Grundrisse von Bauwerken konstruieren - Bautechnischer Konstrukteur - LF 5
Einleitung
Du begleitest einen fiktiven Planungsauftrag vom ersten Gespräch bis zum geprüften Grundriss. Als angehende Bautechnische Konstrukteurin oder angehender Bautechnischer Konstrukteur im 1. Ausbildungsjahr sollst du ein Geschoss in einschaligem Mauerwerk fachgerecht durchdenken, zeichnen, digital modellieren und dokumentieren. Der Kurs orientiert sich am KMK-Lernfeld 5 mit 80 Unterrichtsstunden (Rahmenlehrplan vom 28.03.2025, PDF-Seite 14) und an der seit 01.08.2026 geltenden Ausbildungsordnung. Du lernst, einen Auftrag zu analysieren, Informationen zu beschaffen, zu planen, zu entscheiden, zu konstruieren, zu prüfen und zu reflektieren. Grundriss, Mauerwerk, Bauzeichnung und Building Information Modeling gehören zusammen, sind aber nicht dasselbe.
Am Ende kannst du einen maßgerechten Entwurfsgrundriss und einen aussagekräftigeren Ausführungsgrundriss für ein synthetisches Übungsgebäude erstellen, ein einfaches 3D-Bauteilmodell aufbauen, Flächen und Modellmengen nachvollziehbar ermitteln sowie technische, ökologische und organisatorische Entscheidungen begründen. Reale Statik, Brandschutz-, Wärme-, Schall- und Feuchteschutznachweise sowie genehmigungsrelevante Ausführungen bleiben dafür qualifizierten Fachpersonen vorbehalten. Dieser Kurs ist Lernmaterial, keine behördliche Freigabe oder Prüfungszulassung. Dein betrieblicher Ausbildungsplan, Landeslehrplan und die zuständige Kammer haben im Einzelfall Vorrang.
Leitfrage: Wie entsteht aus einem Raumprogramm ein widerspruchsfreier, prüfbarer Grundriss, den andere Planungsbeteiligte verstehen und weiterbearbeiten können?
Auftrag analysieren und Arbeitsablauf planen
Vom Raumprogramm zur überprüfbaren Anforderung
Ein betrieblicher Auftrag enthält nicht nur Maße, sondern die Nutzung, den Standort, ein Raumprogramm, gewünschte Anschlüsse, bauliche Grenzen und die erforderliche Planungsphase. Kläre zunächst: Wozu dienen die Räume? Wie stehen sie zueinander? Welche Außenabmessungen sind vorgegeben? Sind Tragwerk, Baugrund, Dachlasten und Öffnungen bereits planerisch abgestimmt? Für welche Nutzenden muss der Zugang geeignet sein? Welche Leistungen gehören nicht zu deinem Auftrag? Formuliere offene Punkte als Rückfragen statt sie mit Fantasiewerten zu füllen.
Unterscheide Anforderung (etwa: zwei getrennte Räume), Randbedingung (maximal 10,00 m Breite), Annahme (etwa: für die Übung 24 cm Außenwanddicke) und Freigabe (verantwortliche Fachperson bestätigt die Konstruktion). Im realen Auftrag können Abstandsflächen, Barrierefreiheit, Rettungswege, Brandschutz, energetische Anforderungen und Statik die Grundrisslösung beeinflussen. Grundflächenzahl (GRZ) und Geschossflächenzahl (GFZ) gehören zur Grundstücksplanung und sind nicht mit den nach DIN 277 ermittelten Gebäudegrundflächen gleichzusetzen.

Ein schematischer Wohnhausgrundriss zeigt, wie Nutzung und Bewegungsflächen im zweidimensionalen Plan erkennbar werden. Bild: Ashlynn Schindler, gemeinfrei; exakter Commons-Dateinachweis im OER-Abschnitt.
Planungsphasen und Informationsbedarf
Entwurfsplanung klärt Raumorganisation, Grundkonzept und wesentliche Maße. Ausführungsplanung verlangt baubare Details, eindeutig definierte Öffnungen, Bauteilanschlüsse, Dicken, Höhenbezüge und überprüfte Maßketten. Der dargestellte Detaillierungsgrad ist eine verabredete Lieferanforderung, keine automatisch durch den Maßstab garantierte Eigenschaft. Frage nach Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA): Welche Merkmale werden im Modell gebraucht, wann, von wem und in welchem Austauschformat? Beispiele sind Bauteilkennung, Material, Wandtyp, Geschosszuordnung und Planstatus. Nutze freigegebene Vorlagen, Layer- und Namensregeln sowie gültige Dateiformate.
Arbeitsplan für einen Lernauftrag:
- Auftragsblatt lesen, Abmessungen, Zweck und Unsicherheiten markieren.
- Technische und rechtliche Grundlagen sowie zugelassene betriebliche Bauteilvorlagen suchen.
- Raum- und Funktionsskizze mit Varianten erstellen.
- Wandart, Achsbezüge, Öffnungen und Zeichnungsmaßstab nach Vorgabe festlegen.
- Grundriss in 2D und gegebenenfalls aus einem 3D-/BIM-Modell ableiten.
- Maße, Flächen, Volumen, Öffnungen und Planstand unabhängig gegenprüfen.
- Prüfprotokoll erstellen, Änderungen versionieren und Freigabefrage dokumentieren.
Typischer Fehler: Du kopierst eine attraktive Grundrissgrafik, ohne zu prüfen, ob der Eingangsbereich, die Tragstruktur und die Nutzung zur Aufgabe passen. Besser ist eine Kriterienliste, bevor du zeichnest.
Einschaliges Mauerwerk und Maßordnung verstehen
Wandaufgaben, Steinarten und Mörtelsysteme
Eine einschalige Wand besitzt eine einzige tragende oder raumtrennende Mauerschale; dies sagt allein noch nichts über ihre bauphysikalische Eignung aus. Tragende Wände leiten Lasten aus darüberliegenden Bauteilen weiter. Nichttragende Trennwände trennen Räume, müssen aber ebenfalls beispielsweise Schallschutz-, Brand- und Befestigungsanforderungen erfüllen. Aussteifende Wände wirken gegen horizontale Einwirkungen mit. Ob eine Wand eine dieser Funktionen übernehmen darf, entscheidet die fachlich verantwortete Planung, nicht die Zeichnung allein.
Künstliche Mauersteine sind beispielsweise Mauerziegel, Kalksandstein, Porenbeton oder Betonsteine. Beschreibe einen projektspezifischen Stein nicht bloß mit einer Handelsbezeichnung: Notiere Steinart, Hersteller/System, Nennabmessungen, Festigkeits-/Rohdichteangaben und die relevanten produktspezifischen Leistungskennwerte gemäß Unterlagen. DIN EN 771-1 behandelt Mauerziegel; andere Steinarten besitzen andere Teile der Normenreihe. Bemessung und bauaufsichtlich maßgebliche Anwendung sind mit Eurocode 6 und den einschlägigen nationalen Festlegungen abzustimmen.
Normalmörtel und Dünnbettmörtel dürfen nicht beliebig ausgetauscht werden. Beim Dünnbettverfahren kommen hierfür geeignete, ausreichend maßhaltige Steine und der vom System vorgesehene Mörtel zum Einsatz; die Fugen- und Verarbeitungsvorgaben des Herstellers sind maßgeblich. DIN EN 998-2 beschreibt Werkmauermörtel. Eine 10-mm-Fuge in einer Rechenübung zum traditionellen Steinmaß ist keine pauschale Dünnbettfugen-Vorgabe.

Schematische Grundriss- und Ansichtszeichnung eines historischen Flämischen Verbandes: Steine überdecken sich in aufeinanderfolgenden Lagen. Das Bild erläutert das Prinzip des Verbandes, ist aber keine Ausführungsanweisung für ein heutiges Bauvorhaben. Grafik: Jonathanriley, CC BY-SA 3.0.
Richtmaß, Nennmaß und Maßkette
Die Maßordnung im Hochbau (DIN 4172:2015-09, Status beim Normenverlag prüfen) unterstützt die Abstimmung von Bauteil- und Öffnungsmaßen. Ein gebräuchliches Baurichtmaß im oktametrischen System ist 12,5 cm, also ein Achtelmeter. Beispiel für herkömmliches Mauerwerk: Ein Stein mit einer Länge von 24 cm plus eine angenommene 1-cm-Lager-/Stoßfugenbetrachtung ergibt 25 cm Koordinationsmaß. Richtmaß, tatsächliches Steinmaß und reale Fugengeometrie sind zu unterscheiden; das Beispiel ist nicht auf jedes Steinformat übertragbar. Bauteilnennmaße und fertige Oberflächenmaße dürfen nicht unbemerkt vermischt werden.
Rechenweg zur Richtmaßprüfung: 3,00 m : 0,125 m = 24 Richtmaßschritte. 2,625 m : 0,125 m = 21 Schritte. Bei einem gewünschten Abschnitt von 2,60 m ergibt 2,60 : 0,125 = 20,8; prüfe, ob die Konstruktion ein anderes Rohbaumaß oder ein gesondertes Ausgleichsdetail benötigt. Nicht ohne Rücksprache Bau- oder Öffnungsmaße verändern!
Mauerwerksdicken wie 24 cm oder 11,5 cm in den späteren Übungsrechnungen sind didaktische Planungsannahmen; bei wirklichen Gebäuden ergeben sich geeignete Dicken aus Statik, Schall-, Wärme-, Brand- und sonstigen Nachweisen. Eine 24-cm-Außenwand ist ausdrücklich kein automatischer Nachweis für das Gebäudeenergiegesetz.
Tragfähigkeit, Bauphysik, Kosten und Nachhaltigkeit abwägen
Bewerte alternative Wandaufbauten mittels einer nachvollziehbaren Entscheidungsmatrix: erforderliche Tragfähigkeit (verantwortliche Tragwerksplanung), Wärmedurchgang/energetisches Gesamtkonzept, Luft- und Trittschallbezüge, Brandverhalten, Feuchteschutz, Materialaufwand, Bauzeit, Rückbaubarkeit und Umweltproduktdaten. Eine hohe Rohdichte kann Schallschutz unterstützen, erschwert aber unter Umständen Transport oder Wärmeschutz; eine geringe Wärmeleitfähigkeit allein ersetzt keinen statischen Nachweis. Verwende EPD (Umweltproduktdeklaration) und verlässliche Herstellerdaten für Vergleiche statt pauschaler Aussagen wie „dieser Baustoff ist immer nachhaltig“. Denke an Verschnitt, Trennbarkeit, lange Nutzungsdauer und spätere Anpassungen.
Typische Fehler: tragende und nichttragende Innenwände identisch beschriften, falsche Steinabmessungen aus einem Katalog übernehmen oder die Lösung nach dem billigsten Einzelpreis ohne Lebenszyklusbetrachtung auswählen.
Grundrisse fachgerecht zeichnen und bemaßen
Was der horizontale Schnitt zeigt
Ein Grundriss ist die zeichnerische Darstellung eines Bauwerks als gedachte horizontale Schnittansicht. Lage der Schnittebene und Darstellungsregeln müssen zum Planauftrag passen. Geschnittene Wände und andere geschnittene Bauteile werden grafisch von sichtbaren, aber nicht geschnittenen Teilen unterschieden. Zu einem professionellen Plan gehören je nach Planungsstand: Außen- und Innenwände, Öffnungen mit Anschlag/Öffnungsrichtung, Raumbezeichnungen, Maßketten, eindeutige Höhenbezüge, Achsen, Bauteilkennzeichnungen, Material-/Schraffurlegende und der Plankopf mit Maßstab, Datum, Planstand und Prüfstatus. Nicht jede ältere Beispielzeichnung entspricht dem heute vertraglich vereinbarten Normenstand.

Beispiel für einen Grundriss mit Raumorganisation: Prüfe darin insbesondere Zugänglichkeit, Türschwenkbereiche und die Verständlichkeit der Raumzuordnung. Zeichnung: Bajoga2021, CC BY-SA 4.0.
Maßstab und Maßketten nachvollziehbar verwenden
Der Maßstab 1:100 bedeutet: 1 cm auf dem ausgedruckten Plan entspricht 100 cm im Bauwerk. Beispiel: 10,00 m Bauwerkslänge werden 10 cm auf Papier; bei 1:50 werden daraus 20 cm. Ein PDF, das beim Drucken „an Seite anpassen“ skaliert wurde, darf nicht als verlässliche Maßentnahmegrundlage dienen; angegebenen Kontrollmaßstab prüfen! Verbindlich sind Maßzahlen und freigegebene Plandaten, nicht Nachmessen mit dem Lineal.
Bilde übersichtliche Maßketten für Öffnungen/Achsen, Teilabschnitte und das Gesamtmaß. Ein Kettenmaß muss rechnerisch schließen: 0,24 + 4,50 + 0,115 + 4,905 + 0,24 = 10,00 m. Miss nicht einmal von der Rohbaukante und einmal von der verputzten Wandfläche, ohne dies zu kennzeichnen. Achte auf konsistente Einheiten, eindeutige Bezugskanten und passende Dezimalstellen.
Schraffuren und Zeichenregeln: Prüfe das aktuelle vertragliche Regelwerk zur Darstellung (unter anderem DIN EN ISO 7519:2025-01 sowie den Normungsstand zur DIN 1356-1). Im September 2026 wurde ein neuer DIN-1356-1-Entwurf veröffentlicht; ein Entwurf ist keine automatisch verbindliche Norm. Die jeweils geltende und vereinbarte Fassung ist fachkundig zu bestimmen. Verwechsle auch keine überholten DIN-406-Angaben aus Altunterlagen mit aktuellem Normenstand.
Detaillierungsvergleich: Der Entwurfsgrundriss vermittelt die Gesamtorganisation, der Ausführungsgrundriss zeigt abgestimmte Rohbaumaße, Öffnungslagen, Bauteiltypen, Anschlüsse und weitere für die Bauausführung erforderliche Informationen. Fehlende Detailinformationen werden als offene Koordinationspunkte gekennzeichnet, nicht erfunden.
Digitale Maß- und Plausibilitätskontrolle
Kontrolliere die orthogonalen Außenkanten und die Schließung eines Rechtecks durch Koordinaten: x von 0,00 bis 10,00 m und y von 0,00 bis 8,00 m. Die Fläche ist 80,00 m²; die Diagonale beträgt nach dem Satz des Pythagoras √(10² + 8²) = √164 ≈ 12,81 m. Eine fehlerhafte Diagonale kann auf falsche Koordinaten oder einen schiefen Grundriss hinweisen. CAD-Fangpunkte, Fangmodi, Objektklassen und Maßeinheiten prüfst du vor dem Export.
Ein Grundriss muss auch lesbar bleiben, wenn Maßlinien, Schraffur und Türbögen gleichzeitig angezeigt werden. Nutze Maß- und Planprüflisten sowie eine unabhängige Sichtkontrolle durch eine zweite Person.
Digital konstruieren: 2D, 3D und BIM
Unterschied zwischen Zeichnung und informationshaltigem Modell
2D-CAD beschreibt Linien, Flächen, Beschriftungen und Bemaßungen in der Zeichnungsebene. 3D-CAD bildet räumliche Geometrie ab. Bei einer modellbasierten Arbeitsweise (BIM) werden Bauteilobjekte mit Eigenschaften, Beziehungen und abgestimmten Informationen erfasst: Eine „Wand“ kann neben ihrer Form beispielsweise Typ, Dicke, Material, Geschoss, Kennung und Status enthalten. Nicht jedes 3D-Modell ist automatisch ein koordiniertes BIM-Modell. Für die Zusammenarbeit sind unter anderem eindeutige Bauteilidentitäten, Austauschregeln, Dateiversionen und die vereinbarten AIA entscheidend.
Eine gute Modellierung legt zuerst Einheitensystem, Geschossnullpunkt, Rohbau-/Fertigkanten, Bauteiltypen und eine benannte Koordinatenbasis fest. Dann werden Außenwände, Innenwand, Öffnungen und Raumobjekte systematisch aufgebaut. Der Schnittbereich und die Darstellungsfilter erzeugen aus dem Modell den 2D-Grundriss. Konfliktbeispiel: Nach einer Wandverschiebung wird der Grundriss aktualisiert, aber ein manuell eingegebener Raumflächenwert nicht. Lösung: Eigenschafts- und Mengenlisten neu ableiten und gegen das Planmaß prüfen.
Fachvideo (Deutsch): pirdan, „AutoCAD Tutorial (deutsch) - 04 - Grundriss: Mauern, Fenster, Türen“, veröffentlicht 18.11.2020. Sieh dir das Erstellen und Bearbeiten von Wänden und Öffnungen an; Bedienoberflächen können veraltet sein. Plattform-Video, keine zugesicherte freie Lizenz.
Kollaborativ arbeiten, ohne Vertrauliches weiterzugeben
Dokumentiere mindestens Bearbeiterrolle, Datum, Version, Änderungsgrund und Prüfstatus in einer kontrollierten Testumgebung. Eine nachvollziehbare Versionsfolge lautet beispielsweise „V01 Grundstruktur – V02 Türlage korrigiert – V03 Flächenprüfung“. Koordiniere, ob der Fachplaner tragende Wände vorgegeben hat, bevor du sie verschiebst. Prüfe ein offenes Austauschformat nur innerhalb der betrieblichen Vorgaben und dokumentiere Geometrie- und Merkmalsverluste beim Import/Export.
Datenschutz und IT-Sicherheit: Verwende ausschließlich den synthetischen Übungsauftrag und frei zugängliche Lehrmedien. Lade niemals reale Kundenpläne, Namen, Adressen, Zugangsdaten, Betriebsgeheimnisse oder Schülerdaten in offene Cloud-Dienste, KI-Werkzeuge oder Videoplattformen. Beachte DSGVO, Rechte am Plan, Zugriffsberechtigungen, sichere Ablage und das betriebliche Löschkonzept.
Gesundheitsschutz am CAD-Arbeitsplatz: richte Bildschirm, Maus, Tastatur und Licht ergonomisch ein, wechsle die Haltung und plane Unterbrechungen der Bildschirmarbeit. Grundlage sind Gefährdungsbeurteilung, Arbeitsstättenverordnung und ASR A6 (Ausgabe Juli 2024) sowie DGUV Information 215-410. Bauteilproben oder Baustellenbegehungen finden nur mit betrieblicher Unterweisung, erforderlicher Schutzausrüstung und befugter Aufsicht statt. Die Übungen hier funktionieren vollständig als Papiermodell oder digitale Simulation.
Fachvideo (Deutsch): CadPerfection (Official), „AutoCAD Haus zeichnen (Teil 3) - Einrichtung und Bemaßung“, veröffentlicht 08.07.2024. Beobachte Maßketten und Beschriftung; überprüfe die Darstellung immer gegen die aktuellen projektgültigen Vorgaben. Plattform-Video, keine zugesicherte freie Lizenz.
Änderungen auswerten und Darstellungen vergleichen
Teste dieselbe Änderung in einer Kopie deines 2D-Plans und im 3D-Modell: Verschiebe eine nichttragende Wand in einer Simulation um 0,25 m. Wie viele Maße, Raumflächen, Annotationen, Listen und Ansichten sind zu aktualisieren? Ein verknüpftes Modell kann Arbeit sparen, erzeugt aber auch Fehler, wenn falsche Eigenschaften systematisch fortgeschrieben werden. Dokumentiere Arbeitszeit, Fehlerquellen und Korrekturaufwand. Entscheide begründet, wann eine 2D-Lösung genügt und wann Informationsmodelle den Auftrag besser unterstützen.

Ein gezeichneter Grundriss nach einer Raumumgestaltung dient als Ausgangspunkt für eine Änderungsanalyse. Die Darstellung ist ein Beispiel aus den USA, keine deutsche Normvorlage. Grafik: Stilfehler, CC BY-SA 4.0.
Praxisfall: ein Erdgeschoss vollständig bearbeiten
Synthetischer Arbeitsauftrag und Freigabegrenzen
Ein Ausbildungsbüro soll für ein frei erfundenes, eingeschossiges Lerngebäude zwei rechteckige Nutzungszonen in einschaligem Mauerwerk als Lehrmodell entwerfen. Alle Maße sind Übungsannahmen, keine Ausführungsfreigabe:
- Rechteckiger Rohbau-Außenumriss: 10,00 m × 8,00 m.
- Außenwände: 0,24 m dick, umlaufend. Eine durchgehende, zunächst nichttragend angenommene Innenwand: 0,115 m dick, von innerer Nord- bis innerer Südfläche.
- Linker Raum (West): lichte Breite 4,50 m. Rechter Raum (Ost): verbleibende lichte Breite. Beide haben die lichte Nord-Süd-Abmessung 7,52 m.
- Rechenhöhe für Modellmengen: 2,75 m; im Realprojekt müssen Rohbauhöhe, Fertigfußboden und Öffnungshöhen getrennt abgestimmt werden.
- Außenöffnung Süd im linken Raum: eine Tür 1,01 m × 2,135 m; Außenöffnung Nord: je Raum ein Fenster 1,25 m × 1,25 m. Innenwandöffnung: eine Tür 0,885 m × 2,01 m. Exakte Lage im Grundriss nach Planskizze und Abstimmung bestimmen.
- Lern-Ergebnis: Skizze, Grundriss 1:100, überarbeitete Ausführungsdarstellung 1:50, optionales 3D-Modell, nachvollziehbare Mengenübersicht und Prüfprotokoll.
Sicherheit: Ob 24-cm-Außenwände und 11,5-cm-Innenwand konstruktiv, bauphysikalisch und baurechtlich zulässig sind, ist nicht durch diesen Kurs nachgewiesen. Die Öffnungstragwerke, Wärmeschutz-, Schall- und Feuchteschutzdetails fehlen absichtlich. Formuliere dazu Prüfaufträge an Statik und Fachplanung statt falsche Sicherheit vorzugeben.
Vollständig erläuterter Lösungsweg
Schritt 1 – Koordinaten und Geometrie: Lege den Ursprung an die südwestliche Außenkante (0,00/0,00). Rechteck-Eckpunkte: (0/0), (10/0), (10/8), (0/8) in Metern. Die inneren Außenwandflächen liegen im x-Bereich von 0,24 bis 9,76 und y-Bereich von 0,24 bis 7,76. Die Innenwand beginnt nach 4,50 m linker lichter Raumbreite, also bei x = 0,24 + 4,50 = 4,74 m; ihre Ostkante liegt bei 4,855 m. Damit endet der rechte lichte Raum an x = 9,76 m.
Schritt 2 – Kettenmaßkontrolle: 0,24 + 4,50 + 0,115 + 4,905 + 0,24 = 10,000 m. Die lichte rechte Breite lautet 9,76 − 4,855 = 4,905 m. Nord-Süd: 0,24 + 7,52 + 0,24 = 8,00 m. Im 1:100-Ausdruck misst der äußere Umriss theoretisch 100 × 80 mm; im 1:50-Ausdruck 200 × 160 mm. Maßketten müssen stets die rechnerischen Nennmaße anzeigen.
Schritt 3 – Öffnungslage dokumentieren: Setze für die reine Modellübung die südliche Tür symmetrisch um x = 2,10 m (Öffnungskanten 1,595 und 2,605 m), das westliche Nordfenster symmetrisch um x = 2,00 m (1,375 bis 2,625 m) und das östliche Nordfenster symmetrisch um x = 7,20 m (6,575 bis 7,825 m). Die Innenwandtür durchbricht bei x = 4,74 bis 4,855 m die Trennwand und reicht in y-Richtung beispielhaft von 2,000 bis 2,885 m. Prüfe die Abstände zu Ecken und Anschlüssen; im realen Projekt benötigt jede Lage konstruktive Freigabe. Türanschlag, Höhe und barrierefreie Erschließung sind gesondert festzulegen.
Schritt 4 – Flächen nachvollziehen: Äußere Rechteckfläche 10,00 × 8,00 = 80,00 m². Fläche innerhalb der Außenwände (10,00 − 0,48) × (8,00 − 0,48) = 9,52 × 7,52 = 71,5904 m². Linke lichte Übungsfläche 4,50 × 7,52 = 33,84 m². Rechte lichte Übungsfläche 4,905 × 7,52 = 36,8856 m². Summe 70,7256 m². Prüfsumme: Innere Fläche minus Innenwandgrundfläche 71,5904 − (0,115 × 7,52) = 71,5904 − 0,8648 = 70,7256 m². Diese didaktischen Rechteckflächen sind nicht automatisch rechtlich anzusetzende Wohnfläche, Nutzungsfläche oder eine vollständige Gliederung nach DIN 277; definiere Flächenart und Aufmaßregeln separat.
Schritt 5 – Mauerwerksmodellmenge als Übungsrechnung: Grundrissfläche des äußeren Wandringes 80,0000 − 71,5904 = 8,4096 m². Bei Modellhöhe 2,75 m ergibt dies 8,4096 × 2,75 = 23,1264 m³ geometrisches Bruttowandvolumen. Eine Außentür und zwei Außenfenster zusammen besitzen in dieser vereinfachten Rechnung das Öffnungsvolumen (1,01 × 2,135 + 2 × 1,25 × 1,25) × 0,24 = 1,267524 m³. Geometrischer Rest 23,1264 − 1,267524 = 21,858876 m³, gerundet 21,86 m³. Die Innenwand liefert vor Abzug der Tür 0,115 × 7,52 × 2,75 = 2,3782 m³; nach Abzug 0,885 × 2,01 × 0,115 ≈ 0,204568 m³ verbleiben 2,173632 m³. Das sind Modellvolumen, keine automatisch abrechnungsfähigen LV-Mengen nach VOB/C; Abzugsregeln, Bauteilgrenzen, Stürze, Übermessungen und Einheit der Position sind gesondert nach der gültigen DIN 18330 und Vertragslage zu bestimmen.
Schritt 6 – Arbeitsprodukt erstellen: Übergib ein Blatt im Entwurfsstand mit beiden Räumen, Wänden, Öffnungen, Raumbezeichnungen, Außen- und Innenmaßketten und Maßstab; ergänze für den Ausführungsstand Bauteiltypen, Öffnungsbezüge, Rohbau-/Höhenmaße, Prüfanmerkungen und eine aufgelistete Koordinationsfrage zu jedem ungeklärten Fachnachweis. Falls das 3D-Modell erstellt wird, liefere eine ableitbare Planansicht und eine tabellarische Bauteilliste mit klarer Versionsnummer. Freigabe immer als ausstehend markieren, bis sie tatsächlich erteilt wird.
Schritt 7 – Qualitätsprüfung und Dokumentation: Vergleiche alle fünf Längen der horizontalen Maßkette mit dem Gesamtmaß, kontrolliere den vertikalen Abschluss, prüfe Raumflächen unabhängig, identifiziere fehlende Bauteileigenschaften und beschreibe Abweichungen. Führe ein Änderungsprotokoll und benenne die zugrunde liegenden Norm- und Herstellerdokumentstände. Ein Plan ohne nachvollziehbaren Rechenweg und Prüfvermerk ist kein fertiges Ausbildungsprodukt.
Bewertungsraster für den Lernnachweis
| Kriterium | Maximalpunkte | Beobachtbares Merkmal |
|---|---|---|
| Auftragsanalyse und offene Fachfragen | 15 | Vorgaben vollständig und Annahmen von Freigaben getrennt |
| Skizzen, Planung und Variantenbegründung | 20 | plausible Raumanordnung, Wandentscheidung und nachvollziehbarer Arbeitsplan |
| Maßgerechte Plandarstellung | 30 | Wand- und Öffnungsgeometrie, geschlossene Maßketten, Legende, Plankopf und Planstand |
| Flächen-, Volumen- und Mengenrechnung | 15 | richtige Maßeinheiten, Rechenweg, Prüfsummen und LV-Abgrenzung |
| Unabhängige Qualitätskontrolle | 10 | dokumentierte Fehlerprüfung, Korrektur, Freigabegrenzen |
| Präsentation und Reflexion | 10 | Versionierung, Teamfeedback, 2D-/3D-Vergleich und Datenschutz |
| Gesamt | 100 | Fachliche Freigabe bleibt ausdrücklich ausgeschlossen |
Rückmeldung: 90–100 Punkte: umfassend und kontrollierbar; 75–89: überwiegend sicher, Einzelkorrekturen; 60–74: wesentliche Nacharbeit; unter 60: Grundlagen erneut erarbeiten. Sicherheitskritische Mängel wie eine als geprüft behauptete Tragwerksplanung werden unabhängig von der Punktzahl als verpflichtende Korrektur markiert. Beurteile die Dokumentation zusätzlich anhand konkreter Randbemerkungen statt ausschließlich per Zahl.
Interaktive Aufgaben
Multiple-Choice-Quiz
Welches Ergebnis beschreibt den Kern des KMK-Lernfelds 5 am treffendsten? (Ein Geschoss in einschaligem Mauerwerk konstruieren und im Grundriss darstellen) (!Einen Baugrund durch Laborproben klassifizieren) (!Alle Dachanschlüsse ausschließlich durch Fotos dokumentieren) (!Einen Grundstückskaufvertrag selbst erstellen)
Was bezeichnet eine tragende Wand? (Ein Bauteil, das festgelegte Lasten in die Tragstruktur weiterleitet) (!Eine Wand, die grundsätzlich nur Farbanstriche trägt) (!Eine Trennwand, die unabhängig vom Nachweis beliebig entfernt werden darf) (!Eine Wand, die keine Verbindung zu Decken haben kann)
Welche Grundgröße wird häufig für die oktametrische Maßordnung verwendet? (12,5 cm) (!11,5 cm) (!15 cm) (!17,5 cm)
Wie lang erscheint eine 10,00 m lange Wand bei einem unverzerrten Planmaßstab von 1:100? (10 cm) (!1 cm) (!20 cm) (!100 cm)
Wie groß ist die rechte lichte Raumbreite im erläuterten Praxisfall? (4,905 m) (!4,500 m) (!5,145 m) (!9,520 m)
Was muss bei einer Materialentscheidung für eine Außenwand zwingend berücksichtigt werden? (Tragfähigkeit und Bauphysik sowie Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit) (!Nur der Farbton des Angebotsprospekts) (!Nur die kürzeste Lieferzeit ohne weitere Prüfung) (!Nur das Format des CAD-Dateinamens)
Welche Aussage beschreibt das Dünnbettverfahren richtig? (Es verwendet geeignete maßhaltige Steine und das dafür spezifizierte Mörtelsystem) (!Es erlaubt beliebige Steine und jeden beliebigen Mörtel) (!Es verzichtet grundsätzlich auf alle Verbindungsmittel zwischen den Lagen) (!Es benötigt grundsätzlich dieselbe Fugendicke wie ein angenommenes Normalmörtelbeispiel)
Was sind AIA im modellbasierten Planungsprozess? (Auftraggeber-Informationsanforderungen an zu liefernde Informationen) (!Eine automatische Aussage über die Standsicherheit sämtlicher Wände) (!Eine frei erfundene Bezeichnung für Rohbauöffnungen) (!Ein Ersatz für jede vertragliche Planungsvorgabe)
Welche Aussage trifft auf die berechneten Wandvolumina des Praxisfalls zu? (Sie sind geometrische Modellmengen und nicht ohne Abrechnungsregeln LV-Mengen) (!Sie sind ohne weitere Prüfung identisch mit jeder abrechenbaren VOB-Menge) (!Sie dürfen unabhängig von Tür- und Fensteröffnungen nie verändert werden) (!Sie ersetzen den Standsicherheitsnachweis des Bauwerks)
Was ist nach einer Verschiebung der modellierten Trennwand besonders wichtig? (Maßketten, Raumflächen, Bauteillisten und abgeleitete Ansichten erneut kontrollieren) (!Nur den Dateinamen ändern und das Modell ungeprüft freigeben) (!Alle ursprünglich gemessenen Raumbreiten unverändert in den Plan schreiben) (!Den Prüfstatus ohne fachliche Prüfung auf freigegeben stellen)
Memory
Decke die Begriffspaare ab und finde die jeweils passende Erklärung. Rückmeldung entsteht über die paarweise Zuordnung.
| Baurichtmaß | Koordinierendes Maß für die Abstimmung von Bauteilabmessungen |
| Rohbaumaß | Geometrisches Maß ohne nachträglich aufgebrachte Ausbauoberflächen |
| Maßkette | Zusammenhängende Folge von Einzelmaßen mit prüfbarem Gesamtbezug |
| Plankopf | Feld mit Maßstab, Planstand, Titel und Bearbeitungsvermerken |
| Raumprogramm | Zusammenstellung benötigter Räume und ihrer Nutzungsanforderungen |
| Bauteilmodell | Digitale geometrische Objekte mit zugehörigen Merkmalen |
Drag-and-drop
Ordne jedem Prüfschritt die zugehörige Tätigkeit zu. Prüfe die Paare anschließend anhand deines Arbeitsplans.
| Arbeitsschritt | Fachlich passende Tätigkeit |
|---|---|
| Anforderungen klären | Raumprogramm und ungeklärte Freigaben erfassen |
| Skizze entwickeln | Varianten für Räume und Trennwände gegenüberstellen |
| Maße festlegen | Außen- und Innenmaßketten rechnerisch schließen |
| Modell überprüfen | Raumflächen und Bauteilmengen abgleichen |
| Übergabe dokumentieren | Versionsstand und offene Prüffragen benennen |
Kreuzworträtsel
Die sechs Fachbegriffe stammen aus den Lehrkapiteln. Gib jeweils genau ein Wort ein.
| Grundriss | Wie heißt die horizontale zeichnerische Darstellung eines Geschosses? |
| Maßkette | Wie heißt die geordnete Folge von Bemaßungen? |
| Mauerwerk | Wie heißt die Bauweise aus verbundenen Mauersteinen? |
| Schraffur | Wie heißt die grafische Flächenkennzeichnung im Plan? |
| Plankopf | Wo stehen Zeichnungstitel, Maßstab und Planstatus? |
| Wärmeschutz | Wie heißt der bauphysikalische Schutz vor unerwünschtem Wärmetransport? |
LearningApps
Hier findest du über die thematische Suchfunktion gegebenenfalls weitere interaktive Zuordnungen zu Grundrissen. Die Suchergebnisse sind externe Angebote und müssen von der Lehrkraft auf Aktualität und fachliche Eignung geprüft werden.
Lückentext
Ergänze fachlich passende Begriffe. Die Rückmeldung erfolgt durch die Lückentextfunktion.
Offene Aufgaben
Leicht
- Raumprogramm: Formuliere für ein vollständig fiktives Lerngebäude mit zwei Räumen fünf Anforderungen und drei offene Rückfragen; markiere jede Annahme deutlich.
- Wandarten: Erstelle auf Papier eine Übersicht aus tragender, aussteifender und nichttragender Wand mit Aufgabe, möglichem Nachweis und zuständiger Fachrolle.
- Maßstab: Zeichne ein Rechteck von 5,00 m × 4,00 m im Maßstab 1:100 und 1:50; dokumentiere den Rechenweg und vergleiche beide Darstellungen.
- Mauerstein: Suche auf einer öffentlich zugänglichen Herstellerseite ein Mauerstein-Datenblatt, notiere Steinart und Maße und trenne belegte Werte von nicht verfügbaren Angaben.
Standard
- Grundriss: Fertige für den synthetischen Praxisfall eine maßgerechte 1:100-Skizze mit Außenwänden, Trennwand, Tür- und Fensteröffnungen sowie übersichtlichen Maßketten an.
- Flächenberechnung: Berechne beide lichten Übungsraumflächen und den Innenwandgrundflächenanteil unabhängig neu; führe die Prüfsumme bis auf vier Dezimalstellen vor.
- Bauteilkatalog: Entwickle zwei illustrative Wandtypkarten mit Materialoptionen, dokumentiere fehlende Nachweise zu Wärme, Schall, Tragfähigkeit und die Quelle der Werkstoffdaten.
- CAD: Lege in einer offline nutzbaren CAD- oder Modell-Simulation zwei Versionen an, verschiebe die nichttragende Innenwand um 0,25 m und protokolliere alle Änderungen der Raummaße.
Schwer
- Ausführungsplanung: Erstelle eine zweite, detailliertere Planfassung im Maßstab 1:50 mit Legende, eindeutigen Öffnungsbezügen, Plankopf und ausdrücklich markierten offenen Fachplanungsfragen.
- Mengenberechnung: Leite die geometrischen Außen- und Innenwandvolumina inklusive Öffnungsabzügen mit Tabellenkalkulation ab und erläutere schriftlich, warum diese Ergebnisse keine fertigen VOB-Abrechnungsmengen sind.
- BIM: Formuliere fünf AIA für ein kleines Übungsmodell, exportiere die Bauteilliste und vergleiche ihre Werte mit der 2D-Zeichnung; dokumentiere mindestens zwei mögliche Austauschfehler.
- Nachhaltiges Bauen: Vergleiche zwei fachlich plausible Mauerwerksvarianten mit einer gewichteten Entscheidungsmatrix für Tragwerk, Bauphysik, Materialeinsatz, Ökologie und Rückbau; kennzeichne nicht belegte Annahmen und hole keine scheinbare Statikfreigabe ein.


Lernkontrolle
- Auftragsanalyse: Prüfe ein anonymes, frei erfundenes Auftragsblatt auf Widersprüche zwischen Nutzung, Außenmaß, Geschossbezug und fehlenden Freigaben und formuliere geeignete Rückfragen.
- Mauerwerksbau: Begründe, warum eine nominell passende Wanddicke weder statische Eignung noch Schall- und Wärmeschutz automatisch nachweist; nenne die zur Prüfung benötigten Unterlagen.
- Maßordnung: Prüfe die horizontale Maßkette des Praxisfalls mit einer unabhängigen Rechnung und erkläre, welche Folgen eine unbemerkte Verwechslung von Rohbau- und Fertigmaß hätte.
- Grundflächen: Leite die lichte Summe des Modells auf zwei Wegen her und erläutere die Differenz zwischen dieser Lernflächenrechnung und einer normgebundenen Flächenklassifikation.
- Digitales Bauen: Beschreibe einen Änderungsvorgang im 2D-Plan und im objektbasierten Modell einschließlich Vorteile, Fehlerquellen und erforderlicher Versionskontrolle.
- Bauabrechnung: Erkläre an einer Türöffnung, weshalb das geometrische Abzugsvolumen keine automatisch vertraglich richtige Abrechnungsregel liefert.
- Qualitätssicherung: Erarbeite ein unabhängiges Prüfprotokoll mit mindestens acht prüfbaren Kriterien und ordne notwendige Korrekturen den verantwortlichen Rollen zu.
Lernnachweis
Arbeitsmappe als konkretes Produkt: Gib zu dem fiktiven Praxisfall (1) ein vollständig ausgefülltes Auftrags- und Anforderungsblatt, (2) eine Maßskizze mit Variantenentscheidung, (3) den bemaßten Entwurfsgrundriss 1:100, (4) einen differenzierten Ausführungsplan 1:50 mit offener Fachplanungs-Checkliste, (5) eine Flächen- und Modellvolumentabelle einschließlich Prüfsummen, (6) das Prüfprotokoll sowie (7) eine Reflexion der verwendeten 2D-/3D-Methode ab. Optional kommen ein bearbeitbares Übungsmodell und eine exportierte Bauteilliste hinzu.
Erfolgskriterien: Außenabmessungen schließen auf 10,00 × 8,00 m; Innen- und Außenwände sind unterscheidbar; horizontale Teilmaße ergeben 10,00 m; die Lichte der Räume und die Öffnungszuordnung sind rechnerisch plausibel; die beiden Raumflächen ergeben zusammen 70,7256 m²; die Grenze zwischen Modellmenge und Abrechnungsmenge wird erklärt; Planstand, offene Genehmigungs- und Statikfragen sowie verwendete Quellen sind sichtbar. Nutze das Bewertungsraster des Praxisfalls (100 Punkte), Feedback einer Lernpartnerin oder eines Lernpartners und eine kurze Selbstkorrektur.
Transfer: Formuliere für einen neuen Raumzuschnitt eine begründete Änderungsliste. Stelle transparent dar, welche Planmaße du allein verändern darfst und wann die zuständige Fachperson entscheiden muss. Für digitale Abgaben genügen synthetische Dateinamen wie „LF5_Uebungsgrundriss_V03“ – keine Namen, Privatadressen oder echten Bauvorhaben. Unterrichtliche Bewertung erfolgt im Rahmen des Landeslehrplans und des betrieblichen Ausbildungsplans, nicht als amtliche Zertifizierung durch den aiMOOC.
OER und Wikipedia
Recherchierte amtliche und fachliche Ausgangspunkte (Abruf Oktober 2026):
- KMK-Rahmenlehrplan Bautechnischer Konstrukteur, LF 5 auf PDF-Seite 14 – Kompetenzrahmen und Zeitrichtwert.
- BIBB-Berufsprofil – Ausbildung, berufliche Handlungsfähigkeit, digitale Planung.
- BautechKonAusbV, Ausbildungsordnung 2025, gültig ab 01.08.2026 – verbindlicher Ausbildungsrahmen.
- DIN 4172:2015-09, Maßordnung im Hochbau – überprüfter Normenregistereintrag; Normtext nicht frei reproduzierbar.
- DIN 277:2021-08, Grundflächen und Rauminhalte im Hochbau – Normenregistereintrag; Beispielsummen des Kurses sind keine DIN-277-Vollberechnung.
- DIN EN 771-1:2015-11, Mauerziegel und DIN EN 998-2:2017-02, Mauermörtel – Produkt- und Mörtelspezifikationen.
- DIN 1356-1:2026-09 (Entwurf) – aktuelles Änderungsverfahren; nicht mit endgültiger Norm verwechseln.
- DIN-Normenübersicht zu Bauzeichnungen – Normstatus mit Projektstand abgleichen.
- BAuA: ASR A6 Bildschirmarbeit, Ausgabe 2024 und DGUV Information 215-410 – Ergonomie und Gesundheitsschutz.
- Wikipedia: Bauzeichnung und Wikipedia: Mauerwerk – frei zugängliche Einstiege, keine alleinige Bau- oder Normengrundlage.
- Sächsisches Schulportal: Umsetzung des Lernfelds 5, Stand 2026 – öffentliches Beispiel eines Landeslehrplans; das im eigenen Bundesland gültige Curriculum gesondert prüfen.
Bildnachweise und Nutzungsrechte (Dateinamen entsprechen den eingebundenen Commons-Dateien):
| Datei | Geprüfter Dateinachweis | Urheber/-in | Lizenz und Nachweis |
|---|---|---|---|
| File:Floor plan1.jpg | Commons-Dateiseite | Ashlynn Schindler | Gemeinfrei laut Urheberfreigabe, siehe Abschnitt Licensing |
| File:Brickwork flemish 1.5 thickness.svg | Commons-Dateiseite | Jonathanriley (Commons-Angabe) | CC BY-SA 3.0 |
| File:Floor plan01.jpg | Commons-Dateiseite | Bajoga2021 | CC BY-SA 4.0 |
| File:Kitchen Remodel Floor Plan After 1.svg | Commons-Dateiseite | Stilfehler | CC BY-SA 4.0 |
Die vier Commons-Grafiken dienen als Anschauungs- und Vergleichsmaterial und werden hier nicht bearbeitet. Bei Weiterverwendung sind konkrete Urheberangabe, Lizenzlink und gegebenenfalls Änderungsvermerk beizubehalten; Bearbeitungen unterliegen bei BY-SA-Dateien der Lizenz. Historische oder ausländische Darstellungen sind nicht als aktuelle deutsche Bauzeichnungsnorm zu verwenden.
Video-Nachweise: pirdan: AutoCAD Tutorial (deutsch) – Grundriss, Mauern, Fenster und Türen (18.11.2020); CadPerfection (Official): AutoCAD Haus zeichnen, Teil 3 – Einrichtung und Bemaßung (08.07.2024). Beide Videoeinträge wurden mit Titel, Kanal und beschriebener Lehrfunktion recherchiert; ein Abruf des Videostreams selbst konnte nicht unabhängig geprüft werden. Deshalb keine frei nutzbare Videolizenz behaupten; eingebettete Wiedergabe ist plattformabhängig. Kein Material von Sofatutor.
Hinweis zu Normen und Recht: Normenstände ändern sich. Beurteile im realen Projekt die aktuelle, vertraglich und rechtlich maßgebliche Ausgabe gemeinsam mit zuständigen Fachkräften. Die Informationslinks sind keine Übernahme geschützter Normtexte; offizielle Gesetzes- und Arbeitsschutztexte sind stets im aktuellen Stand zu prüfen.
Wikipedia-Artikel zur Vertiefung:
Verknüpfte Lernbereiche
Lernfeld-Verbindungen: LF 1 Lagepläne erstellen (Standort und Maßbezug), LF 2 Baugruben planen (Schnittstelle zur Gründung), LF 3 Zufahrten und Wege planen (Erschließung), LF 4 Bauwerke im Bestand dokumentieren (Aufmaß und Datengrundlage), LF 6 erdberührende Bauteile konstruieren (anschließende konstruktive Vertiefung). Die Lernfelder sind miteinander verknüpft, ersetzen sich aber nicht. Mögliche Projekte: eine revisionssichere Übungsplanmappe erstellen, einen 2D-/3D-Änderungsvergleich präsentieren und eine herstellerdatenbasierte Wandvariantenmatrix ausarbeiten.
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