Holzkonstruktionen herstellen - Dachdecker - LF 5
Einleitung
Ein hölzernes Dachtragwerk muss Lasten sicher weiterleiten, sich mit der Dachdeckung vertragen und über Jahrzehnte gegen Feuchtigkeit geschützt bleiben. Im Lernfeld 5 des ersten Ausbildungsjahres lernst du deshalb nicht nur das Bearbeiten von Holz, sondern einen vollständigen beruflichen Handlungsablauf: Auftrag und Bestand analysieren, Materialien begründet auswählen, eine Konstruktion zeichnen und berechnen, Arbeitsabläufe sicher planen, ein Lehrmodell herstellen, seine Qualität prüfen und das Ergebnis nachvollziehbar dokumentieren. Der KMK-Rahmenlehrplan sieht für dieses Lernfeld 60 Unterrichtsstunden vor. Bezüge zu Dachdecker, Holzbau, Dachkonstruktion, Statik und Nachhaltigkeit helfen dir beim Weiterlernen.
Lernziele: Du unterscheidest Holzarten, Holzaufbau, Schnittholz und Holzwerkstoffe; erklärst Holzfeuchte, Holzschädlinge und vorbeugenden Holzschutz; wählst Holzkonstruktionen, Verbindungen und Verbindungsmittel nach Einsatzzweck aus; liest und erstellst Skizzen, Holzlisten und Arbeitspläne; berechnest Maße, Holzvolumen und Verschnitt; beurteilst Kraftverlauf, Maßhaltigkeit, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltwirkung.
Sicherheitsgrenze: Alle praktischen Arbeiten erfolgen nur nach Unterweisung und unter befugter fachlicher Aufsicht. Dieses Lernangebot vermittelt keine Statikfreigabe und berechtigt weder zu Arbeiten an tragenden Dachkonstruktionen noch zu Maschinenarbeit oder Höhenarbeit. Für eigenständiges Üben gibt es Papier-, Karton- und digitale Modelle ohne Elektrowerkzeuge oder Absturzgefahr. In der Ausbildung gelten zusätzlich der betriebliche Ausbildungsplan, die zuständige Handwerkskammer, der Landeslehrplan, die Gefährdungsbeurteilung und die Herstelleranweisungen. Verwende ausschließlich erfundene Projekt- und Personendaten.
Bauauftrag verstehen und Holz als Werkstoff auswählen
Auftrag und örtliche Voraussetzungen analysieren
Vor dem Abbund klärst du: Soll die Konstruktion ein nicht tragendes Übungsmodell, eine Unterkonstruktion oder Teil eines nachgewiesenen tragenden Dachwerks sein? Welche Zeichnung und Ausführungsfreigabe liegen vor? Welche Abmessungen, Auflager, Feuchtebeanspruchungen, Dachdeckungs- und Befestigungsvorgaben gelten? Sind Anschlüsse des Vorgewerks maßhaltig, eben, trocken und tragfähig? Fehlt eine Angabe zu Tragfähigkeit oder Verbindungsmitteln, wird sie von der verantwortlichen Fachperson geklärt und nicht geschätzt.
Beispiel: Eine Dacheindeckung belastet die Dachlatten. Diese geben Einwirkungen an die Sparren ab; bei einem Pfettendach werden Kräfte über die Pfetten und ihre Stützen oder tragenden Wände in den weiteren Lastabtrag geleitet. Wind kann Bauteile auch abhebend beanspruchen. Der genaue Kraftfluss hängt vom Tragwerk und den Verbindungen ab; eine Skizze ist noch kein statischer Nachweis. Prüfe deshalb die zugelassene Ausführungszeichnung statt die Holzabmessungen aus einem Video zu übernehmen.
Wachstum, Aufbau, Holzarten und Sortierung
Im Stamm findest du von außen nach innen Rinde, Kambium, Splintholz, häufig Kernholz und Mark. Das Kambium bildet neue Zellen; Jahresringe zeigen Wachstumsphasen. Splintholz übernimmt im lebenden Baum wesentliche Leitfunktionen, Kernholz hat eine andere physiologische Aufgabe und kann je nach Holzart natürlicherweise dauerhafter sein. Die Erscheinung allein beweist keine Eignung als tragendes Bauholz.
Bild: Jahresringe einer Kiefer. Beachte den Wechsel der Zuwachszonen; aus der Ringbreite allein lässt sich keine sichere Tragfähigkeitsklasse ablesen. Quelle und Lizenz stehen im Mediennachweis.
Nadelhölzer wie Fichte, Tanne und Kiefer werden häufig für Dachtragwerke verwendet, weil sie wirtschaftlich verfügbar und gut zu bearbeiten sind. Laubhölzer wie Eiche können für bestimmte Anschlüsse oder Sanierungen geeignet sein, erfordern aber eine eigene Bewertung. Unterscheide Schnittholzformen wie Brett, Bohle, Latte, Kantholz und Balken nach ihren vereinbarten Querschnittsmaßen; die Bezeichnungen ersetzen keine technische Leistungserklärung. Konstruktionsvollholz, Brettschichtholz und geeignete Holzwerkstoffe besitzen unterschiedliche Herstellungsweisen und dokumentierte Eigenschaften. Holzwerkstoffe wie OSB oder Sperrholz sind keineswegs ohne Prüfung beliebig als tragende Beplankung austauschbar.
Für tragende Anwendungen sind Kennzeichnung, geregelte Sortierung bzw. Festigkeitsklassifizierung, Produktnachweise und die Vorgaben der Planung wesentlich. Ein Ast, ein Riss oder eine Verfärbung ist zunächst ein Merkmal, das fachgerecht beurteilt werden muss. Typischer Fehler: „Das Holz sieht kräftig aus, also trägt es genug.“ Korrekt ist: vorgesehenen Verwendungszweck, zugelassene Qualität und Nachweise abgleichen.
Holzfeuchte, Holzschutz und nachhaltige Beschaffung
Warum Holz arbeitet
Holz ist hygroskopisch: Es tauscht Feuchtigkeit mit der Umgebung aus. Die Holzfeuchte u beschreibt die Wassermasse bezogen auf die trockene Holzmasse, nicht auf die gesamte nasse Masse: u = (feuchte Masse − darrtrockene Masse) / darrtrockene Masse × 100 %. Beispiel einer Laborrechnung: 1.120 g Holz vor und 1.000 g nach dem vollständigen Trocknen ergeben u = 120/1.000 × 100 % = 12 %. Eine solche Darrprobe ist im Unterricht höchstens als beaufsichtigte Demonstration auszuführen.
Beim Trocknen unterhalb des Fasersättigungsbereichs schwindet Holz, bei Feuchteaufnahme quillt es. Die Änderungen sind quer zur Faser deutlich stärker als längs der Faser. Folgen können Fugen, Verformungen und ein Klemm- oder Lockerwerden von Verbindungen sein. Messgeräte erfassen je nach Prinzip indirekte Größen; Holzart, Messtiefe, Temperatur und Geräteanweisung beeinflussen das Ergebnis. Ein einzelner Messwert ersetzt keine Bewertung des Bauteils.

Bild: Feuchteschaden mit Messung an einem Holzbauteil. Analysiere den Wasserweg: Kondensat und dauerhafte Befeuchtung können holzzerstörende Pilze begünstigen. Foto: HansESchmidt, CC0.
Fachvideo: Heiko Rech, „Holzfeuchte Teil 1 – Holz- und Raumfeuchte messen und Werte interpretieren“ (deutsch). Notiere zwei Fehlerquellen bei Messungen; der Film erläutert Grundlagen, ersetzt aber keine aktuelle Baustellenanweisung.
Dauerhaftigkeit durch konstruktiven Holzschutz
Konstruktiver Holzschutz hat Vorrang: Wasser möglichst fernhalten und eingedrungene Feuchte abführen oder Austrocknung ermöglichen. Beispiele sind funktionierende Dachdeckung und Anschlüsse, geeignete Abstände zu Spritzwasser und Erdreich, keine dauerfeuchten Hirnholzflächen, entwässerte Details und eine passende hinterlüftete Bauweise, soweit die Planung sie vorsieht. Wasserstau, undichte Durchdringungen und falsch gelagerte Hölzer sind besonders kritisch.
Holzzerstörende Pilze benötigen unter anderem geeignete Feuchtebedingungen; holzschädigende Insekten können je nach Art, Holz und Nutzung eine Gefahr darstellen. Befall wird nicht allein aus einem Loch vermutet; fachliche Diagnose und Freigabe sind nötig. Chemische Holzschutzmittel sind kein Standardersatz für mangelhafte Konstruktion. Ihre Verwendung richtet sich nach Erfordernis, Zulassung, Gebrauchsklasse, Gefährdungsbeurteilung und Fachanweisung. Nicht eigenständig mischen, versprühen oder entsorgen.
Fachlicher Bezug: DIN 68800-2:2022-02 – vorbeugende bauliche Maßnahmen im Hochbau; Ministerium BW: Baulicher Holzschutz. Norminhalte sind urheberrechtlich geschützt; hier werden keine Tabellen oder verbindlichen Detailwerte übernommen.
Holz, Wald und Ökobilanz bewerten
Der Wald erfüllt Funktionen für Klima, Biodiversität, Erholung und Rohstoffversorgung. Für einen Auftrag dokumentierst du die legale Herkunft und gegebenenfalls Zertifikate wie FSC oder PEFC einschließlich der zum Auftrag passenden Produktkette. Kurze Transporte, wiederverwendbare Reststücke, trockene Lagerung und dauerhafte Details reduzieren Abfall. Holz speichert während seiner Nutzung Kohlenstoff, ist aber nicht in jedem Fall automatisch umweltfreundlicher: Ernte, Klebstoffe, Schutzmaßnahmen, Bauphysik, Lebensdauer und Entsorgung gehören in die Betrachtung.
Lagerungscheck: Hölzer sauber und gegen Bodenfeuchte geschützt auflagern, Verzug durch geeignete Unterstützung begrenzen, gegen Witterung schützen und notwendige Belüftung berücksichtigen. Kennzeichnungen und Länge lesbar halten. Kontaminierte Holzabfälle getrennt nach geltender Entsorgungspraxis behandeln; behandelte Hölzer nicht unkritisch wiederverwenden oder verbrennen.
Dachtragwerke, Verbindungen und Planung
Konstruktion und Kraftverlauf
Sparren sind schräg verlaufende Tragglieder einer Dachfläche. Pfetten liegen typischerweise parallel zu First und Traufe und können Sparren unterstützen. Stützen und Kopfbänder tragen beziehungsweise steifen aus. Kehlbalken verbinden bei bestimmten Dachsystemen Sparrenpaare. Eine Kerve ist eine Bearbeitung am Sparrenauflager; sie darf den wirksamen Restquerschnitt nicht ungeprüft schwächen. Dachlatten und Schalung haben andere Aufgaben als Haupttragglieder.

Historische Grafik: Dachstuhl aus Otto Luegers Techniklexikon von 1904; sie verdeutlicht das Tragwerksprinzip, ist aber ausdrücklich keine aktuelle Ausführungs- oder Bemessungsanweisung.

Praxisfoto: Dachtragwerk im Rathaus Duderstadt. Erkenne wiederkehrende Stäbe und Knoten; eine fotografierte Verbindung darf nicht ohne Bemessung nachgebaut werden.
Holz wird entlang der Faser bei Zug, Druck oder Biegung anders beansprucht als quer zur Faser. Besonders an Auflagern, Ausklinkungen und Knoten können hohe lokale Beanspruchungen auftreten. Aussteifungen behindern das seitliche Verschieben oder Verkippen; die sichere Lastabtragung muss durch Fachplanung nachgewiesen sein. Die im September 2026 veröffentlichte DIN EN 1995-1-1:2026-09 ist eine aktuelle Ausgabe des Eurocode 5. Welche Fassung im konkreten Bauvorhaben bauaufsichtlich maßgeblich ist, muss einschließlich Nationalem Anhang und landesrechtlicher Einführung geprüft werden. Keine Tragwerksbemessung aus diesem Lernkurs ableiten.
Handwerkliche und ingenieurmäßige Holzverbindungen
Eine Überblattung fügt ausgenommene Hölzer aneinander; ein Zapfen greift in einen passenden Schlitz oder ein Zapfenloch. Ingenieurmäßige Verbindungen können unter anderem geprüfte Schrauben, Bolzen, Verbinder, Lochbleche oder Balkenschuhe nutzen. Sie wirken nicht alle gleich: Zug, Scherung, Rand- und Achsabstände, Faserverlauf sowie Korrosionsschutz sind bauteil- und produktabhängig.
Grafik: Prinzip einer Schlitz-Zapfen-Verbindung mit Falz. Eine anschauliche Passung bedeutet nicht automatisch ausreichende Tragfähigkeit.
Beispiel zur Begründung: Eine sichtbare Zapfenverbindung kann für ein nicht tragendes Übungsmodell das Anreißen und die Passung anschaulich machen. Bei einem realen Sparren-Pfetten-Anschluss müssen dagegen Lasten einschließlich Wind und die Befestigung der konkreten Planung entsprechen. Schraubenlänge, Anzahl und Einschraubwinkel niemals aus einem allgemeinen Foto erraten; Herstellerunterlagen und statische Vorgaben beachten.
Zeichnung, Holzliste und Arbeitsvorbereitung
Eine brauchbare Werkzeichnung nennt Ansicht, Maßstab, Gesamtmaße, Einzelquerschnitte, Schnittlängen, Verbindungspunkte und gegebenenfalls Bauteilnummern. Maßstab 1:10 bedeutet: Eine gezeichnete Strecke von 60 mm steht für 600 mm am Gegenstand. Bemaßungen gelten für die wirkliche Länge, nicht für die nachträglich mit dem Lineal abgemessene Kopie einer Skizze.
Holzliste und Arbeitsplan bilden eine Kette: Bauteilnummer → Holzart und nachgewiesene Qualität → Querschnitt → Stückzahl → Einzellänge → Gesamtlänge → Lager-/Bestelllänge → Markierung → Bearbeitung → Prüfschritt. Für eine Rechteckfläche gilt A = Länge × Breite; für einen rechteckigen Holzkörper V = Länge × Breite × Höhe, jeweils in konsistenten Einheiten. Beim Bestellen kommen Schnittfugen, Bearbeitungszugaben und tatsächlich nutzbare Reststücke hinzu.
Digitaler Arbeitsablauf: Du kannst eine anonymisierte Skizze in einer CAD-Lernumgebung erstellen, Maße in einer Tabellenkalkulation mit Formeln prüfen und Versionen mit Datum sichern. Ein automatisch erzeugter Zuschnittplan ist vor der Fertigung am Originalmaß zu kontrollieren. Keine privaten Baupläne, Adressen, Kundennamen oder Schülerdaten in frei zugängliche KI-Werkzeuge hochladen.
Arbeitsverfahren, sichere Werkstatt und Qualitätsprüfung
Vom Aufmaß zum bearbeiteten Holz
Im Betrieb erfolgen Aufmaß und Sichtprüfung, dann die Freigabe von Material und Zeichnung, Anreißen, Kennzeichnen, Bearbeiten, Zusammenfügen und Prüfen. Abbund bezeichnet das Vorbereiten und Bearbeiten der einzelnen Hölzer für ihre vorgesehene Verbindung. Für Lernmodelle genügen nach Unterweisung häufig Messwerkzeug, Winkel, Bleistift und geeignete handgeführte Werkzeuge; scharfe Werkzeuge werden ausschließlich beaufsichtigt eingesetzt.

Praxisfoto: Abbund einer Fachwerk-Wandkonstruktion in einer Zimmerei. Beschreibe die Bedeutung der Bauteilkennzeichnung und der wiederholten Maßkontrolle.
Fachvideo: SWR Handwerkskunst, „Wie man einen Dachstuhl zimmert“ (deutsch, 2018). Beobachte Aufmaß, Abbund, Verbindungsmittel und Teamabsprachen. Der Film ist ein historischer Arbeitsablaufeinblick; auf der Baustelle gelten die aktuelle Gefährdungsbeurteilung und die aktuellen Herstellerangaben.
Sicherheit, Gesundheit und verantwortliches Handeln
Vor dem Arbeiten: Auftrag und Arbeitsplatzfreigabe klären, Gefährdungen beurteilen lassen, Werkstücke gegen Verrutschen sichern, geeignete persönliche Schutzausrüstung nach Unterweisung verwenden und Ordnung halten. Bei Sägen und Bohren sind insbesondere Schnittverletzungen, Rückschlag, Lärm, fliegende Partikel und Holzstaub zu berücksichtigen. Gefährliche Maschinen dürfen Auszubildende nur bedienen, wenn rechtlich zulässig, unterwiesen, geeignet und von der zuständigen Fachperson beaufsichtigt; Kinder und Jugendliche unterliegen besonderen Schutzvorschriften. Schutzeinrichtungen niemals entfernen.
Holzstaub ist kein harmloser Schmutz. Geeignete Absaugung und staubarme Reinigung gehen dem Aufwirbeln mit Druckluft vor. Welche zusätzlichen Schutzmittel nötig sind, bestimmt die Gefährdungsbeurteilung. Auf Dächern haben kollektive Absturzschutzmaßnahmen Vorrang; persönliche Absturzschutzausrüstung erfordert besondere Planung, Unterweisung und Rettungskonzept. Keine Höhenübung im Rahmen dieses Kurses.
Aktuelle Orientierung: DGUV Regel 101-038 Bauarbeiten, DGUV Regel 100-500, Kapitel 2.23, TRGS 553 Holzstaub, zuletzt geändert 2025. Betriebsanweisung, Maschinenhandbuch und Herstellerhinweise gelten für das konkrete Arbeitsmittel.
Sichere Alternativen: Einen Kraftfluss auf Karton mit Pfeilen zeigen, Holzschnittpunkte mit Papierstreifen simulieren, ein CAD-Modell drehen oder eine Verschnittberechnung am Bildschirm durchführen. Auch bei beaufsichtigtem Modellbau gilt: Erst Spannung und Schneidweg sichern, dann das Werkzeug benutzen. Niemals ein instabiles Modell als tragfähigen Dachstuhl ausgeben.
Was eine Qualitätsprüfung umfasst
Kontrolliere Maße, Winkligkeit, geeignete Verbindung, nachvollziehbare Befestigung, unbeschädigtes Holz, Feuchteschutz, Kennzeichnung und Vollständigkeit der Dokumentation. Das Prüfmaß muss zur Zeichnung und zur vereinbarten Toleranz gehören; eine im Unterricht gewählte Modell-Toleranz ist keine allgemeingültige Baunorm. Zu jedem Fehler gehören Ursache, Konsequenz und Korrekturmaßnahme. Beispiele: Die erste Markierung wurde von der falschen Bezugskante gemessen; Holz wurde verdreht gelagert; die Schnittfuge wurde nicht eingeplant; ein Verbindungselement riss den Rand auf.
Vollständig erläutertes Praxisprojekt: Nicht tragender Holzrahmen
Auftrag, Skizze und Sicherheitsrahmen
Fiktiver Auftrag: Stelle in einer beaufsichtigten Ausbildungswerkstatt einen rechteckigen, nicht tragenden Demonstrationsrahmen her, der später in der Klasse den Unterschied zwischen Rechteckform und ausgesteiftem Rahmen sichtbar macht. Außenmaß: 600 mm × 400 mm. Für den umlaufenden Rahmen ist ein Holzquerschnitt von 40 mm × 60 mm vorgegeben; die 40-mm-Seite liegt in der Rahmenebene. Eine eingelegte diagonale Modellstrebe erhält den Querschnitt 20 mm × 15 mm. Eine echte Dachkonstruktion, tragende Wand oder Absturzsicherung darf daraus nicht abgeleitet werden. Verbindungen und Befestigungsmittel werden von der ausbildenden Fachperson für das Modell festgelegt.
Skizzenbeschreibung: Oben und unten liegt je ein waagerechtes 600-mm-Holz. Dazwischen sitzen links und rechts zwei senkrechte Hölzer. Der innere freie Ausschnitt ist 520 mm breit und 320 mm hoch. Eine dünne Modellstrebe läuft schräg durch die Öffnung. Zeichne Vorderansicht, Außenmaße, Bauteilnummern H1 bis H5 und deine geplante Verbindungsart. Für einen bloßen Unterrichtsversuch darf die Strebe auch ein spannbarer Kartonstreifen sein.
Berechnung der Maße, Mengen und des Verschnitts
Längenberechnung: Die beiden waagerechten Hölzer H1 und H2 sind jeweils 600 mm lang. Die senkrechten H3 und H4 liegen dazwischen und messen daher je 400 − 2 × 40 = 320 mm. Für das Rahmenholz benötigst du somit 2 × 600 + 2 × 320 = 1.840 mm = 1,840 m. Der freie Innenraum misst 600 − 2 × 40 = 520 mm in der Breite und 320 mm in der Höhe.
Diagonale als geometrisches Lehrmodell: Nach dem Satz des Pythagoras ergibt sich für die lichte Öffnung d = √(520² + 320²) mm = √372.800 mm² = etwa 610,6 mm. Die Modellstrebe wird zunächst mit einer Bearbeitungszugabe vorbereitet; ihre endgültigen Anschlüsse und ihre Schnittlänge werden am realen Modell angepasst. Die berechnete Diagonale stellt keine statische Bemessung dar.
Volumen: Rahmenhölzer 1,840 m × 0,040 m × 0,060 m = 0,004416 m³. Für eine endgültig 0,611 m lange Strebe: 0,611 m × 0,020 m × 0,015 m = 0,0001833 m³. Netto eingebaut: rund 0,00460 m³ ohne Verbindungsmittel und ohne Verschnitt.
Bestell- und Verschnittbeispiel: Angenommen, ein 2.400-mm-Rahmenholz ist verfügbar und jede der vier Trennschnitte verbraucht im Modell rechnerisch 3 mm. Dann bleiben 2.400 − 1.840 − 4 × 3 = 548 mm unverarbeitetes Restholz. Die Restlänge ist wiederzuverwenden, sofern Qualität und Maße passen. Aus 1.000 mm Strebenholz mit einem Trennschnitt von 3 mm bleiben bei einer 611-mm-Strebe 386 mm Rest. Diese Schnittfuge ist nur eine ausdrücklich angenommene Rechengröße; das tatsächliche Werkzeug und der Zuschnittplan entscheiden.
Fiktiver Materialkostenvergleich: 2,4 m Rahmenholz zu angenommen 3,80 € je Meter = 9,12 €. Ein Meter Strebenholz zu angenommen 1,20 € = 1,20 €. Beispielhafte Verbindungsmittel: 2,40 €. Summe 12,72 € ohne Arbeitszeit, Steuerbetrachtung und Gemeinkosten. Diese Zahlen sind Übungswerte, keine aktuellen Marktpreise oder verbindlichen Angebote. Prüfe vor dem Kauf, ob passende Reststücke die Bestellung reduzieren.
| Bauteil | Anzahl | Querschnitt | Einzellänge | Funktion |
|---|---|---|---|---|
| H1 und H2 | 2 | 40 × 60 mm | 600 mm | oberer und unterer Riegel |
| H3 und H4 | 2 | 40 × 60 mm | 320 mm | senkrechte Rahmenteile |
| H5 | 1 | 20 × 15 mm | etwa 611 mm nach Anpassung | diagonale Modellstrebe |
Arbeitsplan mit Verantwortung und Prüfpunkten
- Auftrag analysieren: Außenmaße, Einsatz als Lehrmodell, Material und Schnittfuge auf dem Auftragsblatt festhalten. Prüfpunkt: offener Auftrag und klare Sicherheitsgrenze.
- Arbeitsplatz vorbereiten: Fachliche Freigabe einholen, Unterweisung, geeignete Werkbank und Werkstückspannung überprüfen; alternativ alle Teile aus Karton fertigen. Prüfpunkt: keine Gefahr durch Höhe, lose Werkstücke oder unzulässige Maschinen.
- Aufmaß und Zeichnung: Skizze in 1:10 erstellen und von den wirklichen Sollmaßen aus bemaßen. Prüfpunkt: 60 mm auf der Skizze entsprechen 600 mm real.
- Holzliste und Zuschnittplan: H1 bis H5 kennzeichnen, Maße samt Schnittfugen eintragen, geeignete Qualität und Holzfeuchte nach Auftrag prüfen. Prüfpunkt: Teile und Reststücke passen rechnerisch zum Ausgangsmaterial.
- Bearbeiten: Nach Ausbilderfreigabe anreißen, sichere Modellteile ablängen und Kanten prüfen; für eigenständiges Üben Papierstreifen verwenden. Prüfpunkt: Schnittlinien und Anschlagflächen stimmen.
- Zusammenfügen: Ausbilderseitig ausgewählte Modellverbindungen nutzen und Strebe passend einbauen; niemals eigene statische Schraubenbemessung vornehmen. Prüfpunkt: Verbindung ist sichtbar, wiederholbar und unbeschädigt.
- Prüfen und dokumentieren: Maße, beide Rechteckdiagonalen, Fugen, Kennzeichnung, Reststücke und Sicherheit protokollieren. Prüfpunkt: Kriterienraster erfüllt oder Abweichung erläutert.
- Reflektieren: Materialverbrauch, Wiederverwendbarkeit, Zusammenarbeit und mögliche Fehler beurteilen; Lernnachweis ohne personenbezogene Daten einreichen. Prüfpunkt: Verbesserungsvorschlag ist konkret und prüfbar.
Prüfbares Arbeitsergebnis: ein nicht tragender Modellrahmen oder eine maßhaltige Karton-/CAD-Simulation, eine bemaßte Zeichnung, eine Holzliste mit Rechenweg, ein Arbeitsplan, ein Messprotokoll und ein kurzes Reflexionsblatt. Bei den Modellmaßen 600 × 400 mm beträgt die rechnerische äußere Rechteckdiagonale √(600² + 400²) = etwa 721,1 mm. Messe beide äußeren Diagonalen: Bei einem ebenen rechteckigen Modell sollten sie näherungsweise übereinstimmen. Eine bloße Diagonalgleichheit beweist aber noch keine baupraktische Tragfähigkeit.
| Kriterium | Punkte | Prüfnachweis |
|---|---|---|
| Auftragsanalyse und Sicherheitsentscheidung | 0–4 | Vorgaben, Aufsicht, sichere Alternative und offene Fragen dokumentiert |
| Zeichnung und Berechnung | 0–4 | Außenmaße, Innenmaße, Diagonalen, Volumen und Einheiten richtig |
| Holz- und Materialauswahl | 0–4 | Eignung, Feuchte, Reststücke und Wirtschaftlichkeit begründet |
| Fertigung oder Simulation | 0–4 | Modell nach Skizze, nachvollziehbare Passung, keine riskante Handlung |
| Qualitätskontrolle und Reflexion | 0–4 | Soll-Ist-Werte, Fehlerkorrektur und Nachhaltigkeitsbewertung |
| Gesamt | 20 | 16–20 sehr gut erfüllt; 12–15 erfüllt; 8–11 teilweise; 0–7 Überarbeitung nötig |
Transparente Unterrichtstoleranzen nur für dieses Modell: äußere Länge 600 ± 2 mm, Höhe 400 ± 2 mm, Differenz der beiden äußeren Diagonalmessungen höchstens 3 mm, keine offenen gesplitterten Holzränder, erkennbare Aussteifung, saubere Dokumentation. Bei Karton genügt eine digital überprüfbare Simulation mit denselben Sollmaßen. Toleranzen und Punkte sind didaktisch vereinbart und dürfen nicht als statische oder normative Abnahmekriterien für ein echtes Dachwerk verwendet werden.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Fachwissen anwenden
Wofür dient die Pfette im typischen Pfettendach? (Sie unterstützt Sparren und leitet deren Einwirkungen in die vorgesehene Unterkonstruktion weiter) (!Sie bildet grundsätzlich die wasserführende Dachhaut) (!Sie ersetzt jede notwendige Aussteifung) (!Sie liegt immer senkrecht zum Dachfirst)
Welche Aussage über den Aufbau eines Baumstamms trifft zu? (Das Kambium ist für die Bildung neuer Zellen und damit für das Dickenwachstum wesentlich) (!Die Borke bildet die statisch nachgewiesene Holzfestigkeitsklasse) (!Das Mark bildet die äußere Schutzschicht des Stamms) (!Jeder Jahresring besitzt bei allen Bäumen dieselbe Breite)
Wie wird die Holzfeuchte üblicherweise als Massenverhältnis angegeben? (Als Wassermasse bezogen auf die Masse des trockenen Holzes) (!Als Wassermasse bezogen auf das Volumen des Raums) (!Als Luftfeuchtigkeit bezogen auf die Raumtemperatur) (!Als Masse der Rinde bezogen auf die feuchte Holzmasse)
Was ist eine sinnvolle vorbeugende Holzschutzmaßnahme? (Wasseransammlungen vermeiden und ein geeignetes Austrocknen ermöglichen) (!Jede Holzfläche unabhängig vom Einsatzort chemisch tränken) (!Nasses Holz dauerhaft luftdicht einpacken) (!Wasser über offene Hirnholzflächen in die Verbindung leiten)
Welche Aussage gilt für die Auswahl von tragendem Bauholz? (Für die vorgesehene Verwendung sind geeignete Produktnachweise und Planvorgaben zu prüfen) (!Alle Hölzer mit gleichem Farbton besitzen dieselbe Festigkeit) (!Ein großer Querschnitt macht eine Holzsortierung grundsätzlich überflüssig) (!Die Zahl sichtbarer Jahresringe ersetzt jeden Produktnachweis)
Was beschreibt eine Schlitz-Zapfen-Verbindung? (Ein geformter Holzvorsprung greift in eine passende Ausnehmung) (!Zwei Hölzer werden nur mit Farbe verbunden) (!Eine Dachbahn wird auf einen Balken geklebt) (!Eine Schraube ersetzt ausnahmslos alle übrigen Verbindungsteile)
Wie lang ist jedes senkrechte Zwischenholz eines Modells mit 400 mm Außenhöhe und 40 mm breiten oberen und unteren Riegeln? (320 mm) (!400 mm) (!360 mm) (!480 mm)
Welches Volumen hat ein gerades Holzstück mit 2 m Länge und 40 mm mal 60 mm Querschnitt? (0,0048 Kubikmeter) (!0,048 Kubikmeter) (!0,00048 Kubikmeter) (!0,48 Kubikmeter)
Welche Prüfung hilft bei einem rechteckigen, ebenen Lehrrahmen die Winkligkeit zu beurteilen? (Die beiden äußeren Diagonalen messen und miteinander vergleichen) (!Nur die Farbe der Stirnseiten vergleichen) (!Nur die Länge einer beliebigen Schraube bestimmen) (!Nur das Gewicht des unmontierten Holzes messen)
Wie darf ein Auszubildender eine gefährliche Holzbearbeitungsmaschine nutzen? (Nur soweit rechtlich zulässig und nach Unterweisung unter der erforderlichen fachlichen Aufsicht) (!Immer allein nach einmaligem Anschauen eines Videos) (!Ohne Schutzvorrichtung wenn das Werkstück klein ist) (!Auf einem ungesicherten Dach sobald die Maschine elektrisch funktioniert)
Memory: Begriffe und Funktionen
Finde jeweils die passende Bedeutung. Die Kartenpaare verbinden Materialkunde, Holzschutz und Konstruktion.
| Kernholz | Innerer Stammbereich mit häufig veränderter Färbung und artspezifischen Eigenschaften |
| Splintholz | Äußerer Holzbereich mit Leitfunktion im lebenden Baum |
| Kerve | Bearbeitete Auflagerausnehmung an einem Sparren |
| Aussteifung | Konstruktive Maßnahme gegen unerwünschtes seitliches Verschieben oder Verkippen |
| Holzliste | Dokument mit Querschnitten, Längen, Stückzahlen und Bauteilkennungen |
| Abbund | Vorbereitendes Anreißen und Bearbeiten von Holzteilen für die Montage |
Drag-and-drop: Fachgerechter Arbeitsablauf
Ordne den Begriffen die passenden Aufgaben zu. Begründe anschließend einen der Zusammenhänge mündlich.
| Passenden Begriff zuordnen | Beschreibung |
|---|---|
| Aufmaß | Wirkliche Maße und vorhandene Bauteile vor der Planung prüfen |
| Anreißen | Bearbeitungs- und Schnittlinien anhand der Zeichnung übertragen |
| Werkstückspannung | Material gegen Kippen und Verrutschen am Arbeitsplatz sichern |
| Maßkontrolle | Gefertigte Abmessungen mit den Sollwerten vergleichen |
| Verschnittplanung | Aus Rohmaterial passende Zuschnitte mit möglichst nutzbaren Resten aufteilen |
Kreuzwort: Die Sprache des Holzbaus
| Sparren | Wie heißt das schräg liegende Holzglied in vielen geneigten Dachtragwerken? |
| Pfette | Wie heißt das meist firstparallel verlaufende Tragelement unter Sparren? |
| Splint | Wie heißt der äußere leitende Holzbereich des Stamms in verkürzter Fachbezeichnung? |
| Abbund | Wie heißt das vorbereitende Bearbeiten der Hölzer für eine Konstruktion? |
| Verschnitt | Wie heißt das beim Zuschneiden nicht eingebaute Material? |
| Kerve | Wie heißt die örtliche Ausnehmung am Sparrenauflager? |
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Lückentext: Vom Auftrag zur Prüfung
Offene Aufgaben
Leicht
- Holzarten vergleichen: Erstelle eine Bild- und Begriffskarte für Fichte, Kiefer und Eiche; erläutere zwei Unterschiede sowie eine geeignete Verwendung, ohne daraus eine Festigkeitsklasse abzuleiten.
- Stammaufbau zeichnen: Beschrifte auf Papier Rinde, Kambium, Splintholz, Kernholz und Mark. Beschreibe zwei Aufgaben der Bereiche.
- Feuchte erklären: Berechne die Holzfeuchte für 1.150 g feuchtes und 1.000 g trockenes Holz; erkläre, was mit Quellung und Schwindung gemeint ist.
- Sicherheitskarte erstellen: Zeichne fünf Warn- und Schutzsituationen beim Modellbau und formuliere jeweils eine sichere Verhaltensregel.
Standard
- Rahmen zeichnen: Erstelle eine bemaßte Zeichnung des 600-mal-400-mm-Modellrahmens im Maßstab 1:10; markiere die 40-mm-Rahmenbreite und die Diagonale.
- Verbindungen vergleichen: Stelle Schlitz und Zapfen, Überblattung und einen Metallverbinder in einer eigenen Tabelle gegenüber; beschreibe Montage, erwartete Beanspruchung und notwendige fachliche Nachweise.
- Fehler an einem Holzanschluss finden: Untersuche eine fiktive Zeichnung mit Wasseransammlung an Hirnholz und schlage zwei konstruktive Verbesserungen vor. Chemische Behandlung nur als fachlich zu prüfende Option besprechen.
- Digitale Holzliste: Erfasse die fünf Modellbauteile in einer anonymen Tabelle mit berechneter Gesamtlänge, Volumen und Bestellmenge; kennzeichne Annahmen für die Schnittfuge.
Schwer
- Lastpfad untersuchen: Zeichne für ein gedachtes Pfettendach die Lastweiterleitung von der Dachdeckung über Sparren und Pfetten bis in die Unterkonstruktion; unterscheide Druck, Zug, Biegung und Windsog qualitativ.
- Zwei Beschaffungsvarianten bewerten: Vergleiche fiktive Angebote hinsichtlich Holzherkunft, Produktnachweis, Lieferweg, Haltbarkeit, Preis und Reststücknutzung. Begründe deine Entscheidung in sechs Sätzen.
- Maßabweichungen diagnostizieren: Nutze einen vorgegebenen Satz falscher Außenmaße und ungleicher Diagonalen; leite mögliche Fehlerquellen beim Anreißen und Fügen ab und entwickle einen sicheren Korrekturplan.
- Lehrprojekt präsentieren: Stelle dein selbst erstelltes Papier-, Karton- oder beaufsichtigtes Holzrahmenmodell mit Zeichnung, Holzliste, Arbeitsplan, Gefährdungscheck und Bewertungsraster in einem fünfminütigen Fachgespräch vor.


Lernkontrolle
Bearbeite mindestens fünf Transferfragen schriftlich; die Lösung wird über Begründungen, Maße und Quellen bewertet, nicht nur über Schlagwörter.
- Materialentscheidung: Zwei Bretter haben 12 % und 26 % gemessene Holzfeuchte; welche zusätzlichen Informationen brauchst du vor einer Verwendung und warum?
- Schadensanalyse: An einem fiktiven Dachanschluss sammelt sich Wasser. Skizziere den Weg der Feuchtigkeit, mögliche Folgen und zwei konstruktive Gegenmaßnahmen.
- Verbindungswahl: Warum darf ein gut passender Zapfen eines Lehrmodells nicht ohne statischen Nachweis als tragender Dachanschluss eingesetzt werden?
- Rechenprüfung: Erkläre die 320-mm-Seitenlängen und die 548-mm-Restlänge des Praxisfalls anhand der jeweiligen Annahmen; ändere dann die Schnittfuge auf 4 mm.
- Sichere Ausführung: Stelle einen Lehrmodell-Arbeitsplan mit Freigabepunkten auf und nenne die Grenzen, ab denen du Fachaufsicht benötigst oder die Arbeit nicht durchführen darfst.
- Beschaffungskritik: Beurteile die Aussage, jedes Holzbauteil sei wegen seiner CO2-Speicherung automatisch nachhaltig, unter Berücksichtigung von Herkunft, Lebensdauer und Entsorgung.
Lernnachweis
Dein persönlicher, datensparsamer Lernnachweis besteht aus (1) einer selbst gezeichneten Auftragsanalyse mit Fragen an die Fachperson, (2) einer bemaßten Zeichnung inklusive Kraftflussskizze, (3) einer überprüften Holzliste mit Rechenweg und Verschnitt, (4) einem Unterweisungs- und Arbeitsplan für das sichere Modellverfahren, (5) einem fotografierten anonymen Lehrmodell oder einer CAD-/Karton-Simulation, (6) einer ausgefüllten Soll-Ist-Tabelle und (7) einer Reflexion über Holzschutz, Kosten und Nachhaltigkeit. Verwende keine Personenbilder, echten Kundenadressen, Betriebsgeheimnisse oder fremden Pläne ohne Erlaubnis. Die Lehrkraft bewertet anhand des 20-Punkte-Rasters im Praxisprojekt und gibt zu jeder Kategorie eine konkrete Rückmeldung.
Du kannst deinen Nachweis in einem Fachgespräch erläutern: Was war der Auftrag? Woher stammen die Maße? Warum ist diese Verbindung im Modell sinnvoll? Was zeigt die Diagonale und was zeigt sie nicht? Wie hast du die Gefährdungen minimiert? Was würdest du beim zweiten Modell verbessern? Ein selbstständiger Bau eines tragenden Dachstuhls ist nicht Teil des Leistungsnachweises.
OER und Wikipedia
Offene und öffentlich zugängliche Fachgrundlagen (Stand der Recherche: Oktober 2026):
- KMK-Rahmenlehrplan Dachdecker/Dachdeckerin, Druckseite 13, Lernfeld 5 – Kompetenzbeschreibung und Zeitrichtwert; keine Übernahme des Normtextes.
- BIBB-Berufsprofil Dachdecker/Dachdeckerin – Berufsprofil, Berufsdauer und Zugang zur Ausbildungsordnung.
- Dachdeckerausbildungsverordnung – aktueller öffentlich zugänglicher Rechtsgrundlagentext; für die Ausbildung gelten die rechtlichen Vorgaben und die Zuständigkeit der Kammer.
- DIN EN 1995-1-1:2026-09 – Verweis auf den veröffentlichten Eurocode 5, nicht auf frei verwendbaren Normvolltext.
- DIN 68800-2:2022-02 – vorbeugender baulicher Holzschutz, Norminhalt nicht kopiert.
- DGUV Regel 101-038 Bauarbeiten und DGUV Regel 100-500 – Sicherheitsorientierung.
- BAuA TRGS 553 Holzstaub – Fassung mit Änderung vom Februar 2025.
- FSC Deutschland: Kennzeichen – unterschiedliche Herkunfts- und Recyclingangaben nachvollziehen.
- Wikipedia: Holzfeuchte und Wikipedia: Zapfenverbindung – frei zugängliche Einstiegserklärungen; überprüfe Spezialfragen an Fachquellen.
- Hessen: Lerngelegenheit zum Aufbau eines Dachstuhls – ergänzende Lernanregung, nicht als aktueller Sicherheitsnachweis.
Wikipedia-Vertiefung in deutscher Sprache:
Geprüfte Abbildungen aus Wikimedia Commons: Bilddateien werden gemäß der jeweiligen Einzeldatei-Lizenz genutzt. Die Nennung der Urheber und der Lizenz ist bei Weiterverwendung zu erhalten; bei Änderungen sind die jeweiligen Lizenzbedingungen zu beachten.
| Datei | Geprüfte Quelle | Urheber | Lizenznachweis |
|---|---|---|---|
| File:Jahresringe.JPG | Commons-Dateiseite | 4028mdk09 | CC BY-SA 3.0 |
| File:Holzfeuchtemessung.jpg | Commons-Dateiseite | HansESchmidt | CC0 1.0 |
| File:L-Dachstuhl.png | Commons-Dateiseite | Otto Lueger, Grafik von 1904 | Gemeinfrei, Public Domain Mark |
| File:Timber roof truss, roof construction, town hall Duderstadt 01.jpg | Commons-Dateiseite | Nemracc | CC BY-SA 4.0 |
| File:Schlitz Zapfen Falz.JPG | Commons-Dateiseite | F. Broer | CC BY-SA 3.0 |
| File:Fachwerk Abbund.jpg | Commons-Dateiseite | Georg Hefter | CC BY-SA 4.0 |
Fachvideos und Rechtehinweise: SWR Handwerkskunst – Wie man einen Dachstuhl zimmert, Urheber/Produzent Südwestrundfunk, Plattform-Urheberrecht und YouTube-Nutzungsbedingungen; Heiko Rech – Holzfeuchte Teil 1, Urheber Heiko Rech/Kurswerkstatt-Saar, Plattform-Urheberrecht und Vimeo-Nutzungsbedingungen. Diese Videos sind keine als OER lizenzierte Wiederveröffentlichung. Verlinken oder zulässig einbetten, nicht kopieren, herunterladen oder neu hochladen. Für die konkrete Praxis gelten stets die aktuell freigegebenen Unterlagen.
Verknüpfte Lernbereiche
Anschlussprojekte: (1) Vergleiche ein Sparren- und ein Pfettendach anhand selbst erstellter Kraftflussskizzen; (2) gestalte eine Ausstellung mit drei sicheren Karton-Holzverbindungsmodellen; (3) entwickle einen wiederverwendbaren Zuschnittrechner für Modellhölzer; (4) erstelle eine anonyme Fehlerdatenbank mit Fotos eigener Lehrmodelle und begründeten Korrekturen. Verknüpfe die Ergebnisse mit den Lernfeldern Dachdeckungen, Unterkonstruktionen, Baustellenorganisation und Bauwerksabdichtung. Ein solcher Kurs ergänzt die Ausbildung, ersetzt aber weder betriebliche Unterweisung noch Kammerprüfung oder amtliche Anerkennung.
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