Zum Inhalt springen

Guano Apes - Rain

Aus MOOCsWiki Staging
aiMOOC-Siegel

Guano Apes - Rain




Einleitung

„Rain“ von Guano Apes ist ein besonders ergiebiges Beispiel dafür, wie eine Rockband innerhalb eines überwiegend harten, groove-orientierten Debütalbums eine deutlich weichere, balladennahe Klangsprache entwickeln kann. Der Titel erschien 1997 auf dem Debütalbum Proud Like a God und wurde 1998 als Single veröffentlicht. Für diesen aiMOOC wird die Aufnahme nicht nur als Song, sondern als Zusammenspiel von Songwriting, Arrangement, Musikproduktion, Gesang, Harmonik, Rhythmus, Bildsprache, Musikvideo, Veröffentlichungsgeschichte und späteren Neuinterpretationen untersucht.

Der Kurs eignet sich besonders für den Musikunterricht der Sekundarstufe I und II, für Englisch in Verbindung mit Songtextanalyse sowie für Ausbildung und Studium in Bereichen wie Musik, Medien, Kulturwissenschaft und Audioproduktion. Du lernst dabei auch, zwischen belegbaren Produktionsdaten, Höranalyse und Interpretation zu unterscheiden.

Aus urheberrechtlichen Gründen wird der geschützte Liedtext hier nicht vollständig wiedergegeben. Es wird nur ein sehr kurzes Textfragment zitiert und ansonsten sinngemäß zusammengefasst. Ebenso enthält der Kurs keine vollständige Melodie, Partitur oder Gitarrentabulatur von „Rain“. Die Beispiele der MediaWiki-Extension Score sind kurze, selbst geschaffene Modelle, die musikalische Prinzipien veranschaulichen, ohne die geschützte Komposition zu transkribieren.

Guano Apes live beim Bospop 2009. Foto: Paulus 2, Wikimedia Commons, CC BY 3.0.
Guano Apes live beim Bospop 2009. Foto: Paulus 2, Wikimedia Commons, CC BY 3.0.

Das frei lizenzierte Konzertfoto zeigt die Band in einer späteren Phase ihrer Karriere. Für die Analyse von „Rain“ ist wichtig, dass die Kernbesetzung bereits in den 1990er Jahren aus Sandra Nasić, Henning Rümenapp, Stefan Ude und Dennis Poschwatta bestand.

Das eingebettete Hörbeispiel stammt vom offiziellen Artist-Channel der Guano Apes und wurde laut YouTube von Sony Music/Supersonic-GUN bereitgestellt. Es dokumentiert die bekannte Albumaufnahme. Nutze dieses Hörbeispiel für die folgenden Analyseaufgaben.


Lernziele

Nach der Arbeit mit diesem aiMOOC kannst Du die Entstehung von „Rain“ in die frühe Geschichte der Guano Apes einordnen, mindestens drei für diese Aufnahme belegte Besonderheiten erklären, musikalische Parameter wie Tempo, Takt, Harmonik, Melodik, Klangfarbe, Dynamik und Form beschreiben, zentrale Textthemen sinngemäß erschließen, Studio-, Demo-, Live- und 2017er-Fassungen kritisch vergleichen sowie Quellen nach ihrer Aussagekraft unterscheiden.


Entstehung und zeitgeschichtlicher Kontext


Die frühe Phase der Guano Apes

Die Guano Apes wurden 1994 in Göttingen gegründet. Henning Rümenapp, Stefan Ude und Dennis Poschwatta bildeten zunächst das instrumentale Fundament; Sandra Nasić kam im selben Jahr als Sängerin hinzu. Einen wichtigen Karriereschub brachte 1996 der von Radio ffn und VIVA veranstaltete Nachwuchswettbewerb Local Heroes. Die Band setzte sich dort gegen rund 1000 Mitbewerber durch. Das Preisgeld floss nach Angaben des WDR in die Produktion des Debütalbums.

Damit entstand Proud Like a God in einer Phase, in der sich in der deutschsprachigen Rockszene verschiedene Spielarten von Alternative Rock, Crossover, Funk-Metal und dem sich etablierenden Nu Metal überschnitten. Die Guano Apes wurden häufig diesem stilistischen Umfeld zugeordnet, ohne dass jeder einzelne Song gleich klingt. Gerade „Rain“ demonstriert diese Spannweite besonders deutlich.

Das Album erschien in Deutschland am 6. Oktober 1997. Während Stücke wie „Open Your Eyes“ oder „Lords of the Boards“ den härteren, druckvollen Charakter der Band zeigen, wird „Rain“ in mehreren zeitgenössischen und späteren Beschreibungen als Ballade beziehungsweise halbballadesker Titel eingeordnet. Dadurch rückt Sandra Nasićs Stimme stärker in den Vordergrund.


Eine überraschend frühe Vorgeschichte von Rain

Eine der wichtigsten Besonderheiten ist, dass „Rain“ nicht erst während der Albumproduktion 1997 entstand. Auf der 2006 veröffentlichten Sammlung Lost (T)apes findet sich eine frühe Demofassung des Songs. In einer von der Band verbreiteten Erklärung zu diesen Archivaufnahmen heißt es, dass die Demos aus den Jahren 1994 und 1995 stammen und überwiegend von Fabio Trentini im Jugendzentrum „Nest“ mit einem Vier-Spur-Kassettenrekorder und einem portablen DAT-Rekorder aufgenommen wurden.

Damit lässt sich „Rain“ bis in die sehr frühe Bandphase zurückverfolgen. Das ist für die Interpretation bedeutsam: Der Song ist kein später Fremdkörper auf dem Debüt, sondern gehörte bereits zum frühen Material der Gruppe.

Die veröffentlichte Demofassung läuft ungefähr 4:17 beziehungsweise 4:18 Minuten, während die Albumfassung je nach Veröffentlichung und Datenbank etwa 4:34 bis 4:38 Minuten angegeben wird. Solche kleinen Differenzen entstehen häufig durch unterschiedliche Master, Ausblendzeiten oder Metadatenstandards.


Vom lokalen Nachwuchspreis zur professionellen Studioproduktion

Die professionelle Albumaufnahme wurde im Horus Studio in Hannover produziert und aufgenommen. MusicBrainz führt für „Rain“ Wolfgang Stach als Produzent und Engineer. Der Mix erfolgte durch Ronald Prent in den Wisseloord Studios in Hilversum in den Niederlanden. Damit verbindet die Aufnahme zwei wichtige Produktionsorte: Hannover für Produktion und Engineering sowie Hilversum für den abschließenden Mix.

Die kommerzielle deutsche CD-Single ist bei MusicBrainz mit dem 4. Mai 1998 dokumentiert. Andere Sekundärquellen nennen zusätzlich ein früheres Promo- beziehungsweise Veröffentlichungsdatum im Januar 1998. Für die Quellenkritik ist deshalb wichtig: Ein Datum ist immer zusammen mit der Art der Veröffentlichung zu betrachten.

Die Single erreichte in Deutschland Platz 76 und war vier Wochen in den Charts. Damit war „Rain“ kein ähnlich großer Singlehit wie „Open Your Eyes“, blieb aber durch Best-of-Veröffentlichungen, Livefassungen, die frühe Demo und die 2017er-Neuinterpretation dauerhaft im Repertoire und in der Diskografie präsent.


Mindestens drei belegte Besonderheiten dieser Aufnahme

Besonderheit Was daran auffällt Nachprüfbarer Beleg
Frühe Demo vor dem Debüt Eine Demofassung von „Rain“ gehört zu Aufnahmen aus der Bandanfangszeit 1994/95. Die Band beschrieb Vier-Spur-Kassette und portablen DAT-Rekorder als damalige Aufnahmetechnik. Lost (T)apes, Qobuz sowie die von Blabbermouth dokumentierte Band-Erklärung
Erweiterte Instrumentierungs-Credits Für genau „Rain“ werden neben Gesang, Gitarre, Bass und Schlagzeug auch Keyboard/Programming, Percussion, Cello und Turntable-Scratches geführt. Das ist für eine vermeintlich einfache Rockballade eine ungewöhnlich breite Produktionspalette. MusicBrainz und die von Sony bereitgestellten YouTube-Credits
Produktion und Mix an zwei Orten Produktion/Engineering erfolgten im Horus Studio Hannover, der Mix in den Wisseloord Studios in Hilversum. MusicBrainz
Edit und Albumfassung auf derselben Single Die Single enthält einen etwa 3:46 langen Edit und zusätzlich die deutlich längere Albumfassung. Dadurch lässt sich direkt untersuchen, wie eine Single für kompaktere Nutzung bearbeitet wird. MusicBrainz, Hitparade.ch
2017 gleich zweimal neu kontextualisiert Auf Proud Like a God XX existieren sowohl ein „2017 Mix“ als auch eine „2017 Version“. Damit stehen eine neue Mischung beziehungsweise Neubearbeitung und eine neu eingespielte Interpretation nebeneinander. Qobuz, Sony Music, offizieller Guano-Apes-YouTube-Kanal

Diese Besonderheiten zeigen, dass „Rain“ nicht als statisches Einzelwerk betrachtet werden sollte. Der Song existiert vielmehr als Entwicklungslinie von frühen Demos über die 1997er-Studioaufnahme, den Single-Edit, Livefassungen und spätere Neuinterpretationen bis zur Jubiläumsversion 2017.


Stil und Genre

„Rain“ gehört stilistisch zum Umfeld des Alternative Rock. Das Album Proud Like a God wird darüber hinaus häufig mit Nu Metal, Crossover und Alternative Metal verbunden. Für „Rain“ selbst ist jedoch die Bezeichnung Rockballade beziehungsweise halbballadesker Alternative-Rock-Song besonders hilfreich.

Der Begriff „Ballade“ bedeutet hier nicht, dass das Stück auf Rockelemente verzichtet. Vielmehr entsteht seine Wirkung gerade aus dem Gegensatz zwischen ruhigerer, emotional offener Grundhaltung und einer zunehmend verdichteten Rockinstrumentierung. Im Kontext eines Albums mit starkem Groove, verzerrten Gitarren und aggressiveren Stücken erscheint „Rain“ deshalb als klanglicher Kontrast.

Das macht den Song didaktisch interessant: Genrebegriffe sind keine festen Schubladen. Du kannst an „Rain“ beobachten, wie eine Band typische Bestandteile ihres Stils beibehält, gleichzeitig aber Tempo, Dynamik, Klangdichte und Gesangscharakter verändert.


Tempo, Takt und Rhythmus

Analyseplattformen wie SongBPM und Chordify geben für „Rain“ beziehungsweise den Single-Edit ungefähr 83 BPM an. SongBPM führt einen 4/4-Takt und weist darauf hin, dass der Puls auch als Double-Time bei ungefähr 166 BPM empfunden werden kann.

Das langsame bis gemäßigte Tempo unterstützt den balladenhaften Charakter. Entscheidend ist jedoch nicht nur die Zahl. Höre darauf, wie die Rhythmusgruppe mit zunehmender Intensität dichter und druckvoller wirkt. Ein langsames Tempo kann deshalb trotzdem große Energie entwickeln.

Wichtig: Tempo- und Tonartangaben von Analyseplattformen sind Hilfsmittel und keine offiziellen Studioangaben. Du solltest sie nach Möglichkeit durch eigenes Hören, Klatschen oder Taktzählen überprüfen.


Score-Beispiel 1: Pulsmodell bei 83 BPM

Das folgende Beispiel ist selbst erfunden und keine Transkription aus „Rain“. Es zeigt nur, wie ein ruhiger 4/4-Puls bei ungefähr 83 BPM wirken kann.


\relative c' {
  \tempo 4 = 83
  \time 4/4
  a4 r8 a8 c4 r4 |
  a4 r8 a8 d4 r4 |
}

Versuche, den Puls mitzuzählen: 1 – 2 – 3 – 4. Danach höre „Rain“ und prüfe, ob Du das Tempo ähnlich empfindest oder eher in doppelt so schnellen Achtelbewegungen mitgehst.


Melodie und Harmonik

Mehrere Analyseangebote verorten den tonalen Schwerpunkt im Bereich a-Moll. Chordify nennt für den Single-Edit unter anderem die Akkorde C-Dur, F-Dur, a-Moll und Fmaj7. Diese Angaben sollten als Analysehilfe verstanden werden, nicht als autorisierte Partitur.

Musikalisch interessant ist die Verbindung von Mollcharakter und offenen Dur- beziehungsweise Major-Seventh-Farben. Ein Major-Seventh-Akkord kann weicher und schwebender wirken als ein reiner Powerchord. Das passt zur emotional ambivalenten Grundstimmung des Songs: Nähe wird erhofft, ist aber nicht sicher erreicht.

In der Gesangsmelodie fällt vor allem die Verbindung von wiederkehrenden Motiven und dynamischer Steigerung auf. Die Strophen wirken vergleichsweise intim und zurückgenommen, während spätere Abschnitte mehr stimmliche Kraft und klangliche Dichte entwickeln. Statt die Originalmelodie auszuschreiben, sollst Du diese Entwicklung beim Hören selbst markieren.


Score-Beispiel 2: Mollzentrum und schwebende Farbigkeit

Auch dieses Beispiel ist vollständig neu komponiert. Es demonstriert nur den Unterschied zwischen einem einfachen Mollklang und einem weicheren Akkord mit großer Septime.


\relative c' {
  \time 4/4
  <a c e>1 |
  <f a c e>1 |
  <d f a>1 |
  <e gis b>1 |
}

Frage Dich beim Hören: Wo wirkt „Rain“ harmonisch eher geschlossen, wo eher offen oder schwebend? Notiere keine vollständige Akkordfolge, sondern beschreibe die Wirkung.


Gesang

Sandra Nasić ist die Lead-Sängerin der Aufnahme und wird für den Text als Lyricistin geführt. Ihr Gesang ist für die Wirkung von „Rain“ zentral, weil die Stimme nicht nur Melodie transportiert, sondern auch den Wechsel zwischen Verletzlichkeit und Intensität gestaltet.

Sandra Nasić. Foto: Erwin Winkelman, Wikimedia Commons, CC BY 2.0.
Sandra Nasić. Foto: Erwin Winkelman, Wikimedia Commons, CC BY 2.0.

Achte beim Hören auf folgende Aspekte: Artikulation, Atemführung, Klangfarbe, Dynamik, Wechsel zwischen zurückhaltender und kräftigerer Stimmgebung sowie den Umgang mit langen Vokalen. Gerade bei einem englischsprachigen Song einer deutschen Band ist zudem interessant, wie Aussprache und Phrasierung in einen internationalen Alternative-Rock-Sound eingebettet werden.

Die Produktionscredits nennen außerdem Tom Jackson im Zusammenhang mit Vocal Coaching beziehungsweise Vocal Arrangement. Verschiedene Metadatenquellen verwenden hierfür leicht unterschiedliche Rollenbezeichnungen. Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass Credits nicht immer in allen Datenbanken identisch kategorisiert werden.


Instrumentierung

Die Kernbesetzung besteht aus:

  1. Sandra Nasić: Leadgesang
  2. Henning Rümenapp: Gitarre
  3. Stefan Ude: Bass
  4. Dennis Poschwatta: Schlagzeug

Für „Rain“ führen die recherchierten Credits darüber hinaus Geo Schaller für Keyboard und Programming, Michael Wolpers für Percussion beziehungsweise technische Schlagzeugarbeit, Smoke für Cello und Afam für Turntable-Scratches. Diese zusätzlichen Rollen zeigen, wie stark Studioproduktion über das reine Vierer-Bandformat hinausgehen kann.

Henning Rümenapp bei Nova Rock 2015. Foto: Alfred Nitsch, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 AT.
Henning Rümenapp bei Nova Rock 2015. Foto: Alfred Nitsch, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 AT.
Stefan Ude bei Nova Rock 2015. Foto: Alfred Nitsch, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 AT.
Stefan Ude bei Nova Rock 2015. Foto: Alfred Nitsch, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 AT.
Dennis Poschwatta 2017 in Saarbrücken. Foto: Tilly antoine, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
Dennis Poschwatta 2017 in Saarbrücken. Foto: Tilly antoine, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Beim Hören solltest Du zwischen belegter Mitwirkung und eindeutig hörbarer Einzelstimme unterscheiden. Ein Instrument kann in den Credits stehen, ohne in jeder Passage vordergründig wahrnehmbar zu sein. Gute Produktionsanalyse fragt deshalb: Welche Schicht höre ich sicher? Welche vermute ich? Welche ist nur durch Credits belegt?


Arrangement und Klangdramaturgie

Das Arrangement von „Rain“ lebt von einer schrittweisen Verdichtung. Ruhigere Abschnitte lassen Stimme und harmonische Fläche stärker hervortreten. Später treten Schlagzeug, Gitarren und weitere Klangschichten deutlicher in den Vordergrund. Dadurch entsteht ein Bogen von Intimität zu größerer Rockenergie.

Für eine Höranalyse kannst Du das Stück in Funktionsbereiche gliedern: Intro beziehungsweise Strophenblock – Refrain – erneuter Strophenblock – Refrain – instrumentaler beziehungsweise überleitender Abschnitt – abschließende Refrainsteigerung – Ausklang. Da hier keine autorisierte Partitur verwendet wird, sollen die genauen Grenzen durch Hören bestimmt werden.

Mehrere inoffizielle Instrumentaltranskriptionen kommen bei der Großform zu einem ähnlichen Ergebnis, unterscheiden sich jedoch in Detailbezeichnungen. Das bestätigt, warum Du Formteile besser nach ihrer Funktion als nach vermeintlich absolut richtigen Taktnummern beschreibst.


Score-Beispiel 3: selbst geschaffene Verdichtung

Dieses Beispiel demonstriert eine mögliche Steigerung von langen Notenwerten zu dichterer Bewegung. Es stammt nicht aus dem Song.


\relative c' {
  \time 4/4
  a1 |
  c2 e2 |
  a4 c4 e4 d4 |
  a8 c8 e8 d8 c8 a8 g8 e8 |
}

Übertrage das Prinzip auf Deine Hörwahrnehmung: Wird ein Abschnitt intensiver, weil mehr Noten erklingen, weil Instrumente hinzukommen, weil die Lautstärke steigt oder weil sich die Klangfarbe verändert?


Produktion

Die Produktionskette von „Rain“ ist ungewöhnlich gut dokumentiert. Wolfgang Stach wird als Produzent und Engineer genannt. Die Produktion und das Engineering fanden im Horus Studio in Hannover statt. Ronald Prent mischte den Titel in den Wisseloord Studios in Hilversum. Anyway Wölfle wird als zusätzlicher Engineer geführt.

Außerdem erscheint Michael Wolpers in MusicBrainz mit einer besonderen technischen Angabe zur Schlagzeugarbeit beziehungsweise zum Drum-Tuning. Solche Credits machen deutlich, dass ein Drum-Sound nicht erst beim Spielen entsteht: Stimmung der Trommeln, Mikrofonierung, Raum, Kompression und Mischung beeinflussen das Ergebnis erheblich.

Der Produktionsprozess lässt sich deshalb als Kette verstehen:

  1. Vorproduktion: Songidee, Demo, Arrangement
  2. Aufnahme: Stimmen und Instrumente werden aufgezeichnet
  3. Editing: Material wird ausgewählt und technisch vorbereitet
  4. Mixing: Lautstärke, Panorama, Effekte und Klangbalance werden gestaltet
  5. Mastering: Die Endfassung wird für Veröffentlichung angepasst

Bei „Rain“ ist besonders spannend, dass bereits die frühe Demo mit sehr begrenzter Technik existiert. Dadurch kann man die Entwicklung von der einfachen Mehrspuraufnahme zur professionellen Studioproduktion exemplarisch nachvollziehen.


Textthemen, Bildsprache und sinngemäße Übersetzung

Der Text ist englischsprachig und kreist um Einsamkeit, Sehnsucht, emotionale Abhängigkeit, Versprechen, Vertrauen und die Hoffnung auf erneute Nähe. Der Regen funktioniert dabei nicht bloß als Wetterphänomen, sondern als zentrale Metapher.

Ein kurzes, rechtlich zulässiges Textfragment lautet: „Love, Faith and Trust“. Sinngemäß lässt sich dies mit Liebe, Glaube beziehungsweise Zuversicht und Vertrauen wiedergeben. Der Text verbindet diese Werte mit dem Bild des Regens. Dadurch kann „Rain“ als Symbol für Nähe, Trost, Erneuerung oder eine ersehnte emotionale Antwort verstanden werden.

Wichtig ist die Formulierung kann verstanden werden. Songtexte sind keine mathematischen Gleichungen. Mehrere Deutungen sind möglich, solange Du sie am Text und an der musikalischen Gestaltung begründest.

Regen am Fenster als frei lizenziertes Bild für die Metaphernanalyse. Foto: Avinashlp143, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
Regen am Fenster als frei lizenziertes Bild für die Metaphernanalyse. Foto: Avinashlp143, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Betrachte das Bild und notiere drei mögliche Bedeutungen von Regen in Literatur, Film oder Musik. Prüfe anschließend, welche davon auf „Rain“ übertragbar sind.


Musikvideo und visuelle Bildsprache

Das Musikvideo zu „Rain“ erweitert die Regenmetapher um einen auffälligen Gegensatz: Die Band wird in einer trockenen, wüstenartigen Landschaft gezeigt. Der Regisseur Andreas Marschall beschreibt auf seiner eigenen Website, dass das klassische Video in der Sierra Nevada in Spanien auf Super-16-mm-Film gedreht wurde.

Damit entsteht eine starke visuelle Spannung: Ein Song, der Regen als emotional aufgeladenes Bild verwendet, wird in einer Landschaft inszeniert, in der gerade die Abwesenheit von Wasser auffällt. Die Bildsprache macht Sehnsucht sichtbar, ohne den Liedtext wörtlich nachzuerzählen.

Die deutsche Wikipedia-Diskografie nennt Andreas Marschall und Heiner Thimm als Regisseure des 1998 geführten Musikvideos. Solche Angaben lassen sich mit der Produktionsseite von Marschall gegenprüfen.


Songform

Die Großform lässt sich hörend ungefähr so erschließen:

Abschnitt Hörfunktion Worauf Du achten kannst
Intro / erster Strophenbereich Aufbau der Grundatmosphäre sparsamer Klang, Stimme, harmonische Fläche
Erster Refrainbereich emotionale Öffnung stärkere Dynamik und dichteres Bandgefühl
Zweiter Strophenbereich Rückkehr und Variation bekannte Motive, neue Textinhalte
Weiterer Refrain Wiedererkennung und Steigerung kräftigere Artikulation
Instrumentaler / überleitender Bereich Kontrast und Spannungsaufbau veränderte Klangdichte und Instrumentalfokus
Schlusssteigerung / Outro Kulmination und Abschluss Wiederholung, Verdichtung, Ausklang

Diese Gliederung ist eine Höranalyse und keine Wiedergabe einer autorisierten Partitur. Gerade deshalb eignet sie sich gut für den Unterricht: Du kannst mit einer eigenen Zeitleiste prüfen, ob Du dieselben Grenzen setzt.


Single-Edit, Albumfassung, Demo, Live und 2017-Version


Albumfassung und Single-Edit

Die CD-Single enthält einen Edit von ungefähr 3:46 Minuten und daneben die Album Version von ungefähr 4:38 Minuten. Ein Edit ist keine völlig neue Komposition, sondern eine kompaktere Fassung für Veröffentlichung, Radio, Musikfernsehen oder Sampler.

Hörauftrag: Vergleiche die beiden Fassungen, sofern Du legalen Zugriff darauf hast. Notiere, welche Abschnitte verkürzt, früher beendet oder anders gewichtet erscheinen. Verwende nur Zeitmarken und Funktionsbegriffe, keine vollständige Notation.


Frühe Demo

Die 2006 veröffentlichte Demofassung ist etwa 4:17 lang und stammt aus der frühen Bandphase. Nach Angaben der Band entstanden diese frühen Aufnahmen 1994/95 unter einfachen technischen Bedingungen mit Vier-Spur-Kassette und DAT. Dadurch bietet die Demo einen direkten Einblick in die Entwicklung des Songs vor der professionellen Albumproduktion.

Hörauftrag: Vergleiche nicht nur „Soundqualität“, sondern frage genauer nach Raumwirkung, Dynamik, Instrumententrennung, Gesang, Arrangement und klanglicher Dichte.


Livefassungen

„Rain“ gehörte bereits 1997 zum Live-Repertoire der Guano Apes. Das Rockpalast-Archiv dokumentiert den Titel im Set des E-Werk-Konzerts in Köln vom 20. November 1997. Eine weitere Livefassung, „Rain (Live@Paradiso)“, wurde später auf der Single „Living in a Lie“ veröffentlicht und läuft rund fünf Minuten.

Livefassungen sind für eine Analyse besonders wertvoll, weil sie zeigen, welche Teile des Studioarrangements für die Bühne wesentlich sind. Frage Dich: Welche Zusatzspuren fallen weg? Welche Parts werden durch Gitarre, Bass, Schlagzeug oder Gesang stärker getragen? Wird die Form verlängert? Wie verändert sich die Dynamik?


Rain 2017 Mix und Rain 2017 Version

Zum 20-jährigen Jubiläum von Proud Like a God erschien 2017 Proud Like a God XX. Die Veröffentlichung enthält sowohl einen „Rain (2017 Mix)“ als auch eine „Rain (2017 Version)“. Das ist eine wichtige Unterscheidung: Ein neuer Mix arbeitet mit vorhandenem beziehungsweise neu aufbereitetem Material, während eine „Version“ hier als neu interpretierte beziehungsweise neu eingespielte Fassung präsentiert wird.

Das offizielle Lyric-Video präsentiert die 2017-Version. Rezensionen beschreiben diese Fassung im Vergleich zur älteren Aufnahme als druckvoller, härter und stärker auf Melodie beziehungsweise moderne Produktion fokussiert. BurnYourEars charakterisiert sie als weniger halbballadesk, während metal.de eine stärkere Betonung der Melodien und einen glatteren beziehungsweise klinischeren Klang wahrnimmt. Diese Einschätzungen sind Rezensionsurteile und keine objektiven Messwerte. Prüfe sie deshalb beim Hören selbst.

Eine breit belegte, eigenständige kommerzielle Coverversion eines anderen Interpreten konnte in den für diesen Kurs geprüften Quellen nicht verifiziert werden. Deshalb konzentriert sich der Vergleich auf Demo, Studioaufnahme, Single-Edit, Livefassungen, 2017 Mix und 2017 Version.


Rezeption und Bedeutung im Werk der Guano Apes

„Rain“ erreichte in Deutschland Platz 76 und blieb vier Wochen in den Singlecharts. Damit war der Song chartmäßig deutlich weniger erfolgreich als die größten frühen Hits der Band. Seine Bedeutung lässt sich jedoch nicht allein an der Peak-Position messen.

Der Titel blieb über verschiedene Veröffentlichungsphasen hinweg präsent: auf dem Debütalbum, als Single, auf Best-of-Zusammenstellungen, als frühe Demo, live und schließlich in mehreren 2017er-Fassungen. Der WDR nennt „Rain“ neben „Open Your Eyes“ und „Lords of the Boards“ ausdrücklich als einen der Titel, an die viele Menschen beim Debütalbum denken.

Im Werk der Guano Apes zeigt „Rain“ außerdem eine wichtige Seite der Band: Die Gruppe war nicht ausschließlich auf harte Crossover-Riffs festgelegt, sondern konnte Spannung auch durch Zurücknahme, melodische Gesangsführung und allmählichen Aufbau erzeugen.


Höranalyse Schritt für Schritt

Nutze die offizielle Albumaufnahme und arbeite in mehreren Durchgängen. Beim ersten Hören beschreibst Du nur die Gesamtwirkung. Beim zweiten konzentrierst Du Dich auf Rhythmusgruppe und Form. Beim dritten beobachtest Du Gesang und Dynamik. Beim vierten achtest Du auf Gitarren, Bass, mögliche Zusatzinstrumente und Produktion. Erst danach formulierst Du eine Interpretation.

Eine sinnvolle Analyse unterscheidet drei Ebenen:

  1. Beobachtung: Was höre ich konkret?
  2. Deutung: Welche Wirkung hat das Gehörte?
  3. Beleg: Welche Zeitmarke, welcher Credit oder welche Quelle stützt meine Aussage?

Beispiel: „Im späteren Verlauf nimmt die Klangdichte zu“ ist eine Beobachtung. „Dadurch wirkt die Sehnsucht dringlicher“ ist eine Deutung. Eine genaue Zeitmarke in Deiner legal verfügbaren Aufnahme macht die Aussage überprüfbar.


Quellenkritik

Musikanalyse verbindet verschiedene Quellentypen. Nicht jede Quelle beantwortet dieselbe Frage gleich gut.

Quellentyp Besonders geeignet für Grenzen
MusicBrainz Release-Daten, Credits, Studios, Mitwirkende Community-gepflegte Datenbank; Einträge können sich ändern
WDR / Rockpalast Bandgeschichte, dokumentierte Liveauftritte, Interviews Schwerpunkt auf journalistischer Darstellung
Qobuz / offizielle Streaming-Metadaten Tracktitel, Fassungen, Laufzeiten, Credits Metadaten können zwischen Territorien und Releases variieren
Offizieller YouTube-Artist-Channel autorisierte beziehungsweise labelbereitgestellte Hörbeispiele und Credits Upload-Datum ist nicht automatisch Original-Veröffentlichungsdatum
SongBPM / Chordify Tempo-, Tonart- und Akkordanalyse als Arbeitshilfe Analyse kann automatisiert oder nutzergeneriert sein
Rezensionen dokumentierte Höreindrücke und zeitgenössische Bewertung subjektiv
Wikimedia Commons frei lizenzierte Bilder mit nachvollziehbarer Lizenz Persönlichkeitsrechte und Lizenzbedingungen müssen trotzdem beachtet werden

Wenn zwei Quellen unterschiedliche Laufzeiten oder Veröffentlichungsdaten nennen, ist das nicht automatisch ein Fehler. Prüfe zuerst, ob sie über dieselbe Ausgabe, dasselbe Master, denselben Edit oder dieselbe Veröffentlichung sprechen.


Nachprüfbare Quellen und Medien

  1. MusicBrainz: Proud Like a God – trackbezogene Credits zu „Rain“, Studios, Produzent, Mixer und Mitwirkende.
  2. MusicBrainz: Rain – offizielle CD-Single, Label, Barcode und deutsches Release-Ereignis vom 4. Mai 1998.
  3. WDR Rockpalast: Guano Apes – Bandgründung, Local Heroes und frühe Karriere.
  4. WDR Rockpalast Backstage 2017 – Rückblick auf Proud Like a God und Jubiläum.
  5. Rockpalast-Archiv: E-Werk Köln 1997 – Setlist mit „Rain“.
  6. Qobuz: Proud Like a God XX – „Rain (2017 Mix)“ und „Rain (2017 Version)“ mit Laufzeiten und Credits.
  7. Qobuz: The Lost (T)apes – „Rain (Demo Tape)“ und frühe Produktionsangaben.
  8. Blabbermouth: Band-Erklärung zu Lost (T)apes – dokumentierte Aussage der Band über Aufnahmen 1994/95 mit Vier-Spur-Kassette und DAT.
  9. Chartsurfer: Rain – deutsche Chartdaten mit Platz 76 und vier Chartwochen.
  10. Hitparade.ch: Rain – Fassungen, Laufzeiten und Live@Paradiso.
  11. SongBPM: Rain – Analysehilfe zu ungefähr 83 BPM, a-Moll und 4/4-Takt.
  12. Chordify: Rain Edit – Analysehilfe zu Tempo, Tonart und Akkordmaterial.
  13. Marschall Arts – Produktionsangaben zum klassischen „Rain“-Video, unter anderem Sierra Nevada und Super 16 mm.
  14. Wikimedia Commons: Guano Apes.jpg – CC BY 3.0.
  15. Wikimedia Commons: Sandra Nasic.jpg – CC BY 2.0.
  16. Wikimedia Commons: Window rain.jpg – CC BY-SA 4.0.
  17. Offizieller Audio-Upload von „Rain“ – Guano Apes Official Artist Channel, bereitgestellt von Sony Music/Supersonic-GUN.
  18. Offizielles Lyric-Video der 2017 Version – Guano Apes Official Artist Channel.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Auf welchem Album erschien Rain ursprünglich? (Proud Like a God) (!Don't Give Me Names) (!Walking on a Thin Line) (!Bel Air)




Welche Stadt ist für die Produktion und das Engineering der Albumaufnahme von Rain belegt? (Hannover) (!Hamburg) (!Berlin) (!Köln)




In welchem Studio wurde der Mix von Rain laut MusicBrainz erstellt? (Wisseloord Studios) (!Abbey Road Studios) (!Electric Lady Studios) (!Hansa Studios)




Welcher Musiker ist bei Guano Apes der Gitarrist? (Henning Rümenapp) (!Stefan Ude) (!Dennis Poschwatta) (!Ronald Prent)




Welche zusätzliche Instrumentenfarbe wird in den Credits von Rain ausdrücklich genannt? (Cello) (!Trompete) (!Harfe) (!Oboe)




Welches ungefähre Tempo nennen Analyseplattformen für Rain? (83 BPM) (!52 BPM) (!121 BPM) (!204 BPM)




In welchem tonalen Bereich wird Rain von Analyseplattformen verortet? (a-Moll) (!Des-Dur) (!fis-Moll) (!H-Dur)




Welche Besonderheit besitzt die Rain-Single? (Sie enthält einen kürzeren Edit und eine Albumfassung) (!Sie enthält ausschließlich eine Liveaufnahme) (!Sie enthält nur Instrumentalversionen) (!Sie wurde nur als Vinylsingle veröffentlicht)




Welche beiden Rain-Fassungen stehen auf Proud Like a God XX nebeneinander? (2017 Mix und 2017 Version) (!Acoustic Mix und Orchestral Version) (!Radio Mix und Club Version) (!Mono Mix und Karaoke Version)




Welche höchste Position erreichte Rain in den deutschen Singlecharts? (Platz 76) (!Platz 1) (!Platz 5) (!Platz 10)





Memory

Horus Studio Produktion und Engineering in Hannover
Wisseloord Studios Mischung in Hilversum
Sandra Nasić Leadgesang und Liedtext
Achtzigdrei BPM gemäßigtes Grundtempo
a-Moll tonales Zentrum laut Analysehilfen
Lost Tapes frühe Demofassung aus der Bandanfangszeit





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Rhythmus ruhiger Vier-Viertel-Puls
Instrumentierung Cello Keyboard Percussion und Scratches
Bildsprache Regen als emotionale Metapher
Neuinterpretation Rain 2017 Version
Singlebearbeitung deutlich kürzerer Edit





Kreuzworträtsel

Göttingen In welcher Stadt wurden die Guano Apes gegründet?
Hannover In welcher Stadt entstand die professionelle Produktion von Rain?
Hilversum In welcher niederländischen Stadt wurde Rain gemischt?
Cello Welches Streichinstrument wird in den Credits genannt?
Sandra Wie lautet der Vorname der Sängerin Nasić?
Vertrauen Welches zentrale Beziehungsthema entspricht sinngemäß dem englischen Wort Trust?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
„Rain“ erschien auf dem Debütalbum

. Die Guano Apes stammen aus

. Die professionelle Produktion des Songs erfolgte im Horus Studio in

. Der Mix entstand in den Wisseloord Studios in

. Analyseplattformen geben als tonales Zentrum

an. Das Grundtempo liegt ungefähr bei

. Neben der Rockbesetzung wird in den Credits auch ein

genannt. Die frühe Demofassung erschien später auf der Sammlung

. Im Text dient der Regen vor allem als emotionale

. Die Jubiläumsveröffentlichung mit neuen Fassungen erschien im Jahr

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Hörprotokoll Rain: Höre die offizielle Albumaufnahme zweimal und notiere beim zweiten Durchgang mindestens fünf Zeitmarken, an denen sich Instrumentierung, Dynamik oder Form hörbar verändert.
  2. Regen als Metapher: Erstelle eine Mindmap mit mindestens acht möglichen Bedeutungen von Regen in Literatur, Film und Musik und markiere, welche davon Du für „Rain“ überzeugend findest.
  3. Bandbesetzung Guano Apes: Gestalte vier kurze Steckbriefe zu Sandra Nasić, Henning Rümenapp, Stefan Ude und Dennis Poschwatta und ordne jedem Mitglied seine musikalische Funktion zu.
  4. Tempoexperiment: Stelle ein Metronom auf ungefähr 83 BPM und probiere aus, wie sich derselbe Puls in Vierteln, Achteln und gefühlter Double-Time verändert.


Standard

  1. Versionsvergleich Rain: Vergleiche die Albumaufnahme mit der 2017 Version anhand von mindestens sechs Kriterien wie Schlagzeug, Gitarrensound, Stimme, Dynamik, Form, Raum und Gesamtwirkung.
  2. Produktionskette Rain: Zeichne ein Flussdiagramm von Demo über Aufnahme, Engineering, Mix und Veröffentlichung. Trage die belegten Orte und beteiligten Personen ein.
  3. Musikvideo Rain: Analysiere fünf Einstellungen oder Motive des Videos und erkläre, wie die trockene Landschaft zur Regenmetapher in Beziehung gesetzt werden kann.
  4. Eigene Rockballade: Komponiere acht bis sechzehn Takte einer völlig eigenen Rockballade in Moll. Nutze eine selbst gewählte harmonische Farbe mit großer Septime, ohne Melodie oder Text aus „Rain“ zu übernehmen.


Schwer

  1. Quellenkritik Musikdatenbanken: Vergleiche die Angaben von MusicBrainz, Qobuz, YouTube und mindestens einer Chartquelle. Dokumentiere Übereinstimmungen, Unterschiede und mögliche Gründe für abweichende Laufzeiten oder Datumsangaben.
  2. Demo und Studio im Vergleich: Untersuche die frühe Demo und die Albumaufnahme unter dem Gesichtspunkt technischer Produktionsmöglichkeiten. Erkläre, welche Unterschiede durch Vier-Spur-Kassette, DAT und professionelles Studio plausibel werden.
  3. Arrangement-Redesign: Entwirf ein alternatives Arrangement von „Rain“ nur auf Ebene der Instrumentationsidee. Lege fest, welche Instrumentengruppen in Intro, Strophe, Refrain und Schluss eingesetzt würden, ohne geschützte Melodie oder Akkordfolge zu notieren.
  4. Mini-Dokumentation Rain: Produziere ein drei- bis fünfminütiges eigenes Audio- oder Videoessay über Entstehung, Stil, Produktion und spätere Fassungen. Nutze nur selbst erstelltes Material, frei lizenzierte Bilder oder rechtmäßig eingebettete offizielle Medien und dokumentiere alle Quellen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Zusammenhang von Text und Arrangement: Erkläre, wie eine musikalische Verdichtung die Themen Sehnsucht und Unsicherheit verstärken kann. Nutze mindestens zwei konkrete Höreindrücke aus „Rain“.
  2. Demo zu Album: Beurteile, welche Entwicklungsschritte zwischen einer frühen Vier-Spur-Demo und einer professionellen Studioaufnahme besonders wahrscheinlich hörbar werden und begründe Deine Auswahl.
  3. Version und Mix unterscheiden: Erkläre am Beispiel der 2017er-Veröffentlichung den Unterschied zwischen einer neuen Mischung und einer neuen Interpretation beziehungsweise Einspielung.
  4. Genregrenzen: Zeige, warum „Rain“ gleichzeitig in das Alternative-Rock-Umfeld der Guano Apes passt und dennoch deutlich balladenhafter wirkt als andere Stücke des Debütalbums.
  5. Quellenbewertung: Entscheide für die Fragen „Wer mischte den Song?“, „Wie wirkt der Refrain?“ und „Welches Tempo hat das Stück?“ jeweils, welche Quellengattung am geeignetsten ist, und begründe Deine Wahl.
  6. Transfer Produktion: Entwickle für eine eigene Bandaufnahme einen Produktionsplan mit Demo, Recording, Mixing und Mastering. Begründe, an welcher Stelle Du externe Spezialistinnen oder Spezialisten einsetzen würdest.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu „Rain“ solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Fakten nennen, sondern musikalische und mediale Zusammenhänge erklären kannst.

  1. Du kannst die Entstehung des Songs von der frühen Demo bis zur Albumaufnahme zeitlich einordnen.
  2. Du kannst mindestens drei belegte Besonderheiten der Aufnahme mit Quellen nennen.
  3. Du kannst Tempo, Takt, Harmonik, Gesang, Instrumentierung, Arrangement, Produktion und Großform fachsprachlich beschreiben.
  4. Du kannst zwischen Hörbeobachtung, Interpretation und Quellenbeleg unterscheiden.
  5. Du kannst die Regenmetapher sinngemäß erläutern, ohne den vollständigen geschützten Liedtext zu reproduzieren.
  6. Du kannst Albumfassung, Single-Edit, Demo, Livefassung und 2017 Version sinnvoll vergleichen.
  7. Du kannst erläutern, warum Metadaten verschiedener Veröffentlichungen voneinander abweichen können.
  8. Du kannst freie, offizielle und urheberrechtlich problematische Medienangebote voneinander unterscheiden.
  9. Du kannst eigene kurze Analysemodelle oder Kompositionen erstellen, ohne die geschützte Originalmelodie zu kopieren.




OERs zum Thema

Ein eigener ausführlicher deutschsprachiger Wikipedia-Artikel ausschließlich zu „Rain“ ist derzeit nicht in derselben Tiefe verfügbar wie der Artikel zum Album. Der deutschsprachige Artikel zu Proud Like a God enthält jedoch einen eigenen Abschnitt zu „Rain“, der Albumkontext, Laufzeit und Singleinformationen dokumentiert.



Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte

MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite
Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...