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Kopf aus Ife - Kunst

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Kopf aus Ife - Kunst

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Kopf aus Ife - Kunst

Kunstwerk: Kopf aus Ife (The Ife Head)

Kultur: Yoruba, Ilé-Ifẹ̀, heutiges Nigeria

Künstler: Unbekannt

Datierung: Wahrscheinlich 14. bis frühes 15. Jahrhundert

Zielgruppe: Klasse 7–13, differenziert nach G, M und E

Leitfrage: Wie unterscheiden sich die Behandlung von Gesicht und Kopfschmuck?

Originalskulptur, British Museum, London. Fotografie: Sailko, 2011, CC BY-SA 3.0. Bildquelle und Lizenz.

Zur Präsentation: Kunst-Welt – Kunstwerk 025

Zum Lernpaket: 100 Kunstwerke - Eine Reise durch die Kunst


Einleitung

Ein Gesicht aus Metall, geschaffen vor rund 600 Jahren: Der Kopf aus Ife gehört zu den bedeutenden Beispielen historischer westafrikanischer Bildhauerei.

Das Gesicht erscheint ruhig und lebensnah. Der Kopfschmuck ist dagegen aufwendig mit Mustern und Schmuckelementen gestaltet.

Was kannst Du direkt sehen? Was wissen wir über das Kunstwerk? Und was lässt sich nur vermuten?

Dein Einstieg:

  1. Erster Eindruck: Schaue das Bild 30 Sekunden an. Nenne drei auffällige Einzelheiten.
  2. Bildwirkung: Wirkt die dargestellte Person auf Dich ruhig, mächtig oder geheimnisvoll? Begründe.
  3. Leitfrage: Vergleiche die Gestaltung des Gesichts mit dem Kopfschmuck.


Werksteckbrief

Merkmal Information
Werktitel Kopf aus Ife / The Ife Head
Künstler Namentlich nicht überlieferter Künstler aus der Yoruba-Kultur
Entstehung Wahrscheinlich 14. bis frühes 15. Jahrhundert
Herkunft Ife, heutiger Bundesstaat Osun, Nigeria
Material Messing, eine Kupferlegierung
Technik Wachsausschmelzverfahren, Guss, Oberflächenbearbeitung und Bemalung
Höhe 35 cm
Fund 1938 im Wunmonije-Komplex in Ife
Sammlung British Museum, London, Inventarnummer Af1939,34.1
Ursprüngliche Funktion Nicht sicher geklärt; Verbindung mit einem Herrscher möglich

Gesicherte Objektquelle: British Museum – The Ife Head.

Karte: Der Bundesstaat Osun im heutigen Nigeria. Sie zeigt die Region, nicht den genauen Fundort. Himalayan Explorer nach Uwe Dedering, CC BY-SA 3.0. Quelle.


Das Gesicht: Naturähnlichkeit und Linien

Beobachtung:

Der Kopf zeigt kleine, mandelförmige Augen, eine deutlich geformte Nase und volle Lippen. Die Gesichtszüge erscheinen lebensnah. Zahlreiche feine, nahezu senkrechte Linien verlaufen über das Gesicht. Die Lippen bleiben weitgehend glatt.

Die Gestaltung ist annähernd symmetrisch und entlang einer Mittelachse ausgerichtet.

Wirkung:

Der Gesichtsausdruck kann ruhig, würdevoll und gesammelt wirken. Das ist eine Wahrnehmung, kein beweisbarer Charakterzug der dargestellten Person.

Deutung:

Die Gesichtslinien werden unter anderem als mögliche Körpermarkierungen diskutiert. Ihre genaue Bedeutung ist jedoch nicht gesichert. Sie könnten auch mit künstlerischen Gestaltungsvorstellungen zusammenhängen.

Weitere Fotografie desselben Originals. Vassil, 2019, CC0 1.0. Hochauflösende Ansicht.

Bildauftrag: Suche die Augen, den Mund, die senkrechten Linien und die Mittelachse. Unterscheide glatte von strukturierten Oberflächen.


Der Kopfschmuck: Ornament und Bedeutung

Beobachtung:

Über der Stirn befindet sich ein mehrschichtiger Kopfschmuck. Er besitzt regelmäßig angeordnete, perlenähnliche Formen, Bänder, Rosetten und einen auffälligen oberen Aufsatz.

Das Muster ist deutlich dichter und komplizierter als die Modellierung der Gesichtszüge. Ursprünglich waren einzelne Bereiche rot und schwarz bemalt. Spuren dieser Farben sind erhalten.

Gesichertes Wissen:

Der Kopfschmuck ist sorgfältig ausgearbeitet. Seine Formen lassen sich am Original erkennen.

Begründete Deutung:

Die Gestaltung könnte eine Krone darstellen und auf eine Person von hohem gesellschaftlichem oder religiösem Rang hinweisen. Die Identifizierung mit einem bestimmten König ist nicht bewiesen.

Ausschnitt aus der Fotografie von Sailko, nicht ein weiteres Kunstwerk. Bildbearbeitung auf Grundlage der Originalaufnahme, CC BY-SA 3.0. Quelle und Lizenz.

Merksatz:

Das Gesicht verbindet lebensnahe Formen mit feinen Linien. Der Kopfschmuck hebt sich durch dichte, regelmäßige Ornamente hervor. Zusammen können beide Bereiche individuelle Erscheinung und gesellschaftlichen Rang vermitteln.


Material und Herstellung

Das Werk besteht aus einer Kupferlegierung, die das British Museum genauer als bleihaltiges Messing beschreibt. Die verbreitete Bezeichnung „Bronzekopf“ ist daher materialkundlich ungenau.

Für die Herstellung wurde das Wachsausschmelzverfahren verwendet.

Dabei wird ein Modell aus Wachs geformt, von einer Gussform umgeben und erhitzt. Das Wachs entweicht. In den entstandenen Hohlraum kann flüssiges Metall gegossen werden. Nach dem Abkühlen wird die Form entfernt.

Die folgenden Medien erklären allgemeine Gussprinzipien. Sie zeigen keine originale Werkstatt aus dem mittelalterlichen Ife.

Animation eines Formgussprozesses. Sie veranschaulicht eine verlorene Form, jedoch nicht den vollständigen historischen Wachsausschmelzprozess. LaurensvanLieshout, 2009, CC BY-SA 3.0. Quelle.

Frage: Warum lässt sich eine komplizierte Oberflächenstruktur mit dem Wachsausschmelzverfahren herstellen?

Vertiefungsvideo: „Ife uncovered“ vom British Museum. Professor John Picton und Metallurge Paul Craddock erläutern Ife-Skulpturen, mögliche Funktionen und die Gusstechnik.

Quelle: British Museum, offizielles Museumsvideo. Wiedergabe über den YouTube-Player; keine freie Nachnutzung des Videomaterials behauptet. Direktlink.


Historischer Zusammenhang: Ife und die Weltkulturen

Ilé-Ifẹ̀ entwickelte sich im heutigen Südwesten Nigerias zu einem bedeutenden politischen, wirtschaftlichen und religiösen Zentrum der Yoruba.

Zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert entstanden dort hervorragende Werke aus Terrakotta, Stein und Metall.

In Europa gehört diese Zeit zum Mittelalter. Die Bezeichnung ist jedoch europäisch geprägt. Die Geschichte Ifes muss aus ihrem eigenen westafrikanischen Zusammenhang heraus verstanden werden.

Wichtige historische Fakten:

1938 wurden bei Bauarbeiten in Ife mehrere Metallskulpturen entdeckt. Der hier untersuchte Kopf gelangte später nach Europa und 1939 in die Sammlung des British Museum.

Über die ursprüngliche Verwendung der Köpfe bestehen weiterhin Unsicherheiten. Die Werke zeigen die hohe technische und künstlerische Kompetenz ihrer Urheber.

Oberstufenimpuls: Warum sollte man die Kunst Ifes nicht danach beurteilen, wie ähnlich sie der europäischen Kunst erscheint?


Bildvergleich: Metall und Terrakotta

Anderes historisches Werk: Terrakottakopf aus Ife, möglicherweise Darstellung eines Königs, 12.–14. Jahrhundert, Kimbell Art Museum. Fotografie: FA2010, 2009, gemeinfrei freigegeben. Quelle.

Beide Skulpturen stammen aus der Kunsttradition von Ife. Vergleiche die Augen, die Oberflächenlinien und die Form des Kopfes.

G-Niveau: Finde zwei Gemeinsamkeiten.

M-Niveau: Beschreibe zwei Unterschiede und ihre Wirkung.

E-Niveau: Prüfe, ob „realistisch“ als alleinige Stilbeschreibung genügt. Berücksichtige Idealisierung, Ornament und gesellschaftliche Funktion.


Kultur, Klang und Gegenwart

Die Yoruba-Kultur ist lebendig und vielfältig. Die Stadt Ife besitzt bis heute große historische und religiöse Bedeutung.

Das folgende Tondokument bietet einen heutigen musikalischen Höreindruck aus Nigeria. Es ist keine Rekonstruktion mittelalterlicher Musik und kein Beleg dafür, welche Klänge den Kopf aus Ife ursprünglich begleiteten.

Moderne Aufnahme einer Talking Drum aus Nigeria. Bamidele S. Ajayi, 2017, CC BY-SA 4.0. Audioquelle.

Hörauftrag: Beschreibe die Veränderung der Tonhöhe und des Rhythmus. Erkläre anschließend, warum diese heutige Aufnahme nichts über die Musik beim Gebrauch des historischen Kopfes beweist.


Museumsblick und Herkunftsfragen

Die Entdeckung der Ife-Skulpturen veränderte die internationale Wahrnehmung westafrikanischer Kunst. Frühere europäische Vorurteile über die künstlerischen Fähigkeiten afrikanischer Gesellschaften erwiesen sich als unbegründet.

Auch die Sammlungsgeschichte ist wichtig: Der Ife-Kopf wurde während der britischen Kolonialzeit aus Nigeria gebracht. Seine heutige Aufbewahrung in London kann Anlass für Fragen nach Herkunft, Eigentum, öffentlichem Zugang und kultureller Verantwortung sein.

Zusätzliches Museumsvideo: Eröffnung der Ausstellung „Kingdom of Ife: Sculptures from West Africa“ im British Museum.

Quelle: British Museum, offizieller YouTube-Kanal. Eingebettete Wiedergabe, keine Übernahme der Videorechte. Direktlink.


Interaktive Aufgaben


Interaktive Bildbetrachtung

So arbeitest Du: Öffne zunächst die hochauflösende Gesamtansicht. Vergleiche sie mit dem gekennzeichneten Ausschnitt. Beantworte jede Frage und öffne erst danach den jeweiligen Lösungshinweis.

Station A – Gesicht

Beobachte: Welche Partien wirken weich modelliert, welche durch Linien gegliedert?

Lösungshinweis: Nase, Wangen und Lippen besitzen gerundete Formen. Augenbrauen und zahlreiche parallele Linien strukturieren die Oberfläche. Die Linien sind sichtbar; ihre ursprüngliche Bedeutung ist nicht eindeutig geklärt.

Station B – Kopfschmuck

Beobachte: Wo wiederholen sich Formen? Welcher Bereich zieht Deinen Blick an?

Lösungshinweis: Perlenartige Elemente, Bänder und Rosetten wiederholen sich. Der zentrale Aufsatz erzeugt eine deutliche Betonung der oberen Mittelachse.

Station C – Wirkung und Deutung

Beobachte: Warum könnten ein ruhig gestaltetes Gesicht und ein reich verzierter Kopfschmuck zusammen verwendet worden sein?

Mögliche Deutung: Das Gesicht vermittelt Würde und Ruhe, während der Schmuck möglicherweise Rang und Autorität betont. Das ist eine begründete Interpretation, keine gesicherte Identifizierung.

Station D – Bildkritik

Prüfe: Zeigen die verwendeten Fotografien dasselbe Original? Und welches Bild zeigt ein anderes Kunstwerk?

Lösungshinweis: Die Aufnahmen von Sailko, Vassil und der markierte Ausschnitt zeigen den Kopf des British Museum. Das Terrakottawerk aus dem Kimbell Art Museum ist ein anderes Objekt. Fotografische Perspektive, Licht und Ausschnitt beeinflussen die Wahrnehmung.


Quiz: Teste Dein Wissen

1. In welchem heutigen Land liegt die Stadt Ife? (Nigeria) (!Ghana) (!Ägypten) (!Äthiopien)



Feedback anzeigen: Ife liegt im Südwesten Nigerias und ist ein bedeutendes historisches Zentrum der Yoruba.


2. Was kennzeichnet die Gestaltung des Gesichts besonders? (Lebensnahe Formen und feine eingeschnittene Linien) (!Völlig abstrakte geometrische Flächen) (!Eine glatte Fläche ohne Augen) (!Stark übertriebene Bewegungen)



Feedback anzeigen: Die Gesichtszüge sind naturähnlich modelliert. Die feinen Linien bilden eine zusätzliche Oberflächenstruktur.


3. Aus welchem Material besteht der Kopf? (Messing) (!Marmor) (!Eichenholz) (!Gebranntem Ton)



Feedback anzeigen: Messing ist eine Kupferlegierung. Die Bezeichnung Bronzekopf wird häufig verwendet, obwohl das Material genauer beschrieben werden kann.


4. Welche Technik wurde bei seiner Herstellung verwendet? (Wachsausschmelzverfahren) (!Holzschnitt) (!Steinmeißeltechnik) (!Webtechnik)



Feedback anzeigen: Das Wachsmodell wird ausgeschmolzen, sodass flüssiges Metall den entstandenen Hohlraum ausfüllen kann.


5. Wann entstand das untersuchte Kunstwerk wahrscheinlich? (Im 14. bis frühen 15. Jahrhundert) (!Im 3. Jahrhundert vor Christus) (!Im 18. Jahrhundert) (!Im 20. Jahrhundert)



Feedback anzeigen: Das British Museum nennt diese Datierung als wahrscheinlich. Ein exaktes Entstehungsjahr ist nicht bekannt.


6. Was ist über den Künstler des Kopfes bekannt? (Sein Name ist nicht überliefert) (!Sein Name lautet Leonardo da Vinci) (!Sein Name lautet Michelangelo) (!Sein Name lautet Pablo Picasso)



Feedback anzeigen: Der Künstlername ist unbekannt. Das Werk gehört zur historischen Kunstproduktion von Ife.


7. Was geschah 1938 in Ife? (Der Kopf wurde zusammen mit weiteren Skulpturen entdeckt) (!Der Kopf wurde erstmals gegossen) (!Die Stadt Ife wurde gegründet) (!Das British Museum wurde eröffnet)



Feedback anzeigen: Der Fund bei Bauarbeiten ist historisch dokumentiert. Fundjahr und Herstellungszeit sind unterschiedliche Angaben.


8. Welche Aussage über die dargestellte Person ist wissenschaftlich angemessen? (Es könnte ein Herrscher sein, doch die Identität ist unsicher) (!Es handelt sich nachweislich um einen bestimmten König) (!Es handelt sich sicher um den Künstler selbst) (!Es handelt sich sicher um eine römische Gottheit)



Feedback anzeigen: Der aufwendige Kopfschmuck könnte auf einen Ooni hinweisen. Die Identität und Funktion bleiben ungesichert.


9. Was lässt sich über die senkrechten Gesichtslinien sicher feststellen? (Sie sind in die Oberfläche eingearbeitet) (!Sie beweisen die persönliche Identität) (!Sie wurden erst im Museum hinzugefügt) (!Sie bestehen aus aufgeklebtem Papier)



Feedback anzeigen: Die Linien sind direkt sichtbar. Ihre Deutung als Körpermarkierungen ist möglich, jedoch nicht endgültig bewiesen.


10. Warum eignet sich der Terrakottakopf aus dem Kimbell Art Museum als Vergleich? (Er zeigt eine andere Skulptur aus der Kunsttradition von Ife) (!Er ist eine Fotografie desselben Metallkopfes) (!Er stammt sicher aus dem antiken Rom) (!Er ist eine moderne Kopie aus Plastik)



Feedback anzeigen: Der Vergleich macht Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Form, Material und Oberflächenbehandlung innerhalb der Kunst von Ife sichtbar.



Memory

Ordne die zusammengehörenden Begriffe zu.

Gesicht Lebensnahe Modellierung
Kopfschmuck Perlenartige Ornamente
Messing Kupferlegierung
Wachsausschmelzverfahren Metallguss
Wunmonije Fundstelle
Ooni Herrschertitel
Terrakotta Gebrannter Ton





Drag and Drop

Verbinde die Fachbegriffe mit den passenden Erklärungsbegriffen.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Bedeutung
Naturalismus Naturähnlichkeit
Ornament Wiederholungsmuster
Messing Kupferlegierung
Provenienz Herkunft
Ooni Herrscher





Kreuzworträtsel

Yoruba Zu welcher Kultur gehört die Kunst von Ife?
Messing Welche Kupferlegierung wurde für den Kopf verwendet?
Kopfschmuck Wie heißt der reich verzierte Bereich über dem Gesicht?
Wunmonije Wie heißt der Fundkomplex in Ife?
Guss Wie heißt ein Verfahren, bei dem flüssiges Metall eine Form ausfüllt?
Rosette Wie nennt man ein blütenähnliches Schmuckelement?





LearningApps

Suche nach weiteren passenden Übungen.


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die Skulptur stammt aus der historischen Yoruba-Stadt

in Nigeria.
Das Material des Kopfes ist eine Kupferlegierung namens

.
Bei der Herstellung kam das

zum Einsatz.
Die Augen des dargestellten Gesichts wirken im Verhältnis zum Kopf eher

.
Feine eingeschnittene Linien gliedern das

.
Über der Stirn befindet sich ein verzierter

.
Die Identität der dargestellten Person ist nicht

.
Der berühmte Fund im Wunmonije-Komplex erfolgte im Jahr

.
Der Kopf entstand vermutlich im 14. bis frühen

Jahrhundert.
Im Unterschied zum Metallkopf besteht das Vergleichswerk aus

.
Bei einer wissenschaftlichen Bildanalyse muss zwischen Beobachtung und

unterschieden werden.
Die Fotografie von Sailko benötigt nach ihrer Lizenz unter anderem eine

.




Offene Aufgaben

Wähle eine Kernaufgabe auf Deinem Niveau. Die weiteren Aufgaben sind zusätzliche Wahlangebote. Alle Aufgaben beziehen sich auf das Kunstwerk.


Leicht – G-Niveau

  1. Kernaufgabe G – Sehen und Zeichnen: Zeichne eine einfache Umrissskizze des Kopfes. Markiere drei Einzelheiten im Gesicht und drei am Kopfschmuck. Schreibe drei Vergleichssätze.
  2. Gesichtsausdruck: Sammle fünf passende Adjektive für die Wirkung des Gesichts und begründe zwei davon mit sichtbaren Merkmalen.
  3. Ornament: Gestalte mit Bleistift ein eigenes regelmäßiges Muster, das von den Formen des Kopfschmucks angeregt ist. Kennzeichne es ausdrücklich als eigene Neugestaltung.
  4. Materialkunde: Erstelle eine kleine Begriffskarte zu Messing, Guss und Terrakotta mit kurzen Erklärungen.


Standard – M-Niveau

  1. Kernaufgabe M – Vergleichende Bildanalyse: Verfasse eine strukturierte Analyse von Gesicht und Kopfschmuck mit Fachbegriffen, Bildbelegen und begründeter Wirkung.
  2. Bildvergleich: Vergleiche den Messingkopf mit dem Terrakottakopf aus dem Kimbell Art Museum. Beschreibe mindestens drei Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
  3. Metallguss: Erstelle eine beschriftete Ablaufskizze zum Wachsausschmelzverfahren und erläutere, weshalb damit Details gestaltet werden können.
  4. Museumsbeschriftung: Schreibe ein eigenes Museumsschild mit Titel, Herkunft, Material, Datierung sowie einer klar gekennzeichneten Vermutung zur Funktion.


Schwer – E-Niveau

  1. Kernaufgabe E – Form und Herrschaft: Untersuche, inwiefern Gesicht und Kopfschmuck möglicherweise unterschiedliche Aufgaben in der Darstellung gesellschaftlicher Autorität erfüllen. Trenne sichtbare Belege, historische Quellen und Hypothesen.
  2. Kunstgeschichte: Diskutiere, welche Chancen und Grenzen der Begriff „Realismus“ für die kunsthistorische Einordnung des Kopfes besitzt.
  3. Provenienzforschung: Recherchiere den Weg des Kopfes von Ife nach London. Entwickle begründete Fragen zu kolonialem Sammlungskontext, musealer Verantwortung und kulturellem Erbe.
  4. Quellenkritik: Vergleiche den Museumskatalog mit Wikipedia und mindestens einer kunsthistorischen Fachquelle. Untersuche Unterschiede bei Datierung, Identifizierung und ursprünglicher Funktion.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Die folgenden Aufgaben überprüfen Zusammenhänge und Transfer statt reines Auswendiglernen.

  1. Form und Wirkung: Erkläre anhand von drei sichtbaren Merkmalen, wie die Gestaltung des Kopfes eine ruhige oder würdevolle Wirkung hervorrufen kann.
  2. Symbolik: Begründe, weshalb der Kopfschmuck möglicherweise auf gesellschaftlichen Rang verweist, ohne diese Annahme als bewiesen darzustellen.
  3. Technik und Gestaltung: Erläutere den Zusammenhang zwischen Wachsausschmelzverfahren, Oberflächendetails und künstlerischer Wirkung.
  4. Bildquellenkritik: Erkläre, weshalb ein fotografischer Ausschnitt zu anderen Schlussfolgerungen führen kann als die Betrachtung einer Gesamtansicht.
  5. Kulturvergleich: Vergleiche eine Darstellung gesellschaftlicher Autorität aus einer anderen historischen Kultur mit dem Ife-Kopf. Beachte unterschiedliche kulturelle Vorstellungen.
  6. Museumsverantwortung: Entwickle zwei sachlich begründete Perspektiven auf die Aufbewahrung historischer Kulturgüter außerhalb ihrer Herkunftsregion.




Lernnachweis

Für einen erfolgreichen Lernnachweis solltest Du Folgendes zeigen können:

  1. Werkkenntnis: Du kannst das Kunstwerk, seine Herkunft, das Material und die ungefähre Datierung benennen.
  2. Beschreibung: Du kannst sichtbare Merkmale von Gesicht und Kopfschmuck präzise beschreiben.
  3. Bildanalyse: Du kannst Komposition, Ornament, Naturähnlichkeit und Wirkung erklären.
  4. Interpretation: Du kannst Beobachtungen von gesicherten Fakten und Hypothesen unterscheiden.
  5. Technik: Du kannst das Grundprinzip des Wachsausschmelzverfahrens verständlich darstellen.
  6. Vergleich: Du kannst das untersuchte Werk mit einem anderen Werk aus Ife vergleichen.
  7. Quellenkompetenz: Du kannst Fotos, Ausschnitte, historische Objekte und Kopien richtig kennzeichnen und Bildrechte beachten.
  8. Reflexion: Du kannst offene Fragen zur ursprünglichen Funktion und zum musealen Umgang sachlich diskutieren.

Bewertungsmaßstab: Eine begründete Deutung ist wichtiger als eine unbelegte Behauptung. Historische Unsicherheiten müssen erkennbar bleiben.




OERs zum Thema

Wikipedia – Bronze Head from Ife:

Weiterführende Sachquellen:

  1. British Museum – The Ife Head: Museumsdokumentation zum untersuchten Original mit Material, Technik, Datierung und Fundort.
  2. Wikipedia – Bronze Head from Ife: Überblick über das Werk und seine Geschichte.
  3. Smarthistory – Head of a ruler, Ife: Kunsthistorische Einführung nach dem British Museum.
  4. Smarthistory – Kingdom of Ife: Hintergrund zur Skulpturenkunst Ifes.
  5. Kimbell Art Museum – Head, possibly a King: Museumsquelle zum Vergleichswerk aus Terrakotta.


Geprüfte Medien und Bildrechte

Grundsatz: Das historische Kunstwerk und seine modernen Fotografien sind rechtlich getrennt zu beurteilen. Die alte Skulptur ist aufgrund ihres Alters gemeinfrei; moderne Fotografien können eigene Rechte besitzen. Deshalb gelten die jeweiligen Bedingungen der angegebenen Commons-Dateien.

Medium Urheber / Quelle Rechte und Verwendung
Originalfoto Sailko, 2011 CC BY-SA 3.0; Namensnennung, Lizenzlink und Weitergabe unter gleichen Bedingungen bei Bearbeitungen
Zweitaufnahme Vassil, 2019 CC0 1.0; freigegeben
Bildausschnitt Nach Sailkos Fotografie CC BY-SA 3.0; Ausschnitt als Bearbeitung kennzeichnen
Vergleichswerk FA2010, 2009 Fotografie ausdrücklich gemeinfrei freigegeben; anderes historisches Kunstwerk
Landkarte Himalayan Explorer nach Uwe Dedering CC BY-SA 3.0
Gussanimation LaurensvanLieshout, 2009 CC BY-SA 3.0; allgemeine technische Veranschaulichung
Audioaufnahme Bamidele S. Ajayi, 2017 CC BY-SA 4.0; moderne Aufnahme ohne behaupteten historischen Bezug zum Objekt
Ife uncovered British Museum Geschütztes Museumsvideo; Wiedergabe ausschließlich über den offiziellen YouTube-Player, soweit die Einbettung zugelassen ist
Ausstellungseröffnung British Museum Geschütztes Museumsvideo; offizielle YouTube-Wiedergabe, keine freie Weiterverwendung behauptet

Lizenzhinweis: Für alle CC-BY-SA-Dateien gelten die Original-Lizenztexte und die Pflicht zur angemessenen Urheber- und Quellenangabe. Beim Weiterverwenden oder Verändern sind die jeweiligen Lizenzbedingungen erneut zu prüfen.

Medienkritik: Eine Reproduktion ist kein Original. Ein Ausschnitt zeigt nur einen Teil des Werkes. Eine heutige Aufnahme beweist keine historische Praxis. Die für die Unterrichtsseite verwendeten Museumsbilder dürfen außerdem nicht pauschal als lizenzfreie Museumsfotografien behandelt werden.


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