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Hieroglyphen und Bildsprache - Kunst

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Hieroglyphen und Bildsprache - Kunst



Hieroglyphen und Bildsprache - Kunst


Einleitung

Hieroglyphen sind zugleich Schriftzeichen und gestaltete Bilder. Im Alten Ägypten verbanden sie Sprache, Kunst, Religion und Macht. Dieser aiMOOC zeigt Dir, wie die Zeichen funktionieren, wie ägyptische Bilder aufgebaut sind und wie Du selbst eine verständliche Bildsprache entwickeln kannst.

Zielgruppe: Schule, besonders Klassen 5 bis 8 Fächer: Kunst, Geschichte, Deutsch und Medienbildung


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du:

  1. Hieroglyphen als Schrift- und Bildzeichen erklären.
  2. Phonogramm, Logogramm und Determinativ unterscheiden.
  3. die Leserichtung einer Inschrift bestimmen.
  4. wichtige Mittel der ägyptischen Bildsprache erkennen.
  5. ein Bild mit Registern, Symbolen und klarer Ordnung untersuchen.
  6. eine eigene Bildbotschaft entwerfen und begründen.


Hieroglyphen als Schrift und Kunst

Die ägyptische Hieroglyphenschrift entstand gegen Ende des 4. Jahrtausends v. Chr. Sie wurde auf Tempeln, Gräbern, Stelen, Kunstwerken und Alltagsgegenständen verwendet. Auf Papyrus schrieb man häufig mit vereinfachten Schriftformen.


Bilder, Laute und Bedeutungen

Ein Zeichen konnte verschiedene Aufgaben haben:

  1. Phonogramm: Es steht für einen Laut oder eine Lautfolge.
  2. Logogramm: Es steht für ein ganzes Wort oder einen Begriff.
  3. Determinativ: Es wird nicht gesprochen, sondern grenzt die Bedeutung eines Wortes ein.

Die Zeichen bilden deshalb kein einfaches Bilderalphabet. Viele Wörter bestehen aus mehreren Lautzeichen und einem zusätzlichen Bedeutungshinweis. Vokale wurden meist nicht geschrieben.

Beispiel: Ein Vogel kann als Bild einen Vogel meinen, als Lautzeichen verwendet werden oder den Bedeutungsbereich eines Wortes näher bestimmen.


Wo und wie wurde gestaltet?

In Stein gemeißelte Zeichen wirken dauerhaft und feierlich. Gemalte Zeichen konnten farbig und detailreich sein. Die Form wurde an die Fläche angepasst: Schreiber und Künstler ordneten Zeichen zu kompakten Gruppen, damit Zeilen und Spalten ruhig und ausgewogen erscheinen.


Bildsprache im Alten Ägypten

Ägyptische Kunst wollte nicht nur einen flüchtigen Augenblick zeigen. Sie sollte Personen, Handlungen, Rang und religiöse Vorstellungen möglichst eindeutig darstellen. Dafür wurden wiedererkennbare Regeln genutzt.


Klare Bildordnung

  1. Register teilen eine Darstellung in waagerechte Bildzonen.
  2. Die Bedeutungsperspektive zeigt besonders wichtige Personen größer als andere.
  3. Bei der zusammengesetzten Ansicht erscheinen Kopf und Beine häufig im Profil, Auge und Oberkörper dagegen von vorn.
  4. Wiederholungen machen Gruppen, Bewegungen und Abläufe sichtbar.
  5. Attribute wie Krone, Stab oder Tierkopf kennzeichnen Herrschende und Gottheiten.

Diese Regeln waren keine zufälligen Fehler. Sie halfen dabei, wichtige Merkmale klar und dauerhaft sichtbar zu machen.


Symbole und Farbe

Ein Symbol verweist über seine sichtbare Form hinaus auf eine Bedeutung. Das Horusauge konnte Schutz und Heilung ausdrücken. Der Anch stand für Leben. Eine Kartusche umrahmte den Namen eines Königs oder einer Königin.

Auch Farben konnten sinnbildlich wirken. Grün konnte mit Wachstum, Schwarz mit fruchtbarem Nilschlamm und Wiedergeburt verbunden sein. Die genaue Bedeutung hängt jedoch immer vom Zusammenhang ab.

Bildbeobachtung: Suche auf dem Papyrus nach Figuren, Zeichen, Größenunterschieden, Farben und Blickrichtungen. Überlege, wie Text und Bild gemeinsam eine Geschichte erzählen.


Hieroglyphen lesen lernen


Leserichtung

Hieroglyphen können von links nach rechts, von rechts nach links oder in Spalten gelesen werden. Menschen und Tiere blicken gewöhnlich zum Anfang der Zeile. Du liest ihnen also entgegen.

Merksatz: Blicke den dargestellten Lebewesen ins Gesicht und beginne dort.


Der Stein von Rosetta

Der Stein von Rosetta trägt denselben Erlass in drei Schriftformen: Hieroglyphen, Demotisch und Altgriechisch. Er wurde 1799 gefunden. Der Vergleich der Texte half bei der Entzifferung der Hieroglyphen.

Jean-François Champollion stellte 1822 entscheidende Ergebnisse vor. Dabei nutzte er unter anderem Namen in Kartuschen und seine Kenntnisse der koptischen Sprache.


Vergleich mit heutiger Bildsprache

Auch heute verbinden wir Bilder und Bedeutungen: in Piktogrammen, Verkehrszeichen, Emojis, Logos, Comics und Apps. Trotzdem sind Emojis keine Hieroglyphenschrift. Sie bilden normalerweise kein vollständiges Sprachsystem mit festen Laut-, Wort- und Grammatikregeln.

Eine gute Bildsprache beantwortet drei Fragen:

  1. Was ist sofort erkennbar?
  2. Welche Bedeutung soll vermittelt werden?
  3. Verstehen verschiedene Personen das Zeichen ähnlich?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was sind ägyptische Hieroglyphen? (Schriftzeichen mit bildhafter Gestaltung) (!Nur Schmuckformen ohne Bedeutung) (!Nur Zahlenzeichen) (!Nur religiöse Gemälde)




Welche Aufgabe hat ein Phonogramm? (Es gibt einen Laut oder eine Lautfolge wieder) (!Es zeigt nur die Farbe eines Bildes) (!Es trennt zwei Register) (!Es kennzeichnet ausschließlich Könige)




Was macht ein Determinativ? (Es grenzt den Bedeutungsbereich eines Wortes ein) (!Es spricht jeden Vokal aus) (!Es ersetzt immer einen ganzen Satz) (!Es gibt die Leserichtung durch eine Zahl an)




Wie findest Du häufig den Anfang einer Hieroglyphenzeile? (Du beginnst dort, wohin Menschen und Tiere blicken) (!Du beginnst immer unten rechts) (!Du beginnst immer beim größten Zeichen) (!Du beginnst immer in der Mitte)




Was umrahmt eine Kartusche meist? (Den Namen einer königlichen Person) (!Eine Landschaft) (!Eine Farbmischung) (!Eine Werkzeugliste)




Was bedeutet Bedeutungsgröße? (Wichtige Figuren werden größer dargestellt) (!Nahe Figuren werden immer heller dargestellt) (!Alle Figuren sind gleich groß) (!Kleine Figuren stehen immer im Vordergrund)




Was ist ein Register in einem ägyptischen Bild? (Eine waagerechte Bildzone) (!Ein einzelner Farbpunkt) (!Eine Schriftrolle ohne Bilder) (!Ein Werkzeug zum Meißeln)




Warum war der Stein von Rosetta für die Forschung wichtig? (Er enthielt denselben Text in verschiedenen Schriftformen) (!Er zeigte das erste Farbrad) (!Er war die Krone eines Pharaos) (!Er enthielt nur Tierbilder)




Wer stellte 1822 wichtige Ergebnisse zur Entzifferung vor? (Jean-François Champollion) (!Leonardo da Vinci) (!Vincent van Gogh) (!Johannes Gutenberg)




Was haben Hieroglyphen und moderne Piktogramme gemeinsam? (Beide vermitteln Bedeutungen durch gestaltete Zeichen) (!Beide schreiben immer alle Vokale aus) (!Beide stammen aus dem Alten Ägypten) (!Beide dürfen nur in Tempeln verwendet werden)





Memory

Kartusche Rahmen um Königsnamen
Phonogramm Lautzeichen
Determinativ Bedeutungshinweis
Register Waagerechte Bildzone
Papyrus Beschreibstoff aus Pflanzenfasern
Bedeutungsgröße Größe zeigt Rang
Rosettastein Dreischriftige Inschrift
Champollion Entzifferer





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Erklärung
Phonogramm steht für einen Laut oder eine Lautfolge
Logogramm steht für ein ganzes Wort
Determinativ kennzeichnet einen Bedeutungsbereich
Kartusche umrahmt einen königlichen Namen
Register ordnet eine Darstellung in Bildzonen
Bedeutungsperspektive zeigt wichtige Personen größer






Kreuzworträtsel

Kartusche Wie heißt der ovale Rahmen um einen königlichen Namen?
Papyrus Welcher pflanzliche Beschreibstoff wurde im Alten Ägypten verwendet?
Register Wie heißt eine waagerechte Bildzone?
Champollion Welcher Forscher stellte 1822 wichtige Ergebnisse zur Entzifferung vor?
Rosetta Welcher Ortsname gehört zu dem berühmten dreischriftigen Stein?
Determinativ Wie heißt ein nicht gesprochenes Zeichen zur Eingrenzung der Wortbedeutung?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Hieroglyphen verbinden Schrift und

. Ein

gibt einen Laut oder eine Lautfolge wieder. Ein

grenzt die Bedeutung eines Wortes ein. Menschen und Tiere blicken häufig zum

. Eine

umrahmt meist einen königlichen Namen. Waagerechte Bildzonen heißen

. Bei der

erscheinen wichtige Personen größer. Der Stein von

enthielt denselben Erlass in verschiedenen Schriftformen. Jean-François

stellte 1822 wichtige Ergebnisse zur Entzifferung vor. Moderne Piktogramme gehören ebenfalls zur

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Symbolkarte: Zeichne sechs einfache Zeichen für Deinen Schulalltag und notiere ihre Bedeutung.
  2. Leserichtung: Wähle eine Hieroglyphenabbildung und markiere, wo die Zeile beginnt.
  3. Kartusche gestalten: Entwirf eine dekorative Namenskartusche und kennzeichne, welche Zeichen nur gestaltet und welche tatsächlich recherchiert sind.
  4. Farbsymbolik: Erstelle vier Farbfelder und ordne jeder Farbe eine selbst gewählte Bedeutung zu.


Standard

  1. Bildanalyse: Untersuche die Darstellung der Herzwägung nach Figuren, Blickrichtungen, Größen, Farben und Zeichen.
  2. Relief: Gestalte aus Karton oder Ton eine Bildtafel mit erhöhten und vertieften Formen.
  3. Zeichenvergleich: Vergleiche eine Hieroglyphe, ein Piktogramm und ein Emoji nach Form, Bedeutung und Verwendung.
  4. Museumsbeschriftung: Schreibe ein kurzes Museumsschild zur Narmer-Palette oder zum Stein von Rosetta.


Schwer

  1. Bilderzählung: Erzähle ein Ereignis aus Deinem Schulalltag in drei Registern ohne Sprechblasen.
  2. Geheimschrift: Entwickle ein System aus Lautzeichen, Wortzeichen und Bedeutungshinweisen und teste es mit einer anderen Person.
  3. Quellenkritik: Prüfe eine verbreitete Hieroglyphen-Alphabet-Tabelle und erkläre, warum sie das echte Schriftsystem nur vereinfacht.
  4. Ausstellungskonzept: Plane eine kleine Klassenraum-Ausstellung mit Originalabbildungen, eigenen Werken und erklärenden Texten.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Zeichensystem entwickeln: Entwirf fünf Schulzeichen. Lass sie von mehreren Personen deuten und verbessere missverständliche Formen.
  2. Bildhierarchie untersuchen: Vergleiche die Bedeutungsgröße in einem ägyptischen Kunstwerk mit Größenunterschieden in Werbung, Comics oder Computerspielen.
  3. Text-Bild-Beziehung: Analysiere ein modernes Plakat. Erkläre, welche Informationen nur das Bild, nur der Text und beide gemeinsam vermitteln.
  4. Emoji und Hieroglyphe: Beurteile die Aussage „Emojis sind moderne Hieroglyphen“ mit mindestens zwei Gemeinsamkeiten und zwei Unterschieden.
  5. Fragment rekonstruieren: Erhalte nur einen Ausschnitt einer Bildtafel und entwickle mehrere begründete Deutungen für den fehlenden Zusammenhang.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du:

  1. die drei Zeichenfunktionen Phonogramm, Logogramm und Determinativ sicher unterscheiden.
  2. die Leserichtung einer einfachen Inschrift begründen.
  3. Register, Bedeutungsperspektive, zusammengesetzte Ansicht und Symbol an einem Bild erklären.
  4. das Zusammenspiel von Schrift und Bild analysieren.
  5. eine eigene Bildsprache gestalten und deren Verständlichkeit überprüfen.
  6. zwischen gesicherten Informationen, Vermutungen und modernen Vereinfachungen unterscheiden.




OERs zum Thema

Freie Bilder zu ägyptischen Hieroglyphen auf Wikimedia Commons

Freie Bilder zur Kunst des Alten Ägypten auf Wikimedia Commons



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