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Haare dauerhaft umformen - Friseur - LF 7

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Haare dauerhaft umformen - Friseur - LF 7

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Einleitung

Wie wird aus einem Wunsch nach dauerhaften Wellen eine fachlich begründete, sichere und wirtschaftliche Friseurdienstleistung? In diesem aiMOOC lernst du, einen Auftrag vollständig zu bearbeiten: informieren, analysieren, planen, entscheiden, kontrolliert ausführen, beurteilen, beraten und dokumentieren. Im Mittelpunkt steht die dauerhafte Haarumformung, nicht die nur vorübergehende Umformung mit Föhn oder Lockenstab.

Der Kurs orientiert sich am KMK-Lernfeld 7 „Haare dauerhaft umformen“ im zweiten Ausbildungsjahr (Zeitrichtwert 60 Unterrichtsstunden; KMK-Fassung vom 10.06.2022, PDF-Seite 15). Dazu gehören Haar- und Kopfhautdiagnose, Kundenberatung, Haarchemie, Präparateauswahl, Mischungsrechnung, Wickeltechniken und Behandlungsplanung sowie Gesundheitsschutz, Nachbehandlung, Reklamationen, Kalkulation, Nachhaltigkeit und digitale Dokumentation. Die bundesrechtliche Friseur-Ausbildungsordnung ist in der Fassung mit Änderungen bis 2022 zu berücksichtigen; maßgeblich sind daneben der Landeslehrplan, der betriebliche Ausbildungsplan und Vorgaben der zuständigen Handwerkskammer.

Sicherheitsgrenze: Alle Aufgaben zur Chemie und zum Wickeln sind auch ohne Chemikalien lösbar. Verwende beim Üben zunächst Wasser, Papier, Zeichnungen oder einen Übungskopf. Eine echte chemische Behandlung darfst du nur mit Freigabe und unter unmittelbarer fachkundiger Aufsicht im Ausbildungsbetrieb, nach Gefährdungsbeurteilung, geeigneter Schutzausrüstung und mit dem aktuell gültigen Herstellerprotokoll durchführen. Bei Unsicherheit wird die Behandlung nicht begonnen. Dieser Kurs ist kein Produktdatenblatt und keine Prüfungszulassung.


Kundenauftrag, Beratung und Haaranalyse


Den Wunsch als überprüfbaren Auftrag erfassen

Frage nicht nur „Locken oder Wellen?“, sondern auch nach gewünschtem Volumen, Lockendurchmesser, Haarlänge, Zeitbudget für das tägliche Styling, bisherigen chemischen Behandlungen und Pflegegewohnheiten. Ein Beratungsziel könnte lauten: „Weiche, gleichmäßig fallende Wellen, die mit wenig Hitze gepflegt werden können.“ Halte fest, woran die Kundschaft später erkennt, dass das Ergebnis stimmt. Beschreibe Grenzen ehrlich: Dauerhaft chemisch umgeformtes Haar wächst mit unveränderter Naturstruktur nach, während der behandelte Bereich allmählich an Formwirkung verlieren kann. Ohne geeignete Haarqualität gibt es kein Versprechen eines bestimmten Lockenergebnisses.

Vergleiche die Zielfrisur mit der vorhandenen Haarlänge und Fallrichtung. Eine Fotovorlage kann hilfreich sein, ersetzt aber weder Beratung noch Einwilligung in eine Fotoaufnahme. Für Unterrichtsfälle nutze eigene Skizzen und fiktive Fälle statt echter Kundendaten.


Haar, Kopfhaut und Eignung prüfen

Eine fachliche Haar- und Kopfhautdiagnose beschreibt mindestens Haarstärke, Struktur, sichtbare Vorschädigungen, Porosität, Dehnbarkeit, frühere Färbung/Blondierung und den Zustand der Kopfhaut. Porosität bedeutet hier, wie leicht Haar unter anderem Wasser aufnehmen kann. Saugfähigkeit ist die aufgenommene Flüssigkeitsmenge; Kapillarität beschreibt das Eindringen beziehungsweise Weiterleiten von Flüssigkeit in feine Zwischenräume. Dehnbarkeit beschreibt, wie weit eine Haarfaser unter Zug nachgibt; ungewöhnlich geringe Rückstellung oder starke Brüchigkeit ist ein Warnzeichen. Befunde sind keine Ferndiagnosen und werden nicht aus einer einzelnen Haarprobe sicher abgeleitet.

Beobachtung Fachliche Bedeutung Sichere Entscheidung
Gleichmäßige, ausreichend widerstandsfähige Haarstruktur Voraussetzung für eine begründet auswählbare Behandlung Hersteller-Eignungskriterien und Vorgeschichte prüfen
Sehr poröse, mehrfach aufgehellte oder brüchige Partien Erhöhtes Risiko ungleichmäßiger Umformung und weiterer Schädigung Fachkundige Beurteilung; gegebenenfalls ablehnen und schonende Alternative anbieten
Gerötete, verletzte, auffällig gereizte Kopfhaut Mögliche Unverträglichkeit oder behandlungsbedürftige Veränderung Keine chemische Umformung auf gereizter Kopfhaut; gegebenenfalls medizinisch abklären lassen
Unklare frühere chemische Behandlung Wechselwirkungen oder Vorschädigung sind nicht sicher beurteilbar Zunächst Historie klären; keine Erprobung auf Verdacht

Typischer Fehler: Der Wunsch wird als Beweis der Eignung behandelt. Besser: Ein nachvollziehbarer Befund begründet die Produktauswahl oder ein begründetes „Nein“. Eine Unverträglichkeit darf nicht durch selbst erfundene „Verträglichkeitstests“ abgeklärt werden. Verbindlich sind die einschlägigen Produktangaben, betrieblichen Schutzmaßnahmen und fachliche Entscheidung.

Haarfaser mit Schuppenschicht (Cuticula), Faserschicht (Cortex) und Markbereich (Medulla); englisch beschriftete Fachgrafik. Quelle und Lizenz siehe Mediennachweise.

Schematische Querschnitte verschiedener Haarstrukturen. Die Grafik veranschaulicht Formen, erlaubt aber keine zuverlässige Diagnose oder Aussage über eine Person allein aus der Haarform.


Haaraufbau und chemische Grundlagen


Warum lässt sich Haarkeratin dauerhaft umformen?

Die äußere Cuticula besteht aus dachziegelartig angeordneten Schuppen. Darunter liegt der Cortex als wesentlicher Bereich für Festigkeit, Pigmente und chemische Umformung. Keratin besteht aus langen Proteinketten. Ein Teil ihres Zusammenhalts entsteht durch Disulfidbrücken zwischen schwefelhaltigen Aminosäurebausteinen. Im Vergleich dazu reagieren Wasserstoffbrücken stärker auf Feuchtigkeit und Wärme: Deshalb ist Föhnen allein keine dauerhafte Haarumformung.

Ein Reduktionsmittel im dafür vorgesehenen Wellpräparat verändert einen Teil der Disulfidverbindungen. Das Haar wird in der mechanisch vorgegebenen Form formbarer. Ein nach Vorgabe eingesetztes Oxidationsmittel in der Fixierung begünstigt die Neubildung stabilisierender Disulfidbindungen. Die neue Form bleibt über Haarwäschen hinweg länger erhalten, ist aber nicht unendlich stabil. Das Haar wird dadurch nicht „gesund repariert“. Unsachgemäßes Arbeiten kann Schäden hinterlassen.

Schematische Disulfidbrücken zwischen Proteinstrukturen, hier als chemisches Strukturmodell; keine Anleitung zum Anmischen von Kosmetika.

Fließdiagramm zur Oxidation bei der Dauerwelle. Lies die Darstellung als Modell des Reaktionsprinzips, nicht als produktspezifische Gebrauchsanweisung.


Inhaltsstoffe, pH-Wert und Einflussfaktoren

Professionelle Wellmittel können beispielsweise Thioglycolate als Reduktionswirkstoffe enthalten; Formulierung und zulässige Anwendung sind produktspezifisch. Die Fixierung kann etwa Wasserstoffperoxid als Oxidationsmittel enthalten. Hilfsstoffe beeinflussen zum Beispiel Benetzung, Stabilität und Handhabung. Ein höherer oder niedrigerer pH-Wert kann die Quellung und Reaktionsbedingungen mitbestimmen. Daraus folgt jedoch keine pauschale Regel „je stärker, desto besser“.

Wichtige Einflussfaktoren sind Haarzustand, bisherige Behandlung, Temperatur, produktabhängige Einwirkzeit, gleichmäßige Sättigung und Wickelspannung. Eine alte Lehrbuchzeit oder allgemeine Prozentangabe darf niemals die aktuelle Herstelleranleitung ersetzen. Die europäische Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 regelt unter anderem bestimmte Inhaltsstoffe und Kennzeichnungen von Haarwellmitteln. Arbeitsschutzmaßnahmen beschreibt die TRGS 530 „Friseurhandwerk“ (April 2023). Bei Unsicherheit zu Inhaltsstoffen: Verpackung, aktuelle Produktinformationen und betriebliche Gefährdungsbeurteilung auswerten und Fachausbilderin oder Fachausbilder fragen.

Denkmodell ohne Chemie: Stelle zwei Papierstreifen mit lösbaren Klettpunkten als „Proteinverbindungen“ dar. Löse einige Punkte, forme die Streifen um einen Stift und befestige die Punkte neu. Das illustriert die Abfolge „Bindungen verändern – umformen – stabilisieren“. Die wirkliche Chemie ist wesentlich komplexer; Klettband simuliert weder Stoffeigenschaften noch Gefahren.


Präparate, Wickelschemata und Mengen berechnen


Technik mit Ziel und Haarlänge begründen

Passée bezeichnet die abgeteilte Haarsträhne für einen Wickler; Spitzenpapier kann das saubere Auflegen der Haarspitzen unterstützen. Wicklerdurchmesser, Haarlänge, Abteilungsform, Wickelrichtung und kontrollierte Spannung beeinflussen die Lockenform. Ein zu kleiner Wickler kann eine unerwünscht starke Kräuselung begünstigen, zu hohe Spannung oder geknickte Spitzen Haarbruch und ungleichmäßige Ergebnisse. Eine klassische Wicklung organisiert gleichmäßige Reihen; eine versetzte Wicklung kann sichtbare Scheitellinien verringern; eine Spiralwicklung wird je nach Haarlänge und Zielbild anders angeordnet. Spezialformen wie Ansatz- oder Huckepackwicklung benötigen eine begründete Eignungsprüfung.

Kundenwunsch Mögliche planerische Wahl Worauf kontrollieren?
Regelmäßiges Volumen Einheitliche Passée-Breiten und begründete Wicklergrößen Saubere Abteilungen, einheitliches Schema
Lockerer, natürlicher Fall An Frisur und Länge angepasste, eher größere Wickler Nicht versehentlich zu enge Locke erzeugen
Keine harte Scheitellinie Versetztes Abteilungsschema Gleichmäßige Abdeckung ohne unkontrollierte Wickelspannung
Deutlich gerichtete Wellen Wickelrichtung im Schema markieren Fallrichtung und Übergänge kontrollieren

Historische Darstellung verschiedener Wickelrichtungen (1934). Ausschließlich zur Analyse des Wickelprinzips: Geräte, Hitze- und Schutzverfahren dieser Zeit sind keine Anleitung für heutige Salonarbeit.

Videobeobachtung: Der deutschsprachige Beitrag „Anleitung Dauerwelle“ zeigt das Wickeln als Anschauungsmaterial. Beobachte Abteilungsführung, Wicklerposition und Haarspitzen; prüfe jede gezeigte Vorgehensweise kritisch anhand heutiger Sicherheitsregeln und des betrieblichen Ausbildungsstandards. Das ältere Video ist ausdrücklich keine aktuelle Chemie- oder Schutzhandschuhanweisung.


Mischungsverhältnisse sicher rechnen

Ein Mischungsverhältnis ist eine Mengenangabe, zum Beispiel 1 Teil Modellkonzentrat zu 4 Teilen Wasser. Es bezeichnet hier ausschließlich eine fiktive, ungefährliche Übungsflüssigkeit – nicht die Verdünnung eines echten Well- oder Fixierpräparats. Bei fünf Teilen Gesamtmenge und 150 ml Zielvolumen gilt: 150 ml : 5 = 30 ml je Teil; Modellkonzentrat = 1 × 30 ml = 30 ml; Wasser = 4 × 30 ml = 120 ml. Gegenprüfung: 30 ml + 120 ml = 150 ml und 30 : 120 = 1 : 4.

Für ein anderes reines Rechenbeispiel mit 2 : 3 und 200 ml Gesamtmenge gilt: 2 + 3 = 5 Teile, ein Teil = 200 : 5 = 40 ml. Die rechnerischen Mengen sind 80 ml und 120 ml. Verwechsle 1 : 4 nicht mit „ein Teil auf insgesamt vier Teile“; das wären unterschiedliche Mengen. Bei echten Produkten werden Konzentrate nur verdünnt, wenn die genaue Produktanweisung dies ausdrücklich vorsieht. Unterschiedliche chemische Produkte niemals selbstständig mischen oder verändern.

Du kannst deinen Rechenweg in einer Tabellenkalkulation kontrollieren: Gesamtmenge / Summe der Verhältniszahlen = Menge je Teil. Kennzeichne Modellzahlen deutlich als Modell, damit sie nicht in einen realen Behandlungsplan übernommen werden.


Behandlung sicher planen, durchführen und abschließen


Vom Arbeitsplatz bis zur Abschlussbehandlung

Ein professioneller Behandlungsplan enthält Freigabe, Zeitfenster, Material, Zuständigkeiten und Kontrollpunkte. Der Arbeitsablauf muss die aktuell freigegebene Herstelleranleitung widerspiegeln, nicht ein allgemeines Internetrezept.

  1. Auftrag und Eignung klären: Haar- und Kopfhautbefund, Wunsch, Vorgeschichte, Alternativen und Zustimmung zur geplanten Dienstleistung fachlich prüfen.
  2. Vorbehandeln: Arbeitsplatz hygienisch vorbereiten und das Haar nur entsprechend dem Produktprotokoll vorbereiten; Schutzkleidung und Handschuhe bereitstellen.
  3. Wickelschema anlegen: Passées, Wicklergrößen, Richtung, Materialbedarf und Zugspannung auf einem Schema begründen; zunächst am Übungskopf mit Wasser proben.
  4. Chemischen Arbeitsschritt nur beaufsichtigt durchführen: Bei echter Behandlung Mittel ausschließlich nach freigegebener Anleitung verwenden, Haut- und Augenkontakt vermeiden, erforderliche Zeiten kontrollieren; niemals spontan stärker dosieren oder länger einwirken lassen.
  5. Zwischenbehandeln und fixieren: Spül-, Abtropf- und Fixierschritte ausschließlich in der produktspezifisch vorgesehenen Abfolge und unter fachkundiger Aufsicht ausführen. Fixierung ist kein optionaler „Extra-Schritt“.
  6. Abschließen: Vorgesehene Nachbehandlung, schonendes Entwirren und Styling; Aussehen, Griff und Gleichmäßigkeit des Ergebnisses prüfen.
  7. Nachbereiten: Hilfsmittel reinigen, verwendbare Materialien sachgerecht aufbereiten, Reststoffe nach betrieblichen Vorgaben entsorgen und Ergebnis dokumentieren.

Bei unerwarteter Reizung, Schmerzen, auffälligem Haarverhalten oder Fehlerverdacht: Arbeit sofort unterbrechen, verantwortliche Fachkraft hinzuziehen und die jeweils geltenden Notfall- und Produktanweisungen befolgen. Nicht durch improvisiertes Nachmischen oder Wiederholen „retten“.


Arbeits-, Gesundheits-, Umwelt- und Datenschutz

Arbeits- und Gesundheitsschutz: Prüfe vor Beginn die betriebliche Gefährdungsbeurteilung, die Betriebsanweisung und die Herstellerangaben. Die TRGS 530 beschreibt Schutzmaßnahmen für Friseurtätigkeiten mit Gefahrstoffen einschließlich Feuchtarbeit und Unterweisung. Die BGW empfiehlt bei Friseurchemikalien geeignete, ungepuderte Chemikalienschutzhandschuhe und einen betrieblich abgestimmten Hautschutzplan. Die BGW erläuterte 2026 die neue DIN EN ISO 374-6 mit besonderen Prüfkriterien für Friseurhandschuhe; Produktkennzeichnung und tatsächliche Eignung sind vor Verwendung zu kontrollieren. Beschäftigte schützen zudem die Kundschaft vor Hautkontakt und führen eine angemessene Arbeitsplatzhygiene durch.

Umwelt und Nachhaltigkeit: Berechne Mengen sorgfältig, bevor Material entnommen wird. Vermeide überschüssiges Produkt, unnötige Einmalartikel und laufendes Wasser. Mehrwegmaterialien nur nach zulässiger Reinigung wiederverwenden. Sammle oder entsorge nicht gebrauchsfähige Chemikalienreste, Verpackungen und kontaminiertes Verbrauchsmaterial nach Produktangaben, betrieblicher Abfalltrennung und örtlichen Entsorgungsvorgaben; nicht eigenmächtig in den Ausguss kippen. Effiziente Terminplanung spart ebenfalls Energie und Ressourcen.

Datenschutz: In einem digitalen Kundenverwaltungssystem nur erforderliche Daten auf geeigneter Rechtsgrundlage erfassen, Zugriffe auf befugte Personen begrenzen und Aufbewahrungs- sowie Löschregeln beachten. Besonders sensible Angaben zum Gesundheitszustand erfordern eine besondere rechtliche Prüfung. Private Messenger, ungeprüfte KI-Tools und persönliche Geräte sind kein automatischer Ersatz für eine freigegebene Salonlösung. Schulungsunterlagen und Beispiele enthalten ausschließlich erfundene Fälle.


Vollständiger Praxisauftrag mit Bewertungsraster


Fiktiver Auftrag und Entscheidung

Fall P7 (vollständig erfunden): Eine Person mit schulterlangem, überwiegend naturbelassenem Haar wünscht sich weiche, gut frisierbare Wellen und möglichst wenig tägliche Hitze. Im Übungsauftrag ist die Kopfhaut unauffällig; eine modellierte Haaranalyse zeigt gleichmäßige Struktur und keine auffällige Brüchigkeit. Diese Ausgangsdaten sind nur vorgegebene Lerninformationen, keine echte Diagnose. Eine ausbildende Fachkraft muss in der Praxis zusätzlich die Eignung eines konkreten Produkts und weitere Befunde überprüfen. Ohne Freigabe lautet die korrekte Entscheidung: nur trockenes bzw. wasserbasiertes Modellwickeln, keine chemische Anwendung.

Arbeitsauftrag: Entwirf einen dokumentierten Behandlungsplan und führe am Übungskopf eine vollständige ungefährliche Wickelsimulation durch. Stelle den fachlichen Ablauf der möglichen späteren Behandlung als beschriftete Prozesskarte dar. Prüfe die Abteilungen, das Kunden-Zielbild und das rechnerische Modell. Eine echte Dauerwelle gehört nicht zur selbstständigen Schülerdurchführung.


Arbeitsplan und prüfbares Ergebnis

Phase Beispielhafte Tätigkeit im Modell Prüfnachweis
Informieren Wunschkarte mit Ziel „weiche Wellen, wenig Hitze“ und Fragen zur Behandlungsgeschichte erstellen Drei relevante Beratungsfragen und zwei realistische Grenzen formuliert
Analysieren Vorgegebene Befundkarte mit Haarstärke, Porosität, Dehnbarkeit und Kopfhautstatus auswerten Eignung nur unter Vorbehalt und mindestens zwei Stoppsignale dokumentiert
Entscheiden Versetzte Abteilung mit begründeter, eher lockerer Wickelwirkung skizzieren Skizze markiert Wickelrichtung, Passées und Kontrollbereiche
Planen Übungskopf, saubere Wickler, Spitzenpapier, Stielkamm, Sprühflasche mit Wasser und Dokumentationsblatt bereitstellen Materialliste vollständig, keine Chemikalien vorgesehen
Modellmischung 150 ml ungefährliche Übungsflüssigkeit im Verhältnis 1 : 4 berechnen, ohne reale Kosmetika herzustellen 30 ml Modellanteil und 120 ml Wasser, zusammen 150 ml
Umsetzen Mit Wasser befeuchtete Passées gleichmäßig wickeln; Spannung, Spitzen und Verlauf unter Anleitung kontrollieren Mindestens acht Musterwickler ohne geknickte Spitzen; Foto nur vom Übungskopf
Chemie verstehen Reduktion, Formgebung, Fixierung und Nachbehandlung auf Prozesskarte anordnen Fachlich plausible Reihenfolge mit schriftlichem Sicherheitshinweis
Kontrollieren Vergleich mit dem Zielbild; Fehler der Abteilungen und fehlende Schutzpunkte markieren Checkliste mit mindestens vier beobachtbaren Qualitätskriterien
Reflektieren Eine Verbesserung formulieren und einen nächsten Übungsschritt wählen Begründete, realistisch umsetzbare Änderung
Dokumentieren Fiktive Karte ohne personenbezogene Daten und Kostenübersicht abgeben Nachvollziehbare Version mit Datum der Übung und Vermerk „Simulation“

Konkretes Modell-Arbeitsergebnis: Ein Blatt „Auftrag P7“ enthält (1) die Beratungs- und Befundkarte, (2) ein beschriftetes Wickelschema, (3) die Rechnung 150 : (1 + 4) = 30 ml je Teil und 30 + 120 = 150 ml, (4) eine Prozesskarte mit einem hervorgehobenen Aufsichtsvorbehalt, (5) eine Aufnahme des Übungskopfes ohne Personenbezug und (6) eine Fehler- und Reflexionsliste. Das ist prüfbar, ohne eine echte Person oder gefährliche Chemikalien einzusetzen.


Bewertungsraster zum Praxisfall

Pro Bereich werden 0 bis 4 Punkte vergeben: 0 = fehlt oder sicherheitskritisch falsch, 1 = lückenhaft, 2 = überwiegend nachvollziehbar mit Mängeln, 3 = fachlich stimmig mit kleinen Verbesserungsmöglichkeiten, 4 = vollständig, korrekt und überzeugend begründet. Es sind maximal 20 Punkte. Dieses Raster ist ein Unterrichtsbeispiel, keine amtliche Gesellenprüfungsbewertung.

Kriterium Für 4 Punkte erforderlich Maximal
Beratung und Diagnose Wunsch, mindestens vier Befundmerkmale und Abbruchgrenzen plausibel bewertet 4
Technik und Arbeitsplan Passée-, Wickler- und Richtungsschema sowie vollständige Modellmaterialliste schlüssig 4
Fachchemie und Rechnen Reduktion/Fixierung richtig erklärt; 1 : 4 mit 150 ml korrekt und gegenkontrolliert 4
Qualität und Sicherheit Schutzregeln, Aufsichtsvorbehalt, Wickelqualität und mindestens vier Kontrollen nachgewiesen 4
Nachhaltigkeit und Dokumentation Materialeinsparung, datensparsame Modellkarte und Reflexion konkret 4

Feedbackregel: Prüfe erst selbst, lass eine andere lernende Person anhand des Rasters bewerten und bespreche danach Abweichungen mit der Fachlehrkraft. Eine fachlich plausible Planung legitimiert keine eigenständige chemische Behandlung.


Qualität, Preisgestaltung und digitale Nachbereitung


Ergebnis prüfen und Reklamationen professionell bearbeiten

Qualität umfasst nicht nur sichtbare Locken, sondern auch gleichmäßigen Fall, intakte Haarspitzen, Schonung von Haar und Kopfhaut, nachvollziehbare Beratung und Kundenzufriedenheit. Prüfe mit dem vereinbarten Zielbild und einem sachlichen Gespräch: Welche Erwartungen wurden erfüllt? Wo treten Frizz, Unterschiede zwischen Partien, Spannungsschäden oder zu wenig Formwirkung auf? Mögliche Ursachen sind unter anderem ungeeignetes Ausgangshaar, falsches Wickelschema, geknickte Spitzen, ungleichmäßige Anwendung oder Abweichungen vom Herstellerprotokoll. Fehleranalyse ist nicht gleich Sofortkorrektur: Eine zweite chemische Behandlung kann die Schädigung verschärfen und darf nie reflexartig vorgeschlagen werden.

Bei einer Reklamation: zuhören, Anliegen zusammenfassen, Befund ohne Schuldzuweisung erheben, das ursprüngliche Ziel abgleichen, zuständige Fachkraft beteiligen, rechtlich und fachlich vertretbare Möglichkeiten erläutern und das Ergebnis dokumentieren. Formuliere respektvoll: „Ich sehe, dass der Fall anders ausfällt als besprochen. Wir prüfen zunächst gemeinsam die Haarqualität und unseren Behandlungsplan, bevor wir eine sichere Lösung anbieten.“


Preis und Materialkosten nachvollziehbar kalkulieren

Ein fiktives Zahlenbeispiel zeigt die Kostenlogik und ist kein Salontarif: Für eine Dienstleistung werden 70 abrechenbare Minuten mit einem intern angenommenen Kostensatz inklusive kalkulatorischem Gewinnanteil von 0,90 € pro Minute angesetzt. Arbeitszeitanteil: 70 × 0,90 € = 63,00 €. Hinzu kommen beispielhaft 8,00 € Materialkosten, also 71,00 € vor Umsatzsteuer. Bei angenommener regulärer deutscher Umsatzsteuer von 19 %: 71,00 € × 0,19 = 13,49 €. Beispielhafter Endpreis: 84,49 €. Prüfe, dass Gemeinkosten nicht doppelt eingerechnet werden. Echte Salons verwenden ihre eigene Kostenstruktur und die tatsächlich geltenden Steuervorgaben.

Wenn Material für einen Auftrag 7,50 € statt der geplanten 8,00 € kostet, beträgt die Modell-Ersparnis 0,50 €, nicht automatisch 0,50 € Gewinn: zusätzlicher Arbeitsaufwand, Ausschuss und Qualitätsunterschiede müssen berücksichtigt werden. Günstiger ist nur nachhaltig, wenn Sicherheit und Behandlungsergebnis nicht darunter leiden.


Beratung und Nachpflege dokumentieren

Erstelle eine datensparsame fiktive Behandlungsnotiz: Auftragsnummer, anonymisierte Ausgangslage, gewähltes Schema, Entscheidungsgründe, angewandte Schutzmaßnahmen, Produktfreigabe als Pflichtfeld einer späteren echten Behandlung, Prüfresultat, Pflegehinweise, Materialverbrauch und Reflexion. Trenne Tatsachen („acht gleichmäßig gewickelte Musterpassées“) von Bewertungen („Schema zu eng für das gewünschte Volumen“). Zeige, dass ein digitaler Datensatz kontrollierbar, korrekturbedürftig und nur befugten Personen zugänglich ist.

Nach einer tatsächlichen Behandlung gehören schonendes Kämmen, geeignete Pflege und realistische Stylinghinweise zur Beratung. Vermeide pauschale, markenunabhängige Verbote oder starre Wartezeiten, wenn sie nicht durch Produktinformation und Fachbewertung gedeckt sind. Die individuelle Weiterbehandlung richtet sich nach Haarzustand, Herstellerangaben und salonfachlicher Beratung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Fachwissen anwenden

Welche Information hat bei der Eignungsentscheidung für eine chemische Umformung Vorrang? (Der dokumentierte Haar- und Kopfhautbefund zusammen mit Produktvorgaben) (!Allein die gewünschte Lockengröße) (!Die aktuelle Beliebtheit der Frisur) (!Die kürzeste freie Terminlücke)




Wo liegen die für die dauerhafte Umformung wichtigen Keratinstrukturen vor allem? (Im Cortex der Haarfaser) (!Ausschließlich im Haarmark) (!Nur in den Schweißdrüsen) (!Ausschließlich an der Haaroberfläche)




Welche Bindungen werden beim Prinzip der Dauerwelle durch Reduktion verändert? (Disulfidbindungen im Haarkeratin) (!Ausschließlich Wasserstoffbrücken in der Luft) (!Bindungen im Haarfarbstoff allein) (!Bindungen im Wasser des Waschbeckens)




Welche Rolle hat die fachgerecht eingesetzte Fixierung? (Sie fördert die Stabilisierung der neuen Form durch Oxidation) (!Sie ersetzt die vorherige Haaranalyse) (!Sie hebt jeden bereits entstandenen Haarschaden vollständig auf) (!Sie macht das Einhalten der Produktanweisung überflüssig)




Wofür wird Spitzenpapier bei einer geeigneten Wickeltechnik eingesetzt? (Zum kontrollierten Einlegen der Haarspitzen) (!Zum Ersetzen von Schutzhandschuhen) (!Zum Messen des pH-Werts) (!Zum Beschleunigen einer chemischen Reaktion ohne Produktvorgabe)




Welcher Befund ist ein klares Signal gegen einen unkritischen Behandlungsbeginn? (Auffällig gereizte Kopfhaut und unklare Haarvorgeschichte) (!Ein schriftlich vereinbartes Frisurenziel) (!Eine saubere Materialliste) (!Ein gezeichnetes Wickelschema)




Wie viel Wasser braucht eine ungefährliche Modellmischung aus einem Teil Modellkonzentrat und vier Teilen Wasser bei 150 ml Gesamtvolumen? (120 ml) (!30 ml) (!150 ml) (!600 ml)




Was gilt beim Umgang mit echten Dauerwellchemikalien in der Ausbildung? (Nur nach aktueller Herstelleranleitung und unter befugter fachkundiger Aufsicht) (!Eigenständig nach einer Anleitung aus einem älteren Internetvideo) (!Ohne Handschuhe, wenn die Menge klein ist) (!Mit eigenmächtig verlängerter Einwirkzeit bei schwacher Welle)




Was ist eine fachlich angemessene erste Reaktion auf eine Reklamation? (Anliegen aufnehmen und Ursachen sowie Haarzustand sorgfältig prüfen) (!Sofort erneut chemisch behandeln) (!Die Kundschaft ohne Prüfung verantwortlich machen) (!Den Vorfall nicht dokumentieren)




Welche Aussage zur digitalen Kundenkartei ist sachgerecht? (Nur erforderliche Informationen rechtmäßig und zugriffsgeschützt verarbeiten) (!Alle Angaben dauerhaft öffentlich speichern) (!Gesundheitsangaben beliebig in persönliche Messenger kopieren) (!Privatbilder ohne Anlass an offene KI-Dienste schicken)





Memory

Finde zusammengehörende Fachbegriffe und Erklärungen. Jede Karte wird nur einmal verwendet.

Cuticula Äußere Schuppenschicht der Haarfaser
Cortex Faserschicht mit wesentlichen Keratinstrukturen
Kapillarität Flüssigkeitsbewegung durch feine Zwischenräume
Reduktion Chemischer Schritt zur Veränderung von Disulfidverbindungen
Fixierung Oxidativer Schritt zur Stabilisierung der neuen Form
Passée Abgeteilte Haarsträhne für eine Wicklung





Drag-and-drop

Ordne jeder Arbeitsphase ihren fachlichen Schwerpunkt zu.

Ordne den Begriff zu Beschreibung
Beratung Frisurenwunsch und Alltagsgewohnheiten ermitteln
Diagnose Haar- und Kopfhautbefund beurteilen
Wickelplanung Passées und Wickelrichtung festlegen
Qualitätskontrolle Ergebnis mit vereinbarten Kriterien vergleichen
Dokumentation Prüfbefund und Verbesserung in einer Modellkarte festhalten





Kreuzworträtsel

Die Antworten sind jeweils einzelne Fachwörter.

Keratin Wie heißt der faserbildende Hauptproteinbestandteil des Haares?
Cystin Welche schwefelhaltige Aminosäureverbindung enthält eine Disulfidbrücke?
Cortex Wie heißt die Faserschicht des Haares?
Wickler Welches Hilfsmittel gibt bei einer Dauerwelle die mechanische Form vor?
Porosität Welcher Fachbegriff beschreibt die Durchlässigkeit beziehungsweise Aufnahmefähigkeit poröser Haare?
Reklamation Wie nennt man die Beanstandung einer Dienstleistung durch die Kundschaft?





LearningApps

Suche nach passenden Lernanwendungen und prüfe bei fremden Beiträgen fachliche Richtigkeit und Aktualität.


Lückentext

Setze zu jeder Aussage einen zentralen Fachbegriff ein.

Vervollständige die Sätze zur sicheren Dauerumformung.
Die äußere Schuppenschicht des Haares heißt

.
Die überwiegend tragende Faserschicht heißt

.
Wichtige Querverbindungen im Haarkeratin heißen

.
Ein geeigneter chemischer Wellwirkstoff verändert solche Bindungen durch

.
Die anschließende Stabilisierung der geformten Haarstruktur erfolgt durch

.
Die abgeteilte Haarsträhne für den Wickler heißt

.
Die Weiterleitung von Flüssigkeit in feinen Zwischenräumen nennt man

.
Vor einer Behandlung muss der Zustand von Haar und

beurteilt werden.
In der Ausbildung erfolgt gefährliche Praxis nur unter fachkundiger

.
Ein digitaler Behandlungsplan soll den Grundsatz der

beachten.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Haaraufbau: Zeichne an einem selbst erstellten Querschnitt Cuticula, Cortex und Medulla ein und erläutere in drei Sätzen die Bedeutung des Cortex für die Dauerwelle.
  2. Beratungsgespräch: Verfasse fünf offene Fragen für einen fiktiven Beratungseinstieg und unterscheide Kundenwunsch von fachlichem Befund.
  3. Wickler: Vergleiche an einem trockenen Übungskopf zwei Wicklerdurchmesser und skizziere die unterschiedliche angestrebte Form ohne chemische Mittel.
  4. Hautschutz: Erstelle aus einer aktuellen BGW-Information eine kleine Checkliste mit fünf Schutzmaßnahmen und nenne die Quelle.


Standard

  1. Disulfidbrücke: Gestalte eine selbst gezeichnete Vier-Phasen-Grafik aus Diagnose, Reduktion, mechanischer Formgebung und Fixierung; kennzeichne, dass dies nur ein Modell ist.
  2. Mischungsrechnen: Berechne für eine fiktive Wasser-Farbstoff-Modelllösung die Anteile im Verhältnis 2 : 3 bei 250 ml Gesamtmenge und führe eine Gegenprobe aus; niemals echte Wellmittel verwenden.
  3. Wickelschema: Lege auf Papier ein klassisches und ein versetztes Schema für einen Übungskopf an und begründe je zwei Vor- und Nachteile im Hinblick auf ein Zielbild.
  4. Kundenreklamation: Schreibe einen professionellen Dialog zu einem ungleichmäßigen Wellergebnis mit sachlicher Aufnahme, Ursachenprüfung und einer sicheren nächsten Entscheidung.


Schwer

  1. Behandlungsplan: Bearbeite den fiktiven Praxisfall P7 vollständig mit Auftragsanalyse, Freigabepunkten, Arbeitsplan, ungefährlicher Wickelsimulation und Checkliste.
  2. Qualitätssicherung: Entwickle ein Fehlersuchschema für zu schwache Umformung, geknickte Spitzen und Haarbruch; trenne Ursachenhypothesen von erlaubten Maßnahmen.
  3. Preisgestaltung: Kalkuliere mit selbst gewählten und klar als fiktiv gekennzeichneten Minuten-, Material- und Gemeinkostensätzen den Endpreis; erläutere mindestens zwei Preisrisiken.
  4. Nachhaltigkeit: Produziere ein kurzes Erklärvideo ohne Personen- oder Betriebsdaten, in dem du Materialbedarf, sichere Reststoffbehandlung und datensparsame Dokumentation fachlich begründet vergleichst.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Haaranalyse: Beurteile eine Fallkarte mit blondierten Längen und empfindlicher Kopfhaut: Welche Informationen fehlen, welche Gefahren bestehen und wie begründest du eine sichere Entscheidung?
  2. Chemische Haarumformung: Erkläre den Unterschied zwischen einer vorübergehenden Wasserwelle und der dauerhaften chemischen Umformung am Bindungsmodell, ohne daraus eine Praxisrezeptur abzuleiten.
  3. Wickeltechnik: Vergleiche bei einem gewählten Lockenziel klassische, versetzte und spiralförmige Wickelkonzepte und überprüfe die Eignung für Haarlänge und Fallrichtung.
  4. Dreisatz: Entwickle einen eigenen ungefährlichen Modellmischungsfall, rechne Gesamtvolumen, Teilmengen und Gegenprobe vor und begründe, warum die Rechnung nicht ungeprüft auf Kosmetika übertragen werden darf.
  5. Gefährdungsbeurteilung: Analysiere eine Modell-Werkbank mit fehlenden Handschuhen, unlinierten Reststoffen und unklarer Herstelleranweisung; priorisiere Korrekturen vor Arbeitsbeginn.
  6. Beschwerdemanagement: Formuliere nach einem fiktiv misslungenen Ergebnis drei sachliche Fragen, eine transparente Erklärung und ein Vorgehen ohne vorschnelle Nachbehandlung.
  7. Kalkulation: Überprüfe den Modellpreis von 84,49 € bei veränderter Materialmenge auf rechnerische Richtigkeit und beschreibe, welche Kostendaten real fehlen.
  8. Datenschutz: Entscheide anhand von fünf beispielhaften Feldern, welche Angaben eine fiktive Kundenkarte benötigt und welche Angaben nicht erhoben oder weitergegeben werden sollten.




Lernnachweis

Dein Kompetenzportfolio besteht aus der vollständig anonymen Fallmappe P7 und einer kurzen mündlichen Reflexion. Es enthält:

  1. Wissen: fachlich korrekte Erklärung von Haaraufbau, Wasseraufnahme, Reduktion, mechanischer Form und oxidativer Stabilisierung.
  2. Analyse und Beratung: fiktive Befundkarte, nachvollziehbare Eignungsentscheidung einschließlich Stoppsignalen und realistische Zielvereinbarung.
  3. Planung: beschriftetes Wickelschema, begründete Technik- und Materialwahl, Vor-/Zwischen-/Abschlussphasen und mindestens drei Kontrollpunkte.
  4. Rechnen: vollständig dokumentierte ungefährliche Modellmischung und gesonderte Beispielkalkulation mit Gegenprobe.
  5. Praxisnachweis: mindestens acht sauber gewickelte Musterpassées am Übungskopf mit Wasser und Prüfung von Spitzen, Abteilung und Spannung; keine eigenständige chemische Anwendung.
  6. Sicherheit und Verantwortung: Liste der geltenden Schutz- und Herstellerquellen, Regel zum Abbruch unsicherer Arbeit, ressourcenschonende Entsorgung und datensparsame Dokumentation.
  7. Transfer: begründete Reklamationsstrategie und eine konkrete Verbesserung nach Rückmeldung.

Bewertung: Nutze das fünfteilige Raster aus dem Praxisfall (maximal 20 Punkte). Lege zwei Belegstellen vor, mit denen deine Lehrkraft die Kriterien „sicher“ und „fachlich begründet“ prüfen kann. Selbst-, Partner- und Lehrkraftfeedback dokumentieren unterschiedliche Sichtweisen; bei Sicherheitsmängeln ist der Lernnachweis erst nach Korrektur erfüllt. Der Nachweis ersetzt keine betrieblichen Befugnisse, amtliche Kompetenzfeststellung oder Zulassung zur Gesellenprüfung.




OER und Wikipedia

Grundlagen und Rechtsstand (Abrufkontext Oktober 2026):

Mediennachweise: Die Commons-Dateiseiten wurden auf Dateinamen, Angaben zu Urheber und Lizenz geprüft. CC-BY-SA-Bilder sind mit Namensnennung und Lizenzhinweis zu verwenden; bei Änderungen die jeweiligen Bedingungen beachten. Historische Illustrationen sind keine aktuellen Schutzanweisungen.

Eingebundene Datei Fundstelle / Gegenstand Urheber Lizenznachweis
File:Hair shaft diagram.png Commons: Haarfaser-Schichten Christinelmiller CC BY-SA 4.0
File:Hair texture cross section diagram.svg Commons: Querschnittsdiagramm Mvolz CC0 1.0
File:Disulfide bonds.svg Commons: Disulfidbindungen Mlpatton CC BY-SA 4.0
File:Oxidation Dauerwelle Fließdiagramm V1.jpg Commons: Oxidation bei der Dauerwelle AnginaKup CC BY-SA 4.0
File:Hair Windings.jpg Commons: historische Wicklungen Louis Calvete CC BY-SA 3.0

Fachvideo: Anleitung Dauerwelle – Kanal Friseuraustausch, veröffentlicht 20.10.2010; deutschsprachige Demonstration des Wickelns. Es ist keine freie Nachnutzungslizenz nachgewiesen; es wird nur über den YouTube-Player eingebunden. Nutzungsbedingungen der Videoplattform. Das Alter des Videos begrenzt insbesondere die Übertragbarkeit auf aktuelle Produkt- und Schutzmaßnahmen. Ein zusätzliches geeignetes, fachlich und lizenzseitig ausreichend überprüftes deutschsprachiges Video wurde bei dieser Recherche nicht zuverlässig nachgewiesen; deshalb wird kein zweites Video erfunden.

Wikipedia-Einbettung: Thematisch passender deutschsprachiger Artikel; Angaben vor dem Übertragen in die praktische Ausbildung mit Primärquellen abgleichen.



Verknüpfte Lernbereiche

Berufliche Verknüpfungen und Projekte: Lernfeld 3 Haare und Kopfhaut pflegen (Diagnose und Pflege), Lernfeld 4 Frisuren empfehlen (Kundenwunsch), Lernfeld 6 Frisuren erstellen (temporäre versus dauerhafte Umformung), Lernfelder 8 und 9 Haare tönen sowie Haare färben und blondieren (Vorbehandlungsrisiken), Chemie (Redox), Mathematik (Mischungsverhältnisse und Preis), Wirtschaft (Kundenbindung) und Medienbildung (datensparsame Dokumentation). Mögliche kooperative Projekte sind ein „Sicheres Wickelstudio“ am Übungskopf, eine analoge Arbeitsplan-Ausstellung oder ein OER-Erklärposter mit überprüfter Quellen- und Lizenzliste.


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