Islam in Deutschland

Islam in Deutschland
Einleitung
Islamisches Leben gehört seit langer Zeit zur Geschichte und Gegenwart Deutschlands. Heute leben Menschen muslimischen Glaubens in allen Teilen des Landes. Sie unterscheiden sich in Herkunft, Sprache, religiöser Tradition, Lebensstil, politischer Haltung und darin, wie wichtig Religion in ihrem Alltag ist. Deshalb ist es ungenau, von den Muslimen als einer einheitlichen Gruppe zu sprechen.
In diesem aiMOOC untersuchst Du Islam in Deutschland als Teil religiösen Lebens und gesellschaftlicher Vielfalt. Du lernst historische Entwicklungen kennen, beschäftigst Dich mit Religionsfreiheit, Alltag und Schule und übst, zwischen Religion, persönlicher Religiosität und politischen Ideologien zu unterscheiden. Für die Klassen 7–9 stehen Grundbegriffe und anschauliche Beispiele im Vordergrund; in den Klassen 10–13 kannst Du zusätzlich rechtliche, gesellschaftliche und medienkritische Fragen vertiefen.

Medienauftrag: Achte beim Video darauf, welche unterschiedlichen Formen muslimischen Lebens gezeigt werden. Notiere außerdem, wer spricht, welche Erfahrungen vorkommen und welche Aussagen als persönliche Perspektive erkennbar sind.
Muslimisches Leben in Deutschland
Wie viele Musliminnen und Muslime leben in Deutschland?
Eine häufig verwendete bundesweite Schätzung stammt aus der Studie „Muslimisches Leben in Deutschland 2020“ des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Für das Bezugsjahr 2019 wurden etwa 5,3 bis 5,6 Millionen muslimische Religionsangehörige mit Migrationshintergrund aus überwiegend muslimisch geprägten Herkunftsländern geschätzt. Das entsprach damals ungefähr 6,4 bis 6,7 Prozent der Bevölkerung.
Diese Angabe ist keine laufend aktualisierte Religionszählung. Sie beruht auf einer wissenschaftlichen Schätzung mit einer bestimmten Definition und Datenbasis. Deshalb solltest Du sie nicht einfach als exakte Bevölkerungszahl für das Jahr 2026 übernehmen. Für eine sachliche Darstellung gehören immer Bezugsjahr, Quelle und Methode zur Zahl.
Menschen mit türkischer Familiengeschichte bildeten in dieser Untersuchung weiterhin die größte Herkunftsgruppe, doch muslimisches Leben in Deutschland ist deutlich vielfältiger geworden. Dazu gehören beispielsweise Menschen mit familiären Bezügen zur Türkei, zu arabischsprachigen Ländern, zum Balkan, zu Iran, Afghanistan, Pakistan oder afrikanischen Staaten ebenso wie Menschen ohne Migrationsgeschichte und Menschen, die zum Islam konvertiert sind.
Vielfalt statt Einheitlichkeit
Der Islam umfasst unterschiedliche religiöse Traditionen und Deutungen. In Deutschland leben unter anderem Sunnitinnen und Sunniten, Schiitinnen und Schiiten, Angehörige alevitischer Gemeinden, der Ahmadiyya sowie Menschen mit Bezügen zu sufischen Traditionen. Auch innerhalb dieser Gruppen gibt es große Unterschiede.
Manche Menschen beten täglich und besuchen regelmäßig eine Moschee, andere leben ihren Glauben vor allem an Feiertagen oder in der Familie, und wieder andere verstehen „muslimisch“ eher kulturell als religiös. Einige bezeichnen sich als gläubig, andere als säkular oder nicht praktizierend. Religiöse Zugehörigkeit sagt deshalb nicht automatisch, wie eine Person denkt oder lebt.

Merksatz: Eine Religion kann gemeinsame Bezugspunkte haben, aber Gläubige bilden keine einheitliche Gruppe. Persönliche Biografie, Familie, Bildung, Generation, gesellschaftliches Umfeld und individuelle Entscheidungen prägen religiöses Leben mit.
Historische Spuren und Entwicklungen
Kontakte zwischen muslimisch geprägten Regionen und den deutschen Ländern gab es schon lange vor der modernen Arbeitsmigration. Diplomatie, Handel, Kriege, Wissenschaft und Reisebewegungen führten Menschen unterschiedlicher Religionen zusammen. Einzelne muslimische Soldaten, Diplomaten und Reisende sind bereits für frühere Jahrhunderte belegt.
Ein sichtbares Beispiel aus dem Ersten Weltkrieg ist die 1915 im sogenannten Halbmondlager bei Wünsdorf errichtete Moschee. Sie wurde für muslimische Kriegsgefangene gebaut und bestand nur wenige Jahre. Ihre Geschichte zeigt zugleich, dass Religion damals auch in militärische und politische Strategien eingebunden wurde.

In Berlin-Wilmersdorf begann 1924 der Bau einer Moschee, die 1928 offiziell eröffnet wurde. Die Wilmersdorfer Moschee gilt als die älteste heute noch bestehende Moschee Deutschlands.

Besonders prägend für die Gegenwart wurde die Arbeitsmigration nach dem Zweiten Weltkrieg. 1961 schlossen die Bundesrepublik Deutschland und die Türkei ein Anwerbeabkommen. Viele der angeworbenen Arbeitskräfte wurden zunächst als vorübergehend anwesende „Gastarbeiter“ betrachtet. Tatsächlich blieben zahlreiche Menschen, gründeten Familien und wurden dauerhaft Teil der Gesellschaft. Mit Familiennachzug, neuen Einwanderungsbewegungen und in Deutschland geborenen Generationen entstanden vielfältige Gemeinden, Vereine, Gebetsräume und Moscheen.
Wichtig: Die Geschichte des Islam in Deutschland beginnt also weder erst 2015 noch lässt sie sich allein auf Migration reduzieren. Gleichzeitig hat Migration seit den 1960er-Jahren die Größe und institutionelle Vielfalt muslimischen Lebens entscheidend geprägt.
Religion im Alltag
Für viele Musliminnen und Muslime gehören religiöse Praktiken zum Alltag, für andere nur teilweise oder gar nicht. Zu möglichen Praktiken zählen das Gebet, der Besuch einer Moschee, das Fasten im Ramadan, Spenden, religiöse Feste und Regeln für Speisen. Wie diese Elemente verstanden und praktiziert werden, unterscheidet sich von Person zu Person.
Der Ramadan ist der islamische Fastenmonat. Viele gläubige Erwachsene verzichten zwischen Morgendämmerung und Sonnenuntergang auf Essen und Trinken. Das abendliche Fastenbrechen heißt Iftar. Kinder, kranke oder reisende Menschen und weitere Personengruppen können je nach religiöser Auslegung vom Fasten ausgenommen sein. Auch hier gilt: Nicht jede muslimische Person fastet.

Moscheen sind nicht nur Gebetsorte. Je nach Gemeinde können dort auch Bildungsangebote, Jugendarbeit, Beratung, Begegnungen, soziale Hilfe und interreligiöse Veranstaltungen stattfinden. Die Organisation muslimischer Gemeinden ist dabei vielfältig; es gibt keinen einzigen Verband, der alle Musliminnen und Muslime in Deutschland vertritt.
Vergleichsauftrag: Dieses Video ist älter. Prüfe, welche Themen darin weiterhin aktuell wirken und welche Aussagen Du mit neueren Quellen überprüfen würdest. So trainierst Du Medienkompetenz und den Umgang mit zeitgebundenen Darstellungen.
Religionsfreiheit und Grundgesetz
Das Grundgesetz schützt religiöse und weltanschauliche Freiheit. Nach Artikel 4 sind die Freiheit des Glaubens und des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses unverletzlich; auch die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet. Zugleich verbietet Artikel 3 Benachteiligung oder Bevorzugung wegen des Glaubens oder der religiösen Anschauungen.
Religionsfreiheit bedeutet nicht nur, eine Religion auszuüben. Sie umfasst auch die Freiheit, die eigene religiöse Praxis zu verändern, keiner Religion anzugehören oder religiöse Überzeugungen abzulehnen. In einer pluralistischen Gesellschaft treffen deshalb unterschiedliche Rechte und Überzeugungen aufeinander.
Fragen rund um Kopftuch, Gebetsmöglichkeiten, religiöse Feiertage, Moscheebau oder Speiseangebote werden häufig öffentlich diskutiert. Solche Konflikte lassen sich nicht mit einem einzigen Satz lösen. Entscheidend sind der konkrete rechtliche Kontext, die Rechte der betroffenen Personen, staatliche Neutralität und die Frage, ob andere Grundrechte berührt werden.
Islamischer Religionsunterricht in der Schule
Nach Artikel 7 des Grundgesetzes ist Religionsunterricht an öffentlichen Schulen grundsätzlich ein ordentliches Lehrfach unter staatlicher Verantwortung, sofern die verfassungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Für islamischen Religionsunterricht gibt es in Deutschland unterschiedliche Modelle. Da Bildung Ländersache ist, unterscheiden sich Regelungen, Kooperationspartner und Bezeichnungen zwischen den Bundesländern.
Für die Schule ist außerdem wichtig: Muslimische Schülerinnen und Schüler sind keine „Expertinnen und Experten für den Islam“, nur weil sie muslimisch sind oder so wahrgenommen werden. Niemand sollte im Unterricht gezwungen werden, persönliche Glaubenserfahrungen offenzulegen. Gute Religions- und Ethikbildung arbeitet mit freiwilligen Perspektiven, überprüfbaren Quellen und respektvoller Diskussion.
Gesellschaftliche Vielfalt, Zugehörigkeit und Teilhabe
Musliminnen und Muslime leben als Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Studierende, Eltern, Beschäftigte, Selbstständige, Kunstschaffende, Forschende, Sportlerinnen und Sportler, Politikerinnen und Politiker und in vielen weiteren Rollen in Deutschland. Eine Person kann gleichzeitig muslimisch, deutsch, europäisch, türkischstämmig, syrischstämmig, kurdisch, bosnisch oder ganz anders verbunden sein. Identitäten schließen sich nicht automatisch aus.
Die BAMF-Studie weist zugleich auf zahlreiche Kontakte zwischen Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte hin. Begegnung im Alltag kann dazu beitragen, pauschale Vorstellungen abzubauen. Gleichzeitig erleben Musliminnen und Muslime auch Vorurteile, antimuslimischen Rassismus und Diskriminierung. Kritik an Religionen und religiösen Institutionen ist in einer Demokratie möglich; die Abwertung oder Benachteiligung von Menschen wegen zugeschriebener Religion ist davon zu unterscheiden.
Der Tag der offenen Moschee findet seit 1997 jährlich am 3. Oktober statt. Viele Gemeinden laden Interessierte zu Gesprächen, Führungen und Begegnungen ein. Solche Veranstaltungen können den interreligiösen Dialog fördern, ersetzen aber nicht die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Konflikten.
Quellencheck: Das Video stammt aus einem religiösen Medienumfeld. Das macht es weder automatisch richtig noch falsch. Frage: Wer veröffentlicht? Mit welchem Ziel? Welche Perspektiven fehlen? Welche Aussagen lassen sich mit unabhängigen Quellen prüfen?
Islam, Musliminnen und Muslime, Islamismus
Im Unterricht ist eine klare Sprache besonders wichtig.
- Islam: eine Weltreligion mit unterschiedlichen Traditionen und Auslegungen.
- Musliminnen und Muslime: Menschen, die sich dem Islam zugehörig fühlen; ihre Lebensweisen und Überzeugungen sind vielfältig.
- Islamismus: Sammelbegriff für politische Ideologien, die eine als „islamisch“ verstandene Ordnung von Staat und Gesellschaft durchsetzen wollen. Islamismus ist nicht mit Islam oder muslimischem Leben gleichzusetzen.
Auch beim Begriff Islamismus muss genau unterschieden werden. Nicht jede konservative religiöse Position ist extremistisch, und nicht jede muslimische Organisation ist islamistisch. Umgekehrt dürfen religiös begründete antidemokratische oder gewaltorientierte Ideologien nicht verharmlost werden. Entscheidend sind konkrete Aussagen, Ziele und Handlungen sowie ihre Bewertung anhand von Demokratie und Menschenrechten.
Medienbilder über muslimisches Leben
Medien berichten häufig dann besonders intensiv über Islam, wenn Konflikte, Terrorismus, Migration oder Streit um religiöse Symbole Thema sind. Dadurch kann der Eindruck entstehen, muslimisches Leben bestehe hauptsächlich aus Problemen. Andere Beiträge zeigen Alltag, Kunst, Bildung, Sport, Familienleben oder interreligiöse Zusammenarbeit. Beide Auswahlweisen prägen Wahrnehmung.
Für einen fairen Quellenvergleich solltest Du mindestens vier Fragen stellen: Wer spricht? Welche Beispiele werden ausgewählt? Welche Interessen oder Ziele hat das Medium? Welche Perspektiven fehlen? Eine einzelne persönliche Erfahrung kann wichtig sein, ist aber kein Beweis dafür, wie „alle Muslime“ leben.
Vertiefung für Klasse 10–13: Vergleiche die Darstellung aus diesem Gespräch mit dem ersten Video des aiMOOCs. Untersuche Unterschiede bei Zielgruppe, Institution, Begriffswahl, Themenauswahl und Quellenlage.
Zusammenfassung
Islam in Deutschland ist Teil einer langen und vielschichtigen Geschichte. Besonders seit der Arbeitsmigration der 1960er-Jahre sind muslimische Gemeinden dauerhaft gewachsen und vielfältiger geworden. Religiosität reicht von intensiver Praxis bis zu kultureller oder geringer religiöser Bindung. Das Grundgesetz schützt sowohl religiöse Freiheit als auch die Freiheit von Religion. Schule und Gesellschaft stehen deshalb vor der Aufgabe, Vielfalt zu ermöglichen, Rechte abzuwägen, Diskriminierung entgegenzutreten und zugleich offene Kritik und demokratische Debatten zuzulassen.
Wer über Islam in Deutschland spricht, sollte nicht pauschalisieren, Zahlen mit ihrer Quelle und ihrem Bezugsjahr nennen und zwischen Religion, Menschen und politischen Ideologien unterscheiden.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Auf welches Bezugsjahr bezieht sich die BAMF-Schätzung von 5,3 bis 5,6 Millionen muslimischen Religionsangehörigen? (2019) (!2001) (!2015) (!2026)
Warum sollte die BAMF-Schätzung nicht als exakte Zahl für heute ausgegeben werden? (Sie beruht auf einer bestimmten Schätzung und einem früheren Bezugsjahr) (!In Deutschland dürfen keine Bevölkerungszahlen veröffentlicht werden) (!Alle Religionsgemeinschaften haben exakt gleich viele Mitglieder) (!Die Studie behandelt ausschließlich Moscheebauten)
Welches Grundrecht schützt Artikel 4 des Grundgesetzes besonders? (Religionsfreiheit) (!Pressezensur) (!Wahlpflicht) (!Schuluniformpflicht)
Wofür wurde 1915 in Wünsdorf eine Moschee errichtet? (Für muslimische Kriegsgefangene) (!Als Sitz des Bundestages) (!Als Bahnhof für Arbeitsmigranten) (!Als Museum für mittelalterliche Kunst)
Welche Moschee gilt als die älteste heute noch bestehende Moschee Deutschlands? (Wilmersdorfer Moschee) (!Kölner Dom) (!Frauenkirche Dresden) (!Reichstagsgebäude)
Welche Entwicklung prägte muslimisches Leben in Westdeutschland seit den 1960er Jahren besonders? (Arbeitsmigration und spätere Familiengründung) (!Die Abschaffung aller Religionen) (!Die Einführung einer Staatsreligion) (!Die vollständige Schließung aller Moscheen)
Welche Aussage beschreibt muslimisches Leben in Deutschland angemessen? (Es ist religiös kulturell und biografisch vielfältig) (!Alle Musliminnen und Muslime leben ihre Religion gleich) (!Herkunft bestimmt automatisch die Religiosität) (!Alle muslimischen Gemeinden gehören demselben Verband an)
Was ist ein Iftar? (Das abendliche Fastenbrechen im Ramadan) (!Eine islamische Grabstätte) (!Ein Religionsverband) (!Eine Schulform)
Warum unterscheiden sich Modelle islamischen Religionsunterrichts zwischen Bundesländern? (Bildungspolitik und konkrete Regelungen liegen wesentlich bei den Ländern) (!Der Unterricht ist bundesweit verboten) (!Jede Schule legt das Grundgesetz selbst fest) (!Religionsunterricht darf nur im Ausland stattfinden)
Welche Unterscheidung ist für eine sachliche Debatte besonders wichtig? (Islam ist nicht mit Islamismus gleichzusetzen) (!Religion und Herkunft sind immer dasselbe) (!Kritik an Religion ist grundsätzlich verboten) (!Jede konservative Meinung ist Extremismus)
Memory
| Religionsfreiheit | Schutz von Glauben und Religionsausübung |
| Moschee | Gebets- und Begegnungsort |
| Ramadan | islamischer Fastenmonat |
| Iftar | abendliches Fastenbrechen |
| Wünsdorf | Moscheebau im Ersten Weltkrieg |
| Wilmersdorf | älteste erhaltene Moschee Deutschlands |
| Anwerbeabkommen | Arbeitsmigration seit den 1960er Jahren |
| Medienkritik | Prüfung von Quelle und Perspektive |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Beschreibung |
|---|---|
| Ramadan | Fastenmonat |
| Iftar | Fastenbrechen |
| Dialog | Austausch zwischen Religionen |
| Moschee | Gebets- und Begegnungsort |
| Islamismus | politische Ideologie |
| Religionsfreiheit | Grundrecht |
Kreuzworträtsel
| Moschee | Wie heißt ein islamischer Gebets- und Begegnungsort? |
| Ramadan | Wie heißt der islamische Fastenmonat? |
| Vielfalt | Welcher Begriff beschreibt viele unterschiedliche religiöse und kulturelle Lebensweisen? |
| Migration | Welcher Begriff beschreibt die dauerhafte oder zeitweise Verlagerung des Lebensmittelpunkts? |
| Dialog | Wie heißt ein respektvoller Austausch zwischen unterschiedlichen religiösen oder weltanschaulichen Gruppen? |
| Wilmersdorf | In welchem Berliner Ortsteil steht die älteste heute noch bestehende Moschee Deutschlands? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Begriffsnetz Islam in Deutschland: Gestalte eine Begriffskarte mit mindestens acht Begriffen aus dem aiMOOC und zeichne sinnvolle Verbindungen zwischen ihnen.
- Bildanalyse Moschee: Wähle ein Commons-Bild aus dem aiMOOC und beschreibe zuerst nur das Sichtbare. Deute danach, was das Bild über religiöses Leben zeigt und was es nicht zeigen kann.
- Religiöser Alltag: Erstelle einen kurzen Tages- oder Wochenplan einer fiktiven Person und zeige darin, wie religiöse Praxis vorkommen kann, ohne zu behaupten, alle muslimischen Menschen lebten so.
- Medienfrage: Untersuche die Überschrift eines aktuellen Beitrags über Islam oder muslimisches Leben. Formuliere eine sachlichere Alternative, falls die Überschrift pauschalisiert.
Standard
- Quellenvergleich Islam: Vergleiche zwei Videos aus dem aiMOOC nach Absender, Zielgruppe, Themenauswahl, Sprache und fehlenden Perspektiven.
- Interview über religiöse Vielfalt: Führe freiwillig ein Interview mit einer Person über religiöse oder weltanschauliche Vielfalt. Frage nicht nach privaten Glaubensinhalten, die die Person nicht teilen möchte, und hole vor einer Veröffentlichung Zustimmung ein.
- Moschee als Lernort: Plane eine reale oder virtuelle Exkursion zu einer Moschee. Entwickle zehn offene Fragen zu Architektur, Gemeindeleben, Bildung, Nachbarschaft und Dialog.
- Schule und Religionsfreiheit: Entwickle für eine fiktive Schule Regeln, wie mit Fasten, Speiseangeboten, religiösen Symbolen und freiwilligen Rückzugsmöglichkeiten fair umgegangen werden könnte. Begründe jede Regel.
Schwer
- Historische Zeitleiste Islam in Deutschland: Erstelle eine quellenbasierte Zeitleiste von frühen Kontakten über Wünsdorf und Wilmersdorf bis zur Arbeitsmigration und zur Gegenwart. Kennzeichne, welche Ereignisse Du mit Primär- und welche mit Sekundärquellen belegen kannst.
- Repräsentation in Medien: Untersuche eine kleine Stichprobe von mindestens zehn Medienbeiträgen. Kategorisiere Themen und Akteure und diskutiere, ob Konflikt, Alltag, Kultur und gesellschaftliche Teilhabe ausgewogen vorkommen.
- Religionsunterricht im Vergleich: Vergleiche die Regelung islamischen Religionsunterrichts in zwei Bundesländern. Prüfe offizielle Quellen und erkläre Unterschiede bei Bezeichnung, Organisation und Kooperationspartnern.
- Podcast Gesellschaftliche Vielfalt: Produziere einen fünf- bis achtminütigen Podcast oder ein Video mit mindestens drei Perspektiven auf die Frage, wie Religionsfreiheit und gesellschaftliche Vielfalt zusammenpassen. Trenne Fakten, persönliche Positionen und Bewertungen deutlich.


Lernkontrolle
- Fallanalyse Religionsfreiheit: Eine Schule plant eine wichtige Prüfung an einem religiös bedeutsamen Tag. Entwickle zwei mögliche Lösungen und bewerte sie mit Blick auf Gleichbehandlung, Religionsfreiheit und schulische Organisation.
- Argumentationsprüfung: Prüfe die Behauptung „Musliminnen und Muslime in Deutschland bilden eine einheitliche Gruppe“. Widerlege oder differenziere sie mit mindestens vier Aspekten aus Geschichte, Religion und Gesellschaft.
- Transfer Islam und Islamismus: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, warum die Unterscheidung von Islam, muslimischen Menschen und Islamismus für demokratische Debatten wichtig ist.
- Medienvergleich: Vergleiche zwei Darstellungen desselben islambezogenen Themas. Beurteile, wie Auswahl, Bildsprache, Sprecherinnen und Sprecher sowie Veröffentlichungsziel die Wahrnehmung verändern.
- Historischer Zusammenhang: Erkläre, warum das Anwerbeabkommen von 1961 für die Geschichte muslimischen Lebens wichtig ist, aber nicht als „Beginn des Islam in Deutschland“ bezeichnet werden sollte.
- Schulkonzept Vielfalt: Entwirf drei Leitlinien für einen Religions- oder Ethikunterricht, in dem religiöse Vielfalt behandelt wird, ohne einzelne Schülerinnen und Schüler zu Vertreterinnen oder Vertretern einer ganzen Religion zu machen.
Lernnachweis
Für einen guten Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du Zusammenhänge erklären und auf neue Situationen übertragen kannst.
- Du kannst erklären, warum muslimisches Leben in Deutschland vielfältig ist und warum pauschale Aussagen problematisch sind.
- Du kannst die BAMF-Schätzung mit ihrem Bezugsjahr 2019 korrekt einordnen und zwischen Schätzung und aktueller exakter Zahl unterscheiden.
- Du kannst wichtige historische Stationen wie Wünsdorf, Wilmersdorf und die Arbeitsmigration seit den 1960er-Jahren in Zusammenhang bringen.
- Du kannst Religionsfreiheit als Grundrecht erklären und auch die Freiheit berücksichtigen, keiner Religion anzugehören.
- Du kannst zentrale Beispiele religiösen Alltags beschreiben, ohne sie allen muslimischen Menschen zuzuschreiben.
- Du kannst Islam, muslimische Menschen und Islamismus begrifflich unterscheiden.
- Du kannst Medienquellen nach Absender, Perspektive, Zweck und fehlenden Stimmen untersuchen.
- Du kannst bei Konfliktfällen unterschiedliche Grundrechte und gesellschaftliche Interessen begründet abwägen.
- Du kannst respektvoll argumentieren und zwischen Kritik an Religion und Diskriminierung von Menschen unterscheiden.
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