Islam in Baden-Württemberg

Islam in Baden-Württemberg
Islam in Baden-Württemberg
Einleitung
Der Islam gehört zum religiösen und gesellschaftlichen Leben in Baden-Württemberg. Musliminnen und Muslime leben in großen Städten wie Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe, Freiburg, Heilbronn oder Ulm ebenso wie in kleineren Städten und Gemeinden. Ihre Lebensweisen, Sprachen, Familiengeschichten und religiösen Überzeugungen sind sehr verschieden. Deshalb ist die wichtigste Ausgangsregel dieses aiMOOCs: Es gibt nicht „die“ muslimische Lebensweise und nicht „den“ Islam in Baden-Württemberg.
Du lernst in diesem aiMOOC, wie muslimisches Leben im Land sichtbar wird, warum genaue Zahlen zur Religionszugehörigkeit schwierig zu erheben sind, welche religiösen Richtungen und kulturellen Prägungen vorkommen, wie Moscheegemeinden und andere Einrichtungen arbeiten und welche Rolle Religionsfreiheit, Schule und interreligiöser Dialog spielen. Dabei geht es nicht darum, Menschen auf ihre Religion zu reduzieren. Religion kann für einen Menschen sehr wichtig, eher kulturell geprägt oder im Alltag kaum bedeutsam sein.
Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg schätzte für Ende 2018 knapp 819.000 Musliminnen und Muslime, also etwa 7,4 Prozent der damaligen Landesbevölkerung. Diese Zahl ist ausdrücklich eine Schätzung, keine vollständige Mitgliederstatistik. Die Behörde weist darauf hin, dass die Religionszugehörigkeit von Musliminnen und Muslimen nicht flächendeckend amtlich registriert wird. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Schätzung zur muslimischen Bevölkerung, 2020

Die Yavuz-Sultan-Selim-Moschee in Mannheim ist ein Beispiel für eine sichtbare Moschee in Baden-Württemberg. Viele muslimische Gebets- und Gemeinderäume befinden sich jedoch in schlichteren Gebäuden. Das Aussehen eines Gebäudes sagt daher wenig darüber aus, wie groß, aktiv oder vielfältig eine Gemeinde ist.
Das Video von logo! bietet einen kurzen Einstieg in Grundbegriffe des Islam. Für diesen aiMOOC ist wichtig: Allgemeine Erklärungen zum Islam müssen immer mit der Vielfalt konkreter Lebensweisen vor Ort verbunden werden.
Muslimisches Leben im Südwesten: Geschichte und Gegenwart
Größere muslimische Bevölkerungsgruppen entstanden in Baden-Württemberg besonders seit den Anwerbeabkommen der Bundesrepublik Deutschland in den 1960er-Jahren. Viele Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten kamen unter anderem aus der Türkei, später zogen Familienangehörige nach. Hinzu kamen Menschen aus Südosteuropa, Nordafrika, dem Nahen Osten und anderen Regionen. Flucht, Studium, Arbeit, Familiengründung und Einbürgerung haben die Zusammensetzung der muslimischen Bevölkerung weiter verändert.
Die Schätzung des Statistischen Landesamts für 2018 zeigt diese Vielfalt: Etwas mehr als die Hälfte der damals geschätzten muslimischen Bevölkerung hatte einen türkischen oder türkeistämmigen Hintergrund; weitere größere Gruppen hatten Bezüge zu Südosteuropa und Syrien. Herkunft und Religion sind aber nicht dasselbe. Aus einem Herkunftsland lässt sich nicht zuverlässig auf den Glauben einer einzelnen Person schließen.

Muslimisches Leben ist heute Teil des Alltags im Land: in Familien, Vereinen, Hochschulen, Schulen, Pflegeeinrichtungen, Betrieben, Jugendgruppen, Kulturprojekten und Nachbarschaften. Manche Menschen sind eng an eine Gemeinde gebunden, andere besuchen eine Moschee nur zu Festen, wieder andere verstehen sich als muslimisch, ohne religiöse Angebote zu nutzen.
Religiöses Leben im Alltag
Zu den bekannten religiösen Praktiken vieler Musliminnen und Muslime gehören das Glaubensbekenntnis, das Gebet, das Fasten im Ramadan, die verpflichtende soziale Abgabe Zakāt und die Pilgerfahrt nach Mekka. Diese sogenannten fünf Säulen werden aber nicht von allen Menschen in gleicher Weise praktiziert. Alter, Familie, persönliche Überzeugung, religiöse Richtung und Lebenssituation können eine Rolle spielen.
Im Ramadan fasten viele erwachsene Musliminnen und Muslime tagsüber. Andere fasten nur an einzelnen Tagen oder gar nicht. Kranke, Reisende und weitere Personengruppen können nach islamischen Regeln vom Fasten ausgenommen sein. Das abendliche Fastenbrechen heißt Iftar. Am Ende des Ramadan steht das Fest des Fastenbrechens, häufig auch Zuckerfest genannt. Ein weiteres bedeutendes Fest ist das Opferfest.
Eine Moschee ist vor allem ein Ort des Gebets und der Gemeinschaft. Häufig gibt es außerdem religiöse Bildung, Jugendarbeit, Beratung, Begegnungsveranstaltungen oder soziale Aktivitäten. Die Gebetsnische, der Mihrab, zeigt die Gebetsrichtung nach Mekka an. Nicht jede Moschee besitzt Minarette oder eine große Kuppel.
Religiöse Regeln werden individuell unterschiedlich ausgelegt und gelebt. Das gilt etwa für Speisevorschriften, Kleidung, Gebetszeiten oder das Fasten. Deshalb solltest Du bei Gesprächen mit muslimischen Mitschülerinnen und Mitschülern nicht voraussetzen, dass sie eine bestimmte Praxis befolgen oder für „den Islam“ sprechen können.
Vielfalt innerhalb muslimischen Lebens
Die Mehrheit der Musliminnen und Muslime in Baden-Württemberg hat nach älteren Schätzungen einen sunnitischen Hintergrund. Daneben gibt es schiitische Gemeinden, muslimische Gemeinschaften mit unterschiedlichen theologischen Traditionen sowie die Ahmadiyya Muslim Jamaat. Alevitisches Leben gehört ebenfalls zur religiösen Vielfalt des Landes. Das Alevitentum hat eigene religiöse Traditionen und ein eigenes Selbstverständnis; Alevitinnen und Aleviten beschreiben die Beziehung ihrer Religion zum Islam nicht alle gleich. In Baden-Württemberg gibt es auch Alevitischen Religionsunterricht.

Die Ehsan-Moschee in Mannheim wurde von der Ahmadiyya Muslim Jamaat errichtet. Sie macht sichtbar, dass selbst innerhalb einer Stadt unterschiedliche muslimische Gemeinschaften bestehen können.

Auch Sprache und Familiengeschichte prägen Gemeinden. In Baden-Württemberg gibt es zum Beispiel türkischsprachige, bosnisch geprägte, albanisch geprägte, arabischsprachige und deutschsprachige Angebote. Viele Gemeinden sind mehrsprachig. Zugleich wächst eine Generation auf, die in Baden-Württemberg geboren wurde und Deutsch als wichtigste Alltagssprache nutzt.
Das Video von Planet Schule betont die Vielfalt des Islam. Nutze es nicht als Schablone für einzelne Personen, sondern als Anlass für die Frage: Welche Unterschiede entstehen durch Glaubensrichtung, Kultur, Sprache, Generation, Geschlecht, Bildung und persönliche Entscheidung?
Moscheegemeinden, Verbände und Zivilgesellschaft
Moscheegemeinden sind meist als Vereine organisiert oder Teil größerer Verbände. Zu den in Baden-Württemberg aktiven Strukturen gehören unterschiedliche sunnitische, schiitische, alevitische, bosniakische, albanische und Ahmadiyya-Gemeinden. Manche Gemeinden sind an bundesweite oder internationale Organisationen angebunden, andere arbeiten lokal und unabhängig.

Eine Gemeinde kann religiöse, soziale und kulturelle Aufgaben verbinden. Typisch sind etwa Gebete, Unterricht, Familienangebote, Jugendgruppen, Hilfsaktionen, Seelsorge oder Tage der offenen Tür. Gleichzeitig unterscheiden sich Gemeinden stark in Größe, Finanzierung, theologischer Ausrichtung und gesellschaftlichem Engagement. Deshalb ist es sinnvoll, immer zu fragen: Welche konkrete Gemeinde, welcher Verband und welche Person ist gemeint?
Für gesellschaftliche Debatten ist außerdem eine klare Unterscheidung wichtig: Islam bezeichnet eine Religion mit vielen Ausprägungen. Islamismus bezeichnet politische Ideologien, die Religion für politische Herrschafts- oder Gesellschaftsvorstellungen nutzen. Muslimische Religiosität darf nicht mit Islamismus gleichgesetzt werden. Umgekehrt können problematische politische Positionen sachlich kritisiert werden, ohne Musliminnen und Muslime pauschal abzuwerten.
Dieses Video zur politischen Bildung im Kontext von Islam und Islamismus eignet sich besonders ab Klasse 9. Achte beim Anschauen auf die Unterscheidung zwischen Religion, politischer Ideologie, Prävention und demokratischer Bildungsarbeit.
Islam, Religionsfreiheit und Schule
Das Grundgesetz schützt in Artikel 4 die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die ungestörte Religionsausübung. Artikel 3 verbietet Benachteiligung oder Bevorzugung unter anderem wegen des Glaubens. Für Schulen ist außerdem Artikel 7 Absatz 3 wichtig: Religionsunterricht ist an öffentlichen Schulen grundsätzlich ein ordentliches Lehrfach und wird in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der jeweiligen Religionsgemeinschaft erteilt. Grundgesetz Art. 4 Grundgesetz Art. 7
In Baden-Württemberg regeln die §§ 96 bis 100 des Schulgesetzes den Religionsunterricht. Der Islamische Religionsunterricht sunnitischer Prägung begann 2006/07 als Modellprojekt. Seit 2019 ist die Stiftung Sunnitischer Schulrat Trägerin dieses Unterrichts. Im Schuljahr 2025/26 nahmen nach Angaben der Stiftung auf Grundlage der amtlichen Schulstatistik 11.827 Schülerinnen und Schüler an 157 Schulen teil. Stiftung Sunnitischer Schulrat, Schuljahr 2025/26
Der Beitrag zeigt Islamischen Religionsunterricht in Stuttgart. Er macht deutlich, dass religiöse Bildung in der Schule nicht nur Fakten über Religion behandelt, sondern auch Fragen nach Glauben, Identität, Verantwortung und Zusammenleben.
Die Pädagogische Hochschule Karlsruhe informiert in diesem Video über die Ausbildung von Lehrkräften für Islamische Religionspädagogik. Auch an weiteren Hochschulstandorten im Land werden Lehrkräfte für den Islamischen Religionsunterricht ausgebildet.
Baden-Württemberg hat außerdem Bildungspläne für Alevitische Religionslehre. Für Schülerinnen und Schüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, spielt je nach Schulart und Klassenstufe Ethikunterricht eine wichtige Rolle. Schule ist damit ein Ort, an dem religiöse und nichtreligiöse Perspektiven nebeneinander vorkommen.
Für den Schulalltag gilt: Niemand sollte wegen religiöser Praxis ausgegrenzt werden. Gleichzeitig gelten für alle Schülerinnen und Schüler gemeinsame schulische Regeln. Gute Lösungen entstehen durch frühzeitige Information, Gespräch und transparente Absprachen, zum Beispiel bei religiösen Feiertagen, Fasten, Klassenfahrten oder dem Besuch religiöser Lernorte.
Gesellschaftlicher und interreligiöser Dialog
Interreligiöser Dialog bedeutet, dass Menschen verschiedener Religionen und Weltanschauungen miteinander sprechen, voneinander lernen und gemeinsam handeln. Ziel ist nicht, Unterschiede aufzulösen. Ein guter Dialog macht Unterschiede verständlich, baut Vorurteile ab und schafft Wege, Konflikte friedlich auszutragen.
In Stuttgart gibt es einen Rat der Religionen, in dem Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften zusammenarbeiten. Die Stadt beschreibt als Ziel, Kontakt, Verständnis und Dialog der Religionen untereinander und mit der Stadtgesellschaft zu fördern. Außerdem koordiniert die Stadt einen Arbeitskreis Stuttgarter Muslime. Landeshauptstadt Stuttgart: Religionsgemeinschaften und Rat der Religionen
Auch in anderen Städten und Gemeinden gibt es Räte, runde Tische, offene Moscheen, Begegnungsabende, Friedensgebete, Bildungsprojekte oder Kooperationen von Moscheen, Kirchen, Synagogen, Kommunen und zivilgesellschaftlichen Gruppen. Eine 2024 veröffentlichte Handreichung des Sozialministeriums Baden-Württemberg und der Stiftung Weltethos unterstützt lokale Räte der Religionen als Orte konstruktiven Miteinanders. Handreichung Lokale Räte der Religionen, 2024
Das Video dokumentiert einen interreligiösen Dialog in Karlsruhe. Beobachte, wie die Beteiligten Fragen stellen, Unterschiede benennen und gemeinsame Themen finden.
Der SWR-Beitrag erzählt eine individuelle muslimische Lebensgeschichte. Solche Porträts sind wertvoll, wenn Du sie als eine Perspektive verstehst und nicht verallgemeinerst.
Konflikte, Vorurteile und demokratische Streitkultur
Religiöse Vielfalt kann Fragen und Konflikte auslösen: Wie sichtbar darf Religion im öffentlichen Raum sein? Wie werden religiöse Feiertage berücksichtigt? Welche Rolle sollen Religionsgemeinschaften in staatlichen Schulen spielen? Wie gehen wir mit religiösen Symbolen, Geschlechterrollen, Kritik an Religion oder politischen Einflüssen auf Verbände um? In einer Demokratie dürfen solche Fragen kontrovers diskutiert werden.
Dabei gelten zwei Regeln gleichzeitig. Erstens: Religionen, religiöse Organisationen und konkrete Aussagen dürfen kritisiert werden. Zweitens: Menschen dürfen nicht wegen ihres Glaubens oder einer zugeschriebenen Religion abgewertet oder diskriminiert werden. Antimuslimischer Rassismus, Antisemitismus, christenfeindliche oder andere menschenfeindliche Einstellungen widersprechen einem respektvollen demokratischen Zusammenleben.
Für den Unterricht ist deshalb die Unterscheidung zwischen Person, Religion, Organisation und politischer Position wichtig. Eine faire Diskussion fragt nach überprüfbaren Aussagen, konkreten Verantwortlichen und Grundrechten. Pauschale Sätze wie „die Muslime denken …“ oder „der Islam will …“ verdecken die tatsächliche Vielfalt.
So gelingt ein respektvoller Dialog
Ein guter Dialog beginnt mit Neugier statt mit Zuschreibungen. Frage eine Person nach ihrer eigenen Sicht, statt ihr eine Meinung zu unterstellen. Verwende Begriffe genau, unterscheide Beobachtung und Bewertung und prüfe Quellen. Wenn eine Aussage strittig ist, frage: Wer sagt das? Auf welche Gemeinde oder Organisation bezieht sich die Aussage? Gibt es andere muslimische, religiöse oder nichtreligiöse Perspektiven?
Für Exkursionen zu Moscheen, Kirchen, Synagogen oder anderen religiösen Lernorten gilt: Informiere Dich vorher über Regeln des Ortes, begegne Menschen respektvoll und stelle offene Fragen. Du musst religiöse Überzeugungen nicht teilen, um sie fair zu beschreiben.
Quellen und Vertiefung
Für die regionale Einordnung sind besonders das Statistische Landesamt Baden-Württemberg, die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, die BAMF-Studie „Muslimisches Leben in Deutschland 2020“, das Schulgesetz Baden-Württemberg und die Stiftung Sunnitischer Schulrat hilfreich. Die Landeszentrale für politische Bildung hat zudem mit der Wanderausstellung „Muslimisches Leben in Deutschland“ Beispiele für Vielfalt und Zusammenleben in Baden-Württemberg dokumentiert.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Warum ist die Zahl der Musliminnen und Muslime in Baden-Württemberg nur als Schätzung anzugeben? (Weil es keine vollständige amtliche Mitgliederstatistik für alle Musliminnen und Muslime gibt) (!Weil Religionszugehörigkeit in Deutschland grundsätzlich verboten ist) (!Weil Moscheegemeinden keine Mitglieder haben dürfen) (!Weil nur ausländische Staatsangehörige muslimisch sein können)
Welche Aussage beschreibt die Schätzung des Statistischen Landesamts für Ende 2018 korrekt? (Sie lag bei knapp 819000 Musliminnen und Muslimen) (!Sie erfasste exakt alle Moscheemitglieder) (!Sie bezog sich nur auf Stuttgart) (!Sie zählte nur Menschen mit türkischer Staatsangehörigkeit)
Welche Aussage passt zur religiösen Vielfalt in Baden-Württemberg? (Muslimisches Leben umfasst unterschiedliche Glaubensrichtungen und Formen religiöser Praxis) (!Alle Musliminnen und Muslime gehören derselben Organisation an) (!Alle Moscheen verwenden dieselbe Sprache) (!Religiöse Praxis ist bei allen Menschen gleich)
Welche Funktion kann eine Moschee neben dem Gebet haben? (Sie kann auch Ort für Bildung Begegnung und soziale Aktivitäten sein) (!Sie ist ausschließlich ein staatliches Verwaltungsgebäude) (!Sie ersetzt grundsätzlich die öffentliche Schule) (!Sie darf keine Jugendarbeit anbieten)
Was schützt Artikel 4 des Grundgesetzes? (Die Freiheit des Glaubens des Gewissens und der Religionsausübung) (!Nur die Freiheit christlicher Kirchen) (!Die Pflicht zu einer Religion zu gehören) (!Das Verbot nichtreligiöser Weltanschauungen)
Welche Aussage zum Islamischen Religionsunterricht sunnitischer Prägung in Baden-Württemberg trifft zu? (Er ist ein ordentliches Unterrichtsfach und wird von der Stiftung Sunnitischer Schulrat getragen) (!Er findet ausschließlich außerhalb von Schulen statt) (!Er ist nur für Erwachsene vorgesehen) (!Er ersetzt alle anderen Religionsfächer)
Was ist ein wichtiges Ziel interreligiösen Dialogs? (Verständnis fördern und Unterschiede friedlich besprechen) (!Alle Religionen zu einer Religion zusammenzuführen) (!Kritische Fragen grundsätzlich zu verbieten) (!Nur religiöse Mehrheiten zu Wort kommen zu lassen)
Welche Unterscheidung ist für politische Bildung besonders wichtig? (Islam ist eine Religion und Islamismus bezeichnet politische Ideologien) (!Islam und Islamismus bedeuten immer dasselbe) (!Jede muslimische Religiosität ist politisch) (!Nur religiöse Menschen können politische Ideologien vertreten)
Warum sollte Herkunft nicht automatisch mit Religion gleichgesetzt werden? (Weil Menschen gleicher Herkunft unterschiedliche Religionen oder keine Religion haben können) (!Weil Herkunft immer eine persönliche Meinung ist) (!Weil Religion ausschließlich vom Wohnort abhängt) (!Weil Staatsangehörigkeit und Religion gesetzlich identisch sind)
Welche Haltung ist für einen fairen Dialog besonders geeignet? (Eine Person nach ihrer eigenen Sicht fragen und nicht für eine ganze Gruppe sprechen lassen) (!Von einer Person auf alle Angehörigen einer Religion schließen) (!Nur Aussagen akzeptieren die der eigenen Meinung entsprechen) (!Konflikte durch pauschale Zuschreibungen vereinfachen)
Memory
| Religionsfreiheit | Artikel 4 des Grundgesetzes |
| Ramadan | islamischer Fastenmonat |
| Iftar | abendliches Fastenbrechen |
| Mihrab | Gebetsnische in Richtung Mekka |
| Idschaza | Lehrbefugnis im sunnitischen Religionsunterricht |
| Rat der Religionen | organisierter interreligiöser Dialog |
| Vielfalt | unterschiedliche Glaubenspraxen und Lebensweisen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Grundrecht | Religionsfreiheit |
| Fastenmonat | Ramadan |
| Gemeindeort | Moschee |
| Schulfach | Islamischer Religionsunterricht |
| Verständigungsform | Interreligiöser Dialog |
Kreuzworträtsel
| Religionsfreiheit | Welches Grundrecht schützt Glauben und Religionsausübung? |
| Moschee | Wie heißt ein muslimischer Gebets- und Gemeindeort? |
| Ramadan | Wie heißt der islamische Fastenmonat? |
| Dialog | Wie nennt man ein Gespräch mit dem Ziel gegenseitigen Verstehens? |
| Idschaza | Wie heißt die Lehrbefugnis für Lehrkräfte im sunnitischen Religionsunterricht? |
| Vielfalt | Welcher Begriff beschreibt unterschiedliche religiöse Lebensweisen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Religiöse Vielfalt: Erstelle eine Wortwolke mit Begriffen aus dem aiMOOC und ordne sie den Bereichen Glaube, Alltag, Schule und Gesellschaft zu.
- Moschee: Beschreibe anhand eines Wikimedia-Commons-Bildes fünf Dinge, die Du siehst, und trenne Beobachtung klar von Vermutung.
- Ramadan: Formuliere drei respektvolle Fragen, die Du einer Person zu ihrem persönlichen Umgang mit dem Fasten stellen könntest, ohne eine bestimmte Praxis vorauszusetzen.
- Interreligiöser Dialog: Entwirf fünf Gesprächsregeln für eine Klasse, in der religiöse und nichtreligiöse Weltanschauungen diskutiert werden.
Standard
- Medienanalyse: Vergleiche zwei der eingebetteten Videos. Untersuche Zielgruppe, Sprache, Auswahl der Beispiele und mögliche Vereinfachungen.
- Moscheebesuch: Plane eine Exkursion zu einer Moschee oder einem anderen religiösen Lernort in Deiner Region. Formuliere Lernziele, Fragen und Regeln für einen respektvollen Besuch.
- Schule und Religion: Entwickle ein Fallbeispiel zu Ramadan, Feiertagen oder Religionsunterricht und schlage eine Lösung vor, die Religionsfreiheit und gemeinsame Schulregeln berücksichtigt.
- Interview: Führe mit Einverständnis ein Interview mit einer Person aus einer Religionsgemeinschaft oder Weltanschauungsgruppe. Frage nach Alltag, Vielfalt und Dialog und anonymisiere persönliche Angaben auf Wunsch.
Schwer
- Religionspolitik: Analysiere Artikel 4 und Artikel 7 des Grundgesetzes und erkläre, warum Religionsfreiheit sowohl individuelle Rechte als auch Fragen staatlicher Neutralität berührt.
- Islam und Islamismus: Erstelle ein Erklärvideo, das die Begriffe sauber unterscheidet und zugleich erklärt, warum pauschale Verdächtigungen gegenüber Musliminnen und Muslimen problematisch sind.
- Kommunaler Dialog: Recherchiere einen Rat der Religionen oder ein ähnliches Gremium in Baden-Württemberg. Untersuche Ziele, Beteiligte, Projekte und einen möglichen Konfliktpunkt.
- Quellenkritik: Vergleiche eine amtliche Quelle, eine Quelle einer Religionsgemeinschaft und einen journalistischen Beitrag zum muslimischen Leben. Bewerte Interessen, Datenbasis, Sprache und Grenzen der Quellen.


Lernkontrolle
- Fallanalyse Religionsfreiheit: Eine Schule plant eine wichtige Klassenarbeit am Tag eines religiösen Festes. Entwickle zwei mögliche Lösungen und bewerte sie mit Blick auf Gleichbehandlung, Religionsfreiheit und Organisation des Schulalltags.
- Perspektivwechsel: Formuliere zu einer Debatte über eine neue Moschee die Perspektiven einer muslimischen Gemeinde, der Nachbarschaft, der Kommune und einer religionskritischen Person. Zeige Gemeinsamkeiten und Konflikte.
- Begriffsanalyse: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, warum die Unterscheidung zwischen Islam, muslimischer Person, Moscheeverband und Islamismus für eine sachliche Debatte wichtig ist.
- Datenkompetenz: Beurteile die Aussage „In Baden-Württemberg kennt man die genaue Zahl der Muslime“. Nutze die Hinweise zur Schätzmethode und erkläre, welche Unsicherheiten bleiben.
- Dialogkonzept: Entwirf für Deine Schule einen Begegnungstag zu Religionen und Weltanschauungen. Begründe, wie das Programm Austausch fördert, ohne Unterschiede zu verwischen.
- Medienurteil: Wähle ein eingebettetes Video aus und bewerte, ob es religiöse Vielfalt angemessen darstellt. Nenne mindestens zwei Stärken und zwei Grenzen.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du Zusammenhänge erklären und nicht nur Begriffe wiederholen kannst.
- Du kannst die muslimische Bevölkerung Baden-Württembergs als vielfältig beschreiben und erklären, warum genaue Zahlen nur geschätzt werden können.
- Du kannst Beispiele religiöser Praxis nennen, ohne sie allen Musliminnen und Muslimen gleichermaßen zuzuschreiben.
- Du kannst zentrale Unterschiede zwischen Religionsgemeinschaft, Moscheeverein, persönlicher Religiosität und politischer Ideologie erläutern.
- Du kannst die Bedeutung von Religionsfreiheit und Religionsunterricht für Schule und Gesellschaft erklären.
- Du kannst Chancen und Konflikte interreligiösen Dialogs an einem regionalen Beispiel beurteilen.
- Du kannst Medien und Quellen zum Thema nach Urheber, Perspektive, Datenbasis und möglicher Verallgemeinerung kritisch prüfen.
OERs zum Thema
Ein eigener Wikipedia-Artikel mit exakt diesem regionalen Titel ist nicht erforderlich, um das Thema zu erschließen. Zur überregionalen Einordnung dient der Artikel Islam in Deutschland:
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