Reinhard. Hilfe: Was verstehst du an seinem Verhalten noch nicht?
Standard
- Leitaufgabe Standard – Missverständnis: Vergleiche Lorles kurze Antwort an Leopoldine mit der Deutung durch den Erzähler. Zitiere korrekt und erkläre beide Perspektiven. Hilfe: Was ist gemeint, was wird verstanden?
- Beziehungsnetz: Erstelle ein Netz zu Lorle, Reinhard, Bärbel, Kollaborator und Leopoldine. Belege zwei Verbindungen mit Textstellen.
- Erzählerarbeit: Finde eine kommentierende Passage und formuliere sie neutral um. Erkläre, welcher Deutungsimpuls beim Umschreiben verloren geht.
- Epochenvergleich: Prüfe an zwei konkreten Stellen, was an Auerbachs früher Dorfgeschichte realistisch wirkt und was literarisch gestaltet ist.
Schwer
- Leitaufgabe Schwer – Bedeutung des Titels: Erörtere mit drei überprüften Belegen, ob der Titel am Schluss eher von Reinhards Stellung oder von Lorles eigener Anerkennung erzählt. Hilfe: Prüfe Gegenargumente.
- Editionsvergleich: Vergleiche die MOOCwiki-Ausgabe mit einer anderen zugänglichen Textfassung. Dokumentiere zwei echte Wortlaut- oder Schreibunterschiede, falls vorhanden; ohne Befund erfinde keinen.
- Weltliteratur: Vergleiche eine soziale Konfliktszene mit einer selbst gelesenen Passage aus Balzac, Dickens oder einem anderen Roman des 19. Jahrhunderts. Gib für beide Werke Fundstellen an.
- Gattungsgrenzen: Vergleiche Dorfgeschichte und Abenteuerroman anhand von zwei gelesenen Szenen: Welche Rolle haben äußere Gefahr, gesellschaftliche Grenzen und innere Entwicklung? Formuliere eine These und eine Einschränkung.


Lernkontrolle
- Handlung und Ursache: Erläutere mit zwei konkreten Ereignissen, warum Lorles und Reinhards Beziehung sich verändert.
- Perspektive: Zeige an einem Dialog, wie eine scheinbar höfliche Regel ein Missverständnis erzeugt.
- Quellenvergleich: Begründe, warum der genaue Wortlaut einer historischen Textausgabe wichtiger ist als ein frei erinnerter Satz.
- Gesellschaft: Verbinde eine beobachtete Standesgrenze im Text mit einem überprüften historischen Sachverhalt.
- Titel: Beurteile zwei mögliche Deutungen des Titels anhand des Schlusses und eines früheren Abschnitts.
- Heute: Vergleiche vorsichtig eine heutige Erfahrung von Ausgrenzung mit Lorles Lage. Benenne einen wichtigen Unterschied zwischen damals und heute.
Lernnachweis
Ein gelungener Lernnachweis zeigt: eine zutreffende kurze Inhaltsangabe, eine Figurenkarte, drei genaue Zitate mit Fundstellen, einen Vergleich von Dorf und Stadt, eine erklärte Erzählerwertung und eine begründete Deutung des Schlusses. Für Klasse 11–13 kommen ein Editionsvergleich sowie eine quellenkritische Einordnung hinzu. Bewertet werden Genauigkeit, Belege, eigene Überlegungen und ein fairer Umgang mit anderen Deutungen. Persönliche Daten von Mitschülerinnen und Mitschülern werden nicht benötigt.
OER und Wikipedia
Primärtext: Bestehende MOOCwiki-Buchseite mit der zu lesenden Ausgabe; zum Abgleich: Die Frau Professorin, Projekt Gutenberg. Werk und Originalsprache: Deutsch. Die verlinkte Vergleichsquelle nennt eine Reclam-Ausgabe von 1994 als Grundlage; dies ist keine gesicherte Angabe zur Edition auf MOOCwiki. Die literarische Originalfassung aus dem 19. Jahrhundert ist gemeinfrei; redaktionelle Besonderheiten unterschiedlicher moderner Editionen sind getrennt zu prüfen.
Historische und literarische Kontexte: Schwarzwälder Dorfgeschichten, Berthold Auerbach, Bürgerlicher Realismus und Elise Egloff. Eine Verbindung von literarischem Stoff mit einem realen Lebenslauf ist eine historische Forschungsthese; die Figuren sind keine unveränderten biografischen Abbilder.
Medien und Rechte – konkrete, geprüfte Dateiseiten:
| Medium | Quelle | Urheber/Namensnennung | Lizenz / Status |
|---|---|---|---|
| Berthold Auerbach c.1850.jpg | Commons-Datei | unbekannter Lithograf | Gemeinfrei |
| Berthold Auerbach, Schwarzwälder Dorfgeschichten, Band 1, 1843, Titelblatt.jpg | Commons-Datei | Berthold Auerbach, historische Buchausgabe | Gemeinfrei |
| Herbstabend im Schwarzwald , Der Scharfenstein im Schwarzwald (Kat. 77) - Emil Lugo - Augustiner M Freiburg.png | Commons-Datei | Städtische Museen Freiburg, Foto: Axel Killian; Gemälde Emil Lugo | CC BY 4.0 |
| Berthold Auerbach, Schwarzwälder Dorfgeschichten, Die feindlichen Brüder.jpg | Commons-Datei | Mathias Artaria, 1848 | Gemeinfrei |
| Kuckuck.ogg | Commons-Datei | Jugrü | CC BY-SA 3.0 |
| Schlag Kuckucksuhr Beispiel 01.ogv | Commons-Datei | HNH | CC BY-SA 3.0 |
Die Medien sind unverändert verlinkt; Quellen, Autoren und Lizenzen stehen an den Dateien. Bei Weiterbearbeitung sind gegebenenfalls Share-Alike-Bedingungen zu beachten. Commons-Medien sind kein Beweis für das tatsächliche Aussehen der literarischen Figuren.
Lehrvideos: Epoche des Realismus – Deutsch in Bildern, 2018; Die Literatur im Realismus – musstewissen Deutsch, 2018. YouTube-Einbettung bedeutet keine Freigabe zur eigenen Vervielfältigung; Rechte verbleiben bei den jeweiligen Anbietern. Es werden keine eigenen Medien erzeugt.
Wikipedia zur literarischen Reihe:
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